Pyrethrum
| Allgemeines | ||||||||||||||||
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| Name | Pyrethrum | |||||||||||||||
| Summenformel | Stoffgemisch | |||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
gelbliche ölige Flüssigkeit<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | |||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||
| Molare Masse | Stoffgemisch | |||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Dichte |
0,84–0,86 g·cm−3<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Siedepunkt |
170 °C (0,13 hPa)<ref name="GESTIS" /> | |||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||
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| MAK |
Schweiz: 5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 8003-34-7 bzw. Pyrethrum)Vorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||
| Toxikologische Daten |
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||
Pyrethrum ist ein Insektizid, das aus den Blüten von verschiedenen Tanacetum-Arten gewonnen wird. Die Hauptwirkstoffe sind Pyrethrine, außerdem Cinerine und Jasmoline.
Herstellung
Pyrethrum wird aus den getrockneten Blüten von Tanacetum-Arten durch Zerkleinern oder Extraktion mit Lösungsmitteln gewonnen. Die pulverisierten Blüten kamen früher in verschiedenen Handelsformen auf den Markt. Der Unterschied besteht lediglich in der als Ausgangsmaterial verwendeten Tanacetum-Art. Das „montenegrinische bzw. dalmatinische Insektenpulver“ wird aus der Dalmatinischen Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium, Syn.: Chrysanthemum cinerariifolium, Pyrethrum cinerariifolium), hingegen das „armenische, persische bzw. kaukasische Insektenpulver“ aus der Kaukasischen Insektenblume (Tanacetum coccineum, Syn.: Chrysanthemum coccineum, Pyrethrum roseum, Pyrethrum carneum) gewonnen.
Anbau
Um die Blütenbildung anzuregen, benötigen die Pflanzen kalte Nächte mit Temperaturen von weniger als 10 °C. Der kommerzielle Anbau erfolgt daher zum Teil in Regionen mit gemäßigtem Klima, z. B. in Europa, Japan, oder Tasmanien. In den Tropen sind Hochlagen über 2000 m ebenfalls für den Anbau dieser Pflanzen geeignet. Dort werden sie vor allem in Afrika (u. a. Tansania, Kenia, Ruanda), Südamerika (u. a. Ecuador, Kolumbien) und Neuguinea angebaut.
Die Pflanzen sind mehrjährig. In Kenia wird eine Pyrethrum-Pflanzung typischerweise drei bis vier Jahre genutzt. Pro Hektar und Jahr wird dort etwa eine Tonne (getrocknete) Blüten geerntet.<ref name="Glynne">A. Glynne-Jones: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„Pyrethrum“ ( vom 31. Dezember 2006 im Internet Archive) (PDF; 274 kB), Pesticide Outlook - October 2001, S. 195–198 (englisch).</ref>
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Weltjahresproduktion an getrockneten Pyrethrum-Blüten liegt in der Größenordnung um 20.000 t. Daraus lassen sich etwa 500 t eines 50%igen Pyrethrin-Extrakts herstellen.<ref>Pyrethrum Oil (PDF Download Available). In: researchgate.net. ResearchGate, abgerufen am 3. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Umsatz wurde auf 39 Millionen US$ geschätzt.<ref name="indexbox">Pyrethrum Market Report 2017 - News, Size, Prices, Trends, Share, Growth and Forecast. In: co.uk. www.indexbox.co.uk, abgerufen am 3. Oktober 2017.</ref>
Während 1983 Kenia und Tansania über 90 % der Welternte lieferten, stammt heute etwa ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Pyrethrum aus Tasmanien. Der wichtigste Abnehmer sind die USA.<ref name="indexbox" />
Die Herstellungskosten von natürlichem Pyrethrum sind hoch und der Bedarf an Insektiziden kann damit allein nicht gedeckt werden. Dies führte dazu, dass ausgehend von Pyrethrum selektive, hochwirksame Verbindungen, sogenannte Pyrethroide, entwickelt wurden, die erst für die breite Verwendung im Veterinär- und Pflanzenschutz geeignet waren.<ref name="Glynne" />
Wirkung
Pyrethrum wirkt als Kontaktgift, das für Insekten neurotoxisch ist. Der Wirkmechanismus beruht darauf, dass das Wiederverschließen der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Axon-Membranen verhindert wird, wodurch die Nervenzellen ihr Ruhemembranpotential nicht wieder aufbauen können.
Pyrethrum ist für alle Insektenarten, auch für Nützlinge, giftig. Es ist zudem sehr giftig für Fische. Die LD50 für Pyrethrine beträgt bei männlichen Ratten oral 2,14 g/kg, bei weiblichen Ratten 0,7 g/kg und bei dermaler Aufnahme, also durch die Haut, mehr als 2 g/kg.<ref>EPA: Reregistration Eligibility Decision for Pyrethrins. List B Case No. 2580 (PDF; 1,5 MB)</ref>
Pyrethrum zersetzt sich unter Einwirkung von Tageslicht rasch und verliert so seine Wirksamkeit.
Verwendung
Die Wirkung des Extrakts war schon den Römern bekannt. Sie nannten Pyrethrum „persisches Insektenpulver“ und setzten es gegen Läuse und Flöhe ein.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Pyrethrum selbst nicht als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln zugelassen, allerdings sind in all diesen Ländern aus Pyrethrumextrakt gewonnene Pyrethrine zugelassen. Ihre Verwendung ist auch im Ökologischen Landbau zulässig.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>
Im häuslichen Bereich wird Pyrethrum verwendet
- in sogenannten Elektroverdampfern und Mückenspiralen gegen Fliegen und Mücken
- als Insektensprays und -strips gegen Schaben, Ameisen usw.
- als Mittel gegen Flöhe und Tierflöhe, Flohhalsband bei Hunden
- als Mittel gegen Kopfläuse („Goldgeist forte“)
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Benno Bös: Dalmatinische Insektenblume (Chrysanthemum cinerariifolium). In: giftpflanzen.com. 19. Mai 2016.
- Tim Schauenberg: Pyrethrum: Alternative zu Glyphosat und Co. (mp3-Audio; 5,7 MB, 6:32 Minuten) In: SWR2-Sendung „Impulse“. 28. August 2018.
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Beobachtung/Vorlage:Infobox Chemikalie/Strukturformel ausgeblendet
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem fehlt lokal
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank abweichend
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Hautkontakt
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Einatmen
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:P-Sätze fehlen
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Pflanzenprodukt
- Insektizid
- Ektoparasitikum
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Repellent
- ATC-P03
- Arzneistoff