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Casale Monferrato

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Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien

Casale Monferrato (Vorlage:PmsS, im lokalen Dialekt Casà) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) in der Provinz Alessandria (AL), Region Piemont.

Lage

Datei:Map of comune of Casale Monferrato (province of Alessandria, region Piedmont, Italy).svg
Lage der Gemeinde Casale Monferrato in der Provinz Alessandria

Der Ort liegt an der orographisch rechten Uferseite des Po auf einer Höhe von Vorlage:Höhe, umgeben von den Hügeln des Montferrat. Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 86,32 km und setzt sich aus den Fraktionen Casale Popolo, Rolasco, Roncaglia, San Germano, Santa Maria del Tempio, Terranova und Vialarda zusammen.

Die Nachbargemeinden sind Balzola, Borgo San Martino, Camagna Monferrato, Candia Lomellina, Coniolo, Conzano, Frassineto Po, Morano sul Po, Motta de’ Conti, Occimiano, Ozzano Monferrato, Pontestura, Rosignano Monferrato, San Giorgio Monferrato, Terruggia und Villanova Monferrato.

Datei:Monferrato 1.jpg
Blick auf die Hügel des Montferrat
Datei:Casale Monferrato-piazza santo stefano1.jpg
Piazza Santo Stefano

Geschichte

Datei:Casale Monferrato-duomo-facciata4.jpg
Dom „Sant’Evasio“

Der Bischof von Asti, Sant’Evasio, nannte das kleine Dorf Casale (nach dem italienischen Wort für Landhaus). Die erste schriftliche Erwähnung des Namens datiert auf das Jahr 988.

Mittelalter

Nachdem Karl der Große das Dorf der Kirche von Vercelli geschenkt hatte, erlangte sie ihre Freiheit wieder unter der Herrschaft Friedrich Barbarossas. Im Jahr 1215 wurde sie nacheinander von den Truppen Vercellis, Alessandrias und Mailands geplündert, fünf Jahre später wieder aufgebaut und befestigt. Ab 1305 wurde der Ort von den Palaiologen beherrscht, zwischen 1370 und 1404<ref>Vorlage:Literatur</ref> fiel es unter die Kontrolle der Visconti und kehrte dann unter die Markgrafen von Monferrato zurück, 1474 erlangte die Ansiedlung das Stadtrecht.

Neuzeit

Infolge des 1559 im Rahmen des Friedens von Cateau-Cambrésis geschlossenen Vertrages zwischen Frankreich und Spanien kam die Stadt 1559 unter die Herrschaft der Familie Gonzaga aus Mantua, die Casale zur Festung machten. Im Mantuanischen Erbfolgekrieg (1629–1631) rückten französische Truppen in Casale ein; spanische Truppen belagerten die Stadt und die Festung 1629 und 1630 vergeblich. Erst 1652 eroberten die Spanier unter dem Marqués de Caracena zusammen mit Mantuaner Truppen unter Camillo Gonzaga Casale, das wieder an den Herzog von Mantua zurückgegeben wurde.<ref name="ErschGruber1883">J. S. Ersch, J. G. Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, H-N. 33, Karachitaier-Karl V. von Lothringen. 2. Sektion, Bd. 30, Brockhaus 1883, S. 340. (gdz.sub.uni-goettingen.de).</ref> 1681 veräußerte Herzog Ferdinando Carlo von Gonzaga-Nevers Stadt und Festung Casale für 100.000 Pistolen sowie eine jährliche Pension von 60.000 Lire an Frankreich.<ref>Dino Gribaudi, Mario Attilio Levi: Storia del Piemonte. Casanova, Turin 1960, Bd. 1, S. 223.</ref> Vauban ließ Casale zur modernsten Festung Italiens ausbauen.<ref>Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf</ref> Doch schon im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) zeigte sich, dass die Festung nicht so fest war wie erhofft. Als die Truppen der Augsburger Allianz Casale belagerten, musste die französische Garnison am 9. Juli 1695 kapitulieren.<ref>Linda Frey, Marsha Frey (Hrsg.): The Treaties of the War of the Spanish Succession. An Historical and Critical Dictionary. Greenwood Publishing Group, Westport 1995, ISBN 0-313-27884-9, S. 469.</ref> Im Spanischen Erbfolgekrieg schlug sich Herzog Ferdinando Carlo von Gonzaga-Nevers auf die Seite Frankreichs; Kaiser Joseph I. erkannte daraufhin auf Verrat am Reich, zog 1708 den beim Haus Gonzaga verbliebenen Teil des Herzogtums Montferrat, einschließlich Casale, ein und übereignete es 1713 dem Haus Savoyen.

Am 23. März 1849, dem Tag, an dem das Königreich Sardinien in der Schlacht bei Novara den Ersten Unabhängigkeitskrieg gegen das Kaiserreich Österreich verlor, widerstanden Stadt und Festung Casale gut 24 Stunden lang einem Angriff österreichischer Truppen, bevor die Verteidiger sich ergeben mussten.<ref>Attilio Castelli, Dionigi Roggero: Casale. Immagine di una città. Edizioni Piemme, Casale Monferrato 1986, S. 50.</ref>

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Synagoge (Casale Monferrato)

Bevölkerungsentwicklung

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Wirtschaft

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt als capitale del cemento (Hauptstadt des Zements) bekannt, da der Rohstoff Kalkmergel in den umliegenden Hügeln gewonnen wurde. Bis heute ist der Zement ein wichtiger Wirtschaftszweig; der große Zementkonzern Buzzi Unicem hat seinen Firmensitz in Casale Monferrato.

Im Ort gab es bis 1985 eine große Fabrik des Herstellers Eternit S.p.A. für Asbestzement-Produkte. Durch das Einatmen von Asbeststaub wurden viele Beschäftigte und Anwohner in der Nähe der Fabrik krank und starben. Das Risiko ein Mesotheliom zu entwickeln, zeigte sich stark erhöht.<ref>Vorlage:Literatur</ref>

Der frühere Eigentümer Stephan Schmidheiny und ein führender Manager des Unternehmens wurden 2015 wegen Fahrlässigkeit bei der Verursachung einer Umweltkatastrophe zu langjährigen Haftstrafen und Schadenersatz verurteilt,<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> das Urteil wurde aber vom Kassationsgericht wegen Verjährung aufgehoben.<ref>Vorlage:Literatur</ref> In einem zweiten Prozess wurde Schmidheiny wegen fahrlässiger Tötung in 147 Fällen im Jahr 2023 zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. 2025 wurde in zweiter Instanz die fahrlässige Tötung in 89 Fällen bestätigt und die Haftstrafe auf 9 Jahre und 6 Monate reduziert.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Bedeutende Wirtschaftsfaktoren sind außerdem der Reis-Anbau und die Kultivierung von Wein. Bei Casale Monferrato werden Reben der Sorte Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCG-Status angebaut.

Verkehr

Bei Casale Monferrato führt in Nord-Süd-Richtung die Autobahn A26 vorbei, über die Vercelli im Norden und Alessandria im Süden und dort verlaufende weitere Autobahnen schnell zu erreichen sind. Verschiedene Landstraßen verbinden Casale mit den Orten in der näheren Umgebung sowie mit Turin und Mailand. Casale liegt an den Bahnstrecken Mortara-Asti, Chiavasso-Casale Monferrato und Vercelli-Valenza. Die Stadt hat einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt. Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Turin, Mailand-Malpensa und Genua.

Kultur

Architektur und Kunst

Die Stadt ist reich an kulturellen Besonderheiten. Hervorzuheben sind die romanische Kathedrale Sant’Evasio, ursprünglich aus dem Jahr 742, im 12. Jahrhundert komplett neu errichtet. 1706 wurde sie bei einer Restaurierung modifiziert, im 19. Jahrhundert jedoch in ihren mittelalterlichen Zustand zurückversetzt. An Renaissance-Gebäuden sind die Kirche San Domenico sowie einige Paläste zu nennen. Das Kloster San Chiara im Zentrum der Stadt beherbergt Bilder von Il Moncalvo.

Die Burg (Castello dei Paleologi) ist als militärisches Bauwerk des 15. Jahrhunderts mit einem hexagonalen Grundriss erbaut. Aus dem Jahr 1595 stammt die Synagoge der Stadt, sie gilt als eine der schönsten Europas.

Musik

Im 16. und 17. Jahrhundert war Casale ein Zentrum der italienischen Musik. Viele Komponisten der Zeit arbeiteten in dem Ort, unter ihnen Jean Mouton, Andreas de Silva und Giovanni Pierluigi da Palestrina. Im 17. und 18. Jahrhundert fanden Opern-Premieren von Giulio Cesare Monteverdi, Pietro Alessandro Guglielmi und Pasquale Anfossi in Casale statt.

Literatur

Casale ist Schauplatz von Umberto Ecos Roman Die Insel des vorigen Tages.

Sport

Der Fußballverein der Stadt die FBC Casale ASD, wurde im Jahr 1909 gegründet und gewann 1913/14 als AS Casale die italienische Meisterschaft. 1934 stieg er aus der Serie A ab und war seitdem nicht mehr erstklassig. Der Basketballclub Junior Libertas Pallacanestro spielte in der Spielzeit 2011/12 für eine Saison in der höchsten Italienischen Spielklasse, der Serie A.

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Literatur

  • Ida Leinberger, Walter Pippke: Piemont und Aosta-Tal. Kunst, Kultur und Geschichte im Bogen der Westalpen. 2. Auflage. DuMont Kunstreiseführer, Köln 2001, ISBN 3-7701-4741-3.

Weblinks

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Einzelnachweise

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