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Görau (Weismain)

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Görau
Stadt Weismain
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(125)&title=G%C3%B6rau 50° 4′ N, 11° 17′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(125) 50° 4′ 0″ N, 11° 17′ 0″ O
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Höhe: 515 m ü. NHN
Einwohner: 125 (1. Jan. 2018)<ref name="Einwo2018">Stadt Weismain: Ortsteile. Abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>
Postleitzahl: 96260
Vorwahl: 09575
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Görau ist ein Gemeindeteil der Stadt Weismain im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels im Norden des Freistaates Bayern mit 125 Einwohnern.

Geografische Lage

Görau befindet sich auf 515 m ü. NN auf einer Hochebene, etwa 2,4 Kilometer östlich des Bärentals. Die Hochebene gehört zu den nördlichen Ausläufern des Frankenjuras im Naturpark Fränkische Schweiz – Frankenjura. Der Stadtkern von Weismain befindet sich rund vier Kilometer nördlich.

Geschichte

Frühgeschichte

Wann das Gebiet um die heutige Ortschaft Görau erstmals besiedelt wurde, ist unklar. Eine Besiedlung ab spätestens ca. 1400 v. Chr. liegt aber anhand der Funde aus der mittleren Bronzezeit, die in zwei Grabhügelfeldern am Görauer Anger vor rund 100 Jahren gemacht werden konnten, nahe.<ref name="zb-h"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Informationen über die archäologischen Funde am Görauer Anger (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kasendorf.de, kasendorf.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref> Einer dieser Erdhügel enthielt Beifunde der jüngeren Hügelgräberzeit (1400–1300 v. Chr.). Neben einem Bronzeschwert mit achteckigem Griff, einer kunstvoll gefertigten Nadel mit Kugelkopf und einem Absatzbeil (Länge 16,6 cm, Breite 3,5 cm, Gewicht 320 Gramm),<ref>Anmerkungen über den Görauer Grabhügelfund – Katharine Pászthory, Eugen Friedrich Mayer: Äxte und Beile in Bayern, Franz Steiner Verlag, 1998, „Die Äxte und Beile in Bayern“ von Katharine Pászthory, Eugen Friedrich Mayer S. 88f.</ref> barg er Schmuckwerk in Form von Bronzeringen, darunter auch Ohrringe.<ref name="düt04">Düthorn (2004), S. 4–10</ref> In zwei anderen Gräbern fand man Wagenreste aus der Hallstattzeit, die jedoch aufgrund der damals unsachgerechten Arbeitsweise weitgehend zerstört wurden.<ref name="zb-h" /> Erhalten ist nur ein eiserner Radbuckel.<ref name="zb-h" /> Die Funde werden in den Museen von Bayreuth und Bamberg, im Schloss Thurnau, in der Archäologischen Staatssammlung in München, in der Ur- und frühgeschichtlichen Sammlung der Universität Jena und in der Sammlung des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen ausgestellt.<ref name="düt04" />

Etymologie

Der Name Görau ist slawischen Ursprungs. Er leitet sich vom Wort gora ab, das Berg bedeutet.<ref name="düt04" /> 1137 erschien der Ort erstmals in einer Urkunde als „Goren“, 1382 als „Görein“ und 1421 als „Gore“ und „Goraw“.<ref name="düt04" /> Die Form von 1382 entstand vermutlich als Folge einer damaligen Lautverschiebung des langen i zu ei. Demnach wird der Ursprung des Ortsnamens von vielen Slawisten im altslawischen Wort gorina gesehen, das sich als Bergland übersetzen lässt. Gedeutet werden kann der Name demnach als Siedlung auf dem Bergland. Da der Ortsname nicht durch die Bewohner entstand, sondern durch die umliegenden Nachbarn, kann gefolgert werden, dass die Gegend der Jurahochfläche südlich von Weismain im frühen Mittelalter, vor 800, von slawischen Weidebauern bewohnt war, was archäologische Funde bestätigen.

Neuere Geschichte

Im Jahr 1880 wurde in Görau eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.<ref name="ffw-g-h"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Görau (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. November 2004 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/home.vr-web.de, home.vr-web.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref> und im Jahr 1909 eine Wasserleitung verlegt, der Anschluss an das Stromnetz fand 1927 statt.

Da dem Dorf schon seit Jahrzehnten ein Gotteshaus fehlte, wurde am 13. Mai 1938 ein Kapellenbauverein gegründet. Mit dem Bau der Kapelle wurde noch im selben Jahr begonnen. Die Benedizierung fand am 9. Juli 1939 statt. Ein Großbrand zerstörte am 12. April 1944 mehrere Anwesen, darunter auch das Feuerwehrhaus mit Glockenturm.<ref name="ffw-g-h" />

Im Herbst 2010 wurde die knapp einen Kilometer lange Straße nach Neudorf als erste im nordbayerischen Raum mit dem InSitu-Kaltrecycling-Verfahren der Schweizer Straßenbauspezialfirma Egli erneuert.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.obermain.deInnovative Straßenerneuerung zwischen Görau und Neudorf (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, obermain.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>

Einwohnerentwicklung

Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung von Görau anhand einzelner Daten wieder.

Jahr Einwohner Quelle
1987 141 <ref>Görau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>
2008 137 <ref name="G-ot"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Görau ist das kinderreichste Dorf Deutschlands! (Memento vom 14. Juni 2011 im Internet Archive), obermain.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>
2010 135 <ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.feuerwehr-weismain.deDaten und Fakten zur Freiwilligen Feuerwehr Görau (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2014. Suche im Internet Archive ), feuerwehr-weismain.de, abgerufen am 29. Dezember 2011</ref>
2011 135 <ref name="Weis. Einwohner">@1@2Vorlage:Toter Link/www.stadt-weismain.deEinwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2011 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, stadt-weismain.de, abgerufen am 29. Dezember 2011 (PDF, offline)</ref>
2012 134 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2012 (Memento vom 5. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
2013 133 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2013 (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>
2015 125 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2015 (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref>
2018 125 <ref name="Einwo2018" />

Wissenswertes

Beim Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft wurde Görau im Jahr 2008 als das „kinderreichste Dorf Deutschlands“ ausgezeichnet. Dass von den damals 137 Einwohnern 33 Kinder waren, was einen prozentualen Anteil von knapp 25 % ausmacht, liegt laut Elsbeth Düthorn, der Vorsitzenden der Naturfreunde Görauer Anger, an der starken Dorfgemeinschaft in Verbindung mit den guten Arbeitsplatzmöglichkeiten in den umliegenden Gemeinden.<ref name="G-ot"/>

Vereine

In Görau gibt es sechs Vereine, in denen 85–90 % der Bevölkerung aktiv sind:<ref name="G-ot"/>

  • Freiwillige Feuerwehr Görau
  • Naturfreunde Görauer Anger mit Jugendgruppe „Görauer Fröschla“
  • Jagdgenossenschaft Görau
  • Kapellenbauverein Görau
  • Seniorenkreis Görau
  • Treff Halba Höih

Literatur

  • Elsbeth Düthorn, Erika Münch: Was Großmutter erzählt – Erinnerungen aus Görau, Weismain 2004
  • Johann Baptist Müller: Hundert Jahre Freiwillige Feuerwehr Görau, Weismain 1980
  • Helmut Haberkamm, Annalena Weber: Görau. In: dies.: Kleine Sammlung fränkischer Dörfer. ars vivendi Verlag, Cadolzburg 2018, ISBN 978-3-86913-990-6, S. 68–77.

Weblinks

Commons: Görau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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