Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Bachkantate – Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie Zum Inhalt springen

Bachkantate

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bach-Kantate)

Bachkantate (auch „Bach-Kantate“) ist eine häufig verwendete Bezeichnung für die Kantaten von Johann Sebastian Bach (1685–1750). Von ihm sind – neben vielen anderen vokalen und instrumentalen Werken – 200 Kirchenkantaten und 25 weltliche Kantaten erhalten (siehe Liste). Das Wort „Cantata“ selbst wurde von Bach allerdings nur für rein solistische Werke verwendet; fast alle anderen geistlichen Kantaten überschrieb er mit „Concerto“ (und einige wenige mit „Dialogus“). Zur Entstehungszeit war eine Kantate in den größeren Städten Deutschlands regelmäßig Teil des lutherischen Sonntagsgottesdienstes.

Geistliche Kantaten

Frühe Werke

Von den erhaltenen Kantaten Bachs entstanden sechs in seiner Mühlhausener Zeit oder den ersten Weimarer Jahren. Sie sind Gelegenheitswerke und schon daher in Charakter und Besetzung sehr unterschiedlich. Die Kantaten BWV 71, BWV 131 und BWV 150 stehen eindeutig mit der Anstellung in Mühlhausen (1707 bis 1708) in Verbindung;<ref name="krummacher 1 17" /> die anderen drei (BWV 106, BWV 4 und BWV 196) sind zeitlich schwerer einzuordnen. Alle sechs folgen stilistisch noch der Tradition des „Geistlichen Konzerts“ eines Heinrich Schütz, Samuel Scheidt, Johann Hermann Schein, Johann Schelle oder Dietrich Buxtehude.<ref name="dürr 1 13" /> Datierbar sind sie nach heutigem Wissen wohl nur mit Mitteln der Stilkritik.<ref name="rampe neüe" />

Weimar

Ab 1708 war Bach ein zweites Mal in Weimar angestellt – als Kammermusiker und Hoforganist. Anfang März 1714 wurde er zusätzlich zum Konzertmeister ernannt und erhielt den Auftrag, einmal im Monat ein neues Werk zu schreiben und aufzuführen. So entstanden in einem weitgehend regelmäßigen Turnus insgesamt etwa zwanzig Kantaten für den Sonntagsgottesdienst – bis im Dezember 1716, als Bach erfuhr, dass er nicht Nachfolger des Kapellmeisters Johann Samuel Drese werden würde, worauf er offenbar die Arbeit an Kirchenkantaten abbrach.<ref name="dürr 1 28" /><ref name="rampe neüe 61" />

Fast allen Weimarer Kantaten liegt ein Text des Hofdichters Salomon Franck zugrunde. Dessen Texte und damit auch Bachs Vertonungen folgen einem neuen Typ, der bereits Rezitative und Da-capo-Arien kennt, als Übernahmen aus der italienischen Oper.

Für seine Kantatenaufführungen standen Bach in Weimar neben dem Kapell- und dem Vizekapellmeister vier Geiger und ein Fagottist zur Verfügung, sowie sieben Militärmusiker (die vermutlich nicht nur Trompete und Pauken spielten) und eine Anzahl von Pagen mit weiteren Instrumenten. Es gab sieben reguläre Sänger (zwei Diskantisten, ein Altist, zwei Tenöre und zwei Bassisten); hinzu kamen zwei weitere Sänger (ein Altist und ein Bassist) und acht Chorsänger aus dem Gymnasium.<ref name="wolff jsb 171"/><ref name="rampesackmann orchester 33" />

Aufführungsort war die neu renovierte Weimarer Schlosskapelle, genannt „Himmelsburg“; diese hatte eine große Öffnung in der Decke mit einer Balustrade, wo sich die Orgel befand und die Musiker Platz nahmen. Die Sänger und Instrumentalisten waren daher für die Zuhörer unsichtbar.<ref name="wolff jsb 174" /><ref name="rampesackmann orchester 33" /> Wohl auch wegen der räumlichen Enge waren die Kantaten dieser Periode nicht so groß besetzt (mit zwei Ausnahmen, BWV 63 und BWV 31, die möglicherweise zur Aufführung in der Stadtkirche vorgesehen waren).<ref name="wolff jsb 179" /> Bach wird hier wohl nur einen solistisch besetzten Chor eingesetzt haben.<ref name="dürr 1 228" /> Auch scheint es, dass er etwa ab Ostern 1715 kleinere Besetzungen verwendete – möglicherweise nach schlechter Erfahrung mit den Fähigkeiten seiner Musiker.<ref name = "glöckner unzulänglichkeiten 391" />

Köthen

In Köthen, einem reformierten Hof, wurden im Gottesdienst grundsätzlich keine Kantaten aufgeführt – Bach hatte also während seiner Anstellung dort (1717 bis 1723) keinerlei regelmäßige kirchenmusikalische Verpflichtungen. Immerhin wurde mindestens einmal eine Kirchenkantate zum Geburtstag des Fürsten in Auftrag gegeben.<ref name="dürr 1 34" />

Im Jahr 1713 hatte der Hof sechs Musiker der gerade aufgelösten Berliner Hofkapelle engagiert, so dass dort 1717 bei Bachs Übernahme eine erstklassige Kapelle zur Verfügung stand. Sie umfasste 16 Mitglieder – hauptsächlich Streicher. Die wenigen, nur in Umarbeitungen erhaltenen weltlichen Kantaten scheinen alle den Streichern nur ein einzelnes Blasinstrument hinzugefügt zu haben.<ref name="wolff jsb 217"/> Auch gab es am Hof offenbar keine Sänger in Festanstellung – bei Bedarf wurden Gastmusiker verpflichtet, und Bach fordert in den Kantaten dieser Zeit immer nur einen oder (meist) zwei Solosänger. Erst 1720 wurden die Schwestern Monjou („zwei Singe-Jungfern“) für ein Jahr verpflichtet, anschließend dann Anna Magdalena Wilcke.<ref name="wolff jsb 214"/>

Erste Leipziger Jahre

In Leipzig (ab 1723) gehörte die wöchentliche Aufführung einer Kantate im Sonntagsgottesdienst zu Bachs Dienstpflichten. In den ersten zwei Jahren seiner Amtszeit versuchte er daher aktiv, sich ein umfangreiches Kantatenrepertoire zu schaffen; er führte mit kleinen Ausnahmen jede Woche eine neue Kantate auf und nahm sich erst für seinen dritten Jahrgang deutlich mehr Zeit.<ref name="blanken 3.jg" /> Geeignete Werke aus Weimar und Köthen arbeitete er im Parodieverfahren um, vor allem durch Anpassung der Texte. Nachdem Bach sich so in den ersten Jahren einen Vorrat an Werken für die sonntäglichen Aufführungen geschaffen hatte, schrieb er spätestens ab 1729 kaum noch neue Kirchenkantaten.

Für die wöchentlichen Aufführungen standen neben sieben Stadtpfeifern, deren Lehrlingen und einem Gesellen<ref name="wolff welt3 18"/> auch die Schüler der Thomasschule sowie möglicherweise die der Nicolaischule<ref name="rampe besetzung 317" /> zur Verfügung. Hinzu kamen mehrere Gruppen von Freiwilligen: ehemalige Schüler („Alumni“), Externe (Schüler, die nicht im Internat wohnten, wie Bachs eigene Söhne),<ref name="rampe besetzung 316" /><ref name="heyder aufführung 52" /> Studenten der Universität und Bachs Privatschüler. Geleitet wurden die Aufführungen durch Bach selbst oder einen Präfekten.<ref name="maul zweyganzerjahr" />

Für einen barocken Komponisten wie Bach war eine Kantate nicht ein „Werk“, das eine im heutigen strengen Sinne „finale Version“ erreicht haben könnte und in dieser Form dann „urtextgetreu“ aufzuführen gewesen wäre.<ref>Lydia Goehr: The Imaginary Museum of MUSICAL WORKS, Revised edition, 2007, ISBN 978-0-19532478-5, darin Kapitel 7 (S. 176–204): Musical Production without the Work-Concept</ref> Es war unmittelbar auf den Zweck der Aufführung gerichtet und wurde für die nächste Aufführung angepasst, wo notwendig.<ref name="dürr kirchenmusik 67" /><ref name="dürr bachbild 183" /> Bei jährlich wechselnden Schülern und Studenten in Leipzig konnte es leicht passieren, dass zwei oder drei Jahre später ein guter Altist oder ein Spieler für ein bestimmtes Instrument nicht zur Verfügung stand, so dass Bach entsprechend umdisponieren musste.<ref name="schering kirchenmusik 8" /> Ohne dies in der Partitur zu vermerken, ließ er Stimmen für alternative Instrumente ausschreiben oder auch für andere Stimmlagen, setzte eine größere oder kleinere Zahl von Sängern für den Chor ein, ließ einen schwachen Sänger durch ein mitgehendes Instrument oder einen zweiten Sänger stützen oder fertigte für Blechbläser zusätzliche Füllstimmen an. Wollte er einen jungen Sänger auf größere Aufgaben vorbereiten, so musste er ihn zunächst einmal mit einem Rezitativ betrauen, das sein danebenstehender Mitschüler hätte besser machen können. Die Aufführungen mussten weitgehend ohne Proben auskommen, im Winter in einer ungeheizten Kirche, mit fehlerhaften und nie korrigierten Noten und manchmal auch mit alkoholisierten Spielern.<ref name="dürr imperfectis" /><ref name="glöckner unzulänglichkeiten" /><ref name="weidenfeldschleunig methoden" />

Nicht jedes Werk aus Bachs Leipziger Zeit muss auch unbedingt für Leipziger Verhältnisse geschrieben worden sein – Bachs enge Verbindung beispielsweise zum Dresdner Hof lässt zumindest für seine Messkompositionen und weltlichen Kantaten die Möglichkeit zu, dass sie zunächst für eine Aufführung dort vorgesehen waren.<ref name="emans lateinische 215"/><ref name="horn dresdner"/>

Spätere Leipziger Zeit

Nach 1726 scheint Bach nur noch vereinzelt neue Kantaten komponiert zu haben;<ref name="geck bach 174" /> er konzentrierte sich nun zunächst vor allem auf seine Clavierwerke. Für die regelmäßigen Kantatenaufführungen griff er auf den bestehenden Fundus zurück, aber auch auf Werke anderer Komponisten, darunter Johann Ludwig Bach<ref name="scheide vetter" /><ref name="dürr 1 52" /> und Gottfried Heinrich Stölzel.<ref name="pfau stölzel" /><ref name="glöckner stölzel" /> Auch Kantaten seiner Söhne könnten bei diesen Gelegenheiten aufgeführt worden sein.<ref name="blanken 3.jg 87" />

1729 übernahm Bach das studentische Collegium musicum, mit dem er in der Messezeit ein- bis zweimal pro Woche auftrat, meist im Zimmermannschen Kaffeehaus oder dem zugehörigen Garten. Durch den intensiveren Kontakt mit Musikern wurde es Bach leichter, auch für seine sonntäglichen Kantatenaufführungen Instrumentalisten und Sänger zu gewinnen.

Eine bisher noch wenig erforschte Nebentätigkeit Bachs bestand aus dem Verleih von Partituren und Stimmen seiner geistlichen Vokalwerke, wohl zur Miete.<ref name="maulwollny quellen" /><ref name="maul verbreitung" />

Weltliche Kantaten

Bachs Nekrolog<ref name="nekrolog" /> nennt in der Liste der Werke unter Punkt 2 einzelne „Dramata, Serenaden, Geburts-Namenstags- und Trauermusiken, Brautmessen, auch einige komische Singestücke“. Damit waren Kantaten und kantatenähnliche Werke für Einzelveranstaltungen gemeint, nicht für die sonntägliche Regelaufführung.

Diese Kompositionen entstanden zum allergrößten Teil als Auftragswerk für einen konkreten Anlass, so dass oft nur wenig Möglichkeit für eine zweite Aufführung bestand – daher Bachs Gewohnheit, Einzelsätze später immer wieder in geistliche Kantaten zu übernehmen. Andererseits erklärt dies die schlechte Überlieferung (die Zahl der belegten weltlichen Kantaten übersteigt bei weitem die der tatsächlich erhaltenen).<ref name="dürr 1 23" />

Anlass ist hier meist die Huldigung eines Fürsten; Textinhalt und Handlung sind häufig anspruchslos. Oft treten in diesen Fällen dem Zeitgeschmack entsprechend Gestalten der Mythologie als Handlungsträger auf.

Weltliche Kantaten vor Leipzig

Die früheste, nur fragmentarisch erhaltene weltliche Vokalkomposition Bachs dürfte das Hochzeits-Quodlibet BWV 524 sein, das spätestens in die Jahre 1705 bis 1708 datiert wird<ref name="beißwenger weltliche 205" /> – allerdings ist es noch keine Kantate. Eine echte Kantate ist dann „Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd“, die 1713 in Weißenfels und später in Weimar aufgeführt wurde.<ref name="dürr 2 645" />

Von diesem Werk abgesehen, sind weltliche Kantaten erst für Bachs Köthener Zeit nachweisbar – dort bestand ein wesentlicher Teil von Bachs Amtspflichten in der Komposition und Aufführung je einer Huldigungskantate zum Geburtstag Fürst Leopolds (am 10. Dezember) sowie zu Neujahr. Bis auf eine einzige (BWV 173) ist keine dieser Kompositionen erhalten, und nur ein Teil davon ist belegt.

Weltliche Kantaten aus Bachs Leipziger Zeit

Bachs Pflichten als städtischer Musikdirektor umfassten die regelmäßige Aufführung von Kirchenkantaten; zu weltlichen Kantaten war er in keiner Weise verpflichtet. Dennoch entstanden derartige Werke in seiner gesamten Leipziger Zeit immer wieder, fast ausschließlich als Auftragskompositionen. Einige davon besitzen eine ausgearbeitete Handlung und sind dann meist als „Dramma per Musica“ bezeichnet (Beispiele sind BWV 213 und BWV 214, deren Sätze später in das Weihnachtsoratorium eingingen).<ref name="dürr 2 662,665" />

Viele weltliche Kantaten der Leipziger Zeit haben eine eher große, repräsentative Besetzung und konnten von Bach eigentlich nur mit dem „Collegium musicum“ aufgeführt werden, so dass besonders viele dieser Werke wohl in den beiden Perioden entstanden sein dürften, wo ihm dieses zur Verfügung stand. Zu den Anlässen gehörten Festmusiken für das kurfürstlich-sächsische Herrscherhaus<ref name="dürr 2 659" /><ref name="beißwenger weltliche" /> und Feiern der Universität Leipzig.<ref name="dürr 2 677" /><ref name="beißwenger weltliche 249" /> Auch Leipziger Schulen, der Rat der Stadt, Adelige und einzelne Bürger gaben für ihre Veranstaltungen repräsentative Kantaten in Auftrag<ref name="dürr 2 689" /><ref name="beißwenger weltliche 241" /> – zu letzteren gehört die „Bauernkantate“ (Bachs späteste datierbare Kantate überhaupt)<ref name="dürr 2 696" /> sowie einige Hochzeitskantaten.<ref name="dürr 2 700" /><ref name="beißwenger weltliche 255" />

Einige wenige Kantaten könnte Bach ohne einen formellen Auftrag geschrieben haben, sozusagen in „eigener Sache“: BWV 201 und die „Kaffeekantate“ (BWV 211), für die Aufführungen in Zimmermanns Kaffeehaus naheliegend sind.

Auch in weltlichen Kantaten kommen immer wieder vierstimmige Chöre vor. Dass bei den Aufführungen des „Collegium musicum“ (das nur aus männlichen Studenten bestand) im Chor Frauen mitgesungen hätten, ist nur schwer vorstellbar, und ganz sicher nahmen hier nicht die Schüler des Gymnasiums teil. Die beiden Oberstimmen dürften also im Regelfall ausschließlich durch männliche Falsettisten ausgeführt worden sein – was auch ein Licht auf die starke Verbreitung dieser Gesangstechnik im Zeitalter des Barock wirft.<ref name="schering kirchenmusik 41" />

Erkenntnisse und offene Fragen der Bachforschung

Hier soll ein Blick auf einige typische Fragen geworfen werden, mit denen sich die Bach-Forschung seit etwa 1946 beschäftigt hat und die Bachs Kantaten betreffen. Einige der Themen haben über die Jahre eine hohe Bedeutung erlangt – auch, weil viele Diskussionen bis heute nicht abgeschlossen werden konnten.

Werkausgaben

Die erste große wissenschaftliche Herausforderung der Bachforschung war die Gesamtausgabe aller seiner Werke („BGA“) – zu diesem Zweck war 1850 die Bach-Gesellschaft Leipzig gegründet worden. Gleich der erste Band 1851 enthielt zehn Kantaten; zwischen anderen Werke erschienen immer wieder Bände mit zehn Kantaten, bis 1899 die Edition abgeschlossen war (und sich die Bach-Gesellschaft auflöste).

Veröffentlicht wurden die Kantaten in mehr oder weniger zufälliger Reihenfolge (zunächst alle geistlichen, dann die weltlichen); sie wurden dabei fortlaufend durchnummeriert. Diese Nummerierung setzte sich schnell durch und wurde 1950 im neu erscheinenden Bach-Werke-Verzeichnis beibehalten.<ref>In der Literatur wird manchmal Alfred Dörffel als Autor der Kantatennumerierung genannt; dies konnte nicht belegt werden.</ref>

Zu Beginn stand noch keine hochentwickelte Methodik zur Verfügung; erst Philipp Spitta nahm 1873/1880 in seiner Bach-Biographie – für die Musikwissenschaft wohl als Erster – Untersuchungen der Papierarten und Wasserzeichen vor.<ref name="dadelsen chronologie 16" /> Die wissenschaftlichen Methoden und Möglichkeiten entwickelten sich erst parallel zu den Fortschritten des Projekts, so dass nach dessen Abschluss dessen Schwächen deutlich wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Wunsch nach einer verbesserten Ausgabe auf, die aktuellen Standards genügte. Die Neue Bach-Ausgabe („NBA“), ein von 1954 bis 2007 gemeinsam vom Johann-Sebastian-Bach-Institut in Göttingen und vom Bach-Archiv Leipzig durchgeführtes Projekt, konnte verbesserte Standards entwickeln und diskutierte jede einzelne editorische Entscheidung in einem separaten kritischen Bericht. Allein die Kantaten umfassen 46 Bände, die meist jeweils die Kantaten eines bestimmten Sonn- oder Festtags enthalten.<ref name="bärenreiter doku" />

Neuere Erkenntnisse führten auch hier nach der Fertigstellung zu dem Wunsch nach Revisionen; so ist bereits ein Band mit Weimarer Kantaten erschienen und einer mit „Vor-Weimarer“ Kantaten angekündigt.<ref name="bärenreiter ankündigung" /> Diese aktuelle Ausgabe wird mit dem Kürzel „NBArev“ bezeichnet.

Zahlenmystik

Friedrich Smend veröffentlichte 1950 eine Untersuchung,<ref name="smend name" /> wonach Bach in seinen Werken regelmäßig zahlenalphabetische Überlegungen verwendet habe (A = 1 bis Z = 24; BACH = 14). Es entstand eine Flut von Literatur, die Noten und Takte abzählte und zu Wörtern in Beziehung setzen wollte, insbesondere in Bachs textbezogener Musik, also den Kantaten und Passionen.

Die Forschungsarbeit der britischen Musikwissenschaftlerin Ruth Tatlow<ref name="tatlow alphabet" /><ref name="tatlow proportion" /> untersuchte sowohl die im 17. und 18. Jahrhundert tatsächlich verwendeten Zahlenalphabete als auch die Hintergründe und das Vorgehen Smends; sie stellen die Signifikanz derartiger Überlegungen sehr in Frage. Auch bleibt natürlich immer die Frage der Relevanz – denn offensichtlich sind es ja nicht diese Details, die Bachs Musik für den heutigen Hörer attraktiv machen.<ref name="dürr bachbild 189" /> So ist die Musikwissenschaft bei diesem Thema inzwischen sehr zurückhaltend geworden.

Chronologie der geistlichen Kantaten

Zu den größten Leistungen der Bachforschung im 20. Jahrhundert zählen die Untersuchungen der Kantaten durch Alfred Dürr<ref name="dürr chronologie" /> und Georg von Dadelsen<ref name="dadelsen chronologie" /> ab den späten fünfziger Jahren. Durch Vergleiche der Papiersorten anhand ihrer Wasserzeichen, die Analyse der sich über die Jahre entwickelnden Handschrift Bachs und Vergleiche der Handschriften der vielen Schreiber des Stimmenmaterials konnten für die meisten erhaltenen geistlichen Kantaten der Leipziger Zeit Entstehungszeit und das Datum der Erstaufführung ermittelt werden.

Überraschend zeigte sich, dass Bach in seinen ersten Leipziger Jahren drei fast vollständige Jahrgänge von Kantaten geschaffen hatte und sich anschließend, spätestens 1729 mit seiner Übernahme des Collegium musicum, weitgehend von der regelmäßigen Kantatenkomposition zurückzog.<ref name="wolff jsb 367" /> Das bis dahin in der Musikwissenschaft herrschende, durch Philipp Spitta geprägte Bild, der Jahrgang seiner Choralkantaten (eine „spezifische Eigenschöpfung Bachs“<ref name="dürr welt 106" />) müsse am Ende von Bachs Leipziger Aktivitäten gestanden haben, da er dessen Höhepunkt darstelle, musste nach dieser Untersuchung ganz aufgegeben werden.<ref name="dürr chronologie 43" /><ref name="dadelsen chronologie 11" />

Vierter und fünfter Kantatenjahrgang

Bachs Nekrolog sagt ausdrücklich, Bach habe fünf Kantatenjahrgänge hinterlassen, doch sind uns nur drei erhalten. Allerdings veröffentlichte Bachs Textdichter Picander im Juni 1728 Texte zu Cantaten Auf die Sonn- und Fest-Tage durch das gantze Jahr und kündigte im Vorwort an, diese seien „vielleicht“ bald in Leipziger Kirchen zu hören. Angesichts der tatsächlich sehr wenigen erhaltenen und meist fragmentarischen Vertonungen dieser Texte stellte sich die Frage: Wenn der Nekrolog recht hatte, wie konnten dann ca. 40 Prozent von Bachs Kantatenschaffen spurlos verschwinden? Die meisten Kantatenjahrgänge wurden auf zwei Erben verteilt, Partitur und Stimmen getrennt – beide Überlieferungen hätten also unterbrochen werden müssen!<ref name="dadelsen chronologie 142" /> Hat Bach also vielleicht tatsächlich nur drei vollständige Jahrgänge komponiert?<ref name="scheide mizler" /> – Vor allem ist ja schwer vorstellbar, dass Bach noch 1728/29, als er bereits das Collegium musicum übernommen und die regelmäßige Komposition neuer Sonntagskantaten eigentlich eingestellt hatte, sich freiwillig zu einem kompletten weiteren Jahrgang verpflichtet hätte.<ref name="scheide nochmals" />

Andererseits fällt auf, dass die von Carl Philipp Emanuel Bach veröffentlichten Sammlung Johann Sebastian Bachs vierstimmige Choralgesänge (BWV 253–438) zwar viele bekannte Sätze aus Kantaten enthält, aber eben auch viele, die anderweitig nicht nachweisbar sind und so möglicherweise letzte Spuren verlorener Kantaten darstellen. Auch könnten erhaltene Kantatensätze mit den Texten Picanders in einer Parodiebeziehung stehen – sei es, dass ein erhaltener Satz ursprünglich mit anderem Text zu diesem vierten Jahrgang gehört hatte oder dass er später dazu umgearbeitet wurde.<ref name="häfner picander" />

Noch einen Schritt weiter ging die Vermutung, Picander mit seiner erstaunliche Gewandtheit im Schreiben von „Parodietexten“ habe zur Entlastung Bachs diese Technik hier extensiv angewendet – alle seine Texte seien explizit auf Einzelsätze aus mindestens 40 weltlichen Kantaten geschrieben worden, so dass Bach mit sehr wenig Aufwand einen weiteren Jahrgang erstellen konnte.<ref name="hofmann anmerkungen" /> Bei diesen Überlegungen wurde allerdings nicht recht klar, wie die Zusammenarbeit zwischen Picander und Bach dann konkret ausgesehen haben könnte; und es sind doch eigentlich so wenige Kantaten nach diesen Texten erhalten, dass man aus heutiger Sicht lieber von einer „Picander-Gruppe“ als einem ganzen Jahrgang sprechen möchte.<ref name="krummacher 2 425" /> Bedenkt man auch die Komplexität dieser These, dann ist die Möglichkeit eines einfachen Irrtums im Nekrolog vielleicht doch nicht ganz von der Hand zu weisen.<ref name="scheide erwiderung" /><ref name="scheide eindeutigkeit" />

Unberührt von all dem bleibt natürlich noch die Frage nach dem fünften Jahrgang. Die Hypothese, der erste Jahrgang, der zu einem beträchtlichen Teil aus zweiteiligen Kantaten bestand, habe aus Sicht der Erben wie ein Doppeljahrgang ausgesehen,<ref name="wolff fünfter" /> ist nicht unwidersprochen geblieben.<ref name="dürr fünfter" />

Der Chor in der geistlichen Vokalmusik

Vorlage:Hinweisbaustein Bach hat zweimal, 1729<ref>Anlage zu einer Eingabe des Schulvorstehers: Bach-Dokumente. Band 1, Nr. 180, 1963, online bei Bach-Archiv, Leipzig</ref> und ein Jahr später<ref>Bachs eigener Antrag an den Rat: Bach-Dokumente. Band 1, Nr. 22, 1963, online bei Bach-Archiv, Leipzig</ref> in Eingaben an den Rat sehr deutlich gemacht, wie er sich die Idealbesetzung seines Chors vorstellte: je drei Sänger pro Stimme. Tatsächlich liegt aber zu den allermeisten Kantaten nur je eine ausgeschriebene Stimme für Sopran, Alt, Tenor und Bass vor, die alle Sätze enthält. Daher ging man spätestens seit 1936<ref name="schering besetzung" /><ref name="schering kirchenmusik 30" /> davon aus, dass Bach pro Stimme einen Sänger einsetzte, der das Blatt hielt, und in Chorsätzen (und wohl auch anderen großbesetzten Sätzen) soweit möglich durch je einen weiteren Sänger links und rechts unterstützt wurde.

1982 überraschte Joshua Rifkin mit der These, Bach habe tatsächlich seine Chöre fast ausschließlich rein solistisch ausführen lassen; sein „Chor“ habe also regelmäßig nur aus vier Einzelsängern bestanden.<ref name="rifkin chorus" /> Eine solche Praxis ist durchaus für andere Orte und andere Zeiten belegt (Rifkin selbst nennt das Hamburg Carl Philipp Emanuel Bachs), für Bachs Praxis in Leipzig allerdings nicht, und Rifkin liefert in diesem Aufsatz auch keine Beweise.<ref name="wagner chorbesetzung" />

Dennoch veröffentlichte der Dirigent Andrew Parrott ein Buch, in dem er diese These weiter ausführte.<ref>Andrew Parrott: The Essential Bach Choir. 2000, ISBN 0-85115-786-6, deutsch: Bachs Chor. Zum neuen Verständnis. Stuttgart / Kassel 2003, ISBN 3-7618-2023-2.</ref> Die etablierte Musikwissenschaft konstatierte allerdings methodische Mängel und fehlende Selbstkritik des Autors und wies darauf hin, dass Forschungsergebnisse von anderen Orten nicht per se auf Leipzig übertragbar seien.<ref name="schulze parrott" /> Auch dass Bach in den ersten Leipziger Wochen Kopien der Gesangsstimmen anfertigen ließ, anschließend aber schnell darauf verzichtete, lässt weniger an einen gründlichen Wandel seiner Klangvorstellung glauben als an eine simple Arbeitserleichterung.<ref name="dürr heutigesicht 257"/>

Parrotts Reaktion auf die Kritik wurde meist nicht als konstruktiv empfunden.<ref name="braatz" /><ref name="smithers emperor" /> Als Antwort auf Untersuchungen über die Sänger, die Bach tatsächlich zur Verfügung standen,<ref name="glöckner alumnen" /> sprach dann Rifkin seinen Gegnern die Fähigkeit zur Interpretation von Quellen sogar rundweg ab.<ref name="rifkin chorliste" />

Unabhängig davon weisen Praktiker vor allem auf die starke öffentliche und repräsentative Funktion von Bachs sonntäglicher Veranstaltung für die Messestadt Leipzig hin – es sei nicht vorstellbar, dass dem dokumentierten hohen Aufwand an Instrumentalisten bei bis zu 2000 Hörern nicht auch – schon aus Gründen klanglicher Balance – eine entsprechende Zahl von Sängern gegenübergestanden hätte.<ref name="rampe besetzung 318" />

Aber ein Interpret wird sich heute normalerweise nicht an den alltäglichen Schwierigkeiten eines Komponisten orientieren, sondern an dessen Idealvorstellungen, die ja durch seine Eingaben an den Rat gut bekannt sind.<ref name="dürr 1 71" /> Eine exakte Aufführung dessen, was 1729 in Leipzig tatsächlich zu erleben war, würde bei heutigen Hörern wohl viel eher Ratlosigkeit auslösen.<ref name="weidenfeldschleunig methoden 53" />

Weitere Vokalwerke Bachs

Nicht zu Bachs Kantaten werden im Allgemeinen seine Oratorien und Passionen (hier eine Liste) gezählt, da sie meist wesentlich umfangreicher angelegt sind, vor allem aber auf einer Handlung basieren, wie sie im Evangelium beschrieben ist. An den entsprechenden Festtagen waren auch diese Teil des lutherischen Gottesdienstes.

Weiter sind von Bach insgesamt sieben Motetten (hier aufgelistet) erhalten, die im Unterschied zu Kantaten keine selbständigen Instrumentalstimmen kennen und daher auf Solosätze wie Rezitative und Arien ganz verzichten. Auch eine große und vier kürzere Messen sowie einige einzelne Messsätze (Liste siehe hier) schrieb Bach, die er in dieser Form im protestantischen Gottesdienst aber kaum verwenden konnte.

Nach Bachs Tod gab sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach eine Sammlung mit 371 vierstimmigen Choralsätzen (Auflistung hier) des Vaters heraus, von denen er viele aus bekannten Kantaten entnahm, viele aber nur in dieser Sammlung überliefert sind.

Auch einzelne Lieder und Arien Bachs (hier eine Übersicht) sind erhalten, so etwa Beiträge zu Georg Christian Schemellis Gesangbuch. Eine erst 2005 entdeckte Strophen-Aria Bachs ist Alles mit Gott, und nichts ohn’ ihn.<ref name="maul alles" />

Literatur

Musikwissenschaftliche Gesamtdarstellungen

  • Werner Neumann: Handbuch der Kantaten Johann Sebastian Bachs. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1947 (5., aktualisierte Auflage. 1984, ISBN 3-7651-0054-4).
  • Alfred Dürr: Johann Sebastian Bach. Die Kantaten. Bärenreiter, Kassel 1971 (7. Auflage. 1999, ISBN 3-7618-1476-3)
  • Hans-Joachim Schulze: Die Bach-Kantaten. Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs (= Edition Bach-Archiv Leipzig). Carus-Verlag, Leipzig/Stuttgart 2006, ISBN 3-374-02390-8 und ISBN 3-89948-073-2.
  • Christoph Wolff, Ton Koopman: Die Welt der Bach-Kantaten. Metzler / Bärenreiter, Stuttgart/Kassel 2006, ISBN 3-476-02127-0.<ref name="dürr welt 106" />
  • Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Laaber-Verlag, Laaber 2012, ISBN 978-3-89007-451-1 (zwei Teilbände).
  • Friedhelm Krummacher: Johann Sebastian Bach – Die Kantaten und Passionen. Bärenreiter, Kassel 2018, ISBN 978-3-7618-2409-2 (zwei Bände).

Theologische Sicht

  • Martin Petzoldt: Bach-Kommentar, Band I – Die geistlichen Kantaten des 1. bis 27. Trinitatis-Sonntages. Bärenreiter, Kassel 2004, ISBN 3-7618-1741-X.
  • Martin Petzoldt: Bach-Kommentar, Band II – Die geistlichen Kantaten vom 1. Advent bis zum Trinitatisfest. Bärenreiter, Kassel 2007, ISBN 978-3-7618-1742-1.

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references> <ref name="nekrolog">

   Der Nekrolog ist auch abgedruckt im Bach-Jahrbuch. 1920, S. 13–26 (digital)
 </ref>

<ref name="schering besetzung">

   Arnold Schering: Die Besetzung Bachscher Chöre. In: Bach-Jahrbuch. Band 17, 1920 (journals.qucosa.de, digital)
 </ref>

<ref name="schering kirchenmusik 8">

   Arnold Schering: Johann Sebastian Bachs Leipziger Kirchenmusik. Leipzig 1936, S. 8.
 </ref>

<ref name="schering kirchenmusik 30">

   Arnold Schering: Johann Sebastian Bachs Leipziger Kirchenmusik. Leipzig 1936, S. 30.
 </ref>

<ref name="schering kirchenmusik 41">

   Arnold Schering: Johann Sebastian Bachs Leipziger Kirchenmusik. Leipzig 1936, S. 41.
 </ref>

<ref name="smend name">

   Friedrich Smend, Johann Sebastian Bach bei seinem Namen gerufen. Kassel/Basel 1950.
 </ref>

<ref name="dürr 1 13">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 13ff.
 </ref>

<ref name="dürr 1 23">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 23.
 </ref>

<ref name="dürr 1 28">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 28.
 </ref>

<ref name="dürr 1 34">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 34ff.
 </ref>

<ref name="dürr 1 52">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 52.
 </ref>

<ref name="dürr 1 71">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 71.
 </ref>

<ref name="dürr 1 228">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 1, 1971, ISBN 3-423-04080-7, S. 228.
 </ref>

<ref name="dürr 2 645">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 645.
 </ref>

<ref name="dürr 2 659">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 659.
 </ref>

<ref name="dürr 2 662,665">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 662 und 665
 </ref>

<ref name="dürr 2 677">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 677.
 </ref>

<ref name="dürr 2 689">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 689.
 </ref>

<ref name="dürr 2 696">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 696.
 </ref>

<ref name="dürr 2 700">

   Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Band 2, 1971, ISBN 3-423-04081-5, S. 700.
 </ref>

<ref name="dürr welt 106">

   Alfred Dürr: Die Welt der Bach Kantaten. Buchbesprechung in: Theologische Rundschau. Jg 65, Nr. 1, 2000, S. 106. (jstor.org, digital)
 </ref>

<ref name="dürr chronologie">

   Alfred Dürr: Zur Chronologie der Leipziger Vokalwerke J. S. Bachs. In: Bach-Jahrbuch 1957. S. 5–162. (digital.slub-dresden.de, digital)
 </ref>

<ref name="dürr chronologie 43">

   Alfred Dürr: Zur Chronologie der Leipziger Vokalwerke J. S. Bachs. In: Bach-Jahrbuch 1957. S. 43–49. (digital.slub-dresden.de digital)
 </ref>

<ref name="dürr fünfter">

   Alfred Dürr: Noch einmal: Wo blieb Bachs fünfter Kantatenjahrgang? In: Bach-Jahrbuch 1986. S. 121. (journals.qucosa.de, digital)
 </ref>

<ref name="dürr kirchenmusik 67">

   Alfred Dürr: Johann Sebastian Bachs Kirchenmusik in seiner Zeit und heute, in: Im Mittelpunkt Bach – Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. 1988, S. 62–69, hier S. 67.
 </ref>

<ref name="dürr bachbild 183">

   Alfred Dürr: Das Bachbild im 20. Jahrhundert, in: Im Mittelpunkt Bach – Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. 1988, S. 178–191, hier S. 183.
 </ref>

<ref name="dürr bachbild 189">

   Alfred Dürr: Das Bachbild im 20. Jahrhundert, in: Im Mittelpunkt Bach – Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. 1988, S. 178–191, hier S. 189.
 </ref>

<ref name="dürr imperfectis">

   Alfred Dürr: De vita cum imperfectis. In: Im Mittelpunkt Bach – Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. 1988, S. 158–166.
 </ref>

<ref name="dürr heutigesicht 257">

   Alfred Dürr: Die Bach-Kantate aus heutiger Sicht. In: Im Mittelpunkt Bach – Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. 1988, ISBN 3-7618-0904-2, S. 248–259 – hier: S. 257.
 </ref>

<ref name="dadelsen chronologie">

   Georg von Dadelsen: Beiträge zur Chronologie der Werke Johann Sebastian Bachs. (= Tübinger Bach-Studien. Heft 4/5). 1958.
 </ref>

<ref name="dadelsen chronologie 11">

   Georg von Dadelsen: Beiträge zur Chronologie der Werke Johann Sebastian Bachs. (= Tübinger Bach-Studien. Heft 4/5). 1958, S. 11.
 </ref>

<ref name="dadelsen chronologie 16">

   Georg von Dadelsen: Beiträge zur Chronologie der Werke Johann Sebastian Bachs. (= Tübinger Bach-Studien. Heft 4/5). 1958, S. 16.
 </ref>

<ref name="dadelsen chronologie 142">

   Georg von Dadelsen: Beiträge zur Chronologie der Werke Johann Sebastian Bachs. (= Tübinger Bach-Studien. Heft 4/5). 1958, S. 142.
 </ref>

<ref name="scheide vetter">

   William H. Scheide: Johann Sebastian Bachs Sammlung von Kantaten seines Vetters Johann Ludwig Bach. In: Bach-Jahrbuch 1959. S. 52–94 (digital);
(II. Teil). In: Bach-Jahrbuch 1961. S. 5–24 (digital);
(Schluß). In: Bach-Jahrbuch 1962. S. 5–32 (digital) </ref>

<ref name="scheide mizler">

   William H. Scheide: Ist Mizlers Bericht über Bachs Kantaten korrekt? In: Die Musikforschung. Jg 14, Heft 1, 1961, S. 60–63. (digital)
 </ref>

<ref name="scheide nochmals">

   William H. Scheide: Nochmals Mizlers Kantatenbericht – Eine Erwiderung. In: Die Musikforschung. Jg 14, Heft 4, 1961, S. 423–427. (digital)
 </ref>

<ref name="scheide erwiderung">

   William H. Scheide: Bach und der Picander-Jahrgang – Eine Erwiderung. In: Bach-Jahrbuch 1980. S. 47ff. (digital)
 </ref>

<ref name="scheide eindeutigkeit">

   William H. Scheide: Eindeutigkeit und Mehrdeutigkeit in Picanders Kantatenjahrgangs-Vorbemerkung und im Werkverzeichnis des Nekrologs auf Johann Sebastian Bach. In: Bach-Jahrbuch 1983. (digital)
 </ref>

<ref name="pfau stölzel">

   Marc-Roderich Pfau: Ein unbekanntes Leipziger Kantatentextheft aus dem Jahr 1735 – Neues zum Thema Bach und Stölzel. In: Bach-Jahrbuch 2008. S. 99–122 (digital)
 </ref>

<ref name="geck bach 174">

   Martin Geck: Bach – Leben und Werk. 2000, ISBN 3-499-61171-6, S. 174–176.
 </ref>

<ref name="glöckner stölzel">

   Andreas Glöckner: Ein weiterer Kantatenjahrgang Gottfried Heinrich Stölzels in Bachs Aufführungsrepertoire? In: Bach-Jahrbuch 2009. (digital)
 </ref>

<ref name="glöckner unzulänglichkeiten">

 Andreas Glöckner, „Na, die hätten Sie aber auch nur hören sollen!“ – Über die Unzulänglichkeiten bei Bachs Leipziger Figuralaufführungen, in: Bach in Leipzig – Bach und Leipzig. 2002, ISBN 3-487-11591-3.
 </ref>

<ref name="glöckner unzulänglichkeiten 391">

 Andreas Glöckner, „Na, die hätten Sie aber auch nur hören sollen!“ – Über die Unzulänglichkeiten bei Bachs Leipziger Figuralaufführungen, in: Bach in Leipzig – Bach und Leipzig. 2002, ISBN 3-487-11591-3, S. 391f.
 </ref>

<ref name="häfner picander">

   Klaus Häfner: Der Picander-Jahrgang. In: Bach-Jahrbuch 1975. S. 70ff (digital); kritisiert durch Walter Blankenburg: Die Bachforschung seit etwa 1965. Ergebnisse, Probleme, Aufgaben. In: Acta Musicologica. Jg. 50, 1978, S. 104f.
 </ref>

<ref name="hofmann anmerkungen">

   Klaus Hofmann: Anmerkungen zum Problem „Picander-Jahrgang“. In: Bach in Leipzig – Bach und Leipzig. 2002, ISBN 3-487-11591-3, S. 69ff.
 </ref>

<ref name="rampe neüe">

   Siegbert Rampe: „Monatlich neüe Stücke“ – Zu den musikalischen Voraussetzungen von Bachs Weimarer Konzertmeisteramt. In: Bach-Jahrbuch 2002. S. 61–104. (digital)
 </ref>

<ref name="rampe neüe 61">

   Siegbert Rampe: „Monatlich neüe Stücke“ – Zu den musikalischen Voraussetzungen von Bachs Weimarer Konzertmeisteramt. In: Bach-Jahrbuch 2002. S. 61f. digital
 </ref>

<ref name="rampe besetzung 316">

   Siegbert Rampe: Essay: Einfache oder mehrfache Besetzung? In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch, Band 1. 2012, ISBN 978-3-89007-799-4, S. 316.
 </ref>

<ref name="rampe besetzung 317">

   Siegbert Rampe: Essay: Einfache oder mehrfache Besetzung? In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch, Band 1 2012, ISBN 978-3-89007-799-4, S. 317.
 </ref>

<ref name="rampe besetzung 318">

   Siegbert Rampe: Essay: Einfache oder mehrfache Besetzung? In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch, Band 1 2012, ISBN 978-3-89007-799-4, S. 318ff.
 </ref>

<ref name="rampesackmann orchester 33">

   Siegbert Rampe, Dominik Sackmann: Bachs Orchestermusik. 2000, ISBN 3-7618-1345-7, S. 33ff.
 </ref>

<ref name="beißwenger weltliche">

   Kirsten Beißwenger: Weltliche Kantaten. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-800-7.
 </ref>

<ref name="beißwenger weltliche 205">

   Kirsten Beißwenger: Weltliche Kantaten. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-800-7, S. 205.
 </ref>

<ref name="beißwenger weltliche 241">

   Kirsten Beißwenger: Weltliche Kantaten. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-800-7, S. 241ff.
 </ref>

<ref name="beißwenger weltliche 249">

   Kirsten Beißwenger: Weltliche Kantaten. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-800-7, S. 249ff.
 </ref>

<ref name="beißwenger weltliche 255">

   Kirsten Beißwenger: Weltliche Kantaten. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-800-7, S. 255ff.
 </ref>

<ref name="heyder aufführung 52">

   Bernd Heyder: Bachs Aufführungsbedingungen. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Lateinische Kirchenmusik – Das Handbuch. 2007, ISBN 978-3-89007-457-3, S. 52.
 </ref>

<ref name="emans lateinische 215">Reinmar Emans (Hrsg.): Bachs Lateinische Kirchenmusik – Das Handbuch 2007, ISBN 978-3-89007-457-3, S. 215f.

 </ref>

<ref name="horn dresdner">

     Wolfgang Horn, Die Dresdner Hofkirchenmusik 1720-1745. Studien zu ihren Voraussetzungen und ihrem Repertoire, 1987
 </ref>

<ref name="rifkin chorus">

   Joshua Rifkin: Bach's Chorus: A Preliminary Report. In: The Musical Times. Vol. 123, Nr. 1677, November 1982, S. 747ff. doi:10.2307/961592, (jstor.org)
 </ref>

<ref name="rifkin chorliste">

   Joshua Rifkin: Chorliste und Chorgröße bei Johann Sebastian Bach. Neue Überlegungen zu einem alten Thema. In: Bach-Jahrbuch 2012. S. 121–143. (journals.qucosa.de, digital)
 </ref>

<ref name="glöckner alumnen">

   Andreas Glöckner: Alumnen und Externe in den Kantoreien der Thomasschule zur Zeit Bachs. In: Bach-Jahrbuch 2006. S. 9–36 (journals.qucosa.de digital)
 </ref>

<ref name="braatz">

   Eine Übersicht gibt Thomas Braatz: The OVPP (One Vocalist Per Part) Controversy. 2010, auf der Website bach-cantatas.com
 </ref>

<ref name="smithers emperor">

   Don L. Smithers: The Emperors’ New Clothes Reappraised; Or Bach's Musical Resources Revealed. In: Bach – the Journal of the Riemenschneider Bach Institute. Baldwin Wallace University, Berea (Ohio), Vol. 28, 1997, S. 1–81 (digital).
 </ref>

<ref name="schulze parrott">

   Hans-Joachim Schulze: Parrott, Andrew: Bachs Chor […] Stuttgart, Weimar, Kassel 2003. (Rezension in: Bach-Jahrbuch 2003. S. 267–270 journals.qucosa.de digital)
 </ref>

<ref name="tatlow alphabet">

   Ruth Tatlow: Bach and the Riddle of the Number Alphabet – Eighteenth-century music. 2006, ISBN 0-521-02801-9.
 </ref>

<ref name="tatlow proportion">

   Ruth Tatlow: Bach's Numbers – Compositional Proportion and Significance. 2016, ISBN 978-1-107-45969-4.
 </ref>

<ref name="blanken 3.jg">

   Christine Blanken: Der sogenannte „Dritte Jahrgang“. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-451-1, S. 3–15.
 </ref>

<ref name="blanken 3.jg 87">

   Christine Blanken: Der sogenannte „Dritte Jahrgang“. In: Reinmar Emans, Sven Hiemke (Hrsg.): Bachs Kantaten – Das Handbuch. Band 2, 2012, ISBN 978-3-89007-451-1, S. 87, Anmerkung 98
 </ref>

<ref name="wolff jsb 171">

   Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 171.
 </ref>

<ref name="wolff jsb 174">

   Skizze in Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 174.
 </ref>

<ref name="wolff jsb 179">

   Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 179.
 </ref>

<ref name="wolff jsb 214">

   Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 214.
 </ref>

<ref name="wolff jsb 217">

   Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 217.
 </ref>

<ref name="wolff jsb 367">

   Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage. 2007, ISBN 978-3-596-16739-5, S. 367ff.
 </ref>

<ref name="wolff fünfter">

   Christian Wolff: Wo blieb Bachs fünfter Kantatenjahrgang? In: Bach-Jahrbuch 1982. (digital)
 </ref>

<ref name="wolff welt3 18">

   Christian Wolff: Die Welt der Bachkantaten in: Christoph Wolff, Ton Koopman: Die Welt der Bach-Kantaten. 2006, ISBN 3-476-02127-0, Band 3, S. 18
 </ref>

<ref name="maulwollny quellen">

   Michael Maul, Peter Wollny: Quellenkundliches zu Bach-Aufführungen in Köthen, Ronneburg und Leipzig zwischen 1720 und 1760. In: Bach-Jahrbuch 2003. S. 100–110. (journals.qucosa.de, digital)
 </ref>

<ref name="maul verbreitung">

   Michael Maul: Zur zeitgenössischen Verbreitung von Bachs Vokalwerken in Mitteldeutschland. In: Bach-Jahrbuch 2005. S. 95ff digital
 </ref>

<ref name="maul alles">

   Michael Maul: Alles mit Gott und nichts ohn ihn – eine neu aufgefundene Aria von Johann Sebastian Bach. In: Bach-Jahrbuch 2005. S. 7–34 (digital)
 </ref>

<ref name="maul zweyganzerjahr">

   Bachs Vertretung scheint in den späteren Jahren nicht selten vorgekommen zu sein: Michael Maul: „zwey ganzer Jahr die Music an Statt des Capellmeisters aufführen, und dirigiren müssen“ Überlegungen zu Bachs Amtsverständnis in den 1740er Jahren. In: Bach-Jahrbuch 2015. S. 75–98. (digital)
 </ref>

<ref name="krummacher 1 17">

   Friedhelm Krummacher: Johann Sebastian Bach: Die Kantaten und Passionen. Band 1, 2018, ISBN 978-3-7618-2409-2.
 </ref>

<ref name="krummacher 2 425">

   Friedhelm Krummacher: Johann Sebastian Bach: Die Kantaten und Passionen. Band 2, 2018, ISBN 978-3-7618-2409-2, S. 425–437 (dort auch eine Zusammenfassung der Diskussion)
 </ref>

<ref name="weidenfeldschleunig methoden">

   Axel Weidenfeld, Peter Schleunig, Methoden und Grenzen Historischer Aufführungspraxis von Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Kai Köpp, Thomas Seedorf (Hrsg.): Musik aufführen: Quellen – Fragen – Forschungsperspektiven, 2020, ISBN 978-3-89007-732-1.
 </ref>

<ref name="weidenfeldschleunig methoden 53">

   Axel Weidenfeld, Peter Schleunig, Methoden und Grenzen Historischer Aufführungspraxis von Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, in: Kai Köpp, Thomas Seedorf (Hrsg.): Musik aufführen: Quellen – Fragen – Forschungsperspektiven, 2020, ISBN 978-3-89007-732-1, S. 53–54.
 </ref>

<ref name="bärenreiter doku">

   Bärenreiter Bach-Dokumentation (Rückblicke aus Anlass der Fertigstellung), nur (online)
 </ref>

<ref name="bärenreiter ankündigung">

   Bärenreiter (Verlangsankündigung), (online)
 </ref>

<ref name="wagner chorbesetzung">

   Günther Wagner: Die Chorbesetzung bei J. S. Bach und ihre Vorgeschichte. Anmerkungen zur „hinlänglichen“ Besetzung im 17. und 18. Jahrhundert. In: Archiv für Musikwissenschaft. 43. Jg., 1986, Heft 4, S. 278–304, digital
 </ref>

</references>

Vorlage:Navigationsleiste Kantaten von Johann Sebastian Bach