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Quecksilbersulfid

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Kristallstruktur
Struktur von Quecksilbersulfid
Vorlage:Farbe Hg2+ 0 Vorlage:Farbe S2−
Allgemeines
Name Quecksilbersulfid
Andere Namen
  • Zinnober
  • Quecksilber(II)-sulfid
  • C. I. Pigment Red 106
Verhältnisformel HgS
Kurzbeschreibung

geruchlose, rote Kristalle<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 215-696-3
ECHA-InfoCard 100.014.270
PubChem 62402
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 232,65 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

8,1 g·cm−3<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

386 °C<ref name="RömppHgIIS">Eintrag zu Quecksilber(II)-sulfid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Siedepunkt

584 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 317
EUH: 031
P: 280<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Quecksilbersulfid (HgS) ist eine chemische Verbindung aus Quecksilber und Schwefel. Es gehört zur Gruppe der II-VI-Verbindungshalbleiter und existiert in drei Modifikationen.

Gewinnung und Darstellung

Die schwarze Modifikation kann durch Reaktion einer wässrigen Lösung von Quecksilber(II)-chlorid mit Zusätzen an EDTA und Ammoniumnitrat mit Schwefelwasserstoff und Ammoniak gewonnen werden.<ref name="brauer">Georg Brauer (Hrsg.), unter Mitarbeit von Marianne Baudler u. a.: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearbeitete Auflage. Band II, Ferdinand Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1054.</ref>

<math>\mathrm{HgCl_2 + H_2S + 2 \ NH_3 \longrightarrow HgS + 2 \ NH_4Cl}</math>

Die rote Modifikation kann durch die Reaktion von Quecksilber(II)-acetat mit Schwefelwasserstoff in heißem Eisessig gewonnen werden.<ref name="brauer"/>

<math>\mathrm{Hg(CH_3COO)_2 + H_2S \longrightarrow HgS + 2 \ CH_3COOH}</math>
Datei:Schwarze Modifikation von Quecksilbersulfid wandelt sich in rote Modifikation um.jpg
Die schwarze Modifikation von Quecksilbersulfid wandelt sich beim Erhitzen in die rote Modifikation um.

Modifikationen

Datei:Zinnober 01.jpg
Quecksilbersulfid (Cinnabarit) als Pigment Zinnoberrot

Alle drei Modifikationen kommen in der Natur als Minerale vor, lassen sich aber auch synthetisch herstellen.

Die trigonale Modifikation Cinnabarit ist landläufig auch als Zinnober bekannt und Namensgeber der Farbe Zinnoberrot.<ref name="Römpp_Cinnabarit">Eintrag zu Cinnabarit. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Der kubisch kristallisierende Metacinnabarit, auch als Quecksilbermohr bezeichnet, ist die schwarze Modifikation. Sie entsteht, wenn zu einer Quecksilbersalzlösung Schwefelwasserstoff hinzugegeben wird. Wegen der besseren Handhabung kann man Schwefelwasserstoff direkt in der Reaktionslösung aus Thioacetamid durch Erhitzen im alkalischen Medium erzeugen.

Die dritte Modifikation ist der hexagonal kristallisierende Hypercinnabarit.

Verwendung

Quecksilbersulfid wird als rotes Pigment (Zinnoberrot) verwendet. Aufgrund seiner extrem hohen Schwerlöslichkeit – das Löslichkeitsprodukt für HgS in Wasser beträgt ca. 10−54 mol2·l−2<ref>Uni Bielefeld: Löslichkeit von Salzen, abgerufen am 22. November 2007.</ref> – ist es, im Gegensatz zu fast allen anderen Quecksilberverbindungen, ungiftig.

Elementares Quecksilber kann mit Schwefel in die rote Modifikation von Quecksilbersulfid umgewandelt und prinzipiell zur Entsorgung unter Tage eingelagert werden (Endlagerung).<ref>Umweltbundesamt: Verhalten von Quecksilber und Quecksilberverbindungen bei der untertägigen Ablagerung in Salzformationen, insbesondere ihrer möglichen Mobilisierung durch salinare Lösungen</ref><ref>Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie: Sichere Entsorgung von flüssigem Quecksilber durch Umwandlung in ungiftiges Quecksilbersulfid</ref>

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />