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Arezzo

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{{#if: befasst sich mit der italienischen Stadt. Zu weiteren Bedeutungen siehe Arezzo (Begriffsklärung).

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Arezzo ([[[:Vorlage:IPA]]], lateinisch Arretium, etruskisch Aritim) ist eine Stadt mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD) in der mittelitalienischen Region Toskana, südöstlich von Florenz. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und viertgrößte Stadt der Toskana (nach Florenz, Livorno und Prato).

Mit ihren Kaufherrenpalästen, Patrizierhäusern und Sakralbauten wird Arezzo gemeinhin als ein „Juwel“ der mittelalterlichen Architektur und Kultur betrachtet.

Geschichte

Die Stadt war etruskischen Ursprungs und hieß etruskisch Aritim. Sie gehörte zum Zwölfstädtebund der mächtigsten etruskischen Städte und lag später an der antiken Via Cassia. Am Ende des 4. Jahrhunderts und zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. war sie eine mächtige Gegnerin des Römischen Reichs. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam sie aber unter die Herrschaft der Römer und trug nun den lateinischen Namen Arretium. Während des Zweiten Punischen Kriegs (218–202 v. Chr.) gegen Hannibal diente sie den Römern als wichtiger Stützpunkt. Arretium ergriff in den 80er Jahren v. Chr. Partei für Gaius Marius in dessen Krieg gegen Sulla und wurde daher von Letzterem nach seinem Sieg durch Entziehung des römischen Bürgerrechts und Verlust seines Gebiets gestraft. Sowohl Sulla als auch später Caesar siedelten in Arretium Kolonisten an. In augusteischer Zeit befanden sich hier bedeutende Manufakturen zur Herstellung italischer Terra Sigillata.<ref>Vorlage:RE</ref><ref>Vorlage:PECS</ref>

Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. war Arezzo Bischofssitz, und in langobardischer und karolingischer Zeit Grafensitz; in nachkarolingischer Zeit dem Markgrafen der Toskana unterstellt. Die adlige und bischöfliche Verwaltung wurde im frühen 12. Jahrhundert durch die in Italien üblich werdende Konsularverfassung ersetzt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts ersetzte die kommunale Bewegung die alte Regierung, die nun ganz vom Konsul gestellt wurde. Die damit verbundenen Kämpfe zwischen dem Volk (popolo) und den Adelsgeschlechtern dauerten jedoch fort, wie es generell zu dieser Zeit zu sozialen Unruhen in den meisten Kommunen Ober- und Mittelitaliens kam.

In den Kämpfen zwischen den Ghibellinen und Guelfen stand Arezzo auf Seite der Ersteren und war somit Parteigänger der römisch-deutschen Kaiser. Es verfügte im 13. Jahrhundert über ein ausgedehntes Herrschaftsgebiet und trug häufig kriegerische Konflikte – bisweilen unter Führung seiner Bischöfe – mit Nachbarstädten, vor allem Florenz, aus. Nach einigen Siegen wurden die Einwohner Arezzos von den Florentinern in der Schlacht bei Campaldino (1289) entscheidend geschlagen; der mit in den Kampf gezogene Bischof von Arezzo, Guglielmino Ubertini, und zahlreiche Adlige der Stadt fielen. In den daraufhin ausgebrochenen Streitigkeiten zwischen den mächtigsten Familien Arezzos setzte sich das Geschlecht der Tarlati unter Führung des aus dieser Familie stammenden Bischofs Guido Tarlati Anfang des 14. Jahrhunderts durch und übte fortan die Oberherrschaft über die Stadt aus.<ref name=Mori>Attilio Mori, Mario Salmi, Goffredo Bendinelli, Corrado Lazzeri: Arezzo, in: Enciclopedia Italiana. Band 4 (1929)</ref>

Datei:Piazza Grande Arezzo.JPG
Patrizierhäuser am Rande der Piazza Grande
Datei:ArezzoPiazzaGrande.jpg
Piazza Grande in Arezzo

Neben Pisa hielt Arezzo als einzige Kommune der Toskana auch im frühen 14. Jahrhundert an seiner pro-ghibellinischen Haltung fest. So weilte Kaiser Heinrich VII. einige Zeit in Arezzo und erließ dort mehrere Gesetze. Nach den Verwüstungen durch die Söldnerarmeen des Fra Moriale (1341), John Hawkwood (1368) und Alberico da Barbiano (1381) wurde die Stadt 1384 von Enguerrand VII. de Coucy erobert und für 40.000 Goldflorin an die Florentiner verkauft. Sie verlor damit endgültig ihre Autonomie. Es kam in Arezzo zu Aufständen, so 1408 und 1431, doch verblieb die Stadt, von einigen Episoden abgesehen, unter florentinischer Herrschaft. Unter den Medici verfiel die Stadt, deren Blütezeit im 13. Jahrhundert schon längst überschritten war.<ref name=Mori/> 1860 kam Arezzo zum Königreich Italien.

Universität

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zur Gründung einer Universität durch abgewanderte Studenten aus Bologna. Schwerpunkt war in Arezzo ebenfalls die Jurisprudenz, außerdem die Medizin. Im 14. Jahrhundert verfiel die Universität jedoch und ging bald darauf unter. Heute befindet sich in Arezzo die Philosophische Fakultät der Universität Siena.

Wappen

Beschreibung: In Silber ein nach rechts (heraldisch: links) springendes schwarzes Pferd. Über dem Schild die fünftürmige goldene Mauerkrone.

Liste der Ortschaften im Gemeindegebiet

In Italien können Gemeinden sich in Fraktionen aufteilen, was auf Deutsch in etwa „Ortschaften“ bedeutet. In Arezzo gibt es folgende Fraktionen (Vorlage:ItS):

Agazzi, Antria, Battifolle, Battifolle-Ruscello-Poggiola, Bossi-Cellaio, Bottega, Buon Riposo, Campi, Campoluci, Casa al Cincio, Casa alla Sisa, Ceciliano, Chiassa, Chiassa-Tregozzano, Donatiella, Dosso, Frassineto, Fusatone-Molin Bianco, Gaville, Giovi d'Arezzo, Giovi-Ponte alla Chiassa, Gorgone-Marmorino, I Ponti, I Sadotti, Il Busco, Il Matto, Il Torre, Indicatore, La Costa, La Filandra, La Pazienza, Le Lastre, Le Poggiacce, Lentignano, Madonna di Mezzastrada, Marcena, Meliciano, Molin Bianco-Pian d'Usciano, Molin Nuovo, Molinelli, Monte Petrognano, Monte Sopra Rondine, Muciafora, Mugliano-Fattoria Mugliano, Olmo, Osteria Nuova, Ottavo, Palazzetti, Palazzo del Pero, Patrignone, Peneto, Petrognano Basso, Pieve al Bagnoro, Poggiola, Policiano, Ponte alla Chiassa, Ponte Buriano-Cincelli, Porcile, Poggiolo, Pratantico, Pratantico-Indicatore, Puglia, Quarata, Ranco di Frassineto, Rigutino, Rondine, Ruscello, Salceta-Formicheto-Osteria, San Cassiano, San Firenze-Fonte di Sala, San Giuliano d'Arezzo, San Leo, San Polo, San Zeno, Santa Firmina, Santa Maria alla Rassinata, Sargiano, Scopeto, Sereni, Staggiano, Stoppedarca, Stroppiello, Talzano, Terrarossa, Tregozzano, Venere, Vitiano

Sehenswürdigkeiten

In der Nähe bei Ponte Buriano (frazione di Arezzo) vermuten manche die in dem weltberühmten Gemälde „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci dargestellte Brücke an der Strada Provinciale Setteponti zu erkennen.

Sport

Arezzo beheimatet den Fußballklub US Arezzo, der aktuell (2019/2020) in der dritthöchsten Spielklasse Serie C spielt. Zwischen 1966 und 2007 war er 16 Jahre lang auch in der zweithöchsten Spielklasse (siehe Ewige Tabelle der Serie B).

Wirtschaft

Ihr Kunsthandwerk machte die Stadt reich, vor allem die berühmten „Aretiner Vasen“ und die lebendig gebliebene Tradition der Schmuckherstellung. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist Arezzo seither bekannt für seine Schmuckindustrie. Viele Hunderte von Handwerks- und Industriebetrieben tragen dazu bei, dass Arezzo als wohlhabend gilt. Außerdem kommen viele Besucher wegen des Antiquitäten-Markts und vieler Antiquitäten-Geschäfte. In jüngster Zeit ist Arezzo Filmstadt geworden. Auf der Piazza Grande und dem Corso Italia wurden einige Szenen aus Roberto Benignis preisgekröntem Film „Das Leben ist schön“ („La vita è bella“) gedreht.

Datei:Etr500.JPG
Viadukt der Direttissima Firenze–Roma bei Arezzo

Verkehr

Arezzo liegt an der E 45A 1 sowie an der nördlich und südlich mit der Direttissima Firenze–Roma verbundenen Bahnstrecke Florenz–Rom und zwei durch die Trasporto Ferroviario Toscano betriebenen Nebenstrecken nach Pratovecchio-Stia bzw. Sinalunga. Arezzo hat einen Flugplatz für die Allgemeine Luftfahrt.

Städtepartnerschaften

Arezzo unterhält mit sieben Städten und Gemeinden Partnerschaften:<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Stadt Land seit
Montenars Vorlage:ITA 1977
Saint-Priest Vorlage:FRA 1981
Eger Vorlage:HUN 1989
Bedford Vorlage:GBR 1994
Viseu Vorlage:POR 1998
Norman (Oklahoma) Vorlage:USA 2009
Oświęcim Vorlage:POL 2009

Persönlichkeiten

Datei:Guido Monaco, statue.JPG
Denkmal für Guido Monaco in Arezzo
Datei:Arezzo - Monumento a Francesco Petrarca 1.jpg
Denkmal für Francesco Petrarca in Arezzo
Datei:Arezzo - Statua di Vittorio Fossombroni 2.jpg
Statue von Vittorio Fossombroni in Arezzo

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

In Arezzo geborene Persönlichkeiten

Literatur

  • Maurizio Bianconi: Storia di Arezzo. Centro Studi Toscani, Arezzo 1975.
  • Vittorio Franchetti Pardo: Arezzo. Laterza, Roma/Bari 1986.
  • Walter Kappacher: Selina oder Das andere Leben. Dtv, München 2009. (Arezzo und die Landschaft des nördlich gelegenen Pratomagno-Gebirges um Gello Biscardo, Ortsteil von Castiglion Fibocchi, sind Handlungsorte von Kappachers Toskana-Roman).
  • Matteo Martelli, Filippo Nibbi: Arezzo. Guida storica e turistica. Aretia, Arezzo 1982.
  • Vorlage:LexMA
  • Piero Vannuccini, Luca Della Nesta: Arezzo. Una città, una storia, la Giostra del Saracino. Dimensione Communications, Arezzo 1997.
  • Vorlage:RE

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Gemeinden Provinz Arezzo

Vorlage:Normdaten