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Cham-Schrift

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Datei:National Museum of Vietnamese History42.JPG
Closeup of the inscription on the Po Nagar stele, 965 CE. The stele describes feats by the Champa kings.
Datei:Muzium Negara KL40.JPG
A Champa manuscript recounting the social culture of the Cham community of the early 18th century

Die Cham-Schrift ist eine Abugida, die zum Schreiben der Cham-Sprache verwendet wird, einer austronesischen Sprache, die von einigen 230.000 Menschen des Cham-Volkes in Vietnam und Kambodscha gesprochen wird. Sie wird horizontal von links nach rechts geschrieben.

Geschichte

Die Cham-Schrift ist ein Abkömmling der Brahmi-Schrift Indiens, die ihrerseits von der aramäischen Schrift. Cham war eine der ersten Schriften, die sich aus der südindischen Brahmi-Schrift Vatteluttu irgendwann um das Jahr 200 n. Chr. entwickelte. Sie kam als Bestandteil der Verbreitung des Hinduismus und Buddhismus nach Südindien. Hinduistische Steintempel der Champa-Zivilisation enthalten sowohl Sanskrit- als auch chamische Steininschriften.<ref name="book2">Thurgood, Graham. From Ancient Cham to Modern Dialects: Two Thousand Years of Language Contact and Change (Deutsch: Von der alten Cham-Sprache zu modernen Dialekten: 2000 Jahre Sprachkontakt und -wandel). Honolulu: University of Hawaii Press, 1999.</ref> Die frühesten Inschriften in Vietnam wurden im Mỹ-Sơn-Tempelkomplex gefunden. Datiert um 400 n. Chr. ist die älteste in fehlerhaftem Sanskrit verfasst. Spätere Inschriften wechseln zwischen Sanskrit und der Cham-Sprache jener Zeiten.<ref name="book3">Claude, Jacques. “The Use of Sanskrit in the Khmer and Cham Inscriptions.” (Deutsch: Die Verwendung des Sanskrit in den Khmer- und Cham-Inschriften außerhalb Indiens). In: Sanskrit Outside India (Vol. 7, S. 5–12). Leiden: Panels of the VIIth World Sanskrit Conference. 1991.</ref>

Cham-Könige studierten klassische indische Texte z. B. das Dharmaśāstra und Inschriften nehmen Bezug auf die Sanskrit-Literatur. Schließlich – während die Cham-Sprachen und das Sanskrit sich gegenseitig beeinflussten – übernahm die Cham-Kultur den Hinduismus und Cham-Leute waren endlich in der Lage die Hindu-Religion angemessen in ihrer eigenen Sprache auszudrücken.<ref name="book3" /> Mit dem 8. Jh. n. Chr. war die Cham-Schrift dem Sanskrit entwachsen und die Cham-Sprache war in vollem Gebrauch<ref name="book1" />. Die meisten erhaltenen Handschriften konzentrieren sich auf religiöse Rituale, epische Schlachten und Gedichten, sowie Mythen<ref name="book3" />.

Moderne Cham-Sprachen besitzen die südostasiatischen Sprachbund-Charakteristika der Einsilbigkeit (Monosyllabizität), Tonalität und Glottalisierung. Trotzdem haben die Cham-Sprachen das südostasiatische Festland zweisilbig und nicht-tonal erreicht. Die Schrift musste verändert werden, um diesen Veränderungen gerecht zu werden<ref name="book2" />.

Das Volk der Cham lebt derzeit in zwei Gruppen: Die Westlichen Cham in Kambodscha und die Östlichen Cham (Phan Rang Cham) in Vietnam. Im ersten Jahrtausend n. Chr. waren die Cham-Sprachen eine Dialektkette entlang der vietnamesischen Küste. Das Aufbrechen dieser Kette in distinkte Sprachen ereignete sich, nachdem die Vietnamesen südwärts drängten und das Cham-Volk dazu brachten, sich in das Hochland zurückzuziehen, wobei einige wie z. B. die Phan Rang Cham Teil der von den Vietnamesen beherrschten Gesellschaft in der Tiefebene wurden. Die Trennung des Cham-Volkes in zwei Ethnien vollzog sich unmittelbar nach dem Sturz der Hauptstadt durch die Vietnamesen<ref name="book2" />. Beide verwenden distinkte Varietäten der Cham-Schrift, wobei die westlichen Cham überwiegend Muslime<ref>Trankell & Ovesen 2004</ref> sind und ihre Sprache heutzutage bevorzugt in arabischer Schrift schreiben. Die östliche Gruppe besteht hauptsächlich aus Hindus welche weiterhin die Cham-Schrift nutzen. Während der französischen Kolonialzeit mussten beide Gruppen das Lateinische Alphabet benutzen.

Gebrauch

Die Schrift wird hochgeschätzt in der Cham-Kultur, was aber nicht bedeutet, dass viele Leute sie erlernen. Es gab Bemühungen die Rechtschreibung zu vereinfachen und das Erlernen der Schrift zu fördern, aber diese waren nur begrenzt erfolgreich<ref>Blood 1980a,b, 2008, Brunelle 2008</ref>. Traditionell lernten Jungen die Schrift im Alter von ca. 12 Jahren, als sie alt und stark genug waren, den Wasserbüffel zu hüten. Frauen und Mädchen jedoch lernten üblicherweise nicht lesen<ref name="book1">Blood, Doris E. "The Script as a Cohesive Factor in Cham Society" (Deutsch: Die Schrift als verbindender Faktor in der Gesellschaft der Cham). In Notes from Indochina on ethnic minority cultures. Ed. Marilyn Gregerson. 1980 p35-44</ref>.

Struktur

Als Abugida schreibt Cham nur die einzelnen Konsonanten ergänzt durch obligatorische diakritische Zeichen für Vokale, die den Konsonanten angefügt werden.

Datei:Chamscript.png
Die östliche Cham-Schrift. Nasale Konsonanten sind aufgeführt sowohl unmarkiert als auch mit dem diakritischen Zeichen kai. Die Vokaldiakritika stehen neben einem Kreis, der ihre Position relativ zu irgendeinem Konsonanten anzeigt.

Die meisten Konsonantenbuchstaben, z. B. <templatestyles src="IPA/styles.css" />{{#if:|[}}[b]{{#if:

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Cham-Wörter enthalten nur Vokalsilben oder Konsonant-Vokal-(Konsonant)-Silben(V und CV(C)). Es gibt einige Schriftzeichen für Endkonsonanten in der Cham-Schrift; andere Konsonanten erhalten einfach einen längeren Schweif auf der rechten Seite, um das Fehlen eines Endvokales anzuzeigen.<ref name="book1" />

Unicode

Der Unicode-Block für die Cham-Schrift Cham ist U+AA00 .. U+AA5F. Graue Schattierung zeigt nicht-zugeordnete Codepoints an.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Blood, Doris (1980a). Cham literacy: the struggle between old and new (a case study). Notes on Literacy 12, 6–9.
  • Blood, Doris (1980b). The script as a cohesive factor in Cham society. In Notes from Indochina, Marilyn Gregersen and Dorothy Thomas (eds.), 35–44. Dallas: International Museum of Cultures.
  • Blood, Doris E. 2008. The ascendancy of the Cham script: how a literacy workshop became the catalyst. International Journal of the Sociology of Language 192:45-56.
  • Brunell, Marc. 2008. Diglossia, Bilingualism, and the Revitalization of Written Eastern Cham. Language Documentation and Conservation 2.1: 28–46. (Web based journal)
  • Moussay, Gerard (1971). Dictionnaire Cam-Vietnamien-Français. Phan Rang: Centre Culturel Cam.
  • Trankell, Ing-Britt and Jan Ovesen (2004). Muslim minorities in Cambodia. NIASnytt 4, 22–24. (Also on Web)

Weblinks

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