Zum Inhalt springen

Mytischtschi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Ort in Russland

Mytischtschi (Vorlage:RuS Vorlage:Audio, wiss. Transliteration Mytišči) ist eine russische Großstadt in der Oblast Moskau. Mit Vorlage:EWZ Einwohnern (Stand Vorlage:EWD)<ref name="einwohner_aktuell" /> ist sie einer der größten Orte der Oblast.

Lage

Mytischtschi liegt unmittelbar vor dem nordöstlichen Stadtrand von Moskau am Fluss Jausa, 19 km vom Moskauer Zentrum entfernt. Südlich der Stadt erstreckt sich das Waldgebiet des Nationalparks Lossiny Ostrow, auf dem entlang des Autobahnrings MKAD die Grenze zwischen Mytischtschi und Moskau verläuft.

Außer Moskau grenzt die Stadt Koroljow an Mytischtschi. Zum Ballungsgebiet rund um Mytischtschi gehören darüber hinaus die Städte Puschkino, Dolgoprudny, Iwantejewka und Schtscholkowo.

Geschichte

Datei:Mytischi vodoprovod.jpg
Denkmal für die erste russische Wasserleitung in Mytischtschi

Die Stadt ging aus einer Zollstation auf dem Weg nach Sergijew Possad hervor, die 1460 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Dabei hat die Stadt Überlieferungen zufolge ihren heutigen Namen der Tatsache zu verdanken, dass in diesem Bereich der Straße Maut (altrussisch: myt) erhoben wurde.

Spätestens aus dem 17. Jahrhundert stammt auch die erste Erwähnung von Mytischtschi als eigenständiges Dorf. Dieses konnte sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem dank seiner Lage an der wichtigen Straße, die Moskau mit dem Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad und weiter mit Jaroslawl verband, wirtschaftlich entwickeln. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte der Ort knapp 1000 Einwohner.

Eine zusätzliche Bedeutung erhielt Mytischtschi mit dem Bau der ersten russischen Wasserleitung durch Friedrich Bauer Ende des 18. Jahrhunderts, die Trinkwasser aus den umgebenden Quellen bis nach Moskau speiste. Diese Leitung versorgte Moskau noch bis ins 20. Jahrhundert mit Wasser. 1862 wurde durch Mytischtschi mit der Strecke von Moskau nach Sergijew Possad eine der ersten russischen Eisenbahnlinien verlegt. Ende 1892 wurde die von Nikolai Simin gebaute neue Wasserversorgung in Betrieb genommen. Mit der Errichtung von Baumwollmühlen Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung der Stadt ein, die ihren Höhepunkt mit der Gründung der Waggonfabrik (heute: Metrowagonmasch) durch den Industriellen Sawwa Mamontow erreichte. Gleichzeitig wurde die Gegend rund um Mytischtschi, auch dank der hier zahlreichen Wälder, als Datschenvorort Moskaus beliebt.

1925 erhielt Mytischtschi, mittlerweile eine große Arbeitersiedlung der Waggonfabrik mit über 20.000 Einwohnern, den Stadtstatus. Das heutige Stadtbild wird vor allem durch Wohnviertel aus der Nachkriegszeit bestimmt, die weit über das Territorium des ehemaligen Dorfes hinaus reichen.

Bei Mytischtschi befindet sich der 2013 eröffnete Militärgedenkfriedhof der Russischen Föderation als Nachfolgeeinrichtung der Nekropole an der Kremlmauer.

Städtepartnerschaften

Mytischtschi listet folgende dreizehn Partnerstädte und -kreise auf:<ref name="Twins">Vorlage:Internetquelle</ref><ref name="Twinsold">Vorlage:Internetquelle</ref>

Stadt Land seit
Angarsk Datei:Coat of Arms of Angarsk (Irkutsk oblast).png Vorlage:RUS 2007
Bachtschyssaraj Datei:Bahcisarai rayon gerb.png Vorlage:UKR 2015
Baranawitschy Datei:Coat of arms Baranavičy.svg Vorlage:BLR 2001
Borissow Vorlage:BLR 2000
Düren Datei:Wappen des Kreises Düren.svg Vorlage:DEU 2011, 13. April<ref>http://kreis-dueren.de/aktuelles/presse/presse_dat.php?pm=/aktuelles/presse/politik/mytischi.php</ref>
Gabrowo Datei:BG Gabrovo coa.svg Vorlage:BUL 2002
Lecco Datei:Lecco-Stemma.png Vorlage:ITA 2005
Nymburk Datei:Nymburk CoA CZ.jpg Vorlage:CZE 2004<ref group="beendet">Die Partnerschaft mit Nymburk wurde am 10. März 2022 beendet</ref><ref name="Nymburk">Vorlage:Internetquelle</ref>
Panevėžys Datei:Coat of Arms of Panevezys.svg Vorlage:LIT 2001
Płock Datei:POL Płock COA.svg Vorlage:POL 2003
Schodsina Datei:Coat of Arms of Žodzina, Belarus.svg Vorlage:BLR 1996
Smaljawitschy Datei:Coat of Arms of Smalavičy, Belarus.svg Vorlage:BLR 1998
Tschernihiw Datei:Coat of Arms of Chernihiv.svg Vorlage:UKR 2001<ref group="beendet">Die Partnerschaft mit Tschernihiw wurde am 1. März 2016 beendet</ref><ref name="Tschernihiw">Vorlage:Internetquelle</ref>

<references group="beendet" />

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1897 1.000
1926 17.000
1939 60.118
1959 98.606
1970 118.653
1979 140.656
1989 154.068
2002 159.900
2010 173.160
2016 201.130

Anmerkung: Volkszählungsdaten (bis 1926 gerundet)

Wirtschaft

Heute ist Mytischtschi eine industriell geprägte Satellitenstadt von Moskau. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen zählen der Maschinenbau – der bekannteste Industriebetrieb der Stadt ist das 1897 gegründete Metrowagonmasch-Werk, das unter anderem U-Bahn-Züge für Moskau und viele andere Städte produziert. Weiterhin gibt es in der Stadt Gerätebau und Kabelproduktion und seit 2008 eine Großbrauerei.

Datei:Mytishchi railway station (02).jpg
Hauptbahnhof Mytischtschi
Datei:Mytishchi Arena, Moscow Oblast (2).jpg
Mytischtschi-Arena

Verkehr

Straße

Mit der Lage an der „Jaroslawler Chaussee“ – der heutigen M8 – ist Mytischtschi an das russische Fernstraßennetz angebunden.

Bahn

Die Stadt ist vor allem ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt: Sie befindet sich an der Teilstrecke der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Jaroslawl, von der in diesem Bereich zwei Stichstrecken für den Personenverkehr abzweigen. Vom Hauptbahnhof Mytischtschi aus bestehen regelmäßige Zugverbindungen nach Moskau zum Jaroslawler Bahnhof, darunter mit S-Bahn-ähnlichen Expresszügen Sputnik, die zur Hauptverkehrszeit im 15-Minuten-Takt fahren.

Sport

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Naviblock

Vorlage:Normdaten