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Süßhölzer

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Süßhölzer
Datei:Glycyrrhiza glabra - Köhler–s Medizinal-Pflanzen-207.jpg

Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra), Illustration

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Galegeae
Untertribus: Glycyrrhizinae
Gattung: Süßhölzer
Wissenschaftlicher Name der Untertribus
Glycyrrhizinae
Rydb.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Glycyrrhiza
L.

Süßhölzer (Glycyrrhiza) ist die einzige Pflanzengattung der Subtribus Glycyrrhizinae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name="FoC2010" /><ref name="FoPakistan" /> Die 20<ref name="FoC2010" /> bis 30 Arten sind hauptsächlich in Eurasien verbreitet, beispielsweise im Mittelmeerraum, wenige Arten kommen in Australien und in der Neuen Welt vor.<ref name="FoC2010" />

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Süßholz-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher. Rhizome und Wurzeln sind gut entwickelt.<ref name="FoC2010" />

Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Die unpaarig gefiederten Blattspreiten besitzen drei bis fünfzehn Fiederblättchen. Die Nebenblätter sind winzig.

Generative Merkmale

In seitenständigen, ährigen oder traubigen Blütenständen stehen kleine Tragblätter und kleine Blüten zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Von den Kelchlappen besitzt der untere zwei kurze Kelchzähne und der obere drei lange Kelchzähne. Die fünf Kronblätter sind meist gelb oder blau. Die Blütenkronen besitzen die Form von Schmetterlingsblüten. Die Flügel sind kürzer als das Schiffchen.

Die Hülsenfrüchte enthalten ein bis einige Samen.

Datei:Glycyrrhiza echinata Y03.jpg
Russisches Süßholz (Glycyrrhiza echinata)
Datei:Glycyrrhiza lepidota.jpg
Glycyrrhiza lepidota

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Glycyrrhiza wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 741 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Als Lectotypus-Art wurde 1913 Glycyrrhiza echinata <templatestyles src="Person/styles.css" />L. durch Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in Illustrated flora of the northern states and Canada 2. Auflage, 2, S. 391 festgelegt.<ref name="Tropicos" /> Ein Synonym für Glycyrrhiza <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Liquiritia <templatestyles src="Person/styles.css" />Medik.<ref name="Tropicos" /><ref name="FoC2010" />

Die etwa 20<ref name="FoC2010" /> sind hauptsächlich in Eurasien verbreitet, beispielsweise im Mittelmeerraum, wenige Arten kommen in Australien und in der Neuen Welt vor. In China gibt es etwa acht Arten, zwei davon kommen nur dort vor.<ref name="FoC2010" />

Es gibt 20 bis 30 Glycyrrhiza-Arten:<ref name="GRIN" /><ref name="ILDIS" />

  • Glycyrrhiza acanthocarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lindl.) J.M.Black: Sie kommt im östlichen und südlichen Australien vor.<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza aspera <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall. (Syn.: Glycyrrhiza asperrima <templatestyles src="Person/styles.css" />L. f., Glycyrrhiza hispida <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall., Glycyrrhiza iconica <templatestyles src="Person/styles.css" />Hub.-Mor., Glycyrrhiza laxiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li & D.C.Feng, Glycyrrhiza laxissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Vassilcz., Glycyrrhiza macrophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li, Glycyrrhiza nutantiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li, Glycyrrhiza prostrata <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li & D.C.Feng, Glycyrrhiza purpureiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li):<ref name="ILDIS" /> Sie ist in Russland, Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Shaanxi sowie Xinjiang verbreitet.<ref name="FoC2010" />
  • Glycyrrhiza astragalina <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook. & Arn.: Sie kommt von Chile bis Argentinien vor.<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza bucharica <templatestyles src="Person/styles.css" />Regel: Sie kommt vom nordöstlichen Sie kommt bis Tadschikistan vor.<ref name="ILDIS" />
  • Russisches Süßholz (Glycyrrhiza echinata <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Sie kommt von Ungarn bis zum östlichen Mittelmeerraum vor.<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza eglandulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li:<ref name="ILDIS" /> Sie gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 2000 Metern nur in Xinjiang.<ref name="FoC2010" />
  • Glycyrrhiza foetida <templatestyles src="Person/styles.css" />Desf.: Sie kommt in Nordafrika in Marokko, Algerien sowie Tunesien und im südlichen Spanien vor.<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza foetidissima <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch: Sie kommt von der Ukraine bis zum Iran vor.<ref name="ILDIS" />
  • Echtes Süßholz (Glycyrrhiza glabra <templatestyles src="Person/styles.css" />L.):<ref name="FoPakistan" /><ref name="FoC2010" /> Bei einigen Autoren gibt es zwei Varietäten:
    • Glycyrrhiza glabra <templatestyles src="Person/styles.css" />L. var. glabra
    • Glycyrrhiza glabra var. glandulifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Waldst. & Kit.) Regel & Herder (Syn.: Glycyrrhiza glandulifera <templatestyles src="Person/styles.css" />Waldst. & Kit.)
  • Glycyrrhiza gontscharovii <templatestyles src="Person/styles.css" />Maslenn.
  • Glycyrrhiza iconica <templatestyles src="Person/styles.css" />Hub.-Mor. (Syn.: Glycyrrhiza aspera subsp. iconica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hub.-Mor.) Ponert)<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza inflata <templatestyles src="Person/styles.css" />Batalin<ref name="ILDIS" /> (Syn.: Glycyrrhiza eurycarpa <templatestyles src="Person/styles.css" />P.C.Li,<ref name="ILDIS" /> Glycyrrhiza hediniana <templatestyles src="Person/styles.css" />Harms, Glycyrrhiza paucifoliolata <templatestyles src="Person/styles.css" />Hance): Sie ist in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu sowie Xinjiang verbreitet.<ref name="FoC2010" />
  • Glycyrrhiza korshinskyi <templatestyles src="Person/styles.css" />Grig.<ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza lepidota <templatestyles src="Person/styles.css" />Pursh: Die zwei Varietäten kommen in Kanada und den Vereinigten Staaten vor:<ref name="ILDIS" />
    • Glycyrrhiza lepidota var. glutinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Nutt.) S.Watson
    • Glycyrrhiza lepidota <templatestyles src="Person/styles.css" />Pursh var. lepidota
  • Glycyrrhiza pallidiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Maxim.: Sie ist bis Russlands Fernem Osten, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Hebei, Heilongjiang, Henan, nördliches bis nordöstliches Jiangsu, Liaoning, Shaanxi, Shandong sowie Yunnan verbreitet.<ref name="FoC2010" /><ref name="ILDIS" />
  • Glycyrrhiza squamulosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Franch.:<ref name="ILDIS" /> Sie ist in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Hebei, Henan, Ningxia, Shaanxi, Shanxi sowie Xinjiang verbreitet.<ref name="FoC2010" />
  • Glycyrrhiza triphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. & C.A.Mey. (Syn.: Meristotropis triphylla <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fisch. & C.A.Mey.) Fisch. & C.A.Mey.)<ref name="FoPakistan" />
  • Chinesisches Süßholz Glycyrrhiza uralensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Fisch. ex DC.<ref name="ILDIS" /> (Syn.: Glycyrrhiza asperrima var. desertorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Regel, Glycyrrhiza asperrima var. uralensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fisch. ex DC.) Regel, Glycyrrhiza shiheziensis <templatestyles src="Person/styles.css" />X.Y.Li): Sie ist in Pakistan<ref name="FoPakistan" /> Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Heilongjiang, Liaoning, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi sowie Xinjiang verbreitet.<ref name="FoC2010" />
  • Glycyrrhiza yunnanensis <templatestyles src="Person/styles.css" />P.C.Li<ref name="ILDIS" />: Sie gedeiht nur in Höhenlagen von etwa 2700 Metern in Yunnan.<ref name="FoC2010" />

Nutzung

Der interdisziplinäre Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg wählte gemeinsam mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) das Echte Süßholz (Glycyrrhiza glabra) aufgrund ihrer Wirkung gegen Husten, Heiserkeit und Magenprobleme zur Arzneipflanze des Jahres 2012.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wofür das Süßholzraspeln gut sein kann (Memento vom 17. November 2011 im Internet Archive) Fränkische Nachrichten, 14. November 2011.</ref>

Aus den unterirdischen Pflanzenteilen von Glycyrrhiza glabra wird Lakritz gewonnen.<ref name="Kreische2012" /> Es kann außerdem zur Nikotinentwöhnung benutzt werden. Aus den unterirdischen Pflanzenteilen von Glycyrrhiza inflata kann das Flavonoid Licochalcon A gewonnen werden. Verantwortlich für den süßen Geschmack ist das Glycosid Glycyrrhizin.<ref name="HagersHandbuch1994" />

In Deutschland wurde Süßholz früher in unterschiedlichen Regionen vor allem im Süden angebaut, jedoch ging der Anbau stark zurück und wird heute nur noch von einzelnen Privatleuten und in Bamberg von der Bamberger Süßholzgesellschaft betrieben.<ref name="BambergerSuessholzDe" /><ref>Die Geschichte des Bamberger Süßholzanbaus. Auszug aus der Festschrift zum 125-jährigen Vereinsjubiläum des Oberen Gärtnervereins Bamberg. Gerhard Handschuh, Bamberg 1988.</ref>

Die deutsche Tabakverordnung erlaubt den Zusatz von Süßholz zu Tabakprodukten.

Bilder

Süßholz (Glycyrrhiza glabra):

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Glycyrrhiza bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> S. I. Ali: Papilionaceae in Flora of Pakistan, S. 94: Glycyrrhiza bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC2010"> Bojian Bao, Kai Larsen: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 10: Fabaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010, ISBN 978-1-930723-91-7. Glycyrrhiza Linnaeus, S. 503–504 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="ILDIS"> Datenblatt Glycyrrhiza bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38 vom 20. Juli 2010. </ref> <ref name="HagersHandbuch1994"> F. von Bruchhausen, Hermann Hager: Hager's Handbuch Der Pharmazeutischen Praxis. Birkhäuser, 1994, ISBN 3-540-52688-9, S. 311–336 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Kreische2012"> Klaus-D. Kreische: Lakritz – Traktat einer Reise in die Welt der schwarzen Süßigkeit, Oktober-Verlag 2012, ISBN 978-3-941895-31-7. </ref> <ref name="BambergerSuessholzDe"> Website der Bamberger Süßholzgesellschaft. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Süßhölzer (Glycyrrhiza) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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