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7. Arrondissement (Paris) – Wikipedia Zum Inhalt springen

7. Arrondissement (Paris)

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(Weitergeleitet von 7. Arrondissement.)
Wappen des Pariser Arrondissements
Wappen des Pariser Arrondissements
7. Arrondissement (Palais-Bourbon)
Arrondissement municipal von Paris
<imagemap>

Datei:Paris 7e arr jms.gif|300x375px|center|Karte der Pariser Arrondissements

poly 377 323 397 285 402 284 407 291 496 325 472 378 444 354 1. Arrondissement poly 407 281 453 269 511 287 496 320 414 290 2. Arrondissement poly 516 286 552 298 565 327 571 371 538 360 527 346 499 332 3. Arrondissement poly 497 336 521 346 536 361 571 375 572 388 562 425 555 432 531 411 476 382 4. Arrondissement poly 475 385 521 407 559 443 544 473 502 493 441 475 5. Arrondissement poly 471 383 437 472 357 431 399 403 406 400 427 354 444 360 6. Arrondissement poly 243 356 272 327 361 321 419 350 418 357 423 361 403 397 392 399 343 434 328 420 315 424 7. Arrondissement poly 297 319 293 312 286 308 266 256 280 229 398 196 398 256 392 283 371 322 363 319 8. Arrondissement poly 403 194 412 191 453 204 493 195 494 210 488 239 486 276 453 267 396 280 402 257 400 235 9. Arrondissement poly 497 194 571 191 579 200 579 230 607 270 555 295 489 276 492 248 10. Arrondissement poly 559 298 611 273 653 329 661 358 678 370 702 423 638 407 618 404 577 389 11. Arrondissement poly 557 434 565 431 578 392 620 410 633 409 690 425 769 436 762 475 759 478 755 516 769 518 799 504 802 502 792 461 801 454 810 466 846 471 846 591 818 574 757 570 736 557 715 539 680 553 664 563 12. Arrondissement poly 464 486 502 497 549 476 560 446 661 565 619 592 556 623 521 623 509 615 495 616 482 625 472 625 474 601 461 580 461 528 13. Arrondissement poly 386 453 458 485 458 584 468 602 467 625 423 620 423 613 287 567 371 468 14. Arrondissement poly 128 509 241 358 314 430 327 424 340 438 354 434 383 452 375 462 370 465 285 566 193 520 165 549 146 550 145 528 158 516 145 507 15. Arrondissement poly 124 509 96 504 81 480 79 455 84 438 41 421 27 406 2 397 2 280 32 267 54 239 95 256 111 215 188 229 198 227 264 257 283 311 230 365 177 423 16. Arrondissement poly 202 223 205 196 223 175 267 149 314 114 371 83 411 82 392 168 399 193 276 227 265 253 17. Arrondissement poly 413 82 583 77 580 110 585 119 580 125 565 174 557 188 453 203 412 188 402 190 395 167 18. Arrondissement poly 564 187 569 177 585 127 592 118 586 106 586 77 643 76 666 84 685 98 696 126 704 166 701 186 717 208 744 221 750 229 705 245 664 245 653 251 611 267 583 230 583 198 573 189 19. Arrondissement poly 613 272 660 255 664 250 705 250 752 234 758 243 766 298 762 308 766 350 772 416 769 432 704 424 699 399 682 368 663 356 654 325 20. Arrondissement </imagemap>

Koordinaten 48° 51′ 24″ N, 2° 19′ 13″ OKoordinaten: 48° 51′ 24″ N, 2° 19′ 13″ O
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Höhe 35 m (27–40 m)
Fläche 4,09 km²
Einwohner 48.015 (1. Jan. 2023)
Bevölkerungsdichte 11.740 Einwohner/km²
INSEE-Code 75107
Postleitzahl 75007
Website mairie07.paris.fr
Gliederung
Quartiers
Datei:Logo Arrondissement de Paris - Mairie 07 - Palais Bourbon.svg
Logo der mairie des 7. Arrondissements
Datei:Paris - Mairie du 7e arrondissement - 116 rue de Grenelle - 005.jpg
Rathaus des 7. Arrondissements
Datei:7e arrondissement paris.JPG
Karte des 7. Arrondissements
Datei:Paris 7e arrondissement - Quartiers.svg
Die Stadtviertel im 7. Arrondissement

Das 7. Arrondissement von Paris ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), auch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist ein Bezirk der französischen Hauptstadt Paris, der während der Ausdehnung der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand.

Es ist mit dem Pariser Wahrzeichen, dem Eiffelturm, und weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Musée d’Orsay, dem Musée du quai Branly und dem Hôtel des Invalides ein beliebtes Ziel für Touristen. Außerdem ist es mit einer Vielzahl von Ministerien, der Nationalversammlung und zahlreicher ausländischer Botschaftssitze nach dem 8. Arrondissement das zweite politische Zentrum der Stadt.

Seit dem 17. Jahrhundert zählt das Arrondissement als bevorzugtes Residenzviertel des französischen Adels, wozu vor allem die Gegend rund um den Faubourg Saint-Germain gehört, weshalb es durch seine zahlreichen Stadtpalais auch sinnbildlich für den Reichtum und Einfluss der Aristokratie in der Geschichte des Landes steht.<ref>Paul McQueen: A Brief History of the Faubourg Saint-Germain in Paris. Abgerufen am 22. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zusammen mit dem 16. Arrondissement im Westen der Stadt und dem Nobelvorort Neuilly-sur-Seine zählt es auch gegenwärtig noch immer als teuerstes und wohlhabendstes Residenzviertel ganz Frankreichs.<ref>Les 80 communes où se concentrent les plus hauts revenus. In: Capital.fr. 22. August 2013 (capital.fr [abgerufen am 7. September 2018]).</ref><ref>Dans quelles communes paie-t-on le plus l’ISF ? 7. November 2017, abgerufen am 17. August 2019.</ref>

Geographische Lage

Das 7. Arrondissement liegt unmittelbar an der Rive Gauche, dem linken Seineufer. Es grenzt im Osten an das 6. Arrondissement und wird im Süden und Westen vom 15. Arrondissement umgeben. Auf dem gegenüber liegenden Seineufer liegen (Von Westen nach Osten) das 16., 8. und 1. Arrondissement. Da die Abgrenzung zu den Nachbarbezirken im Süden und Osten eher die Form eines Bogens als eines Rechtecks annimmt und der Seine-Verlauf im Norden ebenfalls leicht bogenförmig ist, ähnelt die Form der Bezirksfläche einem abgerundeten, mit der Spitze nach unten zeigenden Dreieck. Die Abgrenzung von den südlich und östlich gelegenen Arrondissements wird durch die Abfolge folgender Straßen markiert: der südlich des Marsfeldes gelegenen Avenue de Suffen, der Rue de Sèvres und der Rue des Saints-Pères. An der Südspitze vollführen Rue Rérignon und Avenue de Saxe eine leichte Einbuchtung.<ref name="gm">Siehe Umriss des Arrondissements bei Google Maps; aufgerufen am 24. Januar 2025</ref>

Die wichtigen Straßen im Bezirk werden vor allem von den in die Fläche gehenden Repräsentations- und Funktionsbaulichkeiten vorgegeben. Zuführstraße zum Hôtel des Invalides ist die Avenue de Breteuil, Zuführstraße zu der – dem Marsfeld mitsamt Eiffelturm vorgelagerten – École militaire ist die Avenue de Saxe. Wichtige Verkehrsstraßen im nordöstlichen Bereich des Arrondissements sind die Avenue Bosquet und die Avenue Rapp. Im nordwestlichen Teil erfüllen diese Rolle der Boulevard Saint-Germain und der Boulevard Raspail. Die Architektur des 7. Arrondissements wird dominiert von dem Pariser Wahrzeichen schlechthin – dem Eiffelturm. Mitsamt dem ihm vorgelagerten Marsfeld und der daran anschließenden École militaire nimmt er das Gros des südwestlichen Bezirksviertel in Beschlag. Eine ähnlich dominierende Rolle nimmt im Bezirkszentrum das Hôtel des Invalides ein – eine mit Grünflächen versehene Palastanlage, welche das Musée de l’Armée sowie weitere Museen beherbergt.<ref name="gm" />

Eine Konzentration teils namhafter Museen, darunter das weltbekannte Musée d’Orsay, ist auch entlang der an der Seine liegenden Quais zu verzeichnen. Von West nach Ost sind dies: Quai Jacques Chirac, Quai d’Orsay und Quai Voltaire. Das 7. Arrondissement partizipiert an insgesamt acht der 37 Pariser Seine-Brücken. Von West nach Ost sind dies: die zum Eiffelturm führende Pont d’Iéna, Pont de l’Alma, Pont des Invalides, Pont Alexandre III, Pont de la Concorde, die Fußgängerbrücke Passerelle Léopold-Sédar-Senghor, Pont Royal und Pont du Carrousel, und ist so das Arrondissement mit der höchsten Brückendichte. Stärker belebte Straßenabschnitte finden sich vor allem im nordwestlichen Teil zwischen Marsfeld und Seine im Quartier du Gros-Caillou. Die hohe Dichte an Funktions- und Repräsentationsbauwerken geht einher mit einem Ruf, welcher dem Arrondissement einen eher langweiligen, großbürgerlichen sowie von Staatsbeamten geprägten Charakter zuschreibt.<ref name="gm" />

Geschichte

In der Römerzeit war das Terrain, das heute das 7. Arrondissements von Paris bildet, weitgehend unerschlossen. Deren Vorläufer, die römische Stadt Lutetia, konzentrierte sich auf die Île de la Cité sowie die linke Flussseite um den Montagne Sainte-Geneviève. Das westlich gelegene Vorland bestand aus sumpfigen Niederungen und landwirtschaftlich genutzten Flächen, die als „campus“ oder Feld bezeichnet wurden. Bis zur Zeit der Wikingerüberfälle im 9. Jahrhundert – gipfelnd in der fast einjährigen Belagerung 985/86 – änderte sich an dieser Situation wenig. Die Anfang des 11. Jahrhunderts errichtete karolingische Stadtmauer bezog über die Île de la Cité hinaus lediglich einige an die Seine angrenzende Gebiete auf dem rechten Flussufer mit ein.<ref name="lutetia">Lutetia: Auf den Spuren der Römer in Paris, Hilke Maunder, meinfrankreich.com, aufgerufen am 25. Januar 2025</ref>

Auch zur Zeit der Errichtung der Stadtmauer von Philipp-August Ende des 11. Jahrhunderts lag das Terrain außerhalb der städtischen Arrondierungen. Die Mauer bezog zwar erstmals größere Teile des linken Flussufers in die Befestigungen mit ein. Die westlich davon gelegenen Gebiete blieben allerdings ländlich geprägt, mit vereinzelten Klosteranlagen, kleinen Gehöften und Landwirtschaft. Eine erste Verdichtung zeichnete sich ab, als sich um die Abtei Saint-Germain-des-Prés ein neuer Siedlungskern westlich der bestehenden Stadtmauern herausbildete. Im weiteren Umfeld des Gebiets entstanden im Verlauf des Mittelalters kleinere Dörfer und Flecken: die Gemeinden Grenelle und Vaugirard im Süden (heute: 15. Arrondissement) sowie Auteuil und Passy jenseits im Westen auf der anderen Flussseite (heute: 16. Arrondissement).<ref name="maps">Siehe Ausbreitung der Besiedlung von Paris auf der Karte Neuvième plan de Paris, Digitale Bibliothek Gallica</ref>

Datei:Fg St Germain 1790.JPG
Plan des Faubourg Saint-Germain (um 1790)
Datei:Fusillade du Champ de Mars (1791, 17 juillet) (cropped).jpg
Massaker auf dem Marsfeld (Kupferstich 1801)

Obwohl das Gebiet mit ein bis drei Kilometer Luftlinienentfernung relativ nah an der Stadt lag, setzten Anfänge einer urbanen Entwicklung erst im Verlauf des 17. Jahrhunderts ein. Der – der (damaligen) Stadt am nächsten gelegene – Bereich am Seineufer wurde durch eine neue Vorstadt erschlossen: den Faubourg Saint-Germain. Während der Regentschaften von Ludwig XIII. und Ludwig XIV. entwickelte sich das westlich von Saint-Germain-des-Prés gelegene Gebiet zur neuen bevorzugten Ansiedlungsstätte des Adels.<ref name="cuisine">Le Faubourg Saint-Germain: « Luxe Story », cuisines & bains magazine, aufgerufen am 25. Januar 2025 (französisch)</ref> Die Umorientierung dieser Bewohnerschaft weg von dem dicht besiedelten Marais leitete nicht nur den Niedergang der rechts der Seine gelegenen Gebiete im Osten des Pariser Zentrums ein. Er beförderte einen übergeordneten Trend der Stadtausbreitung: in Richtung Westen als neues bevorzugtes Ansiedlungsgebiet für die begüterten Schichten.<ref name="maraisstgermain">Der Marais, cometoparis.com, aufgerufen am 25. Januar 2025</ref>

Die sich verdichtenden Stadtpalast-Refugien im Faubourg Saint-Germain wurden durch zentralstaatliche Architekturprojekte weiter im Westen begrenzt. Ein zentrales Repräsentationsbauwerk des französischen Absolutismus war das Hôtel des Invalides im Zentrum des heutigen Arrondissements.<ref name="müller-1">Ralf Nestmeyer: Paris. Michael Müller Verlag, Erlangen 2017, ISBN 978-3-956-54424-8; S. 113–114.</ref> Der weitreichende Gebäudekomplex mit Soldatenkirche und Invalidendom als Mittelpunkt entstand zur Lösung des Problems, was mit den heimatlosen, arbeitslosen oder verwundeten Soldaten nach einem Krieg geschehen sollte.<ref>Dazu allgemein Bronisław Geremek: Geschichte der Armut. Elend und Barmherzigkeit in Europa. Artemis, München 1988, ISBN 3-7608-1917-6, S. 274–281; Achim Hölter: Die Invaliden. Die vergessene Geschichte der Kriegskrüppel in der europäischen Literatur bis zum 19. Jahrhundert. Metzler, Stuttgart 1995, ISBN 3-476-01273-5, zugleich Habilitationsschrift, Universität Wuppertal, 1993.</ref> Die – zwischen 1670 und 1676 errichtete – Versorgungseinrichtung wurde im 18. Jahrhundert mit weiteren Bauwerken flankiert: zum Seineufer hin mit der Wiesenanlage Esplanade des Invalides sowie dem benachbarten Palais Bourbon (heute: Sitz der Nationalversammlung), in Richtung Südwesten mit der École Militaire und dem ursprünglich als Exerzierplatz dienenden Champ de Mars.<ref name="parisjetaime">Auf Entdeckungstour im 7. Arrondissement von Paris, parisjetaime.com, aufgerufen am 23. Januar 2025</ref>

Während der Französischen Revolution war insbesondere das Marsfeld ein zentraler Schauplatz. Am 14. Juli 1790 fand hier das Fest der Föderation statt, eine Feier anlässlich des ersten Jahrestags der Erstürmung der Bastille. Ein Jahr später – am 17. Juli 1791 – kam es auf dem „Feld der Föderierten“ zu einem Massaker, als Nationalgarde-Einheiten unter General La Fayette auf eine antiroyalistische Menge das Feuer eröffneten und dabei rund 50 Demonstranten töteten.<ref name="marsfeld">Johannes Willms: Tugend und Terror. Geschichte der Französischen Revolution. C. H. Beck, München 2014, ISBN 978-3-406-66936-1, S. 262</ref> Unter Napoleon I. spielte das Gebiet eine wichtige Rolle in der urbanen Planung. Die Invaliden avancierten zum Symbol des napoleonischen Erbes; der Invalidendom wurde 1840 zum Mausoleum Napoleons umgestaltet.<ref name="müller-1" />

Im 19. Jahrhundert verdichtete sich die Besiedlung des sowohl von staatlicher Repräsentation als auch bürgerlicher bis großbürgerlicher Wohnbebauung bestimmten Bezirks. Ungeachtet dieser Prägung avancierte das Gebiet zum zeitweiligen Exilort bekannter politischer Flüchtlinge. Karl Marx bezog – von 1843 bis zu seiner Ausweisung 1845 – eine Unterkunft in der Rue Vaneau: zunächst als Untermieter in der Wohnung seines Zeitungsherausgeber-Kompagnons Arnold Ruge, später ein paar Häuser weiter in derselben Straße. Zu engen Freunden avancierten Heinrich Heine und Frédéric Chopin, zu einem streitbaren Kontrahenten der russische Anarchist Michail Bakunin, der Mitte der 1840er in der Rue de Bourgogne ein zeitweiliges Domizil gefunden hatte.<ref name="parisrebellen-1">Ramón Chao und Ignacio Ramonet: Paris. Stadt der Rebellen – ein Kulturführer. Rotpunktverlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-85869-418-8, S. 229–235.</ref>

Industrialisierung und Urbanisierung schlugen sich auch bezüglich in Angriff genommener Bauvorhaben nieder. Ein sich über Jahrhunderte hinziehendes Projekt war der Ausbau des Quai d’Orsay. Erste Abschnitte waren bereits seit 1705 in Angriff genommen worden. Bis zum Jahr 1800 erstreckte sich die Uferstraße bis zur 1791 fertiggestellten Pont de la Concorde. Die Verlängerung in Richtung Westen wurde erst nach dem Ende des Ersten Kaiserreichs durchgeführt. Die Haussmann’schen Stadterneuerungsmaßnahmen tangierten das Bezirksgebiet allerdings nur in seinem nördlichen Teil – durch den Bau des Boulevard Saint-Germain. Andere große Straßenzüge – wie der Boulevard Raspail – wurden erst nach der Haussmann-Ära ausgebaut. Wieder andere – wie die Rue de Sèvres oder die Rue de Grenelle – fungierten bereits vor der Haussmann-Ära als bezirksübergreifende Verbindungsstraßen oder waren – wie die Avenue de La Motte-Picquet – Teil der absolutistischen Repräsentations-Architektur.<ref name="streets">Siehe Boulevard Raspail 75006 Paris und Rue de Grenelle 75007 Paris, bercail.com, beide aufgerufen am 25. Januar 2025 (französisch)</ref>

Datei:Construction tour eiffel4.JPG
Konstruktion des Eiffelturms (Mai 1888)
Datei:Intérieur du magasin Le Bon Marché. Exposition de jouets, représentation pour les enfants, décembre 1929, 7ème arrondiss, PH9872.jpg
Belegschaft des Kaufhauses Le Bon Marché (1929)
Datei:Deux voitures chargées de tonneaux près de la manufacture des tabacs quai d'Orsay, 7e arrondissement, Paris, PH78630.jpg
Manufacture des tabacs am Quai d’Orsay (ca. 1890)

Der Bau des Eiffelturms 1887 bis 1889 geriet zu einem Ereignis, welches für weltweite Aufmerksamkeit sorgte. Errichtet wurde er für die Weltausstellung von 1889; das davor liegende Marsfeld fungierte darüber hinaus als Hauptstandort. Viele traditionelle Künstler, denen die Antike Vorbild war, sahen im Eiffelturm eine Vermischung von Kunst und Alltag und lehnten ihn deshalb vehement ab – darunter Guy de Maupassant, Charles Baudelaire und Émile Zola.<ref>Siehe Ursula Muscheler: Die Nutzlosigkeit des Eiffelturms: Eine etwas andere Architekturgeschichte, Beck 2008, ISBN 978-3-406-57523-5, S. 201.</ref> Während traditionelle Oberschicht sowie das konservative Spektrum dem Bauwerk in der Regel reserviert gegenüberstanden, wurde sein Bau vom republikanischen Spektrum gemeinhin begrüßt.<ref name="tvm-paris">Thankmar von Münchhausen: Paris. Geschichte einer Stadt seit 1800. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 978-3-570-55064-9, S. 255–256.</ref>

Eine weniger spektakuläre Neubegründung war das Luxuskaufhauses Le Bon Marché an der Grenze zum 6. Arrondissement. 1848 in erst eher überschaubarer Größe eröffnet, war es nicht nur ein Pionierunternehmen im neuen Segment der Warenhäuser. Bis zur Belle Epoque avancierte es zur maßgebenden Adresse im Bereich des gehobenen Konsums. Der nordwestliche Bezirksteil zwischen Marsfeld, Invaliden-Areal und Seine hingegen erhielt in Teilen eine eher industrielle Prägung. Am Ufer der Seine im Quartier du Gros-Caillou hatte sich ein von Verladestellen, Manufakturen und Fabrikanlagen bestimmtes Gewerbegebiet etabliert. In Sachen Lärm und Luftverschmutzung besonders exponiert war die zwischen Rue Jean Nicot und Rue Surcouf gelegene Manufacture des Tabacs. 1901 wurde sie außer Betrieb genommen, im Jahr 1909 schließlich geschlossen.

Ein weiterer urbaner Verdichtungspunkt war der Gare d’Orsay. 1900 als Fernbahnhof in Betrieb genommen, diente er während des Zweiten Weltkriegs als Abfertigungszentrum für Pakete an Kriegsgefangene. Die Zentren von kulturellem Leben und Vergnügen lagen bereits in der Zwischenkriegszeit rund um die Champs Élysées oder aber in den westlich des Siebten gelegenen Arrondissements. Im politischen Gefüge Frankreichs nahm der Bezirk allerdings eine hervorgehobene Rolle ein; zahlreiche Institutionen, Ministerien und diplomatische Vertretungen – darunter die Nationalversammlung im Palais Bourbon – hatten hier ihre Repräsentanz.<ref name="müller-2">Siehe Ralf Nestmeyer, Paris, S. 108.</ref> Während der NS-Besatzung – deren Institutionen sich vor allem im 16., 8. sowie 1. Arrondissement konzentrierten – spielte das Siebte eine vergleichsweise zweitrangige Rolle. Relatives Aufsehen verursachte die von einem Résistance-Kommando durchgeführte Liquidierung des rechtsextremen Kollaborations-Propagandisten Philippe Henriot in der Rue de Solferino im Juni 1944 sowie der „Fernsehsender Paris“ – ein von NS-Stellen betriebenes Fernsehprogramm 1943/44, dass allerdings weitgehend im Versuchsstadium verblieb.<ref name="besatzung">Besuch von Paris, mit Erinnerungen an die damalige deutsche Besatzungszeit, Stéphane Leuteré, coeurssansfrontieres.com, 13. Dezember 2011, aufgerufen am 23. Januar 2025</ref><ref name="sender">„Fernsehsender Paris“: Wehrmachts-TV aus dem Eiffelturm, Petra Truckendanner, spiegel.de, 3. Dezember 2014, aufgerufen am 23. Januar 2025</ref>

Die Dreiteilung des Bezirks in großbürgerlich-noble Quartiere in der Nordostecke, einem ausgreifenden Repräsentanzgebiet im Zentrum und einem stärker von Tourismus und Normalbewohnung geprägten Teil im Nordwesten prägte das 7. Arrondissement bis ins 21. Jahrhundert hinein. Die Viertel östlich des Invaliden-Areals gelten bis heute als die teuersten innerhalb der Stadt. Das hinter dem Quai d’Orsay liegende Gebiet beherbergt stadtweit die höchste Dichte an namhaften Museen. Neben den im weitreichenden Invaliden-Komplex untergebrachten Einrichtungen – darunter das Musée de l’Armée – ist vor allem das im ehemaligen Bahnhof untergebrachte Musée d’Orsay ein Brennpunkt des städtischen Tourismus.<ref name="müller-3">Ralf Nestmeyer, Paris, S. 112–113.</ref>

Das von Präsident Giscard d’Estaing initiitierte und 1986 eröffnete Museum wurde 2001 ergänzt durch ein weiteres Renommierprojekt: das von d’Estaings Nachfolger Jacques Chirac auf den Weg gebrachte Musée du quai Branly.<ref name="müller-4">Ralf Nestmeyer, Paris, S. 117–118.</ref> Die nahe dem Eiffelturm gelegene und als internationale Kunstsammlung konzipierte Einrichtung geriet in den 2010er-Jahren allerdings in die Kritik. Im Rahmen der Restitutionsdiskussion wurde am sie der Vorwurf erhoben, koloniale Raubkunst nicht so zurückzuführen, wie es internationale Vereinbarungen vorsehen.<ref name="branly">Restitutionsbericht in Frankreich: Angst vor leeren Museen, Barbara Kostolnik, deutschlandfunk.de, 27. November 2018, aufgerufen am 23. Januar 2025</ref>

Viertel im 7. Arrondissement

Das 7. Arrondissement besteht aus den folgenden vier Stadtvierteln:

Nach der offiziellen Zählung der Pariser Stadtviertel handelt es sich dabei um die Quartiers 25 bis 28.

Bevölkerung

Den Zahlen des Statistik-Portals citypopulation.de von 2021 zufolge leben in dem knapp 4,1 Quadratkilometer großen Arrondissement 47.947 Einwohner. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 11.723 Personen pro Quadratkilometer. Die Bevölkerungsabnahme zwischen 2015 und 2022 lag mit −2,0 % im für Pariser Verhältnisse überdurchschnittlichen Bereich. 22.170 der aufgeführten Bewohner waren männlich, 25.777 weiblich, 6849 jünger als 18 Jahre, 29.689 zwischen 18 und 65 und 11.410 über 65 Jahre. Die französische Staatsbürgerschaft besaßen 40.665, eine andere 7282. Als Nichtimmigranten führte die Statistik 38.780 Bewohner auf, als Immigranten 9167.<ref name="population">Paris 7e arrondissement, citypopulation.de, aufgerufen am 24. Januar 2025</ref>

Die Einwohnerentwicklung geht weitgehend mit der des gesamten Pariser Zentrums synchron. Mit steigenden Zahlen wartete das Arrondissement bis in die 1920er auf. Die Jahrzehnte danach war lediglich ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Ab den 1950ern sank die Einwohneranzahl deutlich ab; zum Ende des Jahrhunderts betrug sie etwas mehr als die Hälfte derjenigen zur Jahrhundertmitte. Die Zahlen betrugen: 72.965 im Jahr 1861, 102.217 im Jahr 1906, 110.684 im Jahr 1926, 104.412 im Jahr 1954, 87.811 im Jahr 1968, 68.383 im Jahr 1982 und 56.985 im Jahr 1999. Die Schätzung für das Jahr 2021 mit 47.947 Einwohnern (siehe letzten Absatz) bestätigt diesen Trend.<ref name="demographia">Paris Arrondissements: Post 1860 Population & Population Density, demographia.com, aufgerufen am 24. Januar 2025 (englisch)</ref>

Bei der Bevölkerungsverteilung rangiert das Quartier du Gros-Caillou deutlich vorn. Mit 21.672 Einwohnern ist die Einwohneranzahl fast oder mehr als doppelt so hoch wie in den beiden Quartieren École Militaire (11.115) und Saint-Thomas-d’Aquin (10.042). Das von Repräsentationsbauwerken weitgehend in Beschlag genommene Quartier des Invalides wartet mit einer Einwohneranzahl von 5.120 auf. Die Quartierszahlen im Überblick:<ref name="population" />

  • Saint-Thomas-d’Aquin: 10.042 Einwohner
  • Invalides: 5.120 Einwohner
  • l’École Militaire: 11.115 Einwohner
  • Gros-Caillou: 21.672 Einwohner

Politik und Verwaltung

Rathaus

Das Rathaus (mairie) des 7. Arrondissements befindet sich in: 116 Rue de Grenelle, 75007 Paris.<ref>Contact. Stadt Paris, abgerufen am 4. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bürgermeister

Bürgermeisterin des 7. Arrondissement ist seit 2008 Rachida Dati, Mitglied der Mitte-rechts-Partei Les Républicains.

Ministerien

Datei:Panorama de l'hémicycle de l'assemblée nationale.jpg
Plenarsaal der Nationalversammlung im Palais Bourbon
Datei:Garden @ Quai d’Orsay @ Ministry of Foreign Affairs @ Paris (29140474554).jpg
Sitz des französischen Außenministeriums, Quai d’Orsay
  • Assemblée Nationale (Nationalversammlung)
  • Ministère de la Défense (Verteidigungsministerium)
  • Ministère de la Santé (Gesundheitsministerium)
  • Ministère de la Ville et Ammenagement du Territoire
  • Ministère des Affaires Étrangères (Außenministerium)
  • Ministère des Affaires Européennes (Ministerium für Europäische Angelegenheiten)
  • Ministère des Postes Télecommunications
  • Ministère du Tourisme (Ministerium für Tourismus)
  • Ministère de l’Éducation nationale (Bildungsministerium)
  • Ministère du Travail (Arbeitsministerium)
  • Ministère des Transports
  • Ministère de l’Agriculture (Landwirtschaftsministerium)

Sehenswürdigkeiten

Datei:Tour Eiffel Wikimedia Commons.jpg
Der Eiffelturm
Datei:02 École Militaire.jpg
École Militaire

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Grünzonen

Verkehr und Infrastruktur

Wichtige Straßen

Datei:Paris 20130811 - Boulevard Raspail and Rue Bréa.jpg
Häuserzeile am Boulevard Raspail
Datei:P1020424 Paris VII Quai Anatole-France Port de Solférino rwk.JPG
Quai Anatole-France
Datei:P1050518 Paris VII quai Voltaire rwk.jpg
Häuserzeile am Quai Voltaire

Wichtige Plätze

  • Place de Breteuil
  • Place de Fontenoy
  • Place de la Résistance
  • Place des Invalides
  • Place du Prést
  • Place Vauban

Bahnhöfe und Métrolinien

Datei:Metro Paris - Ligne 8 - Station Invalides (3).jpg
Invalides: Métro-Station der Linie 8

Die Métrostationen Invalides, Duroc und Sévres Babylone sind drei wichtige Knotenpunkte im Arrondissement. Über sie fahren die Métrolinien 8, 10, 12 und 13.

Die RER-Linie C hält ebenso an den Stationen Invalides und Musée d’Orsay und verläuft weiter entlang der Seine (z. B. nach Westen zur Station Champ de Mars – Tour Eiffel im 16. Arrondissement).

Wichtige Kirchen

Literarische Bedeutung

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

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