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Großziegenfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Großziegenfeld
Stadt Weismain
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(115)&title=Gro%C3%9Fziegenfeld 50° 2′ N, 11° 11′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(115) 50° 1′ 34″ N, 11° 11′ 2″ O
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Höhe: 471 (410–471) m
Einwohner: 115 (1. Jan. 2018)<ref name="Einwo2018">Stadt Weismain: Ortsteile. Abgerufen am 14. Juni 2023.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 96260
Vorwahl: 09504
Lage von Großziegenfeld in Bayern

Großziegenfeld ist ein Stadtteil von Weismain im Landkreis Lichtenfels in Oberfranken/Bayern.

Geographie

Das Dorf Großziegenfeld liegt etwa acht Kilometer südsüdwestlich des Hauptortes und ist mit diesem über die Staatsstraße 2191 verbunden. Seit jeher ist das Dorf bäuerlich strukturiert; sie war im 20. Jahrhundert überregional vor allem für die Milchviehhaltung und -zucht bekannt.<ref name="broschüre"> Groß Ziegenfeld * – Stadt Weismain – Landkreis Lichtenfels (Infobroschüre der Stadt Weismain, o.0, o.J, ca. 2006, 4 Seiten)</ref>

Geschichte

Vorgeschichte

Wann Großziegenfeld gegründet wurde, ist unklar. Der älteste Fund, der auf menschliche Besiedlung schließen lässt, ist die rund zwölf Zentimeter lange Klinge eines Tüllenbeils aus der Zeit um 1000 v. Chr.<ref name="GZ-gesch.">Geschichte des Ortes Kleinziegenfeld, gross-ziegenfeld.de, abgerufen am 26. September 2012</ref>

Mittelalter

Um 1240 gehörten Groß- und Kleinziegenfeld als Lehen unter dem Lehensherrn Gottfried von Zigenfeld („Gotfridus de Ziginvelt“) vermutlich zum Besitz des in Arnstein ansässigen Hermann von Arnstein.<ref name="GZ-gesch." /> Als das Adelsgeschlecht Arnstein wenig später, im Jahr 1244, erlosch, erwarb Otto II. von Meranien den Besitz und die Herrschaft, so dass Großziegenfeld fortan den Andechs-Meraniern gehörte.<ref name="GZ-gesch." /> Als Otto 1248 auf der Burg Niesten verstorben war, gehörte sein ehemaliger Besitz fortan dem Geschlecht der Truhendinger, da die Schwester des letzten Herzogs Otto von Meran den Grafen Friedrich von Truhendingen geehelicht hatte.<ref name="GZ-gesch." />

Im Jahr 1308 kaufte der Bamberger Bischof Wulfing von Stubenberg die fränkischen Besitztümer der Truhendinger auf.<ref name="GZ-gesch." /> In einer Urkunde von 1390 ist ein Kaufpreis von 5000 Nürnberger Pfund angegeben.<ref name="GZ-gesch." /> Dass Großziegenfeld aber schon länger zum Hochstift Bamberg gehörte, liegt nahe, da der Zehnt schon vor 1308 an die Bamberger Bischöfe abgeführt wurde.<ref name="GZ-gesch." /> Die Hälfte dieses Zehntes erhielt Otto VI., der damals auf der Plassenburg residierte, als Lehen. Mit einem Teil davon belehnte er 1301 Albert von Zigenfeld.<ref name="GZ-gesch." />

Ab 1520 gehörte Großziegenfeld kirchlich zum Pfarrsprengel Arnstein, der bereits seit 1390 in bischöflichem Besitz war.<ref name="GZ-gesch." />

19. Jahrhundert bis heute

Datei:Historische Karte Großziegenfeld.jpg
Ortsplan von Großziegenfeld im Jahr 1847

Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 gehörte Großziegenfeld zum Hochstift Bamberg.<ref name="popp">Popp (2004), o. S</ref> Danach unterstand der Ort dem Landgericht Scheßlitz.<ref name="popp" />

Im Jahr 1871 wurde die Freiwillige Feuerwehr Großziegenfeld gegründet, im selben Jahr eine Wasserleitung vom Talgrund aus gegraben und in den Ort verlegt.<ref name="broschüre" /> Diese endete in einem Brunnen vor dem Gemeindehaus, der durch eine mit Wasserkraft betriebene Turbine mit Wasser aus der Weismain versorgt wurde.<ref name="broschüre" /> Knapp 50 Jahre später, 1918,<ref name="broschüre" /> wurde Großziegenfeld an das Wasserleitungsnetz angeschlossen und der Brunnen stillgelegt. In den 1950er Jahren wurde die Straße nach Großziegenfeld geschottert und 1961 asphaltiert. Die Flurbereinigung fand Anfang der 1960er Jahre statt,<ref name="GZ-gesch." /> und wurde 1965 abgeschlossen.<ref name="GZF-lf.de"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Großziegenfeld – Früher – Heute – Morgen (Memento vom 24. Oktober 2009 im Internet Archive), landespflege-lichtenfels.de, abgerufen am 26. September 2012</ref><ref name="broschüre" />

Der Grundstein für die Mauritius-Kapelle wurde auf Initiative des Kapellenbauvereins am 1. September 1957 gelegt.<ref name="GZ-gesch."/> Eingeweiht wurde die Kapelle rund zwei Jahre später, am 6. Dezember 1959.<ref name="GZ-gesch."/> Erbaut wurde die Kirche in Eigenleistung der örtlichen Bevölkerung.<ref name="broschüre" /> Zuvor befand sich an dieser Stelle das Gemeindehaus.<ref name="broschüre" /> Bis 1976 war Großziegenfeld eine eigenständige Gemeinde. Im Zuge der Gebietsreform wurde es am 1. Januar 1977 nach Weismain eingemeindet.<ref name=Gemeindeverzeichnis1970bis1982>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 694.</ref>

Nach der Schließung der Dorfgaststätten wurde 1988 ein Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus errichtet als Lokalität für Versammlungen der Dorfgemeinschaft und der Vereine.<ref name="broschüre" />

Zwischen 1996 und 1999 wurde die Kanalisation in Großziegenfeld ausgebaut und erneuert.<ref name="GZF-lf.de"/> Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurden auch die Ortsdurchfahrt und der Dorfplatz erweitert und verschönert und erhielten ihr heutiges Aussehen.<ref name="GZ-gesch."/> Am Dorfplatz wurde ein Kinderspielplatz eingerichtet und am Dorfrand ein Bolzplatz gebaut.<ref name="broschüre" /> Von 1999 bis 2000 wurde zum Kreisgartentag die Kirche innen und außen renoviert und mit Schiefer neu eingedeckt.<ref name="broschüre" /> Die Kosten in Höhe von 150.000 DM<ref name="broschüre" /> (~ 93.000 €)<ref>D-Mark-Euro-Rechner (mit Inflation), altersvorsorge-und-inflation.de, abgerufen am 26. September 2012</ref> wurden fast ohne jegliche Zuschüsse von den Dorfbewohnern aufgebracht.<ref name="broschüre" /> Im Frühjahr 2000 fand der Kreisgartentag in Großziegenfeld statt, zu dem rund 15.000 Besucher kamen.<ref name="GZF-lf.de"/><ref name="broschüre" />

Einwohnerentwicklung

Die Tabelle gibt die Einwohnerentwicklung von Großziegenfeld anhand einzelner Daten wieder.

Jahr Einwohner Quelle
1768 142 <ref name="GZ-gesch." />
1833 158 <ref name="GZ-gesch." />
1840 160 <ref>Karl Friedrich Hohn, Johann Adam Stein: Atlas von Bayern: geographisch-statistisch-historisches Handbuch zur Kenntniß des Zustandes von Bayern in seiner gegenwärtigen Beschaffenheit für alle Stände. Stein, Bayreuth 1840, S. 204 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
1872 179 <ref name="urban87">Josef Urban: Aus den Anfängen unserer Wehr. In: Markus Hatzold: Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Wallersberg-Mosenberg, Weismain 2009, S. 89</ref>
1961 147 <ref name= Gemeindeverzeichnis1970bis1982/>
1970 151 <ref name= Gemeindeverzeichnis1970bis1982/>
1987 118 <ref>Großziegenfeld im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref>
2011 130 <ref name="Weis. Einwohner">@1@2Vorlage:Toter Link/www.stadt-weismain.deEinwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2011 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, stadt-weismain.de, abgerufen am 3. April 2011 (offline)</ref>
2013 123 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2013 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-weismain.de, stadt-weismain.de, abgerufen am 3. Mai 2013</ref>
2015 115 <ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einwohnerverteilung der Stadt Weismain am 1. Januar 2015 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadt-weismain.de, stadt-weismain.de, abgerufen am 10. Oktober 2015</ref>
2018 115 <ref name="Einwo2018" />

Sonstiges

Datei:Felsmassiv Klinge.jpg
Das Felsmassiv Klinge westlich des Ortes Großziegenfeld

Der Ort befindet sich am nördlichen Rand der Fränkischen Schweiz und hat mit dem Klingenfelsen (auch bekannt als Großziegenfelder Wand oder Lichtenfelser Dach) eine bei Kletterern bekannte und beliebte Klettermöglichkeit. An diesem Felsen bzw. unterhalb davon wurde im Jahr 2006 ein Teil der Pfarrer-Braun-Folge mit dem Titel Ein Zeichen Gottes gedreht.

Der Ort ist von der Landwirtschaft geprägt, auch wenn heute nur noch sehr wenige landwirtschaftliche Betriebe im Dorf existieren. Auffällig sind die zahlreichen Solarstromanlagen auf vielen Haus- und Scheunendächern. Auf einem Aussiedlerhof wird eine Biogasanlage betrieben.<ref name="broschüre" />

Unser Dorf soll schöner werden

Großziegenfeld beziehungsweise dessen Gartenbauverein hat des Öfteren am Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft teilgenommen und auf Kreis-, Bezirks-, Landes- und Bundesebene Preise gewonnen, davon

  • 2. Bundessieger (Silber) und 1. Landessieger (Gold) 1991,<ref name="GZ-gesch." />
  • 1. Bundessieger (Gold) 2004,<ref name="GZ-gesch." />
  • Sonderpreis auf Bundesebene 2004 für den „Kuckucksgarten“ der Jugendgruppe des Gartenbauvereins

Vereine

  • Obst- und Gartenbauverein Großziegenfeld, gegründet 1986<ref name="broschüre" />
  • Freiwillige Feuerwehr Großziegenfeld, gegründet 25. Mai 1871<ref name="GZ-gesch." />
  • Kapellenbauverein Großziegenfeld, gegründet 19. Dezember 1956<ref name="GZ-gesch." />
  • Natur- und Wanderfreunde Großziegenfeld e. V.

Regelmäßige Feste

Literatur

  • Freiwillige Feuerwehr Großziegenfeld: Fahnenweihe mit 115jährigem Gründungsfest, Großziegenfeld 1986, Umfang: 136 Seiten
  • Elisabeth Popp: Geschichtliches aus dem Juradorf Großziegenfeld. In: 130 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kleinziegenfeld, Kleinziegenfeld 2004, Umfang: 96 Seiten
  • Thomas Schwarzmann: Die Gewehre in die Dorfhüll – Großziegenfeld am Ende des Zweiten Weltkriegs. In: Heimatgeschichtliche Zeitschrift für den Landkreis Lichtenfels, Band 14, Verlag Vom Main zum Jura, Eggolsheim 2005, S. 38–40

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Großziegenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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