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Brauerei Schwelm

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Datei:Schwelm Brauerei Verwaltungsgebäude.jpg
Das Verwaltungsgebäude (Bergische Bauweise, 2020 abgerissen)
Datei:Br schwelm.jpg
Blick auf die Brauerei Schwelm
Datei:Neueres Schwelmer-Glas und älterer Schwelmer-Krug.jpg
Neueres Schwelmer-Glas und älterer Schwelmer-Krug

Die Brauerei Schwelm Dr. Lohbeck GmbH & Co. KG<ref>unternehmensregister.de. Amtsgericht Hagen, HRA 4151. Abgerufen am 4. Januar 2021.</ref> war eine 1830 gegründete Privatbrauerei in Schwelm, Nordrhein-Westfalen und bestand bis 2011.

Geschichte

1830 wurde vom Gastwirt Johannes Klein (1808–1878) in Schwelm eine kleine Brauerei gegründet, die er 1867 an die beiden Unternehmer Friedrich Wilhelm Heinrich Wortmann und Heinrich Kathagen verkaufte. 1896 verkauft Kathagen seinen Anteil an Carl Bröking. Ab 1897 stellte die Brauerei Bier nach Pilsner Brauart unter dem Namen „Schwelmer Alt-Pils“ (später „Schwelmer Ur-Pils“) her.

1904 stellte die Brauerei Schwelm, als eine der ersten Brauereien der Welt, ihre Produktion von Holzfässern auf eiserne Emaillegefäße der Firma Schwelmer Eisenwerk Müller & Co. um. Von 1970 bis 1993 ist Walter Prestel (1928–2009) geschäftsführender Gesellschafter der Brauerei. Im Jahr 1997 verkauften die Haarmann-Familien ihre Anteile an das Unternehmen Bier Schneider in Hagen, diese wiederum gaben ihre Anteile an die Brauerei C & A Veltins weiter, die dann 2000 die Schließung der Brauerei Schwelm bekanntgab.

Kunden und dem Unternehmen nahestehende Anwohner suchten nach anderweitigen Lösungen. Kurz darauf investierte das Schwelmer Unternehmerpaar Heidrun und Rolf Lohbeck in die Brauerei und konnte sie so vor der Schließung bewahren. Ein Jahr später wurde die Brauerei durch Investitionen in Höhe von ca. 5 Mio. Euro saniert. Sie bekam eine neue Abfüllanlage und eine neue Lagerhalle. Der mittlerweile gegründete Schwelmer-Fanclub zählt 11.000 Mitglieder.

Seit 2002 wurde das Schwelmer Bier in Bügelflaschen verkauft, weiterhin wurde die Produktpalette um Biermischgetränke, Weizenbier und Malzbier erweitert. Die Brauerei exportierte ihr Bier auch in die USA und gründete zu diesem Zweck eine eigene Vertriebsgesellschaft.

Zur Brauerei Schwelm gehörte auch die 1808 von Carl Levering gegründete Kornbrennerei Levering, die seither den Kräuterlikör Ossenkämper herstellt.

Ab November 2007 brachte „Schwelmer“ die Biersorte Trassengold heraus. Es wird ausschließlich in den Wuppertaler akzenta-Märkten verkauft und dient der Unterstützung der Wuppertaler Nordbahntrasse.

Insolvenz

Der Absatz reduzierte sich 2008 um 18 Prozent und 2009 um weitere 15 Prozent. Trotz Investitionen im Jahr 2009 und längeren Arbeitszeiten der Beschäftigten ohne Lohnausgleich schrieb das Unternehmen im Jahr 2009 rote Zahlen. Aus diesem Grund wurde am 16. September 2009 ein Insolvenzantrag gestellt.<ref>insolvenzbekanntmachungen.de. Amtsgericht Hagen, Az. 100 IN 156/09. Abgerufen am 4. Januar 2021.</ref> Vorerst ging der Betrieb weiter, das Insolvenzkapital war noch bis Ende November 2009 ausreichend.<ref>Westdeutsche Zeitung (online) vom 16. September 2009</ref>

Am 6. Juli 2011 wurde durch den Insolvenzverwalter Manfred Gottschalk bekannt gegeben, dass die Brauerei mit 32 Mitarbeitern nicht mehr gerettet werden könne und zum 30. September 2011 den Betrieb einstellen werde. Begründet wurde der Schritt mit der Entscheidung der Großkunden, das Schwelmer Bier aus ihrem Sortiment zu nehmen.<ref>Aus für die Schwelmer Brauerei. Der Westen, 6. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 9. Juli 2011; abgerufen am 6. Juli 2011.</ref><ref>Christina Fahrenhorst: Schade um das schöne Bier. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 7. Juli 2011, abgerufen am 19. Juli 2011.</ref>

Kurz darauf hatte sich eine Facebookgruppe zum Erhalt der Schwelmer Brauerei gegründet, die einen Investor zum Erhalt der Brauerei und der dortigen Arbeitsplätze suchte. Die Gruppe hatte knapp 8.000 Mitglieder, die sich aktiv in örtlichen Aktionen, unter anderem Demonstrationen und sog. „Fläsch-Plöpps“ für den Erhalt der Traditionsmarke einsetzte.<ref>Artikel im Remscheider General-Anzeiger. In: rga-online.de. 8. August 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. November 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rga-online.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref>bruchmann-media.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Belegschaft der Schwelmer Brauerei ruft zur Solidarität auf (Memento vom 6. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref><ref>schwelm.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stellungnahme des Bürgermeisters Jochen Stobbe zur Schließung der Brauerei Schwelm (Memento vom 27. August 2011 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 7. Januar 2014 im Internet Archive) Initiative für den Erhalt der Schwelmer Brauerei</ref> Am 17. August 2011 wurde ein „Verein für Erhalt und Förderung der Schwelmer Brautradition“ gegründet.<ref>http://www.schwelmbrau.de/</ref> Ab Mai 2012 betrieb eine SchwelmeBräu GmbH & Co. KG die Brauanlage im LWL-Freilichtmuseum Hagen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Schwelmebräu betreibt die Brauerei im Freilichtmuseum Hagen (Memento vom 27. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref>

Am 15. November 2011 wurde das Inventar der Verwaltung, diverse technische Anlagen z. B. aus dem Sudhaus und der Gärtechnik und die Abfüllanlage öffentlich versteigert.<ref>Wochenkurier vom 16. November 2011</ref> Damit ist eine Wiederaufnahme des Brauereibetriebs ausgeschlossen.

Im Juni 2012 wurde mit dem Abriss der neueren Gebäude begonnen, nur die denkmalgeschützten Gebäude bleiben erhalten. 2020 erfolgte der Abriss des Verwaltungsgebäudes.<ref>Westfälische Rundschau vom 23. September 2020</ref> Das Insolvenzverfahren dauert noch an.<ref>Marc Chudaska M.A.: "Schwelmer Brauerei. Chronik einer Brauerei", in: "Bergischen Blättern, 26. September 2015".</ref>

Gründung eines Vereins „Brauerei Schwelm“ e.V.

Am 11. November 2023 setzten sich 15 Bürger aus Schwelm zusammen und gründeten einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, das noch vorhandene denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Brauerei Schwelm zu erhalten und in Stand zu setzen. Mit dem zeitgleich vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufene Programm "3. Orte" sollte ein Förderkonzept finanziert werden, dass dem Verein einen Start und die Entwicklung eines sogenannten 3. Ortes "Brauerei Schwelm" ermöglichte. Nach Erhalt der ersten Förderstufe konnte ein Konzept zur Umsetzung und zum Erhalt des ehemaligen Brauereigebäudes erarbeitet werden.<ref>BrauereiSchwelm – Verein zum Erhalt und zur Belebung der Brauerei Schwelm. Abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Im August 2025 erhielt der Verein und das Projekt dann die Zusage zur zweiten Förderstufe des Programms 3. Orte und damit die Chance einen Teil der Gebäudesubstanz zu einem Veranstaltungsraum mit Café zu entwickeln. Diese Förderphase dauert drei Jahre und wird finanziell durch das Ministerium unterstützt.<ref>Dritte Orte. Abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Seit Juni 2025 besteht der Vorstand des Vereins aus sechs Mitgliedern (1. Vorsitzender Udo Stichling, 2. Vorsitzender Ralf Stoffels, Kassenwartin Jutta Hix, Beisitzer: Dirk Ständeke, Daniela Weithe und Christian Heerdt.)<ref>BrauereiSchwelm – Verein zum Erhalt und zur Belebung der Brauerei Schwelm. Abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Der Verein hat 2025 nach zwei Jahren über 300 Mitglieder und wird von der Schwelmer Bevölkerung sowie dem Stadtrat unterstützt.<ref>CDU-Stadtverband Schwelm: Zukunft Historische Brauerei Schwelm. Abgerufen am 4. September 2025.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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Koordinaten: 51° 17′ 6″ N, 7° 17′ 39″ O

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