Vercelli
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien
Vercelli (Vorlage:Audio, piemontesisch Vërsèj, walserdeutsch und veraltet Vorlage:DeS<ref>Sergio Gilardino, I Walser e la loro lingua dal grande nord alle Alpi. Dizionario della lingua walser di Alagna Valsesia, Magenta, Centro Studi Zeisciu, 2008</ref>) ist eine Stadt in der italienischen Region Piemont. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.
Lage und Einwohner
Die Stadt liegt auf einer Höhe von 130 Metern über dem Meeresspiegel, 80 km östlich von Turin und 85 km westlich von Mailand. Sie dehnt sich über eine Fläche von 79 km² aus und hat Vorlage:EWZ Einwohner (Stand Vorlage:EWD). Sie grenzt an die zwei Provinzen Novara und Pavia.
Die Nachbarsgenden sind Asigliano Vercellese, Borgo Vercelli, Caresanablot, Desana, Lignana, Olcenengo, Palestro (PV), Prarolo, Pezzana, Quinto Vercellese, Salasco, Sali Vercellese, San Germano Vercellese, Villata und Vinzaglio (NO).
Verkehrsanbindung
Bei Vercelli kreuzen sich die Autobahnen A26 und A4, über die Turin, Mailand und Alessandria einfach zu erreichen sind. Verschiedene Landstraßen verbinden Vercelli mit den Orten in der näheren Umgebung. Vercelli liegt an den Bahnstrecken Turin-Mailand, Vercelli-Pavia und Vercelli-Valenza. Die Stadt hat einen kleinen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt. Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind Turin und Mailand-Malpensa.
Bevölkerungsentwicklung
<timeline> Colors=
id:lightgrey value:gray(0.9) id:darkgrey value:gray(0.8) id:sfondo value:rgb(1,1,1) id:barra value:rgb(0.6,0.7,0.8)
ImageSize = width:730 height:320 PlotArea = left:50 bottom:50 top:30 right:30 DateFormat = x.y Period = from:0 till:62000 TimeAxis = orientation:vertical AlignBars = late ScaleMajor = gridcolor:darkgrey increment:10000 start:0 ScaleMinor = gridcolor:lightgrey increment:2000 start:0 BackgroundColors = canvas:sfondo
BarData=
bar:1861 text:1861 bar:1871 text:1871 bar:1881 text:1881 bar:1901 text:1901 bar:1911 text:1911 bar:1921 text:1921 bar:1931 text:1931 bar:1936 text:1936 bar:1951 text:1951 bar:1961 text:1961 bar:1971 text:1971 bar:1981 text:1981 bar:1991 text:1991 bar:2001 text:2001 bar:2011 text:2011 bar:2021 text:2021
PlotData=
color:barra width:26 align:left
bar:1861 from: 0 till:25103 bar:1871 from: 0 till:27101 bar:1881 from: 0 till:29244 bar:1901 from: 0 till:30470 bar:1911 from: 0 till:31926 bar:1921 from: 0 till:32159 bar:1931 from: 0 till:38581 bar:1936 from: 0 till:38956 bar:1951 from: 0 till:42159 bar:1961 from: 0 till:50907 bar:1971 from: 0 till:56494 bar:1981 from: 0 till:52488 bar:1991 from: 0 till:49458 bar:2001 from: 0 till:45132 bar:2011 from: 0 till:46308 bar:2021 from: 0 till:45176
PlotData=
bar:1861 at:25103 fontsize:S text: 25.103 shift:(-14,5) bar:1871 at:27101 fontsize:S text: 27.101 shift:(-14,5) bar:1881 at:29244 fontsize:S text: 29.244 shift:(-14,5) bar:1901 at:30470 fontsize:S text: 30.470 shift:(-14,5) bar:1911 at:31926 fontsize:S text: 31.926 shift:(-14,5) bar:1921 at:32159 fontsize:S text: 32.159 shift:(-14,5) bar:1931 at:38581 fontsize:S text: 38.581 shift:(-14,5) bar:1936 at:38956 fontsize:S text: 38.956 shift:(-14,5) bar:1951 at:42159 fontsize:S text: 42.159 shift:(-14,5) bar:1961 at:50907 fontsize:S text: 50.907 shift:(-14,5) bar:1971 at:56494 fontsize:S text: 56.494 shift:(-14,5) bar:1981 at:52488 fontsize:S text: 52.488 shift:(-14,5) bar:1991 at:49458 fontsize:S text: 49.458 shift:(-14,5) bar:2001 at:45132 fontsize:S text: 45.132 shift:(-14,5) bar:2011 at:46308 fontsize:S text: 46.308 shift:(-14,5) bar:2021 at:45176 fontsize:S text: 45.176 shift:(-14,5)
TextData=
fontsize:S pos:(30,30) text:Quelle = Istituto Nazionale di Statistica ISTAT
</timeline>
Geschichte
Ursprünge – Antike
In der Zeit des römischen Reiches hieß die Stadt Vercellae. Bereits im 10. Jahrhundert v. Chr. bestand eine keltische Siedlung. Südlich der heutigen Stadt gewann Gaius Marius die Schlacht von Vercellae gegen die Kimbern im Jahre 101 v. Chr. auf den Raudischen Feldern. Zu Beginn der Kaiserzeit wurde die Stadt befestigt. In der Spätantike war die Stadt aufgrund ihrer Größe bedeutsam und wichtigstes Zentrum der Nizäner in Norditalien.<ref>Vorlage:LexMA</ref>
Mittelalter
Schon früh entstand das Bistum Vercelli. Der erste Bischof war der sagenumwobene Eusebius von Vercelli. Im Mittelalter war Vercelli auch aufgrund seiner strategischen Lage im Vorfeld eines wichtigen Alpenpasses bedeutender Bischofssitz. Während der Zeit der Langobarden war V. Sitz eines Herzogs und besaß das Recht, Goldmünzen zu prägen. Die Bischöfe Atto von Vercelli und Leo von Vercelli konnten im 10. und 11. Jahrhundert die Machtstellung ihrer Stadt durch königliche Privilegien weiter ausbauen und gegen diverse Angriffe ihrer Gegner (unter Führung des Markgrafen Arduin von Ivrea) erfolgreich verteidigen. Machtkämpfe innerhalb des Klerus in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts schwächten die Position der Kirche in der Stadt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Vercelli in eine eigenständige Republik umgewandelt, die sich im Lombardischen Städtebund engagierte. In Vercelli wurde 1228 die erste Universität des Piemont errichtet.
In den 1230er-Jahren kam es langsam zu einer Entfremdung zwischen der Kommune Vercelli und ihrem traditionellen größeren Alliierten Mailand, was sich unter anderem in der von Mailand nach dessen Friedensschluss mit Markgraf Bonifatius II. von Montferrat erzwungenen Rückgabe Chivassos an ebendiesen unter Missachtung der Interessen Vercellis, das Land nördlich des Po vollständig zu kontrollieren, nach der vorhergehenden gemeinsamen Eroberung jener Region zeigt. Unter diesen Spannungen wechselte Vercelli nach der Mailänder Niederlage in der Schlacht von Cortenuova auf die Seite Kaiser Friedrichs II.<ref>Raimund Hermes: Totius Libertatis Patrona. Die Kommune Mailand in Reich und Region während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-34972-6, S. 250–255.</ref> Als weitere wesentliche Ursache macht Raimund Hermes einen Umschwung in der kommunalen Führungsschicht infolge mutmaßlicher Verluste im Kampf aus. Auch erhoffte man sich wohl kaiserliche Unterstützung im Streit mit dem eigenen Bischof und Domkapitel.<ref>Raimund Hermes: Totius Libertatis Patrona. Die Kommune Mailand in Reich und Region während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-34972-6, S. 270.</ref> Neben ausbleibenden Erfolgen in dieser Angelegenheit entschied der Kaiser 1239, die Rechte an der Brücke bei Coniolo dem Markgrafen von Montferrat zu übertragen. Nach diesen Nachteilen im kaiserlichen Lager folgte wiederum ein Meinungsumschwung und im März 1243 der Wechsel zurück ins antikaiserliche Lager.<ref>Raimund Hermes: Totius Libertatis Patrona. Die Kommune Mailand in Reich und Region während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, Peter Lang GmbH Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-631-34972-6, S. 270–272.</ref>
Machtkämpfe innerhalb der städtischen Fraktionen beendeten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Blüte der Stadt. Im 14. Jahrhundert stand die Stadt unter der Macht der Familie Visconti, die sie jedoch 1427 endgültig an das Herzogtum Savoyen abtreten musste.
Neuzeit
Vercelli gilt als größter Umschlagsplatz für Reis in Europa. Dort hatte auch das Istituto Sperimentale di Risicoltura di Vercelli seinen Sitz, welches etwa 40 Jahre lang von 1912 bis 1952 monatlich die Besonderheit der Baraggia und des dort angebauten Reises in der Zeitschrift Giornale di Risicoltura beschrieb. Im Jahr 1952 wurde dieses Journal durch die Publikation Il Riso ersetzt, die von der italienischen Reisbehörde (Ente Nazionale Risi) herausgegeben wird. In Vercelli befindet sich ein bekanntes Frauengefängnis.
Wappen
Blasonierung: „In Silber ein durchgehendes rotes Balkenkreuz.“
Das große Stadtwappen zeigt über dem Schild eine goldene, innen rote Mauerkrone aus einer zweistöckigen Mauer und fünf dreizinnigen konischen Rundtürmen mit je einem schwarzen Portal und zwei schwarzen Fenstern übereinander, rechts von einem Lorbeerzweig, links von einem Eichenzweig in natürlichen Farben eingefasst, beide mit einem Band in den italienischen Nationalfarben zusammengebunden und belegt mit einem silbernen Devisenband; darauf der Wahlspruch: „POTIUS MORI QUAM FOEDARI“ („Besser sterben denn entehrt werden“).
Sehenswürdigkeiten
- Die Basilica di Sant’Andrea, um 1224, ist das bedeutendste Werk des romanisch-gotischen Übergangsstils in Norditalien. Der Bau ist außen romanisch, innen frühgotisch. Die Grundsteinlegung fand am 12. Februar 1219 statt, bereits 1227 war die Kirche vollendet. Diese Baugeschwindigkeit verdankt die Gemeinde ihren hohen finanziellen Mitteln. Der Baumeister ist unbekannt. Es ist eine der ersten gotischen Raumkonzeptionen auf italienischem Boden. Kreuzgang: Vom Bau des 13. Jahrhunderts stammen noch die Crochet-Kapitelle; die runden Bögen und Gewölbe wurden zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Renaissanceformen ersetzt. Der freistehende Campanile stammt aus dem 15. Jahrhundert.
- Der Duomo S. Eusebio stammt aus der Zeit um 1572. Die Vorhalle ist klassizistisch. Vom romanischen Bau ist nichts mehr erhalten.
- Die Piazza Cavour beherbergt ein Monument für den Architekten der 1861 erfolgten nationalen Einigung Italiens, den damaligen Ministerpräsidenten Piemont-Sardiniens Graf Camillo Benso von Cavour. Sie wird von dem mittelalterlichen Engelsturm (Torre dell'angelo) überragt.
Sport
Der Fußballverein Pro Vercelli holte insgesamt sieben italienische Meistertitel. Sein bekanntester Spieler war, von 1930 bis 1934, Silvio Piola („Adler von Vercelli“ genannt), der spätere Mittelstürmer der Squadra Azzurra während der Weltmeisterschaft 1938 und sogenannter „Erfinder des Fallrückziehers“.
Städtepartnerschaften
Partnerstädte von Vercelli sind seit 1970 Arles in der Provence (Frankreich) und seit 2003 Tortosa in Katalonien (Spanien). Mit der englischen Stadt Ely im Osten der Grafschaft Cambridgeshire besteht ein Freundschaftsvertrag.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
- Filippo Juvara (1678–1736), Architekt
- Francis Lombardi, Gründer des gleichnamigen Automobilherstellers
Literatur
- Walter Pippke, Ida Pallhuber: Piemont und Aosta-Tal. (= DuMont Kunst-Reiseführer). DuMont, Köln 1989, S. 114, Abb. 14,20, Farbtafel 29.
Weblinks
Vorlage:Commonscat Vorlage:Wikivoyage
- Homepage der Gemeinde (italienisch)
- Informationen bei www.comuni-italiani.it (italienisch)
- Historische Ansicht der Festung von Vercelli
- Illustration von Frans Hogenberg von 1618: Abcontrafeytung der gewaltigen Statt Vercell im Piemont, ... (Vorlage:ULBDD)
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Navigationsleiste Gemeinden Provinz Vercelli Vorlage:Folgenleiste Orte an der Via Francigena