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Mondelez International

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Mondelēz International, Inc.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Mondelez International.svg
Rechtsform Corporation
ISIN US6092071058
Gründung 2012 (bzw. 1903 als Kraft Foods Inc.)
Sitz Chicago, Illinois,<ref>Global Mondelēz International Headquarters. In: mondelezinternational.com. Abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Vereinigte Staaten
Leitung Dirk Van de Put (Chairman und CEO)
Mitarbeiterzahl 90.000 (2024)<ref name="FORM10-K_24">FORM 10-K. (PDF) Mondelez, 5. Februar 2025, abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 36,4 Mrd. US-Dollar (2024)<ref name="FORM10-K_24" />
Branche Lebensmittel
Website www.mondelezinternational.com
Stand: 21. Februar 2019

Mondelez International (Eigenschreibweise Mondelēz International, ausgesprochen: [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˌmoʊndəˈliːz])<ref>Michael J. De La Merced: Kraft, ‘Mondelez’ and the Art of Corporate Rebranding. In: The New York Times. 21. März 2012, abgerufen am 26. Februar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ist ein börsennotierter US-amerikanischer Lebensmittelkonzern mit Sitz in Chicago, Illinois, der überwiegend auf Markenprodukte in den Bereichen Snacks und Süßwaren spezialisiert ist. Der Konzern geht auf das 1903 in Chicago von James Lewis Kraft als Kraft Foods gegründete Unternehmen zurück. Im Oktober 2012 wurde Kraft Foods Inc. in Mondelez International, Inc. umbenannt, während der nordamerikanische Lebensmittelzweig an die neu gegründete eigenständige Kraft Foods Group (seit 2015 The Kraft Heinz Company) abgegeben wurde.

Geschichte

Ursprung von Mondelez: Das Unternehmen Kraft Foods

Datei:KRAFT-Logo.svg
Ehemaliges Kraft Marken- und Unternehmenslogo
Datei:Kraft-Foods-Logo.svg
Unternehmenslogo bis 2012
Datei:Tivoli-Hochhaus HB-Img01.jpg
Jacobs-Logo am Tivoli-Hochhaus in Bremen (2013/14 wurde das Jacobs-Logo entfernt), eine der bekanntesten ehemaligen Mondelez-Marken
Datei:Chocolat Suchard 1950.jpg
Aktie von Suchard vom 24. August 1950
Datei:Miracle Whip Denmark.jpg
Dänische Miracle-Whip-Gläser von Mondelez Danmark

Die Unternehmensgeschichte von Kraft begann 1903, als der Farmerssohn James Lewis Kraft in Chicago mit einem Startkapital von 65 US-Dollar einen Käsehandel aufbaute.<ref>Unternehmensgeschichte. (PDF) In: kraftfoods.de</ref> 1980 fusionierte Kraft mit Dart Industries.<ref>Milestones: Feb. 6, 1984. In: time.com. 6. Februar 1984, abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (DIED. Justin Whitlock Dart, 76).</ref> Am 30. Oktober 1988 stimmten die Kraft-Foods-Hauptaktionäre dem Angebot des Konzerns Philip Morris, des später in Altria Group umbenannten weltweit größten Herstellers von Tabakwaren, zum Verkauf ihrer Aktien zu.<ref>Kraft being sold to Philip Morris for $13.1 Billion. In: The New York Times. 31. Oktober 1988, abgerufen am 9. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Kaufpreis summierte sich auf 13,1 Milliarden US-Dollar, das bedeutete zu diesem Zeitpunkt eine der größten Akquisitionen in den USA. Getätigt wurde der Kauf im Dezember für einen Betrag von 12,9 Milliarden US-Dollar.<ref>Kraft Foods Inc. History. In: fundinguniverse.com. 21. Juni 1982, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Im März 1989 fusionierten Kraft und General Foods zu einer Firma, der Kraft General Foods Inc. Ein Jahr später übernahm der Mutterkonzern den Schokoladenhersteller und Kaffeeröster Jacobs Suchard. Kraft General Foods Europe und Jacobs Suchard wurden 1993 zu Kraft Jacobs Suchard zusammengeführt. Im Jahr 2000 erwarb der Konzern den Produzenten Nabisco, einen Weltmarktführer im Bereich Kekse, Kuchen und Snacks.

Ende März 2007 trennte sich die Altria Group von Kraft – unter anderem, um zu verhindern, dass Kraft von möglichen Klagen von Tabakkonsumenten gegen Altria überzogen werden könnte.<ref>Altria: Imagepolitur für den Tabakriesen. In: manager-magazin.de. 5. November 2004, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Kraft wurde somit wieder unabhängig, da Altria ihre Beteiligung an Kraft anteilig an die eigenen Aktionäre in Form einer Sachdividende weiterreichte.<ref name="hb-2790132">Altria stößt Kraft ab. In: handelsblatt.com. 31. März 2007, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Im Oktober 2007 gab Kraft Foods bekannt, einen Teil der Kekssparte von Danone mit Marken wie LU und Mikado für knapp 5,3 Milliarden Euro zu übernehmen.<ref name="hb-2884306-all">Danone Kekse gehen an Kraft. In: handelsblatt.com. 9. November 2007, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Das Unternehmen übernahm im Januar 2010 für 11,5 Milliarden britische Pfund den britischen Süßwarenhersteller Cadbury. Finanziert wurde die Übernahme zum Teil mit dem Verkauf des Geschäftes mit Tiefkühlpizzen an den Konkurrenten Nestlé.<ref>Hannoversche Allgemeine Zeitung, 20. Januar 2010, S. 11.</ref>

Entstehung von Mondelez International durch Aufspaltung von Kraft

Am 1. Oktober 2012 wurde Kraft in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften aufgespalten. Das Unternehmen Kraft Foods Group sollte für die nordamerikanischen Lebensmittelaktivitäten zuständig sein, Mondelez International sollte die globalen Aktivitäten für Snacks und Süßwaren umfassen und zunächst lizenzbedingt die Aktivitäten für Lebensmittel außerhalb Nordamerikas.<ref>Kraft Foods gibt Milka ab. weser-kurier.de, 3. August 2012.</ref><ref name="hb-6357476">Reuters: Oreo-Mutter heißt bald Mondelez. In: handelsblatt.com. 21. März 2012, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> So waren beispielsweise die Oreo-Kekse weltweit von Mondelez, während Philadelphia-Frischkäse je nach Region von einer der beiden Firmen verkauft wurde;<ref>Kraft Foods schlägt Erwartungen, erhöht Ausblick, plant Aufspaltung. In: finanzen.net. 1. November 2006, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> die Umfirmierung der Tochtergesellschaften wurde jedoch erst am 29. April 2014 abgeschlossen.<ref name="tagesspiegel-2-format530.JPG">Christoph Kapalschinski, Regine Palm: Durch die lila Brille. In: tagesspiegel.de. 29. April 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal;.</ref> Die Umbenennung betraf sämtliche Tochtergesellschaften und Niederlassungen weltweit, ausgenommen die in Delaware ansässige Kraft Foods R&D Inc. mit Zweigniederlassung in München sowie zwei Grundstücksverwaltungsgesellschaften. Mondelez ist ein Kunstwort, das sich von den beiden den romanischen Sprachen entlehnten Wörtern für „Welt“ (mondo) und deliziös ableitet.<ref>Keine Änderung bei Marken. Österreicher erfand „Mondelez“. In: orf.at. 2. Oktober 2012, abgerufen am 27. Januar 2020.</ref> Schöpfer dieses Begriffes sind zwei Mitarbeiter, die unabhängig voneinander nahezu den gleichen Vorschlag für den neuen Namen bei einem firmeninternen, preislosen Wettbewerb einreichten: Der Wiener IT-Mitarbeiter Johannes Schmidt suchte etwas im Walzerrhythmus, dem in der US-amerikanischen Zentrale arbeitenden Mitarbeiter Marc Firestone fiel es auf einer Geschäftsreise von Brüssel nach Frankfurt ein.<ref>Stephanie Strom: Mondelez Is New Name for Kraft’s Snack Foods Company. In: nytimes.com. 23. Mai 2012, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Auslagerungen und Akquisitionen

Im Mai 2014 gaben Mondelez International und das von einem Konsortium unter Führung der Finanzholding Joh. A. Benckiser der deutschen Familie Reimann kontrollierte niederländische Getränkeunternehmen D.E Master Blenders 1753 bekannt,<ref>A defining moment. In: demasterblenders1753.com. 7. Mai 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> ihre Kaffee-Marken zu einem reinen Kaffeeunternehmen zusammenlegen zu wollen. Von D.E Master Blenders 1753 wurden unter anderem die Marken Senseo, Douwe Egberts, L’OR und Pilão eingebracht, von Mondelez International kamen Marken wie Jacobs, Tassimo, Carte Noire, Gevalia, Kenco und Millicano. Das entstandene Joint Venture, an dem Mondelez International 49 Prozent hält, wurde Jacobs Douwe Egberts (JDE) genannt, hat seinen Sitz in den Niederlanden und wird vom bisherigen Chef von D.E Master Blenders 1753 geführt, dessen Mutter Acorn Holdings B.V. über 51 Prozent verfügt. Zusammen 7 Mrd. Dollar (5 Mrd. Euro) Jahresumsatz sollten etwa 8 Prozent Weltmarktanteil bedeuten.<ref>Jacobs und Senseo verschmelzen zu Kaffeeriesen. In: orf.at. 7. Mai 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref><ref name="sz-1954542">Fusion auf Kaffeemarkt – Senseo kauft Jacobs. In: sueddeutsche.de. 7. Mai 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Im Dezember 2018 wurde bekannt, dass Arla Foods das Kraft Käse-Markengeschäft in Vorderasien und Afrika von Mondelez International übernehmen wird.<ref>Arla übernimmt Kraft Käse-Markengeschäft im Nahen Osten und Afrika von Mondelez International. In: agrar-presseportal.de. 13. Dezember 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018.</ref> Ende 2022 übernahm die niederländisch-italienische Perfetti Van Melle Group das Kaugummigeschäft von Mondelez in Europa, Kanada und den USA. In weiteren Märkten außerhalb der USA, Kanada und Europa plant Mondelez allerdings, das Geschäft selber fortzuführen.<ref>Mondelez International veräußert Kaugummigeschäft. In: Rundschau für den Lebensmittelhandel. Abgerufen am 19. März 2023.</ref>

Im Jahr 2020 übernahm Mondelez die Mehrheit an Give & Go, Hersteller von süßem Kleingebäck wie Brownies,<ref>Mondelēz International Completes Acquisition of Give & Go April 1st, 2020. (englisch)</ref> im Jahr 2022 Chipita, Hersteller von Croissants und gebackenen Snacks,<ref>Mondelez International übernimmt Chipita Global. In: Einzelhandelaktuell. 6. Januar 2022, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref> 2024 die Mehrheit an dem chinesischen Kuchen- und Gebäckhersteller Evirth.<ref>Mondelēz International to Acquire Evirth, a China Leader in Fast-Growing Cakes and Pastries September 20, 2024. (englisch)</ref>

Im Jahr 2024 ging Mondelez eine Partnerschaftsvereinbarung mit Lotus Bakeries ein, um weitere Produkte auf den Markt zu bringen. Indes übernimmt Mondelez Herstellung und Verkauf der Biscoff-Kekse in Indien und der Speiseeishersteller Froneri soll ab 2026 das Biscoff-Eis in einer Sublizenz in mehreren europäischen Ländern produzieren, vermarkten und verkaufen.<ref>Glace: Lotus und Mondelez spannen mit Froneri zusammen. In: foodaktuell.ch. 13. März 2025, abgerufen am 23. August 2025.</ref>

Produkte

Eine vollständige Produktübersicht findet sich in der Liste der Mondelēz-Marken. Produktgruppen, Unternehmenszweige und Markennamen von Mondelez sind:<ref>Mondelez: Markenfamilie von Mondelez in Europa.</ref>

Getränke

Süßwaren und Snacks

Lizenz für Kraft-Marken außerhalb von Nordamerika

  • Käse und Milchprodukte: Philadelphia, Lindenberger
  • Saucen: Miracel Whip bzw. Miracle Whip

Das Unternehmen beliefert Kunden in etwa 160 Ländern.<ref name="AR_17">Annual Report. FORM 10-K. Mondelez, 9. Februar 2018, abgerufen am 31. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mondelez in Europa

Das Unternehmen hat in 18 Ländern Europas eigenständige Tochtergesellschaften.

Schweiz

Der europäische Hauptsitz von Mondelez ist in Opfikon bei Zürich.<ref>Mondelez Schweiz GmbH. In: handelszeitung.ch. Abgerufen am 23. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Deutschland

Die deutsche Zentrale von Mondelez befindet sich in Bremen, dem Stammsitz der aufgekauften Kaffeerösterei Jacobs. In München ist das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum für Schokoladen- und Food-Produkte angesiedelt. In Berlin befindet sich Mondelez Internationals weltweit größte Fabrik zur Herstellung von Trockenprodukten wie Kaffee und Tee.<ref name="tagesspiegel-5607522">Jana Gioia Baurmann: Deutschlands beliebtester Kaffee kommt aus Neukölln. In: tagesspiegel.de. 24. Oktober 2011, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Österreich

Die österreichische Zentrale von Mondelez befindet sich in Wien. Hier war bis zur Umstrukturierung auch die zentrale Verwaltung für Ost- und Südost-Europa und Afrika angesiedelt. Insgesamt vier Tochterfirmen hat das Unternehmen in Österreich. In Bludenz befindet sich eine große Schokoladenfabrik.

Standorte im deutschsprachigen Raum

Ort Tätigkeitsfeld Anmerkung
Deutschland
Bad Fallingbostel Herstellung von Käse (Philadelphia, Jocca und Lindenberger), Feinkost (Miracel Whip und Ketchup) und Tassimo-Produkten größtes Werk von Mondelez in Europa
Berlin Herstellung von Kaffee (u. a. Jacobs Krönung, Meisterröstung, Kaffee Onko, Kaffee Hag und Tassimo) Hauptlieferant für den deutschen Kaffeemarkt
Bremen-Hemelingen Herstellung von löslichem Kaffee, Herstellung sämtlicher Röstkaffeesorten wie im Werk in Berlin, sowie Herstellung von entcoffeiniertem Röstkaffee, Verpackung von Cappuccino um 2009/2010 wurden 21 Millionen Euro in das Kaffeewerk investiert
Bremen-Holzhafen ehemals Entkoffeinierung von Kaffee seit 2017 geschlossen
Elmshorn Herstellung von löslichem Kaffee (u. a. Jacobs Krönung, Maxwell und Kaffee Hag)
Lörrach Herstellung von Schokolade (Milka) größter Produktionsstandort für Schokolade in Europa
Donauwörth Herstellung von salzigen Snacks
München Europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum von Kraft Foods für Kaugummi/Bonbons- und Food-Produkte
Österreich
Bludenz Schokoladentafeln der Marken Milka, Cadbury, Suchard, Bensdorp, Marabou und Lacta<ref>Technikland.at: Mondelez Österreich Production GmbH. Abgerufen am 30. Mai 2022.</ref>
Wien Herstellung von Röstkaffee Produktion 2013 geschlossen
Schweiz
Bern-Brünnen Herstellung der Toblerone
Opfikon Vertrieb für die Schweiz Hauptsitz in Europa<ref>Firmen im Handelsregister suchen. In: moneyhouse.ch. Januar 2000, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>
Zug Handel mit Rohkaffee, Kakaobohnen, Kakaoprodukten und Trockenfrüchten

Kritik

Kritik am Vorgängerunternehmen Kraft Foods

Im Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne werden der Schokoladenindustrie und auch Kraft Foods schwere Menschenrechtsverletzungen wie Ausbeutung und Kindersklaverei bei den Kakao-Zulieferern der Elfenbeinküste vorgeworfen.<ref>Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 160–162, 312 f.</ref> Reportagen der ARD aus den Jahren 2010 und 2012 kamen zu dem Schluss, dass große Firmen wie Mars Inc., Kraft Foods oder Nestlé Kindersklaverei „zumindest dulden“.<ref>Schmutzige Schokolade. Reportage/Dokumentation von Miki Mistrati im Auftrag des NDR, 43:23 min, deutsche Erstausstrahlung am 6. Oktober 2010 in Das Erste, Video: Schmutzige Schokolade In: ardmediathek.de</ref><ref>Schmutzige Schokolade II. Miki Mistrati, 45 Minuten, 2013 NDR-Dokumentation. Youtube-Video</ref>

Im Dezember 2009 verhängte das deutsche Bundeskartellamt gegen die Kaffeeröster Melitta, Dallmayr und Tchibo ein Bußgeld in Höhe von ca. 159,5 Millionen Euro wegen verbotener Preisabsprachen, das sogenannte Kaffeekartell. Kraft ermöglichte durch einen Bonusantrag die Ermittlungen und wurde im Rahmen einer Kronzeugenregelung von einem Bußgeld verschont.<ref>Bußgeldverfahren gegen Kaffeeröster wegen Preisabsprachen. (PDF; 78 kB) Bundeskartellamt, Pressemitteilung B11-18-08.</ref>

Im Juni 2010 wurde dem Deutschen Kaffeeverband Hamburg vom Bundeskartellamt vorgeworfen, mit einer Pressemitteilung im Februar 2005 ein Kartell von Kaffeeunternehmen gefördert zu haben, weswegen ein Bußgeld von bis zu 90.000 Euro verhängt wurde. Zu den beteiligten Kaffeeröstereien gehörten neben „Kraft Foods Außer-Haus-Service“ die Unternehmen Tchibo (Hamburg), Lavazza Deutschland (Frankfurt), Seeberger (Ulm), Segafredo Zanetti Deutschland (München), Gebr. Westhoff (Bremen), Melitta System Service (Minden) und J. J. Darboven (Hamburg). Den letzteren beiden Unternehmen wurden die Geldbußen wegen ihrer Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe reduziert.<ref>Erneut Bußgelder gegen Kaffeeröster. In: main-netz.de. 31. August 2012, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref>

Im Oktober 2011 erhielt der Konzern vom Bundeskartellamt erneut eine Strafe. Zusammen mit dem Pulverspezialisten Krüger wurde Kraft Foods Deutschland mit einer Geldstrafe in Höhe von 9 Millionen Euro belegt. Die beiden Unternehmen hatten zum Jahreswechsel 2007/08 bei Instant-Cappuccino eine Preiserhöhung von 20 bis 40 Cent je Packung abgesprochen.<ref name="fr-online-11024108">Gesa Schölgens: Kartellamt verhängt Geldstrafe: Kaffeehersteller haben ihre Preise abgesprochen. In: fr-online.de. 18. Oktober 2011, abgerufen am 1. Januar 2015.</ref> Dem Unternehmen wurde aufgrund der Kooperation bei der Aufklärung eine Minderung der Geldbuße gewährt. Das Bußgeldverfahren wurde auf Antrag der Melitta Kaffee GmbH aus Bremen eingeleitet, die als Kronzeuge fungierte.<ref>Cappuccino-Kartell muss neun Millionen Euro Geldbuße zahlen. dpa-Meldung vom 19. Oktober 2011.</ref>

Kritik an Mondelez

Von 2021 bis 2024 lief in der EU ein Kartellverfahren gegen Mondelez aufgrund von Verstößen gegen Wettbewerbsgesetze.<ref>Milka-Eigentümer: Mondelez im Visier von Kartellwächtern. In: FAZ.net. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 23. März 2023]).</ref><ref>Milka-Hersteller Mondēlez droht Strafe von bis zu 300 Millionen Euro. In: focus.de. Abgerufen am 23. März 2023.</ref> Mondelez hatte seine Marktmacht (vor allem bei Süßigkeiten) ausgenutzt, um die Preise für seine Produkte künstlich zu erhöhen. Dafür wurde das Unternehmen am 23. Mai 2024 zu einer Geldbuße von 337,5 Millionen Euro verurteilt.<ref name="20240523REPECEU">Milka, Oreo, Toblerone und mehr: EU-Kommission verhängt Millionen-Geldbuße gegen Mondelēz. In: ec.europa.eu. 23. Mai 2024, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref> Dies ist die höchste Geldbuße, die die EU jemals gegen ein Lebensmittelunternehmen verhängt hat.<ref name="20240523ZEIT">EU verhängt Rekordstrafe gegen Milka-Hersteller Mondelez. In: zeit.de. 23. Mai 2024, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref> Eigentlich war der Betrag noch höher. Da Mondelez laut Behördenangaben mit der EU-Kommission zusammengearbeitet und seine Verantwortung ausdrücklich anerkannt habe, wurden dem Unternehmen 15 % der Geldbuße erlassen.<ref name="20240523REPECEU" /><ref name="20240523ZEIT" />

Im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine setzte die ukrainische Antikorruptionsbehörde 2023 Mondelez und den CEO auf eine schwarze Liste, weil das Unternehmen seine Aktivitäten in Russland trotz des Angriffskrieges in der Ukraine fortsetzt.<ref>Ukraine setzt Mondelez und belgischen CEO auf Schwarze Liste. In: BRF Nachrichten vom 27. Mai 2023.</ref> Infolgedessen stellten der dänische, der norwegische und der schwedische Fußballverband die Zusammenarbeit mit dem Sponsor Mondelez ein; skandinavische Hotelketten und Fluggesellschaften beendeten den Verkauf von Mondelez-Produkten.<ref>Schwedischer Verband setzt Zusammenarbeit mit Sponsor aus. In: Tagesschau.de vom 5. Juni 2023.</ref><ref>Virksomheder boykotter slikgigant auf tv2.dk, 10. Juni 2023.</ref><ref>Norwegian football bodies halt sponsor ties over Mondelēz Russia links auf sportbusiness.com</ref><ref>Oreo-maker Mondelez faces Nordic backlash over Russia business auf reuters.com</ref> Anfang 2024 sagte der CEO in einem Interview, dass auch die Investoren keinen Druck auf das Unternehmen ausgeübt hätten, Russland zu verlassen, da es ihnen „moralisch egal“ sei.<ref>Appell ukrainischer Aktivisten Rewe und Edeka sollen Milka boykottieren. In: Der Spiegel. 25. März 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Juni 2024]).</ref><ref>Bei Rewe und Edeka: Ukrainische Aktivisten fordern Boykott von Milka - so reagiert der Konzern. In: Focus. Abgerufen am 18. Juni 2024.</ref>

Im März 2023 kürte die Verbraucherzentrale Hamburg Brotchips der Marke TUC zur „Mogelpackung des Monats“.<ref>Tuc Bake Rolls: Das hat sich „gebacken“! Verbraucherzentrale Hamburg, abgerufen am 2. März 2023.</ref> Im Zuge eines Markenwechsels von „Bake Rolls“ zu „TUC“ war der Inhalt des Produkts von 250 auf 150 Gramm reduziert und der Preis von 1,39 auf 1,89 Euro angehoben worden, was einer Preissteigerung um 127 % entspricht. Im Januar 2024 wurde dieses Produkt von der Verbraucherzentrale Hamburg zur „Mogelpackung des Jahres 2023“ gekürt.<ref>127 Prozent teurer: Brotchips von Mondelez sind „Mogelpackung des Jahres“. In: bz.de. 23. Januar 2024, abgerufen am 23. Januar 2024.</ref>

Im Jahr 2024 strich das britische Königshaus dem Schokoladehersteller Cadbury nach 170 Jahren den Titel eines Hoflieferanten, da das Unternehmen trotz Angriffskrieg weiterhin an Russland Schokolade lieferte.<ref>Cadbury nicht mehr Hoflieferant in Großbritannien auf ORF vom 24. Dezember 2024, abgerufen am 24. Dezember 2024</ref> Ein Jahr später erhielt Mondelez die Negativauszeichnung „Goldener Windbeutel“. Mondelez habe das Gewicht seiner Milka-Schokoladentafeln von 100 auf 90 Gramm bei unveränderter Tafellänge und -Breite reduziert und kurz zuvor den Verkaufspreis von 1,49 auf 1,89 Euro angehoben. Das Unternehmen begründete dies mit den gestiegenen Kosten für Kakao, Energie, Verpackung und Transport.<ref>Daniel Bakhir: Geschrumpfte Milka-Tafel zur "dreistesten Werbelüge" gewählt. In: Spiegel Online. 15. Juli 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>

Die Milka‑Alpenmilch‑Schokolade wurde nach Konsumentenbefragung Anfang 2026 von der Verbraucherzentrale Hamburg zur „Mogelpackung des Jahres“ gewählt.<ref>afp, Katharina Koerth, Maria Marquart: Schmähpreis der Verbraucherzentrale: Milka Alpenmilch ist »Mogelpackung des Jahres« / In der Verpackung ist weniger drin und sie ist teurer: Verbraucher haben die Alpenmilch-Schokolade von Milka zur »Mogelpackung des Jahres« gewählt. Auch bei anderen nominierten Produkten wurden verdeckt die Preise erhöht. In: Spiegel (Hrsg.): Der Spiegel. 21. Januar 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. Januar 2026]).</ref> Ausschlaggebend war die Kombination aus verringerter Füllmenge und deutlich erhöhtem Preis, was einer versteckten Preiserhöhung von rund 48 % entspricht. Das Votum fiel mit über zwei Dritteln der Stimmen so eindeutig aus wie nie zuvor. Das Verhalten der Konsumentinnen und Konsumenten änderte sich nachfolgend spürbar: Viele reagierten mit Kaufzurückhaltung, der Absatz von Milka‑Produkten sank deutschlandweit um etwa 7,5 %. Supermärkte wie Rewe, Edeka oder Kaufland sahen sich gezwungen, Rabattaktionen zu starten, um die Nachfrage zu stabilisieren.<ref>Christopher Clausen: Umsatzrückgang: Preisschlacht bei Milka-Schokolade. In: msn.com. 2. Dezember 2025, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref> Parallel dazu kommt es im April vor dem Landgericht Bremen zu einer juristischen Klärung. Die Verbraucherzentrale will bei dem Landgericht Bremen feststellen lassen, ob die Füllmengenreduzierung ohne klaren Hinweis irreführend und damit rechtswidrig war.<ref>Autor ungenannt: Milka Alpenmilch ist »Mogelpackung des Jahres 2025« | Verbraucherzentrale Hamburg. Verbraucherzentrale Hamburg, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>

Personen der Unternehmensgeschichte

Weblinks

Commons: Mondelēz International – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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