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Herbstmühle (Weismain)

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Herbstmühle
Stadt Weismain
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3)&title=Herbstm%C3%BChle 50° 3′ N, 11° 15′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3) 50° 3′ 25″ N, 11° 15′ 26″ O
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Höhe: 365 m ü. NHN
Einwohner: (1. Jan. 2018)<ref name="Einwo2018">Stadt Weismain: Ortsteile. Abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>
Postleitzahl: 96260
Vorwahl: 09575
Herbstmühle

Datei:Bärental Herbstmühle.JPG
Die Vorderansicht der Herbstmühle (aus nördlicher Richtung gesehen)

Die Vorderansicht der Herbstmühle (aus nördlicher Richtung gesehen)

Lage und Geschichte
Koordinaten 50° 3′ 25″ N, 11° 15′ 26″ O
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Standort DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Gewässer Krassach
Erbaut Deutlich vor 1800
Stillgelegt 1974
Zustand Mühlentechnik entfernt und durch moderne elektronische Steuerung ersetzt; Mühlengebäude dient als Museum und Wohnhaus
Technik
Nutzung Getreide- und Ölmühle

Mahlwerk Bis 1914 zwei Mahlwerke mit zwei Mühlsteinen, 1830 durch einen Stampfgang ergänzt
Antrieb Wassermühle
Wasserrad Bis 1914 drei, seitdem Francis-Turbine

Die Herbstmühle (früher auch Wunkendorfer Mühle)<ref name="böhm2000-45">Böhm (2000), S. 45–46</ref> ist eine ehemalige Getreide- und Ölmühle im Bärental, nordwestlich des Weismainer Gemeindeteils Wunkendorf an der Krassach. Sie ist ein eigener Gemeindeteil mit drei Einwohnern (Stand 1. Januar 2018). In einem Nebengebäude der Mühle befindet sich eine Unterkunft der Kulmbacher Bergwachtsektion,<ref name="Dechant-22">Dechant (2010), S. 22</ref> Die Mühle beherbergt ein Mühlen- und Technikmuseum.<ref>Mühlen in Weismain, fraenkische-schweiz.bayern-online.de, abgerufen am 30. Dezember 2012</ref> Als geschütztes Baudenkmal wird die Mühle vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Denkmalnummer D-4-78-176-106 geführt.<ref>Denkmalliste für Weismain (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>

Geschichte

Wann die Herbstmühle erbaut wurde, ist unklar.<ref name="böhm2000-45" /> Die erste Erwähnung war 1421 mit „Albrecht Herbstmülner in der Hopffenmül bei Niesten“. Eine weitere Nennung war 1422 „an einer Wies ob der Herbstmul“.<ref name="George">Dieter George: Lichtenfels; Der Altkreis. Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Oberfranken. Band 6: Lichtenfels. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2008, ISBN 978-3-7696-6862-9, S. 45.</ref>

Eine erste Beschreibung stammt aus dem Jahr 1801, der erste bekannte Katastereintrag von 1810.<ref name="böhm2000-45" /> Es kann jedoch angenommen werden, dass die Mühle wesentlich älter ist. Der alte Name Wunkendorfer Mühle rührt von der räumlichen Nähe zu Wunkendorf her und von dem Umstand, dass in früheren Zeiten die Wunkendorfer täglich zur Mühle hinunterstiegen, um dort Trinkwasser zu schöpfen.<ref name="böhm2000-45" />

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die Mühle das reale Mahlrecht zum Betrieb von zwei Getreidemahlgängen. Zum Anwesen gehörten damals neben dem Mühl- und Wohngebäude verschiedene Wirtschaftsgebäude, ein Garten, Felder, Wiesen und Wälder sowie die Fischrechte in der Krassach.<ref name="böhm2000-45" /> Um 1830 wurde die Mühle mit einem weiteren Wasserrad, das ein Stampfwerk zur Ölherstellung antrieb, erweitert.<ref name="böhm2000-45" /> 1914 baute der damalige Besitzer der Mühle eine Turbine ein, die die Wasserräder überflüssig werden ließ.<ref name="böhm2000-45" /> Ebenso wurden das alte Antriebssystem und der Mühlenraum durch neue technische Anlagen ersetzt; bis 1916 wurde die Steueranlage turbinengerecht umgebaut.<ref name="böhm2000-45" /> Dadurch ließ sich neben dem Betreiben der Mahlgänge auch Strom für die häusliche Nutzung erzeugen. Die niedrige Spannung eignete sich jedoch nur für Glühbirnen und den Antrieb einzelner mechanischer Geräte.<ref name="böhm2000-45" />

Spätestens ab dem Zweiten Weltkrieg ließ nur noch die Bevölkerung der Umgebung dort Getreide mahlen, so dass die fehlende wirtschaftliche Rentabilität den Müller 1974 zur Aufgabe des Mühlbetriebs zwang.<ref name="böhm2000-45" /><ref name="mühlen2012"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mühlen 2012, Tourist Information Oberes Maintal-Coburger Land, Lichtenfels 2012, PDF (131 kB), S. 2 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. August 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oberesmaintal-coburgerland.com</ref> Heute ist die Mühle ein privates Wohnhaus.<ref name="böhm2000-45" />

Einwohnerentwicklung

Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung der Herbstmühle der jüngeren Zeit wieder.

Jahr Einwohner Quelle
2012 3 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2012 (Memento vom 5. Januar 2013 im Internet Archive)</ref>
2013 3 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2013 (Memento vom 18. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>
2015 3 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2015 (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref>
2018 3 <ref name="Einwo2018" />

Architektur

Die Herbstmühle ist ein zweigeschossiger Wohnstallbau aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit massivem Erdgeschoss und darüberliegendem Fachwerkgeschoss.<ref name="böhm2000-45" /><ref name="mühlen2012" /> Den Abschluss bildet ein Walmdach.<ref name="mühlen2012" /> Die ehemals oberschlächtigen<ref name="mühlen2012" /> Wasserräder sind nicht mehr vorhanden, jedoch kennzeichnet eine farbig hervorgehobene Silhouette an der Hauswand die ehemalige Position.<ref name="böhm2000-45" />

Mühlen- und Technikmuseum

In dem kleinen Museum in der Mühle sind verschiedene Gegenstände aus dem Mühlenalltag früherer Zeiten zu sehen und auch die Turbinenanlage von 1914 wurde optisch aufbereitet und kann besichtigt werden.<ref name="böhm2000-45" /> Es handelt sich um eine Francis-Turbine, die im Jahr etwa 18.000 kWh Strom erzeugt.<ref name="böhm2000-45" /> Abzüglich des Eigenbedarfs konnten ca. 14.500 kWh jährlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Die Nennleistung der Turbine lag bei 8 KW.<ref name="böhm2000-45" />

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen

Siehe auch

Literatur

  • Jutta Böhm: Mühlen-Radwanderung. Routen: Kleinziegenfelder Tal und Bärental, Umweltstation Weismain des Landkreises Lichtenfels, Weismain/Lichtenfels (Landkreis Lichtenfels), 2000, 52 S. (zahlr. Ill., Kt.)
  • Alois Dechant, Gerhard W. Peetz: Wanderführer Weismain. Marie Link Verlag, Kronach, 2010

Weblinks

Commons: Herbstmühle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende