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Thann (Bechhofen)

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Thann
Markt Bechhofen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(122)&title=Thann 49° 12′ N, 10° 33′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(122) 49° 12′ 16″ N, 10° 32′ 57″ O
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Höhe: 419 m ü. NHN
Einwohner: 122 (31. Dez. 2023)<ref name="Bechhofen">Halbjahresstatistik. (PDF; 19KB) Markt Bechhofen, 31. Dezember 2023, abgerufen am 9. Januar 2024.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1971
Postleitzahl: 91572
Vorwahl: 09825
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Datei:Thann, evangelisch-lutherische Pfarrkirche Sankt Peter DmD-5-71-115-83 foto5 2016-08-04 16.48.jpg
Evangelische Pfarrkirche Sankt Peter

Thann ist ein Gemeindeteil des Marktes Bechhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Thann hat eine Fläche von 3,305 km². Sie ist in 422 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7831,84 m² haben.<ref>Gemarkung Thann (093225). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 23. September 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Winkel.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>

Geografie

Das Kirchdorf liegt an der Altmühl. Im Westen grenzt der Burgerwald an, im Süden das Waldgebiet Hart. Die Kreisstraße AN 55 führt nach Weidendorf (2 km südöstlich) bzw. nach Velden (1,4 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kaudorf (2 km südwestlich), nach Liebersdorf (2,5 km südlich) und an Winn und Sauerbach vorbei nach Leibelbach zur Kreisstraße AN 54 (4,5 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 2. August 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>

Geschichte

Der Ort wurde im Jahr 888 erstmals urkundlich erwähnt. Laut dieser Urkunde gab der Eichstätter Bischof Erchanbald den Besitz der aufgelösten Herriedener Benediktinerabtei St. Salvator, zu der auch Thann gehörte, zu Lehen. 1087 wurde ein Werner von Thann erwähnt.<ref> </ref> Bis 1517 hatten die Herren von Thann, welche Ministerialen der Grafen von Oettingen waren,<ref>Thann. In: Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch: Abgestorbener Bayerischer Adel. Nürnberg 1884, Seite 94 (Digitalisat)</ref> dort ihren Sitz und übten die Ortsherrschaft aus.<ref>H. K. Ramisch: Landkreis Feuchtwangen, S. 120.</ref> Anschließend wurden die reichsritterschaftlichen Freiherren von Crailsheim die Grundbesitzer.

Thann lag im Fraischbezirk des eichstättischen Oberamtes Wahrberg-Herrieden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus 30 Anwesen. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Thann.<ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 518 f. Die vollständige Beschreibung lautet:

„Thann, ein im Eichstättischen Fraischbezirke des Oberamtes Wahrberg, eine Stunde südlich unter Herrieden an der Altmühl zwischen Weidendorf und Selgendorf gelegenes Dorf mit einem alten Schlosse. Es zieht sich dieses gegen 30 Haushaltungen starke Dorf von der Altmühl westlich an der ziemlich flachen Hänge vielmehr an den Fuß des Hügels hin, worauf das Thanner- und Bürgerholz steht. Zwischen diesem und dem gegenüber stehenden Berge, worauf das Hardholz steht, kömmt von Kaudorf her ein Bach herab, der durch dieses Dorf lauft und an dessen Ende in die Altmühl fällt.
Das alte 3 Stock hohe Schloß, dermal ein Aufenthalt der Eulen, steht sehr schwermüthig im Vierecke da und die dazwischen hervorragenden Bäume geben demselben ein noch düsteres Aussehen. Unweit davon ist die auch dreystöckige Kirche, ehedem ein Filial von Rauenzell. Dermal ist ein evangelischer Pfarrer allda, und es sind die evangelischen Unterthanen zu Selgendorf, Kaudorf und Kallart dahin gepfarrt. Dieses Schloß und Dorf gehört mit allen Ein- und Zugehörungen den Herren von Creilsheim, welche solches vom Fürstenthume Eichstätt zu Lehen tragen. Nach deren Aussterben fällt [Sp. 519] alles bemeldetem Fürstenthume heim.
Es war benanntes Schloß einst der Sitz und das Stammhaus der Familie von Thann. Einer derselben liegt gleich beym Eingange in den Kreutzgang der Herrieder Stiftskirche und ist in dem an der Wand aufgestellten Grabsteine mit dem Harnisch in Lebensgröße ausgehauen. So kömmt auch Werner von Thann in dem Vergleiche des Eichstättischen Bischoffs Ulrichs I und der Aebtissin Frideruna in Geißenfeld wegen der Zehnten in Geimersheim vom Jahre 1087 und Konrad der jüngere von Thann in dem Vergleiche als Zeuge vor, den im Jahre 1248 der Eichstättische Bischoff Heinrich IV, ein Graf von Wirtemberg, mit Grafen Ludwig von Oettingen über die Wiesen Wiesenthau und Aichach bey Ohrnbau geschlossen hat, im Jahre 1165 aber einer von Thann bey dem Turnier vor, welches Herzog Guelf von Bayern zu Zürch gehalten hat.“

</ref>

1806 kam Thann an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Thann dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sommersdorf<ref name="OV 1818"/> und der wenig später gegründeten Ruralgemeinde Sommersdorf zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Thann, zu der Winkel gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden<ref>Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 46 (Digitalisat).</ref> (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt, seit 1929 Finanzamt Ansbach). Ab 1862 gehörte Thann zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herrieden (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,263 km².<ref name="OV 1961"/> Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Bechhofen eingegliedert.<ref> </ref><ref>Bechhofen > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 18. April 2025.</ref>

Von 1903 bis 1966 gab es einen am Ortsrand von Winkel gelegenen Haltepunkt der Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen.

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Thann

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 205 259 225 211 221 203 221 214 214 222 237 214 219 219 234 234 221 218 200 329 328 291 242 251
Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> 50 46 46 49 46 45 44 45 48
Quelle <ref name="OV 1818">Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 91 (Digitalisat). Für die Gemeinde Thann zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Winkel (S. 104).</ref> <ref name="OV 1846">Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 162 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> <ref name="HGV"/> <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1026, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> <ref>

Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 161 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1192, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1122 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1190 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1228 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1058 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV"/> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 778 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 168 (Digitalisat).</ref>

Ort Thann

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002001 002017 002023
Einwohner 140 192 164 160 173 168 158 232 164 168 130 134 128 122
Häuser<ref name="Häuser"/> 38 35 40 36 34 32 33 41
Quelle <ref name="OV 1818"/> <ref name="OV 1846"/> <ref name="OV 1861"/> <ref name="OV 1875"/> <ref name="OV 1885"/> <ref name="OV 1900"/> <ref name="OV 1925"/> <ref name="OV 1950"/> <ref name="OV 1961"/> <ref name="OV 1970"/> <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 324 (Digitalisat).</ref> <ref>Vorlage:Markt Bechhofen 2001</ref> <ref>Halbjahresstatistik 31.12.2017. (PDF; 13,8 KB) In: markt-bechhofen.de. Abgerufen am 2. August 2023.</ref> <ref name="Bechhofen"/>

Baudenkmäler

In Thann gibt es vier Baudenkmäler:<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Bechhofen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>

  • Haus Nr. 33: ehemaliges Gasthaus, zweigeschossiger massiver Satteldachbau in Ecklage, 1827; Scheune, eingeschossiger Satteldachbau, massiv, mit Fachwerkgiebel, 19. Jahrhundert
  • Haus Nr. 38/40: ehemaliger Amtssitz der Freiherr von Crailsheim’schen Forstei Thann, Rest einer mittelalterlichen ehemaligen vierarmigen Burganlage, zweigeschossiger Satteldachbau, teilweise Fachwerk, im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts restauriert
  • Haus Nr. 44: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter, Saalkirche mit Ostturm, Neubau von 1766; mit Ausstattung
  • Haus Nr. 51: Schmiede, stattliches zweigeschossiges Giebelhaus, massiv, Mitte 19. Jahrhundert; Nebengebäude.

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Bodendenkmäler

In der Gemarkung Thann gibt es vier Bodendenkmäler.<ref name="Denkmalliste"/> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Peter (Thann) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Laurentius (Großenried) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Pfarrverband Burgheide. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 18. März 2023.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Thann (Bechhofen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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