Modschiedel
Modschiedel Stadt Weismain
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(170)&title=Modschiedel 50° 2′ N, 11° 16′ O
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| Höhe: | 465 m | |||||
| Einwohner: | 170 (1. Jan. 2018)<ref name="Einwo2018">Stadt Weismain: Ortsteile. Abgerufen am 14. Juni 2023.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1976 | |||||
| Postleitzahl: | 96260 | |||||
| Vorwahl: | 09220 | |||||
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Modschiedel ist ein Gemeindeteil von Weismain im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels.
Geografische Lage
Modschiedel befindet sich auf einer Hochebene, etwa 4,5 Kilometer östlich des Kleinziegenfelder Tals. Die Hochebene gehört zu den nördlichen Ausläufern des Frankenjuras im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura. Der Stadtkern von Weismain befindet sich etwa 6,1 Kilometer nördlich.
Geschichte
Die Geschichte des Ortes Modschiedel ist eng verbunden mit der des Adelsgeschlechtes der Modschiedler zu Gerau (Görau).
Ab dem 12. Jahrhundert wurden erstmals Modschiedler (als Adelsfamilie) genannt, vermutlich als Ministerialen, Lehensmänner oder Vasallen. Auf dem Gelände des heutigen Pfarrhauses könnte es zur damaligen Zeit einen umwehrten Hof oder einen Turmhügel gegeben haben. Die Ansiedlung von Bauern rund um dieses Anwesen ergab eine erste Siedlung.<ref name="mod-gesch"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte des Ortes Modschiedel ( des Vorlage:IconExternal vom 20. September 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., modschiedel.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>
Im von Johann Gottfried Biedermann veröffentlichten Geschlechts=Register Der Reichs – Frey – unmittelbaren Ritterschaft Landes zu Francken Löblichen Orts=Gebürg, erschienen im Jahr 1747, wird die erste authentische Nennung Modschiedels auf das Jahr 1300 datiert. Zusammen mit der Tatsache, dass die örtliche Pfarrei 1382 ausgegliedert wurde, liegt nahe, dass das Dorf bereits Anfang und Mitte des 14. Jahrhunderts eine verhältnismäßig große Siedlung war.<ref name="mod-gesch" /> 1459 erhielten die Herren Modschiedel das Leibgeding der Burg Wald.<ref>Jahresbericht des Historischen Vereins im Rezat-Kreis, Band 4, Nürnberg, 1834, S. 51</ref>
Die Kirche St. Johannes Baptista in Modschiedel wurde erstmals 1382 als Kapelle erwähnt. Die erste größere Umbauphase fand zwischen 1496 und 1508 statt, bei der die Kirche in etwa ihre heutige Bauform erhielt. Der rechteckige Turm wurde 1618 erbaut, das Langhaus 1694 verlängert, die Emporen und die Holzdecke wurden 1725 eingebaut.<ref name="dechant2010-24">Dechant (2010), S. 24–25</ref> Auch in den folgenden Jahrhunderten fanden zahlreiche Baumaßnahmen statt, die insbesondere die innere Gestaltung betrafen. Aufgrund der massiven Bauweise mit einer Umwehrung, Schießscharten und Mauerstärken von teilweise dreiviertel Metern gilt die Kirche als Wehrkirche.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik der Modschiedler Kirche ( des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., modschiedel.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>
Die Freiwillige Feuerwehr Modschiedel wurde am 23. November 1869 gegründet. 1886 wurde eine Wasserleitung von Weiden nach Modschiedel gelegt, bei der sich das Wasser in einen Brunnentrog ergoss. Dadurch konnte die häufige Wasserknappheit im Dorf beseitigt werden, die gelegentlich auch der Feuerwehr Probleme bereitet hatte.<ref name="feuer-chr.mod."><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik der Modschiedler Feuerwehr ( des Vorlage:IconExternal vom 8. Juni 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., modschiedel.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref> 1924 wurde die Wasserleitung mit Hausanschlüssen erweitert und ein Löschwasserreservoir für die Feuerwehr angelegt. Strom erhielt das Dorf vier Jahre später, 1928.<ref name="feuer-chr.mod." />
Am 8. September 1989 wurde der Blasmusikverein Blasmusik Modschiedel gegründet, die Jugendgruppe im Jahr 1995.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronik des Modschiedler Blasmusikvereins ( des Vorlage:IconExternal vom 13. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., modschiedel.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>
Eingemeindung
1976 wurde die ehemalige Gemeinde Modschiedel mit ihren Teilorten Wohnsig und Wunkendorf im Zuge der Gemeindegebietsreform nach Weismain eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung von Modschiedel wieder.
| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1617 | ca. 150 (30 Familien) | <ref name="meissner82">Pfarrer Erhard Meissner: Modschiedel 1382- 1982, Aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, herausgegeben 1982</ref> |
| 1872 | 205 | <ref name="urban87">Josef Urban: Aus den Anfängen unserer Wehr. In: Markus Hatzold: Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Wallersberg-Mosenberg, Weismain 2009, S. 89</ref> |
| 1877 | 198 | <ref>Die Gemeinden Bayerns 1975, Seite 94</ref> |
| 1900 | 221 | <ref name="VZ1900"/> |
| 1925 | 217 | <ref name="VZ1925"/> |
| 1950 | 238 | <ref name="VZ1950"/> |
| 1970 | 189 | <ref name="VZ1970"/> |
| 1987 | 172 | <ref>Modschiedel im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie</ref> |
| 2001 | 178 | <ref>Denkmalpflegerischer Erhebungsbogen, Personen mit Erst- und Zweitwohnsitz, Freundliche Auskunft Stadt Weismain</ref> |
| 2010 | 172 | <ref>Daten und Fakten zur Freiwilligen Feuerwehr Modschiedel, feuerwehr-weismain.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref> |
| 2015 | 164 | <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2015 ( vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> |
| 2018 | 170 | <ref name="Einwo2018" /> |
Das Geschlecht der Modschiedler
Die Modschiedler (auch Modschiedler von Gerau)<ref name="mod.herk">Herkunft des Modschiedler Adelsgeschlechtes, modschiedler.de, abgerufen am 4. Mai 2012</ref> gelten als ein altes, fränkisches Rittergeschlecht, welches dem Ritterkanton Gebürg angehörte.<ref name="mod.herk" /> Um 1300 gehörten der Familie zahlreiche Besitztümer in den nördlichen Ausläufern des Fränkischen Juras,<ref name="mod.erw.">Erwähnungen des Adelsgeschlechtes der Modschiedler, modschiedler.de, abgerufen am 4. Mai 2012</ref> vor allem im Bereich der heutigen Landkreise Lichtenfels, Kulmbach und Bayreuth. Unter anderem gehörte dazu die Burg Niesten.<ref name="mod.erw." />
Etymologie
Der Name Modschiedel kommt aus dem Slawischen und bedeutet etwa so viel wie Siedlung im Moor oder nassen Sumpf.<ref name="mod-gesch" /> Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in der Ortsmitte einen Teich.<ref name="mod-gesch" />
Bildung
In Modschiedel gibt es einen katholischen Kindergarten, in dem auch Vorschulunterricht stattfindet.
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr Modschiedel
- Gartenbauverein Modschiedel
- Blasmusikverein „Blasmusik Modschiedel“
- Stammtisch „Stiefelknechte“
Regelmäßige Feste und Veranstaltungen
- Nacht der Blasmusik (an einem Wochenende zwischen Juni–August)
- Brunnen-Backofenfest (Anfang September)
- Weihnachtskonzert der Blasmusik Modschiedel (vierter Adventssonntag)
Bildung
In Modschiedel gibt es einen katholischen Kindergarten, in dem auch Vorschulunterricht stattfindet.
Verkehr
Modschiedel ist durch die Kreisstraße LIF 12 und verschiedene Gemeindestraßen an das Umland angebunden. 3 km südlich verläuft die Autobahn A 70, die Anschlussstellen Stadelhofen (AS 20) und Schirradorf (AS 21) sind beide etwa 7 km entfernt.
Sehenswürdigkeiten
In der Bayerischen Denkmalliste sind für Modschiedel acht Baudenkmäler aufgeführt.
Persönlichkeiten
- Johann Herold, Heimatdichter († 1973)
Literatur
- Alois Dechant, Gerhard W. Peetz: Wanderführer Weismain. Marie Link Verlag, Kronach, 2010
- Erhard Meissner: Modschiedel – 1382 – 1982; aus der Geschichte einer 600jährigen Pfarrei, Modschiedel 1982, 177 Seiten
Weblinks
- Modschiedel auf der Website von Weismain
- Private Seite zu Modschiedel
- Infoportal über das Adelsgeschlecht der Modschiedler
- Gedichte des Modschiedler Heimatdichters Johann Herold
- Vorlage:Bavarikon Ort
Einzelnachweise
<references> <ref name="VZ1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1078 (Digitalisat).</ref> <ref name="VZ1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1113 (Digitalisat). </ref> <ref name="VZ1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 959 (Digitalisat).</ref> <ref name="VZ1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 164 (Digitalisat).</ref> </references>
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