Bölleinsmühle
Bölleinsmühle Stadt Wolframs-Eschenbach
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(3)&title=B%C3%B6lleinsm%C3%BChle 49° 14′ N, 10° 46′ O
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| Höhe: | 419 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 3 (25. Mai 1987)<ref name="OV 1987"/> | |||||
| Postleitzahl: | 91639 | |||||
| Vorwahl: | 09875 | |||||
Bölleinsmühle (fränkisch: Bällamühl<ref name="S32">R. Schuh: Gunzenhausen, S. 38. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bęlɒmǖl“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Wolframs-Eschenbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Bölleinsmühle liegt in der Gemarkung Reutern.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 5. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Die Einöde liegt am als Gänsbach bezeichneten rechten Oberlauf des Erlbachs. 0,25 km nördlich liegt das Wallfahrtstal. Der Ort liegt an der Staatsstraße 2220, die am Sallmannshof und der Utzenmühle vorbei nach Wolframs-Eschenbach (2,5 km westlich) bzw. nach Ismannsdorf führt (1 km östlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 16. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Der Ort wurde 1343 im Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg in der Beschreibung des Amtes Eschenbach als „Weidenmul“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Rep. 59 no 134, fol. 59’. Zitiert nach R. Schuh: Gunzenhausen, S. 38.</ref> Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist das mittelhochdeutsche Wort „wīde“ (= Weide). 1440 wurde ein Heinz Melber als Besitzer der „Weydenmül“ bezeugt. 1504 wurde der Ort als „Melbers Müle“ erwähnt. Das Bestimmungswort ist der Familienname Melber. 1683 wurde der Ort erstmals als „Pöllersmühl“ bezeugt. Mit einigen Schwierigkeiten kommen zwei Deutungen in Betracht: Das Bestimmungswort ist das Verb 1) bollern oder 2) ballieren (mundartlich für polieren). Im ersten Fall würde damit die besonders laute Geräuschkulisse der Mühle bezeichnet werden, im zweiten Fall die Nutzung der Mühle als Schleifmühle. Seit 1739 ist die Form „Bölleinsmühl“ bezeugt.<ref>R. Schuh: Gunzenhausen, S. 38ff.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Bölleinsmühle zur Realgemeinde Sallmannshof. Sie wurde zu dieser Zeit auch Spiegelmühle genannt. Sie hatte das Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Bölleinsmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 1 des Ortes Sallmannshof.<ref name="J907">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 907.</ref><ref>Johann Bernhard Fischer: Bellamühl. In: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs, oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach. Zweyter Theil. Enthaltend den ökonomischen, statistischen und sittlichen Zustand dieser Lande nach den funfzehen Oberämtern. Benedict Friedrich Haueisen, Ansbach 1790, OCLC 159872968, S. 404 (Digitalisat).</ref><ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 336.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.<ref name="J1007">M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1007.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bölleinsmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sauernheim und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sauernheim zugeordnet.<ref>Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963.</ref> Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Bölleinsmühle in die neu gebildete Ruralgemeinde Reutern umgemeindet. Diese wurde am 1. Januar 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Wolframs-Eschenbach eingemeindet.<ref name="J1007"/><ref>Wolframs-Eschenbach > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 13. März 2025.</ref>
Die Mühle wird heute zur Stromgewinnung genutzt.
Einwohnerentwicklung
Die Gemeindeteile Bölleinsmühle, Sallmannshof und Utzenmühle haben insgesamt 9 Einwohner (Stand: 1. April 2020).<ref>Zahlen und Fakten. In: wolframs-eschenbach.de. Abgerufen am 20. September 2024.</ref>
Religion
Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) gepfarrt.<ref name="J907"/><ref>Pfarrverband Wolframs-Eschenbach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 15. März 2023.</ref> Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Bellamühl. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 336 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/376969922X ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
Weblinks
- Sallmannshof, Utzenmühle und Bölleinsmühle. In: wolframs-eschenbach.de. Abgerufen am 17. Juni 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Bölleinsmühle in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Bölleinsmühle im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Adelmannsdorf | Biederbach | Bölleinsmühle | Reutern | Sallmannshof | Selgenstadt | Utzenmühle | Waizendorf | Wolframs-Eschenbach | Wöltendorf
Sonstiger Wohnplatz: Beierleinsmühle