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Hopfgarten (Schwalmtal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hopfgarten
Gemeinde Schwalmtal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(293)&title=Hopfgarten 50° 42′ N, 9° 18′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(293) 50° 42′ 10″ N, 9° 17′ 50″ O
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Höhe: 302 m ü. NHN
Fläche: 9,6 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 293 (30. Juni 2017)<ref name="DF">„Zahlen, Daten, Fakten“. In: Internetauftritt. Gemeinde Schwalmtal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Juni 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36318
Vorwahl: 06638
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Hopfgarten ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwalmtal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Der Ort wird erstmals im Jahr 812 als Warta in der Markbeschreibung der Kirche zu Schlitz urkundlich erwähnt. Im fuldischen Kopiar aus der Zeit um 1160, dem Codex Eberhardi, werden Breitenbach und Hopfgarten genannt: „... bona que illuc pertinet ... Breitenbach, Hopfgarten ...“ (Güter, die dort hingehören).<ref>Ernst Friedrich Johann Dronke: Traditiones et antquitates Fuldenses. Fulda 1844. Kap. 23, S. 60</ref> 1270 erscheint ein „Rupertus plebanus de Hofgarden“ in einer Urkunde.<ref>StAD, Urkunden Oberhessen, Udenhausen.</ref> Zu Beginn des 14. Jahrhunderts kommt es zu einer Differenzierung im Ortsnamen: „Hoppengarten inferius“. (das niedere Hopfgarten)<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. S. 271.</ref> Das Kopiar, in dem diese Textstelle zu finden ist, stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1425.

Die örtliche Gerichtsbarkeit wurde unter der Dorflinde ausgeübt. 1323 ging das Gericht Hopfgarten von den Altenburgern an die Herren von Romrod. In einer Urkunde von 1351 wird das Gericht zu Hopfgarten erwähnt: „... daz gerichte czuo Hophgartin .. czu Onirnhophgartin ...“<ref> Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 863, S. 588.</ref> 1393 wurde es an die Landgrafen von Hessen verkauft. Im 15. Jahrhundert wird ein Hofgut zu Hopfgarten erwähnt.<ref>Universitätsbibliothek Gießen. Handschriften 556/60, S. 17.</ref> 1574, also schon in der Neuzeit heißt es in einem Salbuch „Hopffgarten.“<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 61.</ref>

Die Namenskunde deutet den Ortsnamen als „Siedlung am Hopfengarten“.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 189 f, S. 190.</ref>

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Hopfgarten:

„Hopfgarten (L. Bez. Alsfeld) evangel. Pfarrdorf; liegt 1 St. von Alsfeld, hat 57 Häuser und 292 evangel. Einwohner, so wie 2 Höfe und 1 Mühle. – Der Ort hieß früher Hohenwarta, und gehörte zur Burg Romrod. Im Jahr 1358 verkaufte Agnes von Westerburg, eine Romrodische Erbtochter, ihren Theil der Burg Romrod, wozu auch das Gericht Hopfgarten ganz gehörte, an die Landgrafen Heinrich und Otto. In kirchlicher Hinsicht gehörte Hopfgarten zu Alsfeld.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen bildet Hopfgarten zusammen mit weiteren acht zuvor selbständigen Ortschaften seit dem 31. Dezember 1971 die Gemeinde Schwalmtal.<ref></ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Hopfgarten angehört(e): <ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit für Hopfgarten durch das Amt Romrod. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Alsfeld“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Alsfeld, das heutige Amtsgericht, das für Hopfgarten zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in Amtsgericht Alsfeld und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hopfgarten 291 Einwohner. Darunter waren 9 (3,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 33 Einwohner unter 18 Jahren, 126 zwischen 18 und 49, 78 zwischen 50 und 64 und 54 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 99 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 27 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 60 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 204 Einwohner, 40 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 292 Einwohner, 57 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 312 Einwohner, 49 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
Hopfgarten: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2015
Jahr  Einwohner
1791
  
233
1800
  
242
1806
  
204
1829
  
292
1834
  
306
1840
  
304
1846
  
324
1852
  
298
1858
  
311
1864
  
308
1871
  
323
1875
  
309
1885
  
328
1895
  
326
1905
  
315
1910
  
328
1925
  
317
1939
  
358
1946
  
526
1950
  
495
1956
  
423
1961
  
397
1967
  
376
1970
  
376
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2005
  
298
2010
  
284
2011
  
291
2015
  
271
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Gemeinde Schwalmtal (aus Webarchiv):<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 292 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 344 evangelische (= 86,65 %), 46 katholische (= 11,59 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Ortsvorsteherin ist Anette Steuernagel.<ref>Ortsbeirat Hopfgarten. In: Internetauftritt der Gemeinde Schwalmtal. Abgerufen am 16. Dezember 2017.</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • 1734 wurde die Kapelle, die von dem ursprünglichen Kloster auf der Höhe übrig geblieben war, zur heutigen Kirche ausgebaut. Der dort vorhandene Taufstein zählt zu den ältesten Deutschlands.
  • Die über 900 Jahre alte Zigeuner-Eiche, die vor dem Ort steht, dient vielen Malern als Motiv für Federzeichnungen und Aquarelle. Der Brusthöhenumfang beträgt 5,90 m (2014).<ref>Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen.Vorlage:Abrufdatum</ref>
  • Dem Dorfgemeinschaftshaus, das aus dem ehemaligen Schulgebäude entstand, ist ein Feuerwehrhaus angegliedert.

Persönlichkeiten

  • Jost Karl Pfannstiel (1816 in Hopfgarten–1896), Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Horst Geisel (1933 in Hopfgarten–1985), Journalist und Politiker

Literatur

Weblinks

Commons: Hopfgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="Adr-LG-HD">Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 179 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800">Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 189 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 230 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 422 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="lagis"> Hopfgarten, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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