Stoffelsmühle (Weismain)
| Stoffelsmühle
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Blick auf den Nordgiebel der Stoffelsmühle. Davor das 2011 installierte Wasserrad; oberhalb der Mühle die Radfahrerstatue von Kleinziegenfeld | ||||||
| Lage und Geschichte | ||||||
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| Koordinaten | 50° 1′ 20″ N, 11° 11′ 57″ O
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dim=1000 | globe= | name=Stoffelsmühle | region=DE-BY | type=building
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| Standort | Datei:Flag of Germany.svg Deutschland | |||||
| Gewässer | Weismain | |||||
| Erbaut | Vmtl. 16. Jahrhundert | |||||
| Stillgelegt | 1887 | |||||
| Zustand | Mühlentechnik entfernt und Gebäude zum privaten Wohnhaus mit Ferienwohnungen umgebaut | |||||
| Technik | ||||||
| Nutzung | ehemals als Getreidemühle, heute als Kleinwasserkraftwerk
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| Mahlwerk | Ehemals zwei Mahlwerke mit zwei Mühlsteinen | |||||
| Antrieb | Wassermühle | |||||
| Wasserrad | Ehemals: unbekannt Heute: oberschlächtiges Wasserrad zur Stromerzeugung | |||||
| Website | stoffelsmuehle.de | |||||
Die Stoffelsmühle<ref name="böhm2000-34">Böhm (2000), S. 34</ref> (früher auch Obere Mühle) ist eine ehemalige Getreidemühle im Kleinziegenfelder Tal und ein amtlich benannter Gemeindeteil der Stadt Weismain<ref>Stoffelsmühle in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische StaatsbibliothekVorlage:Abrufdatum</ref>. Sie gehörte ehemals als eigener Ortsteil zur Gemeinde Kleinziegenfeld und war jahrhundertelang im Besitz der ortsansässigen Müllerfamilie Deinhardt.
Die Mühle befindet sich unmittelbar nördlich des Kleinziegenfelder Gemeindeteils Grund an der Weismain, nur 400 Meter von deren Quelle entfernt.<ref name="böhm2000-34" /> Als Baudenkmal ist sie vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Denkmalnummer D-4-78-176-167 geschützt.<ref name="blfd">Denkmalliste für Weismain (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
Geschichte
Wann die Stoffelsmühle genau gegründet wurde, ist unklar.<ref name="böhm2000-34" /> Die über der Tür angebrachte Jahreszahl „1793“ wird von Heimatforschern für das Jahr eines Um- oder partiellen Neubaus, aber nicht als das Gründungsdatum der Mühle angesehen.<ref name="böhm2000-34" /> Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit stammt die Mühle aus dem 16. Jahrhundert,<ref name="mühlen2012"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mühlen 2012, Tourist Information Oberes Maintal-Coburger Land, Lichtenfels 2012, PDF (131 KB), S. 2 ( des Vorlage:IconExternal vom 21. August 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> vermutlich aus den Jahren um 1525.<ref name="gh">Gerhard Herrmann: Ein Mühlrad schwebt über Kleinziegenfeld, In: Obermain-Tagblatt (Online: obermain.tmt-cms.de), 11. August 2011, abgerufen am 29. Dezember 2012</ref> Erstmals urkundlich gesichert wurde die Stoffelsmühle 1617 als die „Obern Mühl“ mit ihrem Besitzer Lorenz Deinhardt erwähnt.<ref name="george150">George (2008), S. 150 f.</ref> Für das Jahr 1657 befand sich die „Obere Mühl“ im Besitz von Christoph Deinhardt, vermutlich einem Sohn des Lorenz.<ref name="george150" /> Vor 1770 war ein Adam Deinhardt der Müllermeister, spätestens ab diesem Jahr wurde die Mühle von seinen Nachkommen geführt.<ref name="george150" /> Sie gehörte zu diesem Zeitpunkt als markgräflich-brandenburgisch-bayreuthisches Lehen zum Rittergut des Karl Franz von Schaumberg.<ref name="george150" />
Im Jahr 1809 wurde die Mühle erstmals als „Stophels Mühle“ bezeichnet und trug innerhalb der Gemeinde Kleinziegenfeld die Steuerhausnummer 4,<ref name="george150" /> die sie bis heute trägt. Müllermeister war damals Johann Deinhardt, der mit seinem Anwesen der Familie von Schaumberg lehen- und zehntbar war.<ref name="george150" /> 1826 war die Mühle ausgestattet mit „realer Mühlgerechtigkeit auf zwei Mahlgängen“.<ref name="urban">Urban (2001), S. 31</ref> Sie verfügte also über zwei Wasserräder zum Mahlen von Getreide, die beide trotz der Nähe zur Bachquelle gut liefen, was auf den besonders starken Ausstoß der Quelle von 20 Litern pro Sekunde zurückzuführen ist.<ref name="böhm2000-34" /> Müllermeister waren die Söhne des Johann Deinhardt, Johann und Georg Deinhardt.<ref name="george150" /> Mitte des 19. Jahrhunderts war der Müller Johann Georg Deinhardt (* 1805) mit über 82 Tagwerk (28 ha) Land der größte bürgerliche Grundbesitzer des Dorfes, was von dessen Wohlstand zeugt.<ref name="urban" /> Ein Wolkenbruch im Jahr 1887 zerstörte mit enormen Wassermassen die Mühlanlage, so dass der Betrieb eingestellt werden musste.<ref name="böhm2000-34" /><ref name="mühlen2012" />
Die Müllerfamilie Deinhardt verkaufte die Mühle, nur wenige Jahre später wurde sie weiterveräußert.<ref name="urban" /> Im Jahr 1900 kaufte sie der Wagnermeister Andreas Preißinger (1848–1929) aus Kleinziegenfeld für 4000 Mark von der Gemeinde Stadelhofen.<ref name="urban" /> Er errichtete im Mühlengebäude eine Wagnerei und Tischlerei, die sein Sohn und dessen Schwiegersohn bis 1975 führten.<ref name="böhm2000-34" /> Aufmerksam geworden durch eine Zeitungsanzeige erwarb 1988 das Ehepaar Gisela Reiß und Werner Nowak die Mühle und begann sie in Eigenleistung zu renovieren.<ref name="gh" /> Dabei wurden dort auch Ferienwohnungen eingerichtet.<ref name="mühlen2012" /><ref name="gh" />
Am 10. August 2011 erhielt die Stoffelsmühle wieder ein Mühlrad.<ref name="gh" /> Erbaut und eingebaut wurde das rund 900 Kilogramm schwere oberschlächtige Schaufelwasserrad von der Schreinerei Martin Impler aus Bad Feilnbach.<ref name="gh" /> Es dient mit einer Leistung von 500 Watt zur Gewinnung des Stroms für den privaten Bedarf in der Mühle.<ref name="gh" /> Die Installation des Rads war der Abschluss der privat finanzierten und ausgeführten, gut zwei Jahrzehnte dauernden Mühlensanierung durch die Eigentümer der Mühle.<ref name="gh"/> Bei der Sanierung wurden unter dem Erdgeschoss die Reste eines frühmittelalterlichen Gebäudes unbekannter Funktion entdeckt.<ref name="gh" />
Etymologie
In den Erwähnungen der Mühle von 1617, 1657 und 1770 dient das Adjektiv „ober(re)“ als Unterscheidung zur an der Weismain weiter flussabwärts gelegenen, ebenfalls als schaumbergisches Lehen vergebene Schwarzmühle. Die Urform des heutigen Namens wurde erstmals 1809 mit „Stophels Mühle“ schriftlich festgehalten. Darin enthalten ist die im ostfränkischen Dialekt gebräuchliche Verballhornung „Stophel“ bzw. „Stoffel“ für den Vornamen Christopher(us), die auf den 1657 erwähnten Müllermeister Christoph Deinhardt zurückgeht. Der Name der Mühle hatte sich demnach bereits vor über 200 Jahren gefestigt, wovon auch die Erwähnungen als „Stoffelsmühl“ (1838) und „Stoffelsmühle“ (1853) zeugen. Die einzige überlieferte Abweichung des Namens aus dieser Zeit ist „Schlossmühle“ aus dem Jahr 1826, die das Eigentumsverhältnis der Familie von Schaumberg vom Schloss Kleinziegenfeld unterstreicht. In der örtlichen Varietät des oberfränkischen Dialekts wird der Name als [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] (sprich: schdofflsmül) ausgesprochen.<ref name="george150" />
Einwohnerentwicklung
Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung der Stoffelsmühle anhand einzelner Daten wieder.
Architektur
Die Stoffelsmühle ist zweigeschossig mit massivem Steinuntergeschoss und verputztem Fachwerkaufbau im ersten Stockwerk und im Giebel.<ref name="böhm2000-34" /> Es handelt sich um ein sogenanntes Rauchhaus, da im 17. und 18. Jahrhundert der Rauch aus dem Küchenofen durch einen bis vor wenigen Jahren noch sichtbaren Rauchabzug in den Dachboden geleitet wurde.<ref name="urban" /> Im 18. Jahrhundert wurde die Schwärzung der Balken durch das Mälzen für die Bierherstellung verstärkt.<ref name="urban" /> Das Krüppelwalmdach ist schiefergedeckt.<ref name="böhm2000-34" />
Sonstiges
1915 hatte die Gemeinde Stadelhofen auf dem Grundstück hinter der Mühle ein Pumphäuschen errichten lassen, das, betrieben durch Wasserkraft, Stadelhofen und die umliegenden Ortschaften bis etwa 1970 mit Trinkwasser versorgte.<ref name="böhm2000-34"/>
Literatur
- Jutta Böhm: Mühlen-Radwanderung. Routen: Kleinziegenfelder Tal und Bärental, Umweltstation Weismain des Landkreises Lichtenfels, Weismain/Lichtenfels (Landkreis Lichtenfels), 2000, 52 S. (zahlr. Ill., Kt.)
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783769668629 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Josef Urban: Kleinziegenfeld. In: Heimatgeschichtliche Zeitschrift für den Landkreis Lichtenfels, Band 10, Verlag Vom Main zum Jura, Eggolsheim 2001, S. 24–51
- Josef Urban: Neues Mühlrad an der Stoffelsmühle in Kleinziegenfeld. in: Die Fränkische Schweiz, Fränk.-Schweiz-Verein, Ebermannstadt 2011, S. 36–37
Weblinks
- Offizielle Website der Stoffelsmühle
- Stoffelsmühle in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische StaatsbibliothekVorlage:Abrufdatum
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />
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