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Rainrod (Schwalmtal)

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Rainrod
Gemeinde Schwalmtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(364)&title=Rainrod 50° 43′ N, 9° 20′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(364) 50° 42′ 55″ N, 9° 20′ 2″ O
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Höhe: 366 m ü. NHN
Fläche: 8,24 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 364 (30. Juni 2017)<ref name="DF">„Zahlen, Daten, Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Schwalmtal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36318
Vorwahl: 06638

Rainrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwalmtal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der Ort 1341 als Reinerode. Der Ort soll aus den drei Höfen Güntershof, Finkenhof und Römerhof entstanden sein. Von diesen Höfen ist der Finkenhof 1573 in einem Salbuch nachweisbar.<ref>StAD, Salbücher Oberhessen, Gericht Schwarz, fol. 285.</ref> Die Lage der heutigen Wüstung war zwischen Rainrod und Brauerschwend.<ref>Georg Wilhelm Justin Wagner: Die Wüstungen im Großherzogtum Hessen. Provinz Starkenburg. Darmstadt 1854. S. 8.</ref> Solche Orte mit der Endung -hof im Singular deuten zumeist auf einen jüngeren Einzelhof hin.<ref>Adolf Bach: Deutsche Namenskunde. Band 2. Heidelberg 1953/54. § 592.</ref> 1358 bekennen der Wäppner Widekind Fincke und seine Ehefrau Sanne in einem Kopiar, dass sie dem Propst, Meisterin und Konvent des Klosters Immichenhain ihre Hube in „Reinerodde“, welche die Tochter der Wynandis besitzt und die beim Kirchhof des genannten Dorfes liegt, mit allen Zugehörungen, ausgenommen ihres Gerichtsrechts, für 34 Schilling großer Turnose verkauft und darauf verzichtet hätten.<ref>StAM, Kloster Immichenhain, fol. 157.</ref> 1398 heißt es: „... eyn gud zu Reinerodde“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Nr. 1269. S. 849.</ref> Ein weiteres Kopiar, verfasst 1551, nennt für 1479: Reinrode.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 1307, S. 372.</ref>

Die Namensforschung deutet den Ortsnamen als „Siedlung des Regin“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 291 f, S. 292.</ref> In seiner heutigen Form „Rainrod“ wird der Ortsname als Ableitung von dem Appellativum „Rain“ = „ungepflügter Streifen zwischen Äckern“ angesehen.<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 579.</ref>

Neuzeit

Eine erste Kirche stand auf dem Gelände des Güntershofes. Die heutige evangelische Fachwerkkirche wurde in den Jahren 1660 bis 1673 erbaut. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Ort dem Gericht Schwarz zugeordnet. Im 19. Jahrhundert war Rainrod als Weberdorf bekannt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Rainrod:

„Rainrod (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt 1 St. von Alsfeld, hat 72 Häuser und 501 Einwohner, die alle evangelisch sind. Hier findet sich auch innerhalb des Orts ein Forsthaus.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildet Rainrod zusammen mit weiteren acht zuvor selbständigen Ortschaften seit dem 31. Dezember 1971 die Gemeinde Schwalmtal.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Rainrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit

Rainrod hatte 1341 ein eigenes Gericht, später war das Gericht Schwarz zuständig.<ref name="lagis" /> In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Rainrod das Amt Alsfeld zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Rainrod zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Rainrod 393 Einwohner. Darunter waren 6 (1,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 141 zwischen 18 und 49, 96 zwischen 50 und 64 und 96 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 459 Haushalten. Davon waren 117 Singlehaushalte, 114 Paare ohne Kinder und 153 Paare mit Kindern, sowie 36 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 93 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 300 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 317 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 317 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 356 Einwohner, 60 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 501 Einwohner, 71 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 509 Einwohner, 79 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Rainrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
317
1800
  
317
1806
  
356
1829
  
501
1864
  
509
1939
  
495
1961
  
530
1970
  
585
2005
  
438
2010
  
388
2011
  
393
2015
  
364
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; Gemeinde Schwalmtal (aus Webarchiv):<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 501 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 499 evangelische (= 94,15 %), 31 katholische (= 5,85 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Ein beliebtes Ausflugsziel ist die zwei Kilometer östlich von Rainrod gelegene Hardtmühle.
  • Eine Sehenswürdigkeit ist die Fachwerkkirche.

Söhne und Töchter

Weblinks

Commons: Rainrod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Rainrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. November 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="NEB"> Neue Erdbeschreibung. Dritter Theil, welcher das deutsche Reich nach seiner gegenwärtigen Staatsverfassung enthält. Joh. Carl Bohn, 1758, S. 1050 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 177 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 187 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 228 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 414 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="G15"> Eva Haberkorn, Friedrich Boss: Kreis Alsfeld 1821 - 1945 (= Repertorien Hessisches Staatsarchiv Darmstadt) Abt. G15 Alsfeld. S. 4 (PDF; 172 kB). In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 1985Vorlage:Abrufdatum. </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 80, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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