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Chronologie der Katastrophe in Japan von 2011

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Chronologie der Katastrophe in Japan von 2011 soll einen zeitlichen Überblick über die Ereignisse nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 am 11. März im Nordosten Japans geben. Neben den Folgen des in Japan historisch größten bekannten Erdbebens samt vielen Nachbeben, der unmittelbaren Tsunami-Flutwellen und mehreren schwerwiegenden Reaktorunfällen wird außerdem der Ablauf der Hilfsaktionen erfasst.

Das auslösende Erdbeben der Stärke MW 9,0 ereignete sich am 11. März 2011 um 14:46:23 Uhr Ortszeit (05:46 Uhr UTC, also um 06:46 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Miyagi etwa 370 km nordöstlich von Tokio und 130 km östlich der Stadt Sendai.<ref name="USGS">USGS: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Magnitude 9.0 – NEAR THE EAST COAST OF HONSHU, JAPAN (Memento vom 7. April 2011 auf WebCite)</ref>

  • Die weiterführenden Hauptartikel zu Teilaspekten des Geschehens sind:
    • Tōhoku-Erdbeben 2011 ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch unter dem Namen Sendai-Erdbeben bekannt); ein Artikel auch zum Tsunami-Geschehen
    • Nuklearkatastrophe von Fukushima (Kernkraftwerk Fukushima 1, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), kurz: Fukushima-Daiichi; im Landkreis Futaba; Artikel zu den Zerstörungen und Reparaturversuchen an den Reaktoren.)
Beben am 11. März, Epizentrum (Nordteil der Insel Honshū)


Beben
am 11. März,
Epizentrum (Nordteil der Insel Honshū)


Beben
am 11. März,
Epizentrum
In violett: die Präfekturnamen

Chronologie

Die Zeitangaben in der Liste erfolgen in der Regel in der Ortszeit von Japan, falls nichts anderes angegeben. Das entspricht bis 28. März 7 Stunden Zeitdifferenz (danach 8 Stdn.). Die zeitlichen Schritte sind i. d. Regel Tage (00:00 bis 23:59, erfasst sind die Anfangszeiten der Ereignisse bzw. der Publikation).


Ablauf am 11. März (Tag 1, Freitag)

  • 14:46 Uhr Ortszeit (06:46 Uhr MEZ): Japan wird im Nordosten vom schwersten Erdbeben (von der Stärke 9,0 Mw) seiner jüngeren Geschichte erschüttert. Nach wenigen Minuten trifft eine erste Flutwelle auf die dortige Küste.<ref name="JAIF">JAIF (jap. Atom-Forum, Wirtschaftslobbyverband): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sequence of Developments at Nuclear Power Stations Affected by the Earthquake (Memento vom 23. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF; 38 kB) (englisch; auf deutsch etwa: Ablauf in den KKWs nach dem Erdbeben.) (PDF; 276 kB) <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Übersicht der Berichte (Memento vom 19. April 2011 im Internet Archive)</ref> (Diesem Erdbeben gingen ab dem 9. März eine Reihe schwächerer Beben voraus.)
  • 14:46 bis 14:47: Die Kernkraftwerke in dem vom Beben betroffenen Gebiet werden automatisch schnellabgeschaltet.
  • 15:06 Uhr: Es folgen kurz danach zwei Beben der Stärke 6,4 Mw
  • 15:15 Uhr: Das schwerste Nachbeben mit einer Magnitude (M) von 7,9 Mw erfolgt eine halbe Stunde nach dem ersten massiven Beben. In den nächsten Tagen folgen noch zahlreiche weitere Nachbeben.
Datei:Flooding from Tsunami near Sendai, Japan2.jpg
Markiert im oberen Bild: überflutete Gebiete

15:30 – 19:00

  • ca. 15:40/16:00 Uhr (08:00 Uhr MEZ, ohne genaue Zeitangabe, gesamter Küstenbereich): Eine weitere, bis zu 23 Meter hohe Flutwelle (Tsunami) trifft auf die Nordostküsten Japans. Die Höhe hängt mit der lokalen Küstenstruktur und dem Vorhandensein von Flussmündungen zusammen. Die Auswertung von Luftbildern zeigt den Umfang der betroffenen Flächen: Auf ca. 110 km Uferlinie steigt das Wasser innerhalb von Minuten bis 5 km ins Land, bzw. bei Flussmündungen bis 10 km in deren Tälern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Aerial images reveal extent of tsunami destruction. (Memento vom 5. April 2011 im Internet Archive) (englisch; auf dt: Bericht von d. Auswertung von Luftbildern der betroffenen Flächen.) In: The Asahi Shimbun vom 3. April 2011</ref>
  • 15:42 Uhr: Die Stromversorgung der Reaktoreinheiten 1 – 3 vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (KKW Fukushima 1) ist unterbrochen.<ref name="JAIF" />
  • 15:45 Uhr: Die Öltanks für die Notstromversorgung von KKW Fukushima 1 werden vom Tsunami weggespült.<ref name="JAIF" />
  • 16:10 Uhr: Information des Technical Advisory Body for Nuclear Emergencies durch die Nuclear Safety Commission (NSC).<ref name="JAIF" /> Einrichtung einer nationalen und einer Einsatzleitstelle auf Ebene der Präfektur Fukushima.
  • 16:36 Uhr: Wasserkühlungen (ECCS) fallen in Reaktor 1 und 2 des KKW Fukushima 1 aus.<ref name="JAIF" />
  • 17:00 Uhr: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan erklärt, die Lage in den Kernkraftwerken sei normal. Die Anlagen seien automatisch heruntergefahren worden.
  • 18:30 Uhr: Japanische Medien melden einen Brand im Reaktor des KKW Fukushima 1 und einen im KKW Onagawa.
  • 18:42 Uhr: Tokios Stromversorgung ist unterbrochen.

20:00 – 24:00

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben">The 2011 off the Pacific coast of Tohoku Earthquake Cumulative Number of Aftershocks (Magnitude>=5.0). JMA, 22. März 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/www.jma.go.jp (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref>
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
11. März 120 30 3

Die weitere 1. Woche (12.–17. März 2011)

12. März (Tag 2, Samstag)

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
12. März 73 9 0

13. März (Tag 3, Sonntag)

Datei:Fukushima I NPP 1975 medium crop rotated labeled.jpg
Kernkraftwerk Fukushima Daiichi an der Küstenlinie, die Nummern bezeichnen die Reaktorblöcke. Luftbild von 1975, der Reaktor 6 am oberen Bildrand ist noch nicht fertiggestellt.
  • 06:00 Uhr: Die Evakuierung betrifft 140.000 Menschen.
  • 06:10 Uhr: Fukushima 1 – Reaktor 3: Verlust der Kühlfunktion (Meldepflicht laut Artikel 15);<ref name="JAIF2" /><ref name="NISA" /> vgl. auch<ref name="GRS"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Infoseite von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. April 2011 auf WebCite)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.grs.de</ref>
  • 08:00 Uhr: In einem dritten Reaktorblock in Fukushima 1 fällt die Kühlung aus. Nun sind insgesamt sechs Kraftwerksblöcke von Fukushima 1 und 2 von den Unfällen betroffen.
  • 08:41 Uhr: Druckentlastung von Reaktor 3<ref name="JAIF2" /> (Abweichende Uhrzeit<ref name="NISA" />; ohne genaue Uhrzeit<ref name="GRS" />)
  • 11:00 Uhr: Druckentlastung von Reaktor 2<ref name="NISA" />
  • 11:55 Uhr: Reaktor 3: Beginn der Frischwassereinspeisung in den Reaktordruckbehälter<ref name="JAIF2" />
  • 13:12 Uhr: Reaktor 3: Beginn der Meerwassereinspeisung in den Reaktordruckbehälter<ref name="NISA" /><ref name="JAIF2" />
  • 16:00 Uhr: Die japanische Regierung spricht von der Möglichkeit einer bevorstehenden weiteren Explosion in Fukushima 1. Im Reaktorblock 3 gebe es möglicherweise ebenfalls eine partielle Kernschmelze.
  • 21:00 Uhr: Ministerpräsident Kan spricht von einer alarmierenden Lage im Kernkraftwerk Fukushima. Angesichts der nuklearen Notfälle, des Erdbebens und des Tsunamis befinde sich Japan in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.
  • 22:45 Uhr: Die japanische Regierung setzt 100.000 Soldaten für die Rettungsaktionen im Nordosten des Landes ein.
  • 23:15 Uhr: Im Südwesten Japans bricht der Vulkan Shinmoe-dake aus. Die Behörden beschränken den Zugang zum Vulkangebiet.
  • ohne Zeitangabe: Opferzahl übersteigt die Zahl 2000<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Victims top 2,000 in Japan quake-tsunami, nuclear crisis continues (Memento vom 15. März 2011 im Internet Archive). In: The Mainichi Daily News. 13. März 2011</ref>

Zusammenfassung der genannten Opferzahlen bis zu diesem Tag:

- Tote: 1647 (Schätzung: 10.000)<ref name="Hiyama">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Blast at Japan nuke plant; quake leaves 10,000 missing.] In: AFP. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 27. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
- evakuierte Personen: 400.000
- stationär behandelte Verletzte: 1990<ref name="Hiyama" />
- Angaben zu Vermissten: 1720<ref name="Hiyama" />
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
13. März 33 5 0
Datei:Queue to Seven-eleven at 2011 Sendai earthquake.jpg
Nach dem Erdbeben decken sich Bewohner von Sendai mit Lebensmitteln ein (13. März)

14. März (Tag 4)

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
14. März 27 2 0

15. März (Tag 5)

  • 00:15 Uhr: Im Reaktor 2 vom KKW Fukushima 1 sind die Brennstäbe nicht mehr mit Wasser abgedeckt.
Datei:VOA Herman - 2011-03-16 Fukushima Evacuees 03.jpg
Eine Sporthalle in Kōriyama dient als Notunterkunft für Evakuierte aus der Umgebung des KKW Fukushima 1 (16. März)

- Angaben zu Toten und Vermissten<ref>Das Wall Street Journal hat hier die Zahl der Todesopfer und der Vermissten nach Regionen des Katastrophengebiets aufgeschlüsselt. 17. März 2011</ref>

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
15. März 14 2 0

16. März (Tag 6)

Datei:Akihito 090710-1600b.jpg
Akihito (Foto v. 10. Juli 2009)
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
16. März 11 2 0

17. März (Tag 7)

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
17. März 12 0 0

2. Woche (18.–24. März 2011)

18. März (Tag 8)

Datei:Aerial view of damage to Kirikiri, Otsuchi, a week after a 9.0 magnitude earthquake and subsequent tsunami.jpg
Tsunamischäden in Sukuiso, Präfektur Iwate
  • 02:00 Uhr: Japan führt Strahlentests für Nahrungsmittel ein.
  • 03:30 Uhr: Es gelingt, ein Stromkabel zum Reaktorblock 2 vom KKW Fukushima 1 zu verlegen; in den nachfolgenden Tagen soll es angeschlossen werden.
  • 14:00 Uhr: Der zweite Kühlversuch am Reaktor 3 mit Wasserwerfern der Tokioter Feuerwehr und der Armee wird aufgenommen.
  • 18:32 Uhr: Japan stuft die Gefährlichkeit der Atomunfälle in Fukushima 1 auf Stufe 5 hoch.
  • 18:54 Uhr: Der einzige noch funktionierende Diesel-Notstromgenerator von Fukushima 1 (in Block 6) soll die Abklingbecken der Blöcke 5 und 6 mit Kühlwasser versorgen.
  • 20:00 Uhr: Ministerpräsident Kan spricht zur Bevölkerung: Die Lage sei weiter „sehr ernst“, werde aber „in nicht weiter Ferne“ unter Kontrolle gebracht.
- 6406 Tote: (Schätzung > 43.000)
- evakuierte Personen: 370.000
- stationär behandelte Verletzte:
- Angaben zu Vermissten: 10.259
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
18. März 6 0 0

19. März (Tag 9)

  • 00:45 Uhr: Die Feuerwehr versucht weiter, den Reaktor 3 von Fukushima 1 zu kühlen.
  • 13:27 Uhr: Das Büro des japanischen Premierministers versendet auf Twitter eine Art Anti-Panik-PDF-Datei, in der gezeigt wird, welchen Strahlungsdosen Menschen bei Röntgenaufnahmen oder Langstreckenflügen ausgesetzt sind – so sollen die Nachrichten über Fukushima 1 in Relation gesetzt werden können.
  • Bei der Versorgung der vielen Flüchtlinge und Verletzten helfen US-Streitkräfte und versuchen, den Flugplatz Sendai als Basis instand zu setzen.
  • Trilaterales Außenministertreffen von Japan, China und Südkorea in Kyōto, um einen KKW-Pakt zu vereinbaren
  • 16:30 Uhr: Lokale Behörden haben im Leitungswasser nahe dem KKW Fukushima 1 erhöhte Werte von Radioaktivität nachgewiesen. Man solle das Wasser nicht mehr trinken.
  • 19:20 Uhr: Japans Atombehörde warnt für Sonntag und Montag vor radioaktivem Regen.
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
19. März 9 2 0
Datei:US Navy 110320-N-OB360-166 An aerial view of ships washed ashore and overturned at a port near the Japan Air Self-Defense Force Matsushima Air Base.jpg
Schäden am Matsushima-Flugplatz der SVK Japans

20. März (Tag 10, Sonntag)

21. März (Tag 11)

Datei:Putzmeister M52 128381138 acbd955d6a z.jpg
Typ einer Betonpumpe, die zur Wasserkühlung verwendet wurde
  • Die Strahlungsmesswerte auf dem Gelände des KKW Fukushima 1 übersteigen die erlaubten Grenzwerte um das Sechsfache<ref>6 Times More than Allowed Radioiodine Detected at Fukushima N-Plant</ref>
  • 02:16 Uhr: Weiter Wasserwerfer im Einsatz. Die Feuerwehrleute und Mitglieder der japanischen Streitkräfte spritzen Meerwasser auf die Reaktorblöcke 3 und 4 (Fernsehsender NHK)
  • 01:30 Uhr: Im Dorf Iitate nahe der Atomanlage Fukushima 1 ist eine stark erhöhte Radioaktivität im Trinkwasser gemessen worden (Mitteilung des japanischen Gesundheitsministeriums).
  • 00:32 Uhr: Leichtes Erdbeben in Fukushima mit der Stärke 4,7.
  • 00:03 Uhr: Die Bauern in der Umgebung des japanischen Kernkraftwerks Fukushima sollen freiwillig darauf verzichten, verstrahlte Lebensmittel in den Handel zu bringen.<ref>6 Times More than Allowed Radioiodine Detected at Fukushima N-Plant</ref>

22. März (Tag 12)

23. März (Tag 13)

24. März (Tag 14)

- über 10.000 Tote: (Schätzung: über 40.000, vgl. Erläuterung vom 18.3.)
- Angaben zu Vermissten: über 17.000 Personen (beide Zahlen durch National Police Agency)

3. Woche (25.–31. März 2011)

25. März (Tag 15)

26. März (Tag 16)

Datei:Construction of internationally compatible emergency pump valves for Fukushima complex.jpg
Soldaten der japanischen Streitkräfte und der US Air Force proben in Yokota Air Base das Anschließen eines Wasserschlauchs (26. März).
  • In insgesamt vier der sechs Reaktorblöcke des KKW Fukushima 1 ist radioaktiv belastetes Wasser festgestellt worden. Der Wasserpegel bei Reaktor 1 und 3 liege im Untergeschoss der Turbinenräume bei bis zu 40 Zentimetern beziehungsweise bei 1,5 Metern, meldet die dpa. In den Reaktorblöcken 2 und 4 stehe das Wasser bis zu einem Meter beziehungsweise bis zu 80 Zentimeter hoch. Der Grund, warum das Wasser stark radioaktiv belastet ist, ist offiziell unklar.

27. März (Tag 17)

28. März (Tag 18)

  • Am frühen Morgen wird die Region erneut von einem Erdbeben der Stärke 6,5 erschüttert. Die Behörden geben vorübergehend eine Tsunami-Warnung aus. Das Zentrum des Bebens liegt nahe der Ostküste der Insel Honshu in knapp sechs Kilometern Tiefe. Berichte über Verletzte oder Schäden gibt es zunächst nicht.<ref>„Absolut inakzeptable Fehler“. FAZ vom 28. März 2011</ref>
  • Die japanische Regierung räumt eine Kernschmelze in Reaktorblock 2 ein. Diese habe wahrscheinlich schon kurz nach dem Tsunami begonnen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japan räumt Kernschmelze im KKW Fukushima ein (Memento vom 25. April 2011 im Internet Archive), Reuters, 28. März 2011Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Regierungssprecher Edano kritisiert die falschen Angaben des Betreibers Tepco über hohe Radioaktivitätswerte vom Sonntag. Ein solcher Fehler sei unverzeihlich. Am Sonntag waren die Werte der Radioaktivität im Wasser, das im Turbinenraum von Reaktor 2 stand, mit „zehn Millionen Mal“ über dem Normalwert angegeben worden. Tepco zog diese Angaben am Sonntagabend wieder zurück und teilte stattdessen mit, diese seien auf eine fehlerhafte Ablesung der Messgeräte zurückzuführen. Tatsächlich habe man das Hunderttausendfache des Normalwertes gemessen.<ref>Edano kritisierte … FAZ, 28. März 2011.</ref>
- Evakuierte Personen: Mehr als 243.000 Menschen in Notunterkünften
- Tot: 11.168 Personen
- Vermisst: 16.407 Personen (vgl. dazu die Anmerkung vom 18.3.)<ref>Stand vom 28.3., nach Präfekturen gegliedert; Wall-Street-Journal</ref>

29. März (Tag 19)

  • Um die Plutonium-Messwerte vom Kraftwerksgelände entsteht eine Diskussion (siehe dazu den Artikel Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima).
  • Eine Einheit der US-Navy bringt einen mobilen Generator auf die bisher abgeschnittene Oshima-Halbinsel, auf der 1300 Menschen ohne Strom ausharren.<ref>Am Dienstag brachte eine Einheit der US Navy mit einem Amphibienfahrzeug einen mobilen Generator auf die bisher abgeschnittene Insel Oshima vor der Küste von Miyagi, auf der 1.300 Menschen ohne Strom ausharrten. In: SZ</ref>

30. März (Tag 20)

Datei:Rescue team from India.JPG
Indisches Hilfsteam in Onagawa (30. März)

31. März (Tag 21)

  • 17:23 Uhr: Japans Regierung will die Pläne zum Bau neuer Kernkraftwerke prüfen. Ministerpräsident Naoto Kan regt an, die Vorhaben „grundlegend zu überdenken“. Aktuell befänden sich 14 Reaktoren in Japan im Bau oder in der Planung.<ref>Nachrichtenagentur Kyodo, nach FR-Ticker</ref>
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
März 427 70 3

April 2011

Tag 22 bis Tag 51 nach der Katastrophe

4. Woche (1.–7. April 2011)

2. April (Tag 23)
  • 8:31 Uhr: Aus einem ca. 20 Zentimeter langen Riss in einem Kabelschacht am Reaktorblock 2 des KKW Fukushima 1 fließt stark radioaktiv kontaminiertes Wasser ins Meer. Im Kabelschacht wird angeblich eine Strahlung von über 1000 Millisievert pro Stunde gemessen.<ref>Mitteilung der Betreibergesellschaft Tepco. Nach FR-Ticker</ref>
  • Premierminister Kan besucht die Katastrophenregion.<ref>FR vom 3. April 2011.</ref>
  • 16 japanische Wissenschaftler, darunter frühere Mitglieder der Atomkommission und der Atomaufsichtsbehörde, wenden sich in einem Brief an die Regierung und warnen vor einer „extrem ernsten“ Situation. Es bestehe die Gefahr, dass mehr Land als nur die gegenwärtige Evakuierungszone unbewohnbar werden könne. Die Hilfsangebote japanischer und ausländischer Wissenschaftler würden von der Regierung nicht genügend genutzt.<ref>Quelle bei der FAZ vom 12. April 2011</ref>
3. April (Tag 24)
- Tot: 12.009 Personen (Stand um 10 Uhr)
- Vermisst: 15.472 Personen (vgl. die Anmerkung vom 18.3.)<ref name="MDM0304" />
4. April (Tag 25)
6. April (Tag 27)
7. April (Tag 28)
  • 23:32 Uhr: Ein schweres Nachbeben, stärker als das Erdbeben von Kōbe 1995, erschüttert den Nordosten Japans. Das Epizentrum liegt nur wenige Kilometer südwestlich von dem des Bebens am 11. März entfernt, 65 Kilometer östlich von Sendai und ca. 40 km unter dem Meeresboden. Eine öffentliche Tsunami-Warnung wird 1,5 Stunden später wieder aufgehoben, da es zu keiner Flutwelle kommt. Im Kernkraftwerk Fukushima 1 und in der Anlage Fukushima 2 entstehen ersten Angaben zufolge keine weiteren Schäden. Tepco unterbricht nach eigenen Angaben während des Bebens und danach die Kühlung der Reaktoren und die Zufuhr von Stickstoff im Reaktor 1 nicht.<ref>7. April 2011, 23:32 Uhr: NZZ Online Wieder schweres Erdbeben in Japan</ref><ref>NYT, 2:39 PM ET</ref>

5. Woche (8.–14. April 2011)

8. April (Tag 29)
9. April (Tag 30)
  • 13:17 Uhr: Im Krankenhaus in Sendai stirbt ein fünftes Opfer an den Folgen des Nachbebens vom 7. April.
10. April (Tag 31)
11. April (Tag 32)
Datei:VOA Herman - 2011-04-11 Temporary Houses for Japan Disaster Survivors.jpg
Provisorische Häuser für evakuierte Menschen in Rikuzentakata, Präfektur Iwate (Foto vom 11. April)
12. April (Tag 33)
Datei:VOA Herman - April 12 2011 Namie-04.jpg
Verlassenes Stadtzentrum von Namie am 12. April
13. April (Tag 34)
Datei:Damage of Tsunami in Kesennuma.JPG
Der vom Tsunami zerstörte Ort Kesennuma, Präfektur Miyagi, am 13. April
14. April (Tag 35)

6. Woche (15.–21. April 2011)

15. April (Tag 36)
16. April (Tag 37)
Datei:VOA Herman - 2011-04-16 anti-nuclear protests in Tokyo.jpg
Anti-Atomkraft-Demonstration am 16. April in Tokio
17. April (Tag 38)
18. April (Tag 39)
  • Ministerpräsident Naoto Kan erklärt, die Regierung sei entschlossen, mit der Firma Tepco eng bei ihrer „Roadmap“ zusammenzuarbeiten.<ref>Japaner misstrauen Tepco-Krisenfahrplan. Spiegel Online vom 18. April 2011</ref>
  • Die japanische Regierung verbietet den Verkauf von Shiitake-Pilzen aus der Gegend um die Stadt Fukushima.<ref name="auto_rrt1" />
19. April (Tag 40)
20. April (Tag 41)
21. April (Tag 42)

7. Woche (22.–28. April 2011)

22. April (Tag 43)
23. April (Tag 44)
27. April (Tag 48)
  • In der 340.000-Einwohner-Stadt Kōriyama, 60 Kilometer westlich des zerstörten KKWs, wird damit begonnen, in Schulen und Kindergärten die kontaminierte oberste Bodenschicht abzutragen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />entspr. jaif Nr. 65 (Memento vom 27. April 2011 auf WebCite) (englisch)</ref>

8. Woche (29. April – 5. Mai)

29. April (Tag 50)
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
April 56 10 2

Mai 2011

Fortsetzung 8. Woche

1. Mai (Tag 52)
  • Auf dem Gelände vom KKW Fukushima 1 sind 1000 Arbeiter von Tepco und anderen Unternehmen tätig.
  • Die Verbindungsschächte zu den Wartungstunneln an Turbinengebäude 2 werden mit Beton verschlossen, um den Abwasseraustritt zu vermindern.
5. Mai (Tag 56)
  • Tepco veröffentlicht eine Analyse zum Zustand von Reaktor 1. Die dortigen Probleme werden auf Ansammlungen weitgehend zerstörter Brennstäbe zurückgeführt.
  • Die japanische Regierung will im Jahr 2012 darüber entscheiden, ob die Bewohner der evakuierten Zone wieder in ihre Heimatorte zurückkehren können.

9. Woche (6.–12. Mai)

7. Mai (Tag 58)

10. Woche (13.–19. Mai)

13. Mai (Tag 64)
  • Der Stromkonzern Chubu Electric Power hat damit begonnen, das Kernkraftwerk Hamaoka südwestlich von Tokio wegen der Erdbeben- und Tsunamigefahr in der Region auf eine entsprechende Aufforderung der japanischen Regierung hin vorübergehend herunterzufahren. Es soll zunächst eine höhere Tsunami-Schutzmauer gebaut werden.
14. Mai (Tag 65)
17. Mai (Tag 68)
  • Die japanische Regierung stimmt einer Untersuchung durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) zu und gibt einen Zeitplan bekannt: Vom 24. Mai bis zum 2. Juni sollen 20 IAEO-Experten die Situation in Japan untersuchen und anschließend auf einer IAEO-Konferenz vom 20. bis 24. Juni Bericht erstatten.

11. Woche (20.–26. Mai)

20. Mai (Tag 72)
23. Mai (Tag 75)
  • Neue Protokolle des Fukushima-Unfalls zeigen, dass das Kraftwerk nur knapp einer noch schlimmeren Katastrophe entging.<ref>Philip Bethge: Tagebücher des Versagens. Spiegel Online vom 23. Mai 2011</ref>
24. Mai (Tag 76)
  • Tepco meldet, dass es in Reaktor 2 bereits 60 Stunden und in Reaktor 3 bereits 100 Stunden nach dem Erdbeben am 11. März zu einer mutmaßlichen Kernschmelze gekommen sein soll (also in Reaktor 2 am 14. März und in Reaktor 3 am 16. März).<ref>KKW Fukushima – Tepco meldet Kernschmelze in Reaktor 2 und 3. Spiegel Online vom 24. Mai 2011</ref>
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
Mai 29 1 0

Juni 2011

Fortsetzung 12. Woche (27. Mai – 2. Juni)

1. Juni (Tag 84)
  • Japan soll nach einer Vorabmeldung über den Bericht der Internationalen Atomenergieagentur die lokale Tsunami-Gefahr unterschätzt haben.

13. Woche (3.–9. Juni)

9. Juni (Tag 92)
Diverse Strontium-Messwerte werden bekannt: u. a. eine Bodenprobe in der Stadt Fukushima.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.tageblatt.luu. a. Bodenprobe in der Stadt Fukushima (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im August 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot Luzerner Tageblatt, Schweiz</ref>

14. Woche (10.–17. Juni)

11. Juni (Tag 94)
Landesweites Gedenken an die Opfer der Katastrophe
Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
Juni 17 4 0

Juli 2011

1. Juli

Wegen der Engpässe in der Elektrizitätsversorgung, die während der sommerlichen Verbrauchsspitzen erwartet werden, treten erstmals seit der Ölpreiskrise in weiten Teilen Ostjapans vorgeschriebene Stromsparziele für Großverbraucher in Kraft: Sie müssen in den Versorgungsbereichen von Tōkyō und Tōhoku Denryoku ihren Stromverbrauch während der Sommermonate um 15 Prozent reduzieren. Verstöße werden mit bis zu 1 Million Yen (ca. 8868 Euro) geahndet.<ref>Power-saving plan for big users kicks in. Tepco optimistic demand can be met without need for any blackouts. In: The Japan Times. 1. Juli 2011, abgerufen am 10. Juli 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

10. Juli

Erdbeben in 30 km Tiefe: Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde hatte das heutige Beben vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu eine Magnitude von 7,3; es überschritt nirgends auf den Hauptinseln eine Intensität von 4 auf der JMA-Skala. Es ist nach den Agentur-Meldungen offenbar glimpflich verlaufen. Ersten Medienberichten zufolge wurde niemand verletzt. Bewohner der Küstenregion wurden zunächst von den Behörden aufgefordert, die Gegend zu verlassen. Auch das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurde evakuiert. Es gelang, die Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Genauer Zeitpunkt: Sonntag um 9:57 Uhr Ortszeit.<ref>Strong Earthquake Rattles Tsunami-Weary Japan – NY-Times July 9, 2011 at 11:15 PM ET (englisch, AP-Material)</ref> Die ausgelöste Tsunami erreichte an einigen Stellen der Küsten von Iwate und Fukushima eine Höhe von 10 cm. Nach knapp zwei Stunden wurde die Tsunamiwarnung aufgehoben.<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Jiji Tsūshin. 1. Juli 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Juni 2015; abgerufen am 27. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
Juli 19 4 1

August 2011

Am 1. August wurde erstmals eine potenziell tödliche Strahlendosis von zehn Sievert pro Stunde am Boden eines Außenrohrs zwischen den Reaktoren 1 und 2 gemessen.<ref>Betreiberangaben: vgl. Tepco misst bislang höchsten Radioaktivitätswert in Fukushima. Die Zeit Online vom 1. August 2011.</ref> Der bis dahin höchste Wert war am 3. Juni im Inneren des zerstörten Reaktorblocks 1 gemessen worden und lag zwischen drei und vier Sievert pro Stunde.

Am 26. August 2011 trat Premierminister Naoto Kan, wie von ihm früher angekündigt, als Ministerpräsident und DPJ-Parteivorsitzender zurück.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Japans Premier erklärt Rücktritt (Memento vom 14. Januar 2012 im Internet Archive); in: FTD vom 26. August 2011</ref>

Anzahl der Nachbeben<ref name="JMA Nachbeben" />
M≥5,0 M≥6,0 M≥7,0
August 11 4 0

Emissionen, Messwerte – sortiert nach Tagen

Siehe Tabellen im Artikel Strahlungsbelastung durch die Nuklearunfälle von Fukushima

Siehe auch

  • Erdbeben:
    • Christchurch-Erdbeben von 2011 (Stärke 6,3 MW, starkes Erdbeben in Neuseeland am 22. Februar 2011; auf der Gegenseite der Pazifischen Platte)
    • Kobe-Erdbeben (auch Kōbe, Hanshin-Awaji-Erdbebenkatastrophe, 17. Januar 1995)
  • Operation Tomodachi (entspr. dem jap. Ausdruck „Operation Freund[e]“) und ist der Name der am 12. März 2011 in Japan gestarteten Hilfsoperation des US-Streitkräfte, insbesondere der meisten dortigen Militärbasen der United States Forces.

Weblinks

Karten

Luftbilder

Einzelnachweise

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