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Das Abendmahl (Leonardo da Vinci)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Das Abendmahl (Leonardo da Vinci)
Das Abendmahl
Leonardo da Vinci, um 1495–1497
Tempera auf Putz
460 × 880 cm
Kloster Santa Maria delle Grazie , Mailand

Das Abendmahl, auch Das letzte Abendmahl bezeichnet ein Wandgemälde von Leonardo da Vinci im Refektorium des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand. Das vorwiegend in Tempera grassa auf Putz ausgeführte 4,60 m × 8,80 m große Kunstwerk zeigt das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern und entstand in den Jahren 1495 bis 1497. Das wegen der ungeeigneten Technik schon bald nach seiner Fertigstellung schadhafte Bild wurde wegen seiner Komposition und malerischen Qualitäten dennoch bald berühmt. Im Zuge der aufwändigen, von Giuseppina Barcilon Brambilla geleiteten Restaurierung (1999 abgeschlossen) wurden die auf Leonardo zurückzuführenden Partien konserviert und spätere Übermalungen entfernt.

Entstehungsgeschichte

Leonardo da Vinci stand seit den 1480er Jahren in den Diensten des Mailänder Herzogs Ludovico Sforza. Nachdem er die beauftragten umfangreichen Arbeiten für ein monumentales Reiterdenkmal für diesen aufgeben musste – die Bronze wurde für Kanonen benötigt –, wandte er sich dem Entwurf des Abendmahls zu. Dessen Auftraggeber war wahrscheinlich ebenfalls Ludovico Sforza, der an dem Klosterkomplex von Santa Maria delle Grazie verschiedene Umbauten und Ausstattungen vornehmen ließ, um den Ort als Grablege für seine Familie herzurichten.<ref name="Zöllner 1">Frank Zöllner: Leonardo da Vinci 1452 - 1519; Sämtliche Gemälde und Zeichnungen. Taschen Verlag 2003, ISBN 978-3-8228-5726-7, S. 230</ref>

Darstellungen des Abendmahls mit seinen Jüngern wie das von Domenico Ghirlandaio geschaffene Fresko in der Ognissanti-Kirche in Florenz waren Leonardo bekannt. Erste eigene Ideen für ein Abendmahl hatte er bereits auf einer Studie zu einer Anbetung der Könige skizziert, die eine Gruppe von Männern an einer Tafel zeigt. In der Rötelzeichnung ordnete er die Jünger zunächst noch in Zweiergruppen an und lehnte sich noch an die Abendmahlsdarstellungen Ghirlandaios und Andrea del Castagnos an. Judas sitzt hier noch von den übrigen Aposteln isoliert vor der Tafel. In sorgfältigen Einzelstudien, die sich heute in Schloss Windsor befinden, bereitete Leonardo ab Mitte der 1490er Jahre die Apostelköpfe vor und suchte nach einem geeigneten Modell für Jesus.

Nach den umfangreichen Vorarbeiten bemalte er die nördliche Stirnwand des Refektoriums des Klosters. Er stellte das Gemälde 1497 fertig.<ref name = "Zöllner 1"/> Matteo Bandello berichtete davon später aus eigener Anschauung: „Er kam oft früh zur Morgendämmerungszeit in den Konvent und ich konnte ihn bei seiner Arbeit beobachten. Eilends stieg er auf das Gerüst, arbeitete fleißig, bis ihn die Schatten des Abends zum Aufhören zwangen, und dachte nie daran, Nahrung zu sich zu nehmen, so sehr war er in seine Arbeit vertieft. Zu anderen Zeiten kam er drei oder vier Tage lang, ohne sein Bild anzurühren, und blieb nur ein paar Stunden mit verschränkten Armen davor stehen und blickte seine Figuren an (..).“<ref>Jack Wasserman: Leonardo da Vinci. DuMont, Köln 1977, ISBN 978-3-7701-0960-9.</ref>

Maltechnik und Komposition

Leonardo führte seine Arbeit als Seccomalerei, also auf dem trockenen Putz aus. Er versuchte, die besonderen Effekte der Öltechnik für die Wandmalerei nutzbar zu machen. Auf einer Kreidegrundierung arbeitete er mit einer fetten Ei-Tempera. Er legte auf dem Untergrund eine grobe Kompositionsstruktur in rötlicher Farbe an, eine Vorzeichnung der Figurenumrisse in schwarzer Farbe sowie Ritzungen für einen Teil der Perspektivlinien.<ref name = "Zöllner 1">Frank Zöllner: Leonardo da Vinci 1452 - 1519; Sämtliche Gemälde und Zeichnungen. Taschen Verlag 2003, ISBN 978-3-8228-5726-7, S. 230</ref>

Darstellung

Datei:Giampietrino-Last-Supper-ca-1520.jpg
Die Kopie des Abendmahl von Giampietrino, um 1520, Royal Academy of Arts (London) zeigt, wie das Bild einmal ausgesehen haben mag.

Das Gemälde zeigt Jesus und die Zwölf Apostel beim letzten Abendmahl. Sie sitzen alle jenseits eines langen, quer zum Betrachter verlaufenden Tisches. Die Jünger befinden sich in aufgeregtem Gespräch, während Jesus in der Bildmitte mit den Händen auf Brot und Wein weisend auf den Tisch herabblickt. Hinter ihnen weitet sich ein perspektivisch gezeichneter Raum in den Bildhintergrund, wo zwei Fenster und eine Türöffnung in die Landschaft blicken lassen. Das Licht, das die Tischszene ausleuchtet, kommt nicht von dort, sondern schräg von links wie das wirkliche Licht, das durch Fenster an der linken Wand des Refektoriums einfällt.

Nach überwiegender Meinung zeigt das Bild zum einen die Situation kurz nachdem Jesus enthüllte: „Einer von euch wird mich verraten“ (Vorlage:Bibel/Link), gleichzeitig die Einsetzung des Sakraments der Eucharistie in Brot und Wein. Im Unterschied zu bis dahin üblichen Darstellungsweisen des Abendmahls fehlen in Leonardos Werk Kelch und Hostie wie auch Heiligenscheine. Den Judas positioniert er nicht räumlich von den anderen Jüngern isoliert. Er zeigt die Apostel in ungewöhnlicher Emotionalität, auch körperlich sichtbarer Bewegtheit nach der Verratsankündigung.<ref name="Zöllner 2">Frank Zöllner: Leonardo da Vinci 1452 - 1519; Sämtliche Gemälde und Zeichnungen. Taschen Verlag 2003, ISBN 978-3-8228-5726-7, S. 231</ref>

Leonardo gruppiert die Apostel jeweils zu dritt, wie sie auf unterschiedliche Weise auf seine Enthüllung reagieren. Nach verbreiteter Identifizierung<ref name = "Zöllner 2"/> sind dies (am linken Rand) Bartholomäus, Jakobus der Jüngere und Andreas in der Überraschung des Moments. Daneben beugt sich Simon Petrus zu Jesu Lieblingsjünger Johannes, der den Kopf geneigt hat. Der Verräter Judas Iskariot, erkennbar an einem Geldsäckchen, hält zu beiden Distanz. Sein Blick geht hinter dem Kopf Jesu in die Ferne. Spekulative Interpretationen besagen, dass es sich bei der Darstellung des Johannes um Maria Magdalena handle.

Jesus in der Tischmitte mit rotem Gewand und blauem Überwurf scheint in Richtung seiner nach oben gedrehten linken Handfläche zu blicken. Die rechte Hand liegt auf dem Tisch. Durch die Zentralperspektive und den Lichteinfall wird seine Bedeutung hervorgehoben. Die rechte Hand ist tätig-schöpferisch gezeichnet, die linke Hand nach oben geöffnet empfangend-darbringend dargestellt.<ref>"Christ in Leonardo da Vinci's Last Supper where Jesus creates the world with is right hand and offers it to God with this left, for the One be all in all." Paolo Dall'Oglio: In Love with Islam, believing in Jesus, Oxford Peter Lang, ISBN 978-1-78997-996-1, S. 134.</ref> In der Figurengruppe rechts von Jesus breitet Jakobus der Ältere seine Arme aus und bildet dadurch eine Barriere, die den fragenden Gesten von Thomas (mit erhobenen Zeigefinger) und Philippus (beide Hände zeigen auf seine Brust) Einhalt gebietet. Ganz rechts wenden sich Matthäus und Thaddäus fragend zu dem am Bildrand sitzenden Simon Zelotes.

Perspektive

Datei:פרספקטיבה - הסעודה האחרונה.jpg
Fluchtpunktlinien der Bildkomposition

Bei der im Abendmahl angewendeten Raumkonstruktion handelt es um eine zentralperspektivische Darstellung. Ihr Augpunkt befindet sich in der Schläfe der Christusfigur. Bei den letzten Restaurierungsarbeiten wurde auch das Loch des Nagels gefunden, von dem aus die Perspektivlinien gespannt wurden.<ref>Peter O. Chotjewitz: Alles über Leonardo aus Vinci. […] Nach bestem Gewissen erl. und in feiner literarischer Manier präsentiert. Europa Verlag, Hamburg 2004, gebunden, ISBN 978-3-203-75975-3, Rezension.</ref> Ladwein formuliert die These, dass die Gesamtkomposition des Bildes mit den Linien der Zentralachse einen kreuzförmigen Heiligenschein um das Haupt Jesu andeute.<ref>Michael Ladwein, Leonardo Da Vinci, the Last Supper: A Cosmic Drama and an Act of Redemption, [Originally published in German under title: Leonardo das Abendmahl, Weltendrama und Erlösungstat (Pforte Verlag, 2004)] Temple Lodge Publishing, 2006, ISBN 978-1-902636-75-7, S. 64, eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden..</ref>

Leonardo da Vinci hielt im Codex Madrid umfassende Überlegungen zur Perspektive und ihrer Anwendung bei seiner Abendmahls-Darstellung fest.

Raumumgebung

Datei:"The Last Supper" by Leonardo da Vinci - Joy of Museums - 2.jpg
Das Gemälde an der Nordseite des Refektoriums, 2017

Das Wandgemälde befindet sich an der nördlichen Stirnseite des Refektoriums, welche es beinahe ganz ausfüllt. Es erweckt durch die starke Perspektivzeichnung den Eindruck eines das Refektorium erweiternden dreidimensionalen Raums. Studien zum idealen Betrachterstandpunkt hinsichtlich der Perspektivkonstruktion verorten diesen etwa 4 bis 4,5 m oberhalb des Bodes des Refektoriums in 8,80 m bis 10,29 m Abstand vom Gemälde. Oberhalb von diesem befinden sich drei ebenfalls von Leonardo ausgemalte Lünetten. Die mittlere zeigt das Wappenschild Ludovico Sforzas und seiner Frau Beatrice d’Este. Die Seitenwände des Refektoriums tragen weitere figürliche Bemalungen und Inschriften, darunter fast nicht mehr sichtbare Stifterportraits. An der dem Abendmahl gegenüberliegenden Wand befindet sich das Fresko Kreuzigung Christi mit Stiftern von Giovanni Donato Montorfano (1495).<ref name = "Zöllner 2"/>

Zeitgenössische Rezeption

Das Abendmahl erhielt schon zu Lebzeiten Leonardos viel Aufmerksamkeit. Unter anderem Matteo Bandello, Giovanbattista Giraldi und Giorgio Vasari würdigten es in Schriften. Bandello, dessen Onkel der Prior des Klosters war, hatte Leonardo häufig beim Malen des Abendmahls beobachtet. Während der folgenden Jahrzehnte wurden zahlreiche Kopien angefertigt, die zum Teil noch erhalten sind und einen Eindruck davon geben, wie das Abendmahl ursprünglich ausgesehen haben mag. Die wichtigsten sind zwei Versionen von Gianpetro sowie eine in der Abtei Tongerlo, vermutlich von Andrea Solari.<ref name = "Zöllner 2"/>

Der französische König Franz I. hätte das Bild gern von der Wand ablösen lassen, um es nach Frankreich bringen zu lassen.<ref>Silvio A. Bedini: Leonardo. Forscher, Künstler, Magier. Bassermann, München 2006, ISBN 978-3-8094-1848-1.</ref> Als sein späterer Nachfolger Heinrich II. im Jahr 1533 Caterina de’ Medici heiratete, ließ ihm Franz I. eine Kopie von Leonardos Abendmahl als Gobelin anfertigen.

Spätere Geschichte und Restaurierungen

Wegen der Feuchtigkeit der Mauer und des Gebrauchs experimenteller organischer Farben, die sich bald als Fehlgriff erwiesen, erlitt das Gemälde noch zu Lebzeiten Leonardos schwere Schäden durch feine Risse. Im Laufe der Zeit blätterte Farbe über weite Flächen ab. Durch eine später in die Wand eingelassene Tür verschwanden die Füße Jesu.

Datei:Leonardo da Vinci - Ultima cena - ca 1975.jpg
Zustand in den 1970er Jahren

Das Abendmahl wurde mehrfach restauriert, durch Bellotti (1726), Mazza (1770) und Berezzi (1819) sowie 1903–1908, 1924, 1947–1952 und 1977–1999.<ref name = "Zöllner 1"/> In der Zeit der Besatzung Mailands durch Napoleon Bonaparte wurde das Refektorium als Pferdestall genutzt.

Im Jahr 1943 überstand das Gemälde Leonardos einen Bombenangriff, der die Südwand des Refektoriums zum Einsturz brachte. Es blieb unversehrt, da es von den Brüdern des Klosters vollständig mit Sandsäcken geschützt worden war.<ref>H.P.L.: Leonardos Abendmahl heute. In: Die Zeit. 25. Juni 1953, Nr. 26.</ref><ref>The true Last Supper. In: Time. 4. Oktober 1954, nur Artikelanfang.</ref>

1980 wurde die Kirche gemeinsam mit dem Gemälde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Erst im 20. Jahrhundert gelang es mit modernen Techniken, den Verfall des Bildes aufzuhalten. Die Restauratorin Giuseppina Barcilon Brambilla arbeitete an der Restaurierung zwanzig Jahre bis zum Abschluss 1999, unterstützt vom zuständigen Mailänder Soprintendenten Carlo Bertelli und dem Kunsthistoriker Renzo Zorzi.<ref>Ada Masoero: «Sono una lombardaccia». Pinin Barcilon Brambilla, la restauratrice del Cenacolo, rievoca malignità e difficoltà. In: Giornale dell'Arte, März 2015, Nr. 351, Interview mit Pinin Barcilon Brambilla.</ref><ref>Pietro C. Marani: Il Cenacolo di Leonardo e i suoi restauri: Nella Milano fra il XV e il XX secolo fra arte e fede, propaganda politica e magnificenza civile [= Das Abendmahl von Leonardo und seine Restaurierungen: Im Mailand vom 15. bis zum 20 Jh. zwischen Kunst und Glaube, politischer Propaganda und bürgerlicherlicher Pracht], in: Villa I Tatti Studies in the Italian Renaissance, Band 7, Harvard Center for Italian Renaissance Studies, The University of Chicago Press 1997, doi:10.2307/4603705, S. 191–229, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> Aus konservatorischen Gründen ist eine Besichtigung heute nur in kleinen Gruppen möglich.<ref name="Welt_17.4.2014" /> Die Raumluft wird mit Klimatechnik stabil gehalten.

Moderne Rezeption

Datei:Detail of the Da Vinci's The Last Supper by Giacomo Raffaelli, Vienna.jpg
Mosaik in der Wiener Minoritenkirche (Ausschnitt)

Das Gemälde erfuhr über alle Jahrhunderte Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung. Vielfältige Interpretationsversuche und -ansätze widmen sich bis heute den Motiven des Bildes und ihrer Komposition. Die künstlerischen Adaptionen sind vielfältig, teils das Original nachbildend, teils abwandelnd oder in freier Aneignung und Neugestaltung.

Zur Darstellung der Jünger im Bild entrüstete sich noch im Jahr 1916 der US-amerikanische Kunsthistoriker Bernard Berenson: „Was ist das aber für ein Haufen von aufgeregten, gestikulierenden, vorlauten Menschen, deren Gesichter alles andere als angenehm zu empfinden sind. (…) Die sind mir keine gute Gesellschaft!“<ref>Wetzel: Reclams Buch der Kunst. 2001, ISBN 3-15-010476-9, S. ?</ref>

Bildende Kunst

Napoleon ließ ein Mosaik des Abendmahls in Auftrag geben, das jedoch erst nach seinem Sturz beendet wurde und von seinem Schwiegervater Kaiser Franz I. gekauft wurde. Für den ursprünglich vorgesehenen Aufstellungsort im Belvedere erwies sie sich als zu groß, so dass es letztlich in die Wiener Minoritenkirche kam.

Datei:Wieliczka-daVinci.jpg
Relief in Steinsalz (um 1940) des Minenarbeiters Antoni Wyrodek<ref>Der Standard: Polen: Das Abendmahl bitte nicht abschlecken! am 30. November 2014, abgerufen am 10. Januar 2025</ref> im Salzbergwerk Wieliczka, (Polen)

In der evangelischen Abendmahlskirche in Haigerloch befindet sich eine Nachbildung als Wandgemälde in Originalgröße, geschaffen 1952/53 von dem Düsseldorfer Kunstmaler Friedrich Schüz, unterstützt durch den Tübinger Grafiker Gerhard Halbritter und den Gießener Kunstmaler Walter Kröll.<ref>Historischer Stadtrundgang in Haigerloch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />3 Evangelische Kirche. (Memento vom 29. Dezember 2017 im Internet Archive) In: Stadt Haigerloch.</ref><ref>Abendmahlskirche. In: abendmahlsbild.de, Förderverein Evangelische Abendmahlskirche Haigerloch e. V.</ref> Salvador Dalí adaptierte das Bild 1955.<ref>Salvador Dalí: The Sacrament of the Last Supper (1955). In: National Gallery of Art, Washington DC.</ref>

Die Künstlerin Mary Beth Edelson ersetzte in ihrer Collage Some Living American Women Artists / Last Supper (1972)<ref>Museum of Modern Art: Some Living American Women Artists 1972. MoMA, abgerufen am 11. April 2021.</ref> die Köpfe der Jünger durch die berühmter Künstlerinnen wie Georgia O’Keeffe, Lynda Benglis, Louise Bourgeois, Elaine de Kooning, Helen Frankenthaler, Nancy Graves, Lila Katzen, Lee Krasner, Louise Nevelson, Yoko Ono, M. C. Richards, Alma Thomas, Agnes Martin, Faith Ringgold und June Wayne.<ref>MoMA: Mary Beth Edelson Some Living American Women Artists 1972. Abgerufen am 25. April 2021.</ref> Die Szene wird außerdem von Bildern weiterer Künstlerinnen gerahmt. Insgesamt sind 82 Künstlerinnen in der Collage abgebildet. Edelson thematisiert in ihrem Werk u. a. männliche Exklusivität sowie die Rolle von religiöser und kunsthistorischer Ikonographie im Zusammenhang mit der Unterdrückung von Frauen.<ref>Renate Puvogel: Mary Beth Edelson Nobody Messes with Her Kunsthalle Münster 15.12.2018 – 10.03.2019. Abgerufen am 25. April 2021.</ref><ref>Clara – Database of Women Artists. Washington, D.C.: National Museum of Women in the Arts.: Mary Beth Edelson. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Januar 2014; abgerufen am 11. April 2021.</ref>

Andy Warhols letzte großformatige Arbeit sollte die Auseinandersetzung mit Leonardo da Vincis Abendmahl werden. Das Gemälde entstand für die neuerstellten Ausstellungsräume der Bank Credito Valtellinese in Mailand unmittelbar gegenüber der Heimstatt des Originals. Warhol legte das Foto einer billigen Reproduktion des Originalgemäldes zugrunde, die er zusammen mit einer Gipsplastik in einem Ramschladen in Little Italy fand. Daraus entstand ein umfangreicher Gemäldezyklus, über 100 meist traditionell mit dem Pinsel gemalter Bilder, teilweise über 4 × 10 Meter groß. Für die Ausstellung wählte er 22 im Siebdruck umgesetzte druckgraphische Versionen von diesen aus.<ref>Carla Schulz-Hoffmann: Eigen-sinnige Katholiken. Andy Warhol und die Religion: Last Supper-Zyklus. Das provokative Vermächtnis eines Künstlers. In: zur debatte. 2008, Nr. 1, hrsg. von Katholische Akademie in Bayern, ISSN 0179-6658.</ref>

In der evangelisch-lutherischen Lukas-Kapelle in Voigtholz schuf der Künstler Hans Nowak zwischen 1982 und 1984 in den Originalabmessungen auf Holz eine Neuschöpfung des Gemäldes.<ref>o.A.: Die Sammlung Hans Nowak. Kreismuseum Peine, abgerufen am 17. Juni 2022.</ref>

Yo Mama’s Last Supper der US-amerikanischen Fotografin Renée Cox wurde im Jahr 2001 im Rahmen einer Ausstellung von 94 „Schwarzen Fotografen“ im Brooklyn Museum ausgestellt und löste eine lebhafte Auseinandersetzung mit dem New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani aus. Jesus ist auf diesem Bild weiblich und nackt.<ref>Renée Cox: Yo Mama’s Last Supper, Abb. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juli 2010; abgerufen am 12. April 2015.</ref>

Film

Werbung

  • 1993 erschien eine Werbeplakat der Modemarke Otto Kern, in der statt der Jünger barbusige Models um einen Jesus-Darsteller platziert waren. Es wurde vom Deutschen Werberat gerügt und musste zurückgezogen werden. Eine veränderte Version, in der zwölf Männer um eine Jesus-Darstellerin formiert waren, blieb dagegen weitgehend unbeachtet.<ref>Andreas Mertin: Bilderstreit und Kulturverlust. In: Magazin für Theologie und Ästhetik. 2006, Nr. 41, mit Werbefoto vom Modehaus Girbaud.</ref>
  • Das französische Modehaus Girbaud warb Ende April 2005 in Frankreich in einer Anzeige mit zwölf weiblichen Mannequins, von denen eine offensichtlich Christus darstellte. Zwei andere umarmten einen Mann mit nacktem Oberkörper in Jeans. Die katholische Kirche reichte wegen Blasphemie eine Klage ein. Das Gericht gab dieser statt und forderte Girbaud gegen Androhung einer Geldstrafe auf, in ganz Frankreich die Plakate binnen drei Tagen entfernen zu lassen.<ref>Jérôme Cottin: Zur Verteidigung verbotener Bilder. Am Beispiel einiger zeitgenössischer Neuinterpretationen von Leonardo da Vincis Abendmahl. Vortragsauszug, 2005; das Werbefoto vom Modehaus Girbaud ist nicht abgebildet.</ref>
  • In der Werbekampagne für die US-Serie Battlestar Galactica wurde die vierte Staffel (2008–2009) mit einem Bild beworben, in dem die Darsteller das Gemälde nachstellen.
  • Das CD-Titelbild des Steel-Panther-Albums All You Can Eat aus dem Jahr 2014 zeigt die Bandmitglieder mit Frauen am und auf dem Tisch.<ref>Musikalbum: All You Can Eat bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Belletristik

  • Leo Perutz: Der Judas des Leonardo. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, ISBN 3-423-13304-X.
  • Javier Sierra: Das geheime Abendmahl. Roman. Limes, München 2006, ISBN 978-3-8090-2526-9.

Literatur

  • Georg Eichholz: Das Abendmahl Leonardo da Vincis: Eine systematische Bildmonographie. scaneg, München 1998, ISBN 978-3-89235-222-8.
  • Georg Eichholz: Tema con variazioni: Briefe rund um Leonardos Mailänder Abendmahl. scaneg, München 2009, ISBN 978-3-89235-122-1.
  • Willi Finkenrath: Das Zeugnis des Wortes: Das Abendmahl des Lionardo da Vinci. edition lionardo, Wuppertal 2003, ISBN 3-9808672-9-3.
  • Michael Ladwein: Leonardo. Das Abendmahl. Weltendrama und Erlösungstat. Pforte Verlag, Dornach 2004, ISBN 3-85636-153-7.
  • Leo Steinberg: Leonardo’s Incessant Last Supper. Zone Books, New York 2001, ISBN 978-1-890951-18-4.
  • Christoph Wetzel: Reclams Buch der Kunst. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2001, ISBN 3-15-010476-9.
  • Manfred Wundram: Die berühmtesten Gemälde der Welt. Imprimatur Druck- und Verlagsgesellschaft, Bergisch Gladbach 1976.

Dokumentationen

  • Das Geheimnis des letzten Abendmahls. (OT: The search for the Last Supper.) Dokumentarfilm, Großbritannien, 2017, 42:36 Min., Buch und Moderation: Jean-Pierre Isbouts, Kamera: Aj Martinson, Produktion: Pantheon Studios, deutsche Erstsendung: 18. April 2019 bei Deutsche Welle, Reihe: DokFilm, online-Video und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Inhaltsangabe (Memento vom 26. April 2019 im Internet Archive) von Deutsche Welle; englische Fassung.Vorlage:IMDb/1.
  • Abtei Tongerlo besitzt wohl echtes Werk von Leonardo da Vinci. Radio-Beitrag, Belgien, 2019, 4:07 Min., Skript: Kay Wagner, Produktion: BRF, Internetpublikation: 2. Mai 2019, Manuskript und Audio-Datei.

Weblinks

Commons: Last Supper by Leonardo da Vinci – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Welt_17.4.2014"> Hans-Joachim Müller: „Abendmahl“, Leonardos großes Kunstversprechen. In: Die Welt. 17. April 2014. </ref> </references>

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