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Wahlkreis Sarganserland

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Wahlkreis Sarganserland
Basisdaten
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton St. GallenDatei:Coat of arms of canton of St. Gallen.svg St. Gallen (SG)
Hauptort: Sargans
BFS-Nr.: 1725
Fläche: Vorlage:Metadaten Fläche CH km²
Höhenbereich: Vorlage:Metadaten Höhenbereich CHVorlage:Metadaten Höhenbereich CH m ü. M.
Einwohner: 44'244<ref>Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst). </ref> (31. Dezember 2024)
Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“ Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis Sarganserland
Karte von Wahlkreis Sarganserland

Der Wahlkreis Sarganserland ist eine Verwaltungseinheit des Schweizer Kantons St. Gallen, die nach der neuen St. Galler Kantonsverfassung von 2001 ab 1. Januar 2003 gebildet wurde.

Geografie

Der Wahlkreis ist identisch mit dem früheren Bezirk Sargans. Er erstreckt sich über den südlichsten Teil des Kantons St. Gallen. Daneben spricht man auch vom St. Galler Oberland, was jedoch als abwertend empfunden werden kann, da der Name an ungeliebte Untertanenverhältnisse (vor der Gründung des Kantons St. Gallen 1803) anknüpft.

Politik und Wirtschaft

Datei:Quinten3.jpg
Quinten am Ufer des Walensees. Dank des Föhns ist es hier oft so warm wie auf der Alpensüdseite.<ref name="Tagblatt" />
Datei:Taminabrücke Fotomontage.jpg
Die Taminabrücke verbindet seit Sommer 2017 Pfäfers und Valens. Die früheren Skeptiker auf den beiden Talseiten haben sich mit dem Bauwerk versöhnt.<ref name="Tagblatt" />

Der Talboden zwischen Mels und Bad Ragaz ist bei Pendlern eine gefragte Wohnlage und die Bodenpreise sind kräftig gestiegen. Viele arbeiten in Zürich, andere im Werdenberg oder im Fürstentum Liechtenstein.<ref name="Tagblatt" /> Die Autobahn A3 und die Intercity-Züge der SBB sorgen für eine gute Anbindung an die Wirtschaftsmetropole der Schweiz.

Grösster Arbeitgeber im Wahlkreis selbst ist die Gesundheitsbranche mit der Psychiatrischen Klinik Pfäfers, den Rehakliniken Valens und Walenstadtberg und dem Spital Walenstadt. Gegen die angedrohte Schliessung des Spitals Walenstadt kämpft die Region energisch und emotional wie früher für den Bau der Kantonsschule Sargans und den Erhalt der Armeeeinrichtungen in Plons. Um die seit 2012 am Calanda lebenden Wölfe ist es hingegen ruhig geworden.<ref name="Tagblatt" />

Das Sarganserland erstreckt sich über mehr als 30 km im Seez- und Rheintal; das geografische, wirtschaftliche, verwaltungs- und bildungsmässige Zentrum bildet Sargans als Sitz vieler regionaler Institutionen. Sargans hat seit dem 13. Jahrhundert als Städtchen grosse historische Bedeutung. Mels ist heute bevölkerungsstärker<ref name="Tagblatt" /> und Standort eines grossen Einkaufszentrums.<ref>Saskia Bühler: Abendverkauf: vielerorts uneinig. In: St. Galler Tagblatt (online), 20. Juni 2018</ref> Für Internationalität sorgt das Grand Resort Bad Ragaz in Bad Ragaz und touristisch ist das Wintersportgebiet Flumserberg von Bedeutung.<ref name="Tagblatt" />

Sitze im Kantonsrat (2024–2028)<ref name="WAB2024" />
1
1
3
1
4
Insgesamt 10 Sitze
Sitzverteilung
Wahljahr 2004<ref>Protokoll der Erneuerungswahl des Kantonsrates vom 14. März 2004. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 29. März 2004</ref> 2008<ref>Kantonsratswahl 2008: Wahlkreis Sarganserland. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019</ref> 2012<ref>Kantonsratswahl 2012: Wahlkreis Sarganserland. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 18. Juni 2019</ref> 2016<ref>Kantonsratswahl 2016: Wahlkreis Sarganserland. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 13. Juni 2019</ref> 2020<ref name="WAB2020">Kantonsratswahl 2020: Wahlkreis Sarganserland. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 8. März 2020</ref> 2024<ref name="WAB2024">Kantonsratswahl 2024: Wahlkreis Sarganserland. Auf der Webseite des Kantons St. Gallen, 10. März 2024</ref>
Grüne 1
SP 3 1 1 1 1 1
GLP 1 1
Die Mitte (bis 2020 CVP) 5 3 3 2 3 3
FDP 2 1 1 2 2 1
SVP 4 4 3 4 4 4
insgesamt 14<ref group="Anm.">Bis 2008 hatte das Kantonsparlament 180 statt wie seither 120 Sitze.</ref> 9 9 10 10 10


Das Sarganserland gilt als bodenständig und konservativ.<ref name="Tagblatt">Regula Weik: Vor den Wahlen im Kanton St.Gallen: Das kämpferische Transitland – der Wahlkreis Sarganserland im Porträt. In: St. Galler Tagblatt (online), 5. März 2020</ref> Zwischen 2004 und 2016 hat sich der Stimmenanteil der Christdemokraten (CVP) im Wahlkreis Sarganserland nahezu halbiert. Bis 2016 ist der Anteil der FDP leicht gestiegen und hat sich der CVP fast angenähert. Die SVP schwankt seit 2004 bei etwa einem Drittel der Stimmen.<ref name="Statistik">Thomas Oegerli: Kantonale Wahlen im Kanton St.Gallen. Kantonsratswahlen 2004 – 2016. In: Statistik aktuell 58, Amt für Statistik des Kantons St. Gallen, Februar 2017 (PDF; 1,0 MB)</ref>

Die Sozialdemokraten (SP) verharren seit 2008 bei rund 15 Prozent. Die Grünen gewannen 2024 erstmals einen Sitz dank einer gemeinsamen Liste mit den Grünliberalen.<ref name="Statistik" />

Politische Gliederung

Der Wahlkreis Sarganserland umfasst folgende Gemeinden:

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2024)
Fläche
in km² <ref>Vorlage:Metadaten Fläche CH</ref>
Einw.
pro km²
Bad Ragaz
Bad Ragaz
Bad Ragaz 6872 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Flums
Flums
Flums 5400 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Mels
Mels
Mels 9581 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Pfäfers
Pfäfers
Pfäfers 1624 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Quarten
Quarten
Quarten 3105 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Sargans
Sargans
Sargans 6615 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Vilters-Wangs
Vilters-Wangs
Vilters-Wangs 5121 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Walenstadt
Walenstadt
Walenstadt 5926 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“
Total (8) 44'244 Vorlage:Metadaten Fläche CH Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „[“

Geschichte

Das Sarganserland oder St. Galler Oberland war von 1460 bis 1798 eine Gemeine Herrschaft in der Alten Eidgenossenschaft und von 1803 bis 2002 der südlichste Bezirk des Kantons St. Gallen. Seit 2003 bildet die Region einen Wahlkreis, der die Gemeinden Sargans, Vilters-Wangs, Bad Ragaz, Pfäfers, Mels, Flums, Walenstadt und Quarten umfasst.

Grafschaft Sargans und Alte Eidgenossenschaft

Datei:Castle Sargans - Evoking It's Medieval Past.jpg
Im Schloss Sargans herrschten die Landvögte der Eidgenossen.

Das Sarganserland ist eine historisch gewachsene Kulturregion mit eigener Identität. Bestimmend dafür war die Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Sargans (13.–15. Jahrhundert) bzw. zur eidgenössischen Landvogtei Sargans als Gemeiner Herrschaft der Eidgenossenschaft (15.–18. Jahrhundert).

Teil des Kantons St. Gallen

Bereits zu Beginn der Helvetik zerschlugen sich die Pläne für einen eigenen Kanton. 1803 wurde das Sarganserland zum neu gegründeten Kanton St. Gallen geschlagen. Das Sarganserland ist bis heute eine eigenständige und politisch und kulturell starke Kantonsregion. Das Kloster Pfäfers war bis zu seiner Aufhebung im Jahr 1838 kirchlich-religiöses und kulturelles Zentrum. Seit 1847 gehört das Sarganserland zum neu gegründeten Bistum St. Gallen.

Dank den ausgedehnten Alpflächen waren bis weit ins 19. Jahrhundert Viehzucht und -handel Haupterwerbszweig der Bevölkerung. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn – 1858 wurde die Bahnstrecke Chur–St. Margrethen, 1859 die Strecke Ziegelbrücke–Sargans eröffnet – verloren Fuhrwesen und die Walenseeschifffahrt an Bedeutung. Das Sarganserland war eine wichtige Bergbauregion: Bis 1966 wurde am Gonzen Eisenerz gefördert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gewann die Textilindustrie an Bedeutung. Trotzdem wies das Sarganserland eine überdurchschnittliche Auswanderung auf. Ab 1870 brachte der Badebetrieb in Bad Ragaz einen touristischen Aufschwung.

Während des Zweiten Weltkriegs errichtete die Armee das Festungsgebiet Sargans. 1954 wurde die Sarganserländische Talgemeinschaft gegründet, um die Interessen der Region zu wahren. Dank ihrer Unterstützung konnte 1963 die Kantonsschule Sargans eröffnet werden. Mit den Autobahnen A3 und A13 konnten die Verkehrsverbindungen nach Zürich und in die Kantonshauptstadt St. Gallen verbessert werden. 1971 bis 1978 wurde das Speicherwerk der Kraftwerke Sarganserland erbaut.<ref>Wolfgang Göldi: Sarganserland im Historischen Lexikon der Schweiz</ref>

Medien

Im Sarganserland gibt es das Printmedium Sarganserländer sowie das aus Radio Ri hervorgegangene Radio FM1.

Literatur

  • Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen, XIV. Abteilung: Die Rechtsquellen des Kantons St. Gallen, Dritter Teil: Die Landschaften und Landstädte, Band 2: Die Rechtsquellen des Sarganserlandes von Sibylle Malamud und Pascale Sutter, Basel 2013 online.
  • Vorlage:HLFL
  • Wolfgang Göldi: Sarganserland. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Werner Manz: Volksbrauch und Volksglaube des Sarganserlandes (= Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. 12). Basel 1916.
  • Werner Manz: Beiträge zur Ethnographie des Sarganserlandes. In: Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich 13 (1912–1913), S. 13–160 (doi:10.5169/seals-13952#51).

Weblinks

Commons: Wahlkreis Sarganserland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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Einzelnachweise

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