Zum Inhalt springen

Krefeld-Uerdinger Brücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
288 Krefeld-Uerdinger Brücke
288 Krefeld-Uerdinger Brücke
288 Krefeld-Uerdinger Brücke
Krefeld-Uerdinger Brücke
Offizieller Name Rheinbrücke Krefeld-Uerdingen
Überführt Bundesstraße 288
Querung von Rhein
Ort Uerdingen/Duisburg
Konstruktion Zügelgurtbrücke
Gesamtlänge 860 m
Breite 19,5 m
Längste Stützweite 250 m
Konstruktionshöhe 7,25 m
Baukosten 6,3 Millionen RM
(heutige Kaufkraft ca. 34 Mio. EUR)
Baubeginn 1933
Fertigstellung 1936
Lage
Koordinaten 51° 20′ 59″ N, 6° 39′ 34″ OKoordinaten: 51° 20′ 59″ N, 6° 39′ 34″ O
 {{#coordinates:51,349722222222|6,6594444444444|primary
dim=1000 globe= name=288 Krefeld-Uerdinger Brücke region=DE-NW type=building
  }}

Die Krefeld-Uerdinger Brücke (auch Uerdinger Rheinbrücke) überspannt zwischen dem Krefelder Stadtteil Uerdingen und dem Duisburger Stadtteil Mündelheim als Zügelgurtbrücke den Rhein. Das Bauwerk ist insgesamt 860 m lang und hat zwei Fahrstreifen sowie zwei Gehwege. Es ist eine der letzten „unechten“ Hängebrücken über den Rhein. Die Krefeld-Uerdinger Brücke ist Teil der Bundesstraße 288. Das Bauwerk zählt zu den schönsten Rheinbrücken und steht seit 1987 wegen der „baukünstlerischen Auffassung der angestrebten Harmonie zwischen Natur und Technik“ unter Denkmalschutz.<ref>Rainer Bartel: Rheinbrücken (6): Die Krefeld-Uerdinger-Rheinbrücke – vielleicht die schönste ihrer Art. Rhein-Magazin Düsseldorf, 15. März 2018, abgerufen am 25. Mai 2018.</ref>

Geschichte

Datei:Destroyed Krefeld-Uerdinger Rheinbruecke 1945.jpg
Die zerstörte Brücke 1945

1933 begann der Bau der Rheinbrücke nach einem Entwurf von Friedrich Voß. Während der Gründungsarbeiten der Pfeiler wurde ein 27 Millionen Jahre alter versteinerter Schädel eines urzeitlichen Zahnwales (Patriocetus) gefunden, der heute im Ruhr Museum in Essen zu sehen ist und als bedeutender Fund gilt. Am 7. Juni 1936 weihte Rudolf Heß die Brücke mit dem Namen „Adolf-Hitler-Brücke“ ein. Die Konstruktion ersetzte die alte Fährverbindung zwischen Mündelheim und Uerdingen. Die Baukosten betrugen 6,3 Millionen Reichsmark (heute ca. 34 Millionen Euro). Am 4. März 1945 sprengten Soldaten der Wehrmacht die Brücke, als alliierte Truppen im Rahmen der Operation Grenade zum Rhein vorrückten.<ref>US-Kriegsbericht S. 173–178 (S. 174 pdf)</ref>

Es kam zu sehr harten Kämpfen um die Brücke<ref>History of the United States Army in World War II: The Last Offensive Chapter 9: Ninth Army to the Rhine, S. 175 (englisch).</ref>, bei denen die Altstadt von Uerdingen besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Ende 1948 begann der Wiederaufbau. Dabei wurden viele alte Konstruktionsteile verwendet und auch alte Ausführungszeichnungen.<ref name="usa" />

Am 4. November 1950 wurde die Rheinbrücke von Ministerpräsident Karl Arnold als „Krefeld-Uerdinger-Brücke“ wiedereröffnet. Zur Erhöhung der Tragkraft erfolgten 1964 Verstärkungsmaßnahmen; von 1984 bis 1993 wurde sie für 10 Millionen DM (nach heutiger Kaufkraft ungefähr 9,2 Millionen Euro) instandgesetzt.

Die Route der Industriekultur (Themenroute Industriekultur am Rhein) führt über die Krefeld-Uerdinger Brücke und die Brücke der Solidarität.

Konstruktion

Datei:Rheinbruecke DU KR.jpg
Krefeld-Uerdinger Brücke
Datei:Uerdinger-Mündelheimer Rheinbrücke.JPG
Blick von Mündelheim
Datei:Rheinbrücke PhotoshopHDRtmpa02764-bII rahmen.jpg
Bei Nacht

Vorlandbrücken

Die linksrheinische Vorlandbrücke ist eine 88 m lange dreifeldrige Vollwandträgerkonstruktion aus Stahl mit Pendelstützen aus Stahl als Pfeiler. Die Vorlandbrücke auf Mündelheimer Seite ist eine 270 m lange Fachwerkbrücke mit sechs Feldern und oben liegender Fahrbahn.

Strombrücke

Die dreifeldrige Hauptbrücke hat bei einer Gesamtlänge von 500 m Stützweiten von 125,0 m + 250,0 m + 125,0 m und ist 19,5 m breit. Das Bauwerkssystem ist in Längsrichtung eine Auslegerbrücke (Kragarmbrücke) mit einem 50 m langen Einhängeträger, der in der Mitte der Stromöffnung angeordnet ist. Da die „Tragkabel“ aus Profilträgern bestehen, die polygonalartig durch Niete miteinander verbunden sind und ihre Zugkräfte in den Überbau einleiten, wird die Konstruktion auch als unechte Zügelgurtbrücke bezeichnet. Die Längsträger, zwischen der Fahrbahn angeordnet, sind 7,25 m hohe Fachwerkträger, welche alle 6,25 m durch Querträger miteinander verbunden und alle 12,5 m ausgehend vom Pylon an je sieben Pfosten hochgehängt sind. Die 40 m hohen Pylone haben eine Breite von 1,25 m. Die Fahrbahnplatte ist seit der Instandsetzung in den 1980er Jahren in der Stromöffnung eine 20 cm dicke Stahlbetonverbundplatte; ursprünglich waren es Fertigteilhohlplatten, die keinen Verbund mit der Stahlkonstruktion hatten. In den Seitenöffnungen sind 30 cm dicke Ortbetonplatten vorhanden. Die Pfeiler wurden mit Caissons gegründet; sie bestehen aus Stampfbeton und sind mit Basaltlava verkleidet.

Sanierungen

Am 4. Juli 2024 gab Straßen.NRW bekannt, dass für „Betoninstandsetzungen von den Unterseiten der Betonfahrbahnplatten sowie ein verpressen der Fugen zwischen den Stahlträgern und aufgelagerten Betonfahrbahnplatten“ die Brücke für voraussichtlich 10 Wochen nur bei halbseitiger Verkehrsführung und auf 7,5 Tonnen abgelastet genutzt werden darf. Damit sollen Erschütterungen vermieden und die Aushärtung der Baumaterialien gewährleistet werden.<ref>B288: Instandsetzung der Rheinbrücke Krefeld-Uerdingen ab Mitte Juli. Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, 4. Juli 2024, abgerufen am 14. September 2024.</ref>

Ausbauplanung

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der durchgehend vierstreifige Ausbau der B 288 und damit auch der Rheinquerung als „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ eingestuft<ref>A 524 OD Krefeld – Duisburg-Serm. In: Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, abgerufen am 25. Mai 2018.</ref> und damit frühestens ab 2030 zu erwarten.<ref>Jonas Schlömer: A524 wird in Duisburg „frühestens“ im Jahr 2030 ausgebaut. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. Funke Mediengruppe, 4. April 2016, abgerufen am 25. Mai 2018.</ref> Ein Abriss der denkmalgeschützten Brücke kann daher schon 2014 nicht ausgeschlossen werden.<ref>Norbert Stirken: Rheinbrücke: Denkmalabriss kein Tabu. RP Online, 18. Januar 2014, abgerufen am 25. Mai 2018.</ref> Im März 2023 hat eine Untersuchung ergeben, dass das damals beim Bau verwendete Material eine schlechtere Qualität hat, als bislang gedacht. Daher wird ein Ersatzneubau inzwischen als zwingend erforderlich angesehen, dessen Umsetzung im Laufe der nächsten zwölf Jahre erfolgen soll.<ref>B288: Ablastung und Neubau der Krefelder Rheinbrücke. Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 23. August 2023.</ref>

Literatur

  • Reinhard Ruhrberg: Schäden an Brücken und anderen Ingenieurbauwerken. Ursachen und Erkenntnisse. Dokumentation. Verkehrblatt-Verlag Borgmann, Dortmund 1994, ISBN 3-89273-069-5.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="usa">Reinhard Ruhrberg: Schäden an Brücken und anderen Ingenieurbauwerken. Ursachen und Erkenntnisse. Dokumentation. Verkehrblatt-Verlag Borgmann, Dortmund 1994, ISBN 3-89273-069-5, S. 242.</ref> </references>

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Besucherzentrum und Ankerpunkte (von West nach Ost): | Zechenpark Friedrich Heinrich | Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | St.-Antony-Hütte | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm

Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | 27. Eisen & Stahl | 28. Wasser: Werke, Türme und Turbinen | 29. Bochum – Industriekultur im Herzen des Reviers | 30. Gelsenkirchen | 31. Route Industriekultur und Bauhaus | per Rad

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Landschaftspark Duisburg-Nord Datei:RouteIndustriekultur Besucherzentrum Symbol.svg | Ratingsee-Siedlung | Hexion / Rütgers | Grüner Pfad | Grillo-Werke | Zeche Friedrich Thyssen Schacht 6 | Dichter-Viertel | Siedlung Bergmannsplatz | Pumpwerk Schmidthorst | Siedlung Wehofen | Kleine Emscher | Klärwerk Emschermündung | Zeche Walsum | Nordhafen Walsum | Kraftwerk Walsum | Pumpwerk Schwelgern | Alsumer Berg Datei:RouteIndustriekultur Panorama Symbol.svg | Pumpwerk Alte Emscher | König-Brauerei | Thyssen-Hauptverwaltung | Werksbahn Thyssen | Schiffswerften: Meidericher Schiffswerft, Neue Ruhrorter Schiffswerft und Triton-Werft| Hebeturm des Ruhrort-Homberger Trajektanstalt | Zeche Rheinpreußen Schacht 1/2 | Siedlung Rheinpreußen Datei:RouteIndustriekultur Siedlung Symbol.svg | Siedlung Johannenhof | Rheinpreußen-Hafen | Schacht Gerdt | Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke | Plangemühle Homberg | Sachtleben Chemie | Rheinhauser Bergbausammlung e. V. | Wasserturm Rheinhausen-Bergheim | Brücke der Solidarität | Duisburg-Hochfelder Eisenbahnbrücke | Margarethensiedlung Datei:RouteIndustriekultur Siedlung Symbol.svg | Krupp Hüttenwerke Tor 1 | Beamtensiedlung Bliersheim und Casino Krupp | Wasserturm und Eisenbahnsiedlung Rheinhausen-Friemersheim | Innenhafen Duisburg Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Datei:RouteIndustriekultur Ankerpunkt Symbol.svg | Kläranlage Kaßlerfeld | Rheinorange | Sperrtor Marientor | Wasserturm Hochfeld | DEMAG (heute Siemens) | Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) | Werkshafen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann | Siedlung Hüttenheim | Krefeld-Uerdinger Brücke | Wasserwerk Bockum | Eisenbahner-Siedlung Wedau | Rangierbahnhof, Ausbesserungswerk und Eisenbahner-Siedlung Wedau | Eisenbahner-Siedlung Bissingheim | Dickelsbach-Siedlung | Haus Hartenfels | Brückenlandschaft Ruhraue | Hauptbahnhof Duisburg

Vorlage:Klappleiste/Ende