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Hainbach (Gemünden)

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Hainbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(167)&title=Hainbach 50° 40′ N, 9° 6′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(167) 50° 40′ 9″ N, 9° 5′ 53″ O
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Höhe: 288 m ü. NHN
Fläche: 7,17 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 167 (31. Dez. 2022)<ref name="DF">Zahlen und Fakten. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35329
Vorwahl: 06634

Hainbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Gemünden (Felda) im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Das Dorf liegt in Oberhessen. In Ortsnähe am Haarbacher Kopf entspringt der ortsnamensgebende Hainbach.

Geschichte

Der Bereich wurde, wie es die Hügelgräber in der Gemarkung beweisen, in der Bronzezeit besiedelt.

Mittelalter

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1301 „in Heymbach apud Burgemunden“ (Hainbach bei Burg-Gemünden).<ref>Heinrich Reimer: Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Band 1 - 4. Band 2. Nr. 10, S. 8.</ref> 1328 heißt es: „in villa dicta Heymbach“ (in dem Ort genannt Heymbach).<ref>Johann Philipp Kuchenbecker: Analecta Hassiaca, Collectio 1 -12. Marburg 1728 - 172. I. S. 80.</ref> Eine Urkunde von 1342 nennt einen „Ludwigen von Heyenbach.“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden I. Nr. 800, S. 551.</ref> Bei dem Dorfnamen handelt es sich um einen mehrdeutigen Gewässernamen. Entweder ist ein Wohnort oder Haus am Bach oder „hain“ und bezieht sich auf das ahd. Wort „hagan“, was Dornstrauch, Umgrenzung, umgrenzte Siedlung am Bach bedeutet.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 158 f.</ref> Den Ortsnamen sollte man nicht mit Haimbach verwechseln.

Im Mittelalter gehörte der Ort zu Grafschaft Ziegenhain. 1450 starb Johann II., der letzte Graf von Ziegenhain und Nidda, kinderlos. Gemäß einer Vereinbarung mit den Landgrafen von Hessen fiel in diesem Fall das Erbe an die Landgrafschaft Hessen. Aber erst 1495 konnte ein Erbstreit mit den Grafen von Hohenlohe beigelegt werden, indem die Landgrafen die Hohenloher mit 9000 Gulden für die beiden Grafschaften abfanden.<ref name="Nidda" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Hainbach:

„Hainbach (L. Bez. Kirtorf) evangel. Filialdorf; liegt 3 St. von Kirtorf, hat 50 Häuser und 356 Einwohner, die alle evangelisch sind.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Schule wurde zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Burg-Gemünden, Ehringshausen, Elpenrod, Hainbach, Nieder-Gemünden, Otterbach und Rülfenrod freiwillig zur neuen Gemeinde Gemünden.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 3 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref> Für alle eingegliederten ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 28 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden, abgerufen im Januar 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Hainbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Zugehörigkeit des Amts Burggemünden anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für das Fürstentum Oberhessen (ab 1815 Provinz Oberhessen) wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Hainbach das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Hainbach zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref>, aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation und Gerichtsverfassung vom 17. November 1953. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1953 Nr. 30, S. 189–191, Anlagen 1. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,3 MB]).)</ref>. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg, und Hainbach wurde dem Bereich des Amtsgerichts Alsfeld zugeteilt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 b) und Artikel 2, Abs. 4 a) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hainbach 180 Einwohner. Darunter waren 3 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 30 Einwohner unter 18 Jahren, 66 zwischen 18 und 49, 39 zwischen 50 und 64 und 45 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 99 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 30 Paare ohne Kinder und 21 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 54 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1806: 242 Einwohner, 52 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 356 Einwohner, 50 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 293 Einwohner, 49 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 275 Einwohner, 47 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Hainbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2020
Jahr  Einwohner
1791
  
210
1800
  
210
1806
  
242
1829
  
356
1834
  
316
1840
  
280
1846
  
279
1852
  
289
1858
  
297
1864
  
295
1871
  
296
1875
  
275
1885
  
264
1895
  
263
1905
  
246
1910
  
229
1925
  
239
1939
  
249
1946
  
374
1950
  
351
1956
  
252
1961
  
253
1967
  
244
1970
  
232
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
180
2015
  
162
2020
  
166
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Gemeinde Gemünden (Felda): Webarchiv (2015,2020)

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 356 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 227 evangelische (= 89,72 %), 25 katholische (= 9,88 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Hainbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hainbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 68,28 %. Alle Mitglieder gehören der „Ortsgemeinschaft Hainbach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Hainbach. In: Votemanager. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Werner Lutz zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Hainbach. In: Webauftritt. Gemeinde Gemünden (Felda), abgerufen im Januar 2024.</ref>

Persönlichkeiten

  • Jost Karl Pfannstiel (1816–1896), Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und Bürgermeister von Hainbach

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Hainbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 115. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 191 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 205 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 248 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 36 und 76, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

Weblinks

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