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Belarus

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Belarus ([<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈbeːlaˌʁʊs]/[<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈbɛlaˌʁʊs], {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (im Deutschen selten nach der russischen Form Belorus);<ref>Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache - Belarus/Belorus. Abgerufen am 1. Juli 2022.</ref> amtlich {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), deutsche Transkription Respublika Belarus [<templatestyles src="IPA/styles.css" />rɛspublʲika bʲɛlaˈrusʲ] für deutsch Republik Belarus), im deutschen Sprachraum auch Weißrussland, ist ein osteuropäischer Binnenstaat. Politisches und wirtschaftliches Zentrum ist die Millionenstadt Minsk. Belarus grenzt an Litauen, Lettland, Russland, die Ukraine und Polen. Das Land entstand 1991 aus der Belarussischen oder Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik, die durch die Auflösung der Sowjetunion unabhängig wurde. Seit 1994 ist Aljaksandr Lukaschenka der autoritär und repressiv regierende Präsident von Belarus, weshalb das Land häufig als „letzte Diktatur Europas“ bezeichnet wurde.

Landesname

Grundsätzliches

Der Landesname Belarus setzt sich aus den Bestandteilen bela- (slawisch für „weiß“) und Rus (Name des mittelalterlichen ostslawischen Herrschaftsgebiets) zusammen. Zur Etymologie des Wortes Rus sowie zur historischen Bedeutung von bela- in diesem Zusammenhang gibt es unterschiedliche Theorien. Vorherrschend ist die folgende Ansicht: Demnach lässt sich Rus aus dem altfinnischen rūōtsi („die Ruderer“) herleiten und bezeichnet die skandinavischen Waräger; bela- wird als Bestandteil eines Systems zur Bezeichnung von Himmelsrichtungen mit Hilfe von Farben angesehen (vgl. auch Benennungen wie Schwarze Rus oder die Rote Rus/Rotreußen), wobei sich die Farbe Weiß auf den Westen der ehemaligen Kiewer Rus bezieht.<ref>Die Bezeichnung von Himmelsrichtungen mit Farben ist den Turksprachen zu verorten. Nach dem Zerfall der Kiewer Rus sollen die Tataren den westlichen Teil der ehemaligen Rus, der Bestandteil des Großfürstentums Litauen wurde, als Weiße Rus bezeichnet haben. Als Rote Rus wurde der südliche Teil der Rus, der dem Königreich Polen zugeschlagen wurde, bezeichnet; die Schwarze Rus bezeichnete den nördlichen Teil, der zum Herrschaftsbereich der Goldenen Horde gehörte (sogenannter Moskowiterstaat), so Witold Mańczak: Biała, Czarna i Czerwona Ruś (Die weiße, schwarze und rote Rus’). In: International Journal of Slavic Linguistics and Poetics 19 (1975), S. 32–39, hier S. 35–39, zitiert im Artikel Weißrussland/Belarus im Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Anmerkung 1, abgerufen am 27. Juli 2024. In einer anderen Studie mit Vergleichen zu „Weiß-Ungarn“, „Rotkroaten“, „Schwarzbulgaren“ heißt es: „Das System ist letztlich chinesischen Ursprungs und durch Steppenvölker nach Europa vermittelt worden. Dabei entspricht dem Osten der azurne Drache, dem Süden der rote Vogel, dem Westen der weiße Tiger, dem Norden der schwarze Krieger und der Mitte der gelbe Drache.“ (Wobei schwarz und rot passen würden – weiß hingegen nicht.) Zitat in Nikolaos Trunte: Bолхомъ бо нашедшемъ на Словѣни на Дунаиския. Spuren eines vergessenen Volkes im Donaubecken. In: Bernhard Symanzik (Hrsg.): Studia philologica slavica. Festschrift für Gerhard Birkfellner zum 65. Geburtstag gewidmet von Freunden, Kollegen und Schülern (= Münstersche Texte zur Slavistik, Band 4). Lit, Münster 2006, ISBN 3-8258-9891-1, Bd. 2, S. 765–778, hier S. 776–777.</ref>

Der Name Belaja Rus lässt sich in den Quellen seit dem 13. Jahrhundert nachweisen. Rus war der ostslawische Name für skandinavisch-slawische Herrschaftsgebiete wie das der Kiewer Rus, zu der das Gebiet seit dem 9. Jahrhundert gehörte.

Die historischen deutschen Bezeichnungen für die Rus waren Russland, Reußen oder Ruthenien, jedoch wurde ab der Mitte des 20. Jahrhunderts unmittelbar aus den ostslawischen Sprachen die Form Rus übernommen. Der Begriff Alba Russia (Weiße Rus) wurde in mittelalterlichen Quellen lange Zeit verschiedenen Teilen der Rus zugeordnet: der Republik Nowgorod, dem Großfürstentum Moskau oder dem östlichen Teil des heutigen Staatsgebiets von Belarus, im Gegensatz zur Schwarzen Rus für die Gegend rund um Grodno. Das farbliche Begriffspaar wurde darüber hinaus oft für verschiedene Gebiete und in verschiedenen Bedeutungen verwendet, bis der Begriff Weißrussland im 19. Jahrhundert einen festen Bezug zum ethnischen Siedlungsraum jenes Teils der Ostslawen entwickelte, die sich bis zu den Teilungen Polen-Litauens als kulturell und sprachlich unterschiedliche Gruppe im Machtbereich Litauens ausprägten.

Früher wurde das Land auch Weißruthenien und im Sprachgebrauch in der DDR Belorußland genannt. Die Historikerin Diana Siebert meint, die „eigentlich beste Bezeichnung Weißruthenien“<ref>Diana Siebert: Bäuerliche Alltagsstrategien in der belarussischen SSR (1921–1941). Die Zerstörung patriarchalischer Familienwirtschaft. (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa, Band 52). Franz Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 978-3-515-07263-2, S. 24, Anm. 34.</ref> sei historisch zu belastet und nicht mehr zur Verwendung geeignet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde in der NS-Sprache der Begriff „Weißruthenien“ verwendet (siehe Generalbezirk Weißruthenien), was das Bemühen des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete, Alfred Rosenberg, widerspiegelte, die Weißrussen möglichst stark von den Großrussen zu unterscheiden.<ref>Vgl. Alexander Brakel: Unter Rotem Stern und Hakenkreuz. Baranowicze 1939 bis 1944. Das westliche Weißrussland unter sowjetischer und deutscher Besatzung (= Zeitalter der Weltkriege, Band 5). Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn u. a. 2009, ISBN 978-3-506-76784-4, S. 31.</ref>

„Weißrussland“ und „Belarus“

Die deutschsprachigen traditionellen Benennungen „Weißrussland“, „Weißrussen“, „weißrussisch“ stehen in der Kritik:<ref name="ome">Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa: Artikel Weißrussland / Belarus.</ref> So wird argumentiert, dass Weißrussland eine politische, kulturelle und sprachliche Abhängigkeit von Russland bzw. Großrussland suggeriere. Anhänger dieser Position plädieren für die Bezeichnung Belarus und versuchen, auch das Adjektiv belarusisch (mit einem „s“) zu popularisieren.<ref name="tagessch" /><ref>Felix Ackermann: Die Republik Belarus ist mehr als Weissrussland. Und ihre Eigenständigkeit beginnt mit dem Namen des Landes. NZZ, 11. Januar 2020.</ref>

Gegner dieser Sichtweise argumentieren, dass „Weiß-“ lediglich eine Übersetzung von bela- darstelle, und Schreibungen wie „Belarusen“ anstelle von „-russen“ zudem auch eine Änderung der Aussprache von stimmlosem zu stimmhaftem „s“ und eine Verlängerung des kurzen /ʊ/ erfordere. Außerdem müsse dann auch Russland mit seiner etymologischen Anknüpfung an die Rus hinterfragt werden, da diese Bezeichnung das heutige Russland als einzigen semantisch „unmarkierten“ Nachfolger der mittelalterlichen Rus erscheinen lasse.<ref name="ome" /> Ähnliche Kontroversen um die Benennung bzw. Schreibung des Landes, seiner Bewohner und der Nationalsprache sind auch in anderen Sprachen, darunter Russisch, Englisch und Schwedisch, ausgetragen worden.<ref name="ome" />

Eine Ende Januar 2020<ref>Vom 30. Jan. bis 1. Feb. fand die Konstituierende Sitzung der Kommission in Berlin statt, dgo-online.org, abgerufen am 15. August 2020.</ref> gegründete Belarusisch-Deutsche Geschichtskommission empfiehlt, als Landesname Belarus mit Betonung auf -rus und als Adjektiv belarusisch (statt belarussisch) in deutschsprachigen Texten zu verwenden; damit werde deutlich, dass es sich bei der Republik Belarus um einen souveränen Staat handelt, der nicht Teil Russlands ist.<ref>Empfehlungen zur Schreibweise von Belarus in deutschsprachigen Texten. Stand Juli 2020, Pressemitteilung der Belarusisch-Deutschen Geschichtskommission auf geschichte-historyja.org, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />archivierte Kopie. (Memento vom 24. September 2021 im Internet Archive; PDF; 638 kB).</ref> Zahlreiche deutschsprachige Nachrichten- und Presseagenturen sowie Medien übernahmen dies und verwenden seither insbesondere als Landesnamen zunehmend Belarus,<ref name="tagessch">Proteste in Belarus – Polizei schießt scharf. Tagesschau (ARD), 12. August 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2020;.</ref><ref>Oliver Klein: Verwirrung um Ex-Sowjetrepublik – Warum Weißrussland plötzlich Belarus heißt. In: zdf-heute. ZDF, 11. August 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2020;.</ref><ref>Volkspräsident ohne Volk. spiegel.de, 10. August 2020, abgerufen am 10. August 2020.</ref><ref>Warum nun von Belarus die Rede ist. n-tv.de, 10. August 2020, abgerufen am 10. August 2020.</ref><ref>Marco Bertolaso: Warum auch wir von „Belarus“ sprechen. deutschlandfunk.de, 7. August 2020; abgerufen am 10. August 2020.</ref> wenngleich sie das Adjektiv oft belarussisch schreiben.

Die offiziellen belarusischen Stellen sowie die österreichische und schweizerische Diplomatie verwenden in offiziellen deutschsprachigen Texten den Namen Belarus.<ref>Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten: Liste der Staatennamen und deren Ableitungen in den vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten verwendeten Formen (PDF), Stand: 30. August 2019.</ref><ref>Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten: Liste der Staatenbezeichnungen (PDF; 727 kB), Stand: 18. Februar 2019.</ref> In Deutschland hingegen galt auf offizieller Ebene die Regelung, dass im zwischenstaatlichen Verkehr Belarus, im innerstaatlichen Verkehr und auf Landkarten hingegen die Bezeichnung Weißrussland verwendet wird. Die Regelung zum innerstaatlichen Verkehr wurde Anfang Oktober 2021 gestrichen. Seither wird in Deutschland im amtlichen Gebrauch ausschließlich Belarus verwendet,<ref>Auswärtiges Amt: Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland (PDF; 1,2 MB), Stand: 6. Oktober 2021.</ref> wenngleich das Adjektiv belarussisch und die Bezeichnung der Staatsangehörigen Belarussen geschrieben werden.<ref>Verzeichnis der Staatennamen für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland. (PDF) Auswärtiges Amt, 22. März 2024, S. 2, abgerufen am 8. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geografie

Die größte Ausdehnung des Landes vom Westen nach Osten beträgt 650 km – von Nord nach Süd sind es 560 km. Unter den europäischen Staaten ist Belarus flächenmäßig an 13. Stelle und der größte Binnenstaat, der vollständig in Europa liegt.

Datei:Swamp lake Balarus.jpg
Sumpfgebiet in der Nähe des Prypjat

Die Staatsgrenzen zu Russland und der Ukraine sind je etwa 1000 km lang, die Grenze zu Polen rund 400 km, die zu Litauen rund 680 km und die zu Lettland 173 km. Der Grenzverlauf ist unregelmäßig und folgt nur nach Polen teilweise Gewässern (Bug), vornehmlich verläuft die Grenze aber über Sumpf- und Hügelland.

Entfernungen von der Hauptstadt Minsk zu den Hauptstädten der Nachbarstaaten:

Im Süden liegen die historische Landschaft Polesiens und die Prypjatsümpfe (belarusisch Prypjazkija baloty). 30 Prozent des Landes sind bewaldet. Die höchste Erhebung ist die Dsjarschynskaja Hara (345 m) im Belarussischen Höhenrücken, die tiefsten Flussniederungen liegen etwa 50 Meter über dem Meer.

Gewässer

Belarus liegt in der Osteuropäischen Ebene und wird von Hügelketten der eiszeitlichen Endmoränen (Belarussischer Höhenrücken) und breiten, naturbelassenen Flüssen durchzogen. Etwa 70 Prozent des Landes entwässern nach Süden zum Prypjat (belarusisch Prypjaz) und zum Dnepr (belarusisch Dnjapro), der weiter durch die Ukraine ins Schwarze Meer fließt. Die größten Flüsse in Belarus sind Dnepr, Bjaresina, Prypjat und Memel (belarusisch Njoman). Der Bug ist Grenze zu Polen und damit ein Teil der EU-Außengrenze.

Größter See ist der Naratsch im Norden des Landes nahe der Grenze zu Litauen.

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Umwelt

Datei:Białowieski Park Narodowy03 23a.jpg
Der Wisent, hier im Białowieża-Nationalpark (Polen), gilt als Nationaltier von Belarus.

Belarus ist am stärksten von der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (1986) betroffen. Sie hat rund ein Viertel der Landesfläche, besonders im Osten und Süden, kontaminiert. Die Auswirkungen der Atomkatastrophe von 1986 sind noch heute spürbar. Im Jahr 2024 meldeten die weißrussischen Behörden, dass noch immer 12 Prozent der Landesfläche kontaminiert seien.<ref>globalvoices.org (englisch).</ref> Das Polessische Staatliche Radioökologische Schutzgebiet ist eine Sperrzone (eine Fläche von 2162 km²) an der Grenze zur Ukraine.

Verwaltungsgliederung

Belarus gliedert sich in sechs Verwaltungsgebiete (belarusisch Woblasz) mit 118 Bezirken (Rajone). Die Hauptstadt Minsk hat einen Sonderstatus und gehört keiner der Woblasze an.

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Bild:Belarus, administrative divisions - de - colored.svg|links|200px|Die belarussischen Verwaltungsgebiete


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poly 723 659 717 711 739 720 791 720 809 707 807 659 Minsk poly 551 402 551 421 561 440 567 444 587 465 601 477 613 477 604 520 599 550 586 589 576 597 544 592 524 602 518 616 535 633 550 644 582 654 579 672 563 686 558 696 553 707 567 727 588 747 593 778 595 805 590 834 581 840 570 844 563 860 561 876 572 893 589 907 589 918 578 937 577 964 582 978 598 968 621 979 641 993 667 998 690 1015 693 1024 683 1057 689 1068 694 1077 703 1097 706 1099 721 1068 730 1058 762 1058 770 1067 780 1075 806 1077 813 1077 817 1063 827 1062 844 1068 861 1068 881 1065 885 1057 886 1029 874 1006 869 1000 875 964 885 948 894 926 899 906 869 880 837 844 846 844 871 846 877 830 882 805 896 784 906 773 921 761 959 761 968 768 980 762 994 749 1020 744 1036 729 1056 698 1058 648 1063 607 1045 579 1047 519 1043 506 1006 497 982 497 954 499 911 480 903 483 886 500 874 503 812 473 802 478 785 482 739 442 734 437 708 407 697 386 Minskaja Woblasz poly 554 406 544 406 527 379 531 375 546 341 585 348 603 339 612 325 628 312 627 295 610 293 581 285 586 267 606 239 607 214 607 197 637 205 661 173 675 151 691 153 714 166 778 166 782 164 786 124 804 102 821 81 852 74 861 89 871 97 904 83 935 94 938 110 947 125 979 108 993 99 1042 113 1051 126 1057 167 1062 187 1086 188 1101 174 1125 155 1156 139 1214 164 1251 189 1257 204 1275 219 1283 218 1292 230 1293 248 1291 267 1288 285 1286 305 1294 321 1301 345 1306 369 1301 387 1283 412 1278 442 1294 455 1299 460 1319 478 1329 483 1329 500 1325 519 1324 525 1327 530 1329 533 1320 542 1307 547 1248 551 1219 570 1216 575 1206 573 1194 566 1193 563 1182 562 1166 565 1146 579 1121 567 1115 571 1112 572 1099 575 1068 577 1052 586 1038 593 1048 574 1056 530 1056 493 1054 493 1025 500 1007 487 972 489 938 492 917 477 910 478 903 488 892 502 869 487 846 473 820 481 793 474 774 460 753 442 729 420 698 400 694 386 Wizebskaja Woblasz poly 1058 584 1051 610 1048 636 1041 652 1039 680 1049 700 1062 718 1052 739 1022 758 998 776 978 798 970 797 950 779 923 784 893 817 877 841 886 852 885 860 863 862 851 852 847 856 853 871 884 882 901 895 909 912 902 942 878 997 875 1007 891 1019 927 1026 948 1021 966 997 987 967 1043 944 1077 949 1087 943 1093 919 1095 891 1097 866 1105 828 1128 842 1160 853 1188 854 1209 848 1234 845 1263 849 1307 860 1333 873 1345 889 1369 884 1380 877 1415 871 1434 888 1483 903 1517 897 1546 875 1552 848 1575 845 1599 827 1595 813 1582 800 1538 767 1543 747 1534 733 1496 719 1432 700 1429 697 1435 661 1435 644 1404 628 1346 592 1351 561 1319 532 1291 539 Mahiljouskaja Woblasz poly 744 1304 740 1272 749 1252 746 1209 750 1190 742 1151 742 1138 710 1113 712 1095 727 1068 745 1064 767 1077 807 1087 826 1077 844 1064 876 1069 882 1058 890 1031 934 1005 954 1004 981 971 1013 942 1034 944 1088 948 1097 938 1085 890 1108 862 1120 830 1176 853 1211 856 1235 849 1315 861 1347 888 1367 905 1367 944 1383 967 1404 1026 1409 1062 1416 1101 1419 1133 1422 1153 1423 1179 1397 1181 1371 1183 1356 1198 1325 1194 1299 1201 1282 1217 1248 1258 1243 1290 1244 1339 1244 1378 1229 1409 1211 1384 1205 1355 1186 1347 1156 1347 1087 1357 1078 1336 1044 1357 1033 1367 1022 1321 1016 1299 980 1315 950 1333 940 1361 937 1368 919 1319 913 1312 878 1316 862 1292 816 1311 789 1324 774 1299 750 1293 Homelskaja Woblasz poly 180 1316 222 1302 226 1280 233 1235 244 1226 282 1231 297 1229 367 1210 372 1206 418 1215 443 1221 480 1227 517 1233 543 1238 583 1255 598 1259 630 1260 652 1267 664 1273 674 1287 704 1306 741 1309 757 1270 760 1223 756 1166 735 1137 716 1117 687 1083 672 1057 677 1035 678 1010 635 979 601 965 568 962 561 937 568 890 558 871 559 853 535 826 482 825 449 826 430 872 413 921 383 961 367 973 321 964 308 947 266 956 261 988 233 994 188 992 175 1004 172 1014 148 1035 115 1047 70 1070 65 1089 53 1119 67 1152 98 1172 114 1193 115 1227 105 1265 102 1292 102 1300 108 1313 119 1344 127 1340 127 1318 127 1304 137 1297 Breszkaja Woblasz poly 529 395 544 403 550 414 552 431 569 446 584 461 598 474 611 487 602 513 594 544 587 570 577 582 544 600 515 607 518 619 522 635 533 646 551 651 557 663 557 685 542 705 543 717 565 750 574 769 579 797 577 817 568 831 542 835 510 822 455 830 441 845 427 868 426 899 414 931 399 947 385 967 378 972 342 973 333 965 317 945 299 948 290 952 279 963 267 986 266 990 254 1000 211 987 193 990 171 991 163 956 164 900 154 869 138 801 103 669 125 682 155 667 159 667 228 678 231 681 267 666 288 651 294 666 305 670 309 648 310 624 326 617 348 626 375 595 382 585 433 577 431 599 456 624 475 611 476 590 454 569 434 559 445 541 466 515 469 503 463 493 463 440 477 412 494 406 Hrodsenskaja Woblasz


</imagemap>

  1. Stadt Minsk
  2. Breszkaja Woblasz
  3. Homelskaja Woblasz
  4. Hrodsenskaja Woblasz
  5. Mahiljouskaja Woblasz
  6. Minskaja Woblasz
  7. Wizebskaja Woblasz

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Städte

Datei:Victory-square.jpg
Siegesplatz in der Hauptstadt Minsk

Im Jahr 2023 lebten 81 Prozent der Einwohner von Belarus in Städten.<ref>Urban population (% of total population). Weltbank, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die größten Städte des Landes sind (Einwohner gemäß Schätzung 1. Januar 2019):<ref>Weißrussland: Regionen, Bezirke, Städte, urbane Siedlungen – Einwohnerzahlen in Karten und Tabellen. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

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Bevölkerung

Demografie

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Belarus hatte 2024 9,1 Millionen Einwohner.<ref>Population, total. In: World Economic Outlook Database. Weltbank, 2023, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Einwohnerzahl sank um 0,8 %. Zum Bevölkerungsrückgang trug ein Sterbeüberschuss (Geburtenziffer: 9,2 pro 1000 Einwohner<ref>Birth rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> vs. Sterbeziffer: 15,5 pro 1000 Einwohner<ref>Death rate, crude (per 1,000 people). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,5, die der Region Europa und Zentralasien betrug 1,7.<ref>Fertility rate, total (births per woman). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Lebenserwartung der Einwohner von Belarus ab der Geburt lag 2022 bei 73,1 Jahren<ref>Life expectancy at birth, total (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (Frauen: 78,4<ref>Life expectancy at birth, female (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Männer: 68,1<ref>Life expectancy at birth, male (years). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 40,2 Jahren.<ref>World Population Prospects 2022 - Population Dynamics -Download Files. Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen, 2021, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahre 2017 waren 11,4 % der Bevölkerung im Ausland geboren, die meisten davon in Russland.<ref>Migration Report 2017. (PDF) UN, abgerufen am 30. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref></ref>

Bevölkerungsstruktur

Das Staatsvolk bilden die ostslawischen Belarussen mit etwa 83 Prozent der Gesamtbevölkerung. Neben ihnen gibt es 8,3 Prozent Russen, 3,1 Prozent Polen<ref>siehe auch: Bund der Polen in Belarus.</ref> und 2,4 Prozent Ukrainer.

Belarus liegt im Zentrum des ursprünglichen jüdischen Ansiedlungsgebietes des Zarenreiches. Die jüdische Minderheit war daher ehemals sehr stark vertreten und bildete vor dem Zweiten Weltkrieg die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe, in manchen Städten mit einem Anteil von über 50 Prozent sogar die Bevölkerungsmehrheit. In Folge des Holocausts fiel die jüdische Minderheit auf belarussischem Gebiet jedoch auf rund 1,9 Prozent der Bevölkerung (etwa 150.000) im Jahr 1959. Diese Zahl sank in den Folgejahren weiter, vor allem durch Abwanderung nach Israel, stark beschleunigt nach der Öffnung des Landes zwischen 1989 und 1992. 2009 wurden nur noch 12.926 (0,1 Prozent) Juden gezählt.

Der Minderheit der muslimischen Tataren gehören ebenfalls etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung an.

Bevölkerung von Belarus nach Volksgruppen 1959–2019
Volks-
gruppe
Zensus 19591 Zensus 19702 Zensus 19793 Zensus 19894 Zensus 19995 Zensus 20096 Zensus 2019<ref>belstat.gov.by (belarussisch).</ref>
Zahl Anteil Zahl Anteil Zahl Anteil Zahl Anteil Zahl Anteil Zahl Anteil Zahl Anteil
Belarussen 6.532.035 81,1 7.289.610 81,0 7.567.955 79,4 7.904.623 77,9 8.158.900 81,2 7.957.252 83,7 7.990.719 84,9
Russen 0.659.093 08,2 0.938.161 10,4 1.134.117 11,9 1.342.099 13,2 1.141.700 11,4 0.785.084 08,3 0.706.992 07,5
Polen 0.538.881 06,7 0.382.600 04,3 0.403.169 04,2 0.417.720 04,1 0.395.700 03,9 0.294.549 03,1 0.287.693 03,1
Ukrainer 0.133.061 01,7 0.190.839 02,1 0.230.985 02,4 0.291.008 02,9 0.237.000 02,4 0.158.723 01,7 0.159.656 01,7
Juden 0.150.084 01,9 0.148.011 01,6 0.135.450 01,4 0.111.975 01,1 0.027.800 00,3 0.012.926 00,1 0.013.705 00,1
Armenier 0.001.751 00,0 0.002.362 00,0 0.002.751 00,0 0.004.933 00,1 0.010.200 00,1 0.08.512 00,1 0.009.392 00,1
Tataren 0.008.650 00,1 0.009.992 00,1 0.010.851 00,1 0.012.436 00,1 0.010.100 00,1 0.007.316 00,1 0.008.445 00,1
Roma 0.004.662 00,1 0.006.843 00,1 0.008.408 00,1 0.010.762 00,1 0.009.900 00,1 0.007.079 00,1 0.006.848 00,1
Aserbaidschaner 0.001.402 00,0 0.001.335 00,0 0.002.654 00,0 0.005.009 00,1 0.006.300 00,1 0.005.567 00,1 0.006.001 00,1
Litauer 0.008.363 00,1 0.008.092 00,1 0.006.993 00,1 0.007.606 00,1 0.006.400 00,1 0.005.087 00,1 0.005.287 00,1
Andere 0.016.666 00,2 0.024.493 00,3 0.029.183 00,3 0.043.635 00,4 0.041.200 00,4 0.261.712 02,8 0.218.708 02,3
Total 8.054.648 9.002.338 9.532.516 10.151.806 10.045.200 9.503.807 9.413.446
1 Quelle: demoscope.ru. 2 Quelle: demoscope.ru. 3 Quelle: demoscope.ru. 4 Quelle: demoscope.ru. 5 Quelle:<ref name="Zensus2009"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zensus 2009. (Memento vom 27. Februar 2013 im Internet Archive) Belstat.</ref>. 6 Anmerkung: Zahl der Anderen enthält 31847 Zugehörige zu anderen Volksgruppen (0,3 Prozent) und 225.921 mit unbekannter Zugehörigkeit (2,4 Prozent). Quellen:<ref name="Zensus2009" /> (Seite 8, ZIP; 2,1 MB) Belarus,2009, Total, both sexes anklicken.
Datei:Bychaŭski Stroj stamp.jpg
Belarussische Nationalkleidung

Sprachen

Die Amtssprachen des Landes sind Belarussisch und Russisch. Seit der Unabhängigkeit hat die Bedeutung des Belarussischen zwar zugenommen, das Russische bestimmt das öffentliche Leben jedoch nach wie vor, besonders in den Städten. Verbreitet ist auch die Trassjanka, eine mündliche Mischform aus belarussischer und russischer Sprache. Durch die große polnische Minderheit im Land und auch aus historischen Gründen besitzt das Polnische ebenfalls noch eine gewisse Verbreitung, vor allem im Westen des Landes. Aufgrund einer langanhaltenden Assimilation sprechen heute viele belarussische Polen aber nicht mehr Polnisch, sondern entweder Russisch oder Belarussisch. Faktisch ist Russisch die dominierende Sprache des Landes, etwa 75 Prozent der Bevölkerung nutzen es inzwischen als Hauptumgangssprache und nur noch knapp 12 Prozent das Belarussische.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tres de cada cuatro bielorrusos emplean en su vida cotidiana el ruso. (Memento vom 24. Juni 2017 im Internet Archive) El Informador (spanisch).</ref> Das Russische ist für alle Volksgruppen des Landes, einschließlich der Belarussen, die meistgenutzte Umgangssprache.<ref name="sprachenstatistik"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />belstat.gov.by (Memento vom 18. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> Unter der ethnisch belarussischen Bevölkerung gaben beim Zensus von 2009 rund 60 Prozent an, bevorzugt Russisch zu sprechen, 26 Prozent zogen das Belarussische vor.<ref name="sprachenstatistik" /> Der Anteil der belarussischen Muttersprachler ist allerdings deutlich höher als der Anteil derer, die bevorzugt Belarussisch sprechen.

Die Verbreitung der beiden Sprachen schwankt von Region zu Region. Im Allgemeinen ist das Belarussische in ländlichen Gebieten stärker verbreitet als in Städten. Die Region mit dem höchsten Anteil der belarussischsprachigen Bevölkerung ist die Minskaja Woblasz, in der rund 39 Prozent der Bevölkerung Belarussisch und 56 Prozent Russisch als Hauptumgangssprache angeben. Am stärksten dominiert das Russische in der Hauptstadt Minsk, wo weniger als 6 Prozent bevorzugt Belarussisch und mehr als 82 Prozent Russisch sprechen.<ref name="sprachenstatistik" />

Von 1990 an war das Belarussische für einige Jahre die alleinige Amtssprache des Landes, bis das Russische 1995 nach einem Referendum wieder den Status einer gleichberechtigten Amtssprache erhielt. In dieser kurzen Zeit war das Russische in bisher beispiellosem Maße zurückgedrängt worden. 1994 waren nur noch knapp 5 Prozent aller Schulen russischsprachig und die belarussische Regierung hatte sich ab 1990 die Verdrängung des Russischen aus „sämtlichen Sphären der belarussischen Gesellschaft“ bis zum Jahr 2000 zum Ziel gesetzt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Практика законодательного обеспечения двуязычия в Беларуси (Memento vom 27. April 2009 im Internet Archive)</ref> Umfragen zeigten jedoch, dass diese Sprachpolitik nur auf wenig Zustimmung in der Bevölkerung traf. Beim Referendum von 1995 sprachen sich schließlich 86,8 Prozent der Wähler für eine Wiedereinführung des Russischen als Amtssprache aus.<ref>Language Situation in Belarus-1. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

In der Volkszählung von 2009 gaben 60 Prozent Belarussisch als Muttersprache an, aber nur 26 Prozent gaben an, die Sprache zu Hause zu sprechen. Im Jahr 2017 besuchten bei sinkender Tendenz nur 13 Prozent der Volksschüler eine Schule in belarussischer Sprache und in der Zentralbibliothek nahmen zu Beginn des Jahres 2019 Bücher in Belarussisch nur marginalen Raum ein. 2019 war vermehrt von der Sprache und ihrer Rolle im absehbaren „Unabhängigkeitskampf“ (Drehbuchautor Andrej Kurejtschyk) mit Russland die Rede.<ref>Die Sprache ist die beste Waffe, Nowaja Gaseta, 11. Februar 2019.</ref><ref>„Lukaschenkos Interessen stimmten mit den Nationalen überein“, Nowaja Gaseta, 11. Februar 2019.</ref>

Religionen

Datei:Saints Peter and Paul Cathedral.jpg
Orthodoxe St.-Petrus-und-Paulus-Kathedrale in Minsk

Laut offiziellen Statistiken bezeichnen sich 58,9 Prozent der Bevölkerung als gläubig. Die größte Kirche in Belarus ist die orthodoxe Kirche, die im belarussischen Exarchat, das dem Patriarchen von Moskau untersteht, organisiert ist. Nach Schätzungen von 1997 gehören ihr ca. 82 Prozent der Gläubigen an – vor allem Belarussen, Ukrainer und Russen. Die restlichen 18 Prozent verteilen sich auf mehrere Konfessionen (vor allem römisch-katholische, griechisch-katholische, aber auch protestantische (zum Beispiel Baptisten), islamische und jüdische Gemeinden).<ref>Außenministerium Weißrusslands: Religion and denominations in the Republic of Belarus (PDF), 2011, abgerufen am 8. Februar 2014.</ref>

Römisch-katholisch sind die meisten Polen und Litauer sowie die Belarussen im Westen und Norden des Landes. Nach der offiziellen Statistik (s. o.) bilden sie 12 Prozent der Kirchenangehörigen, also knapp 7 Prozent der Bevölkerung, nach eigenen Angaben der katholischen Kirche allerdings zwischen 10 Prozent<ref>Vgl. die Angaben im Annuario Pontificio 2005 zu den belarussischen Diözesen.</ref> und 14 Prozent<ref>Першая: Рыма-каталіцкі Касцёл на Беларусі. In: catholic.by. Abgerufen am 28. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Es gibt eine kleine Minderheit griechisch-katholischer Christen von etwa 10.000 Gläubigen. Die Letten und die Roma wie die Jerli (auch Sinti, Lovara, Manusch und Kalderasch) bekennen sich vorwiegend zum evangelisch-lutherischen Christentum. Belarus war eines der schwerpunktmäßig betroffenen Gebiete des Holocausts. Vorher lebte hier eine große jüdische Bevölkerungsgruppe; seit 1989 wanderte ein großer Teil der Nachkommen überlebender Juden aus. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Sozialsystem

Belarus unterhält ein für den postsowjetischen Raum einzigartiges Sozialsystem, das beim Volk für einige Zustimmung für die autokratische Landesführung sorgt. Gleichzeitig gestaltete sich dessen Finanzierung im Jahr 2018 zunehmend schwieriger.<ref>Wieso Weissrusslands Autokrat sein Kabinett austauscht, NZZ, 21. August 2018.</ref>

Bildungswesen

Hochschulen

Die Universitäten und Hochschulen befinden sich großteils in der Hauptstadt:

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Schulkontakte ins Ausland

Einige tausend junge Belarussen studieren in Deutschland und eine etwas größere Zahl in Russland oder Ländern des Westens.

Mit den erstgenannten drei Hochschulen hat der Internationale Hilfsfonds<ref>Projekte -Internationaler Hilfsfonds e. V. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2020;.</ref> von EU und Deutschland Partnerschaften in den Westen eröffnet. Die oft beklagte Isolation war für Belarus schon zu Zeiten der Sowjetunion schmerzhaft. Seit der Unabhängigkeit des Landes wuchs die Hoffnung der Universitäten auf Kooperationen, was aber wegen der autoritären Staatspolitik kaum gelang.

Die 1992 gegründete einzige Privatuniversität, die Europäische Humanistische Universität, musste im August 2004 auf staatlichen Druck geschlossen werden. Sie hatte, größtenteils aus westlichen Mitteln finanziert, Europastudien, Sprach- und Politikwissenschaften angeboten. Auch das Institut für Deutschlandstudien befand sich dort. Die Hochschule wurde im Juni 2005 im Exil in Vilnius (Litauen) wieder eröffnet.

Gesundheitswesen

Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 6,6 % des Bruttoinlandsprodukts.<ref>Current health expenditure (% of GDP). In: World Bank Open Data. Weltbank, 2024, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2019 praktizierten in Belarus 44,3 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner.<ref>Global Health Workforce statistics database. In: The Global Health Observatory. Weltgesundheitsorganisation, 2023, abgerufen am 16. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verbreitung von Krankheiten

Zum 1. April 2004 wurden offiziell 5751 HIV-Infektionen, 107 AIDS-Fälle und 439 AIDS-Tote in der Republik Belarus gemeldet. HIV tauchte 1996 zum ersten Mal unter den spritzenden Drogenabhängigen in Swetlahorsk (Homelskaja Woblasz) auf. Bis September 1998 waren in derselben Stadt 2173 HIV-Fälle offiziell registriert. Dies macht 81 Prozent aller gemeldeten Fälle im gesamten Land zu dieser Zeit aus. Die Zahl der infizierten Drogenabhängigen stieg auf 74 Prozent. HIV-Tests sind Pflicht für Blutspender, Gefängnisinsassen, Patienten mit sexuell übertragbaren Krankheiten, Drogenabhängige und Prostituierte. Die HIV-Fälle, in denen die Ansteckungsursache dokumentiert wurde, listen für das Jahr 2003 auf, dass sich 76 Prozent (im Vorjahr: 64 Prozent) durch nicht sterilisierte Spritzen beim Drogenkonsum und 23 Prozent (im Vorjahr 35 Prozent) durch heterosexuelle Kontakte infiziert haben. Im Jahr 2002 lebten von den 319 dokumentierten Fällen einer heterosexuellen Ansteckung 52 Prozent mit Risikopartnern, hauptsächlich Drogenabhängigen. Wie auch in Russland ist die Krankheit nicht im gesamten Land gleich verbreitet, sondern zeigt die höchsten Zahlen in der Homelskaja Woblasz (3380 Fälle, oder 224,5 auf 100.000 Einwohner) und in Minsk (823 Fälle, oder 47,3 auf 100.000 Einwohner).

Das Gesundheitswesen in Belarus ist im weltweiten Vergleich leicht überdurchschnittlich entwickelt. Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko. In Belarus waren im Mai 2021 26,6 % aller über 15-Jährigen Raucher. 5 % der Neugeborenen waren untergewichtig.<ref>laenderdaten.info, abgerufen am 26. Mai 2021.</ref>

Radioaktive Verstrahlung

Eine Folge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl war der Anstieg von Schilddrüsenkrebsfällen, der sich bereits drei bis vier Jahre nach der Katastrophe durch einen Anstieg bei Kindern zeigte. Weiter zeigte sich, dass auch bei Jugendlichen und Erwachsenen das Risiko für Schilddrüsenkrebs in Abhängigkeit der Exposition mit Jod-131 signifikant anstieg. Während Vertreter der Atomwirtschaft von lediglich 4000 zusätzlichen Fällen Schilddrüsenkrebs durch die Nuklearkatastrophe ausgehen, errechnete der Wissenschaftliche Ausschuss der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR) eine kollektive Schilddrüsendosis von etwa 2,4 Mio. Personen-Gray für ganz Europa.<ref>Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Strahlenbelastung: 30 Jahre Leben mit Tschernobyl. Deutscher Ärzteverlag GmbH, 6. Mai 2016, abgerufen am 28. Juli 2020.</ref> Ein Viertel des Territoriums wurde verstrahlt, große Flächen mussten gesperrt, 140.000 Menschen umgesiedelt werden. Ein Viertel des Wirtschaftswaldes, etliche Minerallagerstätten und viele Industriebetriebe gingen verloren. Ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes wurde kontaminiert und führte zur Räumung großer Gebiete vor allem um die Stadt Homel. Dort haben viele Kinder höhere Cäsiumwerte als in nicht kontaminierten Gebieten, mancherorts acht bis zehn Mal höhere Werte. Es sollen nur Pflanzen angebaut werden, die keine oder wenig radioaktive Nuklide anreichern wie Raps, Mais und Weizen. Im Rajon Chojniki, wo auf ehemals verseuchten Böden Weizen angebaut und Milchwirtschaft betrieben wird, hat das Strahleninstitut im Frühjahr 2020 20 bis 30 Becquerel pro Kilogramm Körpergewicht bei den Kindern gemessen. Hauptursache sei vor allem der Verzehr von Beeren und Pilzen aus den Wäldern.<ref>Martin Hlady, Katrin Molnár: Belarus: Landwirtschaft auf verstrahlten Feldern? MDR, 27. April 2020, abgerufen am 28. Juli 2020.</ref>

Nach der Katastrophe wurde in verschiedenen Ländern eine Reihe privater Hilfsorganisationen gegründet, die den Kindern aus den vom radioaktiven Niederschlag betroffenen Gebieten Erholungsaufenthalte bieten. Dadurch wird das Immunsystem der Kinder weniger belastet und die Völkerverständigung gefördert. Von Belarus und von der Deutschen Botschaft werden diese Erholungsaufenthalte unterstützt.

Geschichte

Slawen

Datei:Rus de Kiev es 1237.svg
Rus-Fürstentümer im Verband der Kiewer Rus

Das im Süden von Belarus gelegene Gebiet Polesien gilt als eine mögliche Urheimat der Slawen insgesamt. Im frühen Mittelalter war der Großteil des heutigen Belarus von ostslawischen Stämmen besiedelt, darunter die Dregowitschen, die Radimitschen und die Polotschanen. Im Nordwesten lebten baltische Stämme. Der Landstrich wurde Teil der Kiewer Rus, des ersten ostslawischen Großstaates. Zu dessen Bestandteilen auf dem Gebiet von Belarus zählten das Fürstentum Polozk (belaruss.: Polazk) und das Fürstentum Turow-Pinsk (belaruss.: Turau-Pinsk). Bis 1240 zerstörte der Mongolensturm aus dem Osten die Kiewer Rus.

Entwicklung

Aus der Kiewer Rus entstanden mehrere Volksgruppen:

  • Auf dem Gebiet der heutigen Ukraine entstand das Fürstentum Galizien-Wolhynien, das sich von den nördlichen Hängen der Karpaten über das heutige Ostgalizien und Wolhynien erstreckte. Dieses Reich bestand bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts und bildete den Grundstein für die spätere ukrainische Volksgruppe, fiel dann aber unter litauisch-polnische Herrschaft.
  • Auf dem Gebiet von Belarus bildete sich allmählich die belarussische Volksgruppe heraus.
  • Großrussland fiel bis 1480 unter mongolisch-tatarische Herrschaft, bis es sich unter Moskauer Führung von dieser lösen konnte.
Datei:VKL-1462-ru.png
Expansion des Großfürstentums Litauen (rosa bis grün) mit den genauen Jahren der Erwerbung

Im 13./14. Jahrhundert kam das belarussische Gebiet zum Großfürstentum Litauen, das in der Zeit weit nach Osten und Süden expandierte. Seit 1307 gehörte auch das Fürstentum Polozk zum litauischen Großfürstentum.<ref>Pawel Lojka: Der Zerfall der Kiewer Rus und das Fürstentum Polozk (9. bis 12. Jahrhundert). In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. S. 69–79, hier S. 79.</ref> Das heutige Belarus wurde zumeist durch Bündnisbildung unter litauischer Oberhoheit gegen den Deutschen Orden, gegen die mongolische Hegemonie der Goldenen Horde und gegen andere Rus-Fürstentümer, oft verbunden mit Heiratsbeziehungen und manchmal durch dynastischen Erbfall, gewaltfrei in das litauische Großfürstentum integriert. Besonders die Stadt Nawahrudak und die zahlreichen durch Erbteilung entstandenen Nachfolgestaaten des Fürstentums Polazk und des Fürstentums Turau-Pinsk, die zusammen den größten Teil des heutigen Belarus umfassten, integrierten sich weitgehend friedlich, die Fürstentümer bestanden noch länger unter litauischer Hegemonie weiter, außer nach dynastischem Erbfall.<ref>Historisches Institut der Belarussischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): „Вялікае Княства Літоўскае (энцыклапедыя).“ (belarussisch)(= „Das Großfürstentum Litauen (eine Enzyklopädie).“) Bd. 1: „Einführung und A–K.“ Minsk 2007, S. 8–12 (im Kapitel „гісторыя“=„Geschichte“).</ref> Neben den Siedlungsgebieten der baltischen Stammesverbände der Litauer bildeten auch belarussische Gebiete das „eigentliche Litauen“, den Kern des Großfürstentums Litauen, das von den „dazugehörigen Landesteilen“, den im Laufe der Zeit dazugewonnenen Gebieten, unterschieden wurde.<ref>Pawel Lojka: Die weißrussischen Territorien als Teil des Großfürstentums Litauen. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. S. 80–92, hier S. 88.</ref> Große litauische Feldzüge und Eroberungen fanden südlich, in der heutigen Ukraine und östlich, im heutigen Zentralrussland statt. Ausnahmen waren frühe litauische Kriegszüge im 12. Jahrhundert im Nordwesten und zeitweilige Konflikte (neben Bündnisphasen) mit Fürstentümern, deren Zentren außerhalb von Belarus lagen, die aber Randgebiete von Belarus umfassten: mit dem Fürstentum Galizien-Wolhynien, das in den Westen des Landes reichte, mit dem Fürstentum Smolensk, das in die östliche Peripherie reichte und dem Fürstentum Tschernigow-Perjaslawl, das in den Südosten reichte, Smolensk und Perejaslawl wurden von Litauen erobert.

Datei:Lithuanian Statute I.jpg
Der älteste der drei grundlegenden Rechtstexte (Statuten) des Großfürstentums Litauen aus dem Jahr 1529 in ruthenischer Sprache mit kyrillischer Schrift

Die Großfürsten Litauens führten den Titel magnus dux Littwanie, Sarmathie et Rusie (= Großfürst Litauens, Sarmatiens und der Rus) und beanspruchten durch die Übernahme des Großfürsten-Titels vom eroberten Großfürstentum Kiew die Würde des bevorrechtigten Senior-Großfürsten, des Oberhauptes aller ostslawischen, orthodoxen Fürstentümer, die aus der Kiewer Rus entstanden waren. Nur wenige Jahrzehnte später entstand mit dem Großfürstentum Moskau ein Konkurrent um diesen Anspruch, aus dem sich Russland entwickelte. Im Großfürstentum Litauen selbst folgte eine Blütezeit der ostslawisch-orthodoxen Sprache und Kultur, die in der belarussischen Geschichtsschreibung als „Goldenes Zeitalter“ charakterisiert wird.<ref>Rainer Lindner: Weißrußland im Geschichtsbild seiner Historiker. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. S. 25–48, S. 34.</ref> Die beiden Völker (Belarussen und Litauer) bezeichneten sich selber aufgrund ihrer staatlichen Zugehörigkeit in ihren Sprachen als „Litauer“ (litauisch: lietuvis bzw. slawisch/ruthenisch: litwin), aber nur die ostslawische Ruthenische Sprache, eine frühe Form des Belarussischen, auch Altbelarussisch genannt, nicht die erst im 16. Jahrhundert zur Schriftsprache entwickelte Litauische Sprache, war die Kanzlei- und Schriftsprache des Großfürstentums Litauen.

Datei:Rzeczpospolita2nar.png
Grenzen Polen-Litauens nach der Union von Lublin im Jahr 1619 mit den beiden Reichsteilen Königreich Polen (hellbraun), Großfürstentum Litauen (lila) und den lehnsabhängigen Ländern Herzogtum Preußen (hellgrau), Herzogtum Kurland und Semgallen (violett) und Herzogtum Livland (dunkelgrau) mit den aktuellen Grenzen zum Vergleich.

Schon 1386 erbte der litauische Großfürst Jogaila über seine Ehefrau, die polnische Thronerbin Hedwig von Anjou, auch den polnischen Königsthron, den er unter dem polonisierten Thronnamen Władysław II. Jagiełło bestieg, und bis 1572 beherrschte die nach ihm benannte Dynastie der Jagiellonen in Personalunion das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen. Unter dem zunehmenden Druck Russlands und bei absehbarem Aussterben der Jagiellonen wurde die Personalunion durch den Adel Polens und Litauens 1569 in der Union von Lublin zu einer Realunion, dem Doppelstaat Polen-Litauen, eine Adelsrepublik mit Wahlkönigtum, erweitert. Kurz vor der Union von Lublin wurden auch die internen Grenzen verändert, der litauische Reichsteil trat südliche Gebiete in der Ukraine an den polnischen Reichsteil ab,<ref>Henads Sahanowitsch: Der Eintritt des Großfürstentums Litauen in die polnisch-litauische Adelsrepublik: Weißrußland im 16. und 17. Jahrhundert. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. S. 93–118, hier S. 95.</ref> behielt aber die belarussischen Gebiete. Anhand dieser Grenzen entwickelte sich die ethnische Auseinanderentwicklung der drei ostslawischen Ethnien christlich-orthodoxer Religion weiter: die Belarussen entwickelten sich aus den ostslawischen Bewohnern des litauischen Reichsteils, die Ukrainer aus denen des polnischen Reichsteils und die Russen aus den Bewohnern des rivalisierenden Großfürstentums Moskau, später Zarentum Russland. Im litauischen Reichsteil blieb die Ruthenische/Altbelarussische Sprache noch bis 1697 die Kanzlei- und Amtssprache. In diesem Jahr beschloss der regierende Adel des großfürstlich-litauischen Reichsteils die Beschluss coaequatio jurium (= Mitgleichstellung im Recht), durch den er sich in den Adel des königlich-polnischen Reichsteils integrierte und mit ihm rechtlich gleichstellte und dabei auch die bisher übliche Ruthenische als offizielle Sprache durch das im anderen Reichsteil übliche Lateinische und Polnische ersetzte.<ref>Henads Sahanowitsch: Weißrußland und die Agonie der Adelsrepublik. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. S. 106–118, hier besonders S. 111.</ref>

Mit der ersten und zweiten Teilung Polens gelangte das Gebiet des heutigen Belarus bis 1793 vollständig unter russische Herrschaft, was von der russischen Seite als eine Wiedervereinigung gesehen wurde. Der Anschluss der Weißen Rus wurde durch Katharina die Große unter das Motto „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ – „ich habe das Entrissene zurückgeholt“ gestellt. Im 19. Jahrhundert bemühten sich die Behörden des Russischen Kaiserreiches und allrussische Ideologen, anstelle von Belarus die Bezeichnung „Westrussland“ zu etablieren.<ref>Rainer Lindner: Weißrußland im Geschichtsbild seiner Historiker. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2001, S. 25–48, hier S. 26.</ref> In ihrer Sicht war Belarus „kein Gebiet mit einer eigenen traditionellen Kultur, sondern vielmehr ein Teil Rußlands“.<ref>Zitiert nach Rainer Lindner: Weißrußland im Geschichtsbild seiner Historiker. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2001, S. 26.</ref>

Im 19. Jahrhundert verfolgten die russischen Behörden eine strenge Russifizierungspolitik im Land, die nicht nur darauf abzielte, die Muttersprache der lokalen Bevölkerung auszurotten, sondern auch die Identität vollständig auszulöschen. Das bekannteste Beispiel sind Murawjows zahlreiche Verbrechen gegen das belarussische Volk Mitte des 19. Jahrhunderts. Sein Satz: „Was das russische Bajonett nicht vermochte, können die russische Schule und der russische Priester vermochten“, wurde zu einem geflügelten Wort. Er unterdrückte auch den nationalen Befreiungsaufstand der Kastus Kalinouski.

Von 1918 bis 1990

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Nach dem Einmarsch des deutschen Heeres in Minsk Anfang 1918 bestand zeitweise die nominell unabhängige Belarussische Volksrepublik. Diese führte 1918 das Frauenwahlrecht ein.<ref>Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 32.</ref>

Der Rat der Belarussischen Volksrepublik ist bis heute aktiv und eine der ältesten Exilregierungen der Welt. In den Jahren 1919/1920 war Belarus zwischen dem wieder entstandenen polnischen Staat und Sowjetrussland umkämpft und wurde 1920 nach dem Sieg der polnischen Truppen über die Rote Armee teilweise an Polen angegliedert. Aus dem sowjetischen Teil wurde die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik gebildet, die 1922 Gründungsmitglied der Sowjetunion wurde. Ebenso wie der sowjetische Teil war auch der polnische Teil mehrheitlich belarussisch besiedelt. In der Vossischen Zeitung aus dem Jahr 1929 findet sich ein Situationsbericht über Land und Leute unter der Überschrift: Grenzland unterm Sowjetstern, der das neue Nationalbewusstsein ins Zentrum rückt.<ref>Wilm Stein: Grenzland unterm Sowjetstern, Vossische Zeitung, 10. April 1929. (zur Zeit nicht erreichbar, Error 504, Gateway timeout).</ref>

In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 1937 töteten sowjetische Sonderdienste die meisten Vertreter der belarussischen Intelligenz (siehe Erschießung belarussischer Kulturschaffender (1937)).

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 als Folge des kurz davor geschlossenen Molotow-Ribbentrop-Paktes der zuvor zu Polen gehörende Landesteil von sowjetischen Truppen besetzt und in die Belarussische SSR eingegliedert. Im Sommer 1941 wurde ganz Belarus von der Wehrmacht erobert. Anfangs begrüßten viele Bewohner der Belarussischen SSR die Invasion, da sie sich an die deutsche Besetzung 1918 erinnerten und diese der sowjetischen und der polnischen Herrschaft vorzogen.<ref>David R. Marples: Die Sozialistische Sowjetrepublik Weißrußland (1917–1945). In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-36255-2, S. 135–152, hier S. 149.</ref> Doch die deutsche Besatzungsherrschaft richtete große materielle Zerstörungen an und führte zum Tod von ca. 25 Prozent der Bevölkerung, darunter fast der gesamten jüdischen Bevölkerung des Landes.<ref>Christian Gerlach (Historiker): Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944. Hamburger Edition, Hamburg 1999, ISBN 3-930908-54-9.</ref> Belarus war von 1941 an mit über 1000 Gruppen ein Hauptgebiet des sowjetischen Partisanenkampfes gegen die deutschen Besatzer. Während der deutschen Besatzungszeit wurde in Belarus der Weißruthenische Zentralrat (Bielaruskaja Centralnaja Rada – BCR) installiert, eine Marionettenregierung, die historische belarussische Staatsembleme benutzte. Vorsitzender des BCR war Radasłaŭ Astroŭski. Dieser „Staat“ verschwand nach dem Rückzug der deutschen Ostfront 1944. Ab Ende 1943 eroberte die Rote Armee das Land zurück; es galt im Sommer 1944 als vollständig von der deutschen Besatzung befreit.

Etwa 8–9 Prozent aller ermordeten europäischen Juden stammten aus Belarus. Fast alle Städte des Landes waren völlig zerstört. Die Industriebetriebe waren um 85 Prozent, die Industriekapazität um 95 Prozent, die Saatfläche um 40–50 Prozent, der Viehbestand um 80 Prozent zurückgegangen. Nach Kriegsende gab es drei Millionen Obdachlose. Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in Belarus zehn Millionen Menschen. Erst gegen Ende der 1980er Jahre war die belarussische Bevölkerung wieder auf diese Vorkriegszahlen gewachsen.

Die Belarussische SSR war 1945 wie die Ukrainische SSR und die UdSSR Gründungsmitglied der Vereinten Nationen.

Pjotr Mironowitsch Mascherow, der von 1965 bis 1980 der Vorsitzende des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Weißrussischen SSR (BSSR) war, betrieb eine Politik der Industrialisierung und prägte die Entwicklung von Belarus im Sowjetsystem.<ref>David R. Marples: Die Sozialistische Sowjetrepublik Weißrußland (1945–1991). In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-36255-2, S. 166–177, hier S. 170.</ref>

Stark betroffen ist Belarus durch die Nuklearkatastrophe am 26. April 1986 im ukrainischen Tschernobyl, in deren Folge weite Teile des Landes durch radioaktiven Niederschlag kontaminiert wurden.

Neue Selbstständigkeit

Datei:Flag of Belarus (1918, 1991-1995).svg
Flagge der Republik Belarus 1991–1995

Am 25. August 1991 verkündete das Parlament der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik die Unabhängigkeit von Belarus von der Sowjetunion.<ref>Aus Weißrussland wird Belarus. Abgerufen am 24. August 2021.</ref> Erster Präsident war von 1991 bis 1994 Stanislau Schuschkewitsch. Ihn löste Aljaksandr Lukaschenka ab, der seitdem diktatorisch regiert. Lukaschenkas Politik wird von Kritikern als undemokratisch, autoritär und marktfeindlich beschrieben, das Parlament hat eine rein dekorative Funktion. Das Land ist in Europa wirtschaftlich und politisch stark isoliert. Seine wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner sind Russland, Iran und Venezuela. Mit Russland wurde eine Zoll- und Verteidigungsgemeinschaft gegründet, eine weitergehende Union mit gemeinsamer Währung und gemeinsamer Außenpolitik wird seit den 1990er-Jahren ohne große Fortschritte immer wieder angekündigt. Alle Präsidentschaftswahlen seit 2001 (9. September 2001, 19. März 2005, 19. Dezember 2010, 11. Oktober 2015 und 9. August 2020) wurden von zahlreichen internationalen Beobachtern als undemokratisch bezeichnet. 2020 wurde die aussichtsreichste Oppositionskandidatin Swjatlana Zichanouskaja vor der Wahl massiv eingeschüchtert; sie sah sich nach der Wahl gezwungen, Belarus zu verlassen. Nach der Wahl 2020 gab es monatelang trotz massiver Staatsgewalt und tausenden Festnahmen Proteste in Belarus. Den mutmaßlichen Ergebnisfälschungen der Präsidentschaftswahl in Belarus 2020 folgten wochenlange landesweite Proteste und Streiks gegen Lukaschenkas Regierung. Die Demonstrationen wurden mit äußerster Brutalität niedergeschlagen. Das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte sprach im September 2020 davon, dass man Berichte von über 450 dokumentierten Fällen von Folter und Misshandlungen erhalten habe.<ref>UN human rights experts: Belarus must stop torturing protesters and prevent enforced disappearances. In: ohcr.org. 1. September 2020, abgerufen am 1. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Seither haben die Proteste nachgelassen, die Lage der Menschenrechte hat sich aber noch weiter verschlimmert.<ref>zeit.de, abgerufen am 5. Juli 2023.</ref>

Innen- und außenpolitische Spannungen ab 2020

Insbesondere im Zusammenhang mit der Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 kam es zu heftigen Protesten und Streiks, die sich gegen die Ausrufung von Staatspräsident Lukaschenka als erneutem Sieger der Wahl richteten. Die Führung des Landes antwortete mit Festnahmen von ca. 6700 Demonstranten und massiver Polizeigewalt. Am 7. September wurde Maryja Kalesnikawa, eine der drei Kandidatinnen, und am 9. September der Rechtsanwalt Maksim Snak, beide führende Mitglieder im Koordinierungsrat der Proteste, von Maskierten ohne Kennzeichen auf offener Straße entführt. Inzwischen wurde bekannt, dass sie sich seither in Untersuchungshaft befinden. Als Kalesnikawa in die Ukraine abgeschoben werden soll, wehrt sie sich erfolgreich dagegen, indem sie ihren Ausweis zerstört. Es gibt gegen die Haft der Oppositionellen auch diplomatische Proteste der EU-Staaten.<ref>Belarus: Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa gilt als vermisst. Die Zeit, 7. September 2020, abgerufen am 6. Februar 2023.</ref> Die Oppositionskandidatin Swjatlana Zichanouskaja floh nach Litauen. Eine Verfassungsänderung wurde schließlich von Präsident Lukaschenka ins Spiel gebracht, um den Protesten zu begegnen.

Ein Zwischenfall, der international für Aufsehen sorgte, ereignete sich am 23. Mai 2021, als eine Passagiermaschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair umgeleitet wurde (siehe Ryanair-Flug 4978). Das Flugzeug, welches auf dem Weg von Athen nach Vilnius war, wurde kurz vor Verlassen des belarussischen Luftraumes aufgrund einer erfundenen Bombendrohung durch belarussische Behörden nach Minsk umgeleitet. An Bord befanden sich nach litauischen Angaben 171 Passagiere, darunter der im Exil lebende belarussische Oppositionelle Raman Pratassewitsch. Am Flughafen wurden er und seine ebenfalls an Bord befindliche Freundin Sofia Sapega festgenommen. Das Komitee für Staatssicherheit der Republik Belarus stufte Pratassewitsch als „Terrorist“ ein, weil er über die Proteste gegen das Regime von Aljaksandr Lukaschenka berichtet.<ref>Belarus fängt Flugzeug ab und nimmt Aktivist fest. Deutsche Welle, 21. Mai 2021, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref>

Der Vorfall zog internationale Empörung nach sich. Dutzende Politiker forderten die sofortige Freilassung Pratassewitschs. Die Europäische Union beschloss Sanktionen und stoppte Investitionen im Wert von ca. 3 Milliarden Euro in Belarus. Zudem wurden ein von der NATO überwachtes EU-weites Start- und Landeverbot für belarussische Flugzeuge und ein Verbot, den EU-Luftraum zu nutzen, verhängt.<ref>Erzwungene Landung in Minsk: Nato-Generalsekretär Stoltenberg und US-Präsident Biden begrüßen Sanktionen der EU. NZZ, 25. Mai 2021, abgerufen am 25. Mai 2021.</ref>

Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen hat beim litauischen Generalstaatsanwalt Strafanzeige gegen Aljaksandr Lukaschenka wegen „Entführung eines Flugzeugs mit krimineller Absicht“ gemäß Artikel 251 und 252-1 des litauischen Strafgesetzbuches erstattet.<ref>Journalisten stellen Strafanzeige gegen Lukaschenko. Süddeutsche Zeitung, 26. Mai 2021, abgerufen am 26. Mai 2021.</ref>

Als Reaktion auf die Verhängung der EU-Sanktionen lässt Aljaksandr Lukaschenka entsprechend einer früheren Drohung Flüchtlinge aus dem Irak, Afghanistan und Syrien in das Land einfliegen, um diese sodann die Grenze zur EU passieren zu lassen (Belarus-Route). Die baltischen Staaten Litauen und Lettland riefen aufgrund des enormen Zustroms an Flüchtlingen den Notstand aus und schlossen ihre Grenzen zum Nachbarland, Litauen beschloss zudem im August 2021 den Bau eines 550 Kilometer langen Grenzzauns.<ref>Migration über Belarus: Lettland ruft Ausnahmezustand aus. Deutsche Welle, 10. August 2021, abgerufen am 6. Februar 2023.</ref> Belarus ist zumindest indirekt am russischen Überfall auf die Ukraine beteiligt. Am 24. Februar 2022 griffen russische Truppen die Ukraine an. Der Aufmarsch zuvor fand auch auf dem Gebiet von Belarus statt, und von Belarus aus überschritten russische Truppen dann die Grenze.

Politik

Innenpolitik (Regierungsbildung)

Datei:Belarus Staatsaufbau.svg
Staatsaufbau von Belarus

Präsident Lukaschenka kam 1994 nach einem fragwürdigen Wahlkampf ins Amt. Laut der damaligen belarussischen Verfassung war die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Perioden begrenzt. Diese Einschränkung wurde mit einem Referendum im Oktober 2006 abgeschafft, weswegen Lukaschenka auch an den Präsidentschaftswahlen 2006, 2010, 2015 und 2020 teilnehmen konnte.

Angesichts demokratischer Defizite und eines autoritären Regierungsstils wurde Belarus auch als „letzte Diktatur Europas“ bezeichnet.<ref>Weißrussland: In Stalinchens Reich. In: Die Zeit. Nr. 51, 2010 (zeit.de).</ref><ref>Europas letzte Diktatur scheint sich zu öffnen. Süddeutsche Zeitung, 27. Februar 2017; abgerufen am 13. September 2017.</ref>

Das Vertretungs- und Gesetzgebungsorgan der Republik Belarus ist das Parlament – die Nationalversammlung. Es setzt sich aus zwei Kammern, der Repräsentantenkammer und dem Rat der Republik zusammen. Die Repräsentantenkammer besteht aus 110 Abgeordneten, die in allgemeiner, freier, gleicher, direkter und geheimer Wahl gewählt werden sollen. Der Rat der Republik ist die Kammer der territorialbezogenen Vertretung. Für jede Woblasz und die Stadt Minsk werden je acht Abgeordnete des Rats der Republik in geheimer Abstimmung gewählt. Acht Mitglieder werden vom Präsidenten berufen.

Die Regierung von Belarus wird vom Ministerpräsidenten geleitet.

Wahlen

2006 bis 2019

Bei der Präsidentschaftswahl 2006 einigten sich die belarussischen Oppositionsparteien auf Aljaksandr Milinkewitsch als gemeinsamen Kandidaten. Milinkewitsch suchte durch politische Besuche in Russland und EU-Ländern Unterstützung im Ausland. Die Wahlen wurden von der Ankündigung des Geheimdienstes begleitet, mit lebenslanger Haft und sogar Todesstrafen gegen Gegner der Regierung vorzugehen, die am Wahltag auf der Straße die Lage zu destabilisieren drohten.<ref>Lukaschenkos Gegnern droht Todesstrafe. In: Berliner Zeitung, 12. Januar 2011.</ref><ref>Lukaschenko droht Opposition vor der Wahl mit Gewalt. In: Mitteldeutsche Zeitung, 16. März 2006. Zitat: „Demonstranten gegen die Staatsmacht würden als Terroristen verfolgt, sagte der Leiter des Geheimdienstes KGB, Stepan Sucharenko, am Donnerstag in Minsk. Auf Terrorismus stehen in Belarus 8 bis 25 Jahre Haft oder die Todesstrafe.“ „‚Wer am 19. März riskiert, auf die Straße zu gehen und die Lage zu destabilisieren, wird als Terrorist eingestuft‘, drohte Sucharenko […]“.</ref> Nachdem Lukaschenka laut offiziellen Angaben 81 Prozent der Stimmen erhalten hatte, demonstrierten nach Schließung der Wahllokale mehr als 10.000 Menschen auf dem zentralen Oktoberplatz in Minsk und forderten Neuwahlen, da sie das Wahlergebnis für gefälscht hielten.<ref>10 000 Regimegegner demonstrieren in Minsk auf der Website der Mitteldeutschen Zeitung vom 19. März 2006; abgerufen am 23. Mai 2018.</ref> Milinkewitsch, der angeblich nur sechs Prozent der Stimmen erhielt, bezeichnete die Wahl als Farce.<ref>spiegel.de: Wahl-Farce in Weißrussland: Demonstranten trotzen Lukaschenkos Drohungen.</ref>

Der Präsidentschaftswahl 2010 war zunächst eine Phase relativer Annäherung der EU an Minsk vorausgegangen. So wurde Belarus 2009 in die Programme der Östlichen Partnerschaft der EU aufgenommen.<ref name="BusuleanuSender">Adam Busuleanu, Wolfgang Sender: Wahlen in Belarus. (PDF) Menschenrechte in Belarus e. V.; ISBN 978-3-86468-643-6, S. 141, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Februar 2014;.</ref> Das Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2010 lag mit 79,67 Prozent erneut in einem Bereich, in dem Wahlfälschung angenommen wurde. Es folgten Proteste, die niedergeschlagen wurden. Viele Oppositionelle, darunter auch die Kandidaten Andrej Sannikau, Mikalaj Statkewitsch, Jaraslau Ramantschuk und Uladsimir Njakljajeu, wurden in diesem Zuge verhaftet.<ref name="BusuleanuSender" /> Die Beziehungen zur EU und ihren Mitgliedsstaaten haben sich infolgedessen erheblich abgekühlt.

Die Parlamentswahl 2012 wurde durch die meisten oppositionellen Parteien boykottiert, und die angetretenen regierungskritischen Parteien gewannen keinen Sitz. Nur die regierungstreuen Parteien wie die Kommunistische Partei von Belarus, die Agrarpartei oder die Republikanische Partei für Arbeit und Gerechtigkeit gewannen Mandate.<ref>Parties and Elections in Europe. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

Bei der Präsidentschaftswahl 2015 erhielt Amtsinhaber Lukaschenka angeblich rund 83,5 Prozent der Stimmen,<ref name="bpb-wahlen">Eine zweifelhafte Wahl in Belarus. In: bpb.de.</ref> jedoch wurden auch bei dieser Wahl internationale Standards nicht eingehalten.<ref>Statement Of Preliminary Findings And Conclusions International Election Observation Mission. Republic of Belarus – Presidential Election, 11 Oktober 2015.</ref> Neben Lukaschenka traten drei weitere Kandidaten an, von denen jedoch keiner mehr als fünf Prozent der Stimmen erreichte.<ref name="bpb-wahlen" /> Zwei Monate vor der Wahl hatte Lukaschenka fünf gewaltlose politische Gefangene begnadigt, darunter auch einen der Präsidentschaftskandidaten der Wahl 2010, Mikalaj Statkewitsch.<ref name="bpb-wahlen" />

Bei der Parlamentswahl 2016 zogen erstmals seit 20 Jahren zwei oppositionelle Kandidatinnen – eine Unabhängige und eine Vertreterin der Vereinigten Bürgerpartei –, in das Parlament ein.<ref>Opposition in Weißrussland gewinnt überraschend Parlamentssitz. Deutsche Welle, 12. September 2016, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> Bei der Wahl 2019 erhielt die Opposition keinen einzigen Parlamentssitz.

Seit 2020

Die Präsidentschaftswahlen 2020 fanden am 9. August statt. Noch am selben Tag wurde gemeldet, dass Lukaschenka mehr als 80 % der Stimmen erhalten hätte. Selbst Mitglieder der staatlichen Wahlkommission gaben jedoch zu, dass die Wahl gefälscht war. In manchen Wahllokalen, in denen offiziell Lukaschenka gewann, wurde geschätzt, dass die Gegenkandidatin Swetlana Tichanowskaja 90 % der Stimmen erhielt.<ref>Alice Bota, Simone Brunner, Nasta Reznikava: Belarus: „Wir erleben ein Wunder“. In: Die Zeit. Nr. 35, 2020 (zeit.de).</ref> Nach der Wahl kam es zu Massenprotesten. Tichanowskaja floh zwei Tage nach der Wahl ins benachbarte Litauen und lebt seitdem dort.

Die Parlamentswahl 2024 war eine Scheinwahl, bei der keine oppositionellen Kandidaten mehr zugelassen waren.<ref>Kritik nach Ende der Scheinwahlen. Tagesschau (ARD), 25. Februar 2024.</ref>

Menschenrechte

Todesstrafe

Amnesty International dokumentierte 2010 drei Todesurteile und diverse Verletzungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung und des Versammlungs- und Demonstrationsrechts.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Länderbericht von Amnesty International, Stand Dezember 2010 (Memento vom 14. November 2011 im Internet Archive)</ref> Auch 2019 wurden noch Todesurteile ausgesprochen.<ref>Belarus. Amnesty International, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref>

Politische Inhaftierungen

In Belarus werden unter dem Regime von Aljaksandr Lukaschenka viele Menschen aus politischen Gründen gefangen gehalten.

Im Jahr 2024 berichtete die Menschenrechtsorganisation Wjasna, dass es in Belarus mehr als 1400 politische Gefangene gibt. Laut einem belarussischen Journalisten sind es bis zu zehnmal so viele. Manche politischen Gefangenen seien mit dem Ablauf ihrer Haftzeit erneut verurteilt worden.<ref name="Zempel">Christoph Zempel: Im Schatten des Ukrainekriegs: Wie Lukaschenko in Belarus die Unterdrückung Andersdenkender auf die Spitze treibt. In: Der Tagesspiegel. 3. Februar 2024, abgerufen am 6. Februar 2024.</ref> In den Gefängnissen sind sie häufig Folter und sonstiger unmenschlicher Behandlung ausgesetzt.<ref>Geflohene belarussische Aktivistin berichtet von Folter. In: n-tv.de. 10. Februar 2025, abgerufen am 12. Februar 2025.</ref> Einige kommen dadurch zu Tode. Zu den politischen Gegnern, die Lukaschenka einsperren oder gar verschwinden ließ, gehören unter anderem Andrej Sannikau, Sjarhej Zichanouski (der kurz nach seiner Ankündigung, zur Präsidentschaftswahl 2020 anzutreten, verhaftet wurde), Wiktar Babaryka und Maryja Kalesnikawa.<ref name="Zempel" /> Zwischen Mai 2023 und Februar 2024 starben mindestens fünf politisch Inhaftierte an Haftbedingungen, so am 20. Februar 2024 der Oppositionspolitiker Ihar Lednik.<ref>In der Haft ums Leben gekommen. In: taz. 20. Februar 2024, abgerufen am 22. Februar 2024.</ref>

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Folter, sexueller Missbrauch und Misshandlungen

Im Verlauf der Proteste gegen die Herrschaft Lukaschenkas 2020 setzten Sicherheitskräfte Blendgranaten, Gummigeschosse und Tränengas ein. Am 10. August 2020 wurde der Demonstrant Aljaksandr Tarajkouski erschossen, der mit erhobenen Händen auf Spezialeinheiten zugegangen ist. Die eingesetzten Blendgranaten hinterließen Risswunden am ganzen Körper und die Druckwelle der Explosion verursachte Schädel-Hirn-Traumata. Mehreren Menschen wurden dadurch Gliedmaßen abgerissen. Drei Gefangene erlitten im Isolationszentrum Okrestino oder auf dem Weg dorthin Verletzungen, welche auf sexualisierte Gewalt schließen lassen. Die Betroffenen wurden mit intramuskulären Blutungen des Enddarms, einer Analfissur und Blutungen sowie einer Schädigung der Schleimhaut des Enddarms ins Krankenhaus eingeliefert.<ref name="boell">Das verprügelte Minsk. 29. Oktober 2020, abgerufen am 6. Mai 2021.</ref> Im Oktober 2020 erklärte Lukaschenka, man werde keine Gefangenen machen und drohte: „Wenn jemand einen Militärangehörigen berührt, muss er mindestens ohne Hände weggehen.“<ref>Lukaschenko droht Demonstranten mit Gewalt. 30. Oktober 2020, abgerufen am 6. Mai 2021.</ref> Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichteten einige Festgenommene, dass ihnen auch Vergewaltigung angedroht worden sei. In Videos schilderten Frauen und Männer, dass sie kaum zu essen bekamen und in sehr engen Zellen stehend zusammengepfercht worden seien. Mehrere Entlassene mussten sofort ins Krankenhaus gebracht werden.<ref>Belarus: Mehr als 2000 Demonstranten freigelassen. In: Deutsche Welle. 14. August 2020, abgerufen am 23. August 2020.</ref>

In der Nacht vom 13. auf den 14. August 2020 nahmen Angehörige von in der Haftanstalt Okrestino inhaftierten Personen die Geräusche unaufhörlicher Schläge auf, die auf der Straße deutlich zu hören waren. Auf den Aufnahmen sind auch mehrere Stimmen zu hören, die vor Schmerz schreien und um Gnade betteln. Ein entlassener Insasse berichtete, dass diejenigen, welche die Beamten anbettelten, nicht geschlagen zu werden, noch stärker verprügelt worden seien.<ref>Belarus: Impunity for perpetrators of torture reinforces need for international justice. In: Amnesty International. 27. Januar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 1. September 2020 sprach das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) davon, dass man seit dem Tag der Präsidentschaftswahl Berichte zu über 450 dokumentierten Fällen von Folter und Misshandlungen erhalten habe. Dazu gehörten auch Fälle von Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie sexueller Missbrauch und Vergewaltigung mit Schlagstöcken.<ref>UN human rights experts: Belarus must stop torturing protesters and prevent enforced disappearances. In: ohcr.org. 1. September 2020, abgerufen am 1. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Gemäß dem UNHCHR waren sowohl männliche als auch weibliche Häftlinge Vergewaltigung und anderen Formen sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Die vom UNHCHR überprüften Krankenakten weisen auf Läsionen und andere Verletzungen der männlichen Genitalien hin, die mit gewaltsamem Verdrehen und Vergewaltigung einhergehen. Auch psychische Gewalt, einschließlich Vergewaltigungsdrohungen, wurde gegen Inhaftierte angewandt.<ref>Interactive dialogue on the High Commissioner’s report on Belarus. 17. März 2022, abgerufen am 19. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 11. Oktober geriet eine Videoaufnahme an die Öffentlichkeit, auf der zu sehen ist, wie Gefangene in Okrestino durch die Reihen von Polizei- und Sicherheitskräften gejagt und dabei kontinuierlich geschlagen werden.<ref name="boell" />

Im Januar 2021 wurde eine Tonaufnahme veröffentlicht, in welcher der Kommandeur der internen Truppen und stellvertretende Innenminister von Belarus Mikalaj Karpjankou Sicherheitskräften erzählt, sie könnten Demonstranten verkrüppeln, verstümmeln und töten, damit diese ihre Aktionen verstünden. Dies sei gerechtfertigt, da jeder, der auf die Straße gehe, an einer Art Guerillakrieg teilnehmen würde. Zudem spricht er die Errichtung von Lagern an, die von Stacheldraht umgeben sein sollen und in denen die Demonstranten festgehalten werden, bis sich die Lage beruhigt hat. Eine Sprecherin des Innenministeriums stempelte die Audiodatei als Fälschung ab.<ref>Belarus authorities criticised over tape discussing internment camps for protesters. 15. Januar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>‘Use your weapon’ Leaked recording implicates Lukashenko in authorizing use of lethal force against Belarusian protesters. 15. Januar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Eine phonoskopische Untersuchung der Audioaufnahme bestätigte allerdings, dass die Stimme auf der Aufnahme Karpjankou gehört.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Кто говорил про «лагерь для острокопытных» на слитой аудиозаписи? Мы получили результаты экспертизы.] TUT.BY, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zeigte sich über die Äußerungen besorgt.<ref>OSCE demanding release of political prisoners in Belarus. 3. Februar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Angaben von Radio Free Europe/Radio Liberty soll in den Tagen vom 13. bis zum 15. August 2020 tatsächlich ein solches Lager nahe der Stadt Sluzk genutzt worden sein. Viele der dort inhaftierten Personen sollen aus dem Gefängnis Okrestina in Minsk gebracht worden sein.<ref>Detained Belarusian Protesters Describe August Stay In Internment Camp. 29. Januar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Einschränkung der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit

Laut Amnesty werden Menschenrechtler, Gewerkschafter, Umweltaktivisten sowie Angehörige und Vertreter sexueller Minderheiten verfolgt.<ref>Belarus: Massive Repressionen gegen die Zivilgesellschaft. In: Amnesty International Deutschland.</ref> Auch wird das „Verschwinden“ von Oppositionellen wie Juryj Sacharanka, Dsmitryj Sawadski, Wiktar Hantschar und Anatol Krassouski angeprangert. Nachdem diverse Oppositionelle wegen regimekritischer Äußerungen auf Demonstrationen verhaftet worden waren, begann die Opposition Schweigemärsche durchzuführen. Um diesen entgegenzuwirken, wurde ein Gesetz erlassen, das „nicht sanktionierte Handlungen oder nicht sanktionierte Tatenlosigkeit“ seit September 2011 unter Strafe stellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Weißrussland stellt Schweigemärsche unter Strafe (Memento vom 22. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref><ref>Unterdrückte Opposition: Weißrussland verbietet Demonstranten sogar das Schweigen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> Mit dem 6. Januar 2012 traten neue Regelungen im Internetverkehr in Kraft: Benutzer öffentlich zugänglicher Internetlokalitäten müssen registriert und deren Verkehr protokolliert werden; jegliche Internetgeschäfte müssen über belarussische Server abgewickelt werden. Vollstreckt wird das Gesetz durch Polizei, Steuerbehörden und Staatssicherheitsorgane.<ref>Gesetz vom 21. Dezember 2011 (belarussisch).</ref><ref>Belarus: Browsing Foreign Websites a Misdemeanor | Global Legal Monitor. 30. Dezember 2011, abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> Im August 2012 wurden 14 politische Gefangene gezählt.<ref>List of political prisoners, abgerufen am 25. August 2012.</ref>

Die belarussische Führung hat eine rechtliche Anordnung auf den Weg gebracht, die den geheimdienstlichen Behörden ermöglicht, die Bürger ohne ernstzunehmende Beweislage zu überwachen. Mit Hilfe des Spähprogramms SORM (System of Operative-Investigative Measures) können staatliche Organe an Telefon- und Internetdaten der Nutzer gelangen. Die Aktivitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen und Menschenrechtler werden dadurch massiv eingeschränkt.<ref>Belarus 2017 | Amnesty International. Abgerufen am 7. April 2018.</ref>

Die Lage der Menschenrechte im Land wird international wieder durch die Proteste in Belarus 2020 thematisiert, nachdem Oppositionelle zum Beispiel durch die Spezialeinheit OMON verhaftet oder beispielsweise im Okrestino-Gefängnis, einem der Isolationszentren des Landes interniert, verprügelt und gefoltert worden waren. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Schwierigkeiten für LGBTI-Vertreter

Lukaschenka ist bekannt für seine homophoben Äußerungen. Zwar ist Homosexualität legal, es kam jedoch bereits mehrfach zu Razzien und Festnahmen.<ref>Weissrussland: 40 Festnahmen bei Razzia gegen Homosexuelle in Weissrussland. In: Blick.ch.</ref>

Menschenrechtsorganisationen

Die bedeutendste Menschenrechtsorganisation des Landes ist das Helsinki-Komitee. Die Belarus Solidarity Foundation, eine Non-Profit-Organisation, die als Reaktion auf die Repressionen im Verlauf der Proteste in Belarus ab 2020 gegründet worden ist und Opfer von politischen Repressionen finanziell unterstützt, wurde am 3. Dezember 2021 als „extremistische Vereinigung“ eingestuft.<ref>Фонд BYSOL объявлен в Беларуси экстремистской организацией. Abgerufen am 22. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Außenpolitik

Datei:CSTO Summit 03.jpg
Präsident Lukaschenka mit den Präsidenten anderer OVKS-Staaten (2018)

Belarus ist Mitglied in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit und bildet mit Russland die Russisch-Belarussische Union. Im Jahr 2011 kündigte Lukaschenka an, mit Russland und Kasachstan eine Eurasische Union zu gründen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Welche Absichten hat Putin mit der Eurasischen Union? (Memento vom 13. Mai 2014 im Internet Archive) In: Eurasisches Magazin.</ref> Der Vertrag über deren Gründung wurde im Mai 2014 in der kasachischen Hauptstadt Astana unterzeichnet. Es ist seit 1998 Mitglied in der Bewegung der Blockfreien Staaten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Belarus and the Non-Aligned Movement (Memento vom 11. Oktober 2017 im Internet Archive) Außenministerium der Republik Belarus (englisch).</ref>

Belarus pflegt freundschaftliche Verbindungen zu Venezuela, zu Ecuador, zur Islamischen Republik Iran, zu Nordkorea, zur Volksrepublik China und zu Kuba.<ref>Weißrussland: Lukaschenko bringt Nachfolger in Stellung. In: news.ORF.at.</ref> Die Beziehungen zu den NATO-Staaten gelten als gespannt, insbesondere seit dem russischen Überfall auf die Ukraine, bei dem sich Belarus auf die Seite des Aggressors schlug.<ref>Relations with Belarus. NATO-Website, abgerufen am 12. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Land ist Teilnehmerstaat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), jedoch als eines der wenigen europäischen Länder kein Mitglied des Europarats.

Beziehungen zur Europäischen Union

Seit die Europäische Union (EU) 1991 Belarus als unabhängigen Staat anerkannt hat, wurden die gegenseitigen Beziehungen ausgebaut. Nach dem Amtsantritt von Aljaksandr Lukaschenka 1994 verschlechterte sich das Verhältnis. Trotz Vorbehalten, die sich auf das Demokratiedefizit von Belarus beziehen, wurde 1995 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterzeichnet. Im Mai 2009 hat die EU Belarus in die Östliche Partnerschaft aufgenommen. Angesichts der sich nach Ansicht der Verantwortungsträger der EU zunehmend verschlechternden Lage der Menschenrechte, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit in Belarus verhängte der Rat der Europäischen Union im Juni 2011 ein Waffenembargo und ein Exportverbot für Materialien, die zu interner Repression verwendet werden könnten, und erweiterte die Liste der Personen, denen die Einreise verwehrt wird.<ref>Beschluss 2011/357/GASP des Rats vom 20. Juni 2011 (Belarus)Vorlage:Abrufdatum. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> Auch zeigte sich die EU besorgt über Einschränkungen der Medienfreiheit und Nichtbeachtung diplomatischer Immunitäten. Die Lage in Belarus werde von der EU weiterhin genau verfolgt.<ref>cdep.ro (PDF).</ref>

2012 kam es zu einem diplomatischen Streit zwischen Schweden und Belarus. Der Streit hat offenbar mehrere Hintergründe. Schweden kritisiert offen die undemokratischen Zustände in Belarus und unterstützt die Opposition. Zum Beispiel traf der schwedische Botschafter Oppositionelle. Hinzu kam eine Aktion mit Teddybären, welche die belarussische Führung düpierte. Schwedischen Medienberichten zufolge war Anfang Juli 2012 ein Leichtflugzeug von Litauen aus unerkannt in den belarussischen Luftraum geflogen. Über der Kleinstadt Iwianiec wurden demnach an Fallschirmen Hunderte Teddybären abgeworfen, an denen Schilder mit Bürger- und Menschenrechtsforderungen befestigt waren. Kurz darauf begannen die diplomatischen Querelen zwischen Schweden und der belarussischen Führung. Diese verwies den schwedischen Botschafter des Landes. Die 28 EU-Länder zeigten sich zur Folge solidarisch mit Schweden und bestellten die belarussischen Botschafter in ihren Staaten zu Gesprächen ein, um gegen die Schließung der schwedischen Botschaft in Minsk zu protestieren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Eine Teddybär-Affäre zieht Kreise. (Memento vom 12. August 2012 im Internet Archive) Tagesschau (ARD).</ref>

Zwischen Deutschland und Belarus bestand ab 2008 bis mindestens 2011 eine sicherheitspolitische Zusammenarbeit, bei der Sicherheitskräfte Lukaschenkas in Deutschland geschult wurden. Fast 400 Grenzschützer, leitende Milizionäre und Kriminaltechniker wurden von deutschen Beamten zudem direkt in Belarus geschult und 2010 beobachteten belarussische Sicherheitskräfte deutsche Polizisten mehrere Tage im Einsatz beim Castor-Transport ins niedersächsische Gorleben.<ref>Deutsche Polizei schulte Lukaschenkos Sicherheitskräfte. sueddeutsche.de, 23. August 2012.</ref> Anfang 2011 kam es zu einem politischen Eklat zwischen beiden Ländern, nachdem Lukaschenka kurz nach seiner Wiederwahl als Präsident im Dezember 2010 Deutschland beschuldigte, angesichts landesweiter Proteste sich gemeinsam mit Polen an vermeintlichen Umsturzplänen gegen ihn beteiligt zu haben. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete diese Vorwürfe als haltlos und verlangte eine klare Positionierung der EU im Hinblick auf die Inhaftierung der Oppositionellen im Land.<ref>Lukaschenko wirft Deutschland Putsch-Pläne vor. In: sueddeutsche.de. 2011, abgerufen am 17. Januar 2018.</ref>

Infolge der Polizeigewalt als Reaktion auf die Proteste der Bevölkerung gegen das verkündete Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 kam es zu erheblichen Spannungen im Verhältnis der Europäischen Union und Belarus. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs bzw. Außenminister der EU verurteilten die Gewaltanwendung scharf. Von der Europäischen Union wird Lukaschenka seit der mutmaßlich gefälschten Präsidentschaftswahl 2020<ref>Staatsmedien verkünden Sieg Lukaschenkos In: tagesschau.de, 10. August 2020, abgerufen am 7. April 2021.</ref> nicht mehr als legitimes Staatsoberhaupt anerkannt.<ref>El Pais interview with HR/VP Borrell: „Lukashenko is like Maduro. We do not recognize him but we must deal with him“. eeas.europa.eu, 22. Juli 2020, abgerufen am 25. August 2020.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Beziehungen zu Russland

→ Hauptartikel: Russisch-Belarussische Union

Im GUS-Raum gilt Belarus nach Russland als jenes Land, in dem die sowjetische Vergangenheit am deutlichsten zu spüren ist. Hier befanden sich einst nicht nur führende Industriewerke des Sowjetimperiums, sondern bedingt durch die Lage im Grenzgebiet zum kapitalistischen Westen auch eine große Militärinfrastruktur, die unter anderem über Atomwaffen verfügte. Daher spielt das Land heutzutage aus russischer Perspektive als strategische Pufferzone zwischen Russland und den NATO-Mitgliedstaaten eine entscheidende Rolle.<ref>Dzianis Melyantsou: Belarus: Der lange Abschied von der BSSR. In: Die Zeit. 14. Dezember 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. Januar 2018]).</ref>

Über viele Jahre war die Loyalität von Belarus zu Russland „erkauft“ worden.<ref>Lilija Fjodorowna Schewzowa: Es ist notwendig, die Quellen der Bereicherung der russischen „Tops“ zu untersuchen, Charta 97, 1. April 2015.</ref> Nach wiederholten Zerwürfnissen im Russisch-Belarussischen Energiestreit im Jahre 2007, die sich um die Themen Gaspreise, Energiepolitik und Öltransit drehten, wird die russisch-belarussische Integration von vielen Beobachtern für faktisch tot angesehen. Die Beendigung der Vorzugsbehandlung durch Russland bei den Rohstofflieferungen führte bis zum Ende des Jahres zu einer starken Annäherung von Belarus an Venezuela.

Im Januar 2008 hat das Land den Bau seines ersten Kernkraftwerks auf den Weg gebracht, um seine Abhängigkeiten von Russland zu verringern. Bauen soll es jedoch ein russisches Unternehmen.<ref>Weißrussland errichtet erstes Atomkraftwerk. Abgerufen am 14. Februar 2020.</ref> Der Bau des Ersten Blocks des belarussischen Kernkraftwerks begann im November 2013 und am 7. November 2020 ging es offiziell in Betrieb.<ref>Belarus’ erstes AKW geht ans Netz auf Tagesschau.de vom 7. November 2020; abgerufen am 27. Februar 2021.</ref>

Im Jahr 2020 hat Belarus turnusmäßig den Vorsitz in der erst 2014 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion, zu der auch Russland gehört, und seit 2015 den Beobachterstatus in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, der ebenfalls Russland angehört. Im Januar 2017 erhöhte Belarus temporär die Transitpreise für russisches Erdöl, nachdem die beiden Staaten monatelang über eine Nachzahlung von rund 300 Millionen Dollar für Erdgas gestritten hatten.<ref>NZZ, 6. Januar 2017.</ref>

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2020 wurden 33 mutmaßliche Söldner der paramilitärischen russischen Gruppe Wagner in Minsk festgenommen, die regelmäßig verdeckte Operationen für den russischen Geheimdienst durchführt. Lukaschenka warf Russland daraufhin vor, Belarus militärisch destabilisieren zu wollen.<ref>tagesschau.de: Russische Söldner in Belarus festgenommen. Abgerufen am 8. August 2020.</ref><ref>Präsidentschaftswahl: Weißrussland wirft russischer Söldnergruppe Planung von Massenprotesten vor. In: Der Spiegel – Politik. 30. Juli 2020, abgerufen am 8. August 2020.</ref> Dies ist auch deshalb interessant, weil er bisher als enger Verbündeter Putins galt. In letzter Zeit, insbesondere seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine, habe sich dieses Verhältnis jedoch verschlechtert, so Beobachter. Lukaschenka befürchte möglicherweise, dass Russland versuchen könnte, sich als Nächstes Belarus einzuverleiben und ihn danach abzusetzen. Tatsächlich besteht sogar bereits seit 1997 ein von ihm unterzeichnetes Abkommen, welches einen Zusammenschluss beider Länder vorsieht. Lukaschenka distanzierte sich jedoch später davon.<ref>Lukaschenko geht nach Festnahmen mutmaßlicher Söldner auf Konfrontationskurs zu Russland. In: Der Spiegel – Politik. 1. August 2020, abgerufen am 8. August 2020.</ref><ref>André Eichhofer: Weißrussland: Kämpfen, auch wenn der Gegner Putin heißt. In: Die Welt. 11. Februar 2015 (welt.de [abgerufen am 8. August 2020]).</ref><ref>Maxim Kireev: Greift Putin nach Belarus? In: mdr.de. 11. Januar 2019, abgerufen am 8. August 2020.</ref>

Nach den Protesten in Belarus 2020–2021 wurde Russland zum letzten Verbündeten des Lukaschenka-Regimes und nutzte dies um eine weitgehende Angleichung von Belarus zu erzwingen.<ref>Uladzimir Zhyhachou: Russland hat Belarus längst übernommen. Abgerufen am 17. April 2024.</ref> Im November 2021 wurde eine gemeinsame Militärdoktrin, eine Vereinheitlichung der Wirtschaftsgesetzgebung sowie der Renten- und Steuersysteme zwischen beiden Staaten als Schritte zu einem Unionsstaat vereinbart.<ref>Barbara Oertel: Russland und Belarus: Blaupause zur Übernahme. In: Die Tageszeitung: taz. 21. Februar 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 15. April 2024]).</ref> Infolgedessen unterstützte Belarus auch den russischen Überfall auf die Ukraine 2022.

Beziehungen zur Ukraine

Nach der Unabhängigkeit bestanden weitgehend problemfreie Beziehungen zur Ukraine. Mit dem Beginn des Russisch-Ukrainischen Konflikts 2014 und der russischen Annexion der Krim versuchte Belarus, eine Vermittlerrolle einzunehmen.<ref>Die Beziehungen zwischen Belarus und der Ukraine seit 1991. 9. November 2022, abgerufen am 18. Mai 2024.</ref> Belarus erkannte zuerst weder die Annexion der Krim noch die russischen Marionettenrepubliken im Donezbecken an. Lukaschenko distanzierte sich öffentlich von Russlands Politik unter Wladimir Putin und der russische Einfall im Nachbarland sorgte auch in Belarus für Besorgnis.<ref>Sahm, Astrid: Verhaltene Reaktionen in Belarus auf die Ukraine-Krise. Band 46/2014, 2014, ISSN 1611-6364 (ssoar.info [abgerufen am 18. Mai 2024]).</ref> Unter der Vermittlerrolle von Belarus wurden im Februar die Minsker Friedensabkommen unterzeichnet, welche den Krieg im Donbas beenden sollten. Die Bestimmungen der Abkommen wurden jedoch von beiden Seiten nicht umgesetzt. Die Beziehungen zwischen Belarus und der Ukraine blieben in der Folge kooperativ und beide Länder führten ihre engen Handelsbeziehungen weiter.<ref>Dzianis Melyantsou (Programmkoordinator "Belarussische Außenpolitik" des Rates für internationale Beziehungen "Minsker Dialog" Minsk): Analyse: Die belarussisch-ukrainischen Beziehungen: Strategische Partnerschaft entgegen der geopolitischen Ausrichtung. 18. Februar 2020, abgerufen am 18. Mai 2024.</ref>

Im Jahr 2020, während der belarussischen Proteste gegen Präsident Lukaschenka, begannen sich die Beziehungen zu verschlechtern, nachdem die ukrainische Regierung den belarussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka kritisiert hatte. Die Ukraine schloss sich auch den Sanktionen der Europäischen Union gegen Belarus an.<ref>Bermet Talant: Ukraine joins EU sanctions against Belarusian officials. 20. November 2020, abgerufen am 18. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die innenpolitische Bedrängung durch die Proteste sorgte dafür, dass sich Lukaschenka Russland als letztem Verbündeten zuwendete und zunehmend zu dessen Marionette wurde. Im Februar 2022 marschierten russische Truppen von Belarus aus in die Ukraine ein.<ref>Yevhen Mahda: »Belarus – Ukraine« nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine: Ein unerwartetes Dreieck. In: Belarus-Analysen. Nr. 66, 14. Juni 2023, S. 2–6, doi:10.31205/BA.066.01 (laender-analysen.de [abgerufen am 18. Mai 2024]).</ref> Als Reaktion auf die Unterstützung Russlands wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern eingefroren, jedoch nicht abgebrochen.

Beziehungen zu Venezuela

Zwischen Venezuela und Belarus wurden seit dem ersten Besuch des Präsidenten Hugo Chávez im Jahr 2006 wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen vertieft. Auf diplomatischer Ebene befürworten beide Staaten eine multipolare Weltordnung, um die hegemoniale Stellung der USA zu begrenzen. Belarus unterstützt Venezuela unter anderem mit Rüstungsgütern und dem Transfer militärischer Technik beim Umbau der Streitkräfte.

Die Wirtschaftskooperation umfasst u. a. die Bereiche Energie, Handel und Landwirtschaft. So entstanden in Venezuela u. a. Joint Ventures zur Förderung von Öl und Gas, den Bau von Traktoren, Autobussen und Lastwagen. Zudem engagiert sich Belarus in Venezuela im Wohnungsbau. Venezuela dient Belarus auch als Zentrum für den Handel mit anderen Staaten Lateinamerikas. Der Wert der wirtschaftlichen Zusammenarbeit betrug 2009 rund 200 Millionen US-Dollar, wobei ein erheblicher Ausbau geplant ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bericht vom Staatsbesuch Lukaschenkas in Venezuela im März 2009 – Infolatam (Memento vom 23. März 2010 im Internet Archive)</ref>

Nach dem Tod Chávez’ rief Lukaschenka eine dreitägige Staatstrauer aus und kündigte an, eine Straße in Minsk nach ihm zu benennen und eine Büste zu dessen Ehren zu errichten.<ref>Lukaschenko verewigt Chávez in Weißrussland. In: ria.ru. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2013;.</ref>

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 68,7 von 120 85 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land
2024<ref>Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2024, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Demokratieindex 1,99 von 10 152 von 167 Autoritäres Regime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2024<ref>The Economist Intelligence Unit’s Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, 2024, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Freedom in the World Index 7 von 100 Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2024<ref>Countries and Territories. Freedom House, 2025, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rangliste der Pressefreiheit 25,7 von 100 166 von 180 Sehr ernste Lage für die Pressefreiheit
100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage
2025<ref>Rangliste der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen, 2025, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 33 von 100 114 von 181 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2024<ref>CPI 2024: Tabellarische Rangliste. Transparency International Deutschland e. V., 2025, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Medien

In Belarus findet Zensur statt. Eine freie Berichterstattung von staatlichen oder privaten Medien ist aufgrund von Repressionen gegen Personen oder das jeweilige Medium kaum möglich; das Fernsehen und die meisten Druckerzeugnisse sind fest in der Hand des Regimes. Unabhängige Informationen verbreiten vor allem Nachrichten-Seiten im Internet oder Medien, die aus dem Exil arbeiten. Seit Beginn der Massenproteste im August 2020 wurden hunderte Journalisten vorübergehend festgenommen und einige zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Oktober 2020 verloren sämtliche Korrespondenten aus dem Ausland ihre Akkreditierungen, dutzende unabhängiger Nachrichtenseiten wurden gesperrt.<ref name="reporter-ohne-grenzen.de">Reporter ohne Grenzen e.V: Belarus. Abgerufen am 9. November 2021.</ref> Die Situation der Pressefreiheit im Land wird von Reporter ohne Grenzen als „sehr ernst“ eingestuft. In der Rangliste der Pressefreiheit 2023 belegt Belarus Platz 157 von 180 Ländern und Territorien.<ref name="reporter-ohne-grenzen.de" /> In Belarus sitzen drei Blogger und Bürgerjournalisten in Haft.<ref>Reporter ohne Grenzen e. V.: Blogger und Bürgerjournalisten in Haft. Abgerufen am 20. Januar 2018.</ref>

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Staatliche und staatsnahe Medien

Datei:Мінск. Вуліца Макаёнка. Белтэлерадыёкампанія (01).jpg
BTRK-Gebäude in Minsk (2018)

Die Rundfunklandschaft in Belarus besteht aus einigen meist unterhaltungsorientierten privaten Fernseh- und Hörfunksendern sowie den Programmen der staatlichen Rundfunkgesellschaft Nationale Staatliche Fernseh- und Rundfunkgesellschaft der Republik Belarus (BTRK) produziert sieben Fernsehprogramme, mehrere nationale Radioprogramme und den Auslandsdienst Radio Belarus. In den Programmen wird weitestgehend und umfangreich die Sichtweise der Regierung verbreitet. BTRK wurde am 30. Juni 2021 von der Europäischen Rundfunkunion ausgeschlossen. Direkt per Präsidentenerlass wurde 2002 der staatliche Fernsehsender ONT gegründet. Er übernimmt häufig Programme des russischen staatlichen Fernsehsenders Perwy kanal.

Die staatliche Presseagentur der Republik Belarus ist die Belarussische Telegraphenagentur (BelTA).

Auf dem Zeitungsmarkt spielt neben privaten Zeitungen die staatliche Presse eine wichtige Rolle. Die mit Abstand auflagenstärkste Tageszeitung ist die in russischer Sprache erscheinende Zeitung Belarus Sewodnja (dt.: Belarus heute), auch bekannt unter ihrem früheren Namen Sowetskaja Belorussija (dt.: Sowjet-Bealrus). Die seit 1927 erscheinende Zeitung hatte 2019 eine Auflage von mehr als 190.000 Exemplaren; Herausgeberin ist die Verwaltung des Präsidenten von Belarus.

Unabhängige und oppositionelle Medien

Datei:Тут бай лого.png
Logo des unabhängigen Internetportals tut.by

Die meisten jüngeren Menschen wendeten sich seit den 2010er Jahren von den staatlichen Medien und Nachrichtenflüssen ab und nutzen das Internet zur Informationsbeschaffung. Stark genutzt wurden der oppositionelle, aktivistische Social-Media-Kanal Nexta und das Portal tut.by. Im Jahr 2019 wurde tut.by von 62,58 % aller belarussischen Internetnutzer<ref>Sustainable media: the key to independence. In: EU NEIGHBOURS east. 27. April 2018, abgerufen am 8. Juli 2020.</ref> mit einer monatlichen Besuchsrate von rund 200 Mio. gelesen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).] Bolshoi, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Mittlerweile sind beide Medienprojekte von belarussischen Behörden verboten.<ref>Belarus Bans Tut.by Media Company After Designating It As 'Extremist’ Organization. In: Radio Free Europe/Radio Liberty. 14. Juni 2022, abgerufen am 15. Oktober 2022.</ref>

Aus Polen senden mehrere Sender nach Belarus. Das in Warschau ansässige Eurapejskaje Radyjo dlja Belarussi (ERB; Europäisches Radio für Belarus) wurde von emigrierten belarussischen Journalisten aufgebaut und sendet seit 2006 mit Hilfe lokaler UKW-Stationen an der Grenze von Polen, Litauen und der Ukraine aus nach Belarus. Daneben wird auch ins Netz gestreamt und via Hot Bird 6 übertragen. Aus Białystok im Polnisch-Belarusischen Grenzgebiet sendet der polnische staatliche Hörfunksender Belaruskaje Radyjo Razyja in belarussischer Sprache für Belarus.

Militär

Datei:Su-27UBM Radom 2009 c.JPG
Eine Su-27 der belarussischen Luftwaffe

Die Streitkräfte von Belarus wurden am 20. März 1992 offiziell gebildet und umfassten anfangs die Truppen des Belarussischen Militärbezirks der Sowjetunion ohne strategische Einheiten. Am 4. Februar 1992 ratifizierte das Parlament den im Februar 2026 erloschenen Strategic Arms Reduction Treaty (Vertrag zur Verringerung der strategischen Nuklearwaffen). Bis Dezember 1995 wurden 63 Interkontinentalraketen vom Typ RS-12M Topol (NATO-Code: SS-25 Sickle) aus Belarus abgezogen. Die letzten beiden einsatzfähigen mobilen Regimenter mit rund 18 Atomraketen wurden bis Ende 1996 nach Russland verlegt. Am 19. Dezember 1997 wurde ein Vertrag zwischen der Republik Belarus und der Russischen Föderation über militärische Zusammenarbeit und das Abkommen über die gemeinsame Gewährleistung regionaler Sicherheit im Militärbereich abgeschlossen. Am 22. Januar 1998 erfolgte auf einer Sitzung des Höchsten Rats der Russisch-Belarussischen Union in Moskau die Einigung über eine Konzeption für die gemeinsame Verteidigungspolitik. Seit der Streitkräftereform 2001 gibt es zwei Territorialkommandos in Hrodna (vormals der Sitz der 28. Armee) und Baryssau (vormals 65. Armee). Im Rahmen einer gemeinsamen GUS-Luftabwehr unterhält Russland eine Radarstation nahe dem Militärflugplatz Baranawitschy im Rajon Hanzawitschy. Außerdem haben beide Seiten ihre Rüstungsindustrien sowie -exporte eng aufeinander abgestimmt.

Belarus gab 2017 knapp 1,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 631 Millionen US-Dollar für seine Streitkräfte aus.<ref>Home | SIPRI. Abgerufen am 10. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

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Wirtschaft

Allgemein

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Belarus Rubel.JPG
Alter Belarussischer Rubel im Gegenwert von etwa 100 Euro (Stand: März 2015)

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die belarussische Wirtschaft nicht in eine Marktwirtschaft umgewandelt; die Regierung bevorzugt Planwirtschaft. Industrie und Landwirtschaft sind größtenteils in Staatshand. Belarus hatte 2019 gegenüber Russland ein Handelsbilanzdefizit von über 9 Milliarden US-Dollar. Die Regierung Russlands hat beschlossen, bei der Exportbesteuerung von Rohöl bis 2024 die Preisnachlässe für russische Rohöllieferungen nach Belarus abzuschaffen. Das verteuert Belarus’ Öleinfuhren.<ref>spiegel.de: Lukaschenkos schwindendes Geschäftsmodell (15. August 2020).</ref> Zudem ist der Ölpreis am Weltmarkt 2021 erheblich gestiegen.

Datei:NjaswischHaus.jpg
Typisches Wohnhaus auf dem Land (hier in Njaswisch)

Die Landwirtschaft, in der etwa 10 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind, ist kollektiviert. Viehzucht und der Anbau von Kartoffeln dominieren. Textilindustrie und die Holzverarbeitung gelten als wichtige Industriezweige. Seit 1965 wurde der Maschinenbau (Traktoren, Kühlschränke) ausgebaut. Innerhalb der Sowjetunion zählte Belarus zu den relativ weit entwickelten Sowjetrepubliken. Wirtschaftlich engagiert sich das Land neben der GUS in der Eurasischen Wirtschaftsunion und in der Russisch-Belarussischen Union.

Ende 2006 übernahm das russische Unternehmen Gazprom für 2,5 Milliarden US-Dollar einen 50-Prozent-Anteil an dem belarussischen Energie- und Gasunternehmen Beltransgaz.

Datei:BelAZ-75214 truck in Russia.jpg
BelAZ-Großmuldenkipper

Weitere bedeutende belarussische Unternehmen sind das Automobilwerk BelAZ, der Kaliproduzent Belaruskali, das Minsker Armbanduhrenwerk Strahl (Lutsch), der Fahrzeug- und Rüstungsproduzent Minski Awtomobilny Sawod (MAZ), der Fahrzeughersteller Minski Sawod Koljosnych Tjagatschei (MZKT), die Minsker Traktorenwerke (MTS), der Halbleiterhersteller Integral, der Softwarehersteller Wargaming.net, der Industriekonzern Belnaftachim (zu dem auch der Reifenhersteller Belshina gehört) sowie die Verkehrsbetriebe Belaruskaja Tschyhunka und Belavia Belarusian Airlines.

Die belarussische Industrie zählte um 2012 rund 600 staatliche Unternehmen, die 30 Prozent der gesamten Produktion erzeugen. 2009 wurde mit dem IWF eine Pilot-Privatisierung von fünf der größten Staatsbetriebe vereinbart. Über hundert staatliche Großbetriebe in Industrie, Bauwirtschaft und Transportsektor wurden in Aktiengesellschaften überführt, darunter das Erdöl verarbeitende Kombinat Naftan-Polimir, der Fahrzeug- und Rüstungsproduzent Minski Awtomobilny Sawod (MAZ), die Minsker Traktorenwerke (MTS) und das Stahlwerk in Schlobin. Federführend bei der Privatisierung war bis zu seiner Entlassung im August 2018 Andrej Kabjakou.<ref>Weißrussland: Lukaschenko tauscht Regierungschef und Topminister aus. In: Spiegel Online. 18. August 2018, abgerufen am 18. August 2018.</ref>

Die Nationalbank der Republik Belarus emittiert den Belarussischen Rubel. Sie ist seit 1996 nicht mehr unabhängig, sondern dem Präsidenten der Republik Belarus gegenüber rechenschaftspflichtig.<ref>The National Bank is a Government Agency and the Central Bank of the Republic of Belarus | National Bank of the Republic of Belarus. Abgerufen am 7. Januar 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach jahrelanger starker Inflation wurden im Jahr 2000 drei Nullen gestrichen und im Juli 2016 vier Nullen (insgesamt also 10.000.000 zu 1).

Datei:Belarus 3022V (open day 2017) 2.jpg
Belarus-Traktor

Belarus war von der Rezession seit 2009 betroffen und versuchte zeitweise, den Kurs seiner Landeswährung durch einen hohen Leitzins zu stützen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />100 Prozent Inflation: Weißrussland ist Zinsweltmeister (Memento vom 1. April 2012 im Internet Archive)</ref> Der Rubel verlor im Laufe des Jahres 2014 ungefähr die Hälfte seines Wertes; es kam zu Panikkäufen und einem Run auf Wechselstuben. Die Behörden verboten daraufhin Preiserhöhungen.<ref>Weißrussland: Lukaschenko feuert Premier und Zentralbank-Chefin. In: Spiegel online. 27. Dezember 2014, abgerufen am 2. September 2020.</ref>

Das Land führt eine Wertpapierbörse – die Belarusian Currency and Stock Exchange.

1990/91 zerfiel die Sowjetunion; das Bruttoinlandsprodukt sank. 1996 begann eine Wachstumsphase; 2001 wurden in der Landwirtschaft und in der Industrie die Werte von 1990 wieder erreicht. Russland unterstützte Belarus zwischen 2002 und 2006 mit mindestens 6,5 Mrd. USD jährlich, was damals rund einem Sechstel des belarussischen BIP entsprochen hatte.<ref>Susanne Spahn: Warum die ostslawische Gemeinschaft der Russen Ukrainer und Belarussen gescheitert ist, in: Agnieszka Gąsior, Lars Karl, Stefan Troebst (Hrsg.): Post-Panslavismus: Slavizität, Slavische Idee und Antislavismus im 20. und 21. Jahrhundert, Band 9 von Moderne europäische Geschichte, Wallstein Verlag, 2014, ISBN 978-3-8353-2552-4, S. 263.</ref>

Im Index für wirtschaftliche Freiheit 2024 belegte Belarus Platz 152 von 176 Ländern.<ref>Index of Economic Freedom: All Country Scores. The Heritage Foundation, abgerufen am 12. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und anderer Kennzahlen<ref name="BIP IMF" />
Jahr 2010 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
BIP in Mrd. USD
(Kaufkraftparität)
146,8 169,6 166,9 174,2 189,0 210,1 233,3 251,4 257,2 277,7 296,0
BIP pro Kopf in USD
(Kaufkraftparität)
15.478 17.926 17.624 18.414 20.026 22.302 24.872 27.030 27.871 30.258 32.414
BIP-Wachstum
(real)
7,8 % −3,8 % −2,5 % 2,5 % 3,1 % 1,4 % −0,7 % 2,3 % −4,5 % 4,1 % 4,0 %
Inflation
(in Prozent)
7,7 % 13,5 % 11,8 % 6,0 % 4,9 % 5,6 % 5,5 % 9,5 % 15,2 % 5,0 % 5,8 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
37 % 53 % 53 % 53 % 48 % 41 % 47 % 41 % 41 % 41 % 40 %

Außenhandel

Haupthandelspartner (2016)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
2016 2017 2016 2017
RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 45,8 42,8 RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland 54,5 56,6
UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Ukraine 12,0 11,2 China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 7,6 7,9
Vereinigtes KonigreichDatei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich 4,7 DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 4,8 5,0
DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland 4,0 PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen 4,3 3,9
NiederlandeDatei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande 4,0 UkraineDatei:Flag of Ukraine.svg Ukraine 3,5 3,5
PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen 3,5 TurkeiDatei:Flag of Turkey.svg Türkei 2,6
LitauenDatei:Flag of Lithuania.svg Litauen 3,3 ItalienDatei:Flag of Italy.svg Italien 2,0
Vereinte NationenVereinte Nationen sonstige Staaten 22,7 Vereinte NationenVereinte Nationen sonstige Staaten 20,7
Quelle: GTAI,<ref name="GTAI">Wirtschaftsdaten kompakt. Germany Trade and Invest GmbH, abgerufen am 24. September 2017.</ref> Export Deutschland-Belarus,<ref>Export Import zwischen Deutschland und Belarus (Weißrussland) im Jahr 2018. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Juni 2019;.</ref> WKO<ref name="wko" />
Hauptprodukte des Außenhandels (2007)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
mineralische Rohstoffe und Primärenergieträger 35,6 mineralische Rohstoffe und Primärenergieträger 36,4
Chemie- und Kunststofferzeugnisse 13,6 Maschinen, Kernreaktoren und Ausrüstung 11,6
Transportmittel 11,9 Chemie- und Kunststofferzeugnisse 11,3
Quelle: bfai<ref>Entwicklung des BIP von Belarus <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bfai, 2010, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt (Memento vom 20. Juli 2011 im Internet Archive)</ref>
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US-Dollar und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2014 2015 2016 2017 2018
Mrd. US-Dollar % gg. Vj. Mrd. US-Dollar % gg. Vj. Mrd. US-Dollar % gg. Vj. Mrd. US-Dollar % gg. Vj. Mrd. US-Dollar % gg. Vj.
Einfuhr 40,5 −5,9 30,3 −25,2 27,5 −9,3 34,2 1,24 38,4 0,89
Ausfuhr 36,1 −3,0 26,7 −26,1 23,4 −12,2 29,2 1,28 33,7 1,15
Saldo −4,4 −3,6 −4,0 −5,0 −4,7
Quelle: GTAI,<ref name="GTAI" /> WKO<ref name="wko" />

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 20,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 21,2 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,6 Prozent des BIP.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The World Factbook: Belarus (Memento vom 15. Oktober 2015 im Internet Archive)</ref>

Die Staatsverschuldung lag 2017 bei 47,8 Prozent des BIP.<ref>World Economic Outlook Database April 2017. Abgerufen am 15. Juli 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:<ref>Belarus. In: The World Factbook. Central Intelligence Agency, 8. Oktober 2024 (cia.gov [abgerufen am 14. Oktober 2024]).</ref>

Tourismus

Datei:Комплекс Мирского замка.JPG
Schloss Mir

Belarus ist für den internationalen Tourismus wenig erschlossen.<ref>Ich habe Urlaub in Belarus gemacht – und weiß jetzt, warum ich da nie mehr hin will, 2. Mai 2018, Neon.</ref> Ähnlich wie für Russland benötigt man ein für den Besuchszweck (z. B. Privatbesuch, Tourismus, Geschäftsreise) passendes Visum, das nur in Verbindung mit weiteren Nachweisen wie einer Hotelbuchung oder einer formellen Einladung durch eine belarussische Person/Institution ausgestellt wird. Das Visum kann direkt bei der Botschaft der Republik Belarus in Berlin gegen Gebühr beantragt werden.<ref>Visaerteilung. Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland.</ref> Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Vorgang der Visumbeschaffung durch ein Reisebüro abwickeln zu lassen. In den meisten Fällen ist diese Variante jedoch mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Seit dem 27. Juli 2018 können Staatsangehörige von 74 Staaten Belarus bis zu 30 Tagen visafrei bereisen, wenn sie über den Nationalen Flughafen Minsk einreisen. Das betrifft unter anderem alle Staaten der Europäischen Union und im deutschsprachigen Raum weiterhin die Schweiz und Liechtenstein.<ref>Belarus hebt Visumpflicht für Bürger aus 74 Staaten, darunter auch aus Österreich, auf – Botschaft der Republik Belarus in der Republik Österreich. Abgerufen am 28. Juli 2018.</ref> Außerdem können gewisse Gebiete rund um Hrodna (Grodno), insbesondere für einen Besuch des Augustów-Kanals, für maximal 10 Tage ohne Visum besucht werden, wobei ein Grenzübertritt auf dem Landweg möglich ist. Dies wurde offenbar am 7. August 2019 auf ein Visafreies Gebiet “Brest-Grodno” mit bis zu 15 Tagen Aufenthalt ausgeweitet. Benötigt wird hierfür ein Dokument eines belarussischen Reiseveranstalters, über den touristische Dienstleistungen gebucht werden müssen.<ref>Welcome To Brest And Grodno: 12 FAQs On Visa-Free Entry. In: BelarusFeed. 5. Januar 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2019; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Für alle anderen Grenzübergänge ist weiterhin ein Visum nötig, auch für Transitreisen, z. B. mit dem Zug von Berlin nach Moskau oder Richtung St. Petersburg (Stand Aug. 2020). Eine Einreise ohne Visum auf dem Landweg von Russland kommend auf nicht überwachten Grenzübergängen ist ebenfalls unzulässig. Auch von russischen Flughäfen ist keine visafreie Einreise möglich.<ref>Typische Fragen zum 30-tägigen visafreien Reiseverkehr – Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Juli 2018;.</ref>

Den touristischen Hauptanziehungspunkt stellt Minsk selbst dar; es verfügt über ein umfangreiches Netzwerk von kulturellen Einrichtungen mit 18 Museen und zwölf Theatern. Es gibt zudem zahlreiche interessante historische Orte und Baudenkmäler.

Weiterhin hat Belarus vier UNESCO-Welterbestätten zu bieten. Dies sind unter anderem der Belawescha-Nationalpark im letzten Tiefland-Urwald Europas, das Schloss Mir sowie das Schloss Njaswisch.

Tourismusentwicklung
Tourismus Einheit 2005 2010 2015 2017 2018
Internationale Ankünfte 1.000 91 119 4.386 10.935 11.060
Wachstum in % 1,31 36,86 2,49 1,01
Internationale Tourismuseinnahmen Mio. USD 346 665 1.013 1.019 1.134
Internationale Tourismuseinnahmen % am BPI 1,1 1,2 1,8 2,1 2,1
Quelle: WIKO<ref name="wko" />

Infrastruktur

Datei:M7 Aschmjany.JPG
Ausgebaute Magistralstraße 7 (E28) bei Aschmjany

Für Russland ist Belarus (zusammen mit Litauen) das Haupttransitland zu seiner Exklave, der Oblast Kaliningrad. Die Hauptverkehrsachse von (WesteuropaWarschau–)Brest über BaranawitschyMinskBaryssau nach Orscha(–Moskau) verläuft von Südwest nach Nordost quer durch das Land. Sie besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie mit parallel verlaufender autobahnartig ausgebauter Fernstraße.

Feuerwehr

In der Feuerwehr in Belarus waren im Jahr 2019 landesweit 9.276 Berufsfeuerwehrleute und 6.660 freiwillige Feuerwehrleute in 714 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern tätig, in denen 1.922 Löschfahrzeuge und 178 Drehleitern bzw. Teleskopmasten für Feuerwehreinsätze bereitstehen.<ref>Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.13: Personal und Ausstattung der Feuerwehren der Staaten in 2010–2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.</ref> In den Jugendfeuerwehren sind 159.041 Kinder und Jugendliche organisiert.<ref>Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Tabelle 1.15: Anzahl der Jugendlichen in den Feuerwehren der Staaten in 2010–2019. Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.</ref> Die belarussischen Feuerwehren wurden im selben Jahr zu 81.590 Einsätzen alarmiert, dabei waren 6.100 Brände zu löschen. Hierbei wurden 489 Tote bei Bränden von den Feuerwehren geborgen und 444 Verletzte gerettet.<ref>Nikolai Brushlinsky, Marty Ahrens, Sergei Sokolov, Peter Wagner: Welt-Feuer-Statistik Ausgabe Nr. 26-2021. (PDF) Weltfeuerwehrverband CTIF, 2021, abgerufen am 18. Februar 2022.</ref> Die nationale Feuerwehrorganisation im Ministerium für Notfallsituationen repräsentiert die belarussische Feuerwehr mit ihren Feuerwehrangehörigen im Weltfeuerwehrverband CTIF.<ref>Belarus. Members. Comité technique international de prévention et d’extinction du feu (CTIF), abgerufen am 2. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Pipelines

Belarus ist zwar aufgrund seiner Lage ein wichtiges Transitland zwischen Mitteleuropa und Russland: 50 Prozent des russischen Erdöls fließen durch die Druschba-Pipeline, die auf belarussischem Gebiet durch das Unternehmen Gomel Transneft betreut wird, und 25 Prozent des Erdgases fließen über Pipelines des ehemals staatlichen Beltransgas-Verteilsystems, welches seit 2011 zur Gänze der russischen Gazprom gehört.<ref>Russia secures ownership of Belarus gas pipelines, france24.com, 25. November 2011.</ref> Wegen der politischen Verhältnisse in Belarus weicht Russland jedoch zunehmend auf Nordeuropa aus. 2005 wurde der Bau der Nord Stream Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland begonnen und 2011 fertiggestellt. Dadurch wurden die Gaslieferungen Russlands nach Westeuropa unabhängiger von Belarus.

Anfang 2007 forderte die belarussische Regierung von Russland Transitgebühren für die Benutzung der Ölpipelines nach Westeuropa. Mit dem Geld sollten die Verluste kompensiert werden, die durch die Erhöhung der Gaspreise durch den russischen Gazprom-Konzern entstanden waren. Dieser Konflikt hatte ein Aussetzen der russisch-belarussischen Integrationspläne zur Folge.

Eisenbahn

Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer von der staatlichen belarussischen Eisenbahn Belaruskaja Tschyhunka betriebenen elektrifizierten Eisenbahnlinie. Die Eisenbahnstrecke erreicht aus Polen kommend die belarussische Grenze in Normalspur (1435 mm Spurweite) und führt vom Bahnhof Brest-Zentralny in russischer Breitspur (1520 mm) weiter. Auch die Kupplungssysteme der Bahnen des westlichen Europa (Schraubenkupplung) und der Bahnen in Nachfolge der sowjetischen Staatsbahn (Mittelpuffer-Klauenkupplung) sind unterschiedlich, was im Bahnhof Brest einen Aufenthalt zum Auswechseln der Drehgestelle und Kupplungen erforderlich macht. Der Aufenthalt beläuft sich zwar oft auf einige Stunden, die eigentliche Tauschprozedur dauert aber nur ca. 20 Minuten.

Straße

Datei:AKCM-201 in Minsk 01.jpg
O-Bus in Minsk

Die Hauptverkehrsachse besteht aus einer parallel zur Eisenbahnmagistrale verlaufenden autobahnartig ausgebauten Fernstraße. Rund um Minsk besteht ein Schnellstraßenring mit Ausläufern nach Litauen/Hrodna und nach Babrujsk/Homel im Südosten des Landes. Außerdem sind noch Polazk über Wizebsk und Orscha sowie Mahiljou über Babrujsk an Minsk angeschlossen.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Schifffahrt

Den Osten des Landes durchquert in Nord-Süd-Richtung der Dnepr (belarussisch Dnjapro), der über die Ukraine ins Schwarze Meer fließt. Im Süden wird Belarus in West-Ost-Richtung vom Prypjat durchquert, der von rechts in den Dnepr mündet und seit 1848 über den Dnepr-Bug-Kanal mit der Ostsee verbunden ist. Belarus besitzt eine Handelsflotte, die in lettischen Ostseehäfen stationiert ist.

Flugverkehr

Bei Minsk befinden sich ein internationaler und ein nationaler Flughafen, daneben bestehen verschiedene Regionalflughäfen. Nationale Fluggesellschaft ist die Belavia. Der internationale Flughafen Minsk (Minsk-2, IATA-Code: MSQ) transportiert jährlich über eine Million Passagiere. Täglich zwischen 7:10 und 22:35 Uhr verbindet ein Pendelbus den internationalen Flughafen und die Hauptstadt mit stündlichen Abfahrten.

Telekommunikation

Im Jahr 2023 nutzten 91,5 Prozent der Einwohner von Belarus das Internet.<ref>Individuals using the Internet (% of population). Weltbank, abgerufen am 20. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Für internationale Anrufe nach Belarus muss die Telefonvorwahl +375 genutzt werden.

Kultur

Küche

Literatur

Bedeutende Schriftsteller sind bzw. waren Jakub Kolas, Janka Kupala, Maksim Bahdanowitsch, Wassil Bykau, Ales Adamowitsch und Swjatlana Aleksijewitsch.

Kulturelle Persönlichkeiten

Ein weiterer kulturell prägender Faktor war die jahrhundertelang bestehende große jüdische Bevölkerungsgruppe. Wahrscheinlich einer der bekanntesten Kulturschaffenden aus Belarus ist der Maler Marc Chagall, der in Wizebsk geboren wurde und später lange Zeit in Frankreich lebte. Auch Chaim Soutine war ein Maler aus Belarus, der in Smilawitschy geboren wurde. Bekannt wurde ferner die Schutzheilige von Belarus, Euphrosyne von Polazk.

Medien

Die Medien im Land sind stark von der autoritären Regierung beeinflusst (siehe dazu Propaganda in Belarus). Die Medien teilen sich ein in die Presselandschaft (siehe Presse in Belarus) sowie in das Fernsehen (etwa Belarus 1) und Radio (etwa Radio Belarus).<ref>Massenmedien in Belarus: „Ich und meine Kinder können jetzt nicht mehr vom Bildschirm lächeln“, SZ, 24. August 2020.</ref>

Die größte staatseigene Nachrichtenagentur ist BelTA. Belintersat ist der staatliche nationale Kommunikationssatellitenbetreiber von Belarus, er betreibt Belintersat 1, einen Kommunikationssatelliten.

Eine wichtige unabhängige nicht-staatliche Nachrichtenagentur ist BelaPAN, eine wichtige unabhängige Website ist TUT.BY.

.by ist die länderspezifische Top-Level-Domain.

Anfang 2023 wurde ein auf etwa ein Jahr zeitlich befristetes Gesetz in Kraft gesetzt, das Straffreiheit beim Erstellen und Benutzen von Raubkopien von Software, Musik und Filmen aus „unfreundlichen Ländern“ (solche, die im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine Sanktionen auch gegen Belarus verhängt hatten) garantiert. Raubkopierer sollen jedoch Zahlungen an die belarussische Patentbehörde abführen, wo Rechteinhaber von Medien das Geld sodann einfordern können. Das Gesetz ist eine Reaktion auf den Umstand, dass infolge des Überfalls viele westliche Medienprodukte nicht mehr legal erhältlich wurden.<ref>Belarus erlaubt Piraterie für Software, Musik und Filme aus "unfreundlichen Ländern". Abgerufen am 10. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bauwerke

Datei:St. Nikolas Church in Brest, Belarus.JPG
St.-Nikolaus-Kirche in Brest

Neben einigen erhaltenen architektonischen Denkmälern aus der Epoche der Kiewer Rus hat Belarus ein reiches kulturelles Erbe aus der Zeit der Zugehörigkeit zur polnisch-litauischen Adelsrepublik zu bieten. Hierzu zählen bedeutende Schlösser im Westen des Landes wie das Schloss Mir und barocke Kirchengebäude. Als UNESCO-Weltkulturerbe zählen neben dem Schloss Mir der Struve-Bogen und die Residenz der Familie Radziwiłł in Njaswisch. Hinzu kommt eine reiche Volkskultur. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Sport

Vorlage:Hinweisbaustein

Beliebteste Sportart der Belarussen ist Eishockey. Die höchste nationale Spielklasse heißt Extraliga, die zweite Spielklasse ist die Wysschaja-Liga. Die belarussische Eishockeynationalmannschaft steht nach der Weltmeisterschaft 2021 auf Platz 14 der IIHF-Weltrangliste. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in den USA erreichten die Belarussen den vierten Platz, die beste Platzierung bei Weltmeisterschaften war ein sechster Platz bei der Weltmeisterschaft 2006. Seit 2008 spielt der HK Dinamo Minsk in der Nachfolgeliga der russischen Superliga, der KHL. Die Eishockey-Weltmeisterschaft 2014 wurde in Belarus ausgetragen. Die Vergabe der Spiele wurde kontrovers diskutiert.

Der belarussische Fußball durchlebt momentan einen leichten Aufschwung. Doch es mangelt dem osteuropäischen Land an genügend Spielern von Format, um konstante Leistungen zu bringen. Bekannte Spieler sind u. a. Aljaksandr Hleb, Anton Puzila und Wassil Chamutouski. Die Nationalmannschaft belegt Rang 95 der FIFA-Weltrangliste und erreichte in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2021 den fünften Platz in ihrer Gruppe. Bekannteste Vereine des Landes sind der Rekordmeister der Wyschejschaja Liha, der FK BATE Baryssau, sowie der sowjetische Meister von 1982, der FK Dinamo Minsk.

Die belarussische Nationalmannschaft nahm bisher fünfmal an einer Welt- und sechsmal an einer Europameisterschaft teil. In der Vergangenheit bescherte der Hauptstadtclub SKA Minsk dem belarussischen Handballsport zumindest auf internationaler Vereinsebene große Erfolge. Bekannteste Handballer des Landes sind Sjarhej Harbok – der nach 2012 für Russland spielte – und – der von 2005 bis 2013 für Deutschland spielende – Andrej Klimovets, die beide ihr Geld in der deutschen Handball-Bundesliga verdienten.

Bei den Olympischen Spielen konnten 96 Sportler aus Belarus 103 olympische Medaillen erringen (21 Gold, 35 Silber, 47 Bronze). Im ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Sommerspiele belegt Belarus den 42. Rang und bei den Olympischen Winterspielen Rang 20. Bekannte Medaillengewinner sind der Weltmeister im Hammerwurf Iwan Zichan, die zur Weltspitze zählende Diskuswerferin Iryna Jattschanka, die mehrfache Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Rudern Kazjaryna Karsten und die Leichtathletin Julija Neszjarenka.

Erfolgreichster Tischtennisspieler ist Uladsimir Samsonau. Er wurde 1995 Vizeweltmeister im Doppel und 1997 Vizeweltmeister im Einzel.<ref>ITTF Database SAMSONOV Vladimir (BLR). International Table Tennis Federation (ITTF), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. August 2009;.</ref> Neben vielen weiteren Erfolgen wurde er dreimal Europameister im Einzel und gewann viermal das europäische Ranglistenturnier TOP-12 sowie den World Cup 1999, 2001 und 2009. Mit ihm konnte die Nationalmannschaft mehrere Medaillen bei Europameisterschaften gewinnen, darunter auch die Goldmedaille 2003.

Im Tennis hat Wiktoryja Asaranka den ersten Platz der Weltrangliste erreicht. Weitere bekannte Tennisprofis sind Natallja Swerawa, Aryna Sabalenka und Wolha Hawarzowa, bei den Männern der Doppelspezialist Maks Mirny.

Siehe auch

Portal: Belarus – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Belarus

Literatur

Allgemeines

Spezialisierte

  • Anastiasia Antipova: Die nationalsozialistische Sprachpolitik im besetzten Weißrussland 1941–1944 (= Linguistik international, Bd. 41). Lang, Berlin u. a. 2018, ISBN 978-3-631-74722-3.
  • Herbert Dederichs, Jürgen Pillath, Burkhard Heuel-Fabianek, Peter Hill, Reinhard Lennartz: Langzeitbeobachtung der Dosisbelastung der Bevölkerung in radioaktiv kontaminierten Gebieten Weißrusslands – Korma-Studie. Verlag Forschungszentrum Jülich 2009, ISBN 978-3-89336-562-3.
  • Folkert Garbe, Rainer Lindner: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlfarce in Belarus – Inszenierter Urnengang und neuer Widerstand. (Memento vom 26. September 2009 im Internet Archive) Diskussionspapier der Stiftung Wissenschaft und Politik, April 2006.
  • Menschenrechte in Belarus e. V.: Zur Lage der Menschenrechte in Belarus (PDF; 1,1 MB). Berlin 2014, ISBN 978-3-86468-643-6.
  • Anja Obermann: Die Beziehungen der Europäischen Union zu nicht-demokratischen Staaten: Europäische Außenpolitik gegenüber Algerien, Indonesien und Belarus. VDM-Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 3-8364-4839-4.
  • Andreas Rostek (Hrsg.), Nina Weller (Hrsg.), Thomas Weiler (Hrsg.), Tina Wünschmann (Hrsg.): BELARUS!: Das weibliche Gesicht der Revolution. Edition fotoTAPETA, Berlin 2020, ISBN 978-3-940524-99-7.
  • Roland Scharff (Hrsg.): Belarus: Zwischenbilanz einer stornierten Transformation. Fachhochschule Osnabrück, Fachbereich Wirtschaft, Osnabrück 2001, ISBN 978-3-925716-67-6.
  • Silvia von Steinsdorff: Das politische System Weißrußlands (Belarus). In: Wolfgang Ismayr (Hrsg.): Die politischen Systeme Osteuropas, Opladen 2004, S. 429–468, ISBN 978-3-8100-4053-4.
  • Andrew Wilson: Belarus: The Last European Dictatorship. Neuauflage. Yale University Press, New Haven 2021, ISBN 978-0-300-25921-6.
  • Olga Shparaga: Die Revolution hat ein weibliches Gesicht: Der Fall Belarus. 7. Juni 2021, ISBN 978-3-518-12769-8.

Weblinks

Commons: Belarus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Belarus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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Koordinaten: 54° N, 29° O

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Mitgliedstaaten der
Vereinten Nationen
und Vatikanstadt:

Albanien | Andorra | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Griechenland | Irland | Island | Italien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Kasachstan<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Montenegro | Niederlande<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Nordmazedonien | Norwegen<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Österreich | Polen | Portugal<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Rumänien | Russland<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 | Tschechien | Türkei<templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 | Ukraine | Ungarn | Vatikanstadt | Vereinigtes Königreich<templatestyles src="FN/styles.css" /> 2

Abhängige Gebiete:

Färöer | Gibraltar | Guernsey | Isle of Man | Jersey

Umstrittene Gebiete:

Kosovo | Transnistrien

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1 
Liegt größtenteils in Asien.
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2 
Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.
Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
Mitgliedstaaten:

Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

Assoziierter Mitgliedstaat:

Turkmenistan

Ehemalige Mitgliedstaaten:

Georgien | Moldau | Ukraine

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Mitgliedstaaten:
Armenien | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland

Ehemalige Mitgliedstaaten:
Aserbaidschan | Georgien | Usbekistan

Beobachterstaaten:
Afghanistan | Serbien

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Mitgliedstaaten:
Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland | Tadschikistan

Ehemaliger Mitgliedstaat:
Usbekistan

Beobachterstaaten:
Armenien | Moldau | Ukraine

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Mitgliedstaaten:
Armenien | Belarus | Kasachstan | Kirgisistan | Russland

Beobachterstaaten:
Kuba | Moldau | Usbekistan

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Belarus | Volksrepublik China | Indien | Iran | Kasachstan | Kirgisistan | Pakistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

Staaten mit Beobachterstatus: Afghanistan | Mongolei

Dialogpartner: ASEAN | GUS

Interessierte Staaten: Nepal | Turkmenistan

Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Teilnehmerstaaten:

Albanien | Andorra | Armenien | Aserbaidschan | Belarus | Belgien | Bosnien und Herzegowina | Bulgarien | Dänemark | Deutschland | Estland | Finnland | Frankreich | Georgien | Griechenland | Heiliger Stuhl | Irland | Island | Italien | Kanada | Kasachstan | Kirgisistan | Kroatien | Lettland | Liechtenstein | Litauen | Luxemburg | Malta | Moldau | Monaco | Mongolei | Montenegro | Niederlande | Nordmazedonien | Norwegen | Österreich | Polen | Portugal | Rumänien | Russland | San Marino | Schweden | Schweiz | Serbien | Slowakei | Slowenien | Spanien | Tadschikistan | Tschechien | Türkei | Turkmenistan | Ukraine | Ungarn | Usbekistan | Vereinigtes Königreich | Vereinigte Staaten | Zypern

Partnerstaaten:

Afghanistan | Australien | Ägypten | Algerien | Israel | Japan | Jordanien | Marokko | Tunesien | Südkorea | Thailand

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