Zum Inhalt springen

Samuel Kamau Wanjiru

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 27. Mai 2025 um 06:29 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Samuel Wanjiru at 2008 Summer Olympics.jpg
Samuel Kamau Wanjiru beim Zieleinlauf des Marathons der Olympischen Spiele 2008 in Peking
Datei:SamuelWanjiru.jpg
Wanjiru beim Weltrekordlauf in Den Haag 2007
Datei:Wanjiru and Kebede.jpg
Wanjiru (rechts) vor Tsegay Kebede in der Endphase des London-Marathons 2009

Samuel Kamau Wanjiru (auch Sammy Wanjiru; * 10. November 1986 in Nyahururu; † 15. Mai 2011 ebenda) war ein kenianischer Leichtathlet und Olympiasieger im Marathonlauf.

Leben

2003 kam der Langstreckenläufer nach Japan, wo er wegen seines Lauftalents an der Sendai Ikuei Gakuen High School in Sendai aufgenommen wurde und erfolgreich an Ekiden-Wettkämpfen teilnahm.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru – From Kenya to the World via Japan (Memento vom 16. März 2006 im Internet Archive). 16. März 2006</ref> 2005 machte er dort seinen Schulabschluss.

Im selben Jahr siegte er beim Sendai-Halbmarathon in 59:43 min<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru wins Sendai Half in 59:43 (Memento vom 14. Juli 2005 im Internet Archive). 12. Juli 2005</ref> und stellte am 26. August in Brüssel mit 26:41,75 min den aktuellen Juniorenweltrekord im 10.000-Meter-Lauf auf. Kurz darauf brach er beim Rotterdam-Halbmarathon mit 59:16 min den sieben Jahre alten Weltrekord von Paul Tergat (59:17 min).<ref>IAAF: Wanjiru betters World Half Marathon record with 59:16 in Rotterdam. 11. September 2005</ref>

Nach einem relativ erfolglosen Jahr 2006 holte er sich am 9. Februar 2007 beim RAK-Halbmarathon mit 58:53 min den Weltrekord zurück, den ihm Haile Gebrselassie ein Jahr zuvor mit 58:55 min entrissen hatte.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />58:53 Half Marathon World Record by Wanjiru in Ras al Khaimah (Memento vom 11. Februar 2007 im Internet Archive). 9. Februar 2007</ref><ref>German Road Races: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru bricht Gebrselassies Halbmarathon-Weltrekord (Memento vom 30. Oktober 2007 im Internet Archive). 10. Februar 2007</ref> Am 17. März 2007 lief er die 21,1 Kilometer beim CPC Loop Den Haag in 58:33 min und verbesserte damit seine Rekordzeit nochmals um 18 Sekunden – und gleichzeitig mit seiner 20-Kilometer-Zwischenzeit (55:31 min) den alten Weltrekord von Gebrselassie über diese Distanz (55:48 min).<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru again! World records broken in Half Marathon and 20 km in The Hague (Memento vom 20. März 2007 im Internet Archive). 17. März 2007</ref>

Eine Malaria-Erkrankung warf ihn bald darauf zurück. Er verzichtete auf einen Start bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2007 und kam bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften 2007 in Udine lediglich auf den 51. Platz.

Bei seinem Debüt auf der Marathonstrecke im Dezember 2007 war er wieder in Hochform: Beim Fukuoka-Marathon stellte er mit 2:06:39 h einen Streckenrekord auf.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />2:06:39 debut victory for Wanjiru in Fukuoka (Memento vom 3. März 2008 im Internet Archive). 2. Dezember 2007</ref><ref>Runner’s World: Elite-Marathon in Fukuoka – Sammy Wanjiru läuft hochklassiges Debüt. 3. Dezember 2007</ref> Beim London-Marathon 2008 wurde er hinter seinem Landsmann Martin Kiptoo Lel Zweiter in 2:05:24 h. Vom kenianischen Leichtathletikverband wurde er daraufhin für den Marathon der Olympischen Spiele 2008 nominiert.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kenyan selects high status squad to seek elusive Olympic gold in Beijing (Memento vom 30. April 2008 im Internet Archive). 23. April 2008</ref>

In Peking gelang es ihm trotz der warmen Witterung, dasselbe Tempo wie bei seinen vorherigen Marathonläufen einzuschlagen. Bei km 37 schüttelte er seinen letzten Verfolger, den zweimaligen Weltmeister Jaouad Gharib, ab. Mit 2:06:32 h blieb Wanjiru fast drei Minuten unter dem olympischen Rekord, den Carlos Lopes 1984 aufgestellt hatte, und wurde der erste kenianische Marathon-Olympiasieger.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Reports: Men’s Marathon (Memento vom 25. August 2008 im Internet Archive). 24. August 2008</ref><ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Overcoming tumultuous year, Wanjiru takes first Kenyan Olympic marathon victory (Memento vom 25. August 2008 im Internet Archive). 24. August 2008</ref><ref>Daily Nation: How I won marathon gold medal, by Samuel Wanjiru. 24. August 2008</ref>

2009 stellte er Streckenrekorde sowohl beim London-Marathon (2:05:10 h)<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru takes Lel’s course record while Mikitenko wins again in London (Memento vom 3. Mai 2009 im Internet Archive). 26. April 2009</ref> wie auch beim Chicago-Marathon (2:05:41 h) auf.<ref>IAAF: 2:05:41 course record for Wanjiru while Shobukhova surprises in Chicago. 11. Oktober 2009</ref><ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />At 22, Wanjiru already a legend in the making (Memento vom 15. Oktober 2009 im Internet Archive). 12. Oktober 2009</ref> Zudem sicherte er sich den Gesamtsieg in der Serie 2008/09 der World Marathon Majors.

2010 wurde er Zweiter beim Halbmarathonbewerb des Mardi Gras Marathons, geschlagen von Lel.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Adere clocks 1:07:52, Lel beats Wanjiru at New Orleans Half Marathon (Memento vom 5. März 2010 im Internet Archive). 1. März 2010</ref> Beim London-Marathon gab er nach 27 Kilometern wegen Knieschmerzen auf. Im Herbst gelang ihm die Titelverteidigung in Chicago, wo er sich in einem dramatischen Finish gegen den London-Gewinner Tsegay Kebede durchsetzte.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru and Shobukhova defend titles in Chicago (Memento vom 13. Oktober 2010 im Internet Archive). 10. Oktober 2010</ref><ref>LetsRun.com: Heavyweights Throw Down In BoA Chicago – Wanjiru Wins Epic Duel With Kebede. 10. Oktober 2010 (mit Video)</ref>

Samuel Kamau Wanjiru war 1,63 m groß und wog 52 kg. Bis 2008 startete er für das Leichtathletikteam von Toyota Motor Kyushu (eine in Kyūshū basierte 100-prozentige Tochter von Toyota), wo er von Kōichi Morishita, dem Gewinner der Silbermedaille beim Marathon der Olympischen Spiele 1992, trainiert wurde.<ref>Japan Running News: Samuel Wanjiru Resigns From Team Toyota Kyushu. 29. Juli 2008</ref><ref>Japan Running News: Toyota Kyushu Accepts Wanjiru’s Resignation. 30. August 2008</ref> Sein Manager war Federico Rosa. Wanjirus Cousin Joseph Muriithi Riri gehört als Marathonläufer ebenfalls zur Weltklasse.<ref>IAAF: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wanjiru, Kenya’s next marathon great? (Memento vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive). 16. Dezember 2007</ref>

Am 15. Mai 2011 stürzte er nach einem heftigen Streit mit seiner Ehefrau vom Balkon seiner Wohnung und zog sich einen Schädelbruch und andere schwere Verletzungen zu, an denen er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. Der kenianischen Polizei zufolge handelte es sich um einen Suizid.<ref name=leicht/><ref>Michael Reinsch: Tod des Marathon-Olympiasiegers: Wunderläufer und Rockstar. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 16. Mai 2011</ref> Die genauen Umstände seines Todes sind aber trotz einer Obduktion bisher ungeklärt. Seine Mutter Hanna Wanjiru geht von einem Mord aus und beruft sich dabei auf einen der obduzierenden Pathologen, der den Tod auf eine schwere Kopfverletzung zurückführt, die mit einem stumpfen Gegenstand zugefügt wurde. Ein offizielles Ermittlungsergebnis gibt es nicht.<ref>Michael Reinsch: Sammy Wanjiru: Mutter überzeugt von Mord am Olympiasieger. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. Juni 2011</ref><ref>Horand Knaup: Tod des Marathonläufer Wanjiru: „Bis es Bumm gemacht hat“. In: Spiegel Online. 14. Juli 2011</ref>

Wanjiru war bis zu seinem Tod mit der kenianischen Sängerin Triza Njeri verheiratet. Diese hatte ihn im Dezember 2010 wegen versuchten Mordes angezeigt, die Anzeige aber später zurückgezogen. Er soll sie und seinen Leibwächter während eines Streits mit einer Kalaschnikow bedroht haben. Seine Frau zog diese Anzeige später zurück, reichte aber die Scheidung ein. Zuletzt wurde gegen ihn wegen illegalen Waffenbesitzes ermittelt. Eine Gerichtsverhandlung stand unmittelbar bevor.<ref name=leicht>sid: Samuel Wanjiru stürzt in den Tod. In: leichtathletik.de. 16. Mai 2011, abgerufen am 17. Mai 2011.</ref>

Persönliche Bestzeiten

Weblinks

Commons: Samuel Kamau Wanjiru – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang 1896: Königreich GriechenlandDatei:State Flag of Greece (1863-1924 and 1935-1973).svg Spyridon Louis | 1900: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Michel Théato | 1904: Vereinigte Staaten 46Datei:Flag of the United States (1908-1912).svg Thomas Hicks | Zwischenspiele 1906: Kanada 1868Datei:Canadian Red Ensign (1868-1921).svg Billy Sherring | 1908: Vereinigte Staaten 48Datei:Flag of the United States (1912-1959).svg John Hayes | 1912: Vereinigtes Konigreich 1801Datei:Flag of the United Kingdom.svg Ken McArthur | 1920: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Hannes Kolehmainen | 1924: FinnlandDatei:Flag of Finland icon.svg Albin Stenroos | 1928: Dritte Französische RepublikDatei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Boughéra El Ouafi | 1932: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Juan Carlos Zabala | 1936: Japan 1870Japan Son Kitei | 1948: ArgentinienDatei:Flag of Argentina.svg Delfo Cabrera | 1952: TschechoslowakeiDatei:Flag of the Czech Republic.svg Emil Zátopek | 1956: Frankreich 1946Datei:Flag of France (1794–1815, 1830–1974, 2020–present).svg Alain Mimoun | 1960: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1964: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Abebe Bikila | 1968: Athiopien 1941Datei:Flag of Ethiopia (1897–1974).svg Mamo Wolde | 1972: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Frank Shorter | 1976: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1980: Deutschland Demokratische Republik 1949Datei:Flag of East Germany.svg Waldemar Cierpinski | 1984: PortugalPortugal Carlos Lopes | 1988: Vorlage:ITA-1946 Gelindo Bordin | 1992: Vorlage:KOR-1984 Hwang Young-cho | 1996: SudafrikaDatei:Flag of South Africa.svg Josia Thugwane | 2000: Athiopien 1996Datei:Flag of Ethiopia (1996-2009).svg Gezahegne Abera | 2004: Vorlage:ITA-2003 Stefano Baldini | 2008: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Samuel Kamau Wanjiru | 2012: UgandaDatei:Flag of Uganda.svg Stephen Kiprotich | 2016: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2020: KeniaDatei:Flag of Kenya.svg Eliud Kipchoge | 2024: AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Tamirat Tola

Liste der Olympiasieger in der Leichtathletik Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein