Ismannsdorf
Ismannsdorf Stadt Windsbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(81)&title=Ismannsdorf 49° 14′ N, 10° 46′ O
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| Höhe: | 405 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 81 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 91575 | |||||
| Vorwahl: | 09871 | |||||
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Ismannsdorf (fränkisch: Ismaschdoaf<ref>R. Schuh: Gunzenhausen, S. 151. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „isməšdǫrf“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Ismannsdorf hat eine Fläche von 5,636 km². Sie ist in 631 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 8932,31 m² haben.<ref>Gemarkung Ismannsdorf (093166). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 17. September 2024.</ref> In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Speckheim.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Durch das Dorf fließt der dort noch Mühlbach genannte Erlbach, der ein rechter Zufluss der Fränkischen Rezat ist. Im Ort mündet der Eschenbach von rechts ein. 0,5 km östlich liegt das Seeleinshölzlein, 0,5 km nordöstlich das Waldgebiet Prünst. Im Südosten erhebt sich der Bummerberg. 0,4 km westlich gibt es eine Quelle im Baumbachtal, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Die Staatsstraße 2220 führt nach Windsbach (4 km östlich) bzw. an der Bölleinsmühle, den Sallmannshof und Utzenmühle vorbei nach Wolframs-Eschenbach (3,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Speckheim (0,8 km südöstlich) und nach Sauernheim (1,5 km nordwestlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 14. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Ismannsdorf lag verkehrsgünstig an der Heer- und Handelsstraße, die von Nürnberg über Windsbach und Dinkelsbühl nach Straßburg führte.<ref>K. Dunz: Windsbach, S. 258.</ref> 1154/57 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als dem Kloster Heilsbronn dort Güter veräußert wurden.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 372.</ref> 1157/61 wurde er bei weiteren Veräußerungen als „Isiboldesdorf“ erwähnt.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 47. Nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 151 und H. Klauss (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen, S. 217, Ersterwähnung.</ref> Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der germanische Personenname Isibold, der als Gründer der Siedlung angesehen werden kann.<ref name="S152">R. Schuh: Gunzenhausen, S. 152.</ref> Dem Ortsnamen nach zu schließen soll Ismannsdorf zu den ältesten Siedlungen dieser Gegend zählen.<ref>H. Klauss (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen, S. 217.</ref> Von 1338 bis 1396 erwarb das Kloster vier Höfe. Insgesamt wurden fünf Anwesen heilsbronnisch.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 451.</ref> In der Urkunde von 1338 wurde der Ort „Ismanstorf“ genannt.<ref name="S152"/>
Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 1 Untertansfamilie im Ort.<ref>Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6, S. 347. </ref>
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für „Ißmannsdorff“ fünf Mannschaften verzeichnet, die 4 Bauernhöfe und 1 Mühle bewohnten. Die Grundherrschaft über alle Anwesen übte das Verwalteramt Merkendorf aus, das Hochgericht hatte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 14. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731.</ref> Das Verwalteramt Merkendorf übte das Gemeinderecht und den Hirtenstab aus.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743.</ref>
Laut den Vetter’schen Oberamtsbeschreibungen des Jahres 1732 gab es in „Ißmannsdorff“ 9 Untertansfamilien: die Zapfwirtschaft unterstand dem Kastenamt Windsbach, 7 Halbhöfe (darunter die Schmiede und Mühle) dem Verwalteramt Merkendorf und 1 Halbhof dem Nürnberger Eigenherrn von Nützel.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 120II no. 69aIII fol. 135. Zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 152.</ref> In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 7 Untertansfamilien angegeben, wovon eine dem Pflegamt unterstand und sechs dem Verwalteramt Merkendorf.<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 748.</ref>
Ab 1764 gab es in Ismannsdorf eine Schule, die auch Schüler der Orte Sauernheim und Speckheim besuchten. 1964 wurde sie geschlossen und die Schüler in den Schulverband Windsbach eingegliedert.<ref name="D260">K. Dunz: Windsbach, S. 260.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ismannsdorf 13 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Verwalteramt Merkendorf. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Verwalteramt Merkendorf: 2 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Viertelhöflein, 1 Mühlgut, 1 Schmiede, 1 Häuslein; Kastenamt Windsbach: 1 Wirtshaus) und der Nürnberger Eigenherr von Holzschuher (1 Halbhof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schulhaus).<ref>M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 872.</ref> Es gab zu dieser Zeit 11 Untertansfamilien, wovon 10 ansbachisch waren.<ref>Johann Bernhard Fischer: Ißmannsdorf. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 406 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 37.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J996"/>
1806 kam Ismannsdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Ismannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ismannsdorf, zu der Speckheim gehörte.<ref name="Rezatkreis">Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, OCLC 869860423, S. 43–44 (Digitalisat).</ref> Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Ismannsdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und zum Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt, seit 1972 Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1972 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Ansbach.<ref name="J996">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 996f.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,922 km².<ref name="OV 1961"/> Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Ismannsdorf am 1. Juli 1972 in die Stadt Windsbach eingemeindet.<ref> </ref><ref>Windsbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.</ref> Im Jahr 1978 wurde mit der Flurbereinigung begonnen.
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Ismannsdorf gibt es zwei Bodendenkmäler. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Ismannsdorf
Ort Ismannsdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 85 | 88 | 92 | 86 | 84 | 89 | 119 | 111 | 97 | 81 | |
| Häuser<ref name="Häuser"/> | 16 | 16 | 18 | 19 | 18 | 18 | 19 | 18 | |||
| Quelle | <ref name="Rezatkreis"/> | <ref name="OV 1846"/> | <ref name="OV 1861"/> | <ref name="OV 1875"/> | <ref name="OV 1885"/> | <ref name="OV 1900"/> | <ref name="OV 1925"/> | <ref name="OV 1950"/> | <ref name="OV 1961"/> | <ref name="OV 1970"/> | <ref name="OV 1987">Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 333 (Digitalisat).</ref> |
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt, seit 1685 ist die Pfarrei St. Margareta (Windsbach) zuständig, nachdem die Bewohner schon ab 1575 den Gottesdienst in Windsbach besucht hatten.<ref name="D260"/> Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Nikolaus (Mitteleschenbach) gepfarrt,<ref name="OV 1961"/> heute ist die Pfarrei St. Bonifatius (Windsbach) zuständig.<ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 13. März 2023.</ref>
Söhne und Töchter des Dorfes
- Johann Wilhelm Späth (* 1786 in Ismannsdorf; † 1854 in Nürnberg), Techniker, Erfinder und Gründer der ersten Nürnberger Maschinenfabrik im 19. Jahrhundert
- Patrick Kernstock (* 1992 in Gunzenhausen) lebt in Ismannsdorf; Schaffte 2022 die Challenge Roth in 11:54:36 Stunden.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Ißmannsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 37 (Digitalisat).
- Karl Dunz: Windsbach – Heimat und Kulturgeschichte der Stadt mit allen Ortsteilen. Neuendettelsau 1985, OCLC 633891512, S. 258–260.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Hansgeorg Klauss u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Gunzenhausen. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1966, DNB 456843604, S. 217.
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 451 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/376969922X ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Stadtteile > Ismannsdorf. In: windsbach.de. Abgerufen am 15. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Ismannsdorf in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Ismannsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Bertholdsdorf | Brunn | Buckenmühle | Elpersdorf | Hergersbach | Hölzleinsmühle | Hopfenmühle | Ismannsdorf | Kettersbach | Kitschendorf | Kugelmühle | Lanzendorf | Leipersloh | Moosbach | Neuses bei Windsbach | Retzendorf | Sauernheim | Schwalbenmühle | Speckheim | Suddersdorf | Thonhof | Untereschenbach | Veitsaurach | Waldhaus | Wernsmühle | Windsbach | Winkelhaid | Winterhof | Wolfsau
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- Ort im Landkreis Ansbach
- Ortsteil von Windsbach
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach)
- Ersterwähnung 1154
- Gemeindegründung 1818
- Gemeindeauflösung 1972
- Gemarkung im Landkreis Ansbach