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Nuklearkatastrophe von Fukushima/Chronik

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Die Chronik der Nuklearkatastrophe von Fukushima schildert den Ablauf der Ereignisse im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima I) ab dem 11. März 2011 und deren Folgen im Zeitverlauf.

Alle Uhrzeiten sind in japanischer Ortszeit angegeben, entsprechend mitteleuropäischer Zeit (MEZ) plus acht Stunden, beziehungsweise plus sieben Stunden während der mitteleuropäischen Sommerzeit vom 27. März um 3:00 Uhr bis zum 30. Oktober um 3:00 Uhr. In Japan gibt es keine Sommerzeit.

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Ausgangssituation

Datei:Fukushima 1 Nuclear Power Plant 02.jpg
Reaktorgebäude 1 – vorne im Bild – ist das älteste und kleinste der Anlage (Foto von 1999).

Fukushima I ist das älteste und war mit sechs Kraftwerksblöcken gleichzeitig eines der leistungsstärksten Kernkraftwerke in Japan. Es basiert auf Siedewasserreaktoren eines veralteten Typs von General Electric, dessen Sicherheitsrisiken schon häufig diskutiert wurden. Zudem wurden beim Bau von Fukushima I einige Fehler gemacht. Das Kraftwerksgelände war mit einer 5,70 Meter hohen Schutzmauer gegen Flutwellen abgesichert; vorgeschrieben waren nur 3,12 Meter.<ref name="iaeo-untersuchung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mission Report: The Great East Japan Earthquake Expert Mission (Memento vom 26. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). IAEO, 16. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 2,8 MB), abgerufen am 25. Juni 2011.</ref> Die älteren Reaktorblöcke 1 bis 4 sind zusätzlich 10 Meter erhöht (über Meeresspiegel) gebaut, die neueren Blöcke 5 und 6 um 13 Meter.<ref name="tepco-110409e9"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Result of the investigation on Tsunami at the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 24. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 9. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 395 kB) am 11. April 2011, abgerufen am 24. April 2011.</ref>

Datei:Mark I Containment.svg
Aufbau der Reaktorgebäude – Abklingbecken hellblau dargestellt

Jeder Reaktorblock besteht aus einem Reaktorgebäude, einem Turbinengebäude und weiteren Vorrichtungen wie dem Zu- und Abfluss für Kühlwasser aus dem Meer. Im Reaktorgebäude befinden sich neben dem stählernen Reaktordruckbehälter mit dem Reaktorkern ein umgebender Sicherheitsbehälter mit zusätzlicher Beton-Schutzhülle, verschiedene weitere Systeme und je ein Abklingbecken zur Lagerung verbrauchter Brennelemente sowie ein Lagerbecken für neue Brennelemente. Das Turbinengebäude enthält die Turbinen und Generatoren zur Stromerzeugung; im Untergeschoss befinden sich unter anderem elektrische Systeme, einschließlich der meisten Notstrom-Dieselgeneratoren.<ref name="tepco-elektriktabelle"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Damage to inhouse power supply facilities at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (after Tsunami) (Memento vom 25. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 44 kB), abgerufen am 25. Mai 2011.</ref> Diese besondere Lage der Notstromgeneratoren – in Block 6<ref name="tepco-elektriktabelle" /> und in allen anderen japanischen Kernkraftwerken befinden sie sich an geschützterer Stelle<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima No. 1 plant designed on 'trial-and-error' basis (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) (englisch). Asahi Shimbun, 7. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 9. April 2011 im Internet Archive) am 13. April 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.</ref> –, wird sich als ein mitentscheidender Grund für die katastrophale Unfallserie erweisen.

Zum Zeitpunkt des Erdbebens sind die Reaktoren 4 bis 6 wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Die Reaktoren 5 und 6 sind schon wieder mit Brennelementen bestückt, während die Elemente von Reaktor 4 in dessen Abklingbecken lagern.<ref name="iaea-2011-03-15"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update Log (15 March 2011, 18:00 UTC) (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) (englisch). IAEA, 15. März 2011, archiviert vom Original am 8. April 2011, abgerufen am 24. März 2011.</ref> Auch bei abgeschaltetem Reaktor und während der weiteren Lagerung geben die Brennelemente erhebliche Nachzerfallswärme ab und müssen daher laufend gekühlt werden. Neben den sechs Abklingbecken in den Reaktorgebäuden befindet sich auf dem Gelände auch noch ein separates, großes Abklingbecken, das als zentrales Lager für Brennelemente aus allen Reaktoren genutzt wird.

Zum Unfallzeitpunkt lagern in den Abklingbecken rund 11.000 Brennelemente, die Kernbrennstoff mit einer Masse von rund 1.900 Tonnen enthalten (→ siehe Tabelle der gelagerten Brennelemente). Dies entspricht rechnerisch dem in Fukushima I produzierten nuklearen Abfall der letzten 16 Jahre.<ref name="tepco-2010-10">Integrity Inspection of Dry Storage Casks and Spent Fuel at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (englisch, pdf; 1,9 MB). 16. November 2010, abgerufen am 16. März 2011: „Approx. 700 spent fuel assemblies are generated every year.“</ref> Hinzu kommen weitere 2.800 Elemente (480 Tonnen) in den Reaktorkernen und 500 noch unbenutzte, in den Reaktorgebäuden gelagerte Brennelemente (85 Tonnen).

Im Kern von Reaktor 3 befinden sich neben den üblichen Uran-Brennstäben auch einige sogenannte Mischoxid-Brennelemente, in denen dem Uran ein geringer Anteil des stark krebserregenden Plutoniums beigemischt ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nachweis von Plutonium auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Fukushima Daiichi. (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) GRS, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) am 9. April 2011, abgerufen am 4. April 2011.</ref>

März 2011

9. März

11. März

Datei:Fukushima I Unit 1 earthquake log.png
Datenprotokoll von Block 1: Auslösung der vier Seismometer ab 14:46:46.40, Einfahren der Steuerstäbe um 14:47
  • 14:46:23 Uhr: In der gleichen Meeresregion ereignet sich das Tōhoku-Erdbeben, mit einer Stärke von 9,0 Mw das stärkste bekannte Beben in der japanischen Geschichte.<ref name="USGS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Magnitude 9.0 – NEAR THE EAST COAST OF HONSHU, JAPAN (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). United States Geological Survey, 14. März 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 24. März 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Earthquake ~first report~ (Memento vom 1. April 2011 auf WebCite) (englisch). Japan Meteorological Agency, 13. März 2011, archiviert vom Original am 1. April 2011, abgerufen am 13. März 2011.</ref>
  • 14:46:46 Uhr: Die ersten Primärwellen (P-Wellen) des Bebens erreichen das Kraftwerksgelände und lösen dort eine Schnellabschaltung der Reaktoren 1 bis 3 aus.<ref name="tepco-11031103e" /><ref name="mainichi-chaos" /> Die Reaktoren 4 bis 6 sind wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb.<ref name="tepco-status" />
  • 14:47 bis 14:48 Uhr: Die Reaktorblöcke 2, 3 und 5 erfahren durch das Erdbeben Horizontalbeschleunigungen von bis zu 0,56, 0,52 bzw. 0,56 g. Diese Werte liegen um 26, 15 beziehungsweise 21 Prozent über den zulässigen Höchstwerten. Die Belastungsgrenzen der anderen drei Blöcke werden nicht (ganz) erreicht.<ref name="seismik"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Summary of the Report on the Analysis of Observed Seismic Data Collected at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station and Fukushima Daini Nuclear Power Station pertaining to the Tohoku-Taiheiyou-Oki Earthquake (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 544 kB) am 20. Mai 2011, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref> Arbeiter berichten später von beschädigten Rohrleitungen im Reaktorgebäude 1, aus denen Wasser herausschoss.<ref name="yomiuri-T110316005275"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Terror at N-plant during quake (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 17. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) am 14. Mai 2011, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref> Möglicherweise wurde einer der Kühlkreisläufe beschädigt.<ref name="spiegel-chaos">Fukushima-Insider: Nicht Tsunami, sondern Beben soll AKW ruiniert haben. Spiegel Online, 16. Mai 2011.</ref> Der Kraftwerksbetreiber Tepco vermutet später auch einen Erdbebenschaden an einem Block-3-Notkühlsystem.<ref name="jaif_93" />
  • Während die Reaktoren 1 bis 3 heruntergefahren werden, fällt die externe Stromversorgung des Kraftwerks durch Erdbebenschäden an dessen Schaltanlagen aus,<ref name="tepco-11031103e" /><ref name="tepco-110516e21"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Damages to Electric Facilities at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (after Tsunami) (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 47 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref><ref name="datarecorder1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />過渡現象記録装置データ 1号機 (Kurzzeitdatenaufzeichnung Block 1) (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) (japanisch). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 908 kB), abgerufen am 19. Mai 2011.</ref> und zwölf von dessen dreizehn<ref name="tepco-110516e21" /> Notstromdieselgeneratoren (davon neun wasser- und drei luftgekühlt<ref name="tepco-elektriktabelle" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NUCLEAR CRISIS: HOW IT HAPPENED / Safety vows forgotten, 'safety myth’ created (Memento vom 29. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 15. Juni 2011, archiviert vom [Original yomiuri.co.jp, abgerufen am 29. Juni 2011.</ref>) starten.<ref name="tepco-11031102e" /> Ein Generator an Block 4 ist wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb.<ref name="nisa-untersuchung" /> In den Leitständen der Blöcke 1 bis 3 erscheinen zahlreiche Alarm- und Warnanzeigen.<ref name="mainichi-chaos"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO documents reveal chaos at Fukushima nuke plant after quake, tsunami (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). The Mainichi Daily News, 17. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 19. Mai 2011 im Internet Archive), abgerufen am 19. Mai 2011.</ref>
  • Mit dem Stromausfall fallen auch die meisten Kommunikationssysteme auf dem Gelände, die Beleuchtung in allen Gebäuden, elektrische Tür- und Toröffner und die Auslesegeräte für die Personendosimeter aus. Die Strahlenbelastung der Kraftwerksmitarbeiter ist in den folgenden drei Tagen nur unzureichend kontrollierbar.<ref name="iaeo-untersuchung" /><ref name="kantei-bericht2" />
  • 14:48 Uhr: Die Reaktoren 1 bis 3 und ihre Turbinen sind heruntergefahren. Die Steuerstäbe wurden zum Abbruch der nuklearen Kettenreaktion voll in den Reaktorkern eingefahren und die Verbindungsleitungen zu den Turbinen verschlossen. Die Kühlung von Reaktor 2 und 3 erfolgt nun durch die unter den Reaktoren gelegenen Kondensationskammern. Von dort wird die Wärme durch elektrisch betriebene Kühlwasserpumpen weiter ins Meer abgeführt.<ref name="caltech-vorlesung">Joseph Shepherd: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Crisis at Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Plant (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). California Institute of Technology, 24. April 2011, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011. Fotos der Arbeiten bei Notbeleuchtung ab Seite 102.</ref><ref group="Anm.">Wärmeabfuhr in die Kondensationskammer per Reactor Core Isolation Cooling System (RCIC-Notkühlsystem, engl. für „Kühlsystem im isolierten Reaktorbetrieb“) und von dort weiter ins Meer per Residual Heat Removement System (RHR, engl. für „Nachwärme-Entfernungssystem“).</ref><ref name="eccs" group="Anm.">Die verschiedenen Notkühlsysteme werden zusammen auch als Emergency Core Cooling System (ECCS, engl. für „Notfall-(Reaktor)Kern-Kühlsystem“) bezeichnet.</ref>
  • Sieben Mitarbeiter im Kraftwerk wurden durch Folgen des Erdbebens verletzt, fünf davon leicht.<ref name="nisa_48"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 48th Release, As of 12:30 March 24th, 2011) (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 24. März 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 24. März 2011.</ref>
  • Fukushima I ist nicht an das vorhandene Tsunami-Warnsystem angeschlossen und erhält keine sofortige Warnung.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 14:52 Uhr: In Block 1 schaltet sich automatisch die Notkühlung mittels Isolation Condenser ein.<ref name="yomiuri-chaos"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />N-reactor cooling failed before tsunami (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 18. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 19. Mai 2011.</ref> Hierbei wird der Dampf aus dem Reaktor durch zwei separate, kleinere Kondensationskammern geführt.<ref>Oyster Creek The World’s Reactor No. 40. (PDF) 12. Januar 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. November 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/econtent.unm.edu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, archiviert vom Oyster Creek The World’s Reactor No. 40. (PDF) 12. Januar 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 10. November 2012.@1@2Vorlage:Toter Link/econtent.unm.edu (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Die zwei Behälter oben links sind der Isolation Condenser.</ref><ref name="lochbaum">Dave Lochbaum: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anatomy of a Tragedy: Fukushima Dai-Ichi (Memento vom 26. April 2011 auf WebCite) (englisch, PowerPoint). 14. April 2011, archiviert vom Original (MS PowerPoint; 5,0 MB) am 26. April 2011, abgerufen am 26. April 2011. Funktionsweise des RCICS auf Seite 18–19 und des Isolation Condensers auf Seite 20.</ref><ref group="Anm.">Der Isolations Condenser ist das Vorläufersystem des RCICS. Es muss ohne Wärmeabfuhr ins Meer auskommen und ist daher nur für einen begrenzten Zeitraum nutzbar.</ref><ref name="eccs" group="Anm." />
  • 15:03 Uhr: Die Mitarbeiter im Leitstand schalten den Isolation Condenser von Reaktor 1 wieder ab, weil die Kühlwirkung zu stark war. Stattdessen aktivieren sie ein anderes, schwächeres Kühlsystem, das den Reaktor vorläufig stabilisiert.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="lochbaum-block1">Dave Lochbaum: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Dai-Ichi Unit 1: The First 30 Minutes (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Union of Concerned Scientists, 25. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 1,4 MB), abgerufen am 27. Mai 2011.</ref><ref name="tepco-110524e13" /><ref group="Anm.">Die beiden Isolation-Condenser-Einheiten wurden nach Tepco-Nachforschungen von Hand ausgeschaltet und durch die beiden Containment Cooling Systems (CCS, „Containment Spray“) ersetzt. Danach stabilisiert sich der Wasserstand und steigt langsam wieder.</ref>
  • 15:27 Uhr: Die erste von mehreren vom Erdbeben ausgelösten Tsunamiwellen – etwa vier Meter hoch – trifft in Fukushima I ein.<ref name="kantei-bericht2" />
  • Die hinter der 5,70 Meter hohen Schutzmauer angebrachten Meerwasserpumpen werden zerstört. Damit fallen die reguläre Kühlung aller Reaktoren<ref group="Anm.">Das RHR-System fällt aus, weil es auf die Meerwasserpumpen angewiesen ist.</ref> sowie die gesamte Kühlung der Abklingbecken und der neun wassergekühlten Notstromgeneratoren aus.<ref name="iaeo-untersuchung" />
  • Die Wellen erreichen Höhen von maximal 13 bis 15 Metern. Die Reaktorblöcke 1 bis 4 stehen vier bis fünf Meter tief im Wasser, die Blöcke 5 und 6 bis zu einem Meter.<ref name="tepco-110409e9" />
  • Das Wasser läuft unter anderem in die Turbinengebäude, in die Reaktorgebäude und in das Gebäude des zentralen Abklingbeckens und überschwemmt dort fünf der laufenden zwölf Notstromaggregate und die meisten Stromverteiler.<ref name="kantei-bericht2" />
Datei:Fukushima I Unit 2 diesel generator failure.png
Ausfall der beiden Dieselgeneratoren von Block 2
Datei:Fukushima I NPP 1975 medium crop rotated labeled.jpg
Luftbild des Kraftwerks von 1975; Reaktorblock 6 noch im Bau; Reaktorgebäude nummeriert, rechts davon die flacheren Turbinenhäuser
  • 16:36 Uhr: Tepco meldet einen „nuklearen Notfall“ an die Aufsichtsbehörde, da kein (ausreichender) Wasserstand in den Reaktoren 1 und 2 bestätigt werden könne.<ref name="tepco-11031103e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness(Fukushima Daiichi) (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 11. März 2011, archiviert vom Original am 3. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref><ref name="NISA" /> Bei Block 1 funktioniert offenbar die Notkühlung nicht mehr.<ref name="tepco-110515e10" /> Die NISA vermutet, dass die Notstrombatterien wegen Überschwemmung soviel an Leistung verloren haben, dass die Ansteuerung der Kühlkreislauf-Ventile ausgefallen ist.<ref name="nisa-praesentation"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Pacific Earthquake and the seismic damage to the NPPs (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 4. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) am 13. April 2011, abgerufen am 13. April 2011. Grafik zur Lage und Überschwemmung der Dieselgeneratoren („D/G“) auf Seite 12 (Dokumentennummerierung, abweichend von den PDF-Seitenzahlen); Überschwemmung der Notstrombatterien von Block 1 auf Seite 17; Verlauf in Reaktor 1 auf Seite 15, in Reaktor 2 auf Seite 24, in Reaktor 3 auf Seite 29; Notkühlsysteme Block 1 auf Seite 17f.</ref> Bei Block 2 haben wegen des Stromausfalls die Anzeige für das Notkühlsystem und das Messgerät für den Kühlwasserstand versagt.<ref name="tepco-11031203"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0AM March 12th). (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) Tepco, 12. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011: „reactor coolant level can be monitored by a temporary power supply“</ref><ref name="nisa-untersuchung-1109b"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Status of Alternative Water Injection into Units 1 Through 3, Using the Fire Extinguishing System (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 16. September 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref>
  • Nach Prüfung des Wasserstands in Reaktor 1 zieht Tepco die Meldung von 16:36 Uhr für Reaktor 1 wieder zurück.<ref name="tepco-11031103e" />
  • 16:55 Uhr: Der Premierminister gibt bekannt, dass er an seinem Amtssitz in Tokio eine Kommandozentrale für nukleare Notfälle (nuclear emergency response headquarters) eingerichtet hat. Die Meldung von 16:36 Uhr erwähnt er nicht.<ref name="jaif-chronologie" /><ref>Naoto Kan: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Statement by Prime Minister Naoto Kan on Tohoku district – off the Pacific Ocean Earthquake (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Kantei, 11. März 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref>
  • Tepco beordert mobile Stromgeneratoren aus anderen eigenen Kraftwerken nach Fukushima I.<ref name="mainichi-chaos" /><ref name="yomiuri-T110411004567"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO tardy on N-plant emergency (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 12. April 2011, archiviert vom Original am 14. Mai 2011, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref>
  • 17:07 Uhr: Der Kraftwerksbetreiber setzt die Meldung von 16:36 Uhr für Reaktor 1 wieder in Kraft.<ref name="tepco-11031103e" /> Das Notkühlsystem ist endgültig ausgefallen.<ref name="nisa-praesentation" /> Der Druck im Reaktor beginnt zu steigen.
  • Erste Überlegungen zu alternativen Kühlmöglichkeiten für die Reaktoren. Arbeiter öffnen von Hand Ventile im Reaktorgebäude 1 und nehmen die stationäre dieselbetriebene Feuerlöschpumpe in Betrieb.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 18:00 Uhr: Vermutlich ist in Reaktor 1 bereits so viel Wasser verdampft, dass die Brennstäbe teilweise freiliegen.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="tepco-110515e10" /> Der Wasserstandsmesser zeigt zwar an, dass der Reaktorkern nach wie vor vollständig im Wasser steht,<ref name="nisa-praesentation" /> allerdings wurde dieses Gerät durch Überhitzung dekalibriert.<ref name="jaif_79" /><ref name="jaif_123"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – No. 123 (Memento vom 25. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 25. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 276 kB) am 25. Juni 2011.</ref> Es gibt keine verlässlichen Informationen über den Zustand des Reaktors mehr.
  • 18:20 Uhr: Die mobilen Stromgeneratoren sind im Verkehr stecken geblieben. Tepco fordert nun Generatorwagen vom benachbarten Energieversorger Tōhoku Denryoku und von den Streitkräften an.<ref name="mainichi-chaos" /><ref name="nisa-untersuchung-1109a"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Results of a Safety Investigation into the Accident at Tokyo Electric Power Co.’s Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 16. September 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref>
  • 19:03 Uhr: Aufgrund der Meldung von 16:36 Uhr ruft die japanische Regierung einen nuklearen Notstand nach Artikel 15 des Gesetzes für spezielle Maßnahmen in nuklearen Notfällen aus. Sie weist darauf hin, dass „keine Radioaktivität austritt“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Declaration of Nuclear Emergency (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Kantei, 11. März 2011, archiviert vom Original (PDF; 8 kB), abgerufen am 27. Mai 2011.</ref> Laut deutscher Medienberichte bezeichnet die Regierung den Notstand als „reine Vorsichtsmaßnahme“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verheerendes Erdbeben und Tsunami in Japan – AKW Onagawa in Brand. (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) Online Presseportal, 11. März 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 19. Mai 2011.</ref>
  • An den freiliegenden Brennstäben in Reaktor 1 laufen verschiedene chemische und physikalische Prozesse ab. Es bildet sich Wasserstoff. Die Hüllen der überhitzten Brennstäbe bersten, und die radioaktiven Spaltprodukte aus ihrem Inneren werden freigesetzt. Die Stäbe erhitzen sich weiter und beginnen zu schmelzen.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="tepco-110515e10" />
  • Eine Sondereinsatzgruppe für nukleare Notfälle (nuclear desaster task force) wird in der Kommandozentrale des Premierministers einberufen.<ref name="jaif-chronologie" />
  • 20:50 Uhr: Die Notfalleinsatzzentrale der Präfektur Fukushima verfügt die Evakuierung der Bevölkerung in einem Radius von zwei Kilometern um den Reaktorblock 1 von Fukushima I. Hiervon sind 1.864 Menschen<ref name="nisa_26"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 26th Release) (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). In: nisa.meti.go.jp, NISA, 16. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) am 11. April 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.</ref> am Rande der südwestlich gelegenen Ortschaft Ōkuma<ref name="googlemap-futaba">Karte des Gebiets um das Kraftwerk Fukushima I (japanisch / englisch). In: Google Maps. Abgerufen am 26. April 2011.</ref> betroffen, auf deren Gebiet die Kraftwerksblöcke 1 bis 4 liegen.
  • 21:12 Uhr: Die Behörden lassen mit einer Computersimulation durchrechnen, welche radioaktive Kontamination bei einer Druckentlastung (Venting) von Reaktor 2 in der Umgebung des Kraftwerks entstehen würde. Als Zeitpunkt der Druckentlastung wird 3:30 Uhr am 12. März angenommen.<ref name="speedi-daten" /> Das System sagt voraus, dass nur das Kraftwerksgelände betroffen wäre und die „radioaktive Wolke“ nach Südosten über das Meer ziehen würde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Venting-Simulation (Memento vom 12. Mai 2011 auf WebCite) (japanisch, pdf). 11. März 2011, archiviert vom Original am 12. Mai 2011, abgerufen am 12. Mai 2011.</ref>
  • 21:19 Uhr: Die Arbeiter lesen den Wasserstand von Reaktor 1 ab. Der Kern scheint immer noch vollständig mit Wasser bedeckt zu sein; die Einspritzung per Feuerlöschpumpe scheint zu funktionieren.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 21:23 Uhr: Der japanische Premierminister erweitert den Evakuierungsradius um das Kraftwerk auf drei Kilometer. Neben Ōkuma ist nun auch der nördlich anschließende Ort Futaba betroffen, auf dessen Gebiet sich die Blöcke 5 und 6 befinden. Bewohner in einem Umkreis von 10 Kilometern um Reaktorblock 1 sollen ihre Häuser nicht mehr verlassen.<ref name="nisa_26" />
  • 21:51 Uhr: Wegen der hohen Strahlung dürfen die Arbeiter das Reaktorgebäude 1 vorerst nicht mehr betreten.<ref name="kantei-bericht2" />
  • Die ersten von 70 mobilen Notstromgeneratoren sind eingetroffen, aber man kann sie nicht anschließen: Die Anschlusspunkte befinden sich in den überfluteten Untergeschossen der Turbinengebäude, und die mitgelieferten Kabel sind zu kurz, da man wegen der Erdbeben- und Tsunami-Trümmer nicht nahe genug herankommt.<ref name="yomiuri-T110411004567" /><ref name="jaif_84"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 84 (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 113 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 17. Mai 2011: „Generator trucks proved useless at Fukushima plant.“</ref> Man versucht, passende Kabel aufzutreiben.<ref name="berkeley-chronologie" /> Zusätzliche Batterien sollen per Hubschrauber aus einem vom Erdbeben zerstörten<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Story of TEPCO's thermal power plant on the day of earthquake and tsunami (Memento vom 28. April 2011 auf WebCite) (englisch). The Denki Shimbun, 29. März 2011, archiviert vom Original am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref> Kohle- und Ölkraftwerk in Iwaki eingeflogen werden.<ref name="atn-3788886037"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nuclear Crisis at Fukushima (Memento vom 28. April 2011 auf WebCite) (englisch). In: All Things Nuclear. Union of Concerned Scientists, 11. März 2011, archiviert vom Original am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref><ref name="berkeley-chronologie" />
  • 23:00 Uhr: Im Turbinengebäude von Block 1 wird eine erhöhte Strahlung gemessen.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 24:00 Uhr: Der stellvertretende Wirtschaftsminister Motohisa Ikeda trifft in der lokalen Einsatzzentrale in Fukushima ein.<ref name="NISA" /> Er ist für deren Leitung zuständig.<ref name="iaeo-untersuchung" />
Anmerkungen

<references group="Anm." />

12. März

Datei:Reaktor.svg
Reaktorgebäude-Querschnitt: 1. Reaktorkern mit Brennelementen, 4. Sicherheitsbehälter (orange), 5. Abklingbecken, 7. Deckeldichtung, 8. Druckbehälter (gelb), 10. Betoneinfassung, 11. Druckkammer, 24. Haupt-Kondensationskammer
  • 00:00 Uhr: Der Kühlwasserstand in Reaktor 2 kann jetzt mithilfe einer provisorischen Stromversorgung wieder gemessen werden und ist stabil. Tepco bezeichnet den Zustand des Reaktors trotzdem noch als „unklar“. Außerdem meint der Kraftwerksbetreiber, dass in Reaktor 4 bis 6 genügend Reaktorkühlwasser für einen sicheren Betrieb vorhanden sei. Der Reaktor 4 ist allerdings leer – er enthält nichts, was gekühlt werden müsste.<ref name="tepco-11031203" />
  • 00:06 Uhr: Der Kraftwerksleiter ordnet Vorbereitungen für die Druckentlastung von Reaktor 1 an.<ref name="nisa-untersuchung-1109c"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Status of Units 1 Through 3 Venting (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 16. September 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive), abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref>
  • Die Notkühlung von Reaktor 3 funktioniert nicht mehr richtig; der Wasserstand fällt unter den vorgesehenen Bereich, der Druck steigt.<ref name="chart3"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />チャート 3号機 (analoge Datenaufzeichnung von Block 3) (Memento vom 21. Mai 2011 auf WebCite) (japanisch). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 18,5 MB), abgerufen am 20. Mai 2011. Wasserstands- und Druckverlauf auf Seite 11ff., weitere Druckmessung auf Seite 17ff; automatische Druckentlastungen vom Druck- in den Sicherheitsbehälter zu erkennen als Zacken in der grünen Linie. Reaktortemperaturen auf Seite 53f.</ref>
  • Trotz des weiter verdampfenden Kühlwassers<ref name="tepco-110515e10" /> fällt in Reaktor 1 der Druck im Druckbehälter. Vermutlich entweicht der Dampf zusammen mit radioaktiven Stoffen und Wasserstoff durch ein Leck in den Sicherheitsbehälter.<ref name="spiegel-chaos" /> Keiner der Verantwortlichen ist sich dieses Problems bewusst.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NUCLEAR CRISIS: HOW IT HAPPENED / Hydrogen blasts at plant surprised experts (Memento vom 11. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 10. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 12. Juni 2011.</ref> Ein Tepco-Vertreter sagt später, dass der Wasserstoff normalerweise im Sicherheitsbehälter abgebaut wird<ref name="jaif_64" /> (Rekombination), während man laut einer späteren NISA-Untersuchung davon ausging, der Wasserstoff verbliebe im Sicherheitsbehälter.<ref name="nisa-untersuchung-1109a" />
  • 00:45 Uhr: Mit einem mobilen Stromgenerator gelingt es, vom Leitstand aus den Druck im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 abzulesen.<ref name="kantei-bericht2" /> Er ist auf 600 Kilopascal (kPa) angestiegen, bei einem zulässigen Höchstwert von 528 kPa.<ref name="nisa_11" /><ref name="kantei-bericht2" /><ref group="Anm.">Tepco gibt die Drücke absolut an, die NISA teils als Differenz zum äußeren Atmosphärendruck, das heißt um ca. 101 kPa niedriger. Die 600 kPa sind absolut; die NISA gibt hier den <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tepco-Messwert (Memento des Vorlage:IconExternal vom 26. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tepco.co.jp (PDF; 15,5 MB) wieder. Den Auslegungsdruck gibt die NISA relativ an, teils mit 400 und teils mit 427 kPa. Alle Druckangaben in diesem Artikel sind Absolutwerte.</ref> Tepco meldet den „ungewöhnlichen Druckanstieg“ offiziell an die NISA.<ref name="nisa-status"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Conditions of Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station (As of 6:00 May 8, 2011) (Memento vom 8. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 8. Mai 2011, archiviert vom Original am 8. Mai 2011, abgerufen am 8. Mai 2011.</ref>
  • 01:12 Uhr: Nun werden auch für Block 1 die Emissionen bei einer möglichen Druckentlastung um 3:30 Uhr abgeschätzt, mit gleichem Ergebnis.<ref name="speedi-daten" />
  • 01:30 Uhr: Im Büro des Premierministers findet eine Krisensitzung statt. Laut Regierungskreisen drängt man Tepco zu einer Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1,<ref name="yomiuri-T110411004567" /> während der Kraftwerksbetreiber nach eigenen Angaben selbst eine Druckentlastung vorschlägt, und die Regierung dem zustimmt.<ref name="yomiuri-T110619002447" /> So oder so ist das Venting nicht ohne weiteres möglich, weil die elektrischen Ventile außer Betrieb sind.<ref name="yomiuri-T110411004567" />
  • 01:48 Uhr: Der Feuerlöschpumpe in Block 1 ist der Treibstoff ausgegangen. Es gelingt nicht, sie wieder in Betrieb zu nehmen. Bei hohem Reaktordruck ist sie ohnehin wirkungslos.<ref name="kantei-bericht2" />
Datei:Fukushima I Unit 1 accident reactor data.svg
Messwerte und Ereignisse von Reaktor 1; 11. bis 14. März
Datei:Fukushima 1 Nuclear Power Plant 07 (crop).jpg
Vorratstanks mit Reinwasser, Foto von 1999
  • 05:46 Uhr: In den stark überhitzten Reaktor 1 wird mit einer Feuerwehrpumpe Süßwasser aus vorhandenen Reserven eingespritzt. Tepco veröffentlicht diese Information erst zwei Monate später.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="tepco-110524e13"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Analysis and evaluation of the operation record and accident record of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station at the time of Tohoku-Chihou-Taiheiyou-Oki-Earthquake (summary) (Memento vom 25. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 24. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 47 kB), abgerufen am 25. Mai 2011.</ref><ref group="Anm." name="feuerloeschleitung">Die Wassereinspeisung erfolgt über bestehende Feuerlöschanschlüsse des Core Spray System und des Primary Containment Spray Cooling System. Dies sind zwei weitere Kühlkreisläufe, die durch den Stromausfall außer Betrieb sind.</ref> Der hohe Druck im Reaktor begrenzt den Wasserdurchfluss.<ref name="jtimes-nn20110620a2">Reiji Yoshida: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tepco report reveals lack of preparedness (Memento vom 20. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Japan Times, 20. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 20. Juni 2011.</ref> Das an Block 1/2 stationierte Feuerwehrfahrzeug pendelt zwischen einer Zisterne mit Löschwasser und dem Anschluss zum Reaktor hin und her. Vorhandene Hydranten und zwei 8000-m³-Reinwassertanks sind wegen Tsunamischäden unbrauchbar.<ref name="nisa-untersuchung-1109a" />
  • Die von Reaktor 1 ausgehende Strahlung ist inzwischen so hoch, dass das Bedienpersonal im gemeinsamen Leitstand von Block 1/2 sich so weit wie möglich auf der Block-2-Seite aufhält.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 06:07 Uhr: Die Drei-Kilometer-Zone ist evakuiert.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 06:12 Uhr: Arbeiter öffnen von Hand die Sicherheitsventile am Druckbehälter von Reaktor 5.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 06:14 Uhr: Premierminister Naoto Kan fliegt mit einem Hubschrauber zum Kraftwerk Fukushima I, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und Einfluss auf das Krisenmanagement zu nehmen.<ref name="yomiuri-T110608005066"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />NUCLEAR CRISIS: HOW IT HAPPENED / Kan’s visit ‘wasted time’ (Memento vom 11. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 9. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 11. Juni 2011.</ref> Kritiker vermuten später, die Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 habe sich dadurch verzögert.<ref name="yomiuri-T110401005615"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO failures multiply / Compounding of missteps exacerbated nuclear crisis (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 2. April 2011, archiviert vom Original am 17. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • 06:50 Uhr: Die NISA weist Tepco offiziell an, Druck aus dem Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 und 2 abzulassen („the order was issued to control the internal pressure of PCV of Units 1 and 2“).<ref name="NISA" />
  • 07:11 Uhr: Der Premierminister trifft im Kraftwerk ein und drängt nochmals auf eine sofortige Druckentlastung von Reaktor 1. Nach Informationen der Zeitung Yomiuri Shimbun spricht er davon, ein „Selbstmordkommando“ von Arbeitern zu bilden, die diese gefährliche Arbeit übernehmen sollen.<ref name="yomiuri-T110608005066" />
  • 07:40 Uhr: Die Strahlung an der Geländegrenze ist weiter angestiegen auf 0,0025 bis 0,0051 mSv/h,<ref name="nisa_11" /> also ungefähr dem Sechzig- bis Einhundertdreißigfachen des Normalwertes, aber erst einem Bruchteil der in Notfallsituationen zulässigen durchschnittlichen Höchstwerte für Mitarbeiter in japanischen Kernkraftwerken.<ref name="mdn-20110501p2g00m0dm011000c" />
  • Erst jetzt geht man davon aus, dass die Brennstäbe in Reaktor 1 teilweise freiliegen,<ref name="jaif_46"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 46: 20:00, April 8 (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 8. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 146 kB) am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011: „… the water level inside the No. 1 reactor dropped to 45 centimeters above the fuel rods … nearly 7 hours after the March 11th earthquake and tsunami. The fuel rods become exposed 11 hours later.“</ref> weil der Wasserstandsmesser dies anzeigt.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 08:03 Uhr: Kraftwerksleiter Masao Yoshida erteilt kurz vor Naoto Kans Abflug mit dem Hubschrauber die Anweisung, die manuelle Druckentlastung von Reaktor 1 für 9 Uhr vorzubereiten.<ref name="yomiuri-T110619002447"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO workers 'frantic' over vents (Memento vom 23. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuru Shimbun, 20. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 23. Juni 2011.</ref><ref name="kantei-bericht2" />
  • 09:03 Uhr: Die Evakuierung von Ōkuma wird bestätigt.<ref name="kantei-bericht2" /> Wie später bekannt wird, hat man im Krankenhaus 90 nicht mobile Patienten zurückgelassen.<ref name="mainichi-krankenhaus"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Families want answers after 45 people die following evacuation from Fukushima hospital (Memento vom 20. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). The Mainichi Daily News, 26. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 30. September 2011 im Internet Archive), abgerufen am 20. Dezember 2011.</ref>
  • 09:04 Uhr: Abwechselnd, mit Schutzkleidung und Sauerstoffflaschen gesichert wagen die Arbeiter sich in das Reaktorgebäude 1 und öffnen gegen 9:15 Uhr das erste von zwei Druckentlastungsventilen ein wenig. Dieses Ventil wird normalerweise elektrisch betätigt.<ref name="nisa-untersuchung" /><ref name="mainichi-chaos" /><ref>Tagebücher des Versagens. Spiegel Online, 23. Mai 2011.</ref><ref name="kantei-bericht2" />
  • 09:30 Uhr: Die Arbeiter versuchen, auch das zweite, pneumatische Ventil am Sicherheitsbehälter von Hand zu öffnen, geben den Versuch aber wegen zu hoher Strahlung im Reaktorgebäude auf.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="mainichi-chaos" /> Nach späteren Hochrechnungen aus Dosimeteraufzeichnungen waren es ungefähr 300 mSv/h<ref name="spiegel-chaos" /> – ein Wert, bei dem innerhalb von eineinhalb Stunden akute Strahlenkrankheit auftritt. Die NISA meldet später, dass um 09:30 Uhr eine Druckentlastung vorgenommen wurde.<ref name="nisa_12"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information(the 12th Release) (As of 09:30 March 12, 2011) (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 12. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 22. März 2011 im Internet Archive) am 27. April 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref>
  • 9:51 Uhr: Tepco-Präsident Masataka Shimizu gibt die Anweisung, das Reaktorgebäude 1 wegen der hohen Strahlung nicht mehr zu betreten.<ref name="mainichi-chaos" />
  • 10:07 Uhr: Im Umkreis von 20 Kilometern um Fukushima I wird ein Luftsperrgebiet eingerichtet.<ref name="luftsperrgebiet1">Robert Sham: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Re: RJSS/SDJ (Sendai Airport – Japan – 11/Mar/2011) msg1473262 (Memento vom 15. April 2011 auf WebCite) (englisch). IVAO Community Forum – France, 12. März 2011, archiviert vom Original am 15. April 2011, abgerufen am 15. April 2011: „B1048/11 … ALL ACFT ARE REQUESTED TO AVOID FLYING THE FLW AIRSPACE AIRSPACE WITHIN A RADIUS OF 20KM FM 372529N1410158E THE TOKYO ELECTRIC POWER CO.,INC. FUKUSHIMA NR1“.</ref>
  • 10:17 bis 10:24 Uhr: Mehrere Versuche, das zweite Ventil in Block 1 vom Leitstand aus zu öffnen.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 10:30 Uhr: Die Messfühler im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 zeigen keine erkennbare Veränderung des Drucks,<ref name="nisa-praesentation" /> aber die Strahlung an der Geländegrenze steigt auf 0,39 mSv/h.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 10:50 Uhr: Rückgang der Strahlung an der Geländegrenze auf 0,007 mSv/h<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 11:00 Uhr: Es wird immer noch am Anschluss der mobilen Generatoren gearbeitet.<ref name="nisa_13"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information(the 13th Release) (As of 11:00 March 12, 2011) (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 12. März 2011, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref>
  • 11:00 Uhr: Der Wasserstand in Reaktor 2 ist etwas niedriger als üblich, aber stabil. Das dampfbetriebene Kühlsystem funktioniert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 11AM March 12th) (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 12. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref> Die Drücke im Reaktor sind im Normalbereich.<ref name="tepco-daten"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />プラント関連パラメータ 数表データ (Tabelle der Anlagenparameter) (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) (japanisch). Tepco, 16. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 15,5 MB) am 19. Mai 2011, abgerufen am 19. Mai 2011.</ref> Trotzdem wird eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters versucht, die mangels Überdruck ohne Ergebnis ist.<ref name="jt-2011-05-19"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Venting failed twice at Fukushima plant, possibly damaging reactor: TEPCO (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Japan Today, 19. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref><ref name="kantei-bericht2" />
  • 11:36 Uhr: Die Notkühlung von Block 3 fällt aus.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 12:02 Uhr: Ein erneuter Druckentlastungsversuch bei Reaktor 2 funktioniert ebenfalls nicht: Die Ventile schließen sich sofort wieder.<ref name="jt-2011-05-19" />
  • 12:25 Uhr: In Block 3 schaltet sich ein weiteres, stärkeres Notkühlsystem ein und stabilisiert den Wasserstand.<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="chart3" /><ref group="Anm.">Nun hat sich das HPCI-System eingeschaltet.</ref> Der Reaktordruck fällt stark ab, vermutlich wegen Erdbebenschäden an den Kühlwasserleitungen.<ref name="jaif_93" />
  • Die NISA teilt mit, dass in Fukushima I möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 13:42 Uhr: Die Arbeiter öffnen ein anderes pneumatische Druckentlastungsventil von Reaktor 1 mit einem Kompressor.<ref name="speedi-daten" /><ref name="kantei-bericht2" />
  • 14:30 Uhr: Tepco meldet, dass die Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 erfolgreich war.<ref name="tepco-11031222e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Impact to TEPCO's Facilities due to Miyagiken-Oki Earthquake (as of 3PM) (Memento vom 3. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 12. März 2011, archiviert vom Original am 3. April 2011, abgerufen am 12. März 2011.</ref> Später werden Vermutungen geäußert, dass das Venting-System wegen des Stromausfalls oder wegen gebrochener Rohre versagt habe und dadurch der Wasserstoff in das Reaktorgebäude gelangt sei.<ref>U.S. Experts Blame Fukushima 1 Explosions and Radiation on Failed Venting System, New York Times (25. März 2011), abgerufen am 8. April, archiviert am 8. April: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seite 1 (Memento vom 8. April 2011 auf WebCite), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seite 2 (Memento vom 8. April 2011 auf WebCite)</ref><ref name="yomiuri-T110413004031"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />One crisis after another harried TEPCO's response (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 14. April 2011, archiviert vom Original am 14. Mai 2011, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref>
  • 14:49 Uhr: In der Umgebung von Block 1 wird radioaktives Caesium nachgewiesen.<ref name="jaif-chronologie" />
  • 14:53 Uhr: Ende der Süßwassereinspeisung in Reaktor 1; die Reserven sind erschöpft.<ref name="nisa-untersuchung" /> Insgesamt 80 Kubikmeter wurden eingepumpt.<ref name="tepco-wasser1" />
  • 15:01 Uhr: Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam<ref name="webcam">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Webcam) (japanisch). Tepco, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref> zeigt erstmals den Austritt von Dampf aus dem Schornstein von Block 1/2. Der Dampf weht in Richtung Westen, also übers Land.<ref name="webcam-2011-03-12">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (russisch). libres, 12. März 2011, abgerufen am 16. Mai 2011. Archiviert als <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kopie (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) am 17. Mai 2011.</ref>
  • 15:04 Uhr: 40 Arbeiter haben von Hand ein 200 Meter langes und eine Tonne schweres Stromkabel von den Generatorwagen zu Block 2 verlegt und dort an einen Verteiler für Block 1/2 angeschlossen.<ref name="kantei-bericht2" /><ref name="nisa_16"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information(the 13th Release) (As of 20:05 March 12, 2011) (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 12. März 2011, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref>
  • 15:18 Uhr: Tepco ist bereit, Meerwasser in den Reaktor 1 zu pumpen, wartet aber noch auf eine Freigabe durch den Premierminister und die NISA.<ref name="tepco-wasser1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Time-line Regarding Seawater Injection to Unit 1 at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 26. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 26. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 26. Mai 2011.</ref>
  • ca. 15:25: Während der Stromanschlussarbeiten für eine Kühlwasserpumpe kommt es im Reaktorgebäude 1 zu einer Wasserstoffexplosion zwischen Sicherheitsbehälter und Außenhülle (aufgezeichnet oder gemeldet um 15:36 Uhr). Das Dach des Gebäudes wird zerstört; eine Rauch- und Staubwolke breitet sich aus.<ref>Bayerisches Fernsehen: @1@2Vorlage:Toter Link/www.br-online.deVideo der Explosion von Block 1 von Fukushima I (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Vier Arbeiter werden leicht verletzt.<ref>Chico Harlan und Steven Mufson: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japanese nuclear plants’ operator scrambles to avert meltdowns (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). The Washington Post, 13. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 13. März 2011.</ref> Die gerade erst hergestellte Notstromversorgung wird wieder zerstört, und die Schläuche für die Meerwassereinleitung werden beschädigt. Die Arbeiten an Block 1 werden unterbrochen.<ref name="kantei-bericht2" /> Einer Stellungnahme der Regierung zufolge wurde der Sicherheitsbehälter des Reaktors nicht beschädigt.<ref name="kyodonew-2011-03-12-en"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Explosion did not occur at Fukushima reactor: Japan spokesman (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 12. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. März 2011.</ref>
  • 15:29 Uhr: Mit 1,0 mSv/h<ref name="berkeley-chronologie" /> überschreitet die Strahlung an der westlichen Geländegrenze den zulässigen Grenzwert<ref name="tepco-11031224"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness (Extraordinary increase of radiation dose at site boundary) (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 12. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref> von 0,5 mSv/h.<ref name="nisa_16" />
  • Die Regierung ist überrascht. Niemand hatte sie darüber informiert, dass das Venting in einer Wasserstoffexplosion enden könnte.<ref name="jaif_64" />
  • Mangels Stromversorgung fallen in Block 1 die Messgeräte für den Zustand des Reaktors aus.<ref name="nisa-praesentation" /><ref name="yomiuri-chaos" />
  • 16:17 Uhr: Tepco bemerkt, dass die Überschreitung des Strahlungsgrenzwertes an der Geländegrenze meldepflichtig ist, und meldet das Ereignis an die NISA.<ref name="tepco-11031224" />
  • 17:00 Uhr: Die NISA stellt fest, dass Tepco eine Überschreitung des Strahlungsgrenzwertes an der Geländegrenze gemeldet hat.<ref name="NISA" />
  • ca. 17:20 Uhr: Wiederaufnahme der Arbeiten an Block 1<ref name="nisa-untersuchung-1109b" />
  • Die Notstrombatterien von Block 3 haben 26 Stunden lang durchgehalten, aber nun reicht ihre Leistung nicht mehr aus. Das Notkühlsystem beginnt, zu versagen; der Wasserstand im Reaktor fällt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan’s Fukushima nuclear plant faces new reactor problem (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Reuters, 12. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. März 2011.</ref>
  • 17:55 Uhr: Laut späterer Untersuchungen gibt das Wirtschaftsministerium zu diesem Zeitpunkt möglicherweise eine Anweisung, Meerwasser in Reaktor 1 einzuleiten.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 18:25 Uhr: Premierminister Naoto Kan ordnet eine Erweiterung des Evakuierungsradius auf 20 Kilometer um das Kraftwerk an.<ref name="nisa_26" /> Dies betrifft zusätzlich die Orte Nahara und Kawauchi sowie Randgebiete von Minamisōma und Tamura. In der 20-Kilometer-Zone rechnet die Regierung mit Ortsdosisleistungen von über 50 Millisievert pro Jahr.<ref name="kyodo-83604"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gov't reviewing radiation exposure level for evacuation (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (de). Kyodo News, 6. April 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 6. April 2011.</ref>
  • Das deutsche Auswärtige Amt gibt eine Teilreisewarnung für Tokio und den Nordosten Japans heraus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan-Liveticker. (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) In: tagesschau.de, 12. März 2011, archiviert vom Original am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref>
  • Geplante Druckentlastungen der Reaktoren 2 und 3 verzögern sich wegen Sicherheitsbedenken.<ref name="tepco-11031229e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 8PM March 12th) (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 12. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011. Bislang hieß es immer nur „We are preparing to implement measures to reduce the pressure …“; nun wurde der Vorsatz „After fully securing safety“ hinzugefügt.</ref>
  • 19:04 Uhr: Die Arbeiter im Kraftwerk beginnen, mit einer Feuerwehrpumpe und über eine Feuerlöschleitung<ref group="Anm." name="feuerloeschleitung" /> Meerwasser in Reaktor 1 einzuspritzen.<ref name="tepco-wasser1" /><ref name="NISA"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 57th Release) (As of 15:30 March 27th, 2011) (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 27. März 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • 19:25 Uhr: Tepco entscheidet, die Wassereinleitung in Reaktor 1 zu unterbrechen, da noch keine Freigabe des Premierministers vorliegt. Der Kraftwerksleiter setzt sich darüber hinweg und setzt das Einpumpen von Meerwasser fort.<ref name="tepco-wasser1" />
  • 19:55 Uhr: Nun gibt Premierminister Kan die Freigabe zur Einleitung von Meerwasser.<ref name="NISA" />
  • 20:00 Uhr: Laut Tepco-Meldung ist angeblich das Notkühlsystem von Reaktor 2 ausgefallen. Der Wasserstand im Reaktor ist aber stabil.<ref name="tepco-11031229e" /><ref name="nisa-praesentation" />
  • 20:05 Uhr: Die NISA weist Tepco offiziell an, Meerwasser in Reaktor 1 einzuleiten.<ref name="NISA" />
  • 20:20 Uhr: Laut offizieller NISA-Dokumente beginnt jetzt die Meerwasserkühlung von Reaktor 1.<ref name="NISA" />
  • 20:41 Uhr: erste Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3<ref name="NISA" />
  • 20:45 Uhr: Dem Reaktor-1-Kühlwasser wird Borsäure als Neutronenabsorber zugefügt,<ref name="nisa-untersuchung" /> um das Risiko einer Kritikalität zu verringern. Kernreaktoren sind nicht für die Einspeisung von Salzwasser vorgesehen und werden dadurch beschädigt.
  • Auch das österreichische Außenministerium gibt eine Teilreisewarnung für Japan heraus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Partielle Reisewarnung für Nordosten Japans. (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) Wiener Zeitung, 12. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. April 2011.</ref>
  • 22:15 Uhr: Die Wassereinspritzung in Reaktor 1 muss wegen eines Nachbebens für einige Stunden unterbrochen werden.<ref name="caltech-vorlesung" /><ref name="berkeley-chronologie">Kohta Juraku: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronological outline of the nuclear accidents in Japan (Memento vom 28. April 2011 auf WebCite) (englisch). University of Tokyo / Berkeley Nuclear Research Center, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. März 2011 im Internet Archive) am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref>
  • Die japanische Atomaufsichtsbehörde (NISA) stuft die Vorfälle in Fukushima I auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse mit Stufe 4 von 7 („Unfall“) ein.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Explosion in Fukushima 1 als „Unfall“ eingestuft. (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) NZZ Online, 12. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. März 2011.</ref>
  • Man vermutet, dass die Generatoren im Turbinengebäude von Block 4 noch funktionsfähig sein könnten. Nach Stunden gelingt es Arbeitern, die vom Tsunami verklemmten Türen zu öffnen, aber der Versuch war vergeblich – die Elektrik von Block 4 ist unbrauchbar.<ref name="yomiuri-T110413004031" />
Anmerkungen

<references group="Anm." />

13. März

  • 02:44 Uhr: Die Notkühlung von Block 3 fällt plötzlich aus,<ref name="chart3" /> wegen erschöpfter Batterien<ref name="kantei-bericht2" /> oder eines zu niedrigen Reaktordrucks.<ref name="nisa-untersuchung" /> Tepco versucht, sie wieder in Betrieb zu nehmen.<ref name="tepco-11031303e" /><ref group="Anm." name="eccs">Das HPCI-System ist ausgefallen. Nun versucht man es noch einmal mit dem RCIC.</ref>
  • 03:08 Uhr: Die Strahlung an der westlichen Geländegrenze ist auf 0,003 bis 0,04 mSv/h zurückgefallen.<ref name="nisa_19"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information(the 19th Release). (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) NISA, 13. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 28. Januar 2013 auf WebCite) am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref>
  • 04:15 Uhr: Schneller Abfall des Wasserstands in Reaktor 3<ref name="berkeley-chronologie" />
  • Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) haben ungefähr 30.000 Menschen die 10-Kilometer-Zone um das Kraftwerk verlassen.<ref name="iaea-2011-03-12"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update Log (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) (englisch). IAEO, 12. März 2011, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011.</ref>
  • 05:10 Uhr: Alle Notkühlsysteme von Reaktor 3 haben versagt. Tepco meldet einen Ausfall der Kühlung an die Aufsichtsbehörde.<ref name="tepco-11031303e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Occurrence of a Specific Incident Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 13. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref><ref name="nisa_19" /> Zu diesem Zeitpunkt liegen die Brennstäbe fast vollständig trocken,<ref name="nisa-praesentation" /> das heißt, sie werden jetzt sehr heiß, es bilden sich große Mengen an Wasserstoff, und die Brennstäbe beginnen zu bersten und möglicherweise auch zu schmelzen.
  • Ein an Block 5/6 stationierter Löschwagen der Werkfeuerwehr wird zum Wasserpumpen zu Block 3 beordert.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" />
Datei:Fukushima I accidents containment pressures.svg
Sicherheitsbehälter-Drücke und Venting-Zeitpunkte
  • 08:33 Uhr: Anstieg der Strahlung an der Geländegrenze auf 1,2 mSv/h.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 08:41 Uhr: Abschluss der Vorbereitung für eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3.<ref name="nisa-untersuchung-1109c" />
  • 08:50 Mithilfe von Autobatterien werden die Überdruckventile des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3 geöffnet.<ref name="kantei-bericht2" /> Der Druck im Druckbehälter fällt schlagartig ab,<ref name="chart3" /> während er im Sicherheitsbehälter ansteigt (siehe Grafik).
  • 09:08 Uhr: Beginn von Süßwassereinspritzung in den Druckbehälter von Reaktor 3 über die Feuerlöschleitung.<ref name="kantei-110313_1100_00"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Outline regarding management of Fukushima Daiichi Unit 3 (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite). Kantei, 13. März 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref><ref name="NISA" /> Die 3,70 Meter langen Brennstäbe<ref name="grs-technische-daten"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Technische Daten Fukushima Nr. 1 im Normalbetrieb (Memento vom 6. April 2011 auf WebCite) (pdf). GRS, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 6. April 2011 auf WebCite) (PDF; 50 kB) am 7. April 2011, abgerufen am 7. April 2011.</ref> scheinen nun auf gut 3 Metern Länge trocken zu liegen,<ref name="nisa-praesentation" /> allerdings gibt es Zweifel daran, ob die Wasserstandsanzeige noch korrekt funktioniert.<ref name="wnn-1303111"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Efforts to manage Fukushima Daiichi 3 (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). World Nuclear News, 14. März 2011, archiviert vom Original am 14. Mai 2011, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref>
  • 09:20 Uhr: Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3.<ref name="kantei-110313_1100_00" /><ref name="NISA" /><ref name="tepco-daten" />
  • 09:25 Uhr: Dem in Reaktor 3 eingeleiteten Wasser wird Borsäure beigemischt.<ref name="kantei-110313_1100_00" />
  • 09:30 Uhr: Rückgang der Strahlung an der Geländegrenze auf 0,07 mSv/h<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 10:00 Uhr: Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam<ref name="webcam" /> zeigt zum zweiten Mal einen Dampfaustritt aus dem mittleren Schornstein.<ref name="webcam-2011-03-13"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/inethub.olvi.net.ua (russisch). libres, 13. März 2011, abgerufen am 16. Mai 2011. Archiviert als am 17. Mai 2011.</ref>
  • 11:00 Uhr: Die NISA meldet eine Druckentlastung von Reaktor 2, aber es gibt keine Indizien dafür, dass sie zu diesem Zeitpunkt tatsächlich stattfand.<ref name="NISA" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0pm March 13th) (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 13. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref><ref group="Anm.">Die NISA wird die Meldung über die Druckentlastungen von Reaktor 2 und 3 erst nachträglich ab ihrem 47. Bericht vom 24. März melden. Tepco meldet am 13. März um 12:00 Uhr „Unit 2: … measures for lowering the pressure of reactor containment vessel has been taken“, das heißt man ist einen Schritt weiter als beim letzten Bericht („we are preparing to implement a measure to reduce the pressure …“). Allerdings gibt es anders als bei Block 3 um 9 Uhr keine weiteren Informationen zur tatsächlichen Durchführung und Abschluss dieses Ventings. Die Strahlungsmessdaten vom Gelände zeigen auch keinen Anstieg.</ref>
  • 12:30 Uhr: Druckentlastung von Reaktor 3: Das pneumatische Ventil hatte sich von alleine geschlossen und wurde erneut geöffnet.<ref name="kantei-bericht2" />
  • In Reaktor 3 beginnt eine Kernschmelze.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 13:01 und 14:01: Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam zeigt einen Dampfaustritt aus dem mittleren Schornstein. Der Dampf weht zuerst nach Osten und dann nach Westen.<ref name="webcam-2011-03-13" />
  • 13:12 Uhr: Nachdem es Probleme mit der Pumpe gab, wurde die Wassereinspritzung in Reaktor 3 auf Meerwasser umgestellt.<ref name="kantei-110313_1530">Yukio Edano: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Press Conference by the Chief Cabinet Secretary (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Kantei, 13. März 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref><ref name="NISA" />
  • 14:00 Uhr: Der Anschluss der mobilen Generatoren an Block 2 ist gelungen („For Unit 2: Electric Power Source secured“); die weitere Stromversorgung für die Steuerung der dampfbetriebenen Notkühlung ist damit sichergestellt.<ref name="nisa_20"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information(the 20th Release). (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) NISA, 13. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 9. April 2011 im Internet Archive) am 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref> Anscheinend gelingt dies am gleichen Tag auch bei Block 1, denn die Messgeräte von Reaktor 1 beginnen wieder zu funktionieren.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 15:38 Uhr: Regierungssprecher Yukio Edano sagt, man gehe jetzt von einer Kernschmelze in Reaktor 3 aus, und es bestünde das Risiko einer Explosion in diesem Block. Auch in Reaktor 1 bestehe die „hohe Möglichkeit“ einer Kernschmelze.<ref name="washingtonpost-edano-kernschmelze"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japanese nuclear plants’ operator scrambles to avert meltdowns (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). The Washington Post, 13. März 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 13. März 2011.</ref><ref name="caltech-vorlesung" />
  • Der Fernsehsender NHK berichtet mit Berufung auf die Präfekturverwaltung Fukushima, dass 62.000 von 70 bis 80.000 betroffenen Menschen aus der 20-Kilometer-Zone um das Kraftwerk evakuiert wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Evacuation advised for 80,000 near nuclear plants (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) (englisch). In: NHK World News. NHK, 13. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 16. März 2011 im Internet Archive) am 9. April 2011.</ref> Die IAEO spricht von 170.000 bereits evakuierten<ref name="iaea-2011-03-12" /> und 200.000 betroffenen,<ref name="contratom1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />GAU in Japan – Fukushima I Block 1. (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) contrAtom, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011: „Offizielle Stellungnahme der IAEA: … Es werden 200.000 Menschen evakuiert.“</ref> weil sie versehentlich die Bevölkerung von nur teilweise evakuierten Stadtgebieten voll mitzählt.<ref name="iaea-2011-03-14"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update Log (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) (englisch). 14. März 2011, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011.</ref><ref group="Anm.">Die komplett evakuierten Orte Ōkuma, Futaba und Tomioka haben rund 11.200, 6.900 bzw. 15.800 Einwohner. Bei den größtenteils evakuierten Orten Namie, Nahara und vermutlich auch Kawauchi sind es rund 20.700, 7.900 bzw. 2.900 Einwohner; hinzu kommen noch kleinere Teile von Minamisoma (71.000). Die IAEO nennt außerdem noch Tamura (41.400) und Hirono (5.400), deren Wohngebiete jedoch weit außerhalb der 20-Kilometer-Zone liegen. (Quellen: Einwohnerzahlen laut IAEO, Wohngebiete aus Google Earth, Karte der Evakuierungszonen)</ref> Die Medien bauen diese Zahl weiter zu „über 200.000“ aus.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wie gefährlich ist die Atom-Katastrophe?. (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) n-tv, 16. März 2011, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011.</ref><ref>Polizei will Abklingbecken mit Wasserwerfern kühlen. Spiegel Online, 16. März 2011.</ref>
Datei:US Navy 110315-N-5503T-577 HH-60H Sea Hawk helicopters from the Black Knights of Helicopter Anti-Submarine Squadron (HS) 4 prepare to lift off afte.jpg
USS Ronald Reagan im Einsatz vor Japan (Foto vom 15. März)
  • Der Flugzeugträger Ronald Reagan wird hundert Meilen vor der japanischen Küste radioaktiv kontaminiert und liefert damit den ersten Hinweis auf die Existenz einer „radioaktiven Wolke“ über dem Pazifik.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Military Crew Said to Be Exposed to Radiation, but Officials Call Risk in U.S. Slight (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (englisch). New York Times, 13. März 2011, archiviert vom Original am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011.</ref>
  • Vom 13. bis zum 15. März wird an einer Messstation 1,5 Kilometer südwestlich der Reaktorblöcke 1 und 2 dreizehnmal Neutronenstrahlung mit einer Stärke von 0,01 bis 0,02 Mikrosievert pro Stunde (µSv/h) gemessen. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass es in einem der Reaktoren oder Abklingbecken zu einer unkontrollierten Kritikalität („Kettenreaktion“) gekommen ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Neutron beam observed 13 times at crippled Fukushima nuke plant (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 23. März 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • 24:00 Uhr: Auch das Messgerät für den Wasserstand im Druckbehälter von Reaktor 1 scheint wieder zu funktionieren. Es zeigt an, dass die Brennelemente ungefähr zur Hälfte mit Wasser bedeckt sind, und bei dieser Anzeige bleibt es auch in den kommenden Wochen.<ref name="nisa-praesentation" /> Man ahnt noch nicht, dass die Messwerte falsch sind.
Anmerkungen

<references group="Anm." />

14. März

  • Nach Regierungsangaben befinden sich noch 400 Menschen in der 20-Kilometer-Zone.<ref>Yukio Edano: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Press Conference by the Chief Cabinet Secretary (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Kantei, 14. März 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref>
  • 01:10 Uhr: Laut NISA muss die Meerwassereinspritzung in Reaktor 3 unterbrochen werden, weil das Wasserbassin leer ist.<ref group="Anm.">Die NISA meldet dies für Block 3 und Block 1. Die Messwerte vom 14. März zeigen aber bei Block 1 keine Veränderung des Wasserstandes, und die spätere Meldung für die Wiederaufnahme kommt nur für Block 3. Vermutlich war die Meldung für Block 1 falsch.</ref> Der Wasserstand im Druckbehälter verändert sich aber vorerst nicht.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 03:20 Uhr: Laut NISA wird die Meerwassereinspritzung in Reaktor 3 wieder aufgenommen.<ref name="NISA" /> Tatsächlich beginnt aber genau zu diesem Zeitpunkt der Wasserstand im Druckbehälter zu fallen, während der Druck ansteigt.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 04:08 Uhr: Die Temperatur im Abklingbecken von Block 4 hat sich auf 84 °C erhöht<ref name="NISA" /> und liegt damit weit über dem Normalwert von bis zu 40 °C.
  • 05:20 Uhr: Die Druckentlastungsventile an Reaktor 3 werden erneut geöffnet,<ref name="kantei-bericht2" /> aber der Druck steigt weiter. Die Brennstäbe liegen nun wieder weitgehend trocken,<ref name="nisa-praesentation" /> die Zersetzungsprozesse im Reaktorkern beschleunigen sich wieder.
  • 06:20 Uhr: Nach dem Ausfall mehrerer Kraftwerke<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status of TEPCO's Facilities and its services after the Tohoku-Chihou-Taiheiyou-Oki Earthquake (as of 4:00PM) (Memento vom 24. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 14. April 2011, archiviert vom Original am 24. April 2011, abgerufen am 24. April 2011.</ref> kommt es zur Stromknappheit im Versorgungsnetz von Tepco. Tepco beginnt mit sogenannten „rolling blackouts“, das heißt zeitlich rollierende Stromabschaltungen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Implementation of rolling blackout and request for further energy saving (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). 13. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref>
  • ca. 7 Uhr: Der Druck im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 hat 500 kPa erreicht und stabilisiert sich auf diesem Niveau, während der Wasserstand im Reaktor nun wieder ansteigt.<ref name="nisa-praesentation" /> Möglicherweise versagen die Sicherheitsbehälter-Dichtungen von Reaktor 3 bereits bei 500 kPa, und das Gemisch aus Dampf, Wasserstoff und radioaktiven Partikeln entweicht in das Reaktorgebäude;<ref name="lochbaum-theorie" /><ref name="nisa-untersuchung" /> vielleicht gelangten die Gase aber auch durch eine Fehlfunktion des Druckentlastungssystems dorthin (oder durch beides).
  • 07:44 Uhr: Tepco hat einen ungewöhnlichen Druckanstieg im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 an die Aufsichtsbehörde gemeldet.<ref name="nisa-status" /> Der Druck bleibt weiter bei 500 kPa.
  • 09:30 Uhr: Nun bestätigt auch die IAEO, dass die Blöcke 1 und 2 durch die mobilen Generatoren wieder mit Strom versorgt werden. Außerdem werde an einer Wiederherstellung der externen Stromversorgung gearbeitet.<ref name="iaea-2011-03-14" />
  • Die Streitkräfte liefern 35 Tonnen Süßwasser an. Es wird in die Grube umgefüllt, aus der bislang das Meerwasser für Reaktor 3 entnommen wird.<ref name="kantei-bericht2" />
  • 11:01 Uhr: In Reaktorblock 3 ereignet sich eine heftige Explosion, nach offiziellen Angaben eine Wasserstoffexplosion. Videoaufnahmen zeigen einen Feuerball im oberen Bereich des Gebäudes und eine dunkle, schnell und senkrecht nach oben aufsteigende Rauchsäule.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan Fukushima Explosion von Reaktor 3 (Video). (Memento vom 24. Februar 2013 im Internet Archive) Youtube, 14. März 2011, abgerufen am 19. März 2011.</ref> Nach Angaben der NISA werden elf Menschen verletzt; nach einem unbestätigten Bericht des Daily Telegraph gibt es sechs Tote.<ref name="telegraph-8408863">Andrew Gilligan und Robert Mendick: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan tsunami: Fukushima Fifty, the first interview (Memento vom 8. April 2011 auf WebCite) (englisch). The Telegraph, 27. März 2011, archiviert vom Original am 8. April 2011, abgerufen am 2. April 2011: “The six of them are now dead, buried under flying concrete.” – “It was just pitch black …”.</ref> Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers bleibt der Sicherheitsbehälter intakt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />White smoke around the Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 3 (3rd release) (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 14. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref>
  • Die Wasserversorgung von Reaktor 3 stoppt wegen Explosionsschäden an der Feuerwehrausrüstung. Außerdem ist die Grube mit Vorratswasser unbrauchbar, weil Schutt hineingefallen ist.<ref name="kantei-bericht2" />
  • Die Explosion von Reaktorgebäude 3 hat möglicherweise auch das Kühlsystem von Block 2 (oder dessen Stromversorgung?) beschädigt.<ref name="caltech-vorlesung" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radiation levels spike at Japanese nuclear plant. (Memento vom 4. Mai 2011 auf WebCite) CNN, 15. März 2011, archiviert vom Original am 4. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2011: „The cooling system at that unit was damaged by a hydrogen explosion at the No. 3 unit“.</ref>
  • Die Ausblasklappe des Reaktorgebäudes 2 (eine mehrere Quadratmeter große Öffnung an der Ostseite<ref name="nisa_29"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 29th Release) (As of 06:30 March 18th, 2011) (Memento vom 8. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 18. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 8. Mai 2011 auf WebCite) am 8. Mai 2011, abgerufen am 8. Mai 2011: „White smoke continues to be generated from the Blow-out Panel of reactor building.“</ref>) wird geöffnet, damit Wasserstoff entweichen kann. So soll eine Explosion wie bei Block 3 verhindert werden.<ref name="NISA" />
  • Ein Ölbrand in Block 3 verursacht weitere Schäden.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 12:00 Uhr: Die Messgeräte zeigen an, dass die Brennstäbe von Reaktor 3 wieder zu etwa 40 Prozent mit Wasser bedeckt sind. Bei dieser Anzeige bleibt es auch während der kommenden Wochen.<ref name="nisa-praesentation" />
Datei:Fukushima I Unit 2 accident reactor data.svg
Messwerte und Ereignisse von Reaktor 2; 13. bis 15. März
  • 13:18 oder 13:25 Uhr: Der Wasserstand im Druckbehälter von Reaktor 2 ist zurückgegangen. Tepco schließt daraus, dass das Notkühlsystem von Reaktor 2 ausgefallen ist, und meldet dies an die NISA.<ref name="NISA" /><ref name="tepco-11031403"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Occurrence of a Specific Incident (Failure of reactor cooling function) Stipulated in Article 15, Clause 1 of the Act on Special Measures Concerning Nuclear Emergency Preparedness (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 14. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref><ref group="Anm.">Tepco meldet für Block 2 einen Ausfall des RCIC-Systems, das seit dem Stromausfall am 11. März in Betrieb war. Das leistungsstärkere HPCI-System kam offenbar nicht mehr zum Einsatz.</ref>
  • 13:49 Uhr: Eingang der Meldung von 13:25 bei der NISA.<ref name="NISA" />
  • 16:34 Uhr: Die Vorbereitungen für eine Meerwassereinspeisung in den Druckbehälter von Reaktor 2 sind abgeschlossen. Die Pumpe ist in Betrieb, aber der Reaktordruck ist noch zu hoch.<ref name="jaif-status"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status of nuclear power plants in Fukushima as of 16:00 March 27 (Estimated by JAIF) (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 27. März 2011, archiviert vom Original (PDF; 276 kB) am 23. April 2011, abgerufen am 22. April 2011, S. 4.</ref><ref name="nisa-untersuchung-1109b" /> Anscheinend lässt sich ein Überdruckventil zunächst nicht öffnen,<ref name="caltech-vorlesung" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Entscheidendes Ventil in Fukushima-Reaktor klemmt. (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) Welt Online, 14. März 2011, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011.</ref> weil ein Luftstrommessgerät versehentlich abgeschaltet wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fuel rods fully exposed again at Fukushima nuclear power plant (Memento vom 15. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Xinhua News Agency, 14. März 2011, archiviert vom Original am 15. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • 17:00 Uhr: Die Brennstäbe in Reaktor 2 liegen teilweise frei.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 18:00 Uhr: Die Brennstäbe von Reaktor 2 liegen jetzt vollständig trocken.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 18 bis 19 Uhr: Druckentlastung des Druck- und Sicherheitsbehälters von Reaktor 2<ref name="nisa-untersuchung-1109b" />
  • 19:20 Uhr: Die Arbeiter haben nicht bemerkt, dass der Wasserpumpe an Block 2 der Treibstoff ausgegangen ist. Das Wassereinspritzen verzögert sich nochmals; die Pumpe muss neu betankt werden.<ref name="nisa-untersuchung-1109b" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Risk of meltdown increases at Japan nuclear reactor (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Los Angeles Times, 14. März 2011, archiviert vom Original am 15. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • 19:30 Uhr: Zwei Arbeiter im Kraftwerk werden vermisst. Ihr letzter bekannter Aufenthaltsort war das Turbinengebäude von Block 4, vor dem Erdbeben am 11. März.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 23rd Release) (Memento vom 19. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). NISA, 14. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 22. März 2011 im Internet Archive), abgerufen am 19. Mai 2011.</ref>
  • In Reaktor 2 beginnt eine Kernschmelze.<ref name="tepco-110524e13" /><ref name="nisa-untersuchung" />
  • 20:33 Uhr: Beginn der Meerwassereinspeisung in Reaktor 2 über die Feuerlöschleitung<ref name="NISA" />
  • Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 20:50 Uhr: Tepco geht davon aus, dass ein Teil der Brennstäbe in Reaktor 2 beschädigt ist.<ref name="jaif_6"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 6 (Memento vom 28. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 15. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 21. März 2012 im Internet Archive) (PDF; 27 kB) am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref>
  • Fortsetzung der Meerwassereinspeisung in Reaktor 3 mit neuer Ausrüstung<ref name="nisa-untersuchung-1109b" /> [Zeitpunkt unklar]
  • 21:55 Uhr: Im Areal um das Kraftwerk wird eine erhöhte Strahlung gemessen. [Quelle? Messwerte?]
  • 22:00 Uhr: Das Wasserstandsmessgerät von Reaktor 2 zeigt an, dass die Brennstäbe nun wieder gut zur Hälfte mit Wasser bedeckt sind, auch in den kommenden Tagen und Wochen.<ref name="nisa-praesentation" /> Man ahnt noch nicht, dass das Messgerät defekt sein könnte.<ref name="wsj-SB10001424052748703509104576325110776621604"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Cores Damaged at Three Reactors (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Wallstreet Journal, 16. Mai 2011, archiviert vom Original am 17. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref>
  • 22:50 Uhr: Tepco meldet einen ungewöhnlichen Druckanstieg im Druckbehälter von Reaktor 2 an die NISA;<ref name="jaif-status" /> die NISA notiert einen rückläufigen Wasserstand im Druckbehälter.<ref name="NISA" /> Der Druck steigt von 400 auf 750 kPa.<ref name="nisa-praesentation" />
  • Der Kraftwerksbetreiber erwägt, das Kraftwerk wegen zu großer Gefahren für die Mitarbeiter aufzugeben, erhält jedoch keine Erlaubnis der Regierung.<ref name="nyt-misstrauen">Norimitsu Onishi und Martin Fackler: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />In Nuclear Crisis, Crippling Mistrust (Memento vom 24. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). New York Times, 12. Juni 2011.</ref>
Datei:Narashino, Chiba,blackout20110315.JPG
Tepco hat der Stadt Narashino in der Präfektur Chiba den Strom abgeklemmt.
  • In den Evakuierungszentren sind Jodtabletten für 230.000 Menschen vorhanden, werden aber vorerst nicht ausgegeben.<ref name="iaea-2011-03-14" />
  • In Deutschland entscheidet Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass alle siebzehn deutschen Kernkraftwerke einer zusätzlichen Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden sollen. Während des dafür vorgesehenen Zeitraums von drei Monaten sollen die sieben ältesten deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet werden (→ siehe Atom-Moratorium).
Anmerkungen

<references group="Anm." />

15. März

  • 00:00 Uhr: Die NISA entscheidet sich, ein Angebot der IAEO anzunehmen und sich von deren Experten beraten zu lassen, ebenso wie von Experten der US-amerikanischen Atomaufsichtsbehörde (NRC).<ref name="NISA" />
  • 00:02 Uhr: Ähnlich wie am 13. März um 11:00 Uhr meldet die NISA auch hier in späteren Berichten (ab dem 24. März) eine Druckentlastung des Sicherheitsbehälters von Reaktor 2.<ref name="NISA" /> JAIF meldet in späteren Berichten (ab dem 18. März) eine Druckentlastung um 00:00 Uhr.<ref name="jaif-status" /> Der Druck im Sicherheitsbehälter bleibt aber unverändert bei 750 kPa, auch während der nächsten Stunden.<ref name="nisa-praesentation" /> Vermutlich sind auch hier die Dichtungen des Sicherheitsbehälters überlastet, und der kontaminierte und mit Wasserstoff vermischte Dampf entweicht in das Reaktorgebäude.<ref name="lochbaum-theorie" />
  • 05:30 Uhr: Premierminister Naoto Kan erscheint wütend in der Tepco-Firmenzentrale und lässt einen gemeinsamen Krisenstab von Regierung und Kraftwerksbetreiber einrichten, weil er mit Tepcos Informationspolitik und Krisenmanagement unzufrieden ist.<ref>Welt online, 9. März 2012: Ein Wutanfall verhinderte atomares Horrorszenario, eingefügt am 27. März 2012.</ref> Die Leitung übernimmt sein enger Vertrauter Gōshi Hosono<ref name="standard-2011-03-16"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tepco oder zwei Jahrzehnte voller Pannen. (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) Der Standard, 16. März 2011, archiviert vom Original am 9. April 2011, abgerufen am 28. März 2011.</ref><ref name="nyt-misstrauen" /> (→ siehe auch: Konflikte zwischen den Verantwortlichen).
  • Der Druck im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 liegt immer noch bei 750 kPa.<ref name="nisa-praesentation" />
  • 06:10 Uhr:<ref group="Anm.">Manche Quellen sprechen von 06:14; dies ist jedoch die Uhrzeit, zu der laut NISA das Loch in der Wand von Block 2 gemeldet wurde. Andere Quellen sprechen von 06:20 oder von ungefähr 6 Uhr.</ref> Ungewöhnliches Geräusch („abnormal sound“) oder „Explosionsgeräusch“<ref name="NISA" /> an der Kondensationskammer unter Reaktor 2.<ref name="tepco-status" /> Laut NISA gab es eine Wasserstoffexplosion in dem Raum, in dem sich die Kondensationskammer befindet.<ref name="nisa-untersuchung" /> Es kommt zu einem plötzlichen Druckabfall in der Kammer,<ref name="tepco-status" /> was auf deren Beschädigung hindeutet.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 06:12 Uhr:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Analysis result of Fukushima Daiichi NPS reactor building explosion (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 21. Oktober 2011, archiviert vom Original (PDF; 167 kB), abgerufen am 14. November 2011.</ref> Explosion im oberen Bereich von Reaktorgebäude 4. Der Kraftwerksbetreiber Tepco meldet, der Dachbereich sei beschädigt worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Damage to the Unit 4 Nuclear Reactor Building at Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Station (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 15. März 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 24. März 2011.</ref> Die stündlich aktualisierte Tepco-Webcam, auf der nur das obere Viertel des Gebäudes sichtbar ist, zeigt ab 7:00 Uhr größere Zerstörungen und eine nach Westen driftende, schwarze Rauchwolke.<ref name="webcam-2011-03-15"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Webcam) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Oktober 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/inethub.olvi.net.ua (russisch). 15. März 2011, abgerufen am 16. Mai 2011. Archiviert als am 17. Mai 2011.</ref> Die Presse spricht nur von einem oder zwei etwa 8 Quadratmeter großen Löchern im Reaktorgebäude; vielleicht hat man Block 4 mit Block 2 (geöffnete Ausblasöffnung) verwechselt.<ref name="kyodonews_2011-03_78267"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Spent nuke fuel pool may be boiling, further radiation leak feared (Memento vom 31. März 2011 auf WebCite) (englisch). In: english.kyodonews.jp, Kyodo News, 15. März 2011, archiviert vom Original am 31. März 2011, abgerufen am 31. März 2011.</ref> Laut JAIF und IAEO handelte es sich um eine Knallgasexplosion, und der Wasserstoff entstand im Abklingbecken.<ref name="jaif-status" /><ref name="iaea-2011-03-15" /> Tepco und NISA vermuteten später, der Wasserstoff sei aus Block 3 durch verbundene Rohre und ausgefallene Ventile nach Block 4 gelangt.<ref name="nisa-untersuchung" />
Datei:Fukushima Dosis new.svg
Gemessene Strahlung am Rand des Kraftwerksgeländes vom 12. bis zum 17. März
  • Tepco zieht vorübergehend alle Mitarbeiter vom Gelände ab, die nicht für die Kühlung der Reaktoren gebraucht werden, und begründet dies mit den Vorgängen in Block 2.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Transfer of Fukushima Dai-ichi Power Station Workers (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 16. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref> Nur 50 von 800 Tepco-Mitarbeitern arbeiten weiter,<ref name="berkeley-chronologie" /><ref name="jaif_7"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 7 (Memento vom 28. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 15. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 47 kB) am 28. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref> zusammen mit den Helfern von Feuerwehr, Selbstverteidigungsstreitkräften und anderen Organisationen.<ref name="wnn-2011-03-17-04-56"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Progress by on-site workers (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). world nuclear news, 17. März 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 18. März 2011.</ref>
  • 8:00 Uhr: Die Webcam zeigt immer noch etwas dunklen Rauch westlich von Block 4, der innerhalb der nächsten Stunde verschwindet. Später ist mehrmals weißer Dampf zu sehen.<ref name="webcam-2011-03-15" />
  • Das japanische Arbeitsministerium setzt die zulässige Strahlungsdosis für Arbeiter in Kernkraftwerken in Notsituationen von 100 auf 250 Millisievert pro Jahr herauf.<ref name="mdn-20110501p2g00m0dm011000c"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radiation exposure levels near limit for 2 Fukushima nuke workers (Memento vom 1. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). The Mainichi Daily News, 1. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Mai 2011 im Internet Archive) am 1. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.</ref> Diese Entscheidung wird wegen möglicher Gesundheitsrisiken vielfach kritisiert.<ref>Werner Eckert: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wer setzt die Grenzwerte für die Strahlung fest?. (Memento vom 1. April 2011 auf WebCite) In: blog.tagesschau.de, ARD, 24. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 9. Januar 2012 im Internet Archive) am 1. April 2011, abgerufen am 1. April 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO contractors reject higher radiation dose limit for workers (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 9. April 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.</ref> Der Grenzwert für Frauen bleibt unverändert bei zwölfmal niedrigeren 5 Millisievert pro Quartal.<ref name="jaif_65" />
  • Die Notfall-Einsatzzentrale der Japanischen Nuklearenergiesicherheits-Organisation, fünf Kilometer vom Kraftwerk entfernt, muss geräumt werden, weil sie nicht gegen das Eindringen radioaktiver Stoffe geschützt ist.<ref name="jaif_111" />
  • 09:00 Uhr: An der Geländegrenze des Kraftwerks wird kurzzeitig die höchste Strahlungsdosisleistung während der Unfallserie von rund 12 Millisievert pro Stunde (mSv/h) erreicht (siehe Grafik).
  • 09:38 Uhr: Brand im dritten Obergeschoss von Reaktorgebäude 4.<ref name="nisa-status" /> Laut IAEO-Informationen brennt das Abklingbecken.<ref name="iaea-2011-03-15" /> andere Beobachter vermuten einen Ölbrand.<ref name="jaif_83"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 83 (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 16. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 98 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref>
  • 10:00 Uhr: vorübergehend größere Mengen an weißem Dampf über Block 1<ref name="webcam-2011-03-15" />
  • 10:22 Uhr: Tepco misst an Reaktorblock 3 die bislang höchste Dosisleistung von 400 mSv/h.<ref name="jaif-status" /><ref name="tepco-11031719"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strahlungswerte im Statusbericht des Betreibers Tepco (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch). 17. März 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 19. März 2011.</ref> Diese Strahlungsintensität kann innerhalb von einer Stunde akute Strahlenkrankheit auslösen. An Block 4 sind es 100 mSv/h.<ref name="tepco-11031719" />
  • 10:30 Uhr: Wirtschaftsminister Banri Kaieda weist Tepco an, in Block 4 Feuer zu löschen und unkontrollierte Kritikalität (im Abklingbecken) zu verhindern, und bei Reaktor 2 sofort Wasser in den Druckbehälter einzuspritzen und Druck aus dem Sicherheitsbehälter abzulassen.<ref name="NISA" />
  • 11:00 Uhr: Als ein Team aus Werkfeuerwehr und Helfern der United States Army anrückt, ist der Brand in Block 4 von alleine verloschen.<ref name="nisa-untersuchung" />
  • 11:00 Der Premierminister weist Bewohner in 20 bis 30 Kilometer Entfernung um das Kraftwerk an, ihre Häuser nicht zu verlassen.<ref name="nisa_26" /> Innerhalb dieser Zone rechnet die Regierung mit Ortsdosisleistungen von 10 bis 50 Millisievert pro Jahr.<ref name="kyodo-83604" />
  • Die lokale Notfallzentrale wird in die Präfekturverwaltung von Fukushima verlegt.<ref name="NISA" />
  • Erster Hinweis auf Probleme in den Reaktorblöcken 5 und 6: Laut Regierungssprecher Edano funktioniert die Kühlung nicht richtig.<ref name="stern-2011-03-15">Liveticker: AKW-Betreiber wollen neue Explosionen verhindern. In: stern.de, 15. März 2011.</ref>
  • Im Laufe des Tages werden in der Präfektur Fukushima und benachbarten Präfekturen die höchsten Strahlungswerte während der gesamten Katastrophe gemessen (siehe Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima).
  • Die im Krankenhaus von Ōkuma zurückgelassenen Patienten werden nun evakuiert, soweit sie nicht bereits verstorben sind. Weitere Patienten sterben während der Fahrt oder danach; insgesamt gibt es ca. 45 Tote.<ref name="mainichi-krankenhaus" />
  • Nachmittag: Die Evakuierung der 20-Kilometer-Zone ist abgeschlossen.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • Das Luftsperrgebiet um Fukushima I wird auf 30 Kilometer ausgedehnt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan Crisis inklusive (Memento vom 10. April 2011 auf WebCite) NOTAM (Update) (englisch). National Business Aviation Association, 25. März 2011, archiviert vom Original am 10. April 2011, abgerufen am 2. April 2011.</ref>
  • 22:00 Uhr: Der Wirtschaftsminister weist Tepco an, Kühlwasser in das Abklingbecken von Block 4 einzuleiten,<ref name="NISA" /> was aber wegen versperrter Zufahrtswege noch nicht möglich ist.<ref name="zufahrt-block4" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Feuer in Reaktor 4 offenbar gelöscht – Zwei Arbeiter vermisst. (Memento vom 2. April 2011 auf WebCite) derStandard.at, 16. März 2011, archiviert vom Original am 2. April 2011, abgerufen am 2. April 2011.</ref>
  • ca. 23 Uhr: Die Strahlung auf dem Gelände steigt erneut plötzlich an, auf bis zu 8 mSv/h.
  • Die deutsche Lufthansa leitet ihre Japan-Flüge mit Ziel Tokio nach Nagoya und Osaka um.<ref>Lufthansa fliegt Tokio nicht mehr an. Spiegel Online, 15. März 2011.</ref>
Anmerkungen

<references group="Anm." />

Mitte März

Datei:VOA Herman - 2011-03-16 Fukushima Evacuees 03.jpg
Eine Sporthalle in Kōriyama dient als Notunterkunft für Evakuierte aus der Umgebung von Fukushima I.

Innerhalb von vier Tagen wurden vier der sechs Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Fukushima I mehr oder weniger zerstört. Durch die Druckentlastungen, Explosionen und Brände wurden erhebliche Mengen an radioaktiven Gasen und Partikeln freigesetzt (→ siehe auch: Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima), und es hängt nun unter anderem von der Windrichtung ab, wie groß der Schaden für die japanische Bevölkerung sein wird. Zehntausende von Einwohnern mussten ihre Wohnorte verlassen und sind nun in Behelfsunterkünften untergebracht – zu einem Zeitpunkt, als bereits 200.000 Menschen durch die Folgen des Tōhoku-Erdbebens heimatlos geworden sind.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deaths, people missing set to top 1,700 – Over 200,000 evacuated in five prefectures as aftershocks continue (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) (englisch). The Japan Times Online, 13. März 2011, archiviert vom Original am 25. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref>

„Fukushima“ ist jetzt das Hauptthema in den internationalen Medien und macht vielen Menschen Angst. In Deutschland sind Geigerzähler weitgehend ausverkauft,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Panikkäufe: Geigerzähler in Geschäften ausverkauft. (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) Welt Online, 17. März 2011, archiviert vom Original am 25. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref> während US-amerikanische Pharmaproduzenten die Nachfrage nach Jodtabletten nicht mehr bedienen können.<ref>Minutenprotokoll. Spiegel Online, 16. März 2011.</ref>

Im Kraftwerk sollen unterdessen die Reaktoren 1 bis 3 durch die notdürftige Kühlung zumindest so weit stabilisiert werden, dass es zu keiner weitergehenden Kernschmelze kommt. Geschmolzene Brennstäbe könnten wegen ihrer enormen Temperaturen durch den Betonboden des Reaktorgebäudes dringen und im feuchten Untergrund Dampfexplosionen auslösen, die zusätzliches radioaktives Material nach außen schleudern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hintergrund: Geowissenschaften. (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) Bild der Wissenschaft, 18. März 2011, archiviert vom Original am 25. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref>

Neben den Reaktoren überhitzen auch die Abklingbecken. Im Becken von Block 4 lagern die noch sehr aktiven Brennelemente aus dem Reaktorkern (zuletzt in Benutzung im November 2010<ref name="iaea-2011-03-15" />), und in Block 3 kam es möglicherweise zu Schäden und Kühlwasserverlust durch die heftige Explosion. Werden die Brennstäbe zu heiß, können sie bersten und radioaktive Spaltprodukte frei setzen,<ref name="grs-kernschmelze"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Was ist eine Kernschmelze?. (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, 18. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 24. März 2011 im Internet Archive) am 11. April 2011, abgerufen am 21. März 2011.</ref> von denen in den abgebrannten Elementen besonders viel vorhanden ist. Block 3 hat kein Dach mehr und Block 4 nur noch Überreste davon, sodass die radioaktiven Stoffe dort direkt in die Atmosphäre gelangen würden.

Man arbeitet mit Hochdruck daran, ausgehend von einer benachbarten Hochspannungsleitung eine neue Stromleitung zum Kraftwerk zu verlegen, in der Hoffnung, dass trotz der Explosionsschäden einzelne Kühlkreisläufe wieder in Betrieb genommen werden können.

16. März

Datei:Fukushima I by Digital Globe B.jpg
Zustand der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) nach mehreren Explosionen und Bränden (Satellitenfoto vom 16. März)
  • 05:45 Uhr: Ein Mitarbeiter beobachtet ein Feuer im nordwestlichen Bereich von Reaktorgebäude 4.<ref name="tepco-11031606"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fire occurrence at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 4 (2nd Release) (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 16. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 16. März 2011.</ref>
  • 06:15 Uhr: Bei einer erneuten Kontrolle von Block 4 ist kein Feuer erkennbar.<ref name="tepco-11031606" />
  • ca. 7 bis 9 Uhr: Aus Reaktorgebäude 3 steigen größere Mengen Dampf auf;<ref name="webcam-2011-03-16" /> die NISA meldet es für 8:30 Uhr.<ref name="NISA" />
  • 08:47 Uhr: Immer noch Strahlung von ca. 400 Millisievert pro Stunde (mSv/h) an Block 3.<ref name="jaif-status" />
  • 10:00 bis 12:00 Uhr: Anstieg des Drucks in Reaktor 1,<ref name="nisa-praesentation" /> größere Mengen an Dampf über Block 1<ref name="webcam-2011-03-16">{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Webcam) (russisch). 16. März 2011, abgerufen am 16. Mai 2011. Archiviert als <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kopie (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) am 17. Mai 2011.</ref> und vorübergehend sehr starker Anstieg der Strahlung an der Geländegrenze auf bis zu 10 mSv/h.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 10:45 Uhr: Der Leitstand der Blöcke 3 und 4 wird evakuiert, weil die Gefahr besteht, dass der Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 beschädigt ist. Die Wassereinspritzung in Reaktor 3 wird unterbrochen.<ref name="NISA" />
  • Die Strahlung geht wieder zurück.<ref name="berkeley-chronologie" />
  • 11:30 Uhr: Die Arbeiten an Block 3 und 4 werden wieder aufgenommen.<ref name="NISA" />
  • Der Kraftwerksbetreiber Tepco berechnet anhand von Messwerten, dass die Brennstäbe in Reaktor 1 zu 70 Prozent beschädigt sind. In Reaktor 2 seien es 30 Prozent und in Reaktor 3 25 Prozent.<ref name="tepco-110427e18"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The data of Unit 1 to 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station measured by CAMS and erratum sheet of core damage ratio (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 27. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 51 kB) am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>
  • Tepco baut eine neue Zufahrtsstraße zu Block 4, um das Abklingbecken mit Wasserwerfern kühlen zu können.<ref name="zufahrt-block4">Liveticker zur Katastrophe in Japan. stern.de, 2. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011: „Neue Zufahrt zum Reaktor wird gebaut“.</ref>
  • Untersuchungen von Milch in der Präfektur Ibaraki ergeben eine radioaktive Kontamination von 1.510 Becquerel pro Kilogramm, was ungefähr dem Fünffachen des gesetzlichen Grenzwerts in Japan entspricht.<ref name="bmu-47156">Informationen zu den vom Erdbeben vom 11. März 2011 in Japan betroffenen Kernkraftwerken. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 21. März 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 4. April 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmu.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
  • Erste Veröffentlichung von Messwerten aus den Blöcken 5 und 6: Das Wasser in den Abklingbecken hat sich auf 63 beziehungsweise 60 °C erhitzt,<ref name="iaea-2011-03-16"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update (16 March 2011, 22:00 UTC) (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). IAEA, 16. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 24. März 2011.</ref> deutlich über dem Normalwert von unter 40 °C.<ref name="kyodonews-2011-03-79674"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Positive signs for Japan nuclear crisis but radiation traces found. (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) Kyodo News, 19. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 19. März 2011.</ref> Die Wassertemperatur in den Reaktoren ist auf 196 beziehungsweise 150 °C gestiegen,<ref name="20110316010_1400"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (16. März 2011, 14:00) (Memento vom 16. April 2011 auf WebCite) (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 16. März 2011, archiviert vom Original (PDF; 36 kB) am 16. April 201, abgerufen am 16. April 2011.</ref> bei Normalwerten unter 100 °C.
  • Laut Presseberichten sollen nun Hubschrauber Wasser von oben auf das Reaktorgebäude 3 schütten, um die Brennstäbe im Abklingbecken zu kühlen. Ein erster Versuch wird jedoch wegen zu hoher Strahlungsrisiken abgebrochen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />US-Drohne soll Atomanlage Fukushima untersuchen. (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) NZZ, 16. März 2011, archiviert vom Original am 24. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref>
  • Eine von der japanischen Regierung in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Ergebnis, dass auch in Entfernungen von mehr als 30 Kilometer vom Kraftwerk gefährliche Strahlungsdosisleistungen von über 100 Millisievert pro Tag auftreten werden. Die Regierung hält die Studie eine Woche lang unter Verschluss.<ref name="jaif_42"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 42: 20:00, April 4 (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 4. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 145 kB) am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Weitere aus der 20-Kilometer-Zone evakuierte Personen im Alter von bis zu 40 Jahren sollen nun Jodtabletten zu sich nehmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update Log (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). IAEO, 19. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 24. März 2011: „holes have been made in the roof of the reactor building at Units 5 and 6 to avoid the risk of a hydrogen explosion“.</ref>
  • Die Volksrepublik China friert die Genehmigungen für alle neuen Kernkraftwerke ein.<ref>Baustopp: China legt ehrgeizige Atompläne auf Eis. Spiegel Online, 16. März 2011.</ref>
  • Deutschland und Österreich verlegen ihre Botschaften vorübergehend von Tokio nach Osaka.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verzeichnis der Österreichischen Vertretungsbehörden (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (pdf). Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, archiviert vom Original (PDF; 523 kB) am 12. April 2011, abgerufen am 12. April 2011: „Die Botschaft verlegt ihre operative Tätigkeit ab 16. März 2011 vorübergehend an das Honorargeneralkonsulat Osaka.“ (S. 81)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Botschaft nach Osaka verlagert. (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite) In: reiseinfoweb.de, 17. März 2011, archiviert vom Original am 30. April 2011, abgerufen am 30. April 2011.</ref>
  • 18 bis 24 Uhr: Der Schaden an der Kondensationskammer von Reaktor 2 weitet sich aus; der Überdruck in der Kammer fällt auf Null.<ref name="nisa-praesentation" />
Datei:DOE NNSA Fukushima Survey March 17.PNG
Strahlungsmesswerte der ersten Drohnenbefliegung vom 17. bis zum 19. März 2011

17. März

Datei:BoronFukushimaALT.jpg
Bor-Anlieferung durch die United States Air Force am 19. März

18. März (zweite Woche)

  • Japan führt Strahlungstests für Nahrungsmittel ein.
  • Als vorsorgliche Maßnahme gegen Wasserstoffexplosionen werden Entlüftungslöcher in die Dächer der Reaktorgebäude 5 und 6 gebohrt.<ref name="jaif-status" /><ref name="kantei-bericht2" />
  • 14:45 Uhr: Wasserwerfer der Streitkräfte haben heute rund 40 Tonnen Wasser auf Block 3 gesprüht.<ref name="NISA" />
  • 15:55 Uhr: Tepco meldet offiziell das unkontrollierte Austreten radioaktiver Materialien innerhalb der Reaktorgebäude 1 bis 4 an die NISA.<ref name="NISA" /> Anschließend steigt die Strahlung auf dem Gelände von ungefähr 3,3 auf 5 Millisievert pro Stunde an.
Datei:Fukushima I nuclear accidents radioactive cloud-en.svg
Berechnete Verbreitung der „radioaktiven Wolke“ am 18. März

19. März

  • 04:22 Uhr: Die zweite Einheit des noch funktionsfähigen Notstromaggregats von Block 6 wird wieder in Betrieb genommen und versorgt ab 05:00 das Kühlsystem (RHR) des Abklingbeckens von Block 5.<ref name="tepco-status" /> Die Temperatur in den beiden Abklingbecken hatte inzwischen Höchstwerte von rund 67 °C erreicht.<ref name="nisa_33"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 33rd Release) (As of 13:30 March 19th, 2011) (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 19. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) am 12. April 2011, abgerufen am 19. März 2011.</ref>
  • 09:00 Uhr: Die neue, 1,5 Kilometer lange Stromleitung ist am Notstrom-Transformator von Block 2 angekommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Live-Ticker vom Donnerstag. (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) In: kurier.at, 18. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 9:00 AM Mar 19th) (Memento vom 10. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 19. März 2011, archiviert vom Original am 10. Mai 2011, abgerufen am 10. Mai 2011.</ref>
  • 13:27 Uhr: Das Büro des japanischen Premierministers versendet auf Twitter ein Dokument, das zeigt, welchen Strahlungsdosen Menschen bei Röntgenaufnahmen oder Langstreckenflügen ausgesetzt sind – so sollen die Nachrichten über Fukushima I in Relation gesetzt werden können.
  • 15:00 Uhr: Am Abklingbecken von Block 2 beginnt das Einspritzen von Meerwasser.<ref name="NISA" />
  • 16:00 Uhr: Untersuchungen von Spinat in der Präfektur Ibaraki ergaben eine Überschreitung der gesetzlichen Grenzwerte für die Radioaktivität von Lebensmitteln.<ref name="jaif_14"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 14 (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 19. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 12. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 53 kB) am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>
  • 16:30 Uhr: Lokale Behörden haben im Leitungswasser nahe dem Kernkraftwerk erhöhte Radioaktivität nachgewiesen.<ref name="bmu-47156" /> Man solle das Wasser nicht mehr trinken.<ref name="Spiegel Trinkwasser">Japans Regierung warnt vor verstrahltem Trinkwasser. Spiegel Online, 20. März 2011.</ref>
  • 19:20 Uhr: Japans Atomaufsichtsbehörde NISA warnt für die nächsten beiden Tage vor radioaktivem Regen.
  • 22:24 Uhr: Auch in Block 6 ist die Kühlung des Abklingbeckens wieder voll in Betrieb.<ref name="tepco-status" />

20. März

  • 03:40 Uhr: Ab heute übernimmt die Tokioter Feuerwehr mit ihren Wasserwerfern die Kühlung des Abklingbeckens von Block 3, mit mehreren hundert Tonnen Wasser täglich.<ref name="NISA" />
Datei:Kyunan-syoubou.jpg
Wasserwerfer der japanischen Streitkräfte
  • 07:00 Uhr: Die Temperatur im Abklingbecken von Block 5 ist wieder in den normalen Bereich unter 40 °C zurückgefallen.<ref name="nisa_35"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 35th Release) (As of 07:30 March 20th, 2011) (Memento vom 16. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 20. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 1. Mai 2011 im Internet Archive) am 16. April 2011, abgerufen am 20. März 2011.</ref>
  • 09:43 Uhr: Die Wasserwerfer der Streitkräfte kümmern sich nun um die Kühlung des Abklingbeckens von Block 4.<ref name="NISA" />
  • 12:40 Uhr: Das Kultus- und Technologieministerium MEXT entnimmt Bodenproben an verschiedenen Orten. In dem Dorf Iitate wird die mit Abstand höchste radioaktive Kontamination festgestellt, die während der gesamten Fukushima-Katastrophe außerhalb des Kraftwerks gemessen wurde.<ref name="MEXT Boden 2011-03-23"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Readings of dust sampling (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). MEXT, 23. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) am 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011.</ref>
  • 14:30 Uhr: Reaktorblock 5 erreicht einen stabilen, abgeschalteten Zustand (cold shutdown),<ref name="nisa_37" /> nachdem die Wassertemperatur im Reaktor wieder in den Normalbereich gefallen ist.<ref name="20110322010_1700"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />プラント関連パラメータ (22. März 2011, 17:00) (Memento vom 16. April 2011 auf WebCite) (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 22. März 2011, archiviert vom Original (PDF; 90 kB) am 16. April 201, abgerufen am 16. April 2011.</ref>
  • 15:46 Uhr: Reaktorblock 2 wird über einen neuen, provisorischen Stromverteiler wieder ans Stromnetz angeschlossen.<ref name="nisa_37" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 0:00 PM Mar 19th) (Memento vom 14. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 19. März 2011, archiviert vom Original am 15. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • 16:00 Uhr: Auch in Block 6 hat sich die Temperatur im Abklingbecken wieder normalisiert.<ref name="nisa_37" />
  • Die japanische Regierung gibt bekannt, dass sie eine vollständige Stilllegung der gesamten Fukushima-I-Anlage anstrebt, deren Reaktorblöcke 5 und 6 nach wie vor funktionsfähig sind.<ref name="kyodo-stilllegung"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima nuclear plant to be decommissioned: Gov't (Memento vom 10. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 20. März 2011, archiviert vom Original am 10. April 2011, abgerufen am 21. März 2011.</ref> Dies ist die erste offizielle Aussage zum weiteren Schicksal des Kraftwerks.
Datei:Fukushima I Accidents Fukushima Iod-131 tap water contamination.png
131Iod-Konzentrationen im Leitungswasser der Präfektur Fukushima, 16. März bis 4. April

21. März

Anmerkungen

<references group="Anm." />

22. März

Datei:Fukushima I Accidents Tokyo Iod-131 tap water contamination.png
131I-Konzentrationen im Leitungswasser von Tokio, 22. bis 27. März
Datei:US Navy 110323-N-DM338-113 Sailors aboard the aircraft carrier USS Ronald Reagan (CVN 76) conduct a countermeasure wash down on the flight deck.jpg
Der am 13. und 14. März kontaminierte Flugzeugträger USS Ronald Reagan wird wieder dekontaminiert.

23. März

  • 02:33 Uhr: In Reaktor 1 wird zusätzlich zur Feuerlöschleitung auch Wasser durch eine reguläre Leitung (feed water line) eingespeist.<ref name="NISA" />
  • 09:00 Uhr: Die Einspeisung durch die Feuerlöschleitung wird beendet. Die eingeleitete Wassermenge liegt nun bei etwa 11 Kubikmetern pro Stunde.<ref name="NISA" />
  • 10:00 Uhr: Es gibt andauernde Probleme mit der Kühlung von Reaktor 1. Die Temperatur des Reaktordruckbehälters erreicht vorübergehend fast 400 °C, bei einem zulässigen Höchstwert von 300 °C.<ref name="jaif_24"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 24 (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23. März 2011, archiviert vom Original (PDF; 62 kB) am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>
Datei:Fukushima I radiation, Tokio, Shinjuku, March-April 2011.png
Strahlungsmesswerte in Shinjuku, Tokio

24. März

Datei:Fukushima 1 Power Plant control room (crop).jpg
Teil eines Leitstands im Kraftwerk Fukushima I (Foto von 1999)
Datei:Fukushima I Accidents Tochigi Iod-131 tap water contamination.png
131I-Kontamination im Trinkwasser der Präfektur Tochigi
  • Im Trinkwasser von 12 der 47 Präfekturen Japans wird 131I nachgewiesen, jedoch nur in der Präfektur Tochigi mit einem für Kleinkinder riskanten Wert von 110 Becquerel pro Liter (Bq/l); in den übrigen Präfekturen sind es weit unter 100 Bq/l. 137Cs fand sich im Trinkwasser von sechs Präfekturen, jedoch nur in Spuren von weniger als 10 Bq/l.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Nuclear Accident Update Log (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (englisch). IAEO, 26. März 2011, archiviert vom Original am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011.</ref>
  • Ein 64-jähriger Gemüsebauer in der Stadt Sukagawa, Präfektur Fukushima, nimmt sich das Leben, nachdem er zu der Überzeugung gekommen ist, dass sein Gemüse wegen radioaktiver Kontamination unverkäuflich sei.<ref>西堀岳路: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />福島の野菜農家が自殺 摂取制限指示に「もうだめだ」 (Memento vom 19. April 2011 auf WebCite) (japanisch). asahi.com, 29. März 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 4. Juli 2011 im Internet Archive) am 19. April 2011, abgerufen am 19. April 2011.</ref>
  • Singapur und Australien verbieten den Import von Gemüse aus vier japanischen Präfekturen.<ref>Live Ticker. In: Märkische Oderzeitung. 24. März 2011 (moz.de).</ref>
  • Im Internet tauchen die ersten hochauflösenden Fotos auf, die das ganze Ausmaß der Zerstörung an den Reaktorgebäuden 1, 3 und 4 zeigen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fukushima Daiichi Nuclear Plant Hi-Res Photos (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) (englisch). archiviert vom Original am 9. April 2011, abgerufen am 9. April 2011. mit roter Autobetonpumpe zur Wasserkühlung von Block 4; Bild 3 seitenverkehrt</ref>

25. bis 31. März (dritte Woche)

25. März

Datei:US Navy 110326-N-UZ446-088.jpg
Amerikanischer Schleppkahn unterwegs von Yokosuka nach Fukushima I

26. März

Datei:Construction of internationally compatible emergency pump valves for Fukushima complex.jpg
Soldaten der japanischen Streitkräfte und der US Air Force proben in Yokota Air Base das Anschließen eines Wasserschlauchs (26. März).

27. März

28. März

Datei:Yukio Edano Sakado 20100910.JPG
Regierungssprecher Yukio Edano wurde während der Fukushima-Katastrophe häufig zitiert. (Foto von 2010)

29. März

30. März

Datei:Energy saving after the 2011 Tōhoku earthquake 1.JPG
Wegen der ausgefallenen Kernkraftwerke muss Strom gespart werden. Hier eine abgeschaltete Rolltreppe in einem Tokioter Verwaltungsgebäude

31. März

April 2011

Mit der Wiederherstellung der Stromversorgung ist wieder ein wenig Normalität im Kraftwerk eingekehrt. Die Arbeiter sind nicht mehr bei Dunkelheit oder dürftiger Notbeleuchtung unterwegs,<ref name="caltech-vorlesung" /><ref name="telegraph-8408863" /> und einzelne Systeme sind wieder in einem stabilen Zustand. Die Kühlkreisläufe der Reaktoren und Abklingbecken von Block 1 bis 4 konnten aber nicht wie erhofft instand gesetzt werden, weil das radioaktive Abwasser in den Turbinenhäusern im Weg steht.<ref name="jaif_36" /> Stattdessen wird die Behelfskühlung zur Routine, nur hin und wieder unterbrochen durch Nachbeben oder kleinere Reparaturen an der Pumptechnik.<ref name="nisa_93" /> Teile des hoch kontaminierten Wassers sickern ins Meer.

Datei:Fukushima I radiation, Fukushima Prefecture 2, March 2011.png
Strahlungsmesswerte aus der Präfektur Fukushima, März 2011

Die Reaktorkerne von Block 2 und 3 scheinen nun allmählich abzuklingen und abzukühlen, was sich allerdings noch lange hinziehen wird.<ref name="tepco-roadmap" /> Nur Reaktor 1, bei dem die Kühlung zuerst ausfiel, ist nach wie vor instabil (→ siehe Strahlungsmesswerte in den Reaktoren).

Die Emission radioaktiver Stoffe in die Luft hat nachgelassen, aber die Orte im Umkreis von Fukushima I sind zu hoch kontaminiert, als dass die Bewohner dorthin zurückkehren könnten. Im Gegenteil: Beobachter wie die Internationale Atomenergie-Organisation und Greenpeace raten Japan dazu, die Evakuierungszone um das Kraftwerk auszuweiten.<ref name="welt-2011-03-30"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IAEA rät Japan zu Ausweitung der Sperrzone. (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) In: Welt Online. Axel Springer AG, 30. März 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 30. März 2011.</ref><ref name="greenpeace-2011-03-29"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Greenpeace radiation experts present findings, announce further Fukushima contamination work (Memento vom 14. Mai 2011 im Internet Archive) (englisch). Greenpeace, 29. März 2011.</ref>

Die Arbeiter und Hilfskräfte im Kraftwerk sind nach wie vor unter schwierigen Bedingungen tätig. Vor allem durch die Explosion von Block 3 wurden hoch radioaktive Trümmer auf dem Gelände verteilt, so dass gefährliche Hot Spots entstanden sind.<ref name="jaif_61" /> Die Luft auf dem Gelände ist kontaminiert. Trotz Schutzkleidung und Atemschutzmasken haben schon mindestens 102 Arbeiter Strahlungsdosen und Kontaminationen mit einer Entsprechung von über 100 Millisievert (mSv) erhalten, davon acht über 250 mSv.<ref name="tepco-110613e11"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Site Workers’ Exposure Doses during Emergency Work at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 14. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 13. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 83 kB), abgerufen am 14. Juni 2011.</ref> 100 mSv pro Jahr war der alte Grenzwert für Arbeiter in japanischen Atomkraftwerken in Notfallsituationen, bis zur Heraufsetzung auf 250 mSv am 15. März 2011.<ref name="mdn-20110501p2g00m0dm011000c" />

Außerhalb der Arbeitszeit sind die Mitarbeiter und Hilfskräfte nun im J-Village untergebracht, einem von Tepco finanzierten Sport- und Ausbildungszentrum in Naraha, 20 Kilometer südlich von Fukushima I. Dort hat der Kraftwerksbetreiber sein Hauptquartier für das Katastrophenmanagement eingerichtet.<ref>Eric Talmadge: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan’s nuclear workers get respite from radiation at athletes’ village-turned-base camp (Memento vom 2. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Associated Press, 1. April 2011.</ref>

1. bis 7. April (vierte Woche)

1. April

  • Die behelfsmäßige Kühlung wird auch im April weiter fortgesetzt – jetzt nur noch mit Süßwasser, nachdem zum 1. April auch die Kühlung des Abklingbeckens von Block 1 auf Süßwasser umgestellt ist.<ref name="nisa_93" /> 133 Liter Wasser pro Minute werden in den Druckbehälter von Reaktor 1 gepumpt; bei Reaktor 2 und 3 sind es 150 beziehungsweise 116 Liter pro Minute.<ref name="201104010143_1400"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (2011-04-01:14:00) (Memento vom 16. April 2011 auf WebCite) (japanisch, pdf). Ministry of Economy, Trade and Industry, 1. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 330 kB) am 16. April 201, abgerufen am 16. April 2011.</ref> Die Wassermengen sind so gewählt, dass etwas mehr eingespeist wird, als zur vollständigen Wärmeabfuhr durch Verdampfung benötigt wird.<ref name="tepco-flood1"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Report regarding the implementation of a measure to flood primary containment vessel to the upper area of fuel reange in Unit 1 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (summary) (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 5. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 119 kB) am 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011: „Currently, the flow rate of water injected to the reactor is slightly more than that is necessary to remove decay heat.“</ref><ref name="nisa-untersuchung" /> Auf das Abklingbecken von Block 4 werden fast täglich um die 150 Tonnen Wasser mit einer Betonpumpe gesprüht. Bei den Abklingbecken von Block 1 und 3 sind es jeweils etwa 100 Tonnen Wasser im Abstand von mehreren Tagen. In das Becken von Block 2 wird im Abstand mehrerer Tage Wasser über die reguläre Kühlleitung mit einer Behelfspumpe eingespritzt.<ref name="nisa_67" />
  • Der Kraftwerksbetreiber sucht neue Mitarbeiter, die für kurze Zeit in hoch kontaminierten Bereichen tätig werden, und bietet umgerechnet bis zu 3.500 Euro Lohn pro Schicht.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan PM to visit nuclear disaster zone (Memento vom 2. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Global News, Canada, 1. April 2011, archiviert vom Original am 2. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.</ref>

2. April

Datei:Fukushima I nuclear powerplant nuclear (leak case of high-level radiation water, trenches and tunnels).PNG
Möglicher Weg des Wassers aus dem Reaktorgebäude (1) durch das Turbinenhaus (2) bis in den Kabelschacht (3)
  • Aus einem ca. 20 Zentimeter langen Riss in einem Kabelschacht an Reaktorblock 2 fließt stark radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer. Im Kabelschacht sei eine Strahlung von über 1000 Millisievert pro Stunde gemessen worden<ref name="tepco-2011-04-02-03-e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Out flow of fluid containing radioactive materials to the ocean from areas near intake channel of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2 (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 2. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 2. April 2011.</ref> (1000 mSv/h ist das obere Limit der vorhandenen Messgeräte<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />At Plant, a Choice Between Bad, Worse (Memento vom 11. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Wall Street Journal, 30. März 2011, archiviert vom Original am 11. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011: „authorities say 1,000 millisieverts is the upper limit of their measuring devices“.</ref>). Die Radioaktivität im Wasser des nahegelegenen Wassereinlasses von Block 2 liegt nun beim 7,5-millionenfachen der gesetzlichen Grenzwerte für Meerwasser. Ein erster Versuch, das Leck mit Beton zu verschließen, schlägt fehl.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Workers struggle to plug leak at Japan nuclear plant (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). CNN, 2. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 3. April 2011.</ref>
  • Nach Aussage des Gesundheitsministeriums kann das Leitungswasser in allen japanischen Gemeinden wieder bedenkenlos getrunken werden. Die Wasserkontamination in Iitate müsse allerdings weiter beobachtet werden.<ref name="jaif_41"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 41: 20:00, April 3 (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 3. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 101 kB) am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Die Stadt Shizuoka stellt Tepco eine schwimmende Plattform zur Verfügung, die 18.000 Tonnen Wasser speichern kann. Sie war ursprünglich für einen experimentellen Wasserflugplatz gebaut worden und soll nun zur Lagerung radioaktiven Abwassers dienen.<ref name="jaif_40"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 40: 20:00, April 2 (Memento vom 21. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 3. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 162 kB) am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>

3. April

  • Die zwei seit dem Erdbeben vermissten Arbeiter (siehe 11. März) sind im Keller des Turbinengebäudes von Block 4 tot aufgefunden worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deaths confirmed at Fukushima Daiichi (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch). World Nuclear News, 3. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Auch mit einer Mischung aus Superabsorber (welcher wegen seiner Wasseraufnahmefähigkeit vor allem in Windeln verwendet wird), Sägemehl und zerkleinertem Zeitungspapier gelingt es Tepco nicht, das Leck an Block 2 zu verschließen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Absorbent yet to soak up radioactive water at Fukushima plant (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 3. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 4. April 2011.</ref>

4. April

Datei:Monksantinuclear.JPG
Buddhistische Mönche des Nipponzan-Myōhōji protestieren hinter dem japanischen Parlament gegen Atomkraft.

5. April

6. April

Datei:Fukushima I Unit 2 inlet water contamination.svg
Nuklidkonzentrationen im Wassereinlass von Block 2, 2. April bis 15. Juni 2011
Datei:Fukushima I Nuclear Power Plant.svg
Aufbau der Anlage: Wassereinlässe dunkelblau dargestellt; Block 5 und 6 im oberen (nördlichen) Bereich

7. April

  • 01:31 Uhr: Beginn der Stickstoffeinleitung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1.<ref name="tepco-status" />
  • 08:50 Uhr: Die Kontamination des Meerwassers am Wassereinlass der Reaktorblöcke 5 und 6 (im nördlichen Teil des Kraftwerksgeländes) erreicht einen Höchstwert von 110.000 Becquerel pro Liter (Bq/l) 131I und 68.000 Bq/l 137Cs. Dies entspricht ungefähr dem 3.000- beziehungsweise 750-fachen der gesetzlichen Grenzwerte für Meerwasser.<ref name="tepco-110408e13"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The result of the nuclide analysis of the seawater around the discharge canal (north) of Unit 5 and 6 (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 8. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 62 kB) am 21. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.</ref>
  • Japans Außenminister Takeaki Matsumoto kritisiert die ausländischen Medienberichte über die Nuklearunfälle in Fukushima als übertrieben und exzessiv.<ref name="jaif_45"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 45: 20:00, April 7 (Memento vom 9. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 167 kB) am 9. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.</ref>
  • Südkorea lässt aus Angst vor radioaktivem Regen einige Schulen schließen. Die Behörden empfehlen auch, von Aktivitäten im Freien abzusehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ticker zur Katastrophe in Japan. (Memento vom 31. August 2011 im Internet Archive) Financial Times Deutschland, 7. April 2011.</ref>

8. bis 14. April (fünfte Woche)

8. April

9. April

  • Die Räumung radioaktiver Explosionstrümmer vom Gelände des Kraftwerks beginnt. Dazu werden ferngesteuerte Spezialfahrzeuge eingesetzt.<ref name="jaif_49"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 49: 20:00, April 11 (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF, 11. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 109 kB) am 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011.</ref> Mehrere Container Schutt pro Tag werden abgeräumt.<ref name="nisa_95"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 95th Release) (Memento vom 20. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 15. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Mai 2011 im Internet Archive) am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011: „removal of rubble“.</ref>
  • Tepco beginnt mit dem Bau einer Stahlwand vor dem Wassereinlass von Block 2, um den Austritt von kontaminiertem Wasser ins Meer (zum Beispiel durch Drainagen<ref name="tepco-11040404" /> und Schächte<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />A correction of "The status of water analysis in the trench of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station" (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 31. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 5. April 2011.</ref><ref name="aerzteblatt-45256" />) einzudämmen. Zusätzlich werden vor den Wassereinlässen der Blöcke 1 bis 4 Schlammwälle (silt curtains oder silt fences) aufgeschüttet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO begins building steel wall, fence to prevent sea contamination (Memento vom 12. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 9. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 9. April 2011.</ref>
  • China weitet sein Importverbot für japanische Nahrungsmittel von fünf auf elf Präfekturen aus, einschließlich Tokio.<ref name="jaif_48" />

10. April

11. April

  • Die japanische Regierung kündigt an, dass auch die Gemeinden Katsurao, Namie und Iitate wegen der Strahlenbelastung evakuiert werden sollen.<ref>Japans Katastrophengebiet: "All das Leid, all diese Erinnerungen". Spiegel Online, 11. April 2011.</ref> Statt des bisherigen Grenzwertes von 50 Millisievert pro Jahr werden nun 20 Millisievert pro Jahr für das Katastrophengebiet festgelegt.<ref name="kyodo-83604" />
  • Ein Nachbeben der Stärke 7,0 erschüttert die Region etwa um 15 Uhr. Der Erdstoß unterbricht die Stromversorgung für die Kühlung der Reaktoren 1 bis 3 für 50 Minuten, aber es kommt zu keinen weiteren Schäden im Kraftwerk.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Water injection to troubled reactors temporarily stops in Mon. quake (Memento vom 11. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 11. April 2011, archiviert vom Original am 11. April 2011, abgerufen am 11. April 2011.</ref>

12. April

Datei:VOA Herman - April 12 2011 Namie-04.jpg
Verlassenes Stadtzentrum von Namie am 12. April

13. April

Datei:VOA Herman - April 13 2011 Fukushima Nuclear Power Plant-04.jpg
Mitarbeiter am Haupttor von Fukushima 1
  • Das für die Umweltüberwachung zuständige japanische Kultus- und Technologieministerium MEXT misst im Meerwasser 30 Kilometer vor dem Kraftwerk eine 131I-Konzentration, die beim 2,2-Fachen des gesetzlichen Grenzwertes liegt.<ref name="jaif_51"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF No. 51: 20:00, April 13 (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 124 kB) am 13. April 2011, abgerufen am 13. April 2011.</ref>
  • Japans Premierminister wird mit der Aussage zitiert, die evakuierten Gebiete um das Kraftwerk würden für die nächsten 20 Jahre unbewohnbar bleiben. Nachdem dies für große Aufregung gesorgt hat, dementiert Kan, es gesagt zu haben.<ref>Planlos in der Krise. Der Tagesspiegel, 17. April 2011.</ref>
  • Bei einem in der Präfektur Ibaraki gefangenen Fisch wird eine Belastung mit radioaktivem Caesium in Höhe des 25-Fachen des gesetzlichen Grenzwerts festgestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Excessive radioactive cesium found in fish caught off Fukushima (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 13. April 2011, archiviert vom Original am 13. April 2011, abgerufen am 13. April 2011.</ref>
  • Mit einem Verlängerungsarm an einer Betonpumpe führt Tepco Messungen im Abklingbecken von Block 4 durch. Es werden ungewöhnlich hohe Konzentrationen von 131I, 134Cs und 137Cs festgestellt (→ siehe Wassermessungen in den Abklingbecken), was auf einige beschädigte Brennstäbe hindeutet. Die Wassertemperatur beträgt 90 °C.<ref name="kyodo-85295"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO confirms damage to part of No. 4 unit’s spent nuke fuel. (Memento vom 13. April 2011 auf WebCite) Kyodo News, 13. April 2011, archiviert vom Original am 13. April 2011, abgerufen am 13. April 2011.</ref><ref name="jaif_52" />
  • Das Abpumpen des hoch kontaminiertem Wassers aus dem Turbinengebäude von Block 2 beginnt. Zunächst wird Wasser aus einem angeschlossenen Tunnel in einen Kondensatortank des Turbinengebäudes gepumpt.<ref name="jaif_51" />

14. April

Mitte April

Der Fokus in Fukushima liegt jetzt beim Kampf gegen das radioaktive Abwasser. Im Keller der Turbinenhäuser verhindert es nach wie vor Arbeiten an den elektrischen Systemen; im Meer gefährdet es Lebewesen und belastet die japanische Fischerei und sogar die Schifffahrt. Tepco versucht, der Probleme mit einer Reihe technischer Maßnahmen Herr zu werden. Gleichzeitig beginnt man auch mit ersten Sicherungsmaßnahmen gegen die Kontamination des Geländes.

Landseitig ist die Lage inzwischen übersichtlich genug, um genauere Entscheidungen zu den Strahlungsrisiken im Umfeld des Kraftwerks zu treffen. An manchen Orten werden Warnungen und Verbote für Lebensmittel oder Schutzmaßnahmen aufgehoben, an anderen werden sie ausgeweitet.

Aus den internationalen Schlagzeilen ist das Thema „Fukushima“ mittlerweile verschwunden. Nur die Hochstufung auf INES 7 sorgt noch einmal kurz für Aufmerksamkeit. China beschwert sich über die japanische Informationspolitik, und Regierungssprecher Edano sieht sich sogar genötigt darauf hinzuweisen, dass sich durch die Einstufung als „katastrophaler Unfall“ nichts an der Situation und an ihrer Handhabung geändert habe.<ref name="jaif_51" />

15. bis 21. April (sechste Woche)

15. April

Datei:VOA Herman - 2011-04-16 anti-nuclear protests in Tokyo.jpg
Anti-Atomkraft-Demonstration am 16. April in Tokio

16. April

  • An den Fukushima-1-Reaktoren und -Abklingbecken sollen neue Kühlsysteme gebaut werden, die mit einem geschlossenen Kreislauf arbeiten und radioaktive Stoffe ausfiltern. Dadurch würde kein weiteres radioaktives Abwasser mehr entstehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New cooling systems may be installed outside Fukushima reactor buildings (Memento vom 20. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 16. April 2011, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.</ref><ref name="jaif_55"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 50: 20:00, April 17 (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 196 kB) am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011: „TEPCO finalizes plan to cool down reactors“.</ref>
  • Die Europäische Union legt einen Strahlungsgrenzwert für Frachtschiffe fest. Demnach sind Schiffe zu dekontaminieren, wenn eine Dosisleistung über 0,0003 Millisievert pro Stunde festgestellt wurde.<ref name="jaif_54" />

17. April

  • Tepco gibt eine „Roadmap“ bekannt: Innerhalb von drei bis sechs Monaten will man die Freisetzung von Radioaktivität in den Griff bekommen; danach soll mit der Dekontamination von Wohngebieten in der Evakuierungszone begonnen werden.<ref name="tepco-roadmap"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Roadmap towards Restoration from the Accident at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 17. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 17. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 115 kB) am 17. April 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.</ref>
  • Tepco misst im Abklingbecken von Reaktorblock 2 eine sehr hohe Konzentration von radioaktiven 137Cs. Sie liegt ungefähr beim 500.000-fachen des Normalwertes<ref name="tepco-110418e4"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Result of Water Analysis in the Skimmer Surge Tank of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 2 (Memento vom 18. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 17. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 8 kB) am 18. April 2011, abgerufen am 18. April 2011.</ref> und deutet zunächst auf stark beschädigte Brennstäbe hin. Spätere Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die Brennelemente wahrscheinlich intakt sind und das radioaktive Material aus Emissionen des Reaktors stammte.<ref name="kantei-bericht2" />

18. April

19. April

  • Im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktorblock 2 haben sich 25.000 Tonnen extrem hoch kontaminiertes Wasser angesammelt.<ref name="jaif_57"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 57: 20:00, April 19 (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 19. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 162 kB) am 22. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.</ref> Tepco beginnt, 10 Kubikmeter pro Stunde ins Abfalllager abzupumpen.<ref name="jaif_57" /><ref name="jaif_59"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 59: 20:00, April 21 (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 79 kB) am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011.</ref>
  • Tepco beauftragt den französischen Nukleartechnikkonzern Areva mit dem Bau einer Anlage zur chemischen Dekontamination von Wasser in Fukushima I. Die Anlage soll 1.200 Tonnen Abwasser pro Tag verarbeiten.<ref name="jaif_58" />
  • Der Meinungsforschungsverbund Gallup International Association veröffentlicht die Ergebnisse einer Umfrageserie zum Thema Kernenergie, die vom 20. März bis zum 9. April in 47 Ländern durchgeführt wurde. Demnach ist der weltweite Anteil der Kernenergie-Befürworter von 57 auf 49 Prozent zurückgegangen, während der Anteil der Atomkraftgegner von 32 auf 43 Prozent anstieg. In Japan fiel die Zustimmung von 62 auf 39 Prozent – stärker als in jedem anderen Land –, während die Ablehnung von 28 auf 47 Prozent zunahm.<ref name="gallup-studie"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />GLOBAL SNAP POLL ON EARTHQUAKE IN JAPAN AND ITS IMPACT ON VIEWS ABOUT NUCLEAR ENERGY (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). WIN-Gallup International, 19. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 21. April 2011 auf WebCite) (PDF; 509 kB) am 21. April 2011, abgerufen am 21. April 2011.</ref>

20. April

  • Da trotz Warnungen der Regierung immer noch Menschen innerhalb der 20-Kilometer-Evakuierungszone leben beziehungsweise in ihre Wohnungen dort zurückkehren, soll das Betreten der Zone per Gesetz verboten werden.<ref> AKW Fukushima: Japan will Sperrzone komplett abriegeln. Spiegel Online, 20. April 2011.</ref>
  • Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) kündigt an, ein Expertenteam nach Fukushima zu entsenden, das die Ursachen der Nuklearunfälle und die anschließenden Sicherheitsmaßnahmen untersuchen soll.<ref name="jaif_58"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 58: 20:00, April 20 (Memento vom 20. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 20. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 90 kB) am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.</ref>
  • In der Muttermilch einer Frau in Kashiwa in der Präfektur Chiba wurde eine 131I-Konzentration von 36 Bq/kg gemessen. Radioaktives Caesium war nicht nachweisbar. Die 131I-Konzentrationen in der Milch von drei weiteren untersuchten Frauen war geringer. Der japanische Grenzwert für Säuglingsnahrung liegt bei 100 Bq/kg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Small amounts of radioactive iodine found in breast milk (Memento vom 20. April 2011 auf WebCite) (englisch). 20. April 2011, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.</ref>

21. April

22. bis 28. April (siebte Woche)

22. April

Datei:Towns evacuated around Fukushima on April 11th, 2011.png
Evakuierungszonen um das Kraftwerk
  • 00:00 Uhr: Die 20-Kilometer-Sperrzone um das Kraftwerk tritt in Kraft. 27.000 Haushalte in neun Gemeinden sind davon betroffen. Nur eine Person pro Haushalt darf noch einmal für höchstens fünf Stunden an ihren Wohnort zurückkehren.<ref name="jaif_59" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gov't decides specifics of nuke crisis evacuees’ brief hometown visits (Memento vom 25. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 25. April 2011, archiviert vom Original am 25. April 2011, abgerufen am 25. April 2011.</ref>
  • Die Regierung ordnet die Evakuierung von Katsurao, Namie und Iitate sowie von Teilen von Kawamata und Minamisōma an. Spätestens bis Ende Mai müssen die Einwohner die Orte verlassen haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Evacuation zone widened beyond 20 km from Fukushima nuclear plant (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 22. April 2011, archiviert vom Original am 22. April 2011, abgerufen am 22. April 2011.</ref>
  • 09:44 Uhr: Der Premierminister hebt die Anweisung an die übrigen Bewohner in Entfernungen von 20 bis 30 Kilometer vom Kraftwerk, in ihren Häusern zu bleiben, auf. Stattdessen soll dort je nach örtlicher Lage entschieden werden, wie die Anwohner sich zu verhalten haben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 108th Release), Extract (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 22. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Der Versandstopp (suspension of shipment) für Gemüse aus verschiedenen Orten in der Präfektur Chiba wird aufgehoben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 109thRelease), Extract (Memento vom 26. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 23. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Die probeweise Besprühung von Teilen des Kraftwerksgelände mit Kunstharz zum Binden radioaktiver Partikel wird auf Flächen von insgesamt 6400 Quadratmetern ausgeweitet.<ref name="nisa_107e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 107th Release), Extract (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 22. April 2011, archiviert vom Original am 22. April 2011, abgerufen am 22. April 2011.</ref> Dies entspricht ungefähr 0,2 Prozent des gesamten Kraftwerksgeländes.
  • Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yūhei Satō, möchte Tepco auf gar keinen Fall eine Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks Fukushima I erlauben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO must not be allowed to resume reactor operations: Fukushima gov. (Memento vom 22. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 22. April 2011, archiviert vom Original am 22. April 2011, abgerufen am 22. April 2011.</ref>

23. April

  • Der Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 und später auch von Reaktor 3 soll allmählich ganz mit Wasser aufgefüllt werden, um den Reaktorkern besser kühlen zu können. Die NISA hat Bedenken, dass die Sicherheitsbehälter dadurch instabiler und anfälliger für weitere Erdbeben werden.<ref name="jaif_61"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 61: 18:00, April 23 (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref><ref name="jaif_65" /> Die Sicherheitsbehälter sind nicht für das Füllen mit Wasser vorgesehen.
  • Laut Medienberichten erwägt Tepco, in das Erdreich um das havarierte Kraftwerk eine Mauer einzulassen, um den Austritt kontaminierten Wassers einzudämmen. Die Mauer müsste 15 (oder 46?<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Big tank may be set up under Fukushima plant to store tainted water (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo news, 27. April 2011, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>) Meter tief sein, um mit der Gesteinsschicht unter dem Kraftwerksgelände abzuschließen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wasser soll zurückgehalten werden. (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) ORF, 23. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Nun wird auch der besonders hoch kontaminierte Schutt um Reaktorblock 3 mit unbemannten Räumfahrzeugen beseitigt.<ref name="jaif_61" /> Es gibt Hot Spots mit Belastungen von bis zu 900 Millisievert pro Stunde (mSv/h).<ref name="jaif_62"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 62: 18:00, April 24 (Memento vom 24. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 24. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 210 kB) am 24. April 2011, abgerufen am 24. April 2011.</ref>
Datei:VOA Herman - April 12 2011 Namie-11.jpg
Freigelassene Kuh in Namie (12. April)
  • Die Regierung beabsichtigt, Tepco finanziell zu unterstützen, soweit das Unternehmen die Kosten der Nuklearkatastrophe nicht alleine tragen kann.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gov't to help TEPCO pay for nuke crisis damages if survival at risk (Memento vom 23. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 23. April 2011, archiviert vom Original am 23. April 2011, abgerufen am 23. April 2011.</ref>
  • Bei der Evakuierung des Gebiets um Fukushima I wurden in landwirtschaftlichen Betrieben rund 3.000 Kühe, 30.000 Schweine und 600.000 Hühner unbetreut zurückgelassen. Ein Veterinär hat verschiedene Ställe besichtigt und festgestellt, dass fast alle Hühner und die meisten Schweine und Milchkühe in Ställen ohne automatische Fütterungseinrichtungen verendet sind.<ref name="jaif_61" />

24. April

25. April

26. April

  • Umstellung der Wassereinspeisung in das Abklingbecken von Block 3 von Betonpumpe auf eine reguläre Einspritzleitung (fuel pool coolant clean-up system)<ref name="nisa_115e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 115th Release), Extract (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 26. April 2011, archiviert vom Original am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>
  • Der Wasserstand im Turbinenkeller von Block 3 und 4 steigt weiter.<ref name="jaif_64" />
  • Roboter messen an einzelnen Stellen in Reaktorgebäude 1 Dosisleistungen von bis zu 1120 Millisievert pro Stunde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radiation Readings in Fukushima Reactor Rise to Highest Since Crisis Began (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Bloomberg, 27. April 2011, archiviert vom Original am 17. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • In den letzten Wochen hatten Bergungseinheiten Stück für Stück auch die Evakuierungszone um das Kraftwerk nach Erdbebenopfern durchsucht. Nun sind Polizisten mit ihrer Suche in Futaba angekommen, dem Ort, der als Erster teilevakuiert wurde und dessen Wohnsiedlungen am nächsten an das Kraftwerk heranreichen.<ref name="jaif_64" /><ref name="googlemap-futaba" />

27. April

  • Tepco hat nochmal nachgerechnet: Die Brennstäbe in Reaktor 1 seien nicht zu 70, sondern zu 55 Prozent beschädigt. In Reaktor 2 seien es 35 statt 30 Prozent, und in Reaktor 3 30 statt 25 Prozent.<ref name="tepco-110427e18" /> Sowohl die alten als auch die neuen Zahlen werden sich bald als viel zu niedrig erweisen.<ref name="tepco-110515e10" /><ref name="tepco-110524e14"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status of cores at Units 2 and 3 in Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 25. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 24. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 202 kB), abgerufen am 25. Mai 2011.</ref>
Datei:Downtown Koriyama, Fukushima.JPG
Stadtzentrum von Kōriyama (2007)
  • Das Besprühen des Bodens mit Kunstharz konnte wie erhofft radioaktiven Staub binden und wird nun auf eine Fläche von einem halben Quadratkilometer ausgedehnt, einem Siebtel des gesamten Kraftwerksgeländes. Eine Million Kubikmeter der Chemikalie sollen nun mit ferngesteuerten Fahrzeugen verteilt werden.<ref name="jaif_65"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 65 (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (PDF; 103 kB) am 27. April 2011, abgerufen am 27. April 2011.</ref>
  • In der 340.000-Einwohner-Stadt Kōriyama, 60 Kilometer westlich des Kraftwerks, wird in Schulen und Kindergärten die kontaminierte Oberfläche des Bodens abgetragen.<ref name="jaif_65" />
  • Verkaufs- und Verzehrverbote für Gemüse aus bestimmten Bezirken der Präfektur Fukushima sowie aus der Präfektur Tochigi werden aufgehoben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 118th Release), Extract (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 28. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref>

28. April

  • In Block 1 bis 4 stehen nun 87.500 Tonnen radioaktives Wasser; bis zum Jahresende können es nach Tepco-Schätzungen 200.000 Tonnen werden. Ab Anfang Juni sollen 1.200 Tonnen pro Tag mit der Areva-Anlage (siehe 19. April) aufbereitet werden.<ref name="jaif_66" />
  • Tepco hat nochmal nachgedacht und sagt nun, dass das Abklingbecken von Block 4 vermutlich kein Leck hat.<ref name="jaif_66" />
  • Nach wie vor werden bei Lebensmitteln in der Präfektur Fukushima Überschreitungen des gesetzlichen Grenzwertes von 500 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) gemessen. Spinat aus dem Dorf Ōtama, 60 Kilometer westlich von Fukushima I, strahlt mit 900 Bq/kg; in Tamura, 40 Kilometer westlich des Kraftwerks, sind es 510 Bq/kg.<ref name="jaif_66"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 66 (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 117 kB) am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref>
Datei:"Rainbow Warrior II" On The Bosphorus.jpg
Die Rainbow Warrior II von Greenpeace (Foto von 2009) trifft am 28. März in Japan ein, um das Meer zu untersuchen.
  • Das japanische Landwirtschaftsministerium verweigert der Umweltschutzorganisation Greenpeace Messungen der radioaktiven Kontamination von Meer und Meerestieren innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone vor der japanischen Küste. Außerhalb dieser Zone darf Greenpeace tätig werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Greenpeace marine radiation monitoring blocked by Japanese government (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch). Greenpeace, 28. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) am 29. April 2011, abgerufen am 28. April 2011.</ref>

29. bis 30. April (achte Woche)

29. April

  • Tepco versucht, das Kraftwerk provisorisch mit einem mehrere Meter hohen Damm aus Sandsäcken gegen mögliche weitere durch Nachbeben ausgelöste Tsunamis zu schützen. Bis Mitte Juni soll er durch einen ebenfalls provisorischen, zwölf Meter hohen Wellenbrecher-Damm aus Gabionen ersetzt werden.<ref name="jaif_67"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 67 (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 117 kB) am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref><ref name="jaif_68" />
  • Eine Regierungskommission bestätigt, dass Tepco die Evakuierungskosten und die wirtschaftlichen Verluste aus Verboten und freiwilligen Einschränkungen des Verkaufs von landwirtschaftlichen und Fischereiprodukten zu tragen hat.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO urged to compensate farm and fishery producers, evacuees (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) (englisch). Kyodo News, 28. April 2011, archiviert vom Original am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref>
  • Toshiso Kosako, Professor in der Abteilung für Nukleartechnik der Universität Tokio,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nuclear Education and Research Initiative, Program Members. (Memento vom 29. April 2011 auf WebCite) The University of Tokyo, archiviert vom Original am 29. April 2011, abgerufen am 29. April 2011.</ref> tritt nach sechs Wochen von seinem Amt als wissenschaftlicher Berater der japanischen Regierung in Nuklearfragen zurück. Die Regierung habe seinen Rat ignoriert, rette sich bei der Nuklearkrise nur mit Notlösungen und Provisorien über die Zeit und halte sich dabei teils nicht an geltende Gesetze.<ref>In Fukushima bald weitere Roboter im Einsatz / Atomberater von Japans Regierungschef tritt zurück. Hamburger Abendblatt, 29. April 2011.</ref> Die Regierung halte auch weiterhin Ergebnisse der computergestützten Kontaminationsprognosen zurück (siehe 16. März). Besonders deutlich kritisiert Kosako die Absicht des Erziehungsministeriums, für Kindergärten und Schulen in der Präfektur Fukushima keinen niedrigeren Grenzwert als die im gesamten Katastrophengebiet gültigen 20 Millisievert pro Jahr festzulegen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Government Adviser Quits Post to Protest Japan’s Policy on Radiation Exposure for Fukushima Schools. (Memento vom 1. Mai 2011 auf WebCite) Science online, 29. April 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 4. Mai 2011 im Internet Archive) am 1. Mai 2011, abgerufen am 1. Mai 2011.</ref> Nach Aussage des Premierministers hatte es Meinungsverschiedenheiten zwischen Kosako und anderen Wissenschaftlern gegeben.<ref name="jaif_68" />
  • Die Behörden der Präfektur Fukushima lassen zurückgelassene Haustiere aus der Evakuierungszone einsammeln. Ihre Fotos und Daten werden ins Internet gestellt, um ihre Besitzer ausfindig zu machen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pets in no-entry zone to be protected (Memento vom 15. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 29. April 2011, archiviert vom Original am 15. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • Die deutsche Botschaft ist wieder aus Osaka nach Tokio zurückgekehrt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Deutsche Botschaft in Japan arbeitet wieder von Tokio aus (Memento vom 30. April 2011 auf WebCite). Stern, 29. April 2011.</ref>

30. April

  • Nach Ansicht von Tepco-Vizepräsident Norio Tsuzumi wurde die Nuklearkatastrophe im Wesentlichen von Menschen und nicht durch Naturgewalt verursacht.<ref name="jaif_68" />

Mai 2011

Datei:Fukushima I Seawater Contamination Caesium-137.svg
Meerwasserkontamination mit 137Cs vom 21. März bis zum 5. Mai (Quelle: GRS)

Das drängendste Problem – der Austritt von kontaminiertem Wasser ins Meer – scheint weitgehend gelöst zu sein: Im Meer am südlichen und nördlichen Bereich des Kraftwerks ging die Überschreitung des gesetzlichen Grenzwerts für 137Cs innerhalb eines Monats vom etwa 100- bis 500-Fachen auf das Einfache oder weniger zurück (siehe Grafik), obwohl die entsprechenden Werte des in Block 1 bis 3 produzierten Abwassers weiter zunahmen (→ siehe Messwerte in den Drainageschächten). Auch die 134Cs- und 131I-Konzentrationen haben sich den Grenzwerten angenähert. Offenbar sind die Abdichtungs- und Eindämmmaßnahmen erfolgreich.

Aus den Kellern und Tunneln der Turbinengebäude wird Schritt für Schritt Wasser in Tanks und ins Abfalllager abgepumpt, mit mäßigem Erfolg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Water levels of stagnant water (Memento vom 11. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 11. Mai 2011, archiviert vom Original am 11. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011.</ref>

Nach wie vor instabil scheint der Zustand von Reaktor 1 zu sein: Die Messgeräte zeigen für Teile des Druckbehälters seit einem Monat einen stetigen und unkontrollierten Anstieg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Primary Parameters of Fukushima Daiichi Unit 1 (Memento vom 1. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Japan Nuclear Technology Institute, 27. April 2011, archiviert vom Original (PDF; 321 kB) am 1. Mai 2011, abgerufen am 1. Mai 2011.</ref> Daher greift man nun notgedrungen zu riskanteren Maßnahmen, um den Reaktor besser zu kühlen. Zusätzlich wird die Installation eines neuen Kühlkreislaufs vorbereitet.<ref name="tepco-block1-roadmap"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Improvement of the environment within the Reactor Building of Unit 1 (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 4. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 350 kB) am 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref>

Für die von der Katastrophe Geschädigten beginnt das Warten auf eine finanzielle Entschädigung. Tepco hat eine Abteilung eingerichtet, die die Betroffenen beraten soll, aber an einem Callcenter für telefonische Anfragen arbeitet man noch.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Regarding the establishment of"Fukushima Nuclear Compensation Office" and "Compensation Center (Call center)". (Memento vom 1. Mai 2011 auf WebCite) Tepco, 27. April 2011, archiviert vom Original am 2. Mai 2011, abgerufen am 2. Mai 2011.</ref> Bis die tatsächlichen Verhandlungen über die Höhe der Zahlungen beginnen, wird es noch Monate dauern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Victims face long wait for compensation (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 30. April 2011, archiviert vom Original am 17. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref> Die Regierung besteht darauf, dass Tepco sich nicht auf höhere Gewalt berufen kann, weil dem Unternehmen der unzureichende Schutz der Anlage gegen Tsunamis bekannt gewesen sei.<ref name="jaif_68" />

1. bis 5. Mai

1. Mai

2. Mai

  • Am Reaktorgebäude 1 wird ein Luftfiltersystem installiert, um radioaktive Partikel zu entfernen. So soll das Gebäude auch wieder für menschliche Arbeiter dauerhaft betretbar werden, anstatt nur für Roboter.<ref name="nisa_126e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 126rd Release), Extract (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 5. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 29. Mai 2011 auf WebCite) am 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_69" />

3. Mai

  • Weitere 180 Tepco-Aktionäre schließen sich der Forderung nach Kraftwerksstilllegungen an. Ähnliche Vorschläge machen Aktionäre von vier anderen japanischen Kernkraftwerksbetreibern.<ref name="jaif_70" />
  • Die Radioaktivität in der Kondensationskammer von Reaktor 2 beginnt, wieder anzusteigen (→ siehe Strahlungsmesswerte in den Reaktoren).
  • Eine erste Untersuchung des Meeresbodens, drei Kilometer vor Minamisōma, zeigt Konzentrationen von 190 Bq/kg 131I, 1.300 Bq/kg 134Cs und 1400 Bq/kg 137Cs.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The results of nuclide analyses of radioactive materials in the ocean soil (Memento vom 3. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 3. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 13 kB) am 3. Mai 2011, abgerufen am 3. Mai 2011.</ref> Diese liegen beim 100- bis 1000-Fachen der Normalwerte. Gesetzliche Grenzwerte für Meeresböden gibt es in Japan nicht.<ref name="jaif_71"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 71 (Memento vom 4. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 4. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 4. Mai 2011 auf WebCite) (PDF; 211 kB) am 4. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2011.</ref>
  • Nach der Kritik durch ihren Ex-Berater Kosako veröffentlicht die japanische Regierung detaillierte Prognosen und Berechnungen zur radioaktiven Kontamination aus der Zeit ab dem 11. März.<ref name="jaif_70"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 70 (Memento vom 3. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Mai 2011 auf WebCite) (PDF; 193 kB) am 3. Mai 2011, abgerufen am 3. Mai 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (Memento vom 3. Mai 2011 auf WebCite) Nuclear Safety Commission, 3. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Mai 2011 auf WebCite) am 3. Mai 2011, abgerufen am 3. Mai 2011.</ref> [Auswertung?]
Datei:Fukushima j-village center house terrace.jpg
Außerhalb der Arbeitszeit wohnen die Mitarbeiter im „J-Village“, Naraha. (Foto von 2008)

4. Mai

5. Mai

  • Im Fall einer ungeplanten Kühlunterbrechung könnte Reaktor 1 sich schnell erhitzen und ganz außer Kontrolle geraten. Daher will der Kraftwerksbetreiber zur besseren Kühlung den Sicherheits- und Druckbehälter mit Wasser auffüllen. Die dabei entstehenden Risiken habe man unter Kontrolle.<ref name="tepco-flood1" />
  • Die Temperatur am Speisewasserstutzen von Reaktor 3 erreicht mit 157 °C den höchsten Wert seit dem 24. März.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Primary Parameters of Fukushima Daiichi Unit 1 (Memento vom 7. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Japan Nuclear Technology Institute, archiviert vom Original (PDF; 2,2 MB) am 7. Mai 2011, abgerufen am 6. Mai 2011.</ref> An anderer Stelle werden rund 240 °C gemessen, bei einer zulässigen Höchsttemperatur von 280 °C.<ref>Die Temperatur steigt. In: sueddeutsche.de, 6. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Druckfassung. (Memento vom 7. Mai 2011 auf WebCite)</ref>
  • Die japanische Regierung will 2012 darüber entscheiden, ob Bewohner der Evakuierungszone wieder zurückkehren können.<ref name="jaif_72"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 72 (Memento vom 5. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 255 kB) am 1. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011.</ref>

6. bis 12. Mai (neunte Woche)

6. Mai

  • Premierminister Naoto Kan verlangt die vollständige Abschaltung des Kernkraftwerks Hamaoka, weil es nicht hinreichend gegen Erdbebenfolgen geschützt sei. Der Betreiber Chūbu Denryoku zögert, weil ihn dies umgerechnet zwei Milliarden Euro pro Jahr kosten könnte.<ref name="jaif_74"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 74 (Memento vom 7. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 7. Mai 2011 auf WebCite) (PDF; 236 kB) am 7. Mai 2011, abgerufen am 7. Mai 2011.</ref>

7. Mai

8. Mai

  • Die Luft in Reaktorgebäude 1 ist hinreichend dekontaminiert; nun soll die Installation eines neuen Kühlsystems für den Reaktor beginnen.<ref name="jaif_75"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – No. 75 (Memento vom 2. Januar 2012 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 214 kB), abgerufen am 2. Januar 2011.</ref> Dieses soll aus einem geschlossenen Kreislauf bestehen, dessen Wärme über einen zusätzlich errichteten Kühlturm abgeführt wird.<ref name="tepco-block1-roadmap" />

9. Mai

  • Tepco veröffentlicht die Strontium-Messwerte der Bodenproben vom 18. April. Die Konzentrationen des kurzlebigen Strontium-89 (50 Tage Halbwertszeit) liegen bei bis zu 570 Bq/kg. Dies ist das 130-Fache des bisherigen Höchstwerts, der in der Präfektur Fukushima nach den oberirdischen Kernwaffentests im 20. Jahrhundert nachgewiesen wurde. Ein Experte vom Japan Chemical Analysis Center hält diese Kontamination für die Arbeiter im Kraftwerk für ungefährlich, solange sie Atemschutzmasken tragen.<ref name="jaif_76"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 76 (Memento vom 9. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 109 kB) am 9. Mai 2011, abgerufen am 9. Mai 2011.</ref> Hohe Dosen von Strontium können verschiedene Knochenkrankheiten bis hin zu Knochenkrebs auslösen.
  • Das Kernkraftwerk Hamaoka wird bis auf Weiteres abgeschaltet.<ref name="jaif_77" /> Zuvor hatten 1.000 Menschen in der Nähe der Firmenzentrale von Chūbu Denryoku dafür demonstriert.<ref name="jaif_76" />
  • Im Reaktorgebäude 1 stoßen Arbeiter auf radioaktive Hotspots mit Ortsdosisleistungen von bis zu 700 Millisievert pro Stunde. Diese werden mit bleihaltigen Strahlenschutzmatten abgedeckt, was aber wenig hilft.<ref name="jaif_77" /><ref name="jaif_78" />
  • Der Verkauf von Bambussprossen und Straußenfarn aus verschiedenen Bergregionen in der Präfektur Fukushima wird verboten, weil sie oberhalb der Grenzwerte kontaminiert sind.<ref name="jaif_77" />

10. Mai

11. Mai

  • Tepco fällt hinter den Zeitplan der „Roadmap“ vom 17. April zurück, weil die Arbeiten an den Reaktoren zu langsam vorankommen.<ref name="jaif_78">(englisch, pdf). JAIF / NHK, 11. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 120 kB) am 11. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011.</ref>
  • Auch die Verbindungsschächte zu den Wartungstunneln an Block 3 werden jetzt mit Beton verschlossen.<ref name="jaif_68" /> Dabei stellt man fest, dass – ähnlich wie bereits am 2. April an Block 2 – hoch kontaminiertes Wasser durch einen Kabelschacht ins Meer fließt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Possibility of leakage of radioactive water off the site near the water intake canal of Unit 3 of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (continued report) (Memento vom 11. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 11. Mai 2011, archiviert vom Original am 11. Mai 2011, abgerufen am 11. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_79" />
  • Kaiser Akihito und seine Frau besuchen Menschen in Notunterkünften in der Präfektur Fukushima, um ihnen Mut zuzusprechen.<ref name="jaif_79" />

12. Mai

  • Nach einer Kalibrierung der Wasserstands-Messgeräte an Reaktor 1 stellt Tepco fest, dass die Brennelemente (oder der Bereich, in dem sie sich einmal befanden) nicht halb mit Wasser bedeckt sind, wie bisher angezeigt wurde, sondern gar nicht. Vermutlich sind Druck- und Sicherheitsbehälter undicht, und erhebliche Teile des Kühlwassers laufen aus dem Reaktor. Der Großteil des geschmolzenen Reaktorkerns habe sich unten im Druckbehälter angesammelt. Die geplanten, neuen Kühlmaßnahmen für Reaktor 1 sind damit in Frage gestellt.<ref name="jaif_79"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 79 (Memento vom 12. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 12. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 101 kB) am 12. Mai 2011, abgerufen am 12. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_80"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 80 (Memento vom 13. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 130 kB) am 13. Mai 2011, abgerufen am 13. Mai 2011.</ref><ref name="tepco-110515e10"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reactor Core Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Unit 1 (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (pdf). Tepco, 15. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 95 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>

13. bis 19. Mai (zehnte Woche)

13. Mai

14. Mai

Datei:US Navy 041103-N-4614W-033 A U.S. Army explosive ordnance disposal (EOD) robot, i-Robot, pulls the wire of an alleged improvised explosive device (IED), found by the Iraqi Police (crop).jpg
PackBot, hier bei der Entschärfung eines Sprengsatzes im Irak

15. Mai

  • Tepco bestätigt erstmals, dass es zu einer Kernschmelze gekommen ist. Der gesamte Kern von Reaktor 1 sei vom 11. bis zum 12. März geschmolzen.<ref name="tepco-110515e10" />
  • Über 5.000 Tonnen radioaktives Abwasser sind aus Reaktor 1 gelaufen und haben das 11 Meter hohe Untergeschoss des Reaktorgebäudes fast zur Hälfte aufgefüllt.<ref name="jaif_81"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 81 (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 227 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Observed result of leakage in the Reactor Building (Unit 1) (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 15. Mai 2011, archiviert vom Original am 17. Mai 2011, abgerufen am 16. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_95" />

16. Mai

Datei:Fukushima I reactor cooling water.svg
Kühlwassermengen vom 13. März bis zum 28. Mai
Datei:Fukushima I Unit 3 RPV Temperature March-May 2011.svg
Reaktortemperaturen Block 3
  • Tepco bestätigt auch die Kernschmelzen in den Reaktoren 2 und 3; die Reaktoren dort könnten in einem ähnlichen Zustand sein wie in Block 1.<ref name="wsj-SB10001424052748703509104576325110776621604" />
  • Trotz des vermutlich lecken Reaktors erhöht der Kraftwerksbetreiber die eingespeiste Wassermenge in Block 1, in der Hoffnung, dass zumindest ein Teil des Wassers irgendwie im Sicherheitsbehälter verbleibt (siehe Grafik).<ref name="jaif_82"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 82 (Memento vom 17. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). 15. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 249 kB) am 17. Mai 2011, abgerufen am 15. Mai 2011.</ref>
  • Nach einer Verdopplung der in Reaktor 3 eingeleiteten Wassermengen fällt die Temperatur jetzt wieder – man hat die Situation wieder in den Griff bekommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />温度に関するパラメータ (Temperaturparameter) (Memento vom 21. Mai 2011 auf WebCite) (japanisch). METI, 20. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 1,0 MB), abgerufen am 21. Mai 2011, S. 3.</ref>

17. Mai

18. Mai

  • Tepco gibt den Versuch auf, den Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 mit Wasser aufzufüllen (siehe auch: Mengen an eingespeistem Kühlwasser). Stattdessen denkt man über Anlagen nach, die das Abwasser aus den Untergeschossen der Reaktorblöcke dekontaminieren und wieder in die Reaktoren einspritzen.<ref name="jaif_85" />
  • Auch in die Sicherheitsbehälter der Reaktoren 2 und 3 soll Stickstoff eingeleitet werden. Zur Vorbereitung erkunden Arbeiter die Reaktorgebäude 2 und 3. In Block 2 ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, was unter anderem den Einsatz von Robotern behindert, weil deren Kameralinsen beschlagen. In Block 3 wird an der Stelle, wo Arbeiter den Stickstoff einleiten sollen, eine zu riskante Strahlung von 160 bis 170 Millisievert pro Stunde gemessen.<ref name="jaif_85"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 85 (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 90 kB) am 20. Mai 2011, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_87"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 87 (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 200 kB) am 20. Mai 2011, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref>
  • Die ersten Schadensersatzforderungen in Millionen-Euro-Höhe von Fischern und Landwirten gehen bei Tepco ein oder sind in Vorbereitung.<ref name="jaif_85" />

20. bis 26. Mai (elfte Woche)

  • 20. Mai: Tepco streicht seinen Aktionären die Dividende für das zweite Halbjahr 2010.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Notice Concerning Distribution of Year-end Dividend (no dividend to be paid) and Revision of Basic Dividend Policy (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 20. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref>
  • Tepco-Präsident Masataka Shimizu und drei weitere Direktoren des Unternehmens kündigen ihren Rücktritt an. Neuer Präsident soll Toshio Nishizawa werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Announcement of Changes of Directors (Memento vom 25. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 20. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 20. Mai 2011.</ref>
  • Der Kraftwerksbetreiber beschließt offiziell die Aufgabe der zerstörten Reaktorblöcke 1 bis 4 und der geplanten, neuen Reaktorblöcke 7 und 8. Bezüglich Block 5 und 6 legt das Unternehmen sich nach wie vor nicht fest.<ref name="tepco-11052004e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Decommissioning of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Units 1 to 4 and Abolishment of Construction Plans for Units 7 and 8 (Memento vom 20. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 20. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 21. Mai 2011.</ref>
  • 69 von 72 Schulen in der Stadt Fukushima verbieten wegen der Strahlungsrisiken sportliche Aktivitäten in ihren Außenanlagen oder schränken sie ein. Schwimmunterricht in Freibädern wird nun ganz verboten.<ref name="jaif_87" />
  • 21. Mai: Die „Mega Float“ genannte, schwimmende Plattform trifft im Hafen des Kraftwerks ein. Entgegen früheren Angaben kann sie nicht 18.000, sondern „nur“ 10.000 Tonnen an radioaktivem Wasser speichern.<ref name="jaif_88"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 88 (Memento vom 21. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 207 kB), abgerufen am 21. Mai 2011.</ref> Bis zu ihrem Einsatz werden noch einige Wochen vergehen, während die Lagerkapazitäten im Kraftwerk fast erschöpft sind.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tainted water storage soon to reach capacity at Fukushima plant (Memento vom 25. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Japan Times, 23. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 24. Mai 2011.</ref>
  • 23. Mai: Unter dem Abklingbecken von Block 4 wird eine Stahlbetonstütze errichtet, um das vom Erdbeben beschädigte Gebäude zu verstärken.<ref name="jaif_90"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – No. 90 (Memento vom 23. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 100 kB), abgerufen am 23. Mai 2011.</ref><ref name="kantei-bericht2" />
  • 25. Mai: Greenpeace veröffentlicht erste Laborergebnisse der Meeresuntersuchung. Die 137Cs-Kontamination von Meeresalgen im Umkreis von bis zu 65 Kilometern um das Kraftwerk liegt zwischen nahe Null und dem Dreifachen des gesetzlichen Grenzwertes (im Durchschnitt etwas darunter), die 131I-Kontamination zwischen nahe null und dem 64-Fachen des Grenzwertes (im Durchschnitt beim Elffachen).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marine testing lab results 1, published 25 May 2011 (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Greenpeace, 25. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 122 kB) am 27. Mai 2011, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marine testing lab results 2, published 25 May 2011 (Memento vom 27. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Greenpeace, 25. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 805 kB) am 27. Mai 2011, abgerufen am 27. Mai 2011.</ref>
  • Die NRC misst in Straßengräben in der Präfektur Fukushima Ortsdosisleistungen von fast 100 Mikrosievert pro Stunde.<ref name="jaif_103"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 103 (Memento vom 6. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 231 kB), abgerufen am 6. Juni 2011.</ref>
  • Die Europäische Union führt sogenannte Stresstests ein. Alle Kernkraftwerke in den 27 Mitgliedsstaaten werden bis April 2012 nach einem festgelegten Verfahren auf Risiken durch Naturkatastrophen und Unfälle wie z. B. Flugzeugabstürze geprüft. Eine Überprüfung im Hinblick auf Terrorangriffe findet vorerst nicht statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Atomkraftwerke kommen in der EU auf den Prüfstand (Memento vom 16. Juni 2011 auf WebCite). Reuters, 25. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 16. Juni 2011.</ref>
  • 26. Mai: Nachdem das Wasserabpumpen in Block 3 unterbrochen wurde, stellt man fest, dass das provisorische Abwasserlager ein Leck hat. 57 Tonnen hoch kontaminiertes Wasser gingen innerhalb von 20 Stunden verloren.<ref name="jaif_93"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 93 (Memento vom 26. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 26. Mai 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 130 kB), abgerufen am 26. Mai 2011.</ref>
  • Inzwischen wurden in den meisten Präfekturen um Tokio, 100 bis 300 Kilometer südsüdwestlich des Kraftwerks, Caesium-Kontaminationen von Teeblättern im Bereich zwischen 500 (gesetzlicher Grenzwert) und 780 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Die Behörden fordern die Teepflanzer zu freiwilligen Verkaufsstopps auf, aber nicht alle halten sich daran.<ref name="jaif_84" /><ref name="jaif_93" />

27. bis 31. Mai (zwölfte Woche)

Datei:Fukushima Flowers.jpg
Graffito in Saint-Romain-au-Mont-d’Or, Frankreich (Mai 2011)
Datei:Fukushima I sub-drain caesium-137 2011-06-11.svg
Der Taifun schwemmt eine Menge 137Cs aus den dachlosen Blöcken 1, 3 und 4.
  • Die Dekontamination von geschätzten 250.000 Tonnen an radioaktivem Abwasser wird umgerechnet rund 500 Millionen Euro kosten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />53.1 billion yen needed to clean water (Memento vom 30. Mai 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 29. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 30. Mai 2011.</ref>
  • 30. Mai: Mit dem Taifun „Songda“ beginnt in Japan die regnerische Jahreszeit. Die Wasserstände in den Untergeschossen der Kraftwerksgebäude steigen jetzt noch schneller, während die Lagerkapazitäten so gut wie erschöpft sind.<ref name="jaif_98"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 98 (Memento vom 31. Mai 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 31. Mai 2011, archiviert vom Original (PDF; 120 kB), abgerufen am 31. Mai 2011.</ref><ref name="jaif_99"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 99 (Memento vom 1. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 1. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 124 kB), abgerufen am 1. Juni 2011.</ref>
  • 31. Mai: In Block 2 geht ein neues Abklingbecken-Kühlsystem mit geschlossenem Kreislauf und Wärmetauscher in Betrieb. Damit soll die Wassertemperatur von 70 auf 40 °C gesenkt und die relative Luftfeuchtigkeit von 99,9 % reduziert werden.<ref name="jaif_99" />
  • Die japanische Regierung erwägt, die Landfläche der gesamten 20-Kilometer-Sperrzone aufzukaufen. Die Kosten dafür werden auf umgerechnet rund 50 Milliarden Euro geschätzt.<ref name="jaif_99" />
  • In Reaktor 1 wurden bislang 13.630 m³ Wasser gepumpt, davon 2.842 m³ Meerwasser. Bei Reaktor 2 sind es 20.911 m³ Wasser, davon 9.197 m² Meerwasser,<ref name="nisa-untersuchung" /> und bei Reaktor 3 20.625 m³, davon 4.495 m³ Meerwasser.<ref name="nisa-untersuchung" />

Juni 2011

Datei:Fukushima I Unit 3 RCICS graph.png
Beispiel für Reaktordatenaufzeichnung: Schwankender Wasserstand durch Notkühlung von Reaktor 3 am 11. März 2011

Die Stabilisierung der Reaktoren gestaltet sich schwieriger als angenommen – zu groß sind die Kernschmelze-Schäden. Tepco arbeitet an neuen Kühlsystemen, und bis zu deren Inbetriebnahme rettet man sich weiter mit Provisorien über die Zeit; immer mit dem Risiko, dass die Lage nochmals eskalieren könnte, so wie zuletzt bei Reaktor 3. Weitere Gebäude werden zur Zwischenlagerung des radioaktiven Abwassers zweckentfremdet,<ref name="jaif_93" /><ref name="nisa_164e" /> weil die Schächte an den Turbinengebäuden kurz vor dem Überlaufen sind.

Für außenstehende Beobachter wird die Lage jetzt überschaubarer, weil der Kraftwerksbetreiber auf Druck der Aufsichtsbehörde umfangreiches Informationsmaterial zu Erdbeben und Tsunami, zum Zustand der Reaktoren und zu Aufzeichnungen der Mitarbeiter während der Unfälle veröffentlicht hat. Die Kernschmelzen wurden mit Computersimulationen durchgerechnet. Die Behörden gehen jetzt davon aus, dass es in Reaktor 1 bis 3 zu einem „melt-through“ kam, das heißt einem Austreten von Teilen des Reaktorkerns in den Sicherheitsbehälter.<ref name="nisa-untersuchung" />

Die Mitarbeiter im Kraftwerk arbeiten nach wie vor unter schwierigen Bedingungen. Neben den radioaktiven Hot Spots auf dem Gelände und in den Reaktorgebäuden wird in der warmen Jahreszeit auch die Schutzkleidung zum Risiko. Mindestens elf Arbeiter mussten bereits wegen Hitzschlag oder Dehydratation behandelt werden.<ref name="jaif_104" /> Bei zwei Mitarbeitern wurden hohe 131I-Konzentrationen in der Schilddrüse festgestellt; sie erhielten dadurch Strahlungsdosen von 540 beziehungsweise 590 Millisievert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status of Evaluation work of TEPCO employees’ Exposure Dose at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Continued Releases) (Memento vom 10. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 10. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 11. Juni 2011.</ref> Erst jetzt sorgt Tepco für eine ständige medizinische Betreuung vor Ort.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Enhancement of medical system in Fukushima Daiichi Nuclear Power Station by the cooperation of Ministry of Health, Labour and Welfare(Continuous presence of medical doctor) (Memento vom 11. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 27. Mai 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 11. Juni 2011.</ref>

1. bis 2. Juni

  • 1. Juni: In 14 von 31 Schneeproben von sieben Berggipfeln in der Präfektur Fukushima wird Radioaktivität oberhalb des Trinkwassergrenzwertes von 200 Becquerel pro Kilogramm gemessen. Der höchste Einzelmesswert liegt bei 3000 Bq/kg.<ref name="jaif_99" />
  • Die IAEO hat ihre Inspektion bereits beendet und veröffentlicht einen vorläufigen Bericht, in der sie das Krisenmanagement von Regierung und Kraftwerksbetreiber ausdrücklich lobt. Mit diplomatischen Formulierungen und unverbindlichen Empfehlungen weist sie auch auf Ursachen der Katastrophe hin: Die Unterschätzung des Tsunamirisikos, fehlende Unabhängigkeit der japanischen Atomaufsicht, die Möglichkeit unzureichender Sicherheitsauslegung der Reaktoren und der Betriebsvorgänge, fehlende Notfallausrüstung und -planung und den Wasserstoffaustritt aus den Reaktoren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />IAEA international fact finding expert mission of the nuclear accident following the great east japan earthquake and tsunami (Memento vom 4. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). IAEO, 1. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 37 kB), abgerufen am 3. Juni 2011.</ref>
  • 2. Juni: Weitere fünf Betontunnel und 39 Schächte um die Reaktorblöcke werden mit Beton und anderen Materialien verschlossen, um den Abwasseraustritt ins Meer einzudämmen. Außerdem werden Risse in den Kaimauern abgedichtet.<ref name="jaif_99" />

3. bis 9. Juni (dreizehnte Woche)

  • 3. Juni: Ungefähr 100.000 Tonnen an hoch kontaminiertem Wasser haben sich mittlerweile auf dem Gelände angesammelt, mit einer Radioaktivität von insgesamt 720.000 Terabecquerel<ref name="jaif_101"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 101 (Memento vom 3. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 68 kB), abgerufen am 3. Juni 2011.</ref> (zum Vergleich, siehe Gesamtfreisetzung an radioaktiven Stoffen).
  • 4. Juni: Ein Roboter misst in einem Bereich des Erdgeschosses von Reaktorgebäude 1 Ortsdosisleistungen von 3000 bis 4000 mSv/h – die bisher höchste außerhalb der Sicherheitsbehälter gemessene Strahlung. In der Nähe tritt Dampf aus einer Öffnung im Boden aus.<ref name="jaif_102"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 102 (Memento vom 5. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juli 2012 auf WebCite) (PDF; 230 kB), abgerufen am 5. Juni 2011.</ref><ref>Roboter messen Rekordwert bei Radioaktivität, Spiegel Online, 4. Juni 2011.</ref>
  • 5. Juni: Die 134Cs- und 137Cs-Konzentration im Meerwasser am Kraftwerk fällt dauerhaft unter die gesetzlichen Grenzwerte. 131I ist seit Anfang Juni nicht mehr nachweisbar.<ref>A list of press releases regarding Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (englisch). Tepco, abgerufen am 25. Juni 2011: „Detection of Radioactive Materials from Seawater near Fukushima Daiichi Nuclear Power Station“</ref>
  • Der NSC-Vorsitzende Haruki Madarame führt die Kritik der IAEO fort und fordert eine Berücksichtigung länger andauernde Stromausfälle in den Konstruktionsrichtlinien für Kernkraftwerke.<ref name="jaif_104"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 104 (Memento vom 6. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 6. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 110 kB), abgerufen am 6. Juni 2011.</ref>
  • 6. Juni: Die neue Wasser-Dekontaminierungsanlage geht in den Probebetrieb. Sie soll 1.200 Tonnen Abwasser pro Tag verarbeiten, während täglich mehrere hundert Tonnen neu hinzukommen.<ref name="jaif_104" /> Das gefilterte Wasser wird anschließend weiter in neuen Tanks gelagert.<ref name="jaif_102" />
  • 7. Juni: Eine von der japanischen Regierung eingesetzte und als „unabhängig“ bezeichnete Kommission unter der Leitung von Yotaro Hatamura beginnt mit der Untersuchung der Nuklearkatastrophe. Ein erster Bericht ist für Ende 2011 geplant.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Official probe begins into nuclear disaster (Memento vom 7. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Japan Times, 8. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 8. Juni 2011.</ref>
  • 8. Juni: Im südlichen Teil des Kraftwerks fällt dreieinhalb Stunden lang der Strom aus. Die Leitstände von Block 1 und 2 sind dadurch zeitweise außer Betrieb, ebenso die Stickstoffeinleitung in Reaktor 1, das Wasserabpumpen aus Turbinengebäude 2 und zwei Strahlungs-Messstationen.<ref name="nisa_164e" />

10. bis 16. Juni (vierzehnte Woche)

17. bis 23. Juni (fünfzehnte Woche)

Datei:Fukushima I reactor cooling water 2011-07-02.svg
Reaktor-Kühlwassermengen vom 12. März bis zum 2. Juli
  • 18. Juni: Das nach Ansicht von Kritikern mit der Atomindustrie verflochtene<ref name="yomiuri-T110615005652"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nuclear crisis: How it happened / 'Nuclear power village' a cozy, closed community (Memento vom 18. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 16. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 18. Juni 2011.</ref> japanische Wirtschaftsministerium drängt die Präfekturverwaltungen dazu, die Wiederinbetriebnahme der seit dem Erdbeben abgeschalteten Kernkraftwerke zu erlauben.<ref name="jaif_116"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 116 (Memento vom 18. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 18. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 334 kB), abgerufen am 18. Juni 2011.</ref>
  • 21. Juni: Die Kühlwassermengen für die Reaktoren 1 bis 3 werden reduziert, da die Wasseransammlungen in den Gebäuden überzulaufen drohen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Filtering system tested for full operation (Memento vom 22. Juni 2011 auf WebCite) (englisch). NHK, 21. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 10. August 2011 im Internet Archive), abgerufen am 22. Juni 2011.</ref>
  • 22. Juni: Nachdem die Luftfeuchtigkeit im Reaktorgebäude 2 gesenkt und die Luft hinreichend dekontaminiert wurde, beginnen auch hier die Arbeiten zur Justage von Messgeräten und zur Stickstoffeinleitung. Das radioaktive Abwasser steht sechs Meter hoch im Untergeschoss.<ref name="jaif_121"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 121 (Memento vom 24. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 23. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 23. Juni 2011 auf WebCite) (PDF; 99 kB), abgerufen am 24. Juni 2011.</ref>

24. bis 30. Juni (sechzehnte Woche)

  • 24. Juni: Die Präfektur Fukushima wird Dosimeter an 280.000 Kinder ausgeben.<ref name="jaif_122"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 122 (Memento vom 24. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 24. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 119 kB), abgerufen am 24. Juni 2011.</ref>
  • 27. Juni: Die Reaktoren 1 bis 3 werden jetzt überwiegend mit „Recyclingwasser“ aus der Dekontaminationsanlage gekühlt, damit weniger Abwasser entsteht.<ref name="jaif_125"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 125 (Memento vom 27. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27. Juni 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 109 kB), abgerufen am 27. Juni 2011.</ref> Das neue System ist noch unausgereift und fällt gelegentlich aus.
  • 28. Juni: Beginn der Stickstoffeinleitung in Reaktor 2.<ref name="nisa_184e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 184th Release), Extract (Memento vom 30. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 29. Juni 2011, archiviert vom [Seismic Damage Information (the 184th Release) Original], abgerufen am 30. Juni 2011.</ref> Die entsprechenden Vorrichtungen am Sicherheitsbehälter wurden wegen der hohen Strahlung von Robotern installiert.
Datei:GenkaiNuclearPowerPlant-2.JPG
Das Kernkraftwerk Genkai im Südwesten Japans soll als erstes wieder in Betrieb gehen.
  • 29. Juni: Wirtschaftsminister Banri Kaieda drängt weiter auf eine Wiederinbetriebnahme der abgeschalteten Kernkraftwerke. Alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen seien getroffen. Die örtlichen Verwaltungen und die Bevölkerung sind skeptisch; nur 21 Prozent der betroffenen Stadtverwaltungen können sich eine kurzfristige Wiederinbetriebnahme vorstellen.<ref name="jaif_128"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 128 (Memento vom 30. Juni 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 30. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 110 kB), abgerufen am 30. Juni 2011.</ref>
  • Der Antrag von 400 Tepco-Aktionären zum Abschalten aller Tepco-Kernkraftwerke findet in der Hauptversammlung keine Mehrheit.<ref name="jaif_128" />
  • 30. Juni: Die „Mega Float“ ist einsatzbereit. Der Kraftwerksbetreiber beginnt mit dem Umpumpen von 8.000 Tonnen niedrig kontaminierten Wassers aus Tanks an Block 6 in die schwimmende Plattform.<ref name="jaif_128" />

Juli 2011

Mit vielen Unterbrechungen wegen technischer Probleme wie falsch eingestellter Ventile und diverser Lecks geht die neue Wasser-Dekontaminationsanlage in Betrieb. Das befürchtete Überlaufen der Schächte an den Turbinengebäuden konnte verhindert werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Water levels of accumulated water (Memento vom 2. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 28. Juni 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 2. Juli 2011.</ref> Für die Reaktoren und Abklingbecken der Blöcke 1 bis 3 existieren nun mehr oder weniger geschlossene Kühlkreisläufe. Nur am Abklingbecken von Block 4 ist noch eine Betonpumpe als Wasserpumpe in Betrieb.

Für die Arbeiter hat Tepco kühlende Gel-Westen angeschafft, und es gibt einen neuen, rund um die Uhr besetzten und auf Notfälle eingerichteten medizinischen Behandlungsraum bei Block 5/6.<ref>Outline of Emergency Medical Treatment Room (englisch, pdf; 11 kB). Tepco, 30. Juni 2011, archiviert vom Original (PDF; 11 kB), abgerufen am 2. Juli 2011.</ref> Verteilt über das Gelände wurden elf kontaminationsgeschützte, mit Wasserspendern ausgestattete Rasträume eingerichtet; sieben weitere sollen noch hinzukommen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Status of establishing rest area for workers (Memento vom 2. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 2. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 715 kB), abgerufen am 2. Juli 2011.</ref>

Weiterer Verlauf

  • 3. Juli: Die Reaktoren 1 bis 3 werden nun vollständig mit wiederaufbereitetem Wasser gekühlt.<ref name="jaif_131"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 131 (Memento vom 3. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3. Juli 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 16. November 2011 im Internet Archive) (PDF; 231 kB), abgerufen am 3. Juli 2011.</ref> Auf diese Weise wird ein Teil des angesammelten Abwassers entsorgt, da es in den Reaktoren verdunstet.
  • Nach Block 1 und 2 wird auch das Reaktorgebäude von Block 3 mit verschiedenen Maßnahmen dekontaminiert, um weitere Arbeiten wie das Einleiten von Stickstoff in den Sicherheitsbehälter zu ermöglichen.<ref name="jaif_132"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 132 (Memento vom 5. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4. Juli 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 89 kB), abgerufen am 4. Juli 2011.</ref>
  • 6. Juli: Die Wasser-Dekontaminierungsanlage wurde in Betrieb genommen; rund 15.000 Tonnen Wasser wurden bereits verarbeitet. Der Durchfluss liegt jetzt bei 42 Tonnen pro Stunde, etwas unter der ursprünglichen Planung von 50 Tonnen pro Stunde.<ref name="jaif_135"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 135 (Memento vom 7. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 132 kB), abgerufen am 7. Juli 2011.</ref>
  • Premierminister Kan weist das Wirtschaftsministerium an, abgeschaltete Kraftwerke nur unter strengen Sicherheitsauflagen wieder ans Netz gehen zu lassen. Das bisherige Verfahren, in dem die zum Wirtschaftsministerium gehörige Atomaufsichtsbehörde (NISA) und die Industrie alleine über die Wiederinbetriebnahme entscheiden, sei nicht mehr haltbar. Es sollen „Stresstests“ nach dem Vorbild der Europäischen Union eingeführt werden.<ref name="jaif_135" /> Die Unabhängigkeit der NISA wird seit Jahren von der Internationalen Atomenergie-Organisation angezweifelt.<ref name="iaeo-untersuchung" />
  • 7. Juli: Kyūshū Denryoku, Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks Genkai, gibt zu, die öffentliche Diskussion um die geplante Wiederinbetriebnahme manipuliert zu haben. Bei einer am 26. Juni live im Fernsehen übertragenen Sitzung der zuständigen Behörden, kurz vor einem Besuch des Wirtschaftsministers in Genkai, konnten die Zuschauer ihre Meinung per E-Mail und Fax beisteuern. Der Kraftwerksbetreiber ließ rund 140 eigene Mitarbeiter und weitere Mitarbeiter von Fremdfirmen E-Mails senden, die eine Wiederinbetriebnahme unterstützten. Insgesamt gingen 286 E-Mails mit Stimmen für und 163 gegen eine Wiederinbetriebnahme ein.<ref name="jaif_135" /><ref name="jaif_143" />
  • Der Bürgermeister von Genkai zieht seine Zustimmung zur Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks zurück, und Wirtschaftsminister Kaieda bietet seinen Rücktritt an.<ref name="jaif_136"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 136 (Memento vom 11. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 132 kB), abgerufen am 11. Juli 2011.</ref>
  • 8. Juli: In Rindfleisch aus Minamisōma werden Caesium-Kontaminationen von 1530 bis 3200 Bq/kg festgestellt.<ref name="jaif_138"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 138 (Memento vom 11. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 10. Juli 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Juli 2011 auf WebCite) (PDF; 188 kB), abgerufen am 11. Juli 2011.</ref> Die Rinder waren mit Heu gefüttert worden, das mit bis zu 97000 Bq/kg radioaktivem Caesium belastet war – dem 73-Fachen des gesetzlichen Grenzwerts.<ref name="jaif_143" />
  • 10. Juli: Die Arbeiter im Kraftwerk erhalten jetzt auch psychologische Betreuung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Enhancement of mental health support for employees working at Fukushima Daiichi and Daini Nuclear Power Stations (Memento vom 11. Juli 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 8. Juli 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 11. Juli 2011.</ref><ref name="jaif_138" />
  • 14. Juli: Beginn der Stickstoffeinleitung in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 3, zur Vorbeugung gegen mögliche Knallgasexplosionen.<ref name="jaif_143"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 143 (Memento vom 15. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 15. Juli 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 130 kB), abgerufen am 15. Juli 2011.</ref>
  • Toshiba hat eine weitere Wasser-Dekontaminierungsanlage für Fukushima I entwickelt. Sie besteht aus 14 Zeolith-Filtereinheiten und soll im August in Betrieb gehen, ergänzend zu der bereits laufenden Anlage.<ref name="jaif_143" /> Letztere hat sich als unzuverlässig erwiesen und verarbeitet in der laufenden Woche nur noch durchschnittlich 27 statt der geplanten 50 Tonnen Wasser pro Stunde.<ref name="jaif_149"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 149 (Memento vom 22. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 100 kB), abgerufen am 22. Juli 2011.</ref>
Datei:Fukushima I Unit 3 Containment Radiation.png
Strahlung im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3, März bis Juli 2011
  • 22. Juli: Erstmals seit den Unfällen im März steigt die Strahlung in Reaktor 3 wieder an (Grafik).
  • Mindestens 1400 Rinder in elf Präfekturen wurden mit über den Grenzwerten kontaminiertem Heu – in einem Einzelfall bis zu 690.000 Bq/kg – gefüttert. Teile des Fleischs wurden bereits an Endkunden verkauft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Beef radiation scare recalls mad cow fiasco (Memento vom 30. Juli 2011 auf WebCite) (englisch). The Japan Times, 20. Juli 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 30. Juli 2011.</ref><ref name="jaif_150"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 150 (Memento vom 30. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 22. Juli 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 18. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 90 kB), abgerufen am 30. Juli 2011.</ref>
  • 29. Juli: Knapp 50.000 Tonnen kontaminierten Klärschlammes haben sich in den Kläranlagen verschiedener Präfekturen angesammelt; weitere 54.000 Tonnen sollen noch untersucht werden.<ref name="jaif_157"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 157 (Memento vom 30. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 141 kB), abgerufen am 30. Juli 2011.</ref> Ein Viertel des Abfalls ist zu radioaktiv, um ihn auf den üblichen Wegen zu entsorgen.<ref name="jaif_176"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 176 (Memento vom 21. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 18. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 79 kB), abgerufen am 21. August 2011.</ref>
  • Bei der Wasser-Dekontaminierungsanlage kommt es immer wieder zu Betriebsunterbrechungen, und der geplante Durchfluss wird nicht erreicht.<ref name="jaif_158"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 158 (Memento vom 30. Juli 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 30. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 190 kB), abgerufen am 30. Juli 2011.</ref>
  • 31. Juli: Auch in Block 4 geht nun ein neues, geschlossenes Abklingbecken-Kühlsystem in (Probe-)Betrieb.<ref name="jaif_160"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 160 (Memento vom 1. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 31. Juli 2011, archiviert vom Original (PDF; 88 kB), abgerufen am 1. August 2011.</ref>

August 2011

Datei:Fukushima I Unit 5 vent pipe.jpg
Rohr zwischen Reaktor und Schornstein, hier an Block 5 (1999)
  • An der Verbindung des Reaktor-Entlüftungsrohrs von Block 1 und 2 zum Schornstein misst Tepco eine Ortsdosisleistung von mindestens 10.000 Millisievert pro Stunde (mSv/h; dies ist die Grenze des eingesetzten Messgeräts), bislang der höchste außerhalb der Sicherheitsbehälter gemessene Wert. In drei Metern Entfernung sind es noch 40 mSv/h. Ursache der Strahlung sind vermutlich Ablagerungen durch die Druckentlastungen während der ersten Unfallwoche. Das Rohr soll mit Bleimatten abgeschirmt werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO Detects Highest Level of Radiation from Fukushima No. 1 Plant (Memento vom 2. August 2011 auf WebCite) (englisch). Jiji Press, 1. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 2. August 2011.</ref><ref name="jaif_162"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 162 (Memento vom 3. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 16. November 2011 im Internet Archive) (PDF; 100 kB), abgerufen am 3. August 2011.</ref>
  • 2. August: Die Meldung vom 1. August ruft in Deutschland ein großes Presseecho hervor. Die Zeit titelt: „Erneut tödliche Strahlenwerte in Fukushima gemessen“, und n-tv meldet: „Todesfalle Fukushima: Strahlung sprengt Mess-Skala“. Das Handelsblatt schließt daraus, „Japans Atomkrise (sei) keineswegs überwunden,“ und die Süddeutsche spricht von einem „Schock“.<ref>Erneut tödliche Strahlenwerte in Fukushima gemessen, Die Zeit, 2. August 2011; Todesfalle Fukushima: Strahlung sprengt Mess-Skala, n-tv, 2. August 2011; Radioaktivität in Fukushima: „Was tun Sie da eigentlich?“, Handelsblatt, 2. August 2011; Atomkatastrophe von Fukushima: Der Rekordstrahlung auf der Spur, Süddeutsche Zeitung, 2. August 2011; alle abgerufen am 2. August 2011.</ref> In den japanischen Medien findet die Meldung wenig Beachtung.<ref>Nachrichtenübersichten von <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan Times (Memento vom 2. August 2011 auf WebCite), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Asahi Shimbun (Memento vom 2. August 2011 auf WebCite) und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Yomiuri Shimbun (Memento vom 2. August 2011 auf WebCite), den drei auflagenstärksten Tageszeitungen der Welt, jeweils am 2. August (20:45-21:00 Uhr MEZ) archiviert.</ref>
  • Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin schließt aus dem Strahlungsmesswert, die Lage im Kernkraftwerk Fukushima I sei außer Kontrolle. Er fordert die japanische Regierung zum Handeln auf; sie müsse auch internationale Unterstützung heranziehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Strahlungswerte in Fukushima: Trittin fordert japanische Regierung zum Handeln auf. (Memento vom 3. August 2011 auf WebCite) Berliner Umschau, 3. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 3. August 2011.</ref>
  • Die japanische Regierung empfiehlt dringend, Kompost mit einer Radioaktivität über 400 Bq/kg nicht mehr zum Düngen zu verwenden und bei Vieh- und Fischfutter Grenzwerte von 300 bzw. 100 Bq/kg einzuhalten.<ref name="jaif_162" />
  • 3. August: Tepco hat bislang umgerechnet 616 Mio. Euro an Entschädigungen gezahlt, den Großteil davon an die Einwohner des Evakuierungsgebiets.<ref name="jaif_163"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 163 (Memento vom 6. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4. August 2011, archiviert vom Original (PDF; 111 kB), abgerufen am 7. August 2011.</ref>
  • Nachdem am 13. Juni in weiteren Teilen Minamisōmas zu hohe Strahlenbelastungen festgestellt wurden, sollen nun 72 Haushalte evakuiert werden.<ref name="nisa_219e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 219th Release), Extract (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 3. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 14. August 2011.</ref>
  • 4. August: Das japanische Wirtschaftsministerium kündigt die Entlassung des NISA-Direktors Katsuo Matsunaga und zweier weiterer für die Nuklearsicherheit zuständiger Spitzenbeamter an.<ref name="jaif_164"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 164 (Memento vom 6. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 16. November 2011 im Internet Archive) (PDF; 118 kB), abgerufen am 7. August 2011.</ref> Nach dem Skandal um das Kernkraftwerk Genkai stehen nun auch die Atomaufsichtsbehörde sowie die Kernkraftwerksbetreiber Chūbu Denryoku und Shikoku Denryoku im Verdacht, öffentliche Debatten zugunsten der Betreiber manipuliert zu haben.<ref name="jaif_165"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 165 (Memento vom 6. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 6. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 13. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 208 kB), abgerufen am 7. August 2011.</ref>
  • 8. August: Eine neue Verdampfungsanlage verringert die Menge an kontaminiertem Salzwasser auf dem Kraftwerksgelände. Ungefähr 21.000 Tonnen davon sind noch vorhanden. Der Dampf wird kondensiert und als Kühlwasser verwendet.<ref name="jaif_167"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 167 (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. August 2011, archiviert vom Original (PDF; 67 kB), abgerufen am 14. August 2011.</ref>
  • 10. August: Nach den Blöcken 2, 3 und 4 geht auch in Block 1 ein neues Abklingbeckenkühlsystem in Betrieb. Damit werden nun sämtliche Abklingbecken im Kraftwerk wieder über geschlossene Wasserkreisläufe gekühlt.<ref name="jaif_170"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 170 (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (PDF; 68 kB), abgerufen am 14. August 2011.</ref>
  • 12. August: Neben den Kläranlagen (siehe 29. Juli) sammelt sich auch in Müllverbrennungsanlagen radioaktiver Abfall an. Die Strahlung liegt teils weit über den zulässigen Grenzwerten für eine Deponierung; die Entsorgung ist ungeklärt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Local govts worried by N-ash (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 12. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 14. August 2011.</ref>
  • 14. August: Laut einer Untersuchung der Japanischen Gesellschaft für Pädiatrie sind bei etwa der Hälfte der Kinder in der Präfektur Fukushima geringe 131I-Belastungen in der Schilddrüse nachweisbar. Die höchste gemessene Dosis bei 1149 untersuchten Kindern war 35 Millisievert; Werte bis 100 gelten nach Angabe der Gesellschaft als unbedenklich.<ref name="jaif_173"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 173 (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 14. August 2011 auf WebCite) (PDF; 184 kB), abgerufen am 14. August 2011.</ref>
Datei:Tomari Nuclear Power Plant 01-02 retouched 2.jpg
Kernkraftwerk Tomari, Block 3 rechts im Bild
  • 17. August: Block 3 des Kernkraftwerks Tomari im Norden Japans geht als erster der während des Tōhoku-Erdbeben abgeschalteten Kernreaktoren wieder in Betrieb.
  • 20. August: Das Fleisch eines Wildschweins in Kakuda, Präfektur Miyagi, ist mit 2.200 Bq/kg radioaktivem Caesium kontaminiert, bei einem gesetzlichen Grenzwert von 500 Bq/kg.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radioactive cesium detected in boar meat in Miyagi Pref. (Memento vom 21. August 2011 auf WebCite) (englisch). The Mainichi Daily News, 20. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 21. August 2011.</ref>
  • 25. August: Bei der laufenden Unfalluntersuchung stellt sich heraus, dass Tepco bereits 2008 mit einem über zehn Meter hohen Tsunami im Fall eines Erdbebens von historischem Ausmaß rechnete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />TEPCO predicted 10-meter tsunami in '08 (Memento vom 4. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 25. August 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 4. September 2011.</ref>
  • 26. August: Seit dem 10. Mai können Anwohner der Evakuierungszone sukzessive kurz zu ihren Wohnungen zurückkehren, um wichtige Dinge mitzunehmen. Nun wird auch den Bewohnern der hoch belasteten Orte Ōkuma und Futaba – in direkter Nachbarschaft des Kraftwerks – ein kurzer Zutritt zur Sperrzone erlaubt.<ref name="jaif_186"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 186 (Memento vom 4. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 27. August 2011, archiviert vom Original (PDF; 149 kB), abgerufen am 4. September 2011.</ref>
  • 28. August: In der Präfektur Fukushima soll ein zentrales Zwischenlager für radioaktive Abfälle aus der Katastrophe gebaut werden.<ref name="jaif_187"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 187 (Memento vom 4. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28. August 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 16. November 2011 im Internet Archive) (PDF; 192 kB), abgerufen am 4. September 2011.</ref>
  • 31. August: Eine geologische Untersuchung in der Umgebung des Kraftwerks Fukushima I liefert Hinweise auf fünf vermutlich aktive Verwerfungen, von denen ein Erdbebenrisiko ausgeht.<ref name="jaif_190"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 190 (Memento vom 4. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 31. August 2011, archiviert vom Original (PDF; 77 kB), abgerufen am 4. September 2011.</ref>
  • 33.181 Personen aus 19.683 Haushalten haben bislang ihre Wohnung innerhalb der Sperrzone besucht. 3.844 davon haben ihren Pkw mit herausgebracht.<ref name="kantei-bericht2"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Additional Report of the Japanese Government to the IAEA (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf, 31 MB). Kantei, 15. September 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 17. Dezember 2011.</ref>

September 2011

  • 6. September: Tepco plant den Bau einer 800 Meter langen Stahlwand, die das Meer vor radioaktivem „Untergrundwasser“ schützen soll. Sie soll bis Ende 2013 fertiggestellt werden und aus tausenden von 22 Meter langen Stahlrohren bestehen, die in den Meeresboden unmittelbar vor dem Kraftwerk gerammt werden. Das Bauwerk wird für eine Lebensdauer von 30 Jahren ausgelegt.<ref name="jaif_196"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 196 (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 6. September 2011, archiviert vom Original (PDF; 56 kB), abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Basic Design of Water Shield Wall at the Seaside (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 31. August 2011, archiviert vom Original (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 11. September: Die Temperaturen in den Reaktoren 1 bis 3 sind auf rund 100 °C gefallen.<ref name="jaif_201"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 201 (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 11. September 2011, archiviert vom Original (PDF; 86 kB), abgerufen am 28. Oktober 2011.</ref>
  • 13. September: Kawauchi plant – als erster der evakuierten Orte – eine Rückführung seiner Einwohner bis März 2012. Zuvor soll das Gemeindegebiet dekontaminiert werden.<ref name="jaif_204"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 204 (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 14. September 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (PDF; 69 kB), abgerufen am 28. Oktober 2011.</ref>
  • 16. September: Die japanischen Behörden senken den Grenzwert für die äußere Kontamination von Personen im Katastrophengebiet von bisher 100.000 auf nun 13.000 Becquerel.<ref name="nisa_258e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seismic Damage Information (the 258th Release) (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). NISA, 16. September 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite), abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref>
  • 29. September: In Rohren an Reaktor 1 werden hohe Wasserstoffkonzentrationen entdeckt, vermutlich Reste aus der Anfangsphase der Unfälle.<ref name="jaif_219"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 219 (Memento vom 28. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 28. September 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 28. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF; 66 kB), abgerufen am 28. Oktober 2011.</ref>
  • 30. September: Die bedingte Evakuierungszone in 20 bis 30 km Entfernung vom Kraftwerk sowie die Evakuierungsanordnungen für Minamisōma, Tamura, Kawauchi, Hirono und Teile von Naraha werden aufgehoben.<ref name="jaif_220"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 220 (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). JAIF / NHK, 30. September 2011, archiviert vom Original (PDF; 56 kB), abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref><ref name="jaif_217"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 203 (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). JAIF / NHK, 27. September 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 11. Dezember 2011 auf WebCite) (PDF; 78 kB), abgerufen am 11. Dezember 2011.</ref>

Oktober 2011

  • 7. Oktober: Tepco beginnt mit dem Versprühen von marginal radioaktivem Wasser, das aus den Gebäuden von Block 5 und 6 gepumpt worden war, auf dem Kraftwerksgelände (ca. 100 Tonnen pro Tag). Damit sollen gefällte Bäume feucht gehalten werden, um Bränden vorzubeugen, und die zu 90 Prozent gefüllten Abwasserlager entlastet werden.<ref name="jaif_228"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 228 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. Oktober 2011, archiviert vom Original (PDF; 165 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Usage of the accumulated water in Unit 5 and 6 after the treatment (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 7. Oktober 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 8. Oktober: Der am 29. September entdeckte Wasserstoff wird durch Einpumpen von Stickstoff aus den Rohren an Reaktor 1 entfernt.<ref name="jaif_229" />
  • 9. Oktober: Aus den heruntergekühlten Reaktoren tritt kein sichtbarer Dampf mehr aus.<ref name="jaif_229"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 229 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 9. Oktober 2011, archiviert vom Original (PDF; 167 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref> Monatelang waren über den Reaktoren 1 bis 3 Dampfwolken zu sehen gewesen.
  • Die Temperatur aller Reaktoren liegt nun permanent unter 100 °C. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, bis Ende des Jahres für das gesamte Kraftwerk Fukushima I einen sogenannten „cold shutdown“ zu erreichen.<ref name="jaif_237"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 237 (Memento vom 28. Oktober 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 17. Oktober 2011, archiviert vom Original (PDF; 91 kB), abgerufen am 28. Oktober 2011.</ref> Dazu muss die Temperatur der Reaktoren stabil unter 100 °C liegen.
  • 13. Oktober: 128.000 Tonnen an kontaminiertem Wasser wurden bislang verarbeitet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Almost 130,000 Cubic Meters of Water Already Treated at Fukushima Daiichi NPS, Making Cold Shutdown of Units 1 to 3 Likely by Year-end (Memento vom 20. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). In: Atoms In Japan. JAIF, 24. Oktober 2011, archiviert vom Original (PDF; 96 kB), abgerufen am 20. Dezember 2012.</ref>
  • 29. Oktober: Die neue Hülle des Reaktorgebäudes 1 ist fertiggestellt. Sie war seit Ende Juni im Bau und ist mit einer Lüftungs- und Filteranlage versehen, die über 90 Prozent der radioaktiven Emissionen zurückhält. Tepco plant die Installation ähnlicher Abdeckungen für die Blöcke 3 und 4 ab Herbst 2012, wenn der Explosionsschutt abgeräumt ist.<ref name="jaif_249"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 249 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 29. Oktober 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 17. Mai 2013 im Internet Archive) (PDF; 171 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>

November 2011

  • 1. November: Tepco entdeckt Hinweise auf Spuren von 133Xe und 135Xe, Spaltprodukte von 235U, im Sicherheitsbehälter von Block 2. Temperatur-, Druck- und Strahlungsmessungen zeigen jedoch keine Veränderungen an. Es sei möglich, dass in geringem Umfang Kettenreaktionen stattgefunden haben.<ref name="tepco-11110203e"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Plant Status of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (as of 10:00 am, November 2) (Memento vom 12. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). Tepco, 2. November 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref><ref name="jaif_254"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 254 (Memento vom 12. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 3. November 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 91 kB), abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref>
  • 2. November, gegen 3 Uhr: Der Kraftwerksbetreiber leitet sicherheitshalber eine Stunde lang mit Borsäure versetztes Wasser in Reaktor 2 ein.<ref name="tepco-11110203e" />
Datei:Minamisoma Radiation 2011-11.jpg
0,5 µSv/h in Minamisōma, 4. November 2011
  • 3. November: Tepco schließt die Möglichkeit einer Kettenreaktion in Reaktor 2 anhand weiterer Untersuchungen aus. Die Xenon-Spuren seien durch unkritische und zu erwartende Kernspaltung von radioaktiven Curium-Isotopen entstanden.<ref name="jaif_255"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 255 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4. November 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 66 kB), abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref> Dies wird von der NISA bestätigt.<ref name="jaif_259"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 259 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 8. November 2011, archiviert vom Original (PDF; 67 kB), abgerufen am 12. Dezember 2011.</ref>
  • 6. November: Auch das Wasser im Abklingbecken von Reaktor 2 wird jetzt dekontaminiert.<ref name="jaif_258"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 258 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 7. November 2011, archiviert vom Original (PDF; 67 kB), abgerufen am 2. November 2011.</ref>
  • 13. November: Erstmals seit den Unfällen erhalten Journalisten Zutritt zum Kraftwerk. Sie werden in einem Bus durch die Anlage gefahren.<ref name="jaif_264"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 264 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13. November 2011, archiviert vom Original (PDF; 160 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 30. November: Neue Berechnungen Tepcos bestätigen die Veröffentlichung vom 16. Mai zu den Kernschmelzen in Reaktor 2 und 3. Bei Block 1 geht man nun davon aus, dass der Großteil des geschmolzenen Kerns den Druckbehälter verlassen und sich bis zu 65 Zentimeter tief in den Betonboden des Sicherheitsbehälters eingegraben hat. Darunter befinden sich weitere ca. neun Meter Beton.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New analysis of Fukushima core status (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). World Nuclear News, 30. November 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>

Dezember 2011

  • 2. Dezember: Neben den Sicherheitsbehältern wird nun auch in die Druckbehälter von Reaktor 1 bis 3 Stickstoff eingeleitet, um Wasserstoffexplosionen vorzubeugen.<ref name="jaif_273"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 273 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 2. Dezember 2011, archiviert vom Original (PDF; 87 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 3. Dezember: Der Großteil von insgesamt ca. 1 Mrd. Euro an Entschädigungen für Landwirte wurde inzwischen ausgezahlt.<ref name="jaif_281" />
  • An einem Wärmetauscher der Verdampfungsanlage für kontaminiertes Salzwasser tritt ein größeres Leck auf und bleibt zunächst unbemerkt. Hoch kontaminiertes Wasser mit einer Konzentration von ca. 170 Mio. Becquerel pro Liter (Bq/l) radioaktivem Strontium und 4500 Bq/l Caesium sammelt sich in dem Gebäude an. Teile davon fließen durch eine undichte Fuge am Boden nach außen, in die Drainage und von dort ins Meer.<ref name="tepco-111208e23"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Regarding the steps to be taken regarding the leakage of water containing radioactive materials at the water desalination of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Tepco, 8. Dezember 2011, archiviert vom Original (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 4. Dezember: Gegen Mittag werden die Lecks entdeckt und geschlossen. Das Gebäude wird leergepumpt. Tepco schätzt, dass mindestens 45 Tonnen Wasser aus der Anlage ausgetreten und 145 Liter davon in die Drainage gelaufen sind. Daraus ergibt sich eine Belastung des Meeres von bis zu 0,026 Terabecquerel<ref name="tepco-111208e23" /><ref name="jaif_282"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 282 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 5. Dezember 2011, archiviert vom Original (PDF; 113 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref> (zum Vergleich, siehe Gesamtfreisetzung ins Meer).
  • Die japanischen Streitkräfte beginnen mit der Dekontamination von Verwaltungsgebäuden in Naraha, Tomioka, Namie und Iitate. Sie verwenden dazu Hochdruckreiniger.<ref name="jaif_281"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 281 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 4. Dezember 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (PDF; 211 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 9. Dezember: Tepco erwartet, dass die 160.000 m³ an verfügbaren bzw. in Planung befindlichen Abwasser-Lagerkapazitäten bis März 2012 erschöpft sein werden. Daher sollen Teile des Wassers bis unter die gesetzlichen Grenzwerte dekontaminiert und ins Meer geleitet werden. Fischereiverbände und der inzwischen zum Wirtschaftsminister beförderte Yukio Edano protestieren.<ref name="jaif_286"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 286 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 9. Dezember 2011, archiviert vom Original (PDF; 88 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref><ref name="jaif_289"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 289 (Memento vom 14. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 13. Dezember 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 86 kB), abgerufen am 14. Dezember 2011.</ref>
  • 16. Dezember: Wie seit Monaten geplant erklärt Japans neuer Ministerpräsident Yoshihiko Noda das Kraftwerk Fukushima I für stabil abgeschaltet (cold shutdown, Kaltabschaltung). Dies ist eine der Voraussetzungen für eine Rückkehr der evakuierten Anwohner.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan gov't declares 'cold shutdown’ of crippled Fukushima plant (Memento vom 16. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). Mainichi Daily News, 16. Dezember 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 16. Dezember 2011.</ref> Kritiker und Fachleute bezweifeln, dass man bei unklarem Zustand des Reaktorkerns von einer Kaltabschaltung sprechen kann.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />N-fuel conditions unclear (Memento vom 16. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch). Yomiuri Shimbun, 19. November 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 16. Dezember 2011.</ref><ref>Schön für Tepco, egal für die Bevölkerung Spiegel Online, 16. Dezember 2011: „Experten der deutschen Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) aber kritisieren den Umgang mit dem Begriff der Kaltabschaltung. Dieser sei für den Normalbetrieb vorgesehen – und nicht im Falle einer Katastrophe …“</ref>
  • 21. Dezember: Das japanische Umweltministerium gibt bekannt, dass es 25.000 neugeborene Kinder in der Präfektur Fukushima für 13 Jahre überwachen und auf mögliche Gesundheitsschäden infolge der Strahlungsbelastung ihrer Mütter untersuchen wird.<ref name="jaif_297"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 297 (Memento vom 22. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 21. Dezember 2011, archiviert vom <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Original (Memento vom 3. Januar 2012 im Internet Archive) (PDF; 75 kB), abgerufen am 22. Dezember 2011.</ref>
  • 26. Dezember: Die am 7. Juni eingesetzte Expertenkommission legt einen ersten Bericht vor. Darin kritisiert sie das Krisenmanagement der Regierung und des Kraftwerksbetreibers. In vielen Fällen seien vorgeschriebene Prozeduren nicht eingehalten worden; es habe an Kommunikation und an Kompetenz zur Handhabung der Unfälle und von deren Folgen gemangelt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Executive Summary of the Interim Report (Memento vom 30. Dezember 2011 auf WebCite) (englisch, pdf). Investigation Committee on the Accidents at Fukushima Nuclear Power Stations of Tokyo Electric Power Company, 26. Dezember 2011, archiviert vom Original, abgerufen am 30. Dezember 2011.</ref>
  • Der japanische Gesetzgeber hat eine zweite Expertenkommission eingesetzt, die die Unfälle und deren Handhabung durch Tepco und die Regierung nochmals untersuchen soll. Sie muss bis Mitte 2012 einen Bericht vorlegen.<ref name="jaif_305"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Earthquake Report – JAIF, No. 305 (Memento vom 1. Januar 2012 auf WebCite) (englisch, pdf). JAIF / NHK, 31. Dezember 2011, archiviert vom Original (PDF; 184 kB), abgerufen am 1. Januar 2012.</ref>

2012

Vorlage:Hinweisbaustein

In dem Kommissionreport stellt TEPCO fest, dass man die Folgen des Unglücks hätte mindern können, wenn die Energieversorgungs- und Kühlsysteme der Anlage redundanter ausgelegt worden wären wie es auch die internationalen Standards vorsehen.
Darüber hinaus gesteht der Bericht ein, dass TEPCO es nicht hätte zulassen dürfen, dass die Notfallübungen als obligatorische Formalität absolviert wurden statt als praktische Übungen zum Krisenmanagement.<ref name="Yamaguchi20121012" />
TEPCO schreibt in dem internen Bericht: „Es gab Befürchtungen dass – sollten neue Maßnahmen gegen ernste Unfälle ergriffen werden – in den Gastgeber-Gemeinden (der Reaktoren) sich Sorgen über Sicherheitsprobleme der gegenwärtigen Kraftwerke breit machen würden.“
Weiter schreibt TEPCO, dass bereits 2002 Maßnahmen gegen schwere Unglücke ergriffen wurden, die den Druckablass im Notfall sowie die Verknüpfung der Energieversorgungssysteme untereinander betrafen, dass aber weitergehende Maßnahmen nie umgesetzt wurden, da diese zu „Verunsicherung der Öffentlichkeit führen und die Anti-Atom Bewegung stärken könnten“.<ref name="CNN20121012">Japanese nuclear plant operator admits playing down risk. In: CNN Wire Staff. CNN, 12. Oktober 2012, abgerufen am 13. Oktober 2012.</ref>

2013

  • 18. März 2013: Ein Stromausfall bewirkte die Unterbrechung der Kühlsysteme für die Abklingbecken der Reaktoren 1, 3 und 4 sowie für ein weiteres Abklingbecken. Die Kühlung für das Abklingbecken von Reaktor 1 konnte laut Betreiber am Nachmittag des folgenden Tages wiederhergestellt werden.<ref>Atomruine: Stromausfall in Fukushima – Kühlung außer Betrieb bei Spiegel Online, 19. März 2013 (abgerufen am 19. März 2013).</ref> Die Kühlsysteme für die übrigen Becken konnten laut Tepco bis zur Nacht vom 19. auf den 20. März wieder in Betrieb genommen werden, ohne dass kritische Werte erreicht wurden.<ref>Atomruine Fukushima: Die Kühlsysteme laufen wieder bei Spiegel Online, 20. März 2013 (abgerufen am 20. März 2013).</ref> Der Kurzschluss soll durch eine Ratte verursacht worden sein.<ref>Stromausfall in Fukushima: Ratte löste möglicherweise Kurzschluss aus bei Spiegel Online, 20. März 2013 (abgerufen am 5. April 2013).</ref>
  • 5. April 2013: Es fiel für drei Stunden das Kühlsystem eines Abklingbeckens neben Reaktor 3 aus. Arbeiten an technischen Schutzmechanismen werden dafür verantwortlich gemacht.<ref>AKW Fukushima: Erneut Probleme mit Kühlsystem bei Spiegel Online, 5. April 2013 (abgerufen am 5. April 2013).</ref>
  • In der Nacht zum 6. April 2013 meldete Tepco, dass bis zu 120 Tonnen radioaktiv belastetes Wasser aus einem unterirdischen Kühlwassertank ausgetreten sind. Dies wurde bei Füllstandsmessungen am 4. und 5. April festgestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />120 tons of contaminated water leaks at Fukushima nuclear plant (Memento vom 10. April 2013 im Internet Archive) bei The Asahi Shimbun, 6. April 2013 (abgerufen am 9. April 2013)</ref> Auf dem Gelände werden inzwischen insgesamt 270.000 Tonnen hoch radioaktiv belastetes Wasser in Hunderten Tanks gelagert.<ref>Fukushima bleibt ein Sorgenkind: Radioaktives Wasser versickert bei n-tv.de, 6. April 2013 (abgerufen am 6. April 2013).</ref>
  • 9. April 2013: Die nationale Atomregulierungsbehörde meldete erneut den Austritt von radioaktiv belastetem Wasser. Schadhaft sei das unterirdisch gelegene Becken Nummer 1, in das belastetes Wasser aus dem ebenfalls defekten Becken Nummer 2 geleitet wurde.<ref>AKW Fukushima: Neues Leck im Unglücksreaktor bei Spiegel Online, 9. April 2013 (abgerufen am 9. April 2013).</ref>
  • 9. Juli 2013: Ein Sprecher von Tepco meldete, dass im Grundwasser nahe der Anlage erneut stark erhöhte radioaktive Belastung gemessen worden sei.
  • Anfang August 2013 wurde bekannt, dass seit 2011 täglich etwa 300 Tonnen radioaktiv belastetes Grundwasser ins Meer fließen.<ref>Verstrahltes Wasser: Eiswall soll AKW Fukushima abdichten. spiegel.de, 7. August 2013, abgerufen am 21. August 2013.</ref>
  • 20. August 2013: Tepco gab bekannt, dass 300 Tonnen mittelradioaktiv belastetes Wasser aus einem Lagertank auf dem Kraftwerksgelände ausgetreten seien. Die Ortsdosisleistung wurde zunächst mit etwa 100 Millisievert pro Stunde angegeben, wenige Tage darauf jedoch deutlich nach oben korrigiert (siehe unten). Der Vorfall wurde auf der INES-Skala als Störfall der Stufe 3 eingestuft.<ref>Atomruine Fukushima: Erneut radioaktives Wasser ausgetreten. spiegel.de, 20. August 2013, abgerufen am 21. August 2013.</ref><ref>Atomruine Fukushima: Japan erklärt neues Leck zu ernstem Störfall. spiegel.de, 21. August 2013, abgerufen am 21. August 2013.</ref>
  • 26. August 2013: Tepco präsentierte die geplanten Maßnahmen gegen das Eindringen von Grundwasser in die Reaktorgebäude und um den Abfluss von kontaminiertem Wasser in das Meer zu stoppen.<ref>Tepco – Measures, against Contaminated Water/Outlines of Fundamental Measures, 26. August 2013 (PDF; 174 kB)</ref> Dazu sind drei Maßnahmen vorgesehen: Zum einen die Installation einer wasserundurchlässigen Wand im Wasser direkt vor der Küste. Mit der Errichtung wurde bereits im Mai 2012 begonnen, die Arbeiten sollen bis September 2014 abgeschlossen werden. Als zweite Maßnahme soll der Boden rund um die Reaktorgebäude bis tief ins Erdreich eingefroren werden um den Abfluss von kontaminiertem Wasser zu verhindern. Die voraussichtlichen Kosten des Eispanzers unter dem Kraftwerk werden auf 360 Millionen Euro geschätzt.<ref>AKW Fukushima: Eispanzer für die Atomruine. spiegel.de, 3. September 2013, abgerufen am 5. September 2013.</ref> Schließlich soll das Grundwasser aus Schächten abgepumpt werden, damit es nicht mehr in die Reaktorgebäude eindringen kann.
  • 1. September 2013: Es wurde bekannt, dass am Vortag bei der täglichen Prüfung an mindestens drei Lagertanks auf dem Kraftwerksgelände tödliche Strahlenwerte gemessen worden sind. Sie betrugen bis zu 1,8 Sievert pro Stunde (1800 Millisievert pro Stunde). Laut Angaben eines Tepco-Sprechers sei dies erst jetzt aufgefallen, da neue Messgeräte verwendet wurden, die mehr als 100 Millisievert pro Stunde messen können. Tepco räumte ein, dass es möglicherweise mehr als ein Leck gibt.<ref>Radioaktivität: Extreme Strahlung an Fukushima-Wassertank gemessen. spiegelde, 1. September 2013, abgerufen am 5. September 2013.</ref>
  • 4. September 2013: Es wurde bekannt, dass an den Lagertanks auf dem Kraftwerksgelände die Ortsdosisleistung sprunghaft um 20 % angestiegen ist. Sie beträgt zum Messzeitpunk 2,2 Sievert pro Stunde (2200 Millisievert pro Stunde). Da Tepco dort eigenen Angaben zufolge bisher nicht regelmäßig gemessen hat, ist anzunehmen, dass einige dieser Lecks bereits seit längerer Zeit bestehen.<ref>Record radiation readings near Fukushima contaminated water tanks. reuters.com, 4. September 2013, abgerufen am 4. September 2013.</ref> Zur Zeit lagern 335.000 Tonnen stark kontaminiertes Reaktorkühlwasser in etwa 1000 Lagertanks. Aus einigen Tanks tritt immer wieder Wasser aus. Eine Ortsdosisleistung von zwei Sv/h führt beim Menschen nach etwa vier Stunden in der Regel zum Tod durch Strahlenkrankheit. Die Kapazität der Tanks soll binnen zwei Jahren von über 300.000 Tonnen auf ca. 700.000 Tonnen erhöht werden, auch über eine Verklappung des Kühlwassers im Pazifik wird nachgedacht.<ref>Ratlosigkeit in Fukushima. Unter Wasser . In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. September 2013. Abgerufen am 7. September 2013.</ref>
  • 1. Oktober 2013: Tepco gab bekannt, dass möglicherweise vier Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten seien. Der Zwischenfall ereignete sich beim Transfer verseuchter Wassermengen zwischen verschiedenen Auffangtanks.<ref>Japan: Erneute Panne am Unglücksreaktor Fukushima. nzzch, 1. Oktober 2013, abgerufen am 1. Oktober 2013.</ref>
  • 3. Oktober 2013: Es wurde bekannt, dass am Vorabend ca. 430 Liter kontaminiertes Wasser aus einem Tank in den Pazifik gelaufen seien. Der Tank steht auf einer Schrägfläche. Beim Befüllen sei die Schieflage des Behälters jedoch nicht beachtet worden. Nach Angaben des Betreibers befindet sich in den Tanks Wasser, welches mit bis 580.000 Becquerel pro Liter kontaminiert sei.<ref>Neues Leck in Fukushima: Radioaktiv verseuchtes Wasser läuft in den Pazifik. spiegel.de, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.</ref>
  • 12. Oktober 2013: Mit Verweis auf die UNO meldeten Medien, dass die Arbeiter, die bei der Katastrophe eingesetzt wurden, vermutlich deutlich stärker verstrahlt worden seien als zunächst angegeben. Ursächlich hierfür sei, dass viele der rund 25.000 Arbeiter erst mit einer Zeitverzögerung untersucht worden seien, sodass insbesondere die Strahlenbelastung der nur kurzlebigen Jod-Isotope nicht mehr erfasst werden konnten. Zudem wurde bekannt, dass sich die Verseuchung des Meeres durch Bauarbeiten deutlich erhöht habe. Ebenfalls Anfang Oktober durchtrennten Arbeiter ein wasserförderndes Rohr, wobei etwa 7 Tonnen belastetes Wasser ausliefen. Dabei wurden 6 Arbeiter kontaminiert.<ref>Nachwirkungen von AtomkatastropheFukushima-Arbeiter deutlich schlimmer verstrahlt. In: Focus. 12. Oktober 2013. Abgerufen am 13. Oktober 2013.</ref>
  • 25. Oktober 2013: Ein Erdbeben der Stärke 7,1 erschütterte das Gebiet um das Kernkraftwerk Fukushima. Da mit einer Tsunamiwelle von bis zu einem Meter Höhe gerechnet wurde, wurden die Arbeiter im Kraftwerk kurzzeitig aufgefordert, den Küstenstreifen zu verlassen. Schäden durch das Erdbeben an der Anlage wurden nicht festgestellt.<ref>Erdbeben erschüttert Region Fukushima. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 25. Oktober 2013. Abgerufen am 25. Oktober 2013.</ref>

2014

2015

2016

2017

2018

2019

28. März 2019, abgerufen am 9. Juni 2019 (englisch)</ref>

2020

2021

2022

2023

Siehe auch

Weblinks

Commons: Nuklearkatastrophe von Fukushima/Chronik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 37° 25′ 17″ N, 141° 1′ 57″ O

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