SIG Group
| SIG Group AG<ref>Eintrag der «SIG Group AG» im Handelsregister des Kantons Schaffhausen</ref>
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | SIG Holding logo.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | CH0435377954 <ref>- SIG Combibloc Aktie. In: finanzen.ch. Abgerufen am 31. März 2023.</ref> |
| Gründung | 1853 |
| Sitz | Neuhausen am Rheinfall, [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Schweiz |
| Leitung |
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| Mitarbeiterzahl | ca. 9700 (2025) |
| Umsatz | 3,2 Mrd. EUR (2025)<ref name="sig23">Annual Report 2025. SIG Group, 27. Februar 2026, abgerufen am 5. März 2026.</ref> |
| Branche | Maschinenbau, Verpackungshersteller |
| Website | https://www.sig.biz/de-de |
| Stand: 5. März 2026 | |
Die SIG Group AG (ursprünglich Schweizerische Industrie-Gesellschaft) ist ein weltweit tätiger Verpackungs- und Verpackungsmaschinenhersteller mit Sitz in Neuhausen am Rheinfall.<ref>Marc Forster: Was bedeutet die SIG-Kursentwicklung nach dem Börsendebut? In: Cash. 19. Oktober 2018, abgerufen am 28. Oktober 2023.</ref><ref name="Weinmann">Benjamin Weinmann: Millionen dank Coca-Cola, Wein und Quetsch-Kompott: Schaffhauser Verpackungsriese SIG gelingt US-Coup. In: Luzerner Zeitung. 1. Februar 2022, abgerufen am 28. Oktober 2023.</ref><ref name="baublatt" /><ref name="packaktuell">SIG plant Börsengang und Kotierung an der SIX Swiss Exchange. In: Pack Aktuell. 3. September 2018, abgerufen am 26. April 2024.</ref> Es stellt sowohl Verpackungen wie auch Abfüllanlagen für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie her und wartet diese in mehr als 60 Ländern.<ref name="shn" /><ref>SIG Combibloc: Übernahme durch kanadische Onex Corporation. In: Plasticker. 25. November 2014, abgerufen am 28. Oktober 2023.</ref> Die SIG Group gehört zu den 500 grössten Unternehmen der Schweiz. Die Aktien sind an der SIX Swiss Exchange kotiert und gehören zum SMI MID Index.
Geschichte
Verpackungstechnik
1906 bis 1950
1906 begann SIG mit der Fertigung von Verpackungsanlagen für die Nahrungsmittelindustrie,<ref name="sbbarchiv">Schweizerische Industrie-Gesellschaft Neuhausen am Rheinfall SIG, 1874-1998. In: SBB Archiv. Schweizerische Industrie-Gesellschaft (SIG), abgerufen am 20. November 2023.</ref> zu Beginn Schokolade und Suppenwürfel, dann auch Gebäck und Butter.<ref name="baublatt" /> Ab 1944 wurden die ersten Maschinen im Non-Food-Bereich hergestellt. Im gleichen Jahr entstand der Geschäftsbereich SIG Pack.<ref name="geschichte">Die Geschichte von SIG Combibloc. In: SIG. 4. Juli 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Juli 2013; abgerufen am 20. November 2023.</ref>
1950 bis 2000
Ab 1957 wurden mit horizontalen Schlauchbeutelmaschinen neue Wege beschritten. 1961 kamen Vakuumpaketieranlagen für gemahlenen Kaffee hinzu. 1989 erfolgte mit dem Zukauf der PKL Pack- und Klebstoffwerke Linnich der Einstieg in die Verpackung von flüssigen Lebensmitteln. Dieses Unternehmen und sein Vorläufer, die Jagenberg-Werke, wurde 1929 durch die flüssigkeitsdichte Faltschachtel «Perga» bekannt und entwickelte 1975 mit «combibloc aseptic» ein Verpackungssystem zur keimfreien Abfüllung von haltbaren Lebensmitteln.<ref name="geschichte" />
2000 bis heute
Im Jahr 2000 entschied die seit ihrer Gründung stark diversifizierte SIG, sich auf Verpackungstechnologie zu konzentrieren,<ref name="geschichte" /> unter anderem mit der Übernahme von Hamba,<ref>Melanie Swiatloch: 75 Jahre Hamba: Eine Zeitreise. In: Neue Verpackung. 19. November 2014, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Simonazzi (Abfüllmaschinen für PET-Flaschen)<ref name="nzz">Die SIG baut 250 Stellen ab. In: Neue Zürcher Zeitung. 12. November 2004, abgerufen am 26. April 2024.</ref> und Krupp Plastics.<ref>Thyssen Krupp: Schweizer kaufen Werner & Pfleiderer. In: Die Welt. 14. Oktober 2000, abgerufen am 26. April 2024.</ref> Wegen des fremdfinanzierten Aufbaus des Plastics-Bereiches (vorwiegend PET), nahm die Verschuldung des Unternehmens 2001 um mehr als 200 Mio. Fr. zu.<ref name="fuw">Thomas Hengartner: Reorganisation greift – Gewinn nimmt markant zu. In: Finanz und Wirtschaft. 29. Mai 2002, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
2002 wurde der kanadische Formenbauer für Plastikspritzguss (PET-Getränkeflaschen) Ryka Blow Molds in SIG Beverages integriert.<ref>SIG übernimmt kanadischen Formenbauer. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. Oktober 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>Thomas Hengartner: SIG ergänzt im Formenbau. In: Finanz und Wirtschaft. 19. Oktober 2002, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Im selben Jahr hatte SIG etwa 2 % des Weltmarktanteils für Verpackungsmaschinen von Trockenprodukten.<ref>Flavia Ludin: Bobst und SIG sind ein ungleiches Paar Attraktivere Wachstumsperspektiven für SIG. In: Finanz und Wirtschaft. 28. Mai 2003, abgerufen am 26. April 2024.</ref> 2003 hatte SIG einen Umsatz von 1,9 Mrd. Euro.<ref name="nzz" /> 2004 übernahm Bosch Packaging Technology den Unternehmensbereich SIG Pack (Verpackungsmaschinen für Trockengüter) mit Pharma, Süsswaren sowie Nahrung.<ref name="geschichte" /> Dieser hatte zu diesem Zeitpunkt mit rund 1'500 Angestellten<ref>Bosch Beringen soll verkauft werden. In: Schaffhauser Nachrichten. 29. Juni 2018, abgerufen am 26. April 2024.</ref><ref>SIG Pack geht in die Niederlande. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. April 2004, abgerufen am 26. April 2024.</ref> und einem Verkaufserlös von rund 230 Mio. Euro 20 % des Umsatzes der SIG ausgemacht. Simonazzi und SIG Alfa (Etikettierautomaten) gingen an Tetra Laval.<ref>Schlechtes Jahr für SIG. In: 20 Minuten. 8. März 2005, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref name="nzz" /> 2008 folgte der Verkauf des Geschäftsbereiches SIG Beverages (Abfüllanlagen für PET-Flaschen) mit 480 Mitarbeitern und 150 Mio. Euro Umsatz an die Salzgitter AG.<ref>SIG verkauft ihre PET-Sparte. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. Januar 2008, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>Christian Braun: SIG Beverages verstärkt Geschäft mit Abfüll- und Verpackungsanlagen – Aktien enthalten zu viel Pessimismus. In: Finanz und Wirtschaft. 16. Januar 2008, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Innert fünf Jahren hatte sich damit die Anzahl Beschäftigte der SIG von rund 9'000 auf 4'000 reduziert.<ref name="sbbarchiv" />
Von 2007 bis 2015 gehörte die SIG zur neuseeländischen Rank Group Holdings Ltd. des Milliardärs Graeme Hart.<ref name="shn">SIG Combibloc ab 28. September wieder an der SIX. In: Schaffhauser Nachrichten. 14. September 2018, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Am 2. November 2007 wurden die Aktien des damals noch als SIG Holding AG firmierenden Unternehmens von der Schweizer Börse Swiss Exchange zurückgezogen und das Unternehmen im April 2009 in SIG Combibloc Group AG umbenannt. 2014 wurde SIG Combibloc vom kanadischen Private-Equity-Unternehmen Onex Corporation gekauft.<ref>SIG Combibloc: Übernahme durch kanadische Onex Corporation. In: Plasticker. 25. November 2014, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref name="shn" /> 2018 brachte Onex einen Teil der Anteile zurück an die Börse, hielt aber vorerst weiterhin mehr als 50 %.<ref>SIG Combibloc Services AG. In: Handelsregister. Kanton Schaffhausen, 14. September 2018, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>Giorgio V. Müller: SIG Combibloc will sich eine Milliarde Euro beschaffen. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. September 2018, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>Giorgio V. Müller: Verhaltener Börsenstart von SIG Combibloc. In: Neue Zürcher Zeitung. 28. September 2018, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref name="shn" /> Mittlerweile sind die Aktien aber wieder breit gestreut. Der grösste Aktionär besitzt weniger als 10 % der Anteile.<ref>Giorgio V. Müller: SIG Combibloc wagt den Schritt in die USA. In: Neue Zürcher Zeitung. 1. Februar 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref>
2021 produzierte SIG 48 Milliarden Packungen.<ref name=Verpackung>SIG: Schliesst Übernahme von Evergreen Asia ab. In: Schweizer Verpackung. 5. August 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>SIG Combibloc Group schliesst Übernahme von Obeikan ab. In: Cash. 26. Februar 2021, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>Noemi Schrag: SIG Combibloc Group übernimmt Anteil von Obeikan an Joint-Venture. In: Nau. 25. November 2020, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Im April 2022 wurde das Unternehmen von SIG Combibloc Group AG in SIG Group AG umbenannt.<ref>Aus SIG Combibloc Group AG wird SIG Group AG. In: Packaktuell. 10. April 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Der Umsatz nahm in diesem Jahr vor allem durch die Übernahmen des 1945 gegründeten amerikanischen Unternehmens Scholle IPN und des Asiengeschäftes des US-Konkurrenten Evergreen um 35 % zu.<ref>Dario Muffler: SIG angelte 2022 viele neue Kunden, Übernahmen drücken auf Ergebnis. In: Schaffhauser Nachrichten. 28. Februar 2023, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>SIG Combibloc verstärkt sich mit Übernahme von Scholle IPN. In: Nau. 1. Februar 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref><ref>SIG Combibloc verstärkt sich mit Übernahme von Scholle IPN. In: Moneycab. 1. Februar 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Scholle IPN ist nach Unternehmensangaben der Erfinder und grösste Anbieter von Bag-in-Box-Verpackungen für Kaffee, Apfelsaft, Soda-Getränkekonzentrate oder Wein für die Gastronomie.<ref>SIG Combibloc: Übernahme von Scholle IPN. In: kunststoffweb.ch. 8. Juni 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref> Ausserdem ist Scholle IPN auf Standbeutel- und Quetschbeutel-Verpackungen spezialisiert, die als Kinderportionen, für Sportlernahrung und in Drittweltländern am meisten Anwendung finden. Über Evergreen mit ihren Produktionsstätten in der Volksrepublik China, Taiwan und Südkorea stieg SIG in den Verpackungsmarkt für Frischprodukte ein, speziell Frischmilch.<ref name=Weinmann /><ref name=Verpackung /><ref>SIG Combibloc: Milliardenschwere Übernahme von Scholle IPN. In: kunststoffweb.ch. 8. Februar 2022, abgerufen am 20. November 2023.</ref>
Automation
Zwischen 1988 und 2000 war die SIG Eigentümer des deutschen Unternehmens Berger Lahr, das Systeme zum Positionieren und Automatisieren entwickelt. Während dieser Zeit wurden die Produkte dieses Unternehmensbereichs unter der Bezeichnung SIG positec vermarktet. 2000 wurde dieser Bereich an Schneider Electric weiterverkauft. Damit verblieben bei SIG noch die drei Divisionen SIG Pack, SIG Plastic und SIG Combibloc.<ref name="fuw" /><ref>SIG verkauft Positec und wird endgültig zum Verpackungskonzern. In: SWI swissinfo.ch. 10. Oktober 2000, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref>
Schienenfahrzeuge
Am 17. Januar 1853 wurde die SIG von Friedrich Peyer im Hof, Johann Conrad Neher und Heinrich Moser als Schweizerische Waggon-Fabrik in Neuhausen am Rheinfall gegründet und startete mit 150 Beschäftigten. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Schweizer Eisenbahnnetz erst 23 Kilometer.<ref name="baublatt">SIG-Geschichte: Vom Drehgelenkwagen zum Milchkarton. In: Baublatt. 21. September 2017, abgerufen am 28. November 2023.</ref><ref>Karl Schib: Friedrich Peyer Im Hof. In: Schaffhauser Beiträge zur Geschichte. 1957 (PDF; 405 kB).</ref>
Dieser Geschäftsbereich war somit der erste des Unternehmens. Die Wasserkraft des Rheinfalls diente dem Unternehmen von Beginn an als wichtige und im Vergleich zu Dampfmaschinen günstigere und umweltfreundlichere Energiequelle.<ref name="baublatt" /><ref name="geschichte" /> 1855 wurden an der Weltausstellung in Paris SIG-Waggons ausgezeichnet.<ref name="baublatt" /> In den 1930er-Jahren wurde ein Drehgestell mit Torsionsstabfederung entwickelt.<ref name="baublatt" /> Zu den bekanntesten späteren Produktionen gehörte der Vierstrom-TEE-Zug SBB RAe TEE II.<ref name="baublatt" /><ref name="geschichte" />
Neben Eisenbahnfahrzeugen wurden auch Bergbahnen, Seilbahnkabinen<ref name=Weinmann /><ref name="geschichte" /> oder Tramwagen hergestellt, so beispielsweise zahlreiche Anhänger nach dem Baumuster des Schweizer Standardwagens. Bis 1969 wurden 25'000 Schienenfahrzeuge hergestellt.<ref name="sbbarchiv" />
Ab circa 1981 konzentrierte sich SIG in Absprache mit dem Schindler-Konzern (SWP, SWS) und der FFA auf die Herstellung von Drehgestellen.<ref name="sbbarchiv" /> SIG-Drehgestelle sind in vielen Ländern zu finden. In den 1990er-Jahren entwickelte SIG die elektrische Neigetechnik des SBB RABDe 500 in Konkurrenz zur hydraulischen Neigetechnik von Fiat Ferroviaria.<ref name="baublatt" />
Die Schienenfahrzeugsparte wurde Anfang 90er-Jahre in das Joint Venture Fiat-SIG eingebracht.<ref name="sbbarchiv" /><ref name="geschichte" /> 2000 kam sie zusammen mit der ganzen Fiat Ferroviaria zu Alstom. Ab 2005 fokussierte sich das von Alstom übernommene Werk Neuhausen nur noch auf das Servicegeschäft.<ref name="sbbarchiv" /><ref name="geschichte" /><ref>Alstom schliesst Neuhauser Produktionswerk. In: Neue Zürcher Zeitung. 10. Juli 2004, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref>
Strassenfahrzeuge
1919<ref name="Die Internationale Automobil-Enzyklopädie"></ref><ref name="baublatt" /> oder 1921<ref name="AMC">Ferdinand Hediger: Die Geschichte der SIG-Elektrofahrzeuge. In: Automobil- und Motorrad-Chronik. Ausgabe 9/1981, S. 12–14.</ref> wurden die ersten Schritte zum Einstieg in die Automobilproduktion gemacht. Martin Fischer, der zuvor für die Turicum AG tätig gewesen war, entwickelte das erste Modell und verkaufte den Entwurf an SIG. Es war ein Cyclecar.<ref name="AMC" /> Ein V2-Motor von MAG war vorne im Fahrzeug montiert. 82 mm Bohrung und 103 mm Kolbenhub ergaben 1088 cm³ Hubraum. Der Radstand betrug 345 cm und die Spurweite 110 cm. Die Karosserie bestand aus Aluminium und bot zwei Personen hintereinander Platz. Von diesem Modell entstanden nur wenige Exemplare.<ref name="AMC" />
Die elektrisch angetriebenen Handwagen der SIG waren bei der PTT in grossen Stückzahlen im Einsatz. Es wurden aber auch Baumaschinen wie der Raupentraktor «Uranus» hergestellt. SIG war im Lastwagenbau involviert, dazu wurden so unterschiedliche Produkte wie Segelflugzeuge, Flugzeugteile, Mobilkranwagen, Bugstrahl-Schrauben für Schiffe, Druckmaschinen, Kläranlagen, Gleisbaumaschinen, Luftseilbahn-Gondeln, Billettautomaten, Leiterwagen und Veloanhänger entwickelt und vertrieben.<ref name="baublatt" />
1928 kam es zur Zusammenarbeit mit Martini.<ref name="AMC" /> Zwischen 1933 und 1953 entstanden strassenzugelassene Nutzfahrzeuge mit Elektromotor.<ref name="Die Internationale Automobil-Enzyklopädie" /><ref name="AMC" /> Der Automobilbau der SIG endete 1955.<ref name="sbbarchiv" />
Waffen
Ab 1860 fertigte die SIG Waffen. Man nutzte dabei die im Waggonbau erworbenen Kenntnisse der Metallverarbeitung. Die Neubewaffnung der Schweizer Armee mit dem Vetterligewehr als Ordonanzwaffe war 1868 der Durchbruch dieses Geschäftsbereiches.<ref name="baublatt" /> Bekanntheit erlangten vor allem die Pistolen SIG P210 und SIG P220 sowie die Sturmgewehre 57 und 90 der Schweizer Armee.<ref name="baublatt" />
Von 1970 bis 2000 war die SIG Eigentümer der Hämmerli AG (Sportwaffen), des deutschen Waffenherstellers J. P. Sauer & Sohn und der Blaser Jagdwaffen GmbH. Dieser Unternehmensbereich wurde im Jahr 2000 als S.J.S.W. Schweizer Jagd- und Sportwaffen AG (seit Oktober 2000 SAN Swiss Arms AG, seit 2019 SIG SAUER AG)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internet-Auszug zur S.J.S.W. Schweizer Jagd- und Sportwaffen AG im Handelsregister des Kantons Zug ( vom 22. Mai 2016 im Internet Archive), abgerufen am 1. April 2013</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internet-Auszug zur SAN Swiss Arms AG im Handelsregister des Kantons Schaffhausen ( vom 31. Januar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 1. April 2013</ref> abgespalten und an die L & O Holding (Lüke und Ortmeier) verkauft.<ref name="geschichte" />
Hydraulik, Bau- und Bergbautechnik
Ursprünglich als Nebenprodukt und Weiterentwicklung anderer Geschäftsbereiche entstand eine Maschinenfabrik für Kurvenfräs- und Tieflochbohrmaschinen sowie für die Herstellung von Pressluftwerkzeugen und Hydraulikpumpen. Der Druckluftbohrer war 1861 ein erstes fortschrittliches Produkt. Jahrzehnte später kamen der Lafetten-Bohrhammer und die Schnellschlag-Bohrmaschine auf den Markt.<ref name="baublatt" /> Daraus entstand der Bau- und Bergbau-Produktbereich («SIG Rocktools»), der im Jahr 2002 verkauft wurde.<ref name="geschichte" />
Geschäftsbereiche und Standorte
SIG stellt aseptische Kartonpackungen, Bag-in-Box Verpackungen und Standbeutel mit Verschlüssen für Nahrungsmittel her. Ausserdem produziert, betreibt und wartet sie Verpackungsmaschinen.<ref name=Verpackung /> Im Jahr 2018 wurden von rund 1'150 von SIG bei Kunden installierten Füllmaschinen in über 60 Ländern 35 Milliarden Kartonverpackungen abgefüllt. 550 SIG-Service-Ingenieure betreuten die Maschinen an den jeweiligen Standorten.<ref name="packaktuell" />
Dank dem aseptischen Verpackungsverfahren bleiben Geschmack, Aussehen und Nährwerteigenschaften von Getränken und flüssigen Lebensmitteln bis zu zwölf Monate ohne Kühlung oder den Einsatz von Konservierungsstoffen erhalten. Für das weltweit erste Vollbarriere-Packungsmaterial ohne Aluminiumschicht für aseptische Kartonpackungen wurde SIG mit dem Sustainability Award 2023 von Packaging Europe ausgezeichnet.<ref>Steuben Foods opts for SIG Combibloc filling machine. In: Foodbev. 8. Juli 2015, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref>
Die SIG Group hat 90 Tochtergesellschaften in 41 Ländern in Europa, Asien,<ref>SIG Combibloc: Zweites Produktionswerk in China eröffnet. In: kunststoffweb.ch. 24. August 2021, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Ozeanien, Mittlerer Osten, Afrika, Nord-, Süd-<ref>Brasilien: Mit SIG als Partner will Mupy ehrgeizige Wachstumsziele erreichen. In: Beverage World. 29. Januar 2024, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> und Mittelamerika. Die wichtigsten Produktionsstätten befinden sich in Neuhausen am Rheinfall, Saalfelden,<ref>SIG Combibloc in Saalfelden steigert die Produktion von Getränkekartons und sucht neue Mitarbeiter. In: Salzburger Nachrichten. 11. Mai 2020, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Linnich,<ref>SIG eröffnet neues Packaging Development Center Europa. In: Cash. 27. November 2023, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Wittenberg, Alsdorf, Eisfeld, Tilburg, Barcelona, Shanghai, Suzhou,<ref>Matthias Müller: «Für uns ist es nie ein Thema gewesen, das Land zu verlassen». In: Neue Zürcher Zeitung. 10. Dezember 2019, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Palghar,<ref>Dirk Schönrock: SIG baut Produktionsstandorte in Indien weiter aus. In: verpackungs-industrie.ch. 4. April 2023, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Pune, Ahsan, Hsinchu, Rayong,<ref>SIG-Produktionswerk Rayong: Grösste privat finanzierte DACH-Solaranlage an der gesamten Ostküste Thailands - Weiterer Schritt auf dem ‚Way Beyond Good‘ von SIG. In: PV Magazine. 2. Oktober 2018, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref> Edinburgh North, Riyadh, Northlake, Peachtree City, Querétaro, Campo Largo, Vinhedo und Santiago.
Das direkt am Rheinfall gelegene SIG-Areal wurde 2011 an die SIG Gemeinnützige Stiftung übertragen.<ref name="Wärme">Wärme statt Waggons. In: EKS on! Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen, abgerufen am 31. März 2023.</ref><ref name="AlexMüller">Alex Müller: Das SIG-Areal in Neuhausen am Rheinfall macht es vor. In: Schweizer Gemeinde. 2019, abgerufen am 31. März 2023.</ref> Auf diesem befinden sich neben Umnutzungen (Wohnen, Gewerbe, Retail, Gastronomie) weiterhin der Hauptsitz des Unternehmens und eine Produktionsstätte mit 200 Mitarbeitenden.<ref name="Wärme" /><ref name="AlexMüller" />
Die SIG-Stiftung ist in Projekten aktiv, die auf Zivilgesellschaft und Umwelt ausgerichtet sind. Die wichtigsten Initiativen sind «Cartons for Good» und «Recycle for Good». «Cartons for Good» will überschüssige Lebensmittel vor der Verschwendung bewahren, den Lebensunterhalt von Landwirten sichern und bedürftige Menschen ernähren. Die Initiative wurde als Pilotprojekt in Bangladesch gestartet. Der Gewinn des Projektwettbewerbs der Save Food Initiative (mit Beteiligung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) im Jahr 2023 ermöglichte eine lokale Studie in Ägypten. «Recycle for Good» konzentriert sich darauf, die Öffentlichkeit zu ermutigen, ihre wiederverwertbaren Abfälle an einer Sammelstelle abzugeben und die Kreislaufwirtschaft zu praktizieren. Das im März 2023 gestartete Programm in Indonesien hat innerhalb eines Jahres mehr als 150 Sammelstellen im Grossraum Jakarta eingerichtet.<ref>SIG Foundation gewinnt den ersten Save Food Projektwettbewerb und plant weitere Investitionen. In: verpackungs-industrie.ch. 14. Dezember 2023, abgerufen am 31. Mai 2024.</ref>
Literatur
- Ferdinand Hediger: Die Geschichte der SIG-Elektrofahrzeuge. In: Automobil- und Motorrad-Chronik. Ausgabe 9/1981, S. 12–14.
Weblinks
- Offizielle Website der SIG Group AG
- Adrian Knoepfli: Schweizerische Industrie-Gesellschaft (SIG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
<references responsive> <ref name="Die Internationale Automobil-Enzyklopädie"></ref> <ref name="AMC">Ferdinand Hediger: Die Geschichte der SIG-Elektrofahrzeuge. In: Automobil- und Motorrad-Chronik. Ausgabe 9/1981, S. 12–14.</ref> </references>
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