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Beherrschungsvertrag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Beherrschungsvertrag ist ein zwischen einer inländischen Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien mit einer in- oder ausländischen Gesellschaft mit beliebiger Rechtsform geschlossener Unternehmensvertrag, der die Leitung der inländischen Gesellschaft dem anderen Unternehmen unterstellt.

Rechtsgrundlagen

Der Beherrschungsvertrag ist in {{#switch: juris

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}}{{#if: 18||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 Satz 2 AktG) in Form eines Unterordnungskonzerns. Dieser konzernrechtliche Begriff macht deutlich, worum es beim Beherrschungsvertrag geht: das beherrschte Unternehmen unterwirft sich dem herrschenden Unternehmen und verliert jegliche gesellschaftsrechtliche Autonomie. Stellen sich jedoch mehrere Unternehmen unter einheitliche Leitung eines anderen Unternehmens, ohne voneinander abhängig zu sein, liegt kein Beherrschungsvertrag vor (§ 291 Abs. 2 AktG); der Beherrschungsvertrag setzt also regelmäßig auch die Abhängigkeit voraus. Abhängige Unternehmen sind rechtlich selbständige Unternehmen, auf die ein anderes Unternehmen (herrschendes Unternehmen) unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann (§ 17 Abs. 1 AktG).

Durch die Regelung im Aktiengesetz findet der Beherrschungsvertrag zunächst keine Anwendung für andere Rechtsformen als AG und KGaA beim beherrschten Unternehmen. Inzwischen ist jedoch die GmbH durch die Rechtsprechung als beherrschtes Unternehmen anerkannt,<ref>BGH NJW 1989, 295.</ref> was sich auch aus dem Verweis in {{#switch: juris

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Folgen

Kern des Beherrschungsvertrags ist die Unterstellung des beherrschten Unternehmens unter das Weisungsrecht des herrschenden Unternehmens ({{#switch: juris

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  • Formelle Folgen:

Der Beherrschungsvertrag ist in Schriftform abzufassen, mit 75 % Stimmenmehrheit in der Hauptversammlung des beherrschten Unternehmens zu beschließen ({{#switch: juris

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  • Materielle Folgen:

Gegenüber außenstehenden (Minderheits-)Aktionären hat das beherrschende Unternehmen eine Ausgleichspflicht ({{#switch: juris

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}}{{#if: 304||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3 Satz 1 AktG) für alle Nachteile, die sich aus der Ausübung der Leitungsmacht ergeben.

Mit einem Beherrschungsvertrag untrennbar verbunden ist einerseits die Pflicht des herrschenden Unternehmens, Bilanzverluste des beherrschten Unternehmens auszugleichen (§ 302 Abs. 1 AktG; siehe Gewinnabführungsvertrag); andererseits ist Minderheitsaktionären ein bestimmter jährlicher Gewinn nach § 304 Abs. 1 AktG zu garantieren. Ohne diese Ausgleichspflichten ist ein Beherrschungsvertrag nichtig (§ 304 Abs. 3 Satz 1 AktG).

Beendigung

Anders als die übrigen Unternehmensverträge kann ein Beherrschungsvertrag nicht rückwirkend geschlossen werden.<ref>Jens Kuhlmann/Erik Ahnis, Konzern- und Umwandlungsrecht, 2007, S. 224.</ref> Er kann nur zum Ende des Geschäftsjahrs oder des vertraglich bestimmten Abrechnungszeitraums aufgehoben werden oder aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn der andere Vertragsteil voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, seine auf Grund des Vertrags bestehenden Verpflichtungen zu erfüllen ({{#switch: juris

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}}{{#if: 297||[Paragraf fehlt]}}{{#if: aktg||[Gesetz fehlt]}} AktG) oder wenn das herrschende Unternehmen nicht mehr über die Mehrheit der Geschäftsanteile am beherrschten Unternehmen verfügt. Aus der (übrigens nicht konstitutiv wirkenden) Eintragung der Beendigung eines Vertrages ins Handelsregister muss sich u. a. auch der Zeitpunkt der Beendigung eindeutig ergeben ({{#switch: juris

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Literatur

  • Walter Bayer: Der grenzüberschreitende Beherrschungsvertrag. Müller, Heidelberg, ISBN 3-8114-5188-X.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references />

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