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Amtsgericht Alsfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Alsfeld-Amtsgericht1-Bubo.JPG
Gerichtsgebäude (2007)
Datei:Alsfeld19 2010-07-03.jpg
Altes Gerichtsgebäude (2010)

Das Amtsgericht Alsfeld (AG Alsfeld) ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Alsfeld im Vogelsbergkreis (Hessen).

Sitz

Lage des Amtsgerichtsbezirks Alsfeld in Hessen
Lage des Amtsgerichtsbezirkes Alsfeld in Hessen

Der Sitz des Gerichtes befindet sich heute in Alsfeld in der Landgraf-Hermann-Straße 1.

Das historische Gerichtsgebäude, Amthof 12, stammt aus den 1860er Jahren. Der siebenachsige Baukörper prägt die Umgebung städtebaulich. Ergänzt wird es um einen Anbau von 1904. Ursprünglich waren beide Gebäude verputzt. Es handelt sich um ein Kulturdenkmal aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen aufgrund des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.<ref> Vorlage:DenkXweb </ref>

Zuständigkeit

Das AG Alsfeld ist in erster Instanz zuständig für die meisten Gerichtssachen innerhalb seines Gerichtsbezirkes. Nicht zuständig ist es in Handels-, Genossenschafts-, Vereinsregister- und Insolvenzsachen, die in die Kompetenz des Amtsgerichtes Gießen fallen. Als zentrales Mahngericht für ganz Hessen fungiert das AG Hünfeld und das hessenweite Partnerschaftsregister wird beim Amtsgericht Frankfurt am Main geführt.<ref>Gerichtliche Zuständigkeitsverordnung Justiz (GerZustJuV HE)</ref>

Geschichte

Gründung

Mit dem Gerichtsverfassungsgesetz von 1877 wurden die Organisation und die Bezeichnungen der Gerichte reichsweit vereinheitlicht. Zum 1. Oktober 1879 wurden im Großherzogtum Hessen die bisherigen erstinstanzlichen Gerichte, die Landgerichte, aufgehoben und durch Amtsgerichte ersetzt.<ref> §§ 1, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f. </ref> Funktionaler Vorgänger des Amtsgerichtes Alsfeld war das Landgericht Alsfeld.

Landgerichte“ nannten sich nun die den Amtsgerichten direkt übergeordneten Obergerichte. Das Amtsgericht Alsfeld war so dem Bezirk des Landgerichtes Gießen zugeordnet.<ref> §§ 2, 3 Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f. </ref>

Zugleich wurden die Grenzen der Gerichtsbezirke an einigen Stellen neu gezogen (siehe: tabellarische Übersicht).

Weitere Entwicklung

Zum 1. Januar 1882 wurde noch der Ort Ermenrod, der bis dahin dem Amtsgericht Grünberg zugeordnet war, in den Sprengel des Alsfelder Gerichtes integriert.<ref name="#1"> Nr. 3 Bekanntmachung die Bildung der Amtsgerichtsbezirke Hungen, Lich, Laubach, Grünberg, Homberg, Alsfeld, Vilbel und Friedberg betreffend vom 24. Dezember 1881. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 27 vom 24. Dezember 1881, S. 203f (203). </ref>

Am 15. Juni 1943 wurde dem Amtsgericht Alsfeld das Amtsgericht Homberg an der Ohm als Zweigstelle zugewiesen<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref>, was aber mit Wirkung vom 1. Juni 1948 wieder rückgängig gemacht wurde.<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (Vorlage:HessAmtsBL)</ref>

Zum 1. Mai 1948 kam Udenhausen vom Amtsgericht Lauterbach zum Bezirk des AG Alsfeld.<ref>Vorlage:HessAmtsBL</ref> Es hatte bereits von 1821 bis 1879 zum Bezirk des Landgerichtes Alsfeld gehört.<ref name="bsb01" /><ref>Anhang zur Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 208. </ref>

Zum 1. Juli 1968 wurde der Amtsgerichtsbezirk Alsfeld stark erweitert<ref name="#2">Vorlage:HessAmtsBL</ref> (siehe: tabellarische Übersicht). Dazu gehörten auch eine Reihe von Gemeinden, die zwischen 1821 und 1838 bereits zum Bezirk des Landgerichtes Alsfeld gehört hatten und dann an das Landgericht Ulrichstein abgegeben worden waren.<ref>Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Ulrichstein betreffend vom 31. Oktober 1838. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 36 vom 21. November 1838, S. 383.</ref>

Zu weiteren Veränderungen kam es im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den Jahren 1972 und 1973<ref>Vgl.: Vorlage:HessAmtsBL, Vorlage:HessAmtsBL und Vorlage:HessAmtsBL</ref> (siehe: tabellarische Übersicht), als die Grenzen des Gerichtsbezirkes den neuen Gemeindegrenzen angepasst wurden.

Die bislang letzte Erweiterung des Alsfelder Gerichtsbezirkes erfolgte, als das Amtsgericht Lauterbach zum 1. Januar 2005 in eine Zweigstelle des AG Alsfeld umgewandelt<ref name="#3">Vorlage:HessAmtsBL</ref><ref name="#4">Vorlage:HessAmtsBL</ref> und die bisher von dort betreuten Gemeinden dem Amtsgerichtsbezirk Alsfeld zugeschlagen wurden (siehe: tabellarische Übersicht). Diese Zweigstelle wurde zum 1. Januar 2012 aufgelöst.<ref name="#5">Fünfte Verordnung zur Änderung der Gerichtlichen Zuständigkeitsverordnung Justiz vom 9. Dezember 2010 (GVBl. I S. 709–710)</ref>

Bezirk

Dem Bezirk des Amtsgerichtes Alsfeld<ref>Gerichtsorganisationsgesetz (GerOrgG HE)</ref> sind und waren folgende Gemeinden zugeordnet:

Gemeinde Landgericht Alsfeld 1878 später 1968<ref name="#2"/> Gebietsreform<ref name="#6">Vorlage:HessAmtsBL</ref> 2005<ref name="#3"/><ref name="#4"/> Anmerkung
Alsfeld × vom Landgericht Alsfeld
Altenburg × vom Landgericht Alsfeld
Altenhain × 1972 an Amtsgericht Gießen<ref name="#6"/>
Angenrod × vom Landgericht Alsfeld
Arnshain 1879 vom Landgericht Homberg<ref name="#7"> Anhang zur Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 207. </ref>
Atzenhain × vom Amtsgericht Grünberg
Berfa 1879 vom Amtsgericht Schwalmstadt<ref name="#8">Vorlage:HessAmtsBL</ref>
Bernsburg 1879 vom Landgericht Homberg<ref name="#7"/>
Bernsfeld × vom Amtsgericht Kirchhain<ref name="#6"/>
Bieben × vom Landgericht Alsfeld
Billertshausen vom Landgericht Alsfeld
Bobenhausen II × vom Amtsgericht Schotten; 1973 an das Amtsgericht Lauterbach<ref name="#9">Vorlage:HessAmtsBL</ref>
Brauerschwend × vom Landgericht Alsfeld
Burg-Gemünden × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Ehringshausen × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Eifa × vom Landgericht Alsfeld
Elbenrod × vom Landgericht Alsfeld
Elpenrod × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Ermenrod 1882 vom Amtsgericht Grünberg<ref name="#1"/>
Eudorf × vom Landgericht Alsfeld
Eulersdorf × vom Landgericht Alsfeld
Felda × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#10">Gehörte 1821 bis 1838 bereits zum Landgericht Alsfeld (Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Ulrichstein betreffend vom 31. Oktober 1838. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 36 vom 21. November 1838, S. 383)</ref>
Flensungen × vom Amtsgericht Grünberg
Freiensteinau × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Grebenhain × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Fischbach × vom Landgericht Alsfeld
Grebenau × vom Landgericht Alsfeld
Groß-Eichen × vom Amtsgericht Grünberg
Hainbach × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Hattendorf × vom Amtsgericht Schwalmstadt<ref name="#8"/>
Heidelbach × vom Landgericht Alsfeld
Heimertshausen 1879 vom Landgericht Homberg<ref name="#7"/>
Helpershain × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#10"/>
Herbstein × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Hergersdorf × vom Landgericht Alsfeld
Höckersdorf × vom Amtsgericht Schotten
Homberg an der Ohm × vom Amtsgericht Kirchhain<ref name="#9"/>
Hopfgarten × vom Landgericht Alsfeld
Ilsdorf × vom Amtsgericht Grünberg
Kestrich × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#10"/>
Kirtorf × vom AG Homberg an der Ohm<ref name="#9"/> (Die Kirtorfer Stadtteile Arnshain, Heimertshausen und Ober-Gleen gehörten bereits zum AG Alsfeld.)
Köddingen × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#10"/>
Lauterbach × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Lautertal × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Lehnheim × vom Amtsgericht Grünberg; 1972 an Amtsgericht Gießen<ref name="#6"/>
Leusel × vom Landgericht Alsfeld
Liederbach × vom Landgericht Alsfeld
Lingelbach × vom Amtsgericht Schwalmstadt<ref name="#8"/>
Meiches × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#10"/>
Merlau × vom Amtsgericht Grünberg
Münch-Leusel × vom Landgericht Alsfeld
Nieder-Breidenbach × vom Landgericht Alsfeld
Nieder-Gemünden × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Nieder-Ohmen × vom Amtsgericht Grünberg
Ober-Breidenbach × vom Landgericht Alsfeld
Ober-Gleen × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Ober-Ohmen × vom Amtsgericht Grünberg
Ober-Seibertenrod × vom Amtsgericht Schotten; 1973 an das Amtsgericht Lauterbach<ref name="#9"/>
Ober-Sorg × vom Landgericht Alsfeld
Ohmes × vom Landgericht Alsfeld
Otterbach × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Rainrod × vom Landgericht Alsfeld
Reibertenrod × vom Landgericht Alsfeld
Reimenrod × vom Landgericht Alsfeld
Renzendorf × vom Landgericht Alsfeld
Romrod × vom Landgericht Alsfeld
Rülfenrod × vom Amtsgericht Homberg an der Ohm
Ruhlkirchen × vom Landgericht Alsfeld
Ruppertenrod × vom Amtsgericht Grünberg
Schellnhausen × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#11">Gehörte 1821 bis 1838 bereits zum Landgericht Alsfeld (Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Ulrichstein betreffend vom 31. Oktober 1838. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 36 vom 21. November 1838, S. 383) </ref>
Schlitz × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Schwabenrod × Aus dem Amt Alsfeld
Schwarz × vom Landgericht Alsfeld
Seibelsdorf × vom Landgericht Alsfeld
Sellnrod × vom Amtsgericht Schotten
Storndorf × vom Landgericht Alsfeld
Strebendorf × vom Landgericht Alsfeld
Stumpertenrod × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#11"/>
Udenhausen 1948 vom Amtsgericht Lauterbach<ref> Vorlage:HessAmtsBL</ref>
Ulrichstein × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Unter-Seibertenrod × vom Amtsgericht Schotten; 1973 an das Amtsgericht Lauterbach<ref name="#9"/>
Unter-Sorg × vom Landgericht Alsfeld
Vadenrod × vom Landgericht Alsfeld
Vockenrod × vom Landgericht Alsfeld
Wallersdorf × vom Landgericht Alsfeld
Wartenberg × vom Amtsgericht Lauterbach<ref name="#3"/><ref name="#4"/>, bis 2012 zur Zweigstelle Lauterbach des Amtsgerichtes Alsfeld<ref name="#5"/>
Wettsaasen × vom Amtsgericht Grünberg
Windhausen × vom Amtsgericht Ulrichstein<ref name="#11"/>
Wohnfeld × vom Amtsgericht Schotten; 1973 an das Amtsgericht Lauterbach<ref name="#9"/>
Zeilbach × vom Amtsgericht Schotten
Zell × vom Landgericht Alsfeld

Übergeordnete Gerichte

Dem AG Alsfeld übergeordnet sind das Landgericht Gießen und im weiteren Instanzenzug das Oberlandesgericht Frankfurt am Main und der Bundesgerichtshof.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="bsb01"> Vorlage:HessAmtsBL </ref> </references>

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Alsfeld | Büdingen | Friedberg (Hessen) | Gießen
Ehemalige Amtsgerichte: Altenstadt | Butzbach | Grünberg | Herbstein | Homberg an der Ohm | Hungen | Laubach | Lauterbach | Lich | Bad Nauheim | Nidda | Ortenberg | Schlitz | Schotten | Ulrichstein | Vilbel }} Vorlage:Klappleiste/Ende

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