Ambra (Fluss)
Der Ambra ist ein Fluss mit 38 km Länge in Italien in der Region Toskana. Er durchläuft die Provinzen Siena und Arezzo.
Verlauf
Der Ambra entspringt am Berg Monte Luco im südlichen Gemeindegebiet von Gaiole in Chianti und fließt zunächst nach Süden in das nördliche Gemeindegebiet von Castelnuovo Berardenga, das er auf insgesamt 6 km durchfließt<ref name="SIRA">SIRA</ref>. Hier dient der Ambra teilweise als Grenze zur Gemeinde Bucine. Nahe San Gusmè wendet sich der Fluss nach Nordwesten und bildet ab hier das Ambratal (ital. Val d’Ambra<ref name="TCI">TCI</ref>, auch Valdambra geschrieben), das im Mittelalter das senesische Territorium mit dem Arnotal (Valdarno) verband und heute als Provinzstraße SP 540 (Strada Provinciale, auch als Strada Provinciale Val D’Ambra bekannt) existiert.<ref name="TCI" /> Nahe dem Kloster Badia a Ruoti tritt von rechts der Lusignana ein. Der Fluss durchfließt den Ort Ambra (Ortsteil von Bucine, 258 m<ref name="Istat">Vorlage:Webarchiv (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen in der Provinz Arezzo (2001), abgerufen am 15. Dezember 2012 (italienisch)</ref>). In Capannole (Bucine, 237 m<ref name="Istat" />) tritt von rechts der Trove ein. Danach erreicht der Ambra den Ort Pogi, einen Ortsteil von Bucine bei 226 m<ref name="Istat" />, wo er auf die romanische Brücke<ref>Istituto e Museo di Storia della Scienza, abgerufen am 15. Dezember 2012 (italienisch), mit Abb.</ref> Ponte Romano di Pogi (2012 restauriert<ref>Vorlage:Webarchiv</ref>, die Reste der historischen Brückenpfeiler wurden in den Bau integriert<ref>Vorlage:Webarchiv, La Nazione (Arezzo), 29. Juni 2012, abgerufen am 15. Dezember 2012</ref>) trifft. Die Brücke diente einer Variante der Via Cassia<ref>Sergio Cerri Vestri</ref> von Florenz nach Rom. Danach umfließt der Fluss östlich den Hauptort Bucine in Richtung Norden. Dabei trifft er auf das Viadukt Grande viadotto sull’Ambra, einer 1864 entstandenen Eisenbahnbrücke für die Verbindung Florenz–Rom, die seit der Einführung des Direttissima Firenze–Roma nur noch für den Regionalverkehr benutzt wird. Die Brücke widerstand im Zweiten Weltkrieg mehreren Bombentreffern der Alliierten, wurde allerdings doch letztendlich von der sich auf dem Rückzug befindlichen Wehrmacht im Juli 1944 gesprengt. Bereits 1945 wurde die Brücke wieder aufgebaut und ein Jahr später eingeweiht.<ref>Vorlage:Webarchiv, abgerufen am 15. Dezember 2012 (italienisch), mit historischen Abbildungen</ref> Kurz nach dem Viadukt passiert der Fluss die Mühlen Molino di Bucine (183 mr<ref name="Istat" />, auch Molino Benini genannt) mit der mittelalterlichen Brückenruine und Molino di Mezzo (160 m<ref name="Istat" />) und gelangt nach insgesamt 25 km im Gemeindegebiet von Bucine den Ort Levane (Ortsteil von Bucine sowie auch Montevarchi<ref name="Istat" />). Im Gemeindegebiet von Montevarchi verbringt er nun 3 km und gelangt danach als linker Nebenfluss in den Arno.
Bilder
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Die romanische Brücke in Pogi
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Das Eisenbahnviadukt Grande viadotto sull’Ambra in Bucine
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Die Brückeruine nahe der Molino di Bucine
Literatur
- Emanuele Repetti: AMBRA (VALLE DELL’). In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (PDF, italienisch)
- Touring Club Italiano: Toscana. Mailand 2003, ISBN 88-365-2767-1, S. 776
Weblinks
Einzelnachweise
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