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Seibelsdorf (Antrifttal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Seibelsdorf
Gemeinde Antrifttal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(303)&title=Seibelsdorf 50° 47′ N, 9° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(303) 50° 46′ 54″ N, 9° 11′ 56″ O
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Höhe: 263 (257–294) m ü. NHN
Fläche: 5,04 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 303 (31. Dez. 2017)<ref name="DF">Zahlen - Daten -Fakten. In: Internetauftritt. Gemeinde Antrifttal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 20. Juni 2018. (Daten aus Web-Archiv)</ref>
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36326
Vorwahl: 06631

Seibelsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Antrifttal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Oberhessen im Tal der Antrift (Antreff), etwa einen Kilometer nordnordwestlich bzw. unterhalb der Antrifttalsperre. Die Landesstraße 3070 (Ruhlkirchen–Seibelsdorf–Angenrod) führt durch den Ort und kreuzt dort die Kreisstraße 67 (Ohmes–Seibelsdorf–Vockenrod).

Ortsgeschichte

Datei:Antrifttal Seibelsdorf Kirche.png
Kirche in Seibelsdorf

Mittelalter

Das Dorf wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Die urkundliche Ersterwähnung stammt aus dem Jahre 1263. Genannt wird ein Mitglied des Dorfadels: „Gerlacus de Syboldisdorf“.<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 198, S. 152 f.</ref> Der Deutsche Orden errichtete hier einen Zentralhof: „in Sibolizdorf.“<ref>Arthur Wyss: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. Band 1–3. Leipzig 1879–1899. Band 1. Nr. 487, S. 364 f.</ref> Neben umfangreichen Besitzungen, welche das Deutschordenshaus Marburg in Seibelsdorf zwischen 1267 und 1270 käuflich erwarb, gehörte die Gerichtsbarkeit.<ref>Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. = Untersuchungen und Materialien zur Verfassungs- und Landesgeschichte 11. Herausgegeben vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde. Dissertation. Marburg 1989. S. 182.</ref> Im 13. Jahrhundert wird Seibelsdorf planmäßig zu einem „lokalen Verwaltungsstützpunkt“ von dem Deutschordenshaus Marburg ausgebaut.<ref>Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft. S. 38 f.</ref> Heute befindet sich im ehemaligen Ordenshof ein Puppenmuseum.

1576 wird das Dorf schon mit seinem heutigen Namen „Seibelsdorf“ in einem Salbuch aufgelistet.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 396.</ref> Der Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung des Sigibold oder Sibold“ abgeleitet. Ein Wortstamm „sigu“ findet sich auch in den Ortsnamen Unter-Seibertenrod und Ober-Seibertenrod wieder.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 342, 344.</ref>

Neuzeit

Das Dorf gehörte bis ins 19. Jahrhundert zum Gericht Katzenberg. Anfang des 19. Jahrhunderts ging das Dorf mit dem gesamten Gericht Katzenberg als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses aus Kurmainzer Besitz an Kurhessen über. Mit dem Friedensvertrag zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzogtum Hessen vom 3. September 1866 im Anschluss an den Krieg von 1866 fielen die Dörfer des „Distrikts Katzenberg“ an das Großherzogtum.<ref> Schmidt, S. 45. </ref> In Seibelsdorf galt damals kurhessisches Recht. Dieses behielt seine Geltung auch während der Zugehörigkeit zum Großherzogtum Hessen ab 1866.<ref> Schmidt, S. 104, 46 und beiliegende Karte. </ref> Es wurde zum 1. Januar 1900 von dem einheitlich im ganzen Deutschen Reich geltenden Bürgerlichen Gesetzbuch abgelöst.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich zum 31. Dezember 1971 die fünf Gemeinden Bernsburg, Ohmes, Ruhlkirchen, Seibelsdorf und Vockenrod zur neuen Großgemeinde Antrifttal zusammen.<ref>Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 347.</ref>

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 21 evangelische (= 7,69 %), 247 katholische (= 90,48 %) Einwohner<ref name="lagis" />
Seibelsdorf: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014
Jahr  Einwohner
1834
  
346
1840
  
350
1846
  
337
1852
  
324
1858
  
305
1864
  
278
1871
  
267
1875
  
261
1885
  
270
1895
  
274
1905
  
269
1910
  
250
1925
  
232
1939
  
251
1946
  
366
1950
  
363
1956
  
306
1961
  
273
1967
  
317
1970
  
313
2008
  
344
2011
  
338
2014
  
309
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />

Partnerschaft

Seibelsdorf verbindet eine Freundschaft mit dem Gemeindeteil Seibelsdorf der Marktgemeinde Marktrodach im Landkreis Kronach in Bayern. Die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren veranstalten regelmäßig Fahrten.

Literatur

  • Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893.

Weblinks

Commons: Seibelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Seibelsdorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> </references>

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