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Theo Waigel

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Datei:Theo Waigel, 2019.jpg
Theo Waigel (2019)

Theodor „Theo“ Waigel (* 22. April 1939 in Oberrohr) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (CSU). Er war von 1989 bis 1998 Bundesminister der Finanzen und von 1988 bis 1999 CSU-Vorsitzender. Er ist seit 2009 Ehrenvorsitzender der CSU.

Leben und Beruf

Theo Waigel wurde als Sohn des Maurerpoliers und Nebenerwerbslandwirtes August Waigel und dessen Frau Genoveva, geb. Konrad, in Oberrohr bei Krumbach in Schwaben geboren.<ref>Der ist ziemlich anständig. In: Der Spiegel. Nr. 28, 1997 (online).</ref><ref>The International Who’s Who, 1996/97, S. 1614.</ref> Sein älterer Bruder fiel 1944 mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg.<ref>Werner Reif: Euro-Münzen auf einem Soldatenfriedhof: Ein Symbol des Friedens. In: Augsburger Allgemeine. 12. August 2014, abgerufen am 9. September 2014.</ref><ref>„Hört auf die Jugend!“ Theo Waigel im Interview. BR, report München, 16. April 2019.</ref> Nach dem Abitur an der Oberrealschule im schwäbischen Krumbach nahm Waigel 1959 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München und später in Würzburg auf, das er 1963 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. 1967 folgten das zweite Staatsexamen sowie seine Promotion zum Dr. iur. mit der Arbeit Die verfassungsmäßige Ordnung der deutschen insbesondere der bayerischen Landwirtschaft. Nach einer Tätigkeit als Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I wechselte Waigel 1969 als Persönlicher Referent des Staatssekretärs Anton Jaumann in das Bayerische Staatsministerium der Finanzen. Von 1970 bis 1972 nahm er dieselbe Funktion beim Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr Jaumann wahr.<ref>Dr. Theo Waigel. Abgerufen am 13. April 2020.</ref>

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F083103-0034, München, CSU-Parteitag.jpg
Theo Waigel (rechts) mit Erwin Huber, 1989

Nach seiner politischen Tätigkeit war Waigel u. a. im Beirat der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) sowie der EnBW.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Rezzo Schlauch berät EnBW.] Handelsblatt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung Memento vom 26. Mai 2024 im Internet Archive.</ref> Des Weiteren beriet er die Risikokapitalgesellschaft Texas Pacific Group<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die Helfer der Heuschrecken.] Cicero, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Oktober 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> sowie die PR-Beratung Brunswick Group.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Waigels neue Kollegin: Meckel wird Beraterin.] netzeitung.de, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 15. Oktober 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Von 1999 bis 2002, also noch während seiner Zeit als Mitglied des Bundestages, hatte er einen Beratungsvertrag mit dem Medienunternehmer Leo Kirch.<ref>Marcel Rosenbach: Kirchs Rentenkasse. In: Der Spiegel. Nr. 16, 2003 (online).</ref>

Waigel wurde 2004 Vorsitzender des Aufsichtsrates des Geldspielautomaten-Herstellers Löwen Entertainment, vormals NSM-Löwen Entertainment GmbH.<ref>web.archive.org</ref> Sein Nachfolger war Franz Wohlfahrt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Impressum.] Löwen Entertainment, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. September 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Im Auftrag von US-Behörden wurde Waigel im Januar 2009 Anti-Korruptions-Beauftragter (Compliance Monitor) beim Technologiekonzern Siemens.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Nicht mehr in Knechtschaft.] Süddeutsche Zeitung, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Waigel überwacht Siemens.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Waigel war der erste Nicht-Amerikaner, der von US-Behörden als unabhängiger Monitor berufen wurde.<ref name="Nichtamerikaner" /> Als solcher berichtete er unter anderem dem Justizministerium der Vereinigten Staaten und der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Siemens beendet Schmiergeldaffäre mit Milliardenbuße.] Spiegel Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> In den USA ist dieses Monitoring der Compliance-Prozesse eines Unternehmens üblicher Bestandteil einer Einigung bei strafrechtlichen Verfahren. Einen Monitor zu verpflichten war eine Auflage des US-Justizministeriums (DOJ) und der US-Börsenaufsicht (SEC) im Zuge der Beilegung eines Verfahrens gegen Siemens.<ref name="siemens">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dr. Theo Waigel appointed as compliance monitor.] Siemens AG, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. April 2012 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im November 2011 kündigte Waigel an, sich mit Ende des Geschäftsjahres 2012 von seinem Amt bei Siemens zurückzuziehen.<ref name="Nichtamerikaner">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Waigel will sich bei Siemens zurückziehen.] Thomson Reuters Deutschland-Meldung in der WirtschaftsWoche, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. April 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Oktober 2012 legte Waigel seinen Schlussbericht vor und beendete seine Arbeit bei Siemens.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ex-Finanzminister lobt Kampf gegen Korruption: Theo Waigel beendet Kontrollfunktion bei Siemens.] Focus Online, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. September 2014.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Aufgrund der Erfahrungen bei Siemens wurde Theo Waigel im Februar 2021 als Vorsitzender einer Expertenkommission „Trust in Quality“ eingesetzt, mit der der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young den Wirecard-Bilanzskandal aufarbeiten und verlorengegangenes Vertrauen wiedergewinnen möchte.<ref>Bert Fröndhoff, Felix Holtermann: EY-Deutschlandchef Barth tritt zurück – Waigel führt Expertenkommission an. In: Handelsblatt. Handelsblatt Media Group, 26. Februar 2021, abgerufen am 25. Februar 2021.</ref>

Die Schirmherrschaft für die 1. Alpinen Skiweltmeisterschaften der Gehörlosen in Nesselwang im Allgäu vom 23. Februar bis 2. März 2013 hat Waigel zusammen mit seiner Frau Irene Epple-Waigel übernommen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 1. Alpine Ski-Weltmeisterschaften der Gehörlosen in Nesselwang.] Deutscher Gehörlosen-Sportverband, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Waigel ist katholisch und Mitglied des Kuratoriums der Eugen-Biser-Stiftung. In seiner Jugend engagierte er sich ehrenamtlich in der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB).<ref>70 Jahre KLJB und klares Bekenntnis zu Europa. KLJB, 6. März 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2017; abgerufen am 25. März 2017.</ref>

In erster Ehe war er von 1966 bis 1993 mit der Diplom-Volkswirtin Karin Waigel (1939–2018)<ref>Traueranzeige von Karin Magda Waigel, trauer.sueddeutsche.de, 16. Mai 2018</ref> verheiratet.<ref>CSU-Politiker Theo Waigel: „Es gab viel Heuchelei“, spiegel.de, 8. Januar 2020</ref> Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: eine Tochter und der Sohn Christian, der Rechtsanwalt und Honorarkonsul des Fürstentums Liechtenstein ist und mit seinem Vater (Of Counsel) in der 2016 gegründeten Münchner Rechtsanwaltskanzlei Waigel Rechtsanwälte zusammenarbeitet.<ref name="Focus">Wirtschaft: „Im Job höre ich mehr auf meinen Sohn als er auf mich“, Focus 36/2018 vom 31. August 2018</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Dr. Theo Waigel.] Waigel Rechtsanwälte, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 25. Februar 2016.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> In zweiter Ehe ist Theo Waigel seit dem 26. November 1994 mit der ehemaligen Skirennläuferin und Ärztin Irene Epple-Waigel (* 1957) verheiratet und hat mit ihr einen Sohn (* 1995).<ref>Konstantin Waigel, Der Spiegel 1/1996, 31. Dezember 1995</ref>

Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F085935-0007, Bonn, Strauß-Ausstellung Landesvertretung Bayern.jpg
Theo Waigel bei einer F.-J.-Strauß-Ausstellung in der Bayerischen Landesvertretung in Bonn, 1990

Politische Laufbahn

Partei

Waigel ist seit 1960 Mitglied der CSU. Von 1971 bis 1975 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern. Von 1973 bis 1988 war er außerdem Vorsitzender der Grundsatzkommission der CSU. Er war von 1970 an Mitglied im CSU-Landesvorstand sowie seit 1983 im Präsidium der CSU. 1987/88 war er Bezirksvorsitzender im CSU-Bezirk Schwaben. Von November 1988 bis Januar 1999 war er Vorsitzender der CSU. Bei der Bundestagswahl 1998 erhielt die CSU in Bayern nur 47,7 % der Wählerstimmen und blieb damit unter dem Wahlziel von 50 %+x. Waigel kündigte an, beim CSU-Parteitag am 16. Januar 1999 nicht wieder als CSU-Vorsitzender zu kandidieren.<ref>Stefan Kuzmany: Nun muß Theo Waigel seinem Parteifeind Edmund Stoiber den CSU-Vorsitz überlassen. In: taz. 29. September 1998, abgerufen am 28. Dezember 2019.</ref> Der damalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber wurde Waigels Nachfolger als Parteivorsitzender.<ref>Tagesordnung des Parteitags (PDF; 1,99 MB), siehe auch Website zur Geschichte der CDU der Konrad-Adenauer-Stiftung.</ref>

Auf dem Parteitag am 18. Juli 2009 wurde Waigel zum Ehrenvorsitzenden der CSU gewählt. Als solcher ist er dem CSU-Parteivorstand kooptiert.<ref>Mitglieder des Parteivorstandes. CSU, abgerufen am 5. Juli 2018.</ref>

Am 8. August 2013 gab die CSU bekannt, dass Waigel im Parteiauftrag einen „Verhaltenskodex für CSU-Politiker“ erarbeitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CSU.de (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> Im Dezember 2013 stellte Waigel diesen vor.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Waigel stellt CSU-Verhaltenskodex vor.] Augsburger Allgemeine, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Theo Waigel, CSU: Verhaltenskodex soll sensibler machen (Interview von Uwe Pagels mit Waigel). (Memento vom 22. Februar 2014 im Internet Archive), Bayern 2, 20. Dezember 2013 MP3-Audiodatei, 4,76 MB</ref><ref>Christian Deutschländer: Waigel legt Verhaltenskodex für CSU vor, merkur.de, 18. Dezember 2013</ref>

Am 30. April 2024 fand anlässlich seines 85. Geburtstags ein Festakt in den Räumlichkeiten der Hanns-Seidel-Stiftung statt, zu welchem neben Polit-Prominenz der CSU (Markus Söder, Ilse Aigner und Kerstin Schreyer) und JU auch Charlotte Knobloch sowie Reinhard Marx eingeladen waren.<ref>„Gewissen der CSU“: Festakt zum 85. Geburtstag von Waigel. In: Zeit. 30. April 2024, abgerufen am 8. Mai 2024.</ref>

Abgeordneter

Von 1966 bis 1972 war er Mitglied im Kreistag von Krumbach, von 1972 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort bekleidete er von 1978 bis 1980 die Funktion des Obmanns der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Wirtschaft. Von Dezember 1980 bis Oktober 1982 war Waigel Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft sowie wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Im Oktober 1982 wurde er zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und damit gleichzeitig zum Ersten Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Von Oktober 1982 bis 1989 war er Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission zur Kontrolle der Nachrichtendienst des Bundes.<ref>Plenarprotokoll 9/124, S. 7473</ref> Im April 1989 legte er diese Ämter nieder. Waigel war zuletzt (14. Wahlperiode) mit 54,8 % der Stimmen direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Neu-Ulm.

Finanzminister

Datei:Waigel Theo 2.jpg
Theo Waigel bei einer Rede im Bayerischen Landtag (2009)

Im Zuge einer Kabinettsumbildung wurde er am 21. April 1989 in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung in das Amt des Bundesministers der Finanzen berufen, in welchem er für die Ausverhandlung und Durchführung der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion verantwortlich war. Nach der Bundestagswahl 1998 schied er am 26. Oktober 1998 aus der Regierung aus, nachdem er den Posten des Finanzministers in den Kabinetten Kohl III, Kohl IV und Kohl V innehatte.

Die Bezeichnung „Euro“ für die gemeinsame europäische Währung geht auf einen von Waigel im Dezember 1995 im Europäischen Rat eingebrachten Vorschlag zurück; er wird häufig als „Namensgeber für den Euro“<ref>Mainhardt Graf Nayhauß (Hrsg.): Größenwahn und Politik. Ed. Lingenstiftung, Köln 2012, ISBN 978-3-941118-95-9, S. 29.</ref> bezeichnet.

Sonstiges

Im sechsteiligen Fernsehspiel Die Affäre Semmeling (2002) von Dieter Wedel hat er in seiner Funktion als Bundesfinanzminister zwei Kurzauftritte.<ref>Die Affäre Semmeling, Filmeule.com</ref>

Auszeichnungen

Waigel erhielt unter anderem auch folgende Auszeichnungen: Großes Bundesverdienstkreuz (1984), mit Stern (1988) und Schulterband (1996), Bayerischen Verdienstorden, Ehrendoktor der University of South Carolina (1997)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Theo Waigel.] Who’s Who, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und 2001 Kommandeur der französischen Ehrenlegion.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Waigel wird „Commandeur“.] Die Welt, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Juli 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Publikationen (Auswahl)

  • Die verfassungsmäßige Ordnung der deutschen insbesondere der bayerischen Landwirtschaft. Bayerischer Landwirtschaftsverlag, München 1967 (Zugl.: Würzburg, Univ., Diss., 1967).
  • Ehrlichkeit ist eine Währung. Erinnerungen. Econ, Berlin 2019, ISBN 978-3-430-21009-6.
  • Unsere Zukunft heißt Europa. Der Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion. Econ, Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-19455-5.
  • Tage, die Deutschland und die Welt veränderten. Vom Mauerfall zum Kaukasus – Die deutsche Währungsunion. Ed. Ferenczy bei Bruckmann, München 1994, ISBN 3-7654-2721-7.
  • Handeln aus Verantwortung. Manz, München 1991, ISBN 3-7863-0758-X.
  • Wertewandel in Staat und Gesellschaft. Akademie für Politik und Zeitgeschehen, München 1986, ISBN 3-88795-048-8.
  • Weichenstellungen für Deutschland und Europa. Theo Waigel, Stationen eines Politikers. Festschrift für Theo Waigel zum 70. Geburtstag, hrsg. v. Peter Ramsauer. Olzog, München 2009, ISBN 978-3-7892-8306-2.
  • Meine Erfahrungen mit der Schule: als Schüler, als Vater und als Politiker. Waxmann, Münster 2000, ISBN 3-89325-868-X.

Weblinks

Commons: Theo Waigel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Fritz Schäffer (CSU, 1949–1957) | Franz Etzel (CDU, 1957–1961) | Heinz Starke (FDP, 1961–1962) | Rolf Dahlgrün (FDP, 1962–1966) | Kurt Schmücker (CDU, 1966) | Franz Josef Strauß (CSU, 1966–1969) | Alex Möller (SPD, 1969–1971) | Karl Schiller (SPD, 1971–1972) | Helmut Schmidt (SPD, 1972–1974) | Hans Apel (SPD, 1974–1978) | Hans Matthöfer (SPD, 1978–1982) | Manfred Lahnstein (SPD, 1982) | Gerhard Stoltenberg (CDU, 1982–1989) | Theo Waigel (CSU, 1989–1998) | Oskar Lafontaine (SPD, 1998–1999) | Werner Müller (parteilos, komm. 1999) | Hans Eichel (SPD, 1999–2005) | Peer Steinbrück (SPD, 2005–2009) | Wolfgang Schäuble (CDU, 2009–2017) | Peter Altmaier (CDU, komm. 2017–2018) | Olaf Scholz (SPD, 2018–2021) | Christian Lindner (FDP, 2021–2024) | Jörg Kukies (SPD, 2024–2025) | Lars Klingbeil (SPD, seit 2025) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Josef Müller (1946–1949) | Hans Ehard (1949–1955) | Hanns Seidel (1955–1961) | Franz Josef Strauß (1961–1988) | Theo Waigel (1988–1999) | Edmund Stoiber (1999–2007) | Erwin Huber (2007–2008) | Horst Seehofer (2008–2019) | Markus Söder (seit 2019) Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

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Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Helmut Kohl (CDU) | Klaus Kinkel (FDP) | Manfred Kanther (CDU) | Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) | Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) | Theo Waigel (CSU) | Günter Rexrodt (FDP) | Jochen Borchert (CDU) | Norbert Blüm (CDU) | Volker Rühe (CDU) | Claudia Nolte (CDU) | Horst Seehofer (CSU) | Matthias Wissmann (CDU) | Angela Merkel (CDU) | Wolfgang Bötsch (CSU) | Klaus Töpfer (CDU) | Eduard Oswald (CSU) | Jürgen Rüttgers (CDU) | Carl-Dieter Spranger (CSU) | Friedrich Bohl (CDU) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Fritz Schäffer | Franz Josef Strauß | Richard Stücklen | Hermann Höcherl | Werner Dollinger | Franz Josef Strauß | Richard Stücklen | Friedrich Zimmermann | Theo Waigel | Wolfgang Bötsch | Michael Glos | Peter Ramsauer | Hans-Peter Friedrich | Gerda Hasselfeldt | Alexander Dobrindt | Alexander Hoffmann Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Ehrenvorsitzende:
Edmund Stoiber | Theo Waigel | Horst Seehofer

Gewählte Mitglieder des Parteivorstandes:
Markus Söder | Martin Huber | Dorothee Bär | Melanie Huml | Angelika Niebler | Manfred Weber | Katrin Albsteiger | Tanja Schorer-Dremel | Tobias Schmid | Sebastian Brehm | Hans Reichhart | Markus Pannermayr | Astrid Freudenstein | Alexander Dobrindt | Ilse Aigner | Anja Weisgerber | Alexander Radwan | Albert Füracker | Joachim Herrmann | Klaus Holetschek | Manuel Knoll | Ludwig Spaenle | Volker Ullrich | Mechthilde Wittmann | Christian Bernreiter | Benedikt Lika | Markus Oesterlein | Steffen Vogel | Michael Frieser | Emmi Zeulner | Silke Launert | Martina Englhardt-Kopf | Melissa Goossens | Marlene Mortler | Daniela Ludwig | Bernd Sibler | Winfried Bausback | Siegfried Walch | Thomas Ebeling | Raimund Kneidinger | Sebastian Straubel | Josef Zellmeier | Anna-Maria Auerhahn | Rena Schimmer | Thomas Goppel | Josef Rohrmoser | Daniel Artmann

Kraft Amtes im Parteivorstand:
Alexander Hoffmann | Ulrike Scharf | Petra Högl | Franz Meyer | Bernd Posselt Vorlage:Klappleiste/Ende

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