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Deutsche Wohnen

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Deutsche Wohnen SE

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Deutsche Wohnen logo.svg
Rechtsform Europäische Gesellschaft
ISIN DE000A0HN5C6
Gründung 1998<ref>Daten und Fakten zur Deutsche Wohnen AG. In: Statista. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Sitz Berlin, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Lars Urbansky
    (Vorsitzender des Vorstands)
  • Fabian Heß
    (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
Mitarbeiterzahl 742<ref name="GB2025" />
Umsatz 1,334 Mrd. Euro<ref name="GB2025" />
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.deutsche-wohnen.com
Stand: 31. Dezember 2025

Die Deutsche Wohnen SE ist eine börsennotierte deutsche Wohnungsgesellschaft mit Sitz in Berlin. Stand Ende 2025 besitzt das Unternehmen 140.482 Wohneinheiten, davon 102.624 in Berlin.<ref name="GB2025" /> Dazu kommen Gewerbe- und Pflegeimmobilien. Seit 2021 gehört die Deutsche Wohnen mehrheitlich zu Vonovia. Beide Unternehmen bilden Europas größtes Wohnungsunternehmen.

Die Deutsche Wohnen wurde 2010 in den MDAX aufgenommen<ref>Martin Morcinek: MDax-Neuling im Rampenlicht: Wovon lebt Deutsche Wohnen? In: n-tv. 8. Dezember 2010, abgerufen am 27. April 2026.</ref> und stieg im Juni 2020 in den DAX auf.<ref>Börse: Lufthansa verliert Platz im Dax, Deutsche Wohnen steigt auf. In: Zeit Online. 4. Juni 2020, abgerufen am 27. April 2026.</ref> Das Unternehmen wurde wegen seiner Praktiken besonders am Berliner Wohnungsmarkt immer wieder kritisiert. Es wurde zum Namenspatron der Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen, die 2021 einen erfolgreichen Volksentscheid zur Sozialisierung großer Wohnungsunternehmen in der Hauptstadt anstieß.<ref>Vgl. Chronik zur Initiative, in: Deutsche Wohnen & Co Enteignen (Hrsg.): Wie Vergesellschaftung gelingt – zum Stand der Debatte, Berlin 2022, S. 23.</ref>

Geschichte

Gründung und Börsengang

Die Deutsche Wohnen wurde 1998 von der Deutschen Bank AG gegründet. Grundstock bildete 1998 ein Wohnimmobilienbestand, der 1998 von der Pensionskasse Hoechst<ref>Pensionskasse der Mitarbeiter der Hoechst-Gruppe VVaG. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2019; abgerufen am 21. April 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pkhoechst.de</ref> und vom Bundesland Rheinland-Pfalz erworben wurde.

Die Börseneinführung erfolgte im November 1999. Erst nach Aufhebung des Beherrschungsvertrages mit der Deutsche Bank AG ist die Deutsche Wohnen AG seit dem Juli 2006 eine unabhängige börsennotierte Aktiengesellschaft. Im Juli 2007 erwarb das Unternehmen die GEHAG.

Im Jahr 2012 übernahm das Unternehmen von der britischen Barclays Bank mit der Baubecon 23.500 Wohnungen zu einem Unternehmenswert von 1,24 Milliarden Euro.<ref>Deutsche Wohnen: Neuer Milliardendeal auf dem Wohnungsmarkt. In: Manager Magazin. 28. Mai 2012, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Im November 2013 schloss die Deutsche Wohnen die Übernahme der infolge der Privatisierung der größten kommunalen Wohnungsgesellschaft Berlins entstandenen, im MDAX notierten GSW Immobilien AG erfolgreich ab.<ref>Deutsche Wohnen AG: Geschäftsbericht 2014. (PDF; 5,39 MB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. Juli 2015; abgerufen am 10. August 2015.</ref>

Im Jahr 2014 plante die Deutsche Wohnen, die österreichische Conwert Immobilien Invest für circa eine Milliarde Euro zu erwerben.<ref>Angelika Gruber and Kathrin Jones: Deutsche Wohnen launches $1.1 billion takeover offer for Conwert. In: Reuters. 15. Februar 2014, abgerufen am 15. Februar 2015.</ref> Das Vorhaben gelang nicht, da die Mindestannahmeschwelle nicht erreicht wurde.<ref>Jakob Eich: M&A-Deal geplatzt: Deutsche Wohnen hakt Conwert-Übernahme ab. In: Finance. 16. April 2015, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref>

Am 21. September 2015 teilte Deutsche Wohnen mit, mit dem Konkurrenten LEG Immobilien fusionieren zu wollen. Dies sollte durch einen Aktientausch erfolgen, bei dem die LEG-Aktionäre für zehn LEG-Aktien 33 neue Aktien der Deutsche Wohnen erhalten hätten. Insgesamt hätte das Volumen 4,6 Milliarden Euro betragen. Die Aktionäre der Deutsche Wohnen sollten nach der Fusion, die bis Ende 2015 abgeschlossen werden sollte, 61 % der Anteile am neuen Unternehmen halten, die LEG-Aktionäre die restlichen 39 %. Durch die Fusion wäre das nach Vonovia zweitgrößte Immobilienunternehmen Deutschlands mit 250.000 Wohnungen und einem Immobilienwert von 17 Milliarden entstanden.<ref name="finanzen-525081">UPDATE/Deutsche Wohnen und LEG landen Milliardencoup – Nachricht. In: finanzen.net. 21. September 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2015; abgerufen am 21. Januar 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.finanzen.net</ref><ref name="leg-nrw-150920">Finanznachrichte. In: leg-nrw.de. 18. Januar 2017, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref> Im Oktober 2015 wurde bekannt, dass die Übernahme von LEG Immobilien auf Druck der Aktionäre von Deutsche Wohnen zurückgenommen wurde.<ref>Deutsche Wohnen zieht Übernahmepläne für LEG zurück. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 15. Oktober 2018]).</ref>

Übernahme durch Vonovia

Am 14. Oktober 2015 legte Vonovia den Deutsche Wohnen-Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot über 14 Milliarden Euro vor, allerdings unter der Prämisse, dass die Fusion mit LEG Immobilien auf der Hauptversammlung am 28. Oktober 2015 abgelehnt werde und die Deutsche Wohnen keine wesentlichen Vermögensgegenstände mehr erwirbt.<ref>Vonovia bietet Alternative zum Übernahmeangebot der Deutsche Wohnen AG für LEG Immobilien AG an: Stattdessen Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen. Konzernmeldung. Vonovia, 15. Oktober 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2015; abgerufen am 21. Januar 2017.</ref> Am 22. Oktober 2015 sagte Deutsche Wohnen die eigene Hauptversammlung, die zur Übernahme der LEG notwendig gewesen wäre, aufgrund eines geänderten Votums einflussreicher Stimmrechtsberater ab.<ref name="n-tv-188916">n-tv Nachrichtenfernsehen: Vorstoß von Vonovia abgelehnt: Deutsche Wohnen bläst LEG-Übernahme ab. In: n-tv.de. 21. Oktober 2015, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref> Deutsche-Wohnen-Vorstand und -Aufsichtsrat wehrten das als zu niedrig betrachtete Übernahmeangebot von Vonovia seitdem ab. Um ihre Eigenständigkeit und eigenen Wachstumsmöglichkeiten zu unterstreichen, schloss die Deutsche Wohnen im November 2015 mit der Patrizia AG einen Vertrag zum Erwerb eines Bestands von 13.600 Wohnungen (plus rund 2.000 weitere Einheiten im zweiten Halbjahr 2016) für 1,3 Milliarden Euro.<ref name="faz-13937189">Reuters: Deutsche Wohnen wehrt sich. In: FAZ.net. 28. November 2015, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref> Vonovia kündigte jedoch an, die Übernahme trotz dieses Erwerbs weiterzuverfolgen und legte den Aktionären am 2. Dezember 2015 ein offizielles Übernahmeangebot vor, nachdem das Unternehmen am 30. November 2015 von den eigenen Aktionären grünes Licht für die dazu notwendige Kapitalerhöhung erhalten hatte.<ref name="n-tv-477866">14 Milliarden für Deutsche Wohnen: Vonovia legt offiziell Übernahmeangebot vor. In: mobil.n-tv.de. 2. Dezember 2015, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref>

Nachdem sich Ende Januar 2016 abgezeichnet hatte, dass der anvisierte Aktienanteil von 57 % bis zum ursprünglichen Termin am 26. Januar nicht zu erlangen war, verlängerte Vonovia die Angebotsfrist bis zum 9. Februar und senkte gleichzeitig die Quote auf 50 %.<ref name="SPON-1073866">Übernahmekampf um Deutsche Wohnen: Vonovia verlängert Frist für Aktionäre. In: Spiegel Online. 25. Januar 2016, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref> Auch dieses Ziel konnte das Unternehmen nicht erreichen, da lediglich 30 % der Aktionäre das Angebot annahmen. Der Übernahmeversuch galt damit als gescheitert.<ref name="SPON-1076666">Wohnungskonzern: Vonovia scheitert mit Mega-Übernahme. In: Spiegel Online. 10. Februar 2016, abgerufen am 21. Januar 2017.</ref>

Im Mai 2021 wurde ein neuer Versuch bekanntgegeben.<ref>Der Spiegel: Vonovia und Deutsche Wohnen vereinbaren Fusion. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref><ref>Bekanntmachung zur Hauptversammlung am 1. Juni 2021.</ref> Das Bundeskartellamt genehmigte das Vorhaben.<ref>tagesschau.de: Kartellamt genehmigt Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> Die Mindestannahmeschwelle des freiwilligen Übernahmeangebots von 50 % aller Aktien der Deutsche Wohnen wurde jedoch bis zum Fristende nicht erreicht.<ref>n-tv Nachrichten: Vonovia scheitert vorerst bei Megafusion. Abgerufen am 25. Juli 2021.</ref> Vonovia führte das auf das Verhalten von Hedgefonds und den hohen Anteil an von Indexfonds (ETF) gehaltenen Aktien bei der Deutsche Wohnen zurück.<ref>Jonas Jansen, Tim Kanning: Vorwürfe des Vonovia-Chefs: Ließen ETF-Anleger die Immobilienfusion platzen? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 26. Juli 2021, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref> Im August 2021 folgte ein drittes Übernahmeangebot, das bis zum Ende der Annahmefrist 60,3 Prozent der Anteilseigner der Deutsche Wohnen akzeptierten, womit die Übernahme nunmehr gelungen ist.<ref>Alexander Schmalz: Im dritten Anlauf: Vonovia übernimmt die Deutsche Wohnen. In: Berliner Zeitung. 7. Oktober 2021, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref>

Da laut Berechnungen der Deutsche Börse AG der Streubesitz an der Deutsche Wohnen unter 10 % gefallen war, schied sie zum 29. Oktober 2021 aus dem DAX aus und wurde durch die Beiersdorf-Aktie ersetzt.<ref>Beiersdorf kehrt in den Dax zurück – was das für Anleger bedeutet. In: Handelsblatt. 27. Oktober 2021, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref> Allerdings wurde der Vorwurf laut, dass die Deutsche Börse den Anteil des Streubesitzes falsch berechnet hatte und damit das Ausscheiden aus dem DAX zu früh geschah.<ref>Zu früh aus dem Dax geflogen?: Ärger um Aktien der Deutsche Wohnen. Abgerufen am 23. November 2021.</ref><ref>Index-Zusammensetzung: Nach dem Dax-Rauswurf: Das ungewöhnliche Auf und Ab bei der Deutsche-Wohnen-Aktie. Abgerufen am 23. November 2021.</ref> Von 2010 bis 2026 war die Aktie der Deutsche Wohnen mit Unterbrechungen Bestandteil des MDAX.<ref name="Deutsche Börse PM 2021-12-03">Deutsche Wohnen SE neu im MDAX. Deutsche Börse, 3. Dezember 2021, abgerufen am 24. Oktober 2022.</ref><ref>Deutsche Wohnen verliert MDax-Status: Schaeffler rückt auf, Einhell rutscht in SDax. In: Goldesel. 9. März 2026, abgerufen am 27. März 2026.</ref>

Sitzverlegung und Rechtsformänderung

Seit 2017 ist der Sitz der Deutsche Wohnen in Berlin – zuvor saß das Unternehmen in Frankfurt am Main. Ebenfalls 2017 änderte die Gesellschaft ihre Rechtsform von einer AG in eine Europäische Gesellschaft und heißt seitdem Deutsche Wohnen SE.<ref>Deutsche Wohnen vollzieht Umwandlung in Europäische Gesellschaft. In: Deal Magazin. 1. August 2017, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Anfang November 2017 kündigte das Unternehmen an, gegen den Berliner Mietspiegel eine Verfassungsklage einzureichen.<ref>Ralf Schönball: Deutsche Wohnen startet Großangriff auf den Mietspiegel. In: Der Tagesspiegel. 1. November 2017, abgerufen am 1. November 2017.</ref>

Im Jahr 2018 wollte die Deutsche Wohnen von der Predac Immobilien Management AG drei Wohnblöcke in der Berliner Karl-Marx-Allee kaufen. Das Landgericht Berlin stoppte Mitte Dezember die Übernahme per einstweiliger Verfügung: Für insgesamt 675 Wohnungen und 57 Gewerbeeinheiten wurde der Vollzug der Verkaufsurkunden bis auf Weiteres untersagt. Geklagt hatte Presseberichten zufolge die Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF), die bis Mitte der 1990er Jahre Eigentümerin der Wohnblöcke war. Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) begrüßte die Entscheidung: Nun habe der Berliner Senat mehr Zeit, den Mietern dabei zu helfen, die Wohnungen selbst zu erwerben und dann an eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu übertragen. Am 5. Januar 2019 wäre sonst eine Frist abgelaufen, die dies den Bewohnern ermöglicht hätte.<ref>Erik Peter: Kampf um Karl-Marx-Allee: Gericht bremst „Deutsche Wohnen“. In: Die Tageszeitung. 18. Dezember 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.</ref> Die landeseigene Gewobag, die Bezirksverwaltung Friedrichshain-Kreuzberg und der Senat hatten ein Modell entwickelt, um über das Vorkaufsrecht (siehe § 577 BGB) eine Rekommunalisierung der betroffenen Wohnungen zu erreichen.<ref>Robert Kiesel: Viele Mieter der Karl-Marx-Allee kaufen ihre Wohnungen. In: Der Tagesspiegel. 3. Januar 2019, abgerufen am 14. März 2019.</ref>

Im April 2019 wurde berichtet, dass das Landgericht Berlin den Berliner Mietspiegel für rechtswidrig erklärt hat. Diesem fehle es an einer ausreichenden Schätzgrundlage. Geklagt hatte eine Tochtergesellschaft der Deutsche Wohnen. Die Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins, Wibke Werner, kritisierte das Urteil als verwirrend und sieht Handlungsbedarf auf Bundesebene: Es bedürfe einer Rechtsverordnung für die Erstellung von Mietspiegeln.<ref>Landgericht kippt Berliner Mietspiegel. Abgerufen am 12. April 2019.</ref> Im Juni 2019 gab der Berliner Senat bekannt, dass ab Januar 2020 ein fünfjähriger Mieterhöhungsstopp eingeführt werden solle.<ref>Mieterhöhungen in Berlin – Plötzlich will es keiner gewesen sein. Abgerufen am 20. Juni 2019.</ref> Am 25. März 2021 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass das als Mietendeckel bezeichnete Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin (MietenWoG Bln) in der Fassung des Artikel 1 des Gesetzes zur Neuregelung gesetzlicher Vorschriften zur Mietenbegrenzung vom 11. Februar 2020 (Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin vom 22. Februar 2020 Seite 50) mit Artikel 74 Absatz 1 Nummer 1 in Verbindung mit Artikel 72 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar und nichtig ist. Das Land Berlin habe nach der 2015 durch den Bund beschlossenen Mietpreisbremse keine Gesetzgebungskompetenz. Mit den §§ 556 bis 561 BGB hat der Bundesgesetzgeber von der konkurrierenden Zuständigkeit für das Mietpreisrecht als Teil des bürgerlichen Rechts abschließend Gebrauch gemacht. Macht der Bund von der konkurrierenden Gesetzgebung Gebrauch, verlieren die Länder gemäß Art. 72 Abs. 1 GG das Recht zur Gesetzgebung in dem Zeitpunkt („solange“) und in dem Umfang („soweit“), in dem der Bund die Gesetzgebungskompetenz zulässigerweise in Anspruch nimmt (sogenannte Sperrwirkung).<ref>2 Senat Bundesverfassungsgericht: Bundesverfassungsgericht – Entscheidungen – Gesetz zur Mietenbegrenzung im Wohnungswesen in Berlin („Berliner Mietendeckel“) nichtig. 25. März 2021, abgerufen am 6. Mai 2021.</ref>

Unternehmen

Datei:Wilmersdorf Mecklenburgische Straße Deutsche Wohnen.jpg
Sitz der Deutsche Wohnen in Berlin-Wilmersdorf

Organisation

Die Unternehmensgruppe gliedert sich in drei Ebenen: Das Dach bildet die Deutsche Wohnen SE, die als Holding zentrale Finanz- und Managementaufgaben wahrnimmt, wie Personalverwaltung, Kommunikation, Finanzierung und Assetmanagement. Die Immobilien des Konzerns sind in den sogenannten Asset-Gesellschaften zusammengefasst.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschäftsfelder, Deutsche Wohnen. (Memento vom 6. November 2016 im Internet Archive) 6. April 2019.</ref>

Der Vorstand ist gegenwärtig mit drei Personen besetzt. Diese sind Lars Urbansky (Chief Executive Officer, CEO), Eva Weiß (Chief Development Officer, CDO) und Olaf Weber (Chief Financial Officer, CFO). Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Personen; Vorsitzender des Gremiums ist Fabian Heß.<ref>Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen SE. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Bestand

Die Deutsche Wohnen SE bewirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Bestand von 140.482 Wohneinheiten, 26.695 Garagen und Stellplätzen sowie 2.815 gewerblichen Einheiten mit einem Verkehrswert von über 23 Milliarden Euro. Die Wohneinheiten befinden sich unter anderem im Großraum Berlin (102.624), im Rhein-Main-Gebiet (8.520), in Dresden (7.353). Leipzig (6.300), im Rheinland (3.933), in Hannover (5.764) und in München (1.276).<ref name="GB2025" /> Zusätzlich errichtet, kauft und verkauft das Unternehmen Immobilien.

Früher betrieb die Deutsche Wohnen selbst Pflegeeinrichtungen und vermietete diese auch an externe Betreiber. Die geplante Veräußerung des Pflegeportfolios, unter anderem in Hamburg,<ref>Deutsche Wohnen verkauft 13 Hamburger Pflegeheime. In: n-tv. 14. Januar 2025, abgerufen am 27. April 2026.</ref> konnte 2025 erfolgreich abgeschlossen werden.

Geschäftszahlen

Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse aus der Immobilienbewirtschaftung von rund 1,3 Milliarden Euro und mit dem Verkauf von Immobilien rund 49,8 Millionen Euro.<ref name="GB2025" />

Aktie

Die Aktie der Deutsche Wohnen ist im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet und wird auch über Xetra gehandelt. Seit Dezember 2010 war sie im MDAX notiert. Am 22. Juni 2020 stieg die Deutsche Wohnen SE in den DAX auf und ersetzte dort die kriselnde Deutsche Lufthansa. Die Deutsche Wohnen war damit neben Vonovia das zweite Immobilienunternehmen im Leitindex.<ref>Deutsche Wohnen steigt in den Dax auf. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juli 2020; abgerufen am 5. Juli 2020.</ref> Nach der Übernahme durch Vonovia gehörte die Aktie der Deutsche Wohnen zum MDAX. Zudem wurde sie in den wesentlichen Indizes STOXX Europe 600 und GPR 15 geführt und gehört bis heute zum EPRA/NAREIT.<ref>Basisinformationen. Deutsche Wohnen, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Die rund 400 Millionen Inhaberaktien des Unternehmens verteilten sich im April 2026 wie folgt auf die Anteilseigner:<ref>Aktionärsstruktur. Deutsche Wohnen, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Anteil Anteilseigner
81,4 % Vonovia SE, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
10,2 % WGP Legal Holdings Limited, Cayman IslandsDatei:Flag of the Cayman Islands.svg Cayman Islands
8,4 % Sonstige/Minderheiten

Die Dividende je Aktie ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und die Dividendenrendite lag ab 2015 bei mehr als 2 %.<ref name="consors">WKN A0HN5C DEUTSCHE WOHNEN Aktie – Consorsbank. Abgerufen am 21. April 2020.</ref> Der Wert der Aktien selbst hat sich seitdem außerdem verdoppelt.<ref name="consors" />

Die Wohnungspolitik in Berlin wirkte sich auf die Aktienkurse aus. Nach der Ankündigung des Senats, einen fünfjährigen Mieterhöhungsstopp (Berliner Mietendeckel) einzuführen, sank der Aktienkurs im Juni 2019 von über 42 auf zunächst auf 36 Euro,<ref>Wie sich der Mietendeckel auf Aktienkurse auswirkt. Abgerufen am 20. Juni 2019.</ref> stieg aber später wieder auf über 50 Euro.<ref>Kurs an der Börse Berlin, abgerufen am 27. Mai 2021</ref>

Aktivitäten

Denkmalschutz

Datei:20080716 14995 DSC02001 Weiße Stadt Aroser Allee.JPG
Wohnhäuser der Weißen Stadt

Rund 30.000 Wohneinheiten des Unternehmens stehen unter Denkmalschutz.<ref>Wir über uns – die Deutsche Wohnen. Abgerufen am 2. April 2021.</ref> Infolge der Übernahme der GEHAG besitzt die Deutsche Wohnen vier UNESCO-Welterbe-Siedlungen in Berlin – die Hufeisensiedlung Britz, die Weiße Stadt,<ref>Deutsche Wohnen investiert 23 Millionen Euro in Berliner Wohnanlage „Weiße Stadt“. In: Rohmert Medien. 26. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Mai 2018; abgerufen am 3. Mai 2018.</ref> die Ringsiedlung Siemensstadt<ref>Deutsche Wohnen führt Sanierung der UNESCO-Welterbesiedlung Siemensstadt fort. In: BBU Nachrichten. 18. November 2015, abgerufen am 3. Mai 2018.</ref> sowie die Wohnstadt Carl Legien. Diese Baudenkmäler stehen beispielhaft für den sozialen Wohnungsbau der Weimarer Republik.<ref>Welterbesiedlungen Berlin – Startseite. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. Juli 2020; abgerufen am 21. April 2020.</ref><ref>Deutsche Wohnen verspricht 20 Cent mehr. In: n-tv.de. 21. März 2017, abgerufen am 3. Mai 2018.</ref>

Soziales Engagement und Sponsoring

In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Institutionen engagiert sich die Deutsche Wohnen in verschiedensten Initiativen und diversen Bereichen des öffentlichen Lebens. Hierzu zählen unter anderem der sogenannte DW-Fonds zur Förderung der Quartiersentwicklung des Falkenhagener Felds, Berlin-Spandau<ref>DW-Fonds – Quartiersmanagement Falkenhagener Feld WestWest in Berlin-Spandau. Abgerufen am 21. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> sowie die Unterstützung des Kinderhauses NaDu in Hannover-Sahlkamp.<ref>NaDu Kinderhaus</ref>

Das Unternehmen betreut und unterstützt in langer Tradition aktiv Kunstprojekte. So besteht zum Beispiel eine Kooperation mit dem Bröhan-Museum, Berlin.<ref>Brigitte Schmiemann: Einmal im Monat freier Eintritt ins Bröhan-Museum. In: Berliner Morgenpost. 12. Juli 2016, abgerufen am 20. April 2018.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pressemitteilung Bröhan-Museum, Sponsoring Deutsche Wohnen (Memento vom 20. April 2018 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kunst & Kultur, Deutsche Wohnen (Memento vom 9. August 2018 im Internet Archive)</ref>

Die Deutsche Wohnen ist Haupt- und Trikotsponsor des Handballvereins Füchse Berlin.<ref>Deutsche Wohnen wird strategischer Partner der Füchse Berlin. Füchse Berlin, abgerufen am 21. April 2020.</ref><ref>Jessica Pillatzki: Neuer Hauptsponsor für die Füchse. In: Bild.de. 4. Juni 2016, abgerufen am 20. April 2018.</ref><ref>Füchse präsentieren neuen Hauptsponsor. In: Berliner Zeitung. 6. März 2016, abgerufen am 20. April 2018.</ref>

Kritik und Enteignungsforderungen

Die Deutsche Wohnen und ihre Tochterunternehmen wurden und werden vor allem in Berlin für ihre renditeorientierte Wohnungs- und Mietenpolitik kritisiert.<ref>So funktioniert das Geschäftsmodell der Deutsche Wohnen – zulasten der Mieter. In: Berliner Zeitung. 19. Februar 2019, abgerufen am 20. Mai 2023.</ref> So wird beispielsweise der übernommenen GSW Immobilien vorgeworfen, seit Übernahme durch die Deutsche Wohnen den Altbestand an Wohnungen nicht ausreichend instand zu halten und Mängel nicht oder nur unzureichend zu beheben. Ihr wird auch angelastet, dass Einnahmen durch stetige Mieterhöhungen generiert werden, um die überdurchschnittlich hohen Nebenkosten, welche sich aus Dienstleistungsverträgen mit Tochtergesellschaften ergeben, ausgleichen zu können. Gegen die Mietenpolitik der Deutsche Wohnen protestierten insbesondere Mieterinitiativen in Berlin,<ref>Demonstration gegen die GSW. In: Kotti & Co. 19. Februar 2014, abgerufen am 21. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Schreckliche Weihnachten dank GSW / Deutsche Wohnen. In: Kotti & Co. 22. Dezember 2013, abgerufen am 21. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>GSW übernimmt Deutsche Wohnen – Kritik. 20. August 2013, abgerufen am 21. April 2020.</ref><ref>Jan Kuhnert, Olof Leps: Es ist Zeit für eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit. In: Neue Wohnungsgemeinnützigkeit. Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017, ISBN 978-3-658-17569-6, S. 261–274, doi:10.1007/978-3-658-17570-2_9 (springer.com [abgerufen am 28. Februar 2017]).</ref> wo die Deutsche Wohnen im Großraum der Hauptstadt etwa 115.000 Einheiten besitzt, das sind zwei Drittel ihres Gesamtbestandes.<ref>Im Fokus: Das Portfolio. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 21. April 2020.</ref> Bereits 2016 gründete sich in Berlin eine stadtweite Vernetzung von betroffenen Mietern, die gegen die Praktiken des Konzerns protestierten.<ref>Ralf Hoffrogge, Stephan Junker: Vergesellschaftung von Wohnraum – vom Schlagwort zur Umsetzung, in: Philip P. Metzger, Wohnkonzerne enteignen – Wie Deutsche Wohnen & Co ein Grundbedürfnis zu Profit machen, Berlin 2021, S. 243–264; hier S. 246.</ref> Im Jahr 2018 hat sich aus dieser Vernetzung und anderen stadtpolitischen Gruppen wie der Interventionistischen Linken die Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen gegründet, um einen Volksentscheid herbeizuführen, dass die Deutsche Wohnen und weitere profitorientierte übergroße Wohnungsunternehmen in Berlin gemäß Artikel 15 des Grundgesetzes enteignet und ihre Wohnungsbestände vergesellschaftet werden sollen.<ref>Ralf Hoffrogge, Stephan Junker: Vergesellschaftung von Wohnraum – vom Schlagwort zur Umsetzung, in: Philip P. Metzger, Wohnkonzerne enteignen – Wie Deutsche Wohnen & Co ein Grundbedürfnis zu Profit machen, Berlin 2021, S. 243–264; hier S. 247.</ref> Deren Verwaltung soll dann eine Anstalt öffentlichen Rechts übernehmen.<ref>Deutsche Wohnen & Co Enteignen (Hrsg.) Wie Vergesellschaftung gelingt – Zum Stand der Debatte, Berlin 2022, S. 40–44, S. 58–65.</ref> 2019 löste die Initiative Deutsche Wohnen & Co. enteignen eine bundespolitische Debatte über Enteignungen von Wohnungsgesellschaften aus.<ref>Wohnungsnot: Städte- und Gemeindebund warnt vor Folgen der Enteignungsdebatte. In: Spiegel Online. 8. April 2019 (spiegel.de [abgerufen am 8. April 2019]).</ref><ref>Malene Gürgen: Berliner Mietmarkt: Mieten macht mächtig. In: Die Tageszeitung: taz. 5. April 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 4. Juni 2019]).</ref> Im September 2021 gewann der Volksentscheid mit einer Mehrheit von 59,1 % Ja-Stimmen. Die Umsetzung zieht sich aber unter anderem auch durch den Wechsel der Berliner Verwaltung schon über längere Zeit hin.

Weblinks

Commons: Deutsche Wohnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive> <ref name="GB2025">Geschäftsbericht 2025. Deutsche Wohnen, abgerufen am 27. April 2026.</ref> </references>

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