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Antonow An-225

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(Weitergeleitet von Antonov AN-225)
Antonow An-225 Mrija
Datei:Antonov An-225 with Buran at Le Bourget 1989 Manteufel.jpg
An-225 „Mrija“ mit Buran, Paris, 1989
Typ Strategischer Transporter
Entwurfsland
Hersteller O. K. Antonow
Erstflug 21. Dezember 1988
Indienststellung 1989
Produktionszeit

nicht in Serie produziert

Stückzahl 1
Datei:Giant planes comparison - Updated.svg
Vergleich der Antonow An-225 mit anderen Großflugzeugen:
Airbus A380, Antonow An-225, Boeing 747-8I, Hughes H-4, Scaled Composites Stratolaunch

Die Antonow An-225 „Mrija“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsch „Traum“, NATO-Codename Cossack) war das weltweit längste und schwerste eingesetzte Flugzeug mit der drittgrößten Spannweite. Auf Basis des vierstrahligen Militärtransportflugzeuges Antonow An-124 war das sechsstrahlige Einzelstück in der Sowjetunion eigens entwickelt worden für den Huckepacktransport der Raumfähre Buran. Es war wesentlich aufwendiger als das US-amerikanische Gegenstück Shuttle Carrier Aircraft, einem nur leicht modifizierten Jumbojet.

Das Buran-Programm wurde Anfang der 1990er Jahre eingestellt und zugleich die Mrija außer Betrieb genommen. Später diente sie gelegentlich als Frachtflugzeug für besonders lange oder schwere Frachten.<ref>Flugzeuglexikon: Antonov An-225. In: airliners.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Mai 2010; abgerufen am 10. November 2010.</ref>

Die einzige flugfähige Antonow An-225 wurde beim russischen Überfall auf die Ukraine am 27. Februar 2022 auf ihrer Heimatbasis Kiew-Hostomel in der Ukraine zerstört.

Konstruktion als Außenlasttransporter für das Buran-/Energija-Programm

Datei:An-225-manchester-2006 crop.jpg
Be- oder Entladen, vorne abgesenkt, Bugspitze hochgeklappt, darunter Laderampe (Flughafen Manchester, 2006)
Datei:Antonov-225 main landing gear 2.jpg
Linkes Hauptfahrwerk, Blick von vorne heckwärts, Unterlegkeile unter einem Rad der 3. Achse (ungelenkt)

Die An-225 wurde entwickelt, um die Mjassischtschew WM-T abzulösen und den Transport der Raumfähre des Buran-Programms und den Transport der Energija-Kernstufe als Außenlast effizienter durchzuführen. Die Mjassischtschew WM-T konnten keine komplett fertig gebauten Raumfähren transportieren, weil diese zu schwer waren. Wie beim amerikanischen Space Shuttle auf dem Shuttle Carrier Aircraft Boeing 747-SCA war eine aerodynamische Verkleidung des Hecks des Shuttles nötig. Die Kernstufe der Energija-Rakete konnte nicht als Ganzes transportiert werden, sondern musste zwischen dem Sauerstoff- und dem Wasserstofftank in zwei Komponenten getrennt werden.

Mit der An-225 war es möglich, komplett fertig gebaute und raumflugfähige Raumfähren ohne aerodynamische Heckverkleidung oder die gesamte Energjia-Kernstufe als eine einzige Außenlast sowie die Booster der Energija im Frachtraum zu transportieren. Auch sollte große Weltraumfracht wie Bauteile einer Raumstation in einem aerodynamischen und klimatisierten Container als Außenlast zum Weltraumbahnhof Baikonur transportiert werden.

Mit der An-225 sollten drei der insgesamt fünf geplanten Orbiter des Buran-Raumfährenprogramms vom Herstellerwerk via Flugplatz Schukowski nach Baikonur gebracht werden. Eine weitere Aufgabe bestand darin, Raumfähren, die nach einer Weltraummission nicht in Baikonur landen, von den alternativen Landepisten wie Flughafen Simferopol oder Chorol zurück nach Baikonur zu transportieren. Diese Aufgaben waren identisch mit denen des Shuttle Carrier Aircrafts der NASA, das ausschließlich für den Transport der Space-Shuttle-Orbiter geeignet war, während der externe Treibstofftank des US-Shuttlesystems per Schiff nach Florida transportiert wurde.

Trotz all dieser Möglichkeiten hatte die An-225 nur die eine Buran-Raumfähre, die einmal in den Weltraum flog, für eine repräsentative Tour innerhalb der Sowjetunion und dem Besuch auf der Pariser Luftfahrtschau im Juni 1989 transportiert. Danach wurde die Buran in Baikonur wieder abgeladen.

Besonderheiten

  • Auch nach dem Zerfall des Ostblocks, der Auflösung der Sowjetunion und dem Ende des Buran-Projekts 1993 waren die Befestigungspunkte für die Raumfähre als Außenlast weiterhin vorhanden und verkleidet als Höcker oben auf dem Rumpf.<ref name=":0" />
  • In der oberen Kabine hinter dem Cockpit, die kleiner als bei der An-124 war, hatten 70 Personen Platz.
  • Auf eine Heckrampe wie bei der An-124 wurde verzichtet. Im Bug befand sich eine ausklappbare Laderampe.<ref name=":0">Welt.de: ANTONOV 225 – Das größte Flugzeug der Welt auf YouTube, 8. Juli 2019, abgerufen am 12. November 2021 (nicht verfügbar).</ref> An der Laderaumdecke angebrachte Hebezeuge konnten bis zu 30 t tragen.<ref name=":2">Christoph Seidler: Antonow 225 Mrija: Willkommen im größten Flugzeug der Welt. Der Spiegel, abgerufen am 8. März 2021.</ref> Große Lasten konnten mit Hilfe eines bordeigenen, bei Bedarf mitgeführten Rollen- und Schienensystems bewegt werden.
  • Das Hauptfahrwerk hatte beidseitig jeweils sieben Zwillingsradsätze (statt fünf wie bei der An-124). Die hinteren vier waren lenkbar.
  • Das Bugfahrwerk hatte zwei Fahrwerksbeine mit je zwei Rädern. Diese konnten auch bei stehendem Flugzeug teilweise eingezogen werden, wodurch der Flugzeugbug absank und zuletzt durch zwei in der Maschine eingebaute Hydraulikstempel am Boden abgestützt wurde. Da die Tür zum Flugzeug im unteren Teil des Vorderrumpfes eingebaut war, konnte es über eine ausgeklappte Treppe ohne Gangway bestiegen und verlassen werden. Das hochgelegene Cockpit wurde über eine lange Leiter im Inneren der Maschine erreicht.
  • Die an beiden Bugfahrwerken zu befestigende Spezial-Schleppstange für die Bewegung am Boden war mit 1,2 Tonnen Masse die schwerste in der Luftfahrt und wurde immer mitgeführt. Für einen Einsatz in Südamerika nahm die Besatzung sogar einen am Heimatflughafen stationierten Flugzeugschlepper mit, da die auf dem Flughafen Iquique vorhandenen Schlepper zu schwach waren.<ref name=":1">Antonov An-225 stellt in Südamerika Rekord auf. In: aeroTELEGRAPH. 6. August 2018, abgerufen am 8. Februar 2021.</ref> Im Frachtraum wurden auch mehrere Reserveräder mitgeführt.
  • Es war bei Antonov Airlines üblich, funktionsfähige Triebwerke eines vorübergehend nicht benötigten Flugzeugs zeitweise in einer anderen Maschine einzusetzen. Von den Lotarjow D-18-Triebwerken der An-225 haben die beiden innenliegenden Turbinen eine reine Antriebsfunktion und enthalten keine Zusatzaggregate wie Hydraulikpumpen oder Generatoren. Sie konnten auch in einer Antonow An-124 genutzt werden. Es dauerte weniger als einen Tag, ein solches ausgebautes Triebwerk wieder an der Mrija zu montieren.<ref name=":3">youtube-Kanal von Dymitro Antonov / Video vom 28. Kriegstag: „Könnte Mriya an diesem Tag wegfliegen?“ (mit deutschen Untertiteln der Google-Übersetzungsfunktion). In: youtube.com. Abgerufen am 5. April 2022.</ref>
  • Ein Flug erforderte zwei Piloten, zwei Bordingenieure, einen Navigator und einen Funker. Ein Projektleiter war für das Be- und Entladen sowie die sichere Unterbringung und Fixierung der Fracht im Flugzeug verantwortlich. 2018 gab es sechs Piloten, die die An-225 fliegen durften. Die Betreiberfirma und die Besatzungen legten wegen der Einzigartigkeit des Flugzeugs Wert darauf, möglichst viele Funktionen manuell zu steuern und möglichst wenig Computern zu überlassen.<ref name=":0" />

Geschichte

Entwicklung

Datei:21 грудня 1988 року Ан-225 «Мрія» crop.jpg
Erstflug am 21. Dezember 1988

Ursprünglich wurden drei Flugzeuge unter der Projektbezeichnung 402 mit der Option auf einen Anschlussauftrag über zwei weitere Maschinen und somit insgesamt fünf flugfähige An-225 bestellt.<ref>Jefim Gordon, Dmitriy Komissarow: Antonov’s Heavy Transports: From the An-22 to An-225, 1965 to the Present. Schiffer Publishing 2020. ISBN 978-0-7643-6071-8. S. 218.</ref> Sie wurden beim sowjetischen Konstruktionsbüro Antonow unter Führung des Chefingenieurs Petro Balabujew ab 1985 entwickelt und gebaut.<ref>Ulrike Ebner: Flugzeuge in der Raumfahrt. Starthilfe ins All. In: Klassiker der Luftfahrt, Nr. 5/2022, Motor Presse, Stuttgart, ISSN 1860-0654, S. 54.</ref> 1987 wurden im Flugzeugwerk Nr. 84 in Taschkent sechs Tragflächenteile hergestellt und einzeln mit einer An-22 im Huckepackverfahren nach Kiew geflogen. Die erste der nun An-225 genannten Maschinen wurde 1988 fertiggestellt; die Fertigung des zweiten Exemplars wurde abgebrochen.<ref>zu den Gründen siehe Zerfall der Sowjetunion#Zerfall der UdSSR und Geschichte der Ukraine#Ukrainische Nationalbewegung und Erklärung der Unabhängigkeit.</ref>

Einsatz 1988–1994

Der Rollout der An-225 fand am 30. November 1988 statt und der Erstflug am 21. Dezember 1988. Im März 1989 stellte sie im Rahmen der Flugerprobung 106 von der FAI anerkannte Gewichts-, Strecken- und Höhenweltrekorde auf, darunter mit 506,8 Tonnen den für das höchste Fluggewicht. Im Mai 1989 begann die Flugerprobung mit der Raumfähre Buran (105 Tonnen Maximalgewicht). Im Juni 1989 wurde die Maschine mit der Buran auf dem Pariser Aérosalon zum ersten Mal im Westen gezeigt (Luftfahrzeugkennzeichen: SSSR-480182, ab Juni 1989 SSSR-82060, ab 1992 UR-82060).

Die An-225 war bis 1994 regelmäßig auf dem Moskauer Aerosalon und auch auf der Singapore Airshow zu Gast. Sie wurde nach der Einstellung des Buran-Programms im April 1994 zunächst außer Dienst gestellt.

Einsatz 2001–2022

Datei:An-225 Mriya 3 crop.jpg
Ansicht beim Landen, Heck mit blauen Zierstreifen
Datei:An-225 Warschau Chopin crop.jpg
Landung in Warschau-Chopin, 14. April 2020

Als in der Ukraine und den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion viele Betriebe privatisiert wurden, wurde die An-225 reaktiviert.

Am 7. Mai 2001 fand der zweite Erstflug in Kiew statt; im Juni 2001 kam sie wieder zur Pariser Luftfahrtschau. Seit Dezember 2001 – nach dem Erhalt aller nötigen Zulassungen und dem Abschluss entsprechender Versicherungen für den internationalen Luftfrachtdienst – vercharterte das ukrainische Unternehmen Antonov Airlines die AN-225 weltweit als Frachtflugzeug für besondere Aufgaben.

Ab Herbst 2008 bekam die An-225 ein neues Außendekor. Der rote Zierstreifen wurde durch einen blauen ersetzt, wodurch das Erscheinungsbild der Maschine dem der von Antonov Airlines betriebenen An-124 angepasst wurde. Im August 2009 gab es eine erneute Änderung. Seitdem verlief in Anlehnung an die ukrainischen Landesfarben eine geschwungene blaue Linie unterhalb einer ebenfalls geschwungenen gelben Linie längs des Rumpfes.<ref>Vassili Petrovitch: Antonov 225 Mriya – Description. In: www.buran-energia.com. Abgerufen am 4. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Vom Erstflug 1988 bis 2012 hatte das Flugzeug über 1000 Starts und Landungen. Mit bis dahin nur rund 5000 Flugstunden hatte es noch lange nicht die vorgesehene Betriebszeit von 24.000 Stunden erreicht.<ref>Andreas Spaeth: Laster der Lüfte. In: Süddeutsche Zeitung. 22. Oktober 2012, S. 33 (aspapress.com [PDF; 122 kB]).</ref>

Der umfangreichste Einsatz war der Transport von zwölf je 150 Tonnen schweren Abhitzekesseln vom Flughafen Iquique an der Pazifikküste über die Anden zum Flughafen Chimoré innerhalb von vier Wochen.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Die An-225 parkte, wenn sie sich nicht im Einsatz befand, auf dem Flughafen Kiew-Hostomel bei Kiew. Russland annektierte im März 2014 gewaltsam die Krim und begann im April 2014 mit dem Krieg im Donbass den russisch-ukrainischen Krieg. Russland lieferte keine Ersatzteile für die AN-225 mehr. Die AN-225 stand monatelang still, bis Ersatzteile aus anderen Ländern beschafft werden konnten.<ref name=":2" />

In den Jahren 2019 und 2020 wurde die Maschine 18 Monate lang generalüberholt und erhielt dabei ein neues Steuerungsprogramm für die sechs D-18T-Triebwerke. Ende März 2020 absolvierte sie erfolgreich einen zweistündigen und einen kürzeren Testflug.<ref>Nach monatelanger Modernisierung: Das größte Flugzeug der Welt hebt wieder ab. 31. März 2020, abgerufen am 2. April 2020.</ref><ref>Patrick Zwerger: Nach Wartungspause: Die Antonow An-225 ist zurück. 25. März 2020, abgerufen am 2. April 2020.</ref>

Der erste kommerzielle Flug nach dieser Pause startete am 11. April 2020 von Kiew nach Tianjin in der Volksrepublik China. Mit einem Tankstopp in Almaty in Kasachstan flog sie am 12. April weiter über die Mongolei und die Wüste Gobi zum Flughafen Tianjin der Hafenstadt südöstlich von Peking (Flugnummer ADB354F). Dort traf sie mit der kurz nach 23:00 Uhr Ortszeit ein. Sie wurde „mit medizinischer Ausrüstung“ zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Europa beladen, flog anschließend nach Polen und landete am 14. April 2020 auf dem Chopin-Flughafen Warschau mit schätzungsweise sieben Millionen Masken, mehreren hunderttausend Overalls und mehreren hunderttausend Helmen.<ref>Antonow An-225: Das größte Flugzeug der Welt fliegt sieben Millionen Masken nach Europa. 12. April 2020, abgerufen am 13. April 2020.</ref>

Zerstörung im Russisch-Ukrainischen Krieg 2022

Datei:Hostomel after the battle (962448).jpg
Flügelkasten und Frontpartie nach dem Brand

Der letzte Transportauftrag der An-225 führte am 3. und 4. Februar 2022 von China über Bishkek zum Flughafen Billund (Dänemark), ihr letzter Flug von dort am 5. Februar 2022 zum Flughafen Kiew-Hostomel.<ref name="Symbol">Abschied vom Traum, Nowaja Gaseta, 2. März 2022.</ref><ref>Das war die letzte Reise der Antonov An-225. In: aeroTELEGRAPH. 8. März 2022, abgerufen am 9. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da die An-225 in nächster Zeit nicht gebraucht wurde, baute man das rechte innere Triebwerk ab dem 6. Februar aus, um es vorübergehend in einer An-124 einzusetzen. Am Abend des 23. Februar 2022 war das Triebwerk wieder an der An-225 montiert und die betriebsfähige Maschine mit 70 t Treibstoff befüllt, was für einen Flug bis Leipzig gereicht hätte. Obwohl eine einsatzbereite Besatzung bereitgestanden haben soll, blieb das Flugzeug am Boden.<ref name=":3" /> Ab dem 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, versuchten die Streitkräfte Russlands in mehreren Wellen, den Flughafen mit Luftlandetruppen zu erobern. Der Hangar mit der betankten An-225 geriet am 27. Februar durch einen Luftangriff in Brand,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).] Radio Svoboda, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> wobei das Flugzeug zerstört wurde.<ref name=":5">Neue Bilder zeigen zerstörte Antonov An-225. In: aeroTELEGRAPH. 4. März 2022, abgerufen am 4. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Videos zeigen brennende und zerstörte Antonow An-225, n-tv.de vom 4. März 2022.</ref><ref>Neue Bilder zeigen Schäden an zerstörter Antonov An-225. In: aeroTELEGRAPH. 2. April 2022, abgerufen am 2. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Schadensbild und Nutzung des Wracks

Datei:50 днів активного спротиву окупанту 06 crop.jpg
Ausgebranntes Wrack am 8. April 2022

Ukroboronprom teilte zunächst mit, dass die Wiederherstellung schätzungsweise drei Milliarden US-Dollar kosten und mindestens fünf Jahre dauern würde.<ref>luk: Antonow An-225 „Mriya“ bei Krieg in Ukraine zerstört. In: Focus Online. 27. Februar 2022, abgerufen am 27. Februar 2022.</ref><ref name=":4">Russians destroy An-225 „Mriya“, it will be restored at the expense of the occupant. Abgerufen am 28. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach der Vertreibung der russischen Truppen besichtigte Pilot Dmytro Antonow, der die Maschine beim letzten Einsatz Anfang Februar 2022 gesteuert hatte, Anfang April 2022 das Wrack. Seiner Einschätzung nach ist der Schaden irreparabel: Die Frontpartie ist bis weit in den Flügelkasten hinein komplett verbrannt, die drei rechten Triebwerke und die vorderen Radsätze des Hauptfahrwerks sind schwer beschädigt. Das Wrack weist zahlreiche Einschusslöcher auf und die rechte Tragfläche ist in der Nähe des Rumpfes gebrochen. Einzig das Heckleitwerk könnte möglicherweise wiederverwendet werden. Ein genaueres Schadensbild sollte durch Experten festgestellt werden.<ref>Keine Hoffnung für Riesenflieger AN-225. Abgerufen am 4. April 2022.</ref> Der völlig zertrümmerte vordere, bis zum Flügelansatz reichende Teil des Flugzeuges wurde am 26. Mai 2022 mit zwei Schleppfahrzeugen aus dem Hangar geschleift, um diesen zu beräumen, das Wrackteil zu entsorgen bzw. zu verwerten und den von den russischen Truppen angerichteten Schaden zu dokumentieren.<ref name=":6">An-225: Antonow dementiert Verschrottung des Wracks. Abgerufen am 16. April 2023.</ref>

Die drei intakten Triebwerke der Backbord-Tragfläche waren im Frühjahr 2023 abmontiert. Zwei der drei Triebwerke setzte man dann an An-124-Flugzeugen ein. Für den angedachten Fertigbau der unvollendeten Schwestermaschine könnten die weitgehend intakte Ausrüstung im Frachtraum, der Großteil des Hauptfahrwerks sowie Elemente der Flügelmechanik verwendet werden.<ref>Zwei Mrija-Triebwerke hängen jetzt an Ruslan-Flügeln. Abgerufen am 12. April 2023.</ref>

Personelle Konsequenzen

Aufgrund einer Untersuchung zum Verlust des Flugzeugs musste Antonov-Chef Sergei Bytschkow Ende März 2022 seinen Posten aufgeben. Ihm wurde vorgeworfen, Warnungen über die bevorstehende Gefahr für das Flugzeug fahrlässig ignoriert und auch keine rechtzeitige Entscheidung getroffen zu haben, es in Sicherheit bringen zu lassen.<ref>Antonow-Generaldirektor Bychkow ist seinen Job los – Wegen Zerstörung der An-225. Abgerufen am 31. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im März 2023 wurden der ehemalige Direktor des Flugzeugherstellers Antonow und der Chef des Sicherheitsdienstes der Firma verhaftet. Nach einem stellvertretenden Direktor lief eine Suche. Die drei Männer hätten im Januar und Februar 2022 dem Militär verboten, das Flugzeug mit Befestigungen zu schützen, und so dem Feind geholfen, eines der Symbole der Ukraine zu zerstören.<ref>Riesiges Flugzeug zerstört – zwei Festnahmen in Ukraine. Abgerufen am 11. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im April 2023 klagte die ukrainische Staatsanwaltschaft Bytschkow wegen „offizieller Fahrlässigkeit“ an, weil er es versäumt habe, die An-225 vor der russischen Invasion nach Leipzig ausfliegen zu lassen.<ref>Antonov Head Charged With Negligence In Loss Of An-225. Abgerufen am 12. April 2023.</ref> Diese sei am Vorabend des russischen Überfalls für einen solchen Evakuierungsflug betriebsbereit gewesen. Der Ukraine sei durch dieses Versäumnis ein Schaden von 8,4 Milliarden Hrywnja entstanden.<ref>Rebecca Jeffrey: Former Antonov director charged with „negligence“ over AN-225 freighter loss. In: Air Cargo News. 11. April 2023, abgerufen am 16. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Evakuierungsplan Januar / Februar 2022 nach Leipzig

Antonow unterhält einen Stützpunkt am Flughafen Halle-Leipzig, von hier startete die An-225 32-mal mit Kraftwerksturbinen.

Oleksandr Gritsenko war Antonov-Manager in Leipzig, als er die Einschätzung der NATO erhielt, dass ein Überfall Russlands auf die Ukraine kurz bevor steht: „Mitte Januar 2022, um den 15. Januar herum, erhielt ich von der NATO Informationen darüber, dass der Krieg bald beginnen wird.“ Gritsenko wollte die ukrainische Antonov-Flotte in Sicherheit bringen. Der Flughafen Halle-Leipzig stand bereit dafür. Gritsenko arbeitete an einem Evakuierungsplan. Doch dann wurde Oleksandr Gritsenko als Antonov-Manager am Flughafen Leipzig-Halle abgezogen: „Am 15. Februar 2022 bin ich entlassen worden, von den damaligen Verantwortlichen bei Antonov in Kyjiw. Ich konnte mich nicht mehr um die Evakuierung kümmern.“<ref>Dirk Schneider, Dörte Hanisch: Zerstört kurz nach Beginn des russischen Überfalls : Antonov 225 – Tragische Geschichte eines Giganten. In: mdr.de. 24. Februar 2025, abgerufen am 25. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pläne für eine zweite An-225

Datei:An-225.jpg
Überflug des Chopin-Flughafens in Warschau, 14. April 2020

Der Bau der zweiten Maschine, deren Zelle zunächst für statische Belastungstests verwendet wurde,<ref>Jefim Gordon, Dmitriy Komissarow: Antonov’s Heavy Transports: From the An-22 to An-225, 1965 to the Present. Schiffer Publishing 2020. ISBN 978-0-7643-6071-8. S. 216.</ref> wurde schleppend betrieben und nie beendet. Immer wieder gab es Bestrebungen, die unvollendete Maschine fertigzustellen oder gar eine dritte Maschine anzufertigen: 1998 für das Frachtcharterunternehmen Air Foyle, die Kosten wurden damals auf 160 Millionen US-Dollar geschätzt. Danach gab es Überlegungen zum Transport von Teilen der Delta- oder Atlas-Trägerraketen oder von Flugzeugrumpfsektionen. Anfang der 2000er Jahre kündigte der damalige ukrainische Verkehrsminister Nikolai Rudkowski die Fertigstellung der zweiten Maschine bis Mitte 2008 an. Ungefähr 2004 gab man das Vorhaben auf, Fotos aus dieser Zeit zeigen den Bau in sehr rudimentärem Zustand.<ref>Foto der zweiten An-225 in der Werkshalle; September 2004, airliners.net.</ref> 2012 äußerte der Generaldirektor von Antonov Airlines, dass es mangels Nachfrage nicht zur Montage des zweiten Flugzeuges kommen werde.<ref>Laster der Lüfte, Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2012, online als PDF verfügbar unter: Andreas Spaeth: Laster der Lüfte (PDF; 125 kB).</ref> Im Jahr 2016 gab Antonow alle Rechte an der An-225 an Aerospace Industry Corporation of China ab, die angefangene An-225 hätte fertiggebaut und weitere Flugzeuge ab 2019 ausgeliefert werden sollen.<ref>Stefan Eiselin: Chinesen kaufen Rechte am Giganten der Lüfte. In: aeroTELEGRAPH. 1. September 2016, abgerufen am 16. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2018 hieß es aus China, man habe statt der An-225 ein grundlegend überarbeitetes eigenes Flugzeug entwickelt, welches in China statt in Kiew in Serie gebaut werden solle.<ref>Größtes Flugzeug der Welt – Kiew will zweite AN-225 fertigstellen. Abgerufen am 16. April 2023.</ref> Im November 2022 gab es Überlegungen von Oleksij Makejew, die zweite Maschine unter Verwendung von Wrackteilen der ersten in Deutschland herzustellen.<ref>Florian Reinke: Flughafen Leipzig Halle: Antonov An-225 bekommt neue Pläne. Abgerufen am 16. April 2023.</ref> Die unfertige Maschine ist seit 1994 im Kiewer Antonow-Werk eingelagert (Stand: Juni 2022).<ref name=":6" />

Weiterentwicklung

Eine vergrößerte und verbesserte Version mit acht Triebwerken und dem Namen An-325 war in Planung, wurde aber nicht realisiert.

Guinness-Buch der Rekorde

Datei:An-225 front day V1.jpg
Frontansicht der An-225, Militärflugplatz Lajes, April 2004

Die An-225 hält folgende Rekorde für die schwerste transportierte Luftfracht in einem Flugzeug:

Technische Daten

Datei:Antonov An-225 3-view.svg
Dreiseitenriss (rot dargestellt Nutzlasten wie MAKS und Treibstofftank)
Kenngrößen Daten
Besatzung 7 Personen, davon 6 im Cockpit
Länge 84 m<ref name="antonov.com">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Projection.] Antonov Company, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. Dezember 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Flügelspannweite 88,4 m
Spannweite Heckleitwerk 32,65 m
Flügelfläche 905 m²
Flügelstreckung 8,63
Tragflächenbelastung minimal (Leermasse): 193 kg/m²
maximal (max. Startmasse): 663 kg/m²
Höhe 18,1 m<ref name="antonov.com" />
Frachtraumabmessung Länge: 43,3 m
Breite: 6,4 m
Höhe: 4,4 m
Frachtraumvolumen 1220 m³
Leermasse ca. 285 t
max. Startmasse ca. 640 t<ref></ref>
max. Zuladung intern/extern: 250 t<ref></ref>
Höchstgeschwindigkeit 850 km/h
Dienstgipfelhöhe 11.000 m
Reichweite ohne Zuladung: 15.400 km
mit 200 t Zuladung: 4.500 km
mit maximaler Zuladung: 2.500 km
Startweg mit maximaler Zuladung: 3500 m<ref>Greg Goebel: Antonov Giants: An-22, An-124, & An-225. 1. Mai 2021, abgerufen am 1. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Triebwerke 6 Mantelstromtriebwerke ZMKB
Lotarjow D-18T mit je 229,85 kN Schub
Luftfahrzeugkennzeichen UR-82060<ref>Karsten Palt: Antonow / Antonov An-225 Mrija – Technische Daten / Beschreibung. In: flugzeuginfo.net. Abgerufen am 29. Juni 2016.</ref>

Rezeption

Zum ersten Jahrestag der Zerstörung der Antonow An-225 auf dem Flughafen Kiew-Hostomel am 27. Februar 2022, dem 4. Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine, kündigte Microsoft an, eine digitale Version der An-225 für den Microsoft Flight Simulator für 20 US-Dollar anzubieten. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf solle an den ukrainischen Konzern Antonow gehen und für den Wiederaufbau des Flugzeugs zur Verfügung stehen.<ref name="An-225-MSFlightSim-heise.de">Martin Holland: Antonow 225: Größtes Flugzeug der Welt kommt in den „Microsoft Flight Simulator“. Vor einem Jahr wurde in der Ukraine das weltgrößte Flugzeug zerstört. Bald kann man es im „Microsoft Flight Simulator“ fliegen und so beim Wiederaufbau helfen. In: heise online. 28. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023.</ref><ref name="An-225-MSFlightSim-Beckett">Jonathan Beckett: First look at the Antonov AN-225 Mriya in Microsoft Flight Simulator. In: YouTube. 28. Februar 2023, abgerufen am 28. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Literatur

  • A. Golz, T. Pfeiffer: Gigant der Lüfte im Corona-Dauereinsatz. In: Fliegerrevue. Nr. 7/2020, ISSN 0941-889X, S. 14–16.
  • Michael Normann: Transportflugzeuge aus der Sowjetunion. Motorbuch, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-613-04532-3, S. 115–125.
  • Jefim Gordon, Dmitriy Komissarow: Antonov’s Heavy Transports: From the An-22 to An-225, 1965 to the Present. Schiffer Publishing, Atglen (PA) 2020, ISBN 978-0-7643-6071-8.

Weblinks

Commons: Antonow An-225 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Passagierflugzeuge:

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Transportflugzeuge:

An-2An-3An-4An-8An-12An-14An-20An-22An-26An-32An-38An-50An-70An-72An-74An-112An-124An-132An-178An-204An-225An-325

Aufklärungs- und Überwachungsflugzeuge:

An-6An-30An-71An-88

Versuchsflugzeuge:

OKA-38An-181

Segelflugzeuge:

A-1A-2RF-7A-7/RF-8A-9A-10A-11A-13A-15A-40

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