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Sesam

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Sesam
Datei:ALIM0471.JPG

Sesam (Sesamum indicum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sesamgewächse (Pedaliaceae)
Gattung: Sesamum
Art: Sesam
Wissenschaftlicher Name
Sesamum indicum
L.

Sesam (Sesamum indicum; Synonym: Sesamum orientale) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae). Er ist eine weit verbreitete Kulturpflanze und vermutlich eine der ersten gezielt angebauten Ölpflanzen.

Wortherkunft

Das Wort „Sesam“ wurde spätestens im 16. Jahrhundert ins Deutsche<ref>Vorlage:Deutsches Wörterbuch</ref> entlehnt aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (gelegentlich auch sisamus<ref>Vgl. exemplarisch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 226 („Sisamus – sesamßkrut, sisaminum, semissen“)</ref>) und ähnlichen Formen, die aus {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) und ähnlichen Formen übernommen worden waren, wohin sie wahrscheinlich aus einer semitischen Sprache gelangten.<ref>Sesam. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache.Vorlage:Abrufdatum</ref><ref>Douglas Harper: sesame (n.). In: Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 21. September 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), weiterführende etymologische Informationen).</ref>

Beschreibung

Datei:Sesamum indicum - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-129.jpg
Sesamum indicum

Sesam ist eine einjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 120, selten bis 180 Zentimeter erreicht, und verzweigt oder unverzweigt vorkommt. Die Stängel sind stumpf viereckig, gefurcht und kahl bis fein behaart und häufig besetzt mit Drüsen.

Die sehr variablen, drüsenbesetzten und fein behaarten, gestielten Laubblätter sind gegen- oder wechselständig angeordnet. Die unteren Blätter sind eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, die oberen dreiteilig gefiedert oder gelappt, 4 bis 20 Zentimeter lang, 2 bis 10 Zentimeter breit, am Ansatz gerundet bis stumpf, spitz zulaufend und am Rand gezähnt bis ganz. Die Blattstiele sind 3 bis 11 Zentimeter lang. Die oberen Blätter sind kurzgestielt mit 0,5 bis 3 Zentimeter Länge. Die oberen Blätter sind mit 0,5 bis 2,5 Zentimeter Breite schlanker, ganzrandig und länglich-lanzettlich bis linealisch-lanzettlich. Die Nebenblätter fehlen.

Die Blüten erscheinen achselständig in kleinen Büscheln. Die gestielten, eher unangenehm duftenden, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und weiß oder rosa bis purpur. Es sind jeweils zwei Tragblätter vorhanden. Der behaarte Kelch ist bleibend, die ungleichen Kelchzipfel sind länglich und 2 bis 5 Millimeter lang. Die außen drüsig behaarte, trichterförmige Krone mit kurzen Lappen ist 1,5 bis 3,3 Zentimeter lang, der untere Mittellappen ist vergrößert. Im Schlund sind oft Saftmale vorhanden. Die 4 didynamischen Staubfäden sind unbehaart. Die Staubbeutel sind 2 bis 3 Millimeter lang. Es ist ein Staminodium vorhanden oder es fehlt. Der oberständige, behaarte und zweikammerige, gelappte Fruchtknoten ist 1 bis 1,5 Millimeter lang, die Narbe ist zweilappig. Es ist ein Diskus vorhanden. Am Blüten- bzw. Fruchtstiel sind extraflorale Nektarien vorhanden.<ref>Sesame bei Palomar College.</ref>

Die Frucht ist eine länglich-quadratische, fein behaarte und mit Drüsen besetzte, gelappte, spitze, 1,5 bis 3,5 Zentimeter lange und 6 bis 7 Millimeter breite, vielsamige, lokulizidale Kapsel. Die abgeflachten Samen sind 2,5 bis 3 Millimeter lang und 1,5 Millimeter breit und variieren farblich von schwarz, braun, gelblich bis weiß.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.<ref name="IPCN" />

Verbreitung

Sesam ist ursprünglich in Indien, Bangladesch, Assam und im westlichen Himalaja heimisch.<ref name="POWO" /> Angebaut wird er heute in tropischen und subtropischen Gebieten weltweit.<ref name="POWO" />

Taxonomie

Der Sesam wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 634 als Sesamum indicum erstbeschrieben. Der Name Sesamum indicum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist geschützt als "nomen conservandum".<ref name="POWO" /> Ein Synonym ist Sesamum malabaricum <templatestyles src="Person/styles.css" />Burm.<ref name="POWO" />

Datei:Thoiding (in Manipuri) (3912944292).jpg
Sesam (Sesamum indicum)
Datei:Sesamum indicum fructus.jpg
Sesam (Sesamum indicum), junge Früchte
Datei:Sesamum indicum NP.jpg
Feld mit Sesam (Sesamum indicum)
Datei:Sesame in Hainan - 05.JPG
Sesam (Sesamum indicum) mit geöffneter Frucht

Geschichte

Der kultivierte Sesam stammt von Sesamum malabaricum oder Sesamum mulayanum aus Südasien ab, besonders von der Malabarküste, dem nordwestlichen Indien und dem pakistanischen Punjab. Sesam wurde ab der Mitte oder dem Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. in Südindien domestiziert.<ref>Joy McCorriston: Breaking the Rain Barrier and the tropical Spread of Near Eastern Agriculture into Southern Arabia. In: Douglas J. Kennett, Bruce Winterhalder (Hrsg.): Behavioral Ecology and the Transition to Agriculture. University of California Press, Berkeley 2006, S. 229, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Zugriff 2. November 2021.</ref> Von hier gelangte er in der Bronzezeit über den Seeweg nach Arabien und Mesopotamien.<ref>Dorothea Bedigian: History and Lore of Sesame in Southwest Asia. In: Economic Botany. Band 58, Nr. 3, 2004, S. 331.</ref>

Indischer Subkontinent

Aus der Indus-Kultur ist Sesam nur aus Harappa bekannt, mit einer ungefähren Datierung von 3050–3500 v. Chr. (Tell F, Schnitt IV, Stratum V, Befund P8).<ref name="Doro" /> Im Laufe des 2. Jahrtausends hatte sich Sesam in weiten Teilen Indiens ausgebreitet. In seinem Leben des Apollonius von Tyana beschreibt Philostratus indisches Getreide, Bohnen und Sesamkörner, die alle besonders groß waren (Vita Apollonii: 3.5).<ref>René T. Cappers, Roman Foodprints at Berenike, Archaeobotanical Evidence of Subsistence and Trade in the Eastern Desert of Egypt. Cotsen Institute of Archaeology Press at UCLA, Berkeley 2006, S. 77.</ref>

Arabien und Mesopotamien

Vorlage:Hinweisbaustein Funde in Mesopotamien erbrachten den Nachweis von Sesam vor 2000 v. Chr.

Die Identifikation von Sesam in Schriftquellen ist problematisch. Bei dem sumerischen še-giš-ì, akkadischen šamaššammū, hurritischen šumišumi, ugaritischen ssmn, hethitischen sapsama kann es sich um Sesam, aber auch um Flachs (Lein) handeln. Das verwandte arabische Wort سمسم {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) bedeutet „Sesam“, aber Bedigian und Harlan halten es für möglich, dass sich die Bedeutung „Ölfrucht“ allmählich auf Sesam eingeengt hat.<ref name="Doro" /> Sumerische Texte erwähnen še-giš-ì seit der Mitte des 3. Jahrtausends.<ref name="Doro">Dorothea Bedigian, Jack R. Harlan: Evidence for Cultivation of Sesame in the Ancient World. In: Economic Botany. Band 40, Nr. 2, 1986, S. 140, 142 f, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref>

In Hajar al-Rayhani wurde Sesam über Abdrücke in Keramik nachgewiesen.<ref>Christopher Edens, T. J. Wilkinson: Southwest Arabia during the Holocene: Recent archaeological Developments. In: Journal of World Prehistory. Band 12, Nr. 1, 1998, S. 99.</ref>

Afrika

Vermutungen, dass es Sesam bereits früh in Afrika gab, haben sich nicht bestätigt. Altägyptische Funde sind zweifelhaft, Sesam in Ägypten während der griechischen Zeit (4.–1. Jahrhundert v. Chr.) gilt jedoch als wahrscheinlich. Die frühesten Spuren von Sesam weiter südlich fanden sich im nubischen Ort Qasr Ibrim zwischen 300 und 500 n. Chr., die Pflanze könnte also von den Römern eingeführt worden sein. Ansonsten scheint die Pflanze erst seit der jüngsten Zeit in Afrika vorzukommen.<ref>D. Q. Fuller: Further Evidence of the Prehistory of Sesame. (PDF; 576 kB). In: Asian Agri-History. Band 7, Nr. 2, 2003, S. 127–137.</ref>

Europa

Mineralisierte Sesamkörner aus samnitischer Zeit stammen aus Pompeii,<ref name="Teng">Véronique Zech-Matterne, Margarete Tengberg, William van Andringa: Sesamum indicum L. (sesame) in 2nd century BC Pompeii, southwest Italy, and a review of early sesame finds in Asia and Europe. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 24, Nr. 6, 2015, S. 673, 675, Tabelle 1, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).</ref> zusammen mit Feigen, Hirse und Weintrauben.<ref name="Teng" />

Amerika

In Amerika wurde Sesam durch die Europäer eingeführt, vermutlich im Zuge des Sklavenhandels. Früheste Belege aus Surinam stammen von ca. 1687 aus dem Herbar Hendrik Meyers.<ref>Tinde R. van Andel, Amber van der Velden, Minke Reijers: The ‘Botanical Gardens of the Dispossessed’ revisited: richness and significance of Old World crops grown by Suriname Maroons. In: Genet Resour Crop Evol. Band 63, 2016, S. 696.</ref> Der schwedische Botaniker Daniel Rolander berichtet 1755, dass die Maroons Sesam in ihren Gärten anbauten.<ref>Tinde R. van Andel, Amber van der Velden, Minke Reijers: The „Botanical Gardens of the Dispossessed“ revisited: richness and significance of Old World crops grown by Suriname Maroons. In: Genetic Resources and Crop Evolution. Band 63, 2016, S. 697.</ref>

Verwendung

Datei:Sesame.JPG
Sesamsamen

Die Samen, das Öl und die Wurzel des Sesams werden für therapeutische und kulinarische Zwecke verwendet. Die ölreichen Samen des Sesams werden zu Sesamöl verarbeitet, das vor allem zum Kochen verwendet wird – aus gerösteten Samen gepresst auch als würzende Zutat (z. B. japanisch Gomashio, koreanisch Kkaesogeum). Die ganzen Samen dienen – oft geröstet – zur Verfeinerung von Backwaren und zum Würzen von Speisen. Sesam gehört zu den selenreichsten Lebensmitteln (800 µg/100 g). Darüber hinaus enthält Sesam mit über 700 mg pro 100 g eine beachtliche Menge Calcium.<ref>ernaehrung.de</ref> Sesam ist ein starkes Allergen und muss als deklarationspflichtiges Allergen bei verarbeiteten Lebensmitteln auch bei geringsten Mengen in der Zutatenliste angegeben werden.

Weitere Verwendungen:

  • Tahina, eine Paste aus gemahlenen Sesamsamen in der arabischen Küche und wichtiger Bestandteil von Hummus und Baba Ganoush
  • Dukkah, eine aus Ägypten und Nordafrika stammende Nuss-Sesam-Mischung, die mit Olivenöl gemischt als Dip für Fladenbrot, als Topping auf Salaten oder als Panade genutzt wird.
  • Zhi ma jiang, chinesische Sesampaste aus geröstetem Sesam
  • Sesamriegel, ein handlicher Snack, für den ganze Sesamkörner mit Honig oder Zucker verarbeitet werden.

Als Heilmittel dient das aus den reifen Samen durch Kaltpressung oder Extraktion und nachfolgende Raffination gewonnene fette Öl. Die Wirkstoffe sind Ölsäure und Linolsäure, daneben Palmitinsäure, Stearinsäure, Lignane, Sesamin, Sesamolin, Sterole.

Pharmazeutisch nutzt man Sesamöl in Salben. Es erleichtert das Ablösen von Hautschorf und Krusten und hat allgemein pflegende Eigenschaften bei trockener Haut.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rhinitis sicca – Nasenpflege mit Sesamöl. (Memento vom 17. Januar 2013 im Internet Archive) PTA.</ref> In Injektionslösungen ist es als Lösungsmittel für fettlösliche Arzneimittel in Gebrauch. Das in Spuren enthaltene Sesamol besitzt zusammen mit Pyrethrum eine synergetische Wirkung in Insektenbekämpfungsmitteln.

Die Maroons in Surinam bauen Sesam an, um die Körner in religiösen Zeremonien zu verwenden, und um den vampirischen Azeman fernzuhalten.<ref>Tinde R. van Andel, Amber van der Velden, Minke Reijers 2016. The ‘Botanical Gardens of the Dispossessed’ revisited: richness and significance of Old World crops grown by Suriname Maroons. Genet Resour Crop Evol 63, 703</ref>

Die in der koreanischen Küche zum Einwickeln von Bulgogi, Galbi oder Samgyeopsal verwendeten „Sesamblätter“ (깻닢) sind nicht Blätter der Sesampflanze, sondern der Pflanze Perilla, die wegen der ähnlichen Blattform auch als „wilder Sesam“ bezeichnet wird.

Durchschnittliche Zusammensetzung

Je 100 g essbarem Anteil:<ref>Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. Der kleine Souci ·Fachmann Kraut. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 329.</ref>

Bestandteile
Energie 2339 kJ
(565 kcal)
Wasser 5,2 g
Eiweiß <templatestyles src="FN/styles.css" /> 1 17,7 g
Fett 50,4 g
Kohlenhydrate <templatestyles src="FN/styles.css" /> 2 10,2 g
davon Ballaststoffe 11,2 g
Mineralstoffe 5,3 g
Mineralstoffe
Kalium 460 mg
Phosphor 605 mg
Magnesium 345 mg
Calcium 785 mg
Natrium 45 mg
Eisen 10 mg
Vitamine
Vitamin B1 790 µg
Vitamin B2 250 µg
Nicotinamid 4500 µg
Vitamin B6 790 µg
Lipide
Palmitinsäure 5,7 g
Stearinsäure 1,6 g
Ölsäure 19,9 g
Linolsäure 18,7 g
Linolensäure 0,67 g

<templatestyles src="FN/styles.css" />

<templatestyles src="FN/styles.css" />
1 
Eiweißgehalt nach der EU-Richtlinie zur Nährwertkennzeichnung (Faktor 6,25): 20,9 g

<templatestyles src="FN/styles.css" />

2 
Differenzberechnung

Anbau

Im Sudan wird die Pflanze im März gesät, wenn zwei Ernten angestrebt werden, oder in April/Juni für eine Ernte.<ref name="Teng" /> Sesam hat lange Wurzeln und ist damit sehr trockenheitsresistent.<ref>Sisay Ambachew Mekonnen, Assefa Sintayehu 2020. Performance Evaluation of Sesame under regulated Deficit Irrigation Application in the Low Land of Western Gondar, Ethiopia. International Journal of Agronomy. doi:10.1155/2020/3760349</ref>

Wirtschaftliche Bedeutung

Datei:Sesame(zbior).jpg
Sesam-Ernte

2022 wurden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO weltweit 6.741.479 t Sesamsamen geerntet.

Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die zehn größten Produzenten von Sesamsamen weltweit, die insgesamt 76,4 % der Erntemenge produzierten.

Größte Sesamproduzenten (2022)<ref name="fao">Crops > Sesame seed. In: Offizielle Produktionsstatistik der FAO für 2022. fao.org, abgerufen am 15. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rang Land Menge
(in t)
1 SudanDatei:Flag of Sudan.svg Sudan 1.231.701
2 IndienDatei:Flag of India.svg Indien 788.740
3 MyanmarDatei:Flag of Myanmar.svg Myanmar 760.926
4 TansaniaDatei:Flag of Tanzania.svg Tansania 700.000
5 NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria 450.000
6 China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China 435.300
7 Burkina FasoDatei:Flag of Burkina Faso.svg Burkina Faso 208.796
8 TschadDatei:Flag of Chad.svg Tschad 201.913
9 Zentralafrikanische RepublikDatei:Flag of the Central African Republic.svg Zentralafrikanische Republik 190.917
10 AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Äthiopien 180.000
Summe Top Ten 5.148.293
restliche Länder 1.593.187

Belastete Produkte

In ihrer Märzausgabe der Zeitschrift test von 2021 berichtet die Stiftung Warentest von Sesam-Produkten, die mit giftigem Ethylenoxid-Gas belastet sind. Dieses Gas wird verwendet, um Keime abzutöten. Das Gas Ethylenoxid ist krebserregend und erbgutverändernd. Für sein Abbauprodukt 2-Chlorethanol gibt es Hinweise darauf. Es ist in der EU verboten, kommt aber in Produkten aus Indien durchaus noch vor.<ref>4 von 44 Sesam-Produkten enthalten Schadstoffe, abgerufen am 28. Februar 2021.</ref> In Deutschland hat das Portal Lebensmittelwarnung.de seit September 2020 mehr als 40 Rückrufe veröffentlicht.<ref>Lebensmittelwarnung.de</ref> Auch die Seite Produktwarnung.eu veröffentlichte zahlreiche Rückrufe für Produkte, die belastete Sesamsamen enthielten, z. B. Burger-Buns, Knäckebrot, Brotaufstrich und so weiter. Sollte als Herkunftsland Indien auf der Packung stehen, rät Stiftung Warentest vom Verzehr ab.<ref>Produktwarnung.eu veröffentlichte zahlreiche Produktrückrufe mit Sesamsamen aus der EU und der Schweiz, abgerufen am 28. Februar 2021.</ref> Infolge wurden durch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen auch in der Schweiz zahlreiche Rückrufe veröffentlicht und neue Lieferungen erst freigegeben, wenn die Analyse gezeigt hat, dass sie unbelastet sind.<ref>Yvonne Hafner, Peter Fritsche: Rückrufe wegen Ethylenoxid – Bund nimmt alle Sesam-Lieferungen aus Indien unter die Lupe. Schweizer Radio und Fernsehen, 16. Dezember 2020, abgerufen am 1. Juni 2021.</ref> Bisher wurden Lebensmittel in der EU und der Schweiz nicht auf Ethylenoxid getestet.<ref>Giftiger Import-Sesam: Probleme im Schweizer Kontrollsystem. Kassensturz (Fernsehsendung), 1. Juni 2021, abgerufen am 1. Juni 2021.</ref>

Literatur

  • E. A. Bruce: Pedaliaceae. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). 1953.
  • Gernot Katzer: Sesam (Sesamum indicum L.). In: Gernot Katzers Gewürzseiten. Abgerufen am 21. September 2017 (auch mit vielen weiterführenden etymologischen Informationen).
  • Petra Kolip: Sesam. (Mandelbaums kleine Gourmandisen, Nr. 40) Mandelbaum, Wien 2021.
  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.
  • Dorothea Bedigian: Sesame. CRC Press, 2010, ISBN 978-0-8493-3538-9.
  • T. K. Lim: Edible Medicinal and Non-Medicinal Plants. Volume 4: Fruits, Springer, 2012, ISBN 978-94-007-4052-5, S. 187–219.

Weblinks

Commons: Sesam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Sesamum indicum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="POWO"> Sesamum indicum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> </references>

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