Curtiss V8
| Curtiss | |
|---|---|
| Datei:Curtiss V8.jpg Curtiss V8 | |
| Hersteller | Curtiss |
| Produktionszeitraum | 1906 bis 1907 |
| Klasse | Rennmotorrad |
| Motordaten | |
| Viertaktmotor, luftgekühlter Achtzylinder-V-Motor, IOE, Ölsumpfschmierung, zwei Vergaser, Magnetzündung | |
| Hubraum | 4397 cm³ |
| Leistung | >29,8/40 kW/PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 219,45 km/h |
| Antrieb | Welle |
| Bremsen | vorne: keine hinten: Gummigleitklotz |
| Radstand | 1630 mm |
| Leergewicht | 125 kg |
Die Curtiss V8 (1906–1907) war ein Rennmotorrad des US-amerikanischen Herstellers Curtiss. Es wurde eigens zum Erreichen von Geschwindigkeitsrekorden gebaut und war das weltweit erste Motorrad mit V8-Motor.
Entwicklung und Technik
Glenn Curtiss, amerikanischer Rennfahrer, Luftfahrtpionier, Pilot und Unternehmer, bekam 1906 von Dr. Silverton aus Milwaukee den Auftrag, einen V8-Motor für ein Flugzeug zu entwickeln. Mit Silverton vereinbarte Curtiss, den Motor vor der Übergabe zu testen. Curtiss baute den Motor, der später in der Curtiss Golden Flyer verwandt wurde, in einen verstärkten Motorradrahmen ein.<ref>Wolfgang Wiesner: Amerikanische Motorräder. 2. Auflage 1992. ISBN 3-613-01362-2. S. 45</ref> Der Zylinderbankwinkel betrug 90 Grad, da sich dies nach Curtiss als am besten erwies. Das Rekordmotorrad hatte acht getrennte Zylinder auf einem Motorblock aus Aluminium und einen Vergaser für je vier Zylinder. Die Zylinderbohrungen hatten einen Durchmesser von 3 5⁄8 Zoll (etwa 92,1 mm) und der Kolbenhub betrug 3 1⁄4 Zoll (etwa 82,6 mm).<ref name="si.edu">Motorcycle, Curtiss V-8. In: airandspace.si.edu. National Air and Space Museum, abgerufen am 21. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Angetrieben wurde es über eine Welle. Über einen extrem langen Lenker, am Lenkkopf sowie an der Radachse befestigt, wurde das Motorrad gesteuert.<ref name="EdM">Enzyklopädie des Motorrads. ISBN 3-86047-142-2. S. 124</ref>
Rekordfahrten
Im Januar 1907 reiste Curtiss mit verschiedenen Motorrädern nach Ormond Beach, Florida; am dortigen Sandstrand waren schon früher Rekordfahrten unternommen worden. Bei einer ersten Rekordfahrt gelang es Curtiss mit seiner eigenen in Serie gefertigten Zweizylinder-V-Twin, die Meile in 46,4 Sekunden zu fahren. Bei inoffiziellen Zeitmessungen gelang es Curtiss am 24. Januar 1907 mit der V8 die Meile in 26,4 Sekunden zu durchfahren, eine weitere Meile benötigte Curtiss, um das Motorrad zum Stillstand zu bringen. Die Geschwindigkeit, die Curtiss erreichte, entsprach 136,36 mph bzw. 219,45 km/h. Niemand war bis dahin schneller, weder zu Lande noch in der Luft. Curtiss war damit Inhaber des Landgeschwindigkeitsrekords und somit der schnellste Mann der Welt.<ref>House, S. 39</ref> Der Rekord für alle Fahrzeuge hielt bis zum Jahr 1911, der Rekord für Motorräder wurde erst 1930 von Joseph S. Wright auf OEC Temple JAP gebrochen.<ref>The Art Of The Motorcycle. Guggenheim Museum, Las Vegas. ISBN 0-89207-207-5. S. 107</ref>
Das Motorrad befindet sich heute im Smithsonian National Air and Space Museum, bis auf die Antriebswelle, im Originalzustand.<ref name="EdM" />
Literatur
- Kirk W. House: Hell-Rider to King of the Air. Warrendale, Pennsylvania: SAE International, 2003. ISBN 0-7680-0802-6.
Weblinks
- Andreas Denner: Curtiss V8 von 1907: Das Motorrad, das Geschwindigkeit neu definierte. In: www.motorcycles.news. 3. Januar 2026, abgerufen am 12. Januar 2026.
- Bild der Curtiss V8, Smithsonian National Air and Space Museum
Einzelnachweise
<references />
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Griffon von 1902 | Clément von 1902 | Bête de Vitesse von 1903 | Peugeot von 1906 | Curtiss von 1907 | NSU von 1908 | NLG von 1909 | Indian von 1911 | Scott von 1911 | Verdel von 1912 | Peugeot von 1913 | Cyclone von 1914 | Harley-Davidson von 1916