Zum Inhalt springen

Assisi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 17. April 2026 um 19:38 Uhr durch imported>At40mha (Hilfe:Wikisyntax/Validierung#Fehlerhafte Dateioption behoben).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Assisi
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltVorlage:Platzhalterbild
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Koordinaten 43° 4′ N, 12° 37′ OKoordinaten: 43° 4′ 17″ N, 12° 36′ 47″ O
 {{#coordinates:43,071388888889|12,613055555556|primary
dim=10000 globe= name= region=IT-PG type=city
  }}
Höhe 424 m s.l.m.
Fläche 186 km²
Einwohner 27.453 (31. Dez. 2024)<ref>Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).</ref>
Postleitzahl 06081
Vorwahl 075
ISTAT-Nummer 054001
Bezeichnung der Bewohner Assisiati oder Assisani
Schutzpatron San Rufino
(12. August)
Website visit-assisi.it

Assisi ist eine Stadt mit 27.453 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) im mittelitalienischen Umbrien in der Nähe der Regionalhauptstadt Perugia. Sie ist Geburtsort des hl. Franz von Assisi (auch Hl. Franziskus), des Gründers der Minderen Brüder (heute: Franziskaner oder Minoriten), und der Hl. Klara, der Gründerin des Klarissenordens.

Das mittelalterliche Stadtbild mit Stadtmauer und Festungsruine Rocca Maggiore ist noch gut erhalten und wurde im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

Geografie

Assisi liegt etwa 19 km südöstlich der Regional- und Provinzhauptstadt Perugia in der Zone E, 2 198 GG der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden.<ref>Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA) (PDF; 330 kB), abgerufen am 20. Februar 2013 (ital.).</ref>

Zu den Ortsteilen gehören Armenzano, Capodacqua, Castelnuovo, Palazzo, Petrignano, Pianello, Rivotorto, Santa Maria degli Angeli, San Vitale, Sterpeto, Torchiagina, Tordandrea und Tordibetto.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto nazionale di statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Perugia (Memento vom 27. Oktober 2020 im Internet Archive), abgerufen am 28. Februar 2026 (ital.).</ref>

Die Nachbargemeinden sind Bastia Umbra, Bettona, Cannara, Nocera Umbra, Perugia, Spello, Valfabbrica und Valtopina.

Geschichte

Der Ort ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), älteres Ital./Tosk. Ascesi<ref>Giovanni Villani, Nuova Cronica, VI/24: „[…] onde fu cominciatore il beato Francesco nato della città d’Ascesi nel ducato […]“.</ref> oder Scesi, heute nicht mehr gebräuchlich) wurde von den Römern im Jahr 399 v. Chr. kolonisiert und terrassenförmig auf einem Felsrücken an der Westseite des Monte Subasio ausgebaut. Er war vorher eine Akropolis der Umbrer.<ref name="Raffaelli">vgl. Raffaelli.</ref> Aus römischer Zeit finden sich heute noch die Stadtmauern, das Forum (oder Marktplatz Piazza del Comune), ein Theater, ein Amphitheater und der Tempel der Minerva, der später zur Kirche Santa Maria sopra Minerva umgebaut wurde und Reste einer Straße aus dem ersten Jahrhundert vor Christus. 328 wurde der Ort vom heutigen Schutzpatron Rufino di Assisi (San Rufino) christianisiert.<ref name="Raffaelli" />

Datei:Römische Straße Assisi.JPG
Römische Straße (Bildmitte) nordwestlich der Kathedrale

Im Jahre 545 wurde der Ort größtenteils von den Ostgoten zerstört, geriet später unter die Herrschaft der Langobarden und wurde danach den Herzögen von Spoleto unterstellt.

Im 12. Jahrhundert wurde Assisi freie Kommune und orientierte sich ghibellinisch<ref name="TCI">vgl. TCI.</ref> und stand damit im Gegensatz zur guelfischen Nachbarstadt Perugia. Der im Jahr 1181/1182 in Assisi geborene Hl. Franz von Assisi geriet als junger Mann im Rahmen dieser Auseinandersetzungen in Gefangenschaft. Im 13./14. Jahrhundert dehnte die Stadt sich über die römischen Stadtmauern hinaus aus, die Mauern wurden mehrfach erweitert.

Im Spätmittelalter stand Assisi unter wechselnder Herrschaft der Päpste, verschiedener Condottieri, der Herzöge von Mailand und von Urbino und gelangte im 15. Jahrhundert schließlich wieder zum Kirchenstaat.

Dass Assisi im Jahr 1944 vor Kampfhandlungen und damit möglicherweise vor der Zerstörung gerettet wurde, verdankt die Stadt dem damaligen Kommandanten der deutschen Besatzungstruppen, Oberst Valentin Müller, der unter anderem bei dem deutschen Befehlshaber in Italien, Generalfeldmarschall Albert Kesselring die Erklärung von Assisi zur unverteidigten, offenen Lazarettstadt erwirken konnte. Zur gleichen Zeit organisierten der Bischof Giuseppe Placido Nicolini und der Franziskaner Rufino Niccacci mit Helfern aus der katholischen Kirche, dass politisch und rassistisch Verfolgte, darunter viele Juden, in Klöstern und anderen Gebäuden der Kirche versteckt wurden.<ref>Corinna Mühlstedt: Italien im Zweiten Weltkrieg: Wie Ordensleute Juden vor den Nazis retteten, Sendung vom 5. Juni 2019 in der Reihe Aus Religion und Gesellschaft des Deutschlandfunks.</ref>

Sehenswürdigkeiten

Datei:Assisi from north 2.jpg
Assisi von Westen
Datei:Assisi BMK.jpg
Marktplatz Piazza del Comune
Datei:Assisi 2.JPG
Kirche Santa Maria sopra Minerva
Datei:San Pietro Assisi.JPG
Kirche San Pietro, Assisi

Mit den Basiliken San Francesco und Santa Chiara, den Grabstätten des Hl. Franziskus und der Hl. Klara ist Assisi ein bedeutender Pilgerort des Christentums. Sehenswert ist die franziskanische Einsiedelei Eremo delle Carceri. Auf dem Wege dorthin entspringt die Quelle Fontemaggio, die in römischer Zeit die Stadt mit Trinkwasser versorgt hat.

Die Doppelkirche San Francesco, mit deren Bau 1228 begonnen wurde (in drei Ebenen am westlichen Ende der Stadt errichtet), wurde am 26. September 1997 bei einem schweren Erdbeben stark beschädigt, wobei vier Menschen ums Leben kamen. Die bei dem Erdbeben beschädigten unter anderem von Giotto und Cimabue stammenden Fresken in der Ober- und Unterkirche (um 1300 begonnen) wurden zu etwa 75 % restauriert.

Die Basilika San Francesco gehört wie die anderen franziskanischen Pilgerstätten in Assisi seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe.

Der neuere Teil Assisis liegt am Fuß des Berges rund um die Basilika Santa Maria degli Angeli, welche die kleine Portiunkula-Kapelle umschließt, in der Franziskus gestorben ist. In dieser Kirche fand 1986 und 2002 das interreligiöse Weltgebetstreffen statt.

Ein Museum über das Romanische Forum (Museo e Foro Romano) unterhalb und nordwestlich der Piazza del Comune am Eingang der Via Portica, zeigt Teile der noch in situ erhaltenen Begrenzungsmauern des Forums, sowie Sarkophage, Grabstelen und Fragmente von Statuen.

Weitere sehenswerte Gebäude sind:

  • die Kathedrale von Assisi (Kathedrale San Rufino)
  • das Santuario San Damiano (außerhalb der Stadtmauer)
  • die Kirche Santa Maria sopra Minerva an der zentralen Piazza del Comune gelegene Kirche; Fassade: römischer Portikus mit sechs Säulen, entstand im 1. Jahrhundert v. Chr.<ref name="TCI" />
  • die Palazzi Comunali mit dem Torre del Popolo und dem Palazzo del Capitano (um 1282 entstanden)<ref name="TCI" />
  • der Palazzo dei Priori an der Piazza del Comune, wurde 1275 begonnen und bis 1493 erweitert.<ref name="TCI" />
  • die Kirche Chiesa Nuova. Wurde 1615 errichtet auf Initiative von Philipp III. und enthält Fresken von Cesare Sermei di Orvieto (1609–1668).<ref name="TCI" /><ref>Chiesa Nuova, Assisi auf der Plattform ETHorama</ref>
  • die Kirche San Pietro, um das 10. Jahrhundert entstanden, im 13. Jahrhundert erweitert und erneuert.<ref name="TCI" /> Rechteckige, typisch romanische Fassade mit drei Rosetten und drei Eingangsportalen.
  • das Amphitheater (entstanden im 1. Jahrhundert v. Chr.)<ref name="TCI" />
  • die Pinacoteca Comunale
  • das Oratorio di San Francesco Piccolino
  • die Befestigungsanlagen Rocca Maggiore und Rocca Minore
  • Santa Maria Maggiore (Kirche im Ortszentrum)
  • Santa Maria di Rivotorto (2 km unterhalb von Assisi; die 1854 erbaute Kirche wurde über einer – rekonstruierten – Hütte erbaut, in der sich Franziskus um 1208 oder 1209 mit engen Mitstreitern traf und mit ihnen die Ordensregeln festlegte)

Stadtmauer und Stadttore:

Datei:06081 Assisi, Province of Perugia, Italy - panoramio (18).jpg
Porta San Giacomo

Die erste Stadtmauer entstand zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. durch die Römer. Diese Mauer wurde 1260 erweitert. Der heutige Mauerring entstand 1316 mit den Stadttoren (von Nord im Uhrzeigersinn):<ref name="TCI" />

  • Porta San Giacomo (als einziges Tor wahrscheinlich schon Teil der ersten Stadtmauer, später dann an die Gegebenheiten der neuen Mauer angepasst.)
  • Porta Perlici
  • Porta dei Cappuccini (auch Porta Sant’Antonio)
  • Porta Nuova
  • Porta Moiano
  • Porta Sementone
  • Porta San Pietro
  • Porta San Francesco

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Datei:Asisi, san rufino, interno, s. francesco di giovanni duprè 03.JPG
Franz von Assisi, Statue von Giovanni Dupré in der Kathedrale San Rufino

Literatur

  • Filippo Raffaelli, Fabio Raffaelli: Passeggiate in Toscana e Umbria. Rom 1984, S. 317 ff.
  • Touring Club Italiano: Umbria, Mailand 1999, ISBN 88-365-2542-3, S. 261–322.
  • Wolfgang Metz / Br. Thomas Freidel: Mit Franziskus und Klara Assisi erleben. Spirituelle Streifzüge durch die Stadt. Tyrolia, Innsbruck 2024, ISBN 978-3-7022-4132-2.

Weblinks

Commons: Assisi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Historische Stadtzentren:
Assisi (mit Basilika, Sacro Convento und Gedenkstätten des Hl. Franziskus) (2000) | Florenz (1982) | Mantua und Sabbioneta (2008) | Bedeutende Kurstädte Europas: Montecatini Terme (2021) | Neapel (1995) | Pienza (1996) | Rom (1980) | San Gimignano (1990) | Siena (1995) | Urbino (1998) | Verona (2000) | Vicenza (mit den Villen Palladios in Venetien) (1994)

Bauwerke:
Arabisch-normannisches Palermo und die Kathedralen von Cefalù und Monreale (2015) | Arkadengänge von Bologna (2021) | Botanischer Garten von Padua (1997) | Castel del Monte (1995) | Crespi d’Adda (1995) | Frühchristliche Baudenkmäler von Ravenna (1996) | Kathedrale von Modena, Glockenturm und Piazza Grande (1997) | Strade Nuove und Palazzi dei Rolli in Genua (2006) | Ivrea, Industriestadt des 20. Jahrhunderts (2018) | Machtzentren der Langobarden (2011) | Paduas Freskenzyklen aus dem 14. Jahrhundert (2021) | Palast des 18.Jahrhunderts von Caserta mit Park, dem Vanvitelli-Aquädukt und San Leucio (1997) | Piazza del Duomo in Pisa (1987) | Residenzen des Königshauses Savoyen (1997) | Sacri Monti in Piemont und der Lombardei (2003) | Santa Maria delle Grazie mit Leonardo da Vincis „Abendmahl“ in Mailand (1980) | Die Sassi und der Park der Felsenkirchen von Matera (1993) | Trulli von Alberobello (1996) | Villa d’Este in Tivoli (2001) | Villen und Gärten der Medici in der Toskana (2013) | Venezianisches Verteidigungssystem des 16. bis 17. Jahrhunderts (2017)

Archäologische Stätten:
Agrigent (1997) | Aquileia (mit Basilika des Patriarchen) (1998) | Etruskische Nekropolen von Cerveteri und Tarquinia (2004) | Felsbilder der Valcamonica (1979) | Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata (1997) | Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (2011) | Su Nuraxi di Barumini (1997) | Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica (2005) | Via Appia. Regina Viarum (2024) | Villa Adriana (1999) | Villa Romana del Casale (1997)

Kultur- und Naturlandschaften:
Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas (2017, N) | Amalfiküste (1997, K) | Äolische Inseln (2000, N) | Ätna (2013, N) | Cilento und Vallo di Diano mit Elea, Paestum und der Kartause von Padula (1997, K) | Dolomiten (2009, N) | Ferrara und das Po-Delta (1995, K) | Monte San Giorgio (2010, N) | Portovenere und Cinque Terre mit den Inseln Palmaria, Tino und Tinetto (1997, K) | Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina (2008, K) | Spätbarocke Städte des Val di Noto (2002, K) | Val d’Orcia (2004, K) | Venedig und seine Lagune (1987, K) | Weinbaugebiete im Piemont: Langhe, Roero und Monferrato (2014, K)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein