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Civitella in Val di Chiana

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Civitella in Val di Chiana
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Civitella in Val di Chiana (Italien)
Civitella in Val di Chiana (Italien)
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Arezzo (AR)
Koordinaten 43° 24′ N, 11° 46′ OKoordinaten: 43° 24′ 19″ N, 11° 46′ 14″ O
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Höhe 280 m s.l.m.
Fläche 100,4 km²
Einwohner 8.682 (31. Dez. 2024)<ref>Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).</ref>
Postleitzahl 52041
Vorwahl 0575
ISTAT-Nummer 051016
Bezeichnung der Bewohner Civitellini
Schutzpatron San Bartolomeo (24. August)<ref>comuni-italiani.it zu Civitella in Val di Chiana, abgerufen am 6. November 2017 (italienisch)</ref><ref>tuttitalia.it zu Civitella in Val di Chiana, abgerufen am 6. November 2017 (italienisch)</ref>
Website Civitella in Val di Chiana

Civitella in Val di Chiana ist eine italienische Gemeinde mit 8682 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Toskana und gehört zur Provinz Arezzo. Die Stadt ist Mitglied der Cittàslow, einer 1999 in Italien gegründeten Bewegung zur Entschleunigung und Erhöhung der Lebensqualität in Städten.

Geografie

Datei:Map of comune of Civitella in Val di Chiana (province of Arezzo, region Tuscany, Italy).svg
Lage von Civitella in Val di Chiana in der Provinz Arezzo

Der Ort erstreckt sich über rund 100 km². Er liegt etwa 15 km südwestlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 65 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz zwischen dem Ambra- und dem Chianatal.<ref name="Repetti">Emanuele Repetti: CIVITELLA DEL VISCONTATO DI AMBRA o CIVITELLA del VESCOVO fra la Val d’Ambra e la Val di Chiana.</ref> Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 269 GG.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/efficienzaenergetica.acs.enea.itAgenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive ), abgerufen am 26. Februar 2015 (italienisch, PDF; 330 kB)</ref> An der nördlichen Gemeindegrenze liegt die Gemeinde am Arno (2 km), weitere wichtige Gewässer sind die Torrenti Leprone (8 von 17 km im Gemeindegebiet), Lota (4 von 11 km im Gemeindegebiet) und Trove (4 von 13 km im Gemeindegebiet).<ref>Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Gewässern in Civitella in Val di Chiana, abgerufen am 26. Februar 2015 (italienisch)</ref>

Zu den Ortsteilen zählen Albergo (286 m, ca. 300 Einwohner), Badia al Pino (Rathaussitz, 280 m, ca. 1100 Einwohner), Ciggiano (359 m, ca. 500 Einwohner), Oliveto (370 m, ca. 30 Einwohner), Pieve al Toppo (248 m, ca. 1500 Einwohner), Pieve a Maiano (292 m, ca. 200 Einwohner), Tegoleto (265 m, ca. 1200 Einwohner), Tuori (333 m, ca. 140 Einwohner) und Viciomaggio (278 m, ca. 900 Einwohner). Der namensgebende Ort Civitella liegt bei 185 m und hat rund 1800 Einwohner.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Offizielle Webseite des ISTAT (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. Juni 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dawinci.istat.it (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 19. Februar 2015 (italienisch)</ref>

Die Nachbargemeinden sind Arezzo, Bucine, Laterina Pergine Valdarno und Monte San Savino.

Geschichte

Erste Siedlungen an dem Ort entstanden zur Zeit der Etrusker, ihnen folgten die Römer. Die Burg (Rocca) entstand in langobardischer Zeit. Nach dem Jahr 1000 ging das Gebiet als Lehnswesen an den Bischof von Arezzo.<ref name="ComuneStoria">@1@2Vorlage:Toter Link/www.comune.civitella-in-val-di-chiana.ar.itWebseite der Gemeinde Civitella in Val di Chiana zur Geschichte des Ortes (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, abgerufen am 26. Februar 2015 (italienisch)</ref> Nach dem Sieg der Guelfen in der Schlacht von Campaldino bei Poppi 1289 übernahm die Signoria aus Florenz die Herrschaft im Ort. Gleiches geschah 1338, als Arezzo seine Unabhängigkeit an Florenz verlor. Im Konflikt zwischen Siena und Florenz wurde der Ort 1554 von Piero Strozzi belagert, aber nicht eingenommen.<ref name="Repetti" /> Die heutige Gemeinde entstand 1774 im Zuge der Gebietsreform von Pietro Leopoldo.<ref name="ComuneStoria" />

Nach dem Kriegseintritt Italiens im Juni 1940 errichtete das faschistische Regime in Civitella della Chiana ein Internierungslager (campo di concentramento). Es befand sich in der Villa Oliveto, einem Landhaus in einem abgelegenen Ortsteil. Das Haus wies viele Mängel auf; fehlendes Wasser im Sommer, prekäre hygienische Verhältnisse, ungenügende medizinische Versorgung und Überbelegung, mangelhafte Ernährung und schließlich Wanzenbefall. Anfangs waren ausländische Juden aus Deutschland und Österreich, England und Indien dort untergebracht; im April 1941 kamen Jugoslawen hinzu, ein Jahr später anglo-libysche Juden.

Über die Schweizer Gesandtschaft in Rom intervenierten das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das britische Foreign Office mehrmals bei den italienischen Behörden, um eine Verbesserung der Internierungsbedingungen zu erreichen.

Im Februar 1944 wurden die anglo-libyschen Juden von einer SS-Abteilung abgeführt und im Mai 1944 über das Durchgangslager Fossoli nach Bergen-Belsen deportiert.<ref>Carlo Spartaco Capogreco: I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940–1943). Torino 2004 (Einaudi), S. 184–185; Klaus Voigt: Zuflucht auf Widerruf. Exil in Italien 1933–1945. (Zweiter Band), Stuttgart 1993 (Klett-Cotta), S. 74–75</ref>

Am 29. Juni 1944 erschossen deutsche Soldaten<ref>Verzeihung für das Unverzeihliche in: Nordbayerischer Kurier vom 24./25. August 2019, S. 5.</ref> der Division „Hermann Göring“ in dem Massaker von Civitella in Val di Chiana, Cornia und San Pancrazio 250 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder. In Civitella wurden 212 Opfer gezählt, in den nahe gelegenen Ortschaften San Pancrazio und Cornia weitere 38. Dieser Terrorakt war eine Vergeltungsaktion für einen Partisanenanschlag auf vier Wehrmachts-Soldaten in einer Gastwirtschaft elf Tage zuvor in Montaltuzzo, bei der es nach einem Feuergefecht auf deutscher Seite drei Tote und einen Schwerverletzten gegeben hatte.<ref>Michael Geyer: Es muß daher mit schnellen und drakonischen Maßnahmen durchgegriffen werden. In: Hannes Heer, Klaus Neumann (Hrsg.): Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944. Hamburg 1995, ISBN 3-930908-04-2, S. 208 ff.</ref> Am 29. Juni 2014 erinnerte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit der italienischen Außenministerin Federica Mogherini durch den Besuch einer Gedenkstunde mit Kranzniederlegung in Civitella der Opfer des Massakers vor 70 Jahren. In seinen Gedenkworten zu Verantwortung, Verbrechen und Versöhnung sprach er auch Italienisch.

Sehenswürdigkeiten

Datei:CivitellaInValDiChianaChiesaSantaMariaAssuntaFacade.JPG
Die Kirche Santa Maria Assunta im Ortszentrum
Datei:CivitellaInValDiChianaBadiaAlPinoSanBartolomeo.JPG
Die Kirche San Bartolomeo im Ortsteil Badia al Pino
Datei:CivitellaInValDiChianaRocca3.JPG
Die Burg Rocca di Civitella in Val di Chiana

Veranstaltungen

Das ganze Jahr über finden in der Burgruine Theateraufführungen und Ausstellungen statt, beginnend im Februar mit einem Amateur-Theaterwettbewerb und endend im November mit der Vorstellung des neuen Olivenöls.

Verkehr

  • Durch das Gemeindegebiet verläuft die Autostrada A1/E 35 von Mailand nach Neapel. Nächstgelegene Anschlussstelle ist Arezzo, sie liegt an der Gemeindegrenze zu Arezzo.

Gemeindepartnerschaften

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Luciano Giovannetti (1934–2024), italienischer Geistlicher und römisch-katholischer Bischof von Fiesole

Literatur

  • Stefano Casciu (Hrsg.): I Luoghi della Fede: Cortona e la Valdichiana aretina. Arnoldo Mondadori Editore, Mailand 1999, ISBN 88-04-46783-5, S. 148–152.
  • Christiane Kohl: Villa Paradiso – Als der Krieg in die Toskana kam. 2. Auflage. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15277-1. Tatsachenroman, übersichtlicher Rechercheteil, Bildteil mit historischen Fotografien.
  • Christiane Kohl: Der Himmel war strahlend blau. Vom Wüten der Wehrmacht in Italien. Picus, Wien 2004, ISBN 3-85452-484-6.
  • Emanuele Repetti: CIVITELLA DEL VISCONTATO DI AMBRA o CIVITELLA del VESCOVO fra la Val d’Ambra e la Val di Chiana. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (PDF, ital.)
  • Touring Club Italiano: Toscana. Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 742.

Weblinks

Commons: Civitella in Val di Chiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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