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Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Deutschland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von GbR)

Bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Abkürzung GbR oder BGB-Gesellschaft, seltener auch GdbR) handelt es sich nach deutschem Gesellschaftsrecht gemäß {{#switch: juris

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Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts stellt die einfachste und allgemeinste Form der Personengesellschaft des deutschen Gesellschaftsrechts dar. Auf ihr bauen mehrere Gesellschaftsformen mit spezifischeren Anwendungsbereichen auf, etwa die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG).

Die GbR besitzt wegen ihrer weit gefassten Merkmale in der Praxis zahlreiche Erscheinungsformen. So sind etwa Zusammenschlüsse von Freiberuflern zu einer Gemeinschaftspraxis oder Sozietät häufig in Form einer GbR organisiert. Auch vorhabenbezogene Zusammenschlüsse von Bauunternehmen als Arbeitsgemeinschaften oder Joint-Ventures stellen oft BGB-Gesellschaften dar. Schließlich besitzen auch informelle Zusammenschlüsse wie Wohngemeinschaften, Fahrgemeinschaften und Musikkapellen als Gelegenheitsgesellschaften des täglichen Lebens regelmäßig die Rechtsform einer GbR, insoweit die Gesellschafter die Gesellschaft nach außen vertreten. Innengesellschaften wie Spielgemeinschaften von Brettspielen, Wandergruppen oder Arbeitsgruppen beanspruchen kein Vertretungsrecht für die entstandene Gesellschaft nach außen und sind daher keine GbR.

Die Fiktion einer (Außen-)Gesellschaft an natürlichen Personen als eigene juristische Person macht diese rechtsfähig, dient aber auch der Vereinfachung von Rechtsverfahren, da im Rechtsverkehr sonst die jeweilige individuelle Haftung der beteiligten Personen geklärt werden müsste. Trotzdem war diese Handhabung in der Rechtspflege umständlich und in der Rechtswissenschaft sogar umstritten. Mit der Möglichkeit der Eintragung einer GbR in das Gesellschaftsregister, das 2024 eingeführt wurde, wird der bisherige Umgang mit der Rechtsfiktion dahingehend vereinfacht, dass die GbR diese durch eine Eintragung selbst ablösen kann. Zwingend ist die Eintragung im Gesellschaftsregister, wenn es um Immobilien geht, da nach § 47 Abs. 2 GBO ein Recht im Grundbuch nur eingetragen werden kann, wenn die GbR im Gesellschaftsregister eingetragen ist.

Entstehungsgeschichte

Vor der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wurde das deutsche Personengesellschaftsrecht maßgeblich durch das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch (ADHGB) von 1861 geprägt. Dieses regelte in Art. 85–149 ADHGB die OHG als Grundtyp der Personengesellschaft. Diese zeichnete sich dadurch aus, dass sich mehrere Rechtsträger zum Betrieb eines kaufmännischen Gewerbes zusammenschlossen.<ref>Susanne Lepsius: §§ 705–740, Rn. 4. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}}

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Entwicklung der GbR

Datei:Levin Goldschmidt.jpg
Levin Goldschmidt

Nach der Reichsgründung bemühte sich der deutsche Gesetzgeber um eine einheitliche Kodifikation des deutschen Zivilrechts. Hierzu begann er mit der Entwicklung des BGB. Die Verfasser des BGB, insbesondere Levin Goldschmidt, wollten die Handelsgesellschaften weiterhin dem Handelsrecht unterstellen, jedoch auch eine allgemeiner gehaltene Gesellschaftsform im BGB schaffen, die GbR. Hierbei sollte es sich um eine subsidiäre Rechtsform handeln, die nur dann zur Anwendung kommt, wenn kein speziellerer Gesellschaftstyp gewählt werden kann. Dementsprechend sollte das Handelsrecht dahingehend abgeändert werden, dass alle Personengesellschaften auf die GbR als Grundtyp verweisen, deren Vorschriften zur Anwendung kommen, wenn das Handelsrecht keine spezielleren Regelungen vorsieht. Die Verfasser des BGB gingen davon aus, dass die praktische Bedeutung der GbR im Vergleich zu den Handelsgesellschaften gering sein würde.<ref>Susanne Lepsius: §§ 705–740, Rn. 7. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}}

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Datei:Otto von Gierke 02.jpg
Otto von Gierke

Bei der Entwicklung der GbR orientierten sich die Verfasser des BGB an der societas des römischen Rechts. Hierbei handelte es sich um einen reinen vertraglichen Zusammenschluss. In Anlehnung hieran wurde die GbR im ersten Entwurf des BGB von 1888 im besonderen Schuldrecht geregelt. Der zweite Entwurf von 1895 ergänzte das GbR-Recht um Regelungen zum Gesellschaftsvermögen, bei denen er auf Anregung von Otto von Gierke hin auf die Figur der Gesamthand aus dem deutschen Recht zurückgriff. Die Gesamthand sollte die innere Struktur der GbR verfestigen. Sie wurde jedoch nicht ausdrücklich im Gesetz verankert, sondern lediglich punktuell in mehreren Vorschriften als Motiv zum Ausdruck gebracht. Die Konkretisierung der Gesamthand überließ der Gesetzgeber bewusst der Rechtslehre und -praxis. Hierdurch kam es zu einer Kombination von römisch-rechtlichen und deutschrechtlichen Wurzeln der GbR.<ref>Susanne Lepsius: §§ 705–740, Rn. 15. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}}

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Weiterentwicklung des GbR-Rechts

Nach Inkrafttreten des BGB im Jahr 1900 wurden die Vorschriften über die GbR seitens des Gesetzgebers nur selten geändert. Die Gesetzeslage wurde in der Rechtswissenschaft jedoch weitgehend als unbefriedigend empfunden. Unklar war insbesondere, wie man die historischen Wurzeln der GbR zu einem kohärenten Konzept deuten konnte, auf welche Weise die GbR am Rechtsverkehr teilnehmen konnte und auf welche Weise ihre Gesellschafter für ihr Handeln hafteten. Auch zeigte sich, dass der GbR in der Praxis ein deutlich größerer Anwendungsbereich zukam, als es die Verfasser des BGB vermuteten.<ref>Susanne Lepsius: §§ 705–740, Rn. 14–40. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}}

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In der Rechtswissenschaft gab es mehrere Bemühungen, die Regeln über die Personengesellschaften in einem Gesetz zu bündeln, wie es etwa im Schweizer Recht praktiziert wurde. Hierdurch sollten die Regelungsstruktur vereinfacht und die Stimmigkeit der Vorschriften gewährleistet werden. Entsprechende Entwürfe wurden jedoch nicht umgesetzt.<ref>Susanne Lepsius: §§ 705–740, Rn. 11–13. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-16-150528-7}}

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Zum 1. Januar 2024 wurde durch das Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) das Recht der BGB-Gesellschaft umfassend neu geregelt.<ref>Kai E. Wünsche: Ansprüche gegen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und ihre Gesellschafter in der Fallbearbeitung. In: Juristische Schulung (JuS) 2024, S. 8.</ref> Nunmehr besteht kein Zweifel an der Unterscheidung zwischen rechtsfähigen Außengesellschaften und nichtrechtsfähigen Innengesellschaften.<ref>Karsten Schmidt: Neues Personengesellschaftsrecht. In: Juristische Schulung (JuS) 2024, S. 1.</ref> So ist nun eine Eintragung im Gesellschaftsregister möglich. Die nachfolgenden Ausführungen betreffen noch das bis zum 31. Dezember 2023 maßgebliche Recht.

Gründung, § 705 BGB

Die Gründung einer GbR erfordert gemäß § 705 BGB einen vertraglichen Zusammenschluss mindestens zweier Rechtssubjekte zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks.<ref>Anja Steinbeck: Grundfälle zum Personengesellschaftsrecht. In: Juristische Schulung, 2012, S. 10. Anders die heute nicht mehr vertretene Lehre von der faktischen Gesellschaft, nach der das Auftreten im Rechtsverkehr für die Annahme einer Gesellschaft genügen kann; etwa Günter Haupt: Gesellschaftsrecht. 3. Auflage. Tübingen 1944, § 6.</ref>

Der Gesellschaftsvertrag besitzt zwei Funktionen: Zum einen begründet er ein vertragliches Schuldverhältnis zwischen den Gesellschaftern. Zum anderen erschafft er eine eigenständige Organisationseinheit. Aus der Verknüpfung beider Zwecke folgt, dass das allgemeine Schuldrecht, insbesondere das Leistungsstörungsrecht, auf den Gesellschaftsvertrag lediglich mit durch Rechtsfortbildung entwickelten Modifikationen Anwendung finden kann, da es auf die organisatorische Komponente des Gesellschaftsvertrags nicht hinreichend zugeschnitten ist.<ref>Carsten Schäfer: § 705, Rn. 163. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Vertragsschluss

Gesellschafter einer GbR können natürliche und juristische Personen sowie rechtsfähige Personengesellschaften sein. Ein Minderjähriger kann sich durch Gesellschaftsvertrag verpflichten, wenn sein gesetzlicher Vertreter dem zustimmt; im Regelfall sind dies gemäß {{#switch: dejure

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Der Abschluss des Gesellschaftsvertrags ist grundsätzlich nicht an eine bestimmte Form gebunden. So kann die Gründung einer Gesellschaft etwa schriftlich, mündlich oder durch schlüssiges Handeln vereinbart werden.

Formpflicht besteht ausnahmsweise, wenn die Beteiligten dies vereinbaren oder der Vertrag ein Element enthält, das für sich genommen formbedürftig ist. So verhält es sich etwa, wenn ein Gesellschafter durch den Gesellschaftsvertrag dazu verpflichtet wird, der GbR ein Grundstück oder ein grundstücksgleiches Recht, beispielsweise ein Erbbaurecht, zu übertragen. Dann bedarf der Gesellschaftsvertrag gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 139||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB danach, ob die Gesellschafter den Vertrag auch ohne die Abrede geschlossen hätten.

Scheitert der Abschluss des Gesellschaftsvertrags, etwa weil ein Beteiligter nicht voll geschäftsfähig ist, der Gesellschaftsvertrag formnichtig ist oder ein Beteiligter einen zur Anfechtung berechtigenden Willensmangel aufweist, kann der Vertrag von Anfang an unwirksam sein. Diese Rechtsfolge bereitet praktische Schwierigkeiten, wenn der Vertrag bereits in Vollzug gesetzt worden ist, etwa durch den Abschluss von Rechtsgeschäften mit Dritten: Die nach der gesetzlichen Systematik vorgesehene Rückabwicklung nach Bereicherungsrecht wäre in der Praxis kaum durchführbar, da die hierfür erforderliche Ermittlung und Bewertung aller Vermögensverschiebungen nur schwer geleistet werden kann. Um dieses Problem zu lösen, wurde in Rechtsfortbildung die Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft entwickelt. Hiernach wird der fehlerhafte Gesellschaftsvertrag wirksam und kann lediglich mit Wirkung für die Zukunft aufgekündigt werden.<ref>Knut Lange: Von fehlerhaften und von Scheingesellschaften. In: Jura, 2017, S. 751. Felix Maultzsch: Die „fehlerhafte Gesellschaft“: Rechtsnatur und Minderjährigenschutz. In: Juristische Schulung, 2003, S. 544.</ref> Entsprechendes gilt bei fehlerhafter Änderung eines wirksam zustandegekommenen Gesellschaftsvertrags, etwa im Rahmen des Beitritts eines neuen Gesellschafters.<ref>Carsten Schäfer: § 705, Rn. 360–376. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Kommt es innerhalb einer Personengruppe nicht einmal zu einem unwirksamen Vertragsschluss, kann die Entstehung einer GbR nicht durch die Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft fingiert werden.<ref>RGZ 165, 193 (204–205). BGHZ 3, 285. BGHZ 11, 190. BGHZ 17, 160. BGH, Urteil vom 14. Oktober 1991, II ZR 212/90 = Neue Juristische Wochenschrift 1992, S. 1501.</ref><ref>Carsten Schäfer: § 705, Rn. 377–378. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Gesellschaftszweck

Als Gesellschaftszweck kommt grundsätzlich jedes gemeinsame Interesse in Frage, das nicht gegen die Rechtsordnung verstößt. So kann die GbR etwa wirtschaftliche, karitative, religiöse oder ideelle Interessen fördern.<ref name="Windbichler" />

Als Gesellschaftszwecke kommen beispielsweise das gemeinsame Bewohnen einer Wohnung als Wohngemeinschaft und das gemeinsame Wetten als Tippgemeinschaft in Frage.<ref>Landgericht Detmold, Urteil vom 8. Juli 2015, 10 S 27/15 = Neue Juristische Wochenschrift 2015, S. 3176.</ref><ref name="Windbichler">{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68059-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68059-5}}

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Die Gesellschafter müssen den Willen haben, sich rechtsverbindlich zur Förderung des gemeinsamen Zwecks zu verpflichten. Fehlt es an einem solchen Rechtsbindungswillen, handelt es sich nicht um eine Gesellschaft, sondern um eine bloße Gefälligkeit. Ob ein Rechtsbindungswille vorliegt, beurteilt sich anhand der Umstände des Einzelfalls.<ref>David Paulus: Die Abgrenzung zwischen Rechtsgeschäft und Gefälligkeit am Beispiel der Tischreservierung. In: Juristische Schulung, 2015, S. 496 (497).</ref>

Durch das Erfordernis des gemeinsamen Zwecks unterscheidet sich die GbR von der Bruchteilsgemeinschaft, bei der mehrere gemeinsam Eigentümer einer Sache sind. Dadurch, dass die Gesellschafter gemeinsam auf die Erreichung des Zwecks hinwirken müssen, unterscheidet sich die GbR weiterhin von partiarischen Rechtsverhältnissen. Hierbei handelt es sich um einen gegenseitigen Vertrag, bei dem eine Partei eine Leistung erbringt und hierfür im Gegenzug am Gewinn des anderen beteiligt wird. Eine häufige Erscheinungsform dieser Geschäftsart ist das partiarische Darlehen.<ref>Anja Steinbeck: Grundfälle zum Personengesellschaftsrecht. In: Juristische Schulung, 2012, S. 10.</ref>

Entstehung im Innen- und im Außenverhältnis

Bei der Entstehung einer Gesellschaft wird zwischen dem Innen- und dem Außenverhältnis unterschieden. Ersteres regelt die Beziehungen der Gesellschafter untereinander. Wann die GbR im Innenverhältnis entsteht, richtet sich maßgeblich nach den im Gesellschaftsvertrag getroffenen Vereinbarungen. Im Außenverhältnis setzt die Entstehung der GbR zusätzlich voraus, dass sie nach außen hin tätig wird ({{#switch: dejure

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Rechts- und Parteifähigkeit der GbR

Rechtsfähigkeit

Der Begriff Rechtsfähigkeit (einer Person) bezeichnet die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Während das Gesetz für andere Rechtsformen die Rechtsfähigkeit ausdrücklich anordnet, so etwa in {{#switch: dejure

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Traditionelle Auffassung

Nach der traditionellen Auffassung, die bis 2001 in der Rechtswissenschaft vorherrschte, handelt es sich bei der GbR um ein bloßes Schuldverhältnis zwischen den Gesellschaftern, nicht hingegen um die Grundlage eines Rechtsträgers. Hiernach ist die GbR nicht rechtsfähig. Handeln die Gesellschafter daher für die Gesellschaft, erwerben sie für sich selbst und ihre Mitgesellschafter Rechte und Pflichten. Kraft des Gesellschaftsvertrags sind sie zu einer Gesamthandsgemeinschaft verbunden, die ihnen Beschränkungen im Umgang mit dem Erworbenen auferlegt.<ref>BGHZ 23, 307 (313). BGHZ 80, 222 (227).</ref>

Für diese Auffassung wurden mehrere Vorschriften des GbR-Rechts angeführt, etwa {{#switch: dejure

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Gruppenlehre

Der traditionellen Lehre steht die Gruppenlehre gegenüber, welche die GbR als eigenständigen Rechtsträger ansieht und ihr daher Rechtsfähigkeit zubilligt.

Für die Rechtsfähigkeit der GbR wird zum einen der praktische Gebrauch dieser Rechtsform angeführt: Oft treten Gesellschaften bürgerlichen Rechts im Rechtsverkehr wie eigenständige Rechtsträger auf. Ferner lassen sich die Rechtsfolgen des Gesellschafterwechsels mit der Gruppenlehre besser erklären. Zudem fügt sich die GbR bei Anerkennung ihrer Rechtsfähigkeit schlüssiger in das Konzept der Personengesellschaften ein, da zahlreiche rechtsfähige Gesellschaften auf der GbR aufbauen. Schließlich hat der Gesetzgeber in jüngeren Gesetzgebungsvorhaben die Rechtsfähigkeit der GbR partiell anerkannt, so etwa in {{#switch: dejure

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Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechtsfähigkeit der GbR in seiner Weißes-Ross-Entscheidung von 2001 teilweise anerkannt und sich dadurch der Gruppenlehre angeschlossen.<ref name="BGH/29JAN" /> Dieses Urteil wurde in späteren Entscheidungen durch den BGH bestätigt.<ref>BGHZ 154, 88.</ref> Die Anerkennung der Rechtsfähigkeit bezieht sich allerdings nur auf die GbR, die am Rechtsverkehr teilnimmt, also auf die Außen-GbR. Keine Rechtsfähigkeit besitzt demgegenüber die Innengesellschaft. Diese nimmt nicht am Rechtsverkehr teil und kann daher lediglich schuldrechtliche Bindungen unter den Gesellschaftern begründen. Um Innengesellschaften handelt es sich häufig beispielsweise bei Konsortien, Praxisgemeinschaften, Nutzungsgemeinschaften, Bauherrengemeinschaften und Ehegattengesellschaften.

Weitere Entwicklungen

Da der BGH die Rechtsfähigkeit in der Entscheidung Weißes Ross nicht umfassend anerkannt hat, ist in der Rechtswissenschaft umstritten, in welchem Umfang die GbR am Rechtsverkehr teilnehmen kann.<ref>Roland Böttcher: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20131203015506

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  }}. In: Anwaltsblatt 2011, S. 1.</ref>

Häufig wurde insbesondere diskutiert, ob die GbR als Eigentümerin eines Grundstücks ins Grundbuch eingetragen werden kann.<ref>Walther Hadding: Zur Rechtsfähigkeit und Parteifähigkeit der (Außen-)Gesellschaft bürgerlichen Rechts sowie zur Haftung ihrer Gesellschafter für Gesellschaftsverbindlichkeiten. In: Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht 2001, S. 712 (724–725). Oliver Knöfel: Rechtszuordnung und Publizität – Teilnahme der Gesellschaft bürgerlichen Rechts am Grundstücksverkehr. In: Archiv für civilistische Praxis 2005, S. 645. Peter Ulmer, Felix Steffek: Grundbuchfähigkeit einer rechts- und parteifähigen GbR. In: Neue Juristische Wochenschrift 2002, S. 330. Christian Armbrüster: Die Entwicklung der Rechtsfähigkeit der GbR. In: Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2013, S. 366.</ref> Vor der Entscheidung Weißes Ross wurden lediglich die Gesellschafter ins Grundbuch eingetragen, da es der GbR nach überwiegender Auffassung an der Grundbuchfähigkeit mangelte: Da anders als bei den Handelsgesellschaften kein Register existierte, in das die GbR mit ihren Gesellschaftern eingetragen wurde, wurde die Eintragung einer GbR ins Grundbuch als zu unbestimmt angesehen.<ref>BayObLG, Beschluss vom 31. Oktober 2002, 2Z BR 70/02 = Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2003, S. 26. OLG Celle, Urteil vom 13. März 2006, 4 W 47/06 = Neue Juristische Wochenschrift 2007, S. 3357. BGH, Beschluss vom 26. Januar 2006, V ZB 132/05 = Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2006, S. 305.</ref> Im Anschluss an die Entscheidung Weißes Ross sprach der BGH Ende 2008 der GbR hingegen Grundbuchfähigkeit zu, sodass sie ohne Nennung ihrer Gesellschafter eingetragen werden durfte. Hierdurch wollte er der GbR die Teilnahme am Grundbuchverkehr erleichtern, da das bisherige Verfahrensrecht die Anerkennung der Rechtsfähigkeit der GbR nicht hinreichend berücksichtigte.<ref>BGHZ 179, 102.</ref> Diese Möglichkeit beschränkte der Gesetzgeber allerdings 2009 durch Neufassung von {{#switch: dejure

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Eine GbR konnte bis 2024 nicht Verwalterin im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes sein, da die Gesellschafter einer GbR mangels Bestehen eines GbR-Registers nicht in hinreichend rechtssicherer Weise erkennbar waren.<ref>BGH, Beschluss vom 26. Januar 2006, V ZB 132/05 = Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2006, S. 305.</ref>

Die GbR ist schließlich erbfähig.<ref>Carsten Schäfer: § 718, Rn. 22. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Personengesellschaftsrechtsmodernisierungsgesetz 2024

Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (MoPeG), das zum 1. Januar 2024 in Kraft trat, wurde die Rechtsfähigkeit der GbR umfangreich ins BGB aufgenommen.({{#switch: dejure

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Außerdem kann eine GbR auf Wunsch der Gesellschafter durch das Gesetz nun in ein Gesellschaftsregister eingetragen werden, hernach sie fortan die Kürzung eGbR, für eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts, tragen muss. Durch die Eintragung in das Gesellschaftsregister kann eine eGbR Verwalterin im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes sein und auch ohne zusätzliche Nennung der Gesellschafter im Grundbuch eingetragen werden. Es besteht keine Pflicht zur Eintragung, sie ermöglicht aber einer GbR erst den Erwerb registrierter Rechte, wie Grundstücke, oder die Fähigkeit, als Gesellschafterin einer anderen Gesellschaft aufzutreten.

Parteifähigkeit

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Verhältnis der Gesellschafter zueinander: Das Innenverhältnis der GbR

Das Gesetz knüpft an die Beteiligung an einer GbR einige Rechte und Pflichten für die Gesellschafter. In weiten Teilen stehen diese zur Disposition der Gesellschafter. Diese können daher im Gesellschaftsvertrag gesetzliche Rechte und Pflichten ausschließen, modifizieren oder neue begründen.

Beitragspflicht

Um den gemeinsamen Gesellschaftszweck zu fördern, müssen die Gesellschafter Beiträge erbringen. Als Beitrag kommt jede Leistung in Frage, durch welche ein Gesellschafter die Erreichung des Gesellschaftszwecks fördern will. Inhalt und Umfang der Beitragspflicht werden durch den Gesellschaftsvertrag bestimmt. Um häufige Beitragsarten handelt es sich bei Geldzahlungen und der Überlassung von Sachen oder Rechten. Ein Beitrag kann aber auch dadurch geleistet werden, dass ein Gesellschafter der GbR seine Arbeitskraft zur Verfügung stellt, indem er etwa ihre Geschäfte führt.<ref>Carsten Schäfer: § 706, Rn. 2–4. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Ein bereits erbrachter Beitrag wird in der Rechtswissenschaft als Einlage bezeichnet.<ref>Rolf Stürner: § 706, Rn. 1. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-71269-2}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-71269-2}}

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Das in {{#switch: dejure

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Das allgemeine Leistungsstörungsrecht findet auf Beitragsleistungen nur insoweit Anwendung, wie es sachgerecht auf das Gesellschaftsrecht übertragbar ist. So kann beispielsweise ein Gesellschafter seine Leistung grundsätzlich nicht nach {{#switch: dejure

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}}{{#if: 320||[Paragraf fehlt]}}{{#if: hgb||[Gesetz fehlt]}} BGB verweigern, weil ein anderer Gesellschafter seiner Beitragspflicht nicht nachkommt. Andernfalls würde die Förderung des Gesellschaftszwecks gefährdet, da jeder Gesellschafter seine Leistung wegen des pflichtwidrigen Handelns anderer Gesellschafter verweigern dürfte. Auch kann § 320 BGB seine Funktion als Druckmittel gegen den nicht Leistenden aufgrund der Vielzahl an Beteiligten regelmäßig nicht erfüllen.<ref name="Kindl-§5,Rn15">{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8329-1995-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8329-1995-5}}

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Geschäftsführung

Gemäß {{#switch: dejure

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Die Geschäftsführungsbefugnis berechtigt grundsätzlich umfassend zur Führung aller Geschäftsangelegenheiten. Sie gibt allerdings kein Recht zur Vornahme von Geschäften, welche die strukturellen Grundlagen der Gesellschaft betreffen oder eine Änderung des Gesellschaftsvertrags erfordern. Hierzu zählt etwa die Aufnahme eines neuen Gesellschafters.<ref>Wolfgang Servatius: § 705, Rn. 73. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}}

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Die Geschäftsführungsbefugnis kann gemäß {{#switch: dejure

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Mitwirkung an der Beschlussfassung

Die GbR bildet ihren Willen durch Beschlussfassung ihrer Mitglieder. Beschlüsse sind in Geschäftsführungsangelegenheiten erforderlich, sofern diese durch mehrere ausgeübt wird. Notwendig sind sie ferner bei Änderungen des Gesellschaftsvertrags und bei Geschäften, welche die Grundlagen der Gesellschaft betreffen.<ref name="Kindl-§8,Rn10">{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8329-1995-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8329-1995-5}}

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Gemäß {{#switch: dejure

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Vereinbaren die Gesellschafter, dass Entscheidungen bereits mit einer Mehrheit der Gesellschafter geschlossen werden können, besteht die Gefahr, dass dies Minderheiten innerhalb der GbR benachteiligt. Um deren Interessen zu schützen, begrenzte die Rechtsprechung die Gestaltungsfreiheit im Gesellschaftsvertrag über einen langen Zeitraum hinweg durch den Bestimmtheitsgrundsatz und die Kernbereichslehre. Der Bestimmtheitsgrundsatz besagt, dass der Gesellschaftsvertrag präzise bestimmen muss, in welchen Angelegenheiten Mehrheitsbeschlüsse möglich sein sollen.<ref>BGHZ 48, 251. BGHZ 85, 350. Rechtsprechungsüberblick bei {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Diesen Grundsatz gab die Rechtsprechung in einem Urteil von 2014 zugunsten der flexibleren allgemeinen Vertragsauslegung auf.<ref>Karsten Schmidt: Anmerkung zu BGH, Urteil vom 21. Oktober 2014, II ZR 84/13. In: Juristische Schulung, 2015, S. 655.</ref> Nach der weiterhin angewandten Kernbereichslehre besteht ein Kern an Gesellschafterrechten, der nicht durch Mehrheitsbeschlüsse verkürzt werden darf. Hierzu zählen etwa die Vermögensrechte.<ref>Carsten Schäfer: § 705, Rn. 93. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-66545-5}}

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Das in {{#switch: dejure

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Kontrollrecht

Gemäß {{#switch: dejure

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Der Anspruch aus {{#switch: dejure

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}}{{#if: 717||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 3 BGB jedoch keine Wirkung, wenn der Gesellschafter einen begründeten Verdacht auf unregelmäßige Geschäftsführung hat.

Haftung für Pflichtverletzungen

Verletzt ein Gesellschafter eine Leistungs- oder eine Rücksichtnahmepflicht aus dem Gesellschaftsvertrag und verursacht hierdurch einen Schaden, muss er diesen ersetzen, soweit er die Pflichtverletzung zu vertreten hat. Grundsätzlich haften Vertragsparteien einander gemäß {{#switch: dejure

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Der Gesetzgeber schuf die Privilegierung des Gesellschafters wegen des engen Verhältnisses unter den Gesellschaftern.<ref>Wolfgang Servatius: § 708 BGB, Rn. 1. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}}

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Treuepflicht

Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit der Gesellschafter in der GbR ist ein gegenseitiges Vertrauens- und Treueverhältnis. Daher sind die Gesellschafter im Verhältnis zueinander und gegenüber der Gesellschaft zu besonderer Rücksichtnahme verpflichtet.<ref>Marcus Lutter: Treupflichten und ihre Anwendungsprobleme. In: Zeitschrift für das gesamte Handels- und Wirtschaftsrecht 1998, S. 164.</ref><ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Über die dogmatische Herleitung dieser Treuepflicht besteht in der Rechtswissenschaft Streit: Nach teilweise vertretener Ansicht handelt es sich um eine Ausprägung des allgemeinen Gebots von Treu und Glauben ({{#switch: dejure

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}}{{#if: 242||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB) dar, das in seinem Umfang über diese Norm hinausgeht.<ref>Joachim Hennrichs: Treupflichten im Aktienrecht. In: Archiv für civilistische Praxis 1995, S. 221.</ref><ref>Harm Westermann: § 705, Rn. 49. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-504-47103-3}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-504-47103-3}}

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Aus der Treuepflicht können sich für den Gesellschafter je nach Interessenlage Handlungs- und Unterlassungspflichten ergeben, deren Verletzung eine Haftung auf Schadensersatz begründen kann.<ref>Wolfgang Servatius: § 705, Rn. 41. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68084-7}}

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Welchen Umfang die Treuepflicht im Einzelfall hat, lässt sich maßgeblich danach beurteilen, in wessen Interesse ein Recht besteht:<ref>Walther Hadding, Eric Kießling: § 705, Rn. 50. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-17-020475-1}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-17-020475-1}}

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Die Treuepflicht wirkt auch im Verhältnis zu Dritten. So begründet sie etwa Wettbewerbsverbote<ref>Christian Armbrüster: Grundlagen und Reichweite von Wettbewerbsverboten im Personengesellschaftsrecht. In: Zeitschrift für Wirtschaftsrecht 1997, S. 261.</ref> und Verschwiegenheitspflichten für die Gesellschafter. Auch müssen diese sich bietende Geschäftschancen zunächst für die Gesellschaft und nicht für sich selbst ergreifen.<ref>Wolfgang Servatius: Treupflichtbindung bei der Sanierung einer Publikums-GbR. In: Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2014, S. 537. Holger Fleischer: Die Geschäftschancenlehre im Recht der BGB-Gesellschaft. In: Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2013, S. 361.</ref>

Gewinnanspruch

Der Gesellschafter hat einen Anspruch auf Beteiligung am Gewinn der GbR aus dem Gesellschaftsvertrag. Inhalt und Durchsetzung dieses Anspruchs werden vorrangig durch den Gesellschaftsvertrag bestimmt. Soweit dieser keine entsprechenden Regelungen enthält, kommen die Vorschriften des GbR-Rechts zur Anwendung.

Gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 718||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB erfolgt die Verteilung von Gewinn und Verlust grundsätzlich mit Abschluss eines Geschäftsjahrs. Bei Gelegenheitsgesellschaften kommt es hierzu erst bei Auflösung der Gesellschaft. Die Anteile der Gesellschafter an einem Gewinn oder Verlust richten sich gemäß {{#switch: dejure

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Rechnungslegung

Die Rechnungslegungs- und Buchführungsvorschriften der GbR ergeben sich unter anderem aus handelsrechtlichen (beispielsweise dem Publizitätsgesetz) und steuerrechtlichen (beispielsweise dem Umsatzsteuergesetz) Vorschriften. Die spezifischen Rechnungslegungsvorschriften des HGB kommen bei der GbR nicht zur Anwendung, da sie sowohl im Falle einer faktischen kaufmännischen Tätigkeit als auch im Falle einer Eintragung in das Handelsregister ihre Eigenschaft als GbR verliert und als OHG zu qualifizieren ist. Es steht einer GbR jedoch frei, freiwillig kaufmännische Bücher zu führen und gegebenenfalls eine Bilanz aufzustellen.

Actio pro socio

Bei der actio pro socio handelt es sich um ein Instrument, mit dem Ansprüche der Gesellschaft gegen einen Gesellschafter (Sozialansprüche) geltend gemacht werden können.<ref>Sebastian Mock: Die Gesellschafterklage (actio pro socio). In: Juristische Schulung, 2015, S. 590.</ref>

Grundsätzlich zählt die Durchsetzung von Gesellschaftsansprüchen zur Geschäftsführung, sodass dies in die Zuständigkeit der geschäftsführungsbefugten Gesellschafter fällt. Mit der actio pro socio können auch solche Gesellschafter Ansprüche der Gesellschaft geltend machen, die nicht geschäftsführungsbefugt sind. Hierbei handelt es sich nach überwiegender Auffassung um eine gesetzliche Prozessstandschaft für die GbR.<ref>Sebastian Mock: Die Gesellschafterklage (actio pro socio). In: Juristische Schulung, 2015, S. 590 (592). Karsten Schmidt: Actio pro socio auf Rückzahlung eigenmächtiger Entnahmen. In: Juristische Schulung, 2000, S. 604.</ref> Sie dient dem Minderheitenschutz: Macht ein geschäftsführungsbefugter Gesellschafter einen Sozialanspruch trotz Aufforderung pflichtwidrig nicht geltend, können die Mitgesellschafter den Anspruch einklagen.<ref>Sebastian Mock: Die Gesellschafterklage (actio pro socio). In: Juristische Schulung, 2015, S. 590 (593).</ref>

Mit der Einführung des MoPeG wurde die Gesellschafterklage im {{#switch: dejure

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Teilnahme der Gesellschaft am Rechtsverkehr: Das Außenverhältnis der GbR

Die GbR kann die Namen aller Gesellschafter mit einem die GbR andeutenden Zusatz führen; eine Pflicht hierzu besteht indessen nicht.<ref name="BGH/29JAN">BGHZ 146, 341.</ref> Mit der Eintragung im Gesellschaftsregister ist die GbR jedoch gemäß {{#switch: juris

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}}{{#if: 707a||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB verpflichtet, den Namenszusatz „eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ oder „eGbR“ zu führen. Sie führt keine Firma im Sinne des Handelsgesetzbuches, da diese gemäß {{#switch: juris

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Stellvertretung

Als Gesellschaft erlangt eine GbR erst durch ihre Stellvertreter die Möglichkeit, rechtserhebliche Handlungen vorzunehmen. Die Stellvertretung setzt gemäß {{#switch: dejure

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Die Vertretungsmacht ergibt sich aus {{#switch: dejure

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}}{{#if: 720||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB. Nach dem gesetzlichen Leitbild der GbR sind die Gesellschafter nur gemeinsam zur Vertretung befugt. Sie können allerdings abweichende Vereinbarungen treffen, etwa Einzelvertretungsmacht.

Bei der Disposition über die Vertretungsbefugnis müssen die Gesellschafter das Prinzip der Selbstorganschaft berücksichtigen, das dem Stellvertretungsrecht der Personengesellschaften zu Grunde liegt.<ref>Thomas Heidel: § 709, Rn. 3–4. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8487-1102-4}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8487-1102-4}}

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Einem Gesellschafter kann die Vertretungsbefugnis gemäß {{#switch: dejure

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Verschuldenszurechnung

Einer GbR wird das Verschulden ihrer Organe in analoger Anwendung des {{#switch: dejure

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Akzessorische Haftung der Gesellschafter

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→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

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Die Gesellschafter einer Außen-GbR haften für Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Dritten unbeschränkt, akzessorisch, primär, unmittelbar und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.<ref>René Kliebisch: Die Haftungsverfassung der Gesellschaft bürgerlichen Rechts – Eine Fallstudie. In: Zeitschrift für das Juristische Studium 2011, S. 445.</ref>

Die Herleitung der Gesellschafterhaftung war bis zur Einführung des MoPeG in der Rechtswissenschaft strittig. Nach der früher vorherrschenden Doppelverpflichtungslehre ergibt sie sich daraus, dass der Gesellschafter, der eine Verbindlichkeit begründet, hierbei alle Mitgesellschafter vertritt und dadurch auch mitverpflichtet.<ref>BGHZ 117, 168.</ref><ref>Walther Hadding, Eric Kießling: § 714, Rn. 9. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-17-020475-1}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-17-020475-1}}

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Wird ein Gesellschafter von einem Gläubiger der GbR in Anspruch genommen, hat er gegen die Gesellschaft einen Ausgleichsanspruch aus {{#switch: dejure

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Die Gesellschafter können ihre Haftung gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 721||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Satz 2 BGB besitzt keine Geltung für die Innengesellschaft, da diese nach außen nicht als GbR in Erscheinung tritt und ihr die Rechtsfähigkeit fehlt. Daher haftet bei ihr lediglich der handelnde Gesellschafter.

Verbrauchereigenschaft

In der Rechtswissenschaft umstritten ist, ob eine GbR Verbraucherin im Sinne des {{#switch: dejure

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Da der Wortlaut des § 13 BGB die Verbrauchereigenschaft auf natürliche Personen beschränkt, gehen einige Stimmen davon aus, dass eine GbR nicht Verbraucherin sein könne.<ref>Peter Krebs: Verbraucher, Unternehmer oder Zivilpersonen. In: Der Betrieb, 2002, S. 517. Karsten Schmidt: Verbraucherbegriff und Verbrauchervertrag – Grundlagen des § 13 BGB. In: Juristische Schulung, 2006, S. 1 (4).</ref> Die Rechtsprechung hält es demgegenüber für grundsätzlich möglich, dass eine GbR Verbraucherin sein kann. Zwar spricht § 13 BGB diese Eigenschaft lediglich natürlichen Personen zu, allerdings diene diese Formulierung allein dem Ausschluss juristischer Personen. Wenn die GbR nur der gesellschaftsrechtliche Zusammenschluss mehrerer natürlicher Personen ist, so dringe die Verbrauchereigenschaft auf diese durch.<ref>BGHZ 149, 80.</ref> Ausgeschlossen sei die Verbrauchereigenschaft demgegenüber, wenn die GbR eine gewerbliche oder selbständige Tätigkeit ausübt oder wenn es sich bei einem Gesellschafter um eine juristische Person handelt.<ref name="BGH/2017-03-30" />

Stellung im Gewerberecht

Inhaltlich kommt bei einer GbR das Gewerberecht nicht zur Anwendung, da die „personelle Zusammensetzung der Gesellschaft zu flüchtig“<ref name="Komment">Landmann, Rohmer: Gewerbeordnung und ergänzenden Vorschriften. Band I: Gewerbeordnung – Kommentar. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76381-6, S. 80 (Randnummer 55 der Kommentierung zu § 14 GewO, Stand: September 2020, Bearbeiter: Dr. Peter Marcks)</ref> ist. GbR stützen sich damit als rechtliches Konstrukt stets auf das bürgerliche Recht.

Im Falle einer Gewerbemeldung nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 14||[Paragraf fehlt]}}{{#if: GewO||[Gesetz fehlt]}} Gewerbeordnung (GewO) muss jeder geschäftsführende Gesellschafter eine solche einreichen, jedoch nicht die GbR selbst, da sie nicht über eine eigene Rechtspersönlichkeit verfügt.<ref name="Komment" /> Der Eintritt eines Gesellschafters wird stets als Beginn eines Gewerbes klassifiziert und ist mit der Pflicht zur Gewerbeanmeldung verbunden.<ref>Landmann, Rohmer: Gewerbeordnung und ergänzenden Vorschriften. Band I: Gewerbeordnung – Kommentar. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76381-6, S. 68 (Randnummer 45b der Kommentierung zu § 14 GewO, Stand: Januar 2016, Bearbeiter: Dr. Peter Marcks)</ref> Eine Ausnahme bilden lediglich GbR, die in die Handwerksrolle eingetragen sind. Hier tritt bei einer Gewerbemeldung auch die GbR selbst als handelnde Person auf, nicht jedoch die einzelnen Gesellschafter. Demnach muss in diesen Fällen auch nur die Gesellschaft als Ganzes eine Gewerbemeldung einreichen.<ref>Landmann, Rohmer: Gewerbeordnung und ergänzenden Vorschriften. Band I: Gewerbeordnung – Kommentar. Verlag C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-76381-6, S. 81 (Randnummer 55a der Kommentierung zu § 14 GewO, Stand: Januar 2016, Bearbeiter: Dr. Peter Marcks)</ref>

Beendigung der GbR

Wollen die Gesellschafter ihre GbR beenden, müssen sie diese auflösen und abwickeln.

Auflösung

Wird eine GbR aufgelöst, bleibt sie als Rechtsträger bestehen. Allerdings ändert sich ihr Gesellschaftszweck: Fortan dient die GbR allein dazu, ihre Entfernung aus dem Rechtsverkehr vorzubereiten.<ref>{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68059-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-406-68059-5}}

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Die Auflösung setzt das Vorliegen eines Auflösungsgrunds voraus. Ein solcher kann sich aus Gesetz oder Vertrag ergeben.

Zeitablauf

Ist die Gesellschaft auf Zeit eingegangen, wird sie automatisch aufgelöst, wenn die vereinbarte Zeit abgelaufen ist ({{#switch: dejure

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Kündigung

Gemäß {{#switch: dejure

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Weiterhin führt die Kündigung der Mitgliedschaft durch einen Gesellschafter zur Auflösung, sofern der Gesellschaftsvertrag dies für diesen Fall vorsieht ({{#switch: dejure

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Tod

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Insolvenz

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}}{{#if: 729||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Nr. 2 BGB hat auch die Insolvenz der Gesellschaft die Auflösung zur Folge. Hierdurch erlangt der Insolvenzverwalter die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis nach {{#switch: dejure

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Weitere Auflösungsgründe

Falls die Gesellschaft alle bis auf einen Gesellschafter verliert, erlischt die Gesellschaft ohne Liquidation ({{#switch: dejure

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}}{{#if: 712a||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 1 BGB). Da eine Personengesellschaft aber aus mindestens zwei Gesellschaftern bestehen muss, hat das Unterschreiten dieser Mindestzahl automatisch die Auflösung der Gesellschaft zur Folge.<ref>{{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3-452-24679-5}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3-452-24679-5}}

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Schließlich können die Gesellschafter weitere Auflösungsgründe in ihrem Gesellschaftsvertrag vereinbaren ({{#switch: dejure

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Liquidation

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Das Abwicklungsverfahren wird vorrangig durch den Gesellschaftsvertrag bestimmt ({{#switch: dejure

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}}{{#if: 736d||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 2 BGB). Sofern hiernach noch Vermögen verbleibt, wird dieses gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 736d||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 6 BGB den Gesellschaftern ausgezahlt; die Höhe des Anspruchs jedes Gesellschafters bemisst sich nach dessen Anteil am Gesellschaftsgewinn. Genügt das Gesellschaftsvermögen demgegenüber nicht zur Erfüllung der Gesellschaftsverbindlichkeiten, verpflichtet {{#switch: dejure

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Gesellschafterwechsel

Aufnahme

Die Aufnahme eines neuen Gesellschafters erfolgt durch Abschluss eines Aufnahmevertrags zwischen den bisherigen Gesellschaftern und dem Eintretenden. Durch den Eintritt mindern sich die Anteile der anderen Gesellschafter im Umfang des dem neuen Gesellschafter zuwachsenden Anteils ({{#switch: dejure

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Der eintretende Gesellschafter haftet für Altverbindlichkeiten der GbR nach {{#switch: dejure

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}}{{#if: 721a||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB. Eine hiervon abweichende Vereinbarungen unter den Gesellschaftern gegenüber Dritten ist unwirksam.

Ausscheiden

Der gesetzliche Regelfall nach {{#switch: dejure

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}}{{#if: 723||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB ist, dass Tod, Insolvenz oder Kündigung eines Gesellschafters nicht zur Auflösung der GbR führen, sondern lediglich der betroffene Gesellschafter aus der GbR ausscheidet. Dies schützt den Fortbestand ihrer GbR.

Anwachsung und Ansprüche des Ausscheidenden

Scheidet ein Gesellschafter aus einer Personengesellschaft aus, wächst sein Anteil am Gesellschaftsvermögen gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 712||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 S. 1 BGB den übrigen Gesellschaftern an. Im Gegenzug sind diese verpflichtet, ihn von den gemeinschaftlichen Schulden zu befreien und ihm die Gegenstände zurückzugeben, die er der Gesellschaft zum Gebrauch überlassen hat. Zwecks Kompensation des Verlusts seines Gesellschaftsanteils hat der Ausscheidende weiterhin einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung ({{#switch: dejure

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}}{{#if: 728||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB). Hierbei handelt es sich um den Betrag, der ihm im Falle der Auflösung der Gesellschaft zugestanden hätte. Er wird unter Zugrundelegung des Werts berechnet, den die Gesellschaft bei ihrer Fortführung hätte. Dieser Wert wird nach der Ertragswertmethode ermittelt. Zur Berechnung dieses als Abfindungsguthaben bezeichneten Betrags erstellen die Gesellschafter eine Abschichtungsbilanz. Im Guthaben gehen die Ansprüche auf Erstattung der geleisteten Einlagen und Auskehrung des erwirtschafteten Überschusses auf. Bei der Regelung über das Abfindungsguthaben handelt es sich um dispositives Recht; gesellschaftsvertragliche Vereinbarungen gehen der gesetzlichen Regelung also vor.

Die von den Abwicklern aufzustellende Bilanz ist Grundlage der abschließenden Auseinandersetzung und bildet das Ende der Abwicklung. Die Anforderungen an die Schlussabrechnung bestimmen sich allein an den konkreten Erfordernissen.<ref>Prütting, Wegen, Weinreich: Kommentar zum BGB. 2. Auflage. 2007, Rdnr. 7 zu § 730 BGB.</ref> Mit Feststellung der Schlussabrechnung durch die Gesellschafter wird ein Anspruch auf das Auseinandersetzungsguthaben eines Gesellschafters fällig.<ref>BGH, Urteil vom 24. Oktober 1994, II ZR 231/93 = Neue Juristische Wochenschrift 1995, S. 188.</ref> Entstanden ist der Anspruch bereits mit Auflösung<ref>BGH, Urteil vom 14. Juli 1997, II ZR 122/96 = Neue Juristische Wochenschrift 12997, S. 3370.</ref> und ist als künftiger Anspruch bereits mit Beginn der Mitgliedschaft abtretbar und aufrechenbar.<ref>BGH, Urteil vom 9. März 2000, IX ZR 355/98 = Neue Juristische Wochenschrift Rechtsprechungs-Report 2000, S. 1295.</ref> Der Anspruch auf das Auseinandersetzungsguthaben richtet sich gegen die GbR und ist aus dem verbleibenden Vermögen zu befriedigen.<ref name="prütt7308">Prütting, Wegen, Weinreich: Kommentar zum BGB. 2. Auflage. 2007, Rdnr. 8 zu § 730 BGB.</ref> Mangels Vermögen der GbR<ref>BGH, Urteil vom 5. Juli 1993, II ZR 234/92 = Zeitschrift für Wirtschaftsrecht 1993, S. 1307.</ref> oder in einer Zweipersonen-GbR<ref>BGH, Urteil vom 14. Dezember 1998, II ZR 360/97 = Neue Juristische Wochenschrift 1999, S. 1180.</ref> kann er auch unmittelbar gegen ausgleichspflichtige Mitgesellschafter durchgesetzt werden.<ref name="prütt7308" /> Beendigt ist die GbR, wenn sie kein Vermögen mehr hat.<ref>BGH NJW 1957, 989</ref> Hat sich später weiteres Vermögen herausgestellt, haben die Gesellschafter eine weitere Auseinandersetzung vorzunehmen.<ref>BGH, Urteil vom 21. Juni 1979, IX ZR 69/75 = Neue Juristische Wochenschrift 1979, S. 1987.</ref>

Genügt das Vermögen der GbR nicht, um die Verbindlichkeiten der GbR und die Einlagen zu decken, trifft den Ausscheidenden gemäß {{#switch: dejure

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Nachhaftung des ausscheidenden Gesellschafters

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Der ausscheidende Gesellschafter haftet nach {{#switch: dejure

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}}{{#if: 728b||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB für Verbindlichkeiten der GbR fort. Diese Nachhaftung ist allerdings auf grundsätzlich fünf Jahre begrenzt.<ref>Ulrich Seibert: Nachhaftungsbegrenzungsgesetz – Haftungsklarheit für den Mittelstand. In: Der Betrieb, 1994, S. 461.</ref>

Ausschluss eines Gesellschafters

Die Gesellschafter können einen Mitgesellschafter gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 727||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} BGB aus der GbR ausschließen. Das setzt voraus, dass in dessen Person ein wichtiger Grund vorliegt.

Die Gesellschafter können zudem vertraglich festlegen, in welchen Fällen ein Gesellschafter ausgeschlossen werden darf. Hierbei dürfen sie nach vorherrschender Auffassung jedoch grundsätzlich nicht gänzlich auf das Erfordernis eines wichtigen Grunds verzichten, da die Ausschlussmöglichkeit ansonsten als unzulässiges Druckmittel genutzt werden könnte.<ref>Jessica Hanke: § 737, Rn. 13. In: {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8487-1102-4}} | {{bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|978-3-8487-1102-4}}

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Bei einer Gesellschaft mit lediglich zwei Gesellschaftern stellt sich das Problem, dass der Ausschluss eines Gesellschafters die Auflösung der Gesellschaft zur Folge hätte, da er das Unterschreiten der notwendigen Mitgliederzahl von zwei zur Folge hat. Gemäß {{#switch: dejure

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}}{{#if: 727||[Paragraf fehlt]}}{{#if: bgb||[Gesetz fehlt]}} Satz 3 BGB ist auch in diesem Fall die Ausschließung möglich.

Literatur

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  • Herbert Fittkau: Die GbR im Umsatzsteuerrecht. Vorteilhafte Gestaltungen, Rechtsschutz, Vermeidung von Risiken. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-503-10667-7.
  • {{#ifexist:Vorlage:bibISBN/{{#invoke:URIutil|plainISBN|3-504-23031-2}}

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  • Kai E. Wünsche: Ansprüche gegen die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und ihre Gesellschafter in der Fallbearbeitung. In: Juristische Schulung, 2024, S. 8–13.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

{{safesubst:#ifeq:0|10| {{#switch: Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Deutschland) |Navigationsleiste|NaviBlock|0=|#default= Vorlage:Templatetransclusioncheck Vorlage:Dokumentation/ruler }}}}Vorlage:Klappleiste/Anfang {{#if: Bundesflagge der Bundesrepublik Deutschland

|

 |

Rechtsformen nach deutschem Recht

Personengesellschaften:
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Öffentliche Rechtsformen:
AöR | KöR | Eigenbetrieb | Regiebetrieb

Sonstige Rechtsformen:
Einzelunternehmer | e. K. | e. V. | Stiftung | VVaG | eG

Rechtsformen nach EU-Recht

Personengesellschaften:
EWIV

Kapitalgesellschaften:
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