Zum Inhalt springen

Friedrich Merz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Mai 2026 um 07:01 Uhr durch imported>Tfjt (Nahost-Konflikt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:2025-05-05 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 21. Wahlperiode des Bundestages by Sandro Halank–076 (cropped).jpg
Friedrich Merz (2025)
Unterschrift Friedrich Merz
Unterschrift Friedrich Merz

Joachim-Friedrich Martin Josef Merz (* 11. November 1955 in Brilon) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit dem 6. Mai 2025 der zehnte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Seit 2022 ist er Bundesvorsitzender der CDU. Von 1989 bis 1994 war Merz Mitglied des Europäischen Parlaments, von 1994 bis 2009 war er und ist erneut seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2000 bis 2002 sowie von 2022 bis 2025 war er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zwischenzeitlich war er als Wirtschaftslobbyist und Rechtsanwalt tätig.

Leben

Herkunft, Studium und Beruf

Merz wurde 1955 als ältestes von vier Kindern in eine Juristenfamilie geboren. Seine Mutter Paula-Klara Merz, geb. Sauvigny (* 1928), entstammt einer Briloner Familie, deren Wurzeln auf hugenottische Einwanderer aus Frankreich zurückgehen.<ref>Merz spöttelt über "blaublütigen" Konkurrenten. In: Der Spiegel. 18. September 2020, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 30. März 2026]).</ref> Sein Großvater Josef Sauvigny war von 1917 bis 1937 Briloner Bürgermeister und bis 1933 Mitglied der Zentrumspartei, ab 1937 der NSDAP.<ref>Kersten Augustin, Martin Teigeler: Friedrich Merz und sein Naziopa: Kann Merz als Bundeskanzler dazu weiter schweigen? In: Die Tageszeitung: taz. 8. Mai 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 29. September 2025]).</ref><ref>Who’s Who in Germany. In: John C. Dove (Hrsg.): Sutter’s international red series. Band 1: A–N. WHO’S WHO the international red series Verlag, Zürich 1992, S. 1509–1510.</ref><ref name=":1">Claus Jacobi: Im Rad der Geschichte: Deutsche Verhältnisse. Herbig, München 2002, ISBN 3-7766-2237-7, S. 166 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name=":8">Alfred Bruns: Brilon 1816–1918. Brilon 1988, ISBN 3-923013-08-6, S. 145.</ref><ref name="gaiusjulius">Kirsten Bialdiga und Michael Bröcker: Porträt des CDU-Politikers: Die Ideen des Merz. In: Rheinische Post. 5. November 2019, abgerufen am 6. November 2019.</ref> Sein Vater Joachim Merz (* 1924) entstammt einer evangelischen Soldatenfamilie aus Breslau. Er wurde nach Kriegsdienst und Gefangenschaft als Richter in der Amerikanischen Besatzungszone eingesetzt und führte mehrere NS-Prozesse in Arnsberg.<ref name=":9">Resing, Merz, S. 16 f.</ref> Dort war er später Richter am Landgericht und bis 2007 Mitglied der CDU.<ref>Vgl. Jutta Falke-Ischinger, Daniel Goffart: Der Unbeugsame. Friedrich Merz, die Union und der Kampf um die Macht. Langen Müller, München 2022, ISBN 978-3-7844-3642-5, S. 43.</ref><ref>Parteien: Friedrich Merz’ Vater verlässt die CDU im Groll. In: Welt.de. 12. Februar 2007, abgerufen am 11. Februar 2020.</ref>

Von 1966 bis 1971 besuchte Merz das Gymnasium Petrinum Brilon, musste aus disziplinarischen Gründen die Schule wechseln<ref>Helmut Schümann, Christoph Amend: „Es gab auch mal einen anderen Friedrich Merz“. In: Der Tagesspiegel. 31. Oktober 2018, abgerufen am 5. November 2018.</ref> und bestand 1975 das Abitur am Städtischen Gymnasium in Rüthen.<ref name="gaiusjulius" /><ref name="rp">Das ist Friedrich Merz. Porträt des CDU-Politikers. In: RP Online. Rheinische Post, abgerufen am 17. März 2019.</ref> Vom 1. Juli 1975 bis zum 30. September 1976<ref>Haben Sie eigentlich gedient, Herr Merz? In: spiegel.de. 5. April 2001, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref> leistete er Wehrdienst bei der Bundeswehr in Clausthal-Zellerfeld, Warendorf, Kusel und Dülmen. Er wurde in der Panzerartillerie an der Panzerhaubitze M109 ausgebildet. Sein letzter Dienstgrad war Fahnenjunker.<ref>Burkhard Uhlenbroich: So denkt der Kanzler heute über die Bundeswehr. In: bild.de. 7. Juni 2025, abgerufen am 12. Juni 2025.</ref><ref>Friedrich Merz: Der Besuch heute bei der Artillerieschule … In: instagram.com. 30. Oktober 2024, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref> Seine Ausbildung als Reserveoffizieranwärter konnte er aufgrund einer Knieverletzung nicht beenden.<ref>Friedrich Merz im Interview: „Worte reichen nicht: Wir müssen die Zeitenwende mit Leben füllen“. In: dbwv.de. 6. Februar 2023, abgerufen am 31. Oktober 2024.</ref>

Merz studierte danach als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung von 1976 bis 1982 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Philipps-Universität Marburg das Fach Rechtswissenschaft<ref name="rp" />. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung war Merz 1985/86 als Richter auf Probe am Amtsgericht Saarbrücken tätig. Im Zeitraum zwischen 1986 und 1989 war er Syndikus beim Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Bonn und in Frankfurt am Main.

Eintritt in die Politik, Abgeordnetentätigkeit und Machtkampf gegen Angela Merkel

Datei:KAS-Merz, Friedrich-Bild-26612-2.jpg
Merz als Kandidat im Europawahlkampf (1989)

Merz trat als Schüler 1972 in die CDU ein und engagierte sich in der Jungen Union in Brilon, deren Vorsitzender er im Jahr 1980 war.

In seiner politischen Tätigkeit war Merz vorwiegend parlamentarisch tätig. Bei der Europawahl 1989 wurde er in das Europäische Parlament gewählt, dem er bis 1994 angehörte. Von 1994 bis 2009 war er im Wahlkreis Hochsauerlandkreis, in dem er bei der Wahl 2005 mit 57,7 % sein bestes Erststimmenergebnis erreichte, direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages<ref>Friedrich Merz. Biografie. In: Abgeordnete 16. Wahlperiode. Deutscher Bundestag, 28. April 2010, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref> und dort von 1996 bis 1998 Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde Merz im Oktober 1998 zunächst stellvertretender Vorsitzender und im Februar 2000 als Nachfolger Wolfgang Schäubles Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit Oppositionsführer.

Die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel beanspruchte nach der Bundestagswahl 2002 den Fraktionsvorsitz für sich, während Merz zum stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde. Im Dezember 2004 trat er von diesem Amt zurück und gab damit den jahrelangen Machtkampf mit Angela Merkel verloren.<ref>Severin Weiland: Enthüllung: Wie Merkels und Merz’ Feindschaft begann. In: Der Spiegel. 8. Februar 2007, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 27. September 2021]).</ref> 2005 wurde Merz in den Andenpakt der CDU aufgenommen;<ref name="SPON-382963">Hajo Schumacher: Union: „Anden-Pakt“ nimmt Friedrich Merz auf. In: Spiegel Online. 3. November 2005, abgerufen am 15. Mai 2020.</ref> ein ursprünglich geheimes Netzwerk einflussreicher CDU-Männer, das 1979 von damaligen Mitgliedern der Jungen Union während einer Reise in die südamerikanische Andenregion gegründet worden war. Der Andenpakt stand in Opposition zu Merkel, vor allem in den fünf Jahren vor ihrer Kanzlerschaft im Jahr 2005, als sie Vorsitzende der CDU geworden war.<ref name="Spiegel2003">Ralf Neukirch und Christoph Schult: Christdemokraten – Der Männerbund. In: spiegel.de. Der Spiegel (Nr. 27/2003, S. 38–46), 29. Juni 2003, abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref>

Neben seinem Bundestagsmandat war Merz von 2002 bis 2004 als Anwalt in einer Kölner Kanzlei tätig. Im Februar 2007 erklärte er, wegen parteiinterner Differenzen bei der Bundestagswahl 2009 nicht erneut zu kandidieren; er schied Ende Oktober 2009 folglich aus dem Parlament aus. Sein Nachfolger im Wahlkreis wurde Patrick Sensburg, der den Wahlkreis, eine Hochburg der CDU, von 2009 bis 2017 gewann.<ref>Ergebnisse Hochsauerlandkreis – Der Bundeswahlleiter. Abgerufen am 11. Januar 2021.</ref><ref>Bundestagswahl 2017: Alle Ergebnisse. In: Spiegel Online. 24. September 2017 (spiegel.de [abgerufen am 11. Januar 2021]).</ref>

Tätigkeiten in der Wirtschaft und bei Organisationen

Merz war 2005 Gründungsmitglied und bis zur Auflösung 2014 Mitglied des Fördervereins der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.<ref>Förderverein Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Arvchivlink (Memento vom 19. Juni 2006 im Internet Archive)</ref>

Im Jahr 2005 wurde Merz Partner in der Rechtsanwaltskanzlei Mayer Brown, in deren Düsseldorfer Büro er ab 2014 als Senior Counsel tätig war.<ref>Gabriela Keller: Der Mann der Großkonzerne: Das Lobby-Netzwerk von Friedrich Merz. In: correctiv.org. 28. Januar 2025 (correctiv.org [abgerufen am 30. Januar 2025]).</ref> Er vertrat als Mitarbeiter der Sozietät und gleichzeitiger Bundestagsabgeordneter 2006 die Interessen der RAG Aktiengesellschaft im Bundestag, als sie den Börsengang plante, was nach Bekanntwerden für öffentliche Empörung sorgte.<ref>Jörg Lichter, Lars Reppesgaard: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Anwälte hinter verschlossenen Türen. (Memento vom 5. November 2022 im Internet Archive) In: Handelsblatt, 14. April 2006.</ref>

Merz gehörte folgenden Aufsichtsräten, Beiräten und Verwaltungsräten an:

2010 wurde Merz als Nachfolger des verstorbenen Otto Graf Lambsdorff (FDP) in den Verwaltungsrat von HSBC Trinkaus & Burkhardt berufen.<ref>Ex-Spitzenpolitiker: Merz heuert bei der Privatbank HSBC Trinkaus an. In: Der Spiegel. 12. Januar 2010, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 15. Dezember 2024]).</ref>

Anschließend beauftragte ihn der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin mit der Leitung des Verkaufsprozesses der WestLB an einen privaten Investor.<ref>Angeschlagene Landesbank: Merz soll West-LB-Verkauf regeln. 17. Juni 2010, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref> Während der Verhandlungen, an denen auch HSBC Trinkaus & Burkhardt beteiligt war, wurde der Verdacht eines Interessenkonflikts laut, den Merz zurückwies. Er wurde zudem für ein Tageshonorar, auch samstags und sonntags, von 5000 Euro kritisiert, das sich auf insgesamt 1.980.000 Euro belief. Einige Medien kommentierten, dass Merz eine zu hohe Entlohnung für „erfolglose Arbeit“ vom Steuerzahler erhielt.<ref>Andreas Halbach und Andreas Linke: Wie sozial ist Friedrich Merz? – Der Kandidat. (PDF) Manuskript. frontal, 27. November 2018, S. 4, abgerufen am 9. Oktober 2024.</ref> Laut dem Bundesverband Deutscher Unternehmensberater sei ein derartiger Tagessatz nicht unüblich, aber „an der oberen Grenze“.<ref name="manager--970377">Ex-CDU-Star Friedrich Merz und der Karriereknick. In: manager-magazin.de. 20. Mai 2014, abgerufen am 14. Mai 2020.</ref><ref>Dietmar Palan: Das ewige Talent. In: Manager-Magazin. Nr. 5, Mai 2014, S. 26.</ref>

Als Merz 2018 für den Parteivorsitz der CDU kandidierte, wurde ein möglicher Interessenkonflikt wegen seines Aufsichtsratsmandats bei BlackRock diskutiert. Er beendete das Mandat Ende März 2020 und kündigte an, keinen „beruflichen Tätigkeiten außerhalb der Politik“ mehr nachgehen zu wollen, sollte er erneut in den Bundestag einziehen.<ref>Friedrich Merz will bei Wahl in Bundestag keine Nebentätigkeiten ausüben. In: rnd.de. 19. März 2021, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref>

Ab 1999 war er Mitglied des Präsidiums und von 2019 bis 2021 Vizepräsident der CDU-nahen Lobbyorganisation Wirtschaftsrat der CDU.<ref>Robert Roßmann: Merz wird Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrates. In: sueddeutsche.de. 6. März 2019, abgerufen am 3. Juli 2025.</ref>

Wiedereinstieg in die Politik, Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen beauftragte Merz im Jahr 2017, die Auswirkungen des Brexit für Nordrhein-Westfalen zu koordinieren.<ref>Beauftragter für die Folgen des Brexits und die transatlantischen Beziehungen |. In: Wir in NRW: Das Landesportal. Landesregierung Nordrhein-Westfalen, 7. November 2017, abgerufen am 30. Januar 2020.</ref> Im Jahr 2018 wurden der Sinn und die Wirksamkeit seiner Tätigkeit im Landtag kontrovers diskutiert.<ref>Landtag Nordrhein-Westfalen: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage 1321 vom 17. Juli 2018 des Abgeordneten Horst Becker BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Drucksache 17/3451. (Online [abgerufen am 1. November 2020]).</ref>

Merz entschied sich 2021, wieder für ein Mandat im Bundestag zu kandidieren, und gewann die Nominierung als Direktkandidat gegen seinen Nachfolger, den Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg, mit 327 von 459 Stimmen.<ref name=":3">Merz will in den Bundestag: Er kann's nicht lassen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 2. März 2021.</ref><ref>Kampfkandidatur gegen CDU-Parteikollegen: Friedrich Merz will in den Bundestag. In: Business Insider Deutschland. 2. März 2021, abgerufen am 2. März 2021.</ref><ref>Maximilian Plück: 327 zu 126 Stimmen: Friedrich Merz gewinnt Kampfkandidatur im Sauerland. 17. April 2021, abgerufen am 17. April 2021.</ref> Am 3. September 2021 wurde er in das achtköpfige Zukunftsteam von Armin Laschet zur Kanzlerkandidatur zur Bundestagswahl 2021 berufen.<ref>Laschets Team. Acht für Armin. In: tagesschau.de. Abgerufen am 3. September 2021.</ref> Bei der Bundestagswahl 2021 holte er mit 40,4 % der Wählerstimmen das Direktmandat für den Hochsauerlandkreis.<ref>Ergebnisse Hochsauerlandkreis – Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 9. Februar 2025.</ref>

Im Jahr 2018 entschloss sich Merz, beim Bundesparteitag der CDU für das Amt des Parteivorsitzenden zu kandidieren, wozu er am 6. November 2018 vom Vorstand des CDU-Kreisverbands im Landkreis Fulda offiziell als Kandidat vorgeschlagen wurde.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Fulda: CDU Kreisverband schlägt Friedrich Merz für den Bundesvorsitz der CDU vor.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 7. November 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auf dem Parteitag verlor er mit 48,25 % der Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Annegret Kramp-Karrenbauer. Nachdem diese angekündigt hatte, im Laufe des Jahres 2020 den Vorsitz niederzulegen, bewarb sich Merz neben Armin Laschet und dem CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen.<ref>„Es geht um die Zukunft der CDU“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020.</ref> Auf dem wegen der Corona-Maßnahmen digital durchgeführten Bundesparteitag 2021 lag er im ersten Wahlgang mit 385 Stimmen vor Laschet mit 380 und Röttgen mit 224 Stimmen, unterlag jedoch in der Stichwahl mit 466 zu 521 Stimmen gegen Laschet. Nach der für die CDU/CSU verlorenen Bundestagswahl 2021 war Merz nach Norbert Röttgen und Helge Braun der dritte Bewerber um die Nachfolge des rücktrittswilligen Laschet als CDU-Vorsitzender. Bei der Vorentscheidung im Dezember 2021 erreichte Merz mit 62,1 Prozent im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der rund 400.000 Parteimitglieder bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent;<ref>„Dumm gelaufen für die CSU“. In: welt.de. 18. Dezember 2021, abgerufen am 18. Dezember 2021.</ref> auf dem digitalen Parteitag am 22. Januar 2022 wurde er von den 1.001 CDU-Delegierten mit 94,6 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden gewählt. Neuer CDU-Generalsekretär wurde Mario Czaja.<ref>CDU: Norbert Röttgen attackiert Friedrich Merz. In: Spiegel Online. 16. November 2021, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref><ref>Parteitag: „Signal des Aufbruchs“ – Friedrich Merz zum neuen Vorsitzenden der CDU gewählt. welt.de, 22. Januar 2022, abgerufen am 22. Januar 2022.</ref><ref>Union klettert zurück an die Spitze. In: n-tv. 1. Februar 2022, abgerufen am 2. Februar 2022.</ref>

Datei:EPP Congress Rotterdam - Day 1 (52112981094) (cropped).jpg
Friedrich Merz (2022)

Am 15. Februar 2022 wurde er erneut zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Oppositionsführer gewählt, womit er Ralph Brinkhaus ablöste, der auf eine erneute Kandidatur zugunsten von Merz verzichtet hatte.<ref>Friedrich Merz zum Unions-Fraktionschef gewählt, zeit.de, 15. Februar 2022, abgerufen am 15. Februar 2022.</ref><ref>Brinkhaus verzichtet zugunsten von Merz auf Fraktionsvorsitz, faz.net, 27. Januar 2022, abgerufen am 15. Februar 2022.</ref> Im Juli 2023 tauschte Merz Mario Czaja als Generalsekretär gegen Carsten Linnemann aus, was in den Medien als Teil seines Kurswechsels hin zu einer konservativeren CDU gedeutet wurde.<ref>Linnemann statt Czaja: CDU wechselt Generalsekretär aus. In: FAZ.net. 11. Juli 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. Juli 2023]).</ref><ref>Philip Brost: Merz tauscht Generalsekretär aus: Linnemann soll CDU-Profil schärfen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 11. Juli 2023.</ref> Auf dem Parteitag der CDU am 6. Mai 2024 wurde Merz von rund 90 Prozent der 1001 Delegierten als CDU-Parteivorsitzender wiedergewählt.<ref>CDU-Chef Merz als Parteivorsitzender wiedergewählt. In: tagesschau.de. 6. Mai 2024, abgerufen am 6. Mai 2024.</ref> Nachdem Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU) ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur und ihre Unterstützung für Merz als Spitzenkandidat der Union für die Bundestagswahl 2025 bekanntgegeben hatten,<ref>Marc Felix Serrao: Friedrich Merz – wer denn sonst? In: Neue Zürcher Zeitung vom 18. September 2024, Seite 1.</ref><ref>Sebastian Fischer: CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz gegen Olaf Scholz: Die Unbeliebten. In: Der Spiegel. 17. September 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. September 2024]).</ref> wurde Merz im September 2024 durch Beschluss der Gremien von CDU und CSU offiziell zum Kanzlerkandidaten der Union bestimmt.<ref>Parteigremien bestätigen Merz als Kanzlerkandidaten der Union. In: tagesschau.de. 23. September 2024, abgerufen am 23. September 2024.</ref> Bei der Bundestagswahl 2025 errang Merz mit 47,7 % der Wählerstimmen das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis Hochsauerlandkreis.<ref>Ergebnisse Hochsauerlandkreis – Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 24. Februar 2025.</ref> Auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar 2026 wurde er mit 91,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.<ref>Merz mit 91,2 Prozent als Vorsitzender wiedergewählt. In: welt.de. 20. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>

Bundeskanzler (seit 2025)

Regierungsbildung

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Nachdem CDU und CSU gemeinsam als stärkste Fraktion in den 21. Deutschen Bundestag eingezogen waren, nahm Merz mit der SPD am 28. Februar 2025 zunächst Sondierungsgespräche<ref>Sondierungen von Union und SPD sollen heute beginnen. Abgerufen am 2. März 2025.</ref> und danach am 13. März 2025 Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung auf.<ref>Union und SPD – Stillschweigen, keine Selfies: Das sind die Regeln für die Koalitionsverhandlungen. In: deutschlandfunk.de. 13. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref>

Am 18. März 2025 stimmten die Abgeordneten des 20. Deutschen Bundestages einem Gesetz der Verhandlungspartner zur Änderung des Grundgesetzes zu. Es enthält die Lockerung der Schuldenbremse für Ausgaben bei der Bundeswehr mit über ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ein Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität in Höhe von 500 Milliarden Euro, wovon 100 Milliarden den Ländern zustehen und 100 Milliarden für den Klimaschutz vorgesehen sind. Letzteres wurde von den Grünen durchgesetzt, die Union und SPD zu einer Zweidrittelmehrheit verhalfen.<ref>Martin Polansky: Was bedeutet das schwarz-rote Finanzpaket für die Klimapolitik? In: tagesschau.de. Abgerufen am 28. März 2025.</ref> Kritisiert wurde das Vorgehen, den alten Bundestag noch einmal einzuberufen. Internationale Unterstützung für das Finanzpaket erhielt Merz von NATO-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.<ref>Finanzpaket von Union und SPD – Lob von Rutte und von der Leyen. In: deutschlandfunk.de. 18. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref> Am 9. April 2025 stellte Merz zusammen mit dem Parteivorsitzenden der CSU, Markus Söder, und den Co-Parteichefs der SPD, Lars Klingbeil und Saskia Esken, den Koalitionsvertrag für die geplante schwarz-rote Koalition vor.

Bei der Wahl zum Deutschen Bundeskanzler erreichte Merz am 6. Mai 2025 im ersten Wahlgang mit 310 Ja-Stimmen nicht die erforderliche Kanzlermehrheit von 316 Stimmen.<ref>Bundestag Merz scheitert im ersten Wahlgang bei Kanzlerwahl. In: tagesschau.de. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025.</ref> Insgesamt verfügten die Abgeordneten von CDU, CSU und SPD über 328 Stimmen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Kanzlerkandidat im ersten Wahlgang scheiterte.<ref>Henrik Bahlmann et al.: Merz düpiert – Fraktionen verhandeln über Termin für zweiten Wahlgang. In: spiegel.de. Der Spiegel, 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025 (Newsticker).</ref> Daraufhin beschloss der Bundestag mit den Stimmen aller Abgeordneten und Fraktionen, von der Geschäftsordnung abzuweichen und einen zweiten Wahlgang am selben Tag durchzuführen. In diesem wurde Merz mit 325 Stimmen zum Bundeskanzler gewählt und kurz darauf von Bundespräsident Steinmeier ernannt.<ref>Friedrich Merz mit 325 Stimmen zum Bundeskanzler gewählt. In: bundestag.de. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025.</ref> Den Amtseid leistete Merz mit dem Gottesbezug.<ref>Volker Müller: Deutscher Bundestag – Friedrich Merz als Bundeskanzler vereidigt. Abgerufen am 13. Mai 2025.</ref> Er schlug dem Bundespräsidenten nun das Kabinett Merz vor. Mit 69 Jahren war er bei Amtsantritt der zweitälteste Kanzler nach Konrad Adenauer.

Regierungszeit

Beziehungen zu Nachbarländern

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Datei:Prime Minister Keir Starmer visits Ukraine (54508465002).jpg
Keir Starmer, Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron, Donald Tusk und Friedrich Merz (von links nach rechts) telefonieren am 10. Mai 2025 gemeinsam in Kiew mit Donald Trump

Bereits am 7. Mai 2025 brach Friedrich Merz zu seiner ersten Auslandsreise als Bundeskanzler auf. In Paris sprach er mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und forderte eine stärkere Kooperation mit Frankreich bei der Verteidigungspolitik. Außerdem kündigten beide an, das Weimarer Dreieck mit Polen wiederbeleben zu wollen.<ref>Merz: Mehr Kooperation mit Frankreich in Verteidigungspolitik. 7. Mai 2025, abgerufen am 7. Mai 2025.</ref> In Polen traf Merz am selben Tag mit Ministerpräsident Donald Tusk zusammen.<ref name=":3" />

Am 9. Mai reiste Merz nach Brüssel, um sich u. a. mit der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu treffen. Er betonte dabei, dass Deutschland „keine Alleingänge“ beim Kampf gegen irreguläre Migration gehen werde und mit dem EU-Recht vereinbare Entscheidungen mit den Nachbarländern abstimmen würde.<ref>Hubert Wetzel: Merz in Brüssel bei der EU: Der Neue mit Startguthaben. 9. Mai 2025, abgerufen am 9. Mai 2025.</ref> Zurückweisungen Asylsuchender an den deutschen Grenzen begannen bereits am Tag nach seinem Amtsantritt.<ref>Zurückweisungen an der Grenze sorgen für Streit. Abgerufen am 10. Mai 2025.</ref> Am 2. Juni 2025 erklärte das Verwaltungsgericht Berlin in einer Eilentscheidung die Zurückweisungen für rechtswidrig, allerdings sei es zulässig, das Verfahren nach der Dublin-III-Verordnung an der Grenze durchzuführen.<ref>Zurückweisungen bei Grenzkontrollen sind rechtswidrig (Nr. 32/2025). In: berlin.de. 2. Juni 2025, abgerufen am 2. Juni 2025.</ref> Da die Eilentscheidung aber nur für die Kläger gilt, hielt Merz an den Zurückweisungen fest.<ref>Nach Urteil: Merz hält an Zurückweisung Asylsuchender fest. Abgerufen am 3. Juni 2025.</ref>

Ukraine-Krieg

Beim WDR-Europaforum in Berlin erklärte Merz im Mai 2025, dass das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland oder die USA die erlaubten Reichweiten für Waffen, die an die Ukraine geliefert werden, nicht mehr beschränkten. Der Kreml erklärte daraufhin, dass die Lieferung von Langstreckenwaffen ein „gefährlicher Schritt“ wäre.<ref>Keine Reichweitenbeschränkung. Merz: Kiew kann mit westlichen Waffen in Russland angreifen. In: n-tv.de. 26. Mai 2025, abgerufen am 27. Mai 2025.</ref> Vizekanzler Lars Klingbeil trat der Vermutung entgegen, dass es diesbezüglich eine neue Verabredung gebe, die über Verabredungen der früheren Bundesregierung hinausginge. Nach Medienangaben beabsichtigt die Bundesregierung unter Merz, künftig keine genauen Angaben dazu zu machen, welche Waffensysteme sie an die Ukraine liefert.<ref>„Keine neue Verabredung“. Klingbeil widerspricht Kurswechsel bei Reichweitenbeschränkung für Ukraine. In: n-tv.de. 26. Mai 2025, abgerufen am 27. Mai 2025.</ref> Merz stellte klar, er habe „nur beschrieben, was schon seit Monaten geschehe“.<ref>Merz relativiert Aussage zu Reichweitenbeschränkung von gelieferten Waffen. In: deutschlandfunk.de. 28. Mai 2025, abgerufen am 28. Mai 2025.</ref>

Nahost-Konflikt

Während des G7-Gipfels in Kanada im Juni 2025 löste Merz eine politische Kontroverse aus, als er Israels Militärschläge gegen iranische Atomanlagen als „Drecksarbeit für uns alle“ bezeichnete. Die ZDF-Journalistin Diana Zimmermann hatte in einer Interview-Frage diese Formulierung verwendet, die Merz in seiner Antwort aufgriff. Er äußerte „größten Respekt“ für den „Mut“ der israelischen Führung und begründete dies mit der iranischen Bedrohung durch Atomprogramm, Terrorunterstützung und Drohnenlieferungen an Russland. Die Äußerung stieß auf scharfe Kritik von SPD, Grünen und Linken: Die SPD monierte mangelnde Deeskalation, Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger bezeichnete die Wortwahl als unangemessen im Kontext ziviler Opfer („So redet man nicht über einen Krieg“), und Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sah das Völkerrecht verletzt. Völkerrechtler warnten zudem vor der Rechtfertigung eines völkerrechtlich umstrittenen Präventivschlags. Unterstützung erhielt Merz hingegen von Israels Botschafter Ron Prosor, der die Aussage als realistische Beschreibung bewertete, sowie von Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), der die Sicherheitsbedrohung durch den Iran für Europa betonte.<ref>Christina Nagel: Scharfe Kritik an Merz' „Drecksarbeit“-Aussage zum israelischen Angriff. In: tagesschau.de. 18. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref><ref>Jörn Seidel: "Drecksarbeit" gegen Iran? Was am Lob von Bundeskanzler Merz für Israel dran ist. In: wdr.de. 18. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref><ref>Merz: Israel macht in Iran „Drecksarbeit für uns alle“. In: zdf heute. 17. Juni 2025, abgerufen am 25. Juni 2025.</ref>

Am 8. August 2025 kündigte die Bundesregierung unter Merz an, „bis auf Weiteres“ keine Lieferungen von Waffen an Israel, die im Gazastreifen zum Einsatz kommen könnten, mehr zu genehmigen.<ref>Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt zur Entwicklung in Gaza:. 8. August 2025, abgerufen am 29. März 2026.</ref> Dies wurde unter anderem vom Journalisten Philipp Peyman Engel (Jüdische Allgemeine) und dem Zentralrat der Juden scharf kritisiert. So wurde Merz vorgeworfen, mit der besonderen deutschen Staatsräson gegenüber Israel gebrochen zu haben.<ref>Philipp Peyman Engel: Friedrich Merz und Israel: Die Staatsräson ist tot. Ein Kommentar. 8. August 2025, abgerufen am 9. August 2025.</ref><ref>Aussetzung der Waffenlieferungen an Israel. In: zentralratderjuden.de. Abgerufen am 9. August 2025.</ref> Auch in den Reihen der eigenen Partei und insbesondere der CSU sowie der nicht im Bundestag vertretenen FDP erntete die Entscheidung Kritik. Lob kam dagegen vom israelischen Historiker Moshe Zimmermann, der die Entscheidung als „schon lange überfällig“ bezeichnete, sowie aus den Reihen der CDU, SPD, der Grünen und der Linken.<ref>Waffenlieferstopp an Israel: Lob und Kritik für Merz’ Entschluss. 8. August 2025, abgerufen am 9. August 2025.</ref><ref>CSU fordert Klärung: Streit um Waffenexport-Stopp an Israel. 9. August 2025, abgerufen am 11. August 2025.</ref> Jeremy Issacharoff, ehemaliger Botschafter Israels in Deutschland, lobte die Entscheidung von Friedrich Merz als „maßvoll im Umfang und zeitlich begrenzt“.<ref name="urlHandelsblatt">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig „Die Mehrheit der Israelis teilt vermutlich die deutsche Position“.] In: Handelsblatt. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 12. August 2025.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im November 2025 hob die Bundesregierung mit Verweis auf die mittlerweile zwischen Israel und Hamas geltende Waffenruhe sowie Verbesserungen bei der humanitären Hilfe für den Gazastreifen die Beschränkungen wieder auf und kehrte zurück zur Einzelfallprüfung von Rüstungsexporten an Israel.<ref>deutschlandfunk.de: Waffenruhe im Gaza-Krieg - Bundesregierung hebt Beschränkungen für Rüstungsexporte nach Israel auf. 18. November 2025, abgerufen am 29. März 2026.</ref>

Privates

Friedrich Merz lebt in Arnsberg-Niedereimer.<ref name=":6">Mit „Kanzler-Boulevard“: Wie sich Niedereimer auf Friedrich Merz vorbereitet. In: wp.de. 25. März 2025, abgerufen am 9. März 2025.</ref> Er hat einen Zweitwohnsitz in Gmund am Tegernsee. Merz ist seit 1981 mit Charlotte Merz geb. Gass (* 1960) verheiratet, die Richterin und Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg ist.<ref>Das Amtsgericht Arnsberg stellt sich vor. Amtsgericht Arnsberg, abgerufen am 7. Juli 2023.</ref><ref>Achim Gieseke: Mit großer Liebe zum Beruf. In: Westfalenpost. 2. Juli 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. November 2020; abgerufen am 18. November 2018.</ref> Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder: Der 1981 geborene Sohn Philippe Merz ist promovierter Philosoph und leitet eine Akademie in Freiburg im Breisgau. Die ältere Tochter Constanze ist Ärztin, die jüngere Tochter Carola Juristin.<ref>Jonas Forster: Friedrich Merz’ Kinder: Das ist über die Familie des Politikers bekannt. In: Der Westen. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Mai 2025.</ref><ref>Jannis Holl: Kanzlerwahl von Friedrich Merz: So erlebten Ehefrau Charlotte und die Töchter den Tag. In: FAZ.net. 6. Mai 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.</ref><ref>Friedrich Merz: DAS sind seine Ehefrau Charlotte und die drei Kinder Constanze, Carola und Philippe. In: rtl.de. 24. Februar 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.</ref><ref>Martin Korte: Friedrich Merz privat: Frau, Familie, Kinder – Infos zum neuen Bundeskanzler. In: morgenpost.de. 5. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.</ref>

Friedrich Merz besitzt ein Haus am Tegernsee, wo auch der Lebensmittelpunkt seines Freundes Wolfram Weimer ist, des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.<ref>Konservativ, wirtschaftsnah und am Tegernsee daheim: Merz-Flüsterer wird Minister von Andreas Schmid, Münchner Merkur, 28. April 2025.</ref><ref>Tegernseer Verleger zieht ins Kabinett ein von Stephen Hank, Münchner Merkur, 28. April 2025.</ref><ref>Ein Verleger als Kulturstaatsminister – was bedeutet Wolfram Weimer für Medien? Vladimir Balzer, Deutschlandfunk 28. April 2025.</ref> In der Süddeutschen Zeitung wurde für diese enge Beziehung der Begriff der Tegernsee-Connection gewählt.<ref>Kulturpolitik Die Tegernsee-Connection, von Hans-Jürgen Jakobs, Süddeutsche Zeitung 28. April 2025.</ref>

Politische Positionen

Wirtschafts- und Finanzpolitik

Merz gilt als Anhänger des Wirtschaftsliberalismus und eines wettbewerbsorientierten Kapitalismus.<ref>Plädoyer für den Wettbewerb. In: deutschlandfunkkultur.de. 26. Oktober 2008, abgerufen am 2. März 2025.</ref> Die Zeit zählt Merz zu den neoliberalsten Christdemokraten.<ref>Bernd Ulrich, Tyler Spangler: CDU unter Friedrich Merz: Wie die CDU versucht, das Volk zu erziehen. In: Die Zeit. 5. Februar 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 24. April 2026]).</ref> Im April 2021 behauptete Merz einen Zusammenhang zwischen Staatsschulden und einer Liquiditätsfalle.<ref>Cerstin Gammelin: Merz und die Liquiditätsfalle: Zweifel an der Wirtschaftskompetenz. 26. April 2021, abgerufen am 24. April 2026.</ref>

Merz setzt sich für Deregulierungen in der Wirtschaft, Bürokratieabbau und Steuersenkungen für Unternehmen ein. Angesichts der Wirtschaftskrise in Deutschland seit 2023 forderte er Ende 2024 eine Wende in der Wirtschaftspolitik. Die von ihm angestrebte steuerliche Entlastung der Unternehmen soll durch Einsparungen beim Bürgergeld und in der Migrationspolitik finanziert werden.<ref>Merz will Entlastungen mit Einsparungen beim Bürgergeld finanzieren, Handelsblatt, zuletzt gesehen am 19. Dezember 2024.</ref><ref>Krise der deutschen Wirtschaft – CDU-Kanzlerkandidat Merz: „Wende in der Wirtschaftspolitik erst mit neuer Bundesregierung möglich“. In: deutschlandfunk.de. 27. November 2024, abgerufen am 13. Mai 2025.</ref>

Im Herbst 2003 wurde unter seiner Leitung ein Steuerkonzept ausgearbeitet, mit drei Steuerstufen von 12, 24 und 36 Prozent und damit deutlich geringeren Einkommensteuersätzen als es das damals aktuelle Steuerrecht vorsah.<ref>Protokoll: 17. Bundesparteitag der CDU Deutschlands. 1.–2. Dezember 2003, Leipzig. (PDF; 2,2 MB) CDU-Bundesgeschäftsstelle, S. 176 ff., abgerufen am 14. Mai 2021.</ref> Das Konzept nahm Anleihen beim Kirchhof-Modell, das die Union im Wahlkampf 2005 vertrat. Viel in den Medien rezipiert wurde sein Ausspruch, dass jeder Bürger seine Einkommensteuer auf einem Bierdeckel solle ausrechnen können. Neben Arbeitnehmerfreibeträgen und abzugsfähigen Rentenvorsorgebeiträgen sowie Spenden sah das Konzept vor, bei der Berechnung bereits bezahlte Kapitalertragsteuern berücksichtigen zu müssen und auf die Steuerstufensätze Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag aufzuschlagen, was auf den von ihm präsentierten und als Wahlkampfmittel verwendeten Beispiel-Bierdeckeln nicht enthalten war.

Merz lehnt eine Vermögensteuer ab. Er behauptete im Jahr 2025, dass diese „gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes“ verstoßen würde, obwohl sie in Art. 106 als Steuerform genannt wird.<ref>Das Interview mit Merz im Faktencheck. tagesschau.de, 13. Juli 2025, abgerufen am 12. Dezember 2025.</ref>

Gesellschaftspolitik

Religion

Merz engagierte sich in seiner Jugend in der Katholischen jungen Gemeinde und ist seit seiner Studienzeit Mitglied in einer katholischen Studentenverbindung. Er betonte 2018 auf einer Konferenz, dass der Buchstabe „C“ im Parteinamen der CDU für das christliche Menschenbild stehe, und bezog sich dabei auf die Debatte um das damals noch im Strafrecht verankerte Werbeverbot für Abtreibungen. Aus der Perspektive seines christlichen Menschenbilds sei eine Werbung für Abtreibung ausgeschlossen. In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter stimmte Merz für strengere Regelungen bei der Abtreibung und sprach sich im Jahr 2001 gegen die Präimplantationsdiagnostik aus.<ref>So katholisch sind Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn. katholisch.de, 7. Dezember 2018, abgerufen am 1. März 2020.</ref>

Merz forderte anlässlich der zunehmenden Christenverfolgung in der Welt Konsequenzen und benannte dabei unter anderem Länder, „in denen der politische Islam in Staat und Gesellschaft dominiert“, sowie Indien und die Volksrepublik China. Er erklärte hierzu: „Wenn uns unsere Freiheit etwas wert ist, dann müssen wir sie verteidigen, ganz gleich wo und wie sie bedroht wird.“<ref>Friedrich Merz: Christenverfolgung ist Anschlag auf unsere Freiheit. katholisch.de, 30. Dezember 2019, abgerufen am 1. März 2020.</ref>

Debatte um Zuwanderung und Einwanderung nach Deutschland

In einer Rede vom 15. Oktober 2000 in Berlin-Neukölln beklagte Merz Auswirkungen der deutschen Migrationspolitik: „Wir haben Probleme mit Ausländern. […] Probleme, die mittlerweile die Menschen zutiefst beunruhigen und bewegen: mit Kriminalität, mit sehr hoher Ausländerarbeitslosigkeit, mit ungelösten sozialen Konfliktstoffen auch mit der übrigen Wohnbevölkerung.“<ref>„Bild“ für Friedrich Merz: Es kann nur einen CDU-Parteichef geben. Tagesspiegel, 6. November 2018, abgerufen am 19. Dezember 2020.</ref>

In der Diskussion um die Aufnahme von in Ungarn befindlichen Asylsuchenden durch Deutschland im Jahr 2015 äußerte Merz, es habe sich hierbei „um eine großartige humanitäre Geste der Bundesrepublik Deutschland“ gehandelt, „diese Flüchtlinge nach Deutschland einzuladen“. Dies hätte jedoch eine „einmalige Ausnahme“ bleiben müssen.<ref>SPD-Vize Stegner: Merz verbreitet rechte „Schauermärchen“. In: Handelsblatt. 19. November 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2019; abgerufen am 2. November 2019 (Artikelvorschau).</ref> Die Politik von Bundeskanzlerin Merkel in der Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016 verglich Merz mit Ereignissen wie der Brexit-Entscheidung der Briten und der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA: Die „über Nacht im Alleingang getroffene“ Entscheidung zur Grenzöffnung für Flüchtlinge sei „keine besonders überlegte europäische Politik gewesen“.<ref>Friedrich Merz fordert Abkehr von Merkels Politik. welt.de, 23. November 2017, abgerufen am 16. November 2018.</ref> Es gehe nicht, dass der Staat einräumen muss, dass er zeitweise darüber die Kontrolle verliert, wer denn in das Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland einreise, so Merz. Um einen ungeregelten Zuzug zu verhindern, seien auch Grenzkontrollen eine Maßnahme. Offene Grenzen dürfen seiner Meinung nach keine Einladung dafür sein, einen ungeregelten Zuzug in die Bundesrepublik Deutschland zuzulassen.<ref>Merz kritisiert in Leipzig Flüchtlingspolitik der Großen Koalition. Mdr.sachsen, abgerufen am 7. Dezember 2018.</ref>

Ende November 2018 forderte Merz eine Debatte zum Asylrecht. „Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, das ein Individualrecht auf Asyl in seiner Verfassung stehen hat.“ Wenn eine europäische Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik ernsthaft gewollt sei, müsse man „eine große öffentliche Debatte darüber führen, ob man einen gesetzlichen Vorbehalt ins Grundgesetz schreibt.“<ref>Rennen um CDU-Vorsitz, Merz zum Asylrecht. Spiegel-Online-Video vom 22. November 2018.</ref> Später konkretisierte Merz diese Äußerungen und wollte sie als Frage verstanden wissen, wie das Grundrecht auf Asyl und ein europäischer Lösungsansatz gemeinsam wirken könnten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Merz relativiert Aussagen zu Asyl. (Memento vom 22. November 2018 im Internet Archive) Deutschlandfunk.de, abgerufen am 22. November 2018.</ref>

In einem Twitter-Beitrag zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) betonte Merz 2020 „erneut(en) Antisemitismus – überwiegend von rechts, aber auch durch die Einwanderung von 2015/16“.<ref>Friedrich Merz: Twitter-Post, 28. Januar 2020</ref> Kritiker warfen ihm daraufhin vor, das Holocaust-Gedenken für Stimmungsmache gegen muslimische Migranten und die Einwanderungspolitik der Regierung Merkel zu instrumentalisieren und damit von der deutschen Schuld abzulenken.<ref>Shitstorm nach dem Auschwitz-Gedenken. Twitter-Zoff um Merz und den angeblich importierten Antisemitismus. In: Westdeutsche Zeitung, 29. Januar 2020.</ref><ref>Malte Lehming: Muslimischer Antisemitismus: Was Wolffsohn, Amthor, Merz und Co. unterschlagen. In: Tagesspiegel, 29. Januar 2020.</ref> Im Juni 2025 meinte Merz in einem Interview mit Fox News in den USA, man habe in Deutschland „eine Art importierten Antisemitismus mit dieser großen Zahl von Migranten“, die man seit 2015 in Deutschland habe. Diese Formulierung „importierter Antisemitismus“ war 2024 zuvor von einigen Publizisten zum „Unwort des Jahres“ gekürt worden, weil sie suggeriere, dass Judenhass vor allem mit dem Zuzug von Migranten zum Problem geworden sei und der Begriff vor allem in rechten Kreisen verwendet werde, um Muslime oder Menschen mit Migrationsbiografie auszugrenzen.<ref>Interview mit Fox News in den USA: Merz sieht in Deutschland »eine Art importierten Antisemitismus«. tagesspiegel.de vom 6. Juni 2025.</ref>

Positionen zur Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik

Im März 2024 verwies Merz in der Debatte um Kapazitäten zur Aufnahmen von Flüchtlingen in Deutschland auf die Aussage von Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer, der sich für die Aufnahme von jährlich maximal 60.000 bis 100.000 Flüchtlingen ausgesprochen hatte. Merz erklärte, Kretschmers Aussage beschreibe ungefähr, „was wir heute mit unserer Integrationskraft noch leisten können“.<ref>Merz für Aufnahme von höchstens 100.000 Flüchtlingen pro Jahr. In: tagesschau.de. 16. März 2024, abgerufen am 17. März 2024.</ref>

Merz forderte im Jahr 2024 eine flächendeckende Zurückweisung von Asylsuchenden an den deutschen Grenzen. Merz sieht dies als ein Signal, das zu weniger irregulärer Migration führen würde.<ref>Markus Dettmer et al.: Die Agenda des CDU-Chefs: Wie ein Kanzler Merz Deutschland verändern könnte. In: Der Spiegel. 17. November 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 5. Januar 2025]).</ref><ref>Migration: Experten halten Grenzschließung durch Notlage für möglich. In: Der Tagesspiegel Online. 28. August 2024, ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 5. Januar 2025]).</ref> Im Dezember 2024 forderte Merz Abschiebungen nach Syrien und einen Aufnahmestopp. Nach Afghanistan und Syrien will er als Bundeskanzler „regelmäßig abschieben“.<ref>Merz fordert Syrien-Abschiebungen und Aufnahmestopp – „nicht durchsetzbar und rechtswidrig“. 17. Dezember 2024, abgerufen am 13. Mai 2025.</ref> Er sieht die Begrenzung der irregulären Migration nach eigenem Bekunden als wichtigste Aufgabe nach der vorgezogenen Bundestagswahl.<ref>Friedrich Merz sieht Bekämpfung irregulärer Migration als wichtigste Aufgabe. In: Der Spiegel. 14. Dezember 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. Mai 2025]).</ref>

Unter Verweis darauf, dass rund 80 Prozent der 200.000 Einbürgerungsantragsteller im Jahr 2024 ihre erste Staatsbürgerschaft behalten wollten, will Merz die von der Ampelkoalition im Jahr 2024 eingeführte Schnelleinbürgerung (die es Bewerbern ermöglichte, nach drei bis fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten<ref>Einbürgerung: Schneller zum deutschen Pass – was jetzt gilt. In: zdf.de. 27. Juni 2024, abgerufen am 5. Januar 2025.</ref>) abschaffen. Wochen vor der Bundestagswahl 2025 sprach er sich zudem für Ausbürgerungen (die eine Grundgesetzänderung erfordern würden<ref>Friedrich Merz: CDU-Chef will Ausbürgerung ermöglichen. In: Der Spiegel. 5. Januar 2025, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 5. Januar 2025]).</ref>) in jenen Fällen aus, in denen Menschen nach einer Einbürgerung bzw. dem Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft mehrfach straffällig werden.<ref>Friedrich Merz: „Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft müsste dann möglich sein“ – WELT. Abgerufen am 5. Januar 2025.</ref>

Datei:Friedrich Merz, EPP Political Assembly, 04-05 May, Munich (cropped).jpg
Friedrich Merz (2023)

Rechtsradikalismus

Im Jahr 2003 positionierte er sich zur Hohmann-Affäre im CDU-Präsidium mit den Worten „Hohmann ist doch ein Rechtsradikaler“, nachdem er als Fraktionsvorsitzender längere Zeit versucht hatte, Martin Hohmann (seit 2016 AfD) aus den Rednerlisten im Bundestag streichen zu lassen.<ref>Matthias Gebauer: Hohmanns Rauswurf: Ungebrochen ins Märtyrertum. In: Der Spiegel. 11. November 2003, abgerufen am 9. September 2021.</ref>

Im Mai 2024 verurteilte Merz auf dem Parteitag der CDU Brandenburg den rassistischen Zwischenfall auf der Insel Sylt, bei dem Gäste in einer Bar die Hetzparole „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“ zum Partyhit L’amour toujours grölten. Mit Blick auf ein Video der Vorfälle erklärte er, das Verhalten sei „auch mit Alkoholkonsum nicht mehr zu erklären“. Zugleich bezeichnete er die AfD als „Abstieg für Deutschland“.<ref>Friedrich Merz über Sylt-Eklat: »Auch mit Alkoholkonsum nicht mehr zu erklären«. In: Der Spiegel. 25. Mai 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 13. August 2025]).</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Homosexualität

Im Jahr 2018 befürwortete Merz die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe, kritisierte jedoch die von ihm als überstürzt angesehene Einführung „über Nacht“.<ref>Jan Petter, Almut Cieschinger: Wie Friedrich Merz mit der gesellschaftlichen Erneuerung haderte. In: Der Spiegel. 15. November 2018, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 27. Juli 2025]).</ref>

Wehrpflicht

Nachdem Merz im Jahr 2018 die Aussetzung der Wehrpflicht in Deutschland rückblickend befürwortet hatte,<ref name=":2">Jan Petter und Almut Cieschinger: Friedrich Merz’ Konservatismus: „Solange ich da nicht mitmachen muss“. Der Spiegel, 15. November 2018, abgerufen am 2. November 2019.</ref> setzte er sich 2024 für ihre Wiedereinführung ein, die dann auch für Frauen gelten solle.<ref>Marcel Görmann: Friedrich Merz macht Ansage an Teenie-Mädchen! Wenn er Kanzler wird, kommen sie nicht davon. In: DerWesten.de. 14. Oktober 2024, abgerufen am 14. Oktober 2024.</ref>

Ablehnung von Cannabislegalisierung

Merz lehnt eine Legalisierung des Konsums von Cannabis und des Anbaus für den Eigenbedarf unter anderem aus Gründen des Jugend- und Gesundheitsschutzes ab. Er begründete dies auch mit eigenen negativen Erfahrungen beim Drogenkonsum in der Schulzeit.<ref>Cannabis-Legalisierung: CDU-Chef Merz fand Erfahrung während der Schulzeit »furchtbar«. In: Der Spiegel. 21. März 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. März 2024]).</ref><ref>Merz hat schon mal gekifft. In: n-tv Nachrichten. Abgerufen am 21. März 2024.</ref> Das Cannabisgesetz wollte Merz im Falle eines Wahlsiegs bei der Bundestagswahl 2025 aufheben.<ref>Wegen Drogenkriminalität: CDU-Chef Merz will Cannabis-Freigabe nach Wahlsieg schnell rückgängig machen. In: welt.de. 26. Juli 2024, abgerufen am 27. Juli 2024.</ref><ref>Friedrich Merz: „Die Holländer sind fassungslos über das, was hierzu in Deutschland gerade abläuft“. In: welt.de. 27. Juli 2024, abgerufen am 27. Juli 2024.</ref>

Sozial- und Arbeitsmarktpolitik

Im Jahr 2000 forderte Merz, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen. Kritik an diesem Vorschlag kam sowohl aus der CSU, der SPD als auch aus der FDP. Ottmar Schreiner bezeichnete dies als „sozialpolitischen Amoklauf“, Horst Seehofer als „Nonsens“.<ref>„Ein sozialpolitischer Amoklauf“. In: spiegel.de. 1. April 2000, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref> Merz kritisierte die neu eingeführte Grundrente der schwarz-roten Koalition im Jahr 2020. Merz warnte davor, dass das Rentensystem als solches ins Wanken geraten könnte. Die beschlossene Grundrente hält er für falsch:

„Sie ist zumindest ein schwerer Fehler im System unserer beitragsbezogenen Rentenversicherung. Wir können nur hoffen, dass dadurch nicht das ganze System infrage gestellt wird.“<ref>Merz hält Grundrente für „einen schweren Fehler“. In: welt.de, 19. Juli 2020.</ref><ref>Merz erneuert Kritik an Grundrente und sucht Alternative zur Frauenquote. In: handelsblatt.com, 19. Juli 2020.</ref><ref>Merz zündelt bei der Grundrente. In: n-tv.de, 21. November 2019.</ref>

Im Jahr 2004 sprach sich Merz für tiefgreifende Änderungen am Sozialsystem aus. Insbesondere wollte er den Kündigungsschutz zunächst für Arbeitnehmer, die älter als 53 sind, und, sofern der Nachweis gelinge, dass weniger Schutz zu mehr Beschäftigung führe, später für alle komplett abschaffen. Dies wäre seiner Ansicht nach nötig gewesen, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu erhalten, da es in der Schweiz ohne Kündigungsschutz Vollbeschäftigung gegeben habe.<ref>Merz will Kündigungsschutz ganz abschaffen. In: faz.net. 25. Juli 2004, abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref> Merz hält die Einführung des Mindestlohns für richtig.<ref>Michael Schlieben: Merkel-Nachfolger: Wer sie will. Was sie wollen. In: zeit.de. 15. November 2018, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref> Allerdings dürfe man es hinsichtlich der Höhe „nicht übertreiben“, da sonst die Arbeitslosigkeit bei den schlecht Qualifizierten drastisch steigen könnte.

Merz lehnt das Bürgergeld ab und spricht sich für die Einführung einer „neue Grundsicherung“ aus. Die Gewerkschaft Verdi bewertete diese Pläne als „menschenverachtend und verfassungswidrig“.<ref>Emeli Glaser: Änderungen beim Bürgergeld: Das kommt auf Empfänger zu, wenn Friedrich Merz Kanzler wird. In: suedkurier.de. 10. November 2024, abgerufen am 10. November 2024.</ref><ref>Die Neue Grundsicherung. In: arbeitsmarkt-und-sozialpolitik.verdi.de. 9. April 2024, abgerufen am 10. November 2024.</ref>

Klima- und Energiepolitik

Datei:Friedrich Merz 2019 (cropped).jpg
Friedrich Merz (2019)

Im August 2010 gehörte Merz zu den 40 prominenten Unterzeichnern des Energiepolitischen Appells. Dieser sollte die Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke voranbringen und war eine Lobbyinitiative von vier großen europäischen Stromkonzernen, die Kernkraftwerke betrieben. Im Juni 2011 warnte er vor einer zu schnellen Energiewende und den damit verbundenen steigenden Strompreisen.<ref>Nichts wie raus hier! In: Zeit Online. 2. Juni 2011, abgerufen am 26. Januar 2012.</ref> Im Jahr 2018 bezeichnete Merz den Atomausstieg als richtigen, aber überhastet vollzogen Schritt.<ref name=":2" />

Im Jahr 2019 sagte Merz auf dem Wirtschaftstag des Wirtschaftsrats der CDU, dass der Klimawandel ein ernsthaftes Problem sei. Verbote, Grenzwerte, Regulierungen, Bevormundungen und immer höhere Energiepreise aber seien kein überzeugender Weg. Die CDU müsse über marktwirtschaftliche Instrumente diskutieren. Merz nannte eine Ausweitung des Emissionshandels etwa auf Bereiche wie den Verkehr.<ref>Siemens-Chef attackiert SPD wegen Plänen zur Grundrente. Tagesspiegel, 4. Juni 2019.</ref> Gleichzeitig sprach sich der Wirtschaftsrat der CDU, dessen Vizepräsident Merz 2020 war,<ref>Präsidium. Wirtschaftsrat der CDU, abgerufen am 15. Oktober 2020.</ref> gegen eine Ausweitung der Klimapolitik auf nationaler und europäischer Ebene aus: Im Jahr 2020 nannte der Wirtschaftsrat die europäischen Pläne zur Anhebung des EU-Klimaschutzziels auf 55 oder mehr Prozent bis 2030 „überzogen“.<ref>CDU-Wirtschaftsrat nennt EU-Klimaplan „Instinktlosigkeit“. finanztreff.de, 8. September 2020.</ref> Zur Ausgestaltung von Konjunkturhilfen zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie sollten Klimaschutzmaßnahmen verlangsamt werden. Deutschland gehe „Sonderwege in der Klima- und Energiepolitik“, durch welche „eine De-Industrialisierung droht“. Auf Ebene der Europäischen Union solle sich die Bundesregierung zudem „für eine zeitliche Streckung der klimapolitischen Zielvorgaben einsetzen“.<ref>Wie die Pandemie das Klima schützt – und bedroht. Süddeutsche Zeitung, 12. April 2020.</ref>

Merz hielt es für möglich, dass die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe dazu führen könne, Autos mit Verbrennungsmotoren auch in Zukunft weiterhin einzusetzen und somit keine Treibhausgase mehr zu emittieren. Er setzte sich dafür ein, den Markt entscheiden zu lassen.<ref>Synthetische Kraftstoffe – Warum Friedrich Merz irrt. Wirtschaftswoche, 7. Oktober 2020.</ref> Merz sagte im Nachgang zur Hochwasserkatastrophe 2021 mit Blick auf den Klimaschutz „die Union hat bereits sehr viel getan“ und „Überflutungen wird es immer wieder geben, selbst wenn man sofort die kompletten Vorstellungen von Fridays for Future übernehmen würde“.<ref>Merz: „Auch bei Übernahme aller Fridays-for-Future-Pläne wird es weiter Hochwasser geben“. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 21. Juli 2021.</ref> Mit seinem Privatflugzeug, einer Diamond DA62, reiste er Anfang Juli 2022 zur Hochzeit des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner an, was ihm heftige Vorwürfe hinsichtlich seiner Einstellung zu Umweltpolitik und Klimaschutz einbrachte. Merz entgegnete auf die Kritik, dass sein Flugzeug „weniger Sprit als jeder Dienstwagen eines Mitglieds der Bundesregierung“ verbrauche.<ref>Flugzeug von Friedrich Merz: So schnell ist es, so viel kostet und verbraucht es. Abgerufen am 26. Juli 2022.</ref> Nach Angaben seines Pressesprechers verbraucht die Maschine bei 165 Knoten Reisegeschwindigkeit (etwa 306 km/h) 14,4 l Treibstoff auf 100 Kilometern.<ref>Merz-Flugzeug oder Regierungswagen – was frisst denn nun mehr Sprit? In: Kölner Stadt-Anzeiger. 25. Juli 2022, abgerufen am 21. Oktober 2024.</ref>

2023 erklärte Merz, jeder in der CDU nehme das Thema Klimaschutz sehr ernst. In der politischen Debatte sei es aber überbewertet, die Bevölkerung sehe das Thema längst nicht so wichtig wie die Politik. Auch sei es explizit nicht so, dass die Zeit für erfolgreiche Klimaschutzmaßnahmen ablaufe. Wenn in den nächsten 10 Jahren die Weichen richtig gestellt würden, dann sei das Land auf einem guten Weg.<ref>CDU-Chef Merz: Nehmen Klimaschutz „sehr ernst“. In: Die Zeit, 27. April 2023. Abgerufen am 28. April 2023.</ref><ref> Merz sieht Klimaschutz in Politik überbewertet: „Es ist eben nicht so, dass morgen die Welt untergeht“. In: Der Tagesspiegel, 26. April 2023. Abgerufen am 28. April 2023.</ref>

Außenpolitik

Europapolitik

Datei:EPP Political Assembly, 04-05 May, Munich (52870242323).jpg
Merz auf einer Versammlung der Europäischen Volkspartei im Jahr 2023

Laut Merz muss sich Deutschland mehr für die Europäische Union einsetzen. Wenn Europa scheitere, seien die Deutschen diejenigen, die davon am meisten betroffen wären.<ref>„Ich würde mich zur gehobenen Mittelschicht zählen“. Spiegel Wirtschaft, 14. November 2018, abgerufen am 16. November 2018.</ref> Merz verfasste im Jahr 2018 gemeinsam mit Hans Eichel, Jürgen Habermas, Roland Koch, Bert Rürup und Brigitte Zypries den Aufruf „Für ein solidarisches Europa – Machen wir Ernst mit dem Willen unseres Grundgesetzes, jetzt!“ In diesem wird u. a. eine gemeinsame europäische Armee, eine Stärkung des EU-Parlaments sowie „Solidarität und Kampf gegen Nationalismus und Egoismus nach innen und Einigkeit, gemeinsame Souveränität nach außen“ gefordert. Zudem solle eine europäische Arbeitsmarktpolitik bis hin zu einer europäischen Arbeitslosenversicherung angestrebt werden.<ref>Für ein solidarisches Europa – Machen wir Ernst mit dem Willen unseres Grundgesetzes, jetzt! Handelsblatt, abgerufen am 16. November 2018.</ref>

Die USA unter Donald Trump

Merz sagte am 4. November 2020 in Bezug auf den US-Präsidenten Donald Trump: „Wir kämen schon klar.“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= Nach dem gewaltsamen Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 der Trump-Anhänger äußerte Merz am 6. Januar 2021: „Donald Trump ist offenkundig kein Demokrat.“Vorlage:": Ungültiger Wert: ref=

Krieg in Israel und Gaza

2023 sagte er in Hinblick auf die Ermahnung der Vereinigten Staaten an Israel, sich im Krieg in Israel und Gaza an das Völkerrecht zu halten, Deutschland solle keine Vermittlerrolle einnehmen und sich mit öffentlichen Ratschlägen an Israel zurückhalten. Trotz möglicher Kriegsverbrechen Israels im Gazastreifen habe Deutschland eine historische Verpflichtung, dem Land „ohne Wenn und Aber“ zu helfen.<ref>Krieg im Nahen Osten – Merz: Deutschland wird keine Vermittlerrolle spielen können. In: deutschlandfunk.de. Abgerufen am 11. November 2023.</ref>

Im Januar 2025 kündigte Merz am Körber Global Leaders Dialogue an, er würde hinsichtlich des Haftbefehls gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der im November 2024 vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in allen Vertragsstaaten angeordnet wurde, „alles tun, um […] eine entsprechende Vollstreckung dieses Spruchs des Internationalen Strafgerichtshofs abzuwenden“.<ref>„Alles tun, um Vollstreckung abzuwenden“: Merz hält Festnahme Netanjahus bei Deutschland-Besuch für „unvorstellbar“. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 24. Januar 2025]).</ref> Bei einer Pressekonferenz am Tag nach der Bundestagswahl 2025 äußerte Merz außerdem, er wolle „Mittel und Wege finden“, einen Besuch Netanjahus in Deutschland zu ermöglichen, ohne dass dieser verhaftet werde.<ref>Jens Thurau: Merz will Netanjahu einladen – trotz Haftbefehl aus Den Haag. DW, 28. Februar 2025, abgerufen am 9. Mai 2025.</ref> Deutschland zählt wegen seines Beitritts zum Rom-Statut zu den Vertragsstaaten und laut Art. 25 Grundgesetz gehen allgemeine Regeln des Völkerrechts deutschen Gesetzen vor.

Russland und die Ukraine

Im Dezember 2018 stellte Merz den Sinn des Baus der Pipeline Nord Stream 2 in Frage.<ref>Merz stellt Bau von Nord Stream 2 in Frage. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. Abgerufen am 25. September 2024.</ref> Nach dem Giftanschlag auf den Oppositionspolitiker Alexei Nawalny sprach er sich im September 2020 für einen Baustopp aus.<ref>Friedrich Merz fordert zweijährigen Baustopp für Nord Stream 2. In: Die Zeit. Abgerufen am 25. September 2024.</ref>

Im Verlauf des Russischen Überfalls auf die Ukraine seit 2022 warf Merz Kanzler Scholz hinsichtlich der militärischen Unterstützung der Ukraine wiederholt Täuschung vor.<ref>Merz wirft Scholz Täuschung vor. In: tagesschau.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. Juli 2022; abgerufen am 25. September 2024.</ref> Im Zuge der Taurus-Kontroverse verlangte Merz als Oppositionsführer von der Bundesregierung, dass diese Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine liefert.<ref>Bundestag stimmt gegen Unions-Antrag. In: FAZ. Abgerufen am 25. September 2024.</ref> Nach eigener Aussage würde er diese als Bundeskanzler liefern, wenn Russland bzw. Wladimir Putin nicht der Aufforderung Deutschlands und anderer europäischer Staaten nachkäme, Angriffe gegen die zivile Infrastruktur in der Ukraine einzustellen, und unter der Bedingung, dass Frankreich und Großbritannien ihrerseits die Reichweitenbegrenzung ihrer an die Ukraine gelieferten Waffen aufheben. Er würde als Bundeskanzler versuchen, eine „gemeinsame europäische Entscheidung“ in der Frage der Aufhebung der Reichweitenbegrenzung und der Taurus-Frage herbeizuführen. Russlands Staatsführung würde er zuvor auch Gesprächsbereitschaft signalisieren.<ref>Merz würde der Ukraine „Taurus“ liefern – aber „nicht einfach so“. In: tagesschau.de. Abgerufen am 15. Oktober 2024.</ref> Nach seiner Wahl zum Bundeskanzler behielt Merz jedoch die Linie der Vorgängerregierung bei und sagte im März 2026, er sehe aufgrund der waffentechnischen Fortschritte der Ukraine keine Notwendigkeit mehr für die Lieferung der deutschen Marschflugkörper.<ref>Taurus für die Ukraine? Keine Notwendigkeit, sagt Merz. In: euronews. (euronews.com [abgerufen am 29. März 2026]).</ref>

Beurteilung der AfD und Abgrenzung

Im Juli 2018 sprach sich Merz für einen „unaufgeregteren Umgang“ mit der AfD aus: „Ich hätte auch längst im Deutschen Bundestag einen Vizepräsidenten der AfD gewählt. […] Diese Partei ist mit 12,6 Prozent gewählt worden. Sie ist weder verboten noch als verfassungswidrig eingestuft worden. Hinter ihr stehen Millionen Wähler, die man nicht in eine Opferrolle hineinbringen sollte.“ Er halte es jedoch für richtig, dass die CDU nicht mit der AfD kooperieren dürfe. Es müsse eine ganz klare und messerscharfe Abgrenzung zum politischen Extremismus geben.<ref name="focus-10903897">Merz: „Ich hätte auch längst im Bundestag einen AfD-Vizepräsidenten gewählt“. In: Focus Online. 7. Juli 2019, abgerufen am 14. Mai 2020.</ref> Im November 2018 wiederholte er, dass die CDU sich von der AfD deutlich abgrenzen müsse, da diese offen nationalsozialistisch sei und mit antisemitischen Untertönen auffalle.<ref>Merz bezeichnet AfD als „offen nationalsozialistisch“. In: Tagesspiegel. 12. November 2018, abgerufen am 12. Februar 2020.</ref> Im Dezember 2021, kurz vor seiner Übernahme des Parteivorsitzes, sagte er: „Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“<ref>Veit Medick: CDU: Friedrich Merz geht auf Angela Merkel zu und will Brandmauer Richtung AfD. In: Der Spiegel. 23. Dezember 2021, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. September 2024]).</ref>

Gegen die zunehmende lokale Zusammenarbeit von CDU-Politikern mit AfD-Politikern ging Merz nicht vor; er erklärte im Juni 2023, dass eine solche Kooperation nur in „gesetzgebenden Körperschaften“ verboten wäre, womit er EU-, Bundes- und Landesebene meinte. In den Kommunalparlamenten müsse „natürlich […] nach Wegen gesucht werden, wie man gemeinsam die Stadt, das Land, den Landkreis gestaltet“.<ref>Merz für pragmatischen Umgang mit AfD in Kommunen. In: Tagesschau. 23. Juli 2023, abgerufen am 23. Juli 2023.</ref><ref>ZDF-Sommerinterview mit Friedrich Merz. Abgerufen am 24. Juli 2023.</ref> Dafür wurde er von Teilen seiner eigenen Partei kritisiert, die „ein Bröckeln der Brandmauer nach rechts befürchteten“, beispielsweise von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU).<ref>Breite Kritik an Merz-Äußerungen zur AfD aus eigener Partei. In: Spiegel. 24. Juli 2023, abgerufen am 24. Juli 2023.</ref> Der saarländische CDU-Politiker Tobias Hans stellte seine Eignung als Kanzlerkandidaten öffentlich in Frage, wurde hierfür allerdings von seinem Landesverband kritisiert.<ref>Merz wehrt sich gegen Spekulationen in der K-Frage. In: Die Welt. 26. Juli 2023, abgerufen am 26. Juli 2023.</ref> Der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer (CDU), erklärte dagegen, dass eine Verweigerung von parteiübergreifender Zusammenarbeit bei Sachentscheidungen auf kommunaler Ebene in einer Demokratie nicht durchzuhalten sei.<ref>Sachsens CDU-Ministerpräsident: Kretschmer wirbt für »pragmatischen Umgang« mit der AfD. In: Der Spiegel. 25. Juli 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 25. Juli 2023]).</ref> In Hinblick auf Merz’ Äußerungen und Sprachstil erklärte Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte, Merz klinge wie die AfD; diese Strategie könne nicht erfolgreich sein.<ref name=":7">Dominik Rzepka: Debatte über Asylbewerber – Sozialtourismus bis Zahnarzt: Das Muster Merz. In: zdf.de. 28. September 2023, abgerufen am 12. August 2024.</ref> Sein Versprechen von 2018, die AfD zu halbieren,<ref>Justus Bender, Timo Frasch, Livia Gerster: Merz und seine Brandmauer: Wie halbiert man die AfD? In: faz.net. 17. Juni 2023, abgerufen am 13. August 2024.</ref> nahm Merz 2023 zurück,<ref>Gregor-José Moser: Plötzlich kleinlaut: Merz nimmt Versprechen zur Halbierung der AfD zurück. In: merkur.de. 23. Juni 2023, abgerufen am 13. August 2024.</ref> weil die Opposition nicht die AfD halbieren könne, wenn die Regierung sie mit ihrer Politik stärkt.<ref>Sven Böll, Kati Degenhardt: Wir können so nicht weitermachen: Ist die Ampelregierung schuld an starker AfD? In: t-online.de. 23. Juni 2023, abgerufen am 13. August 2024.</ref>

Kritik und Kontroversen

Kontroverse Aussagen zur Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik

Leitkultur-Aussage

Im Jahr 2000 brachte Merz den zwei Jahre zuvor von seinem Parteikollegen Jörg Schönbohm verwendeten Begriff der „Leitkultur“ der Deutschen<ref>Schönbohm verteidigt Begriff Leitkultur. Deutschlandfunk Kultur, 9. Mai 2007, abgerufen am 21. März 2021.</ref> erneut in die öffentliche Diskussion. Damals sagte er am 18. Oktober 2000 in der Rheinischen Post, dass sich „Zuwanderer, die auf Dauer hier leben wollen, einer gewachsenen freiheitlichen deutschen Leitkultur anpassen“ müssten. Er forderte im Zusammenhang mit dem Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Lehrerinnen im Unterricht, dass sich Zuwanderer, die auf Dauer in Deutschland leben wollten, „einer gewachsenen freiheitlichen deutschen Leitkultur anpassen“ und „unsere Sitten, Gebräuche und Gewohnheiten akzeptieren“ müssten.<ref>Merz gegen Kopftücher im Unterricht. Spiegel Online, 2. Dezember 2000, abgerufen am 26. Januar 2012.</ref> Für diese Leitkultur-Aussage wurde er von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP und auch teilweise von seiner eigenen Partei kritisiert.<ref>S. W. R. Kultur: Merz propagiert "Leitkultur" – Union streitet | 25.10.2000. 18. September 2024, abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref>

Im Jahr 2018 äußerte Merz, dass es beim Thema Leitkultur im Kern um die Frage gehe, ob diejenigen, die nach Deutschland kommen, bereit sind, „unsere Wertegemeinschaft anzuerkennen, unsere Freiheitsrechte, die Ordnung unseres Grundgesetzes und unsere Überzeugung von einer offenen, freiheitlichen, liberalen Gesellschaft“. Dies sei der Lackmustest für eine erfolgreiche Integration. Sobald hingegen Parallelgesellschaften entstehen, sei es nicht verwunderlich, dass die Bürger das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren. Die CDU müsse die Partei sein, die für ein konsequentes Vorgehen bei der inneren Sicherheit stehe, und wieder ohne Abstriche die Partei des Rechtsstaats werden.<ref name="RP-Interview">Friedrich Merz im Interview: „Ich wäre ein loyaler Parteivorsitzender.“ In: Rheinische Post, 9. November 2018, abgerufen am 16. November 2018.</ref> Im November 2018 forderte Merz Muslime dazu auf, das deutsche Recht ohne Einschränkungen zu akzeptieren: „Es gibt hier kein Scharia-Recht auf deutschem Boden. Wir müssen eine bessere staatliche Aufsicht über die Koranschulen haben. Es geht nicht, dass unsere Kinder in den staatlichen Schulen unterrichtet und in den Koranschulen indoktriniert werden.“ Für Muslime in Deutschland gelte demnach nicht nur die Religionsfreiheit, sondern auch das gesamte übrige säkulare Recht Deutschlands.<ref>„Es geht nicht, dass unsere Kinder in Koranschulen indoktriniert werden“. Welt, 29. November 2018, abgerufen am 19. Februar 2020.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Sozialtourismus-Aussage

Wenige Monate nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 erklärte Merz über ukrainische Geflüchtete:

„Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge: nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine.“<ref>Merz bedauert „Sozialtourismus“-Vorwurf gegen Ukrainer. In: Süddeutsche Zeitung. 27. September 2022, abgerufen am 27. September 2022.</ref>

Nachdem sich gegen den Gebrauch des Begriffs Sozialtourismus (Unwort des Jahres 2013) heftiger öffentlicher Protest geregt hatte, bedauerte Merz ihn und entschuldigte sich mehrmals.<ref>Merz beklagt „Sozialtourismus“ von Ukraine-Flüchtlingen. In: tagesschau.de. Abgerufen am 27. September 2022.</ref><ref>Merz rudert nach „Sozialtourismus“-Vorwurf zurück, bleibt aber bei Botschaft. In: Focus. 27. September 2022, abgerufen am 27. September 2022.</ref> Die Kritik an der Verwendung des Begriffs hielt jedoch über Wochen an. Der Faktenfinder der Tagesschau<ref>Herbert Kordes und Lara Straatmann, WDR: Aussage zu Ukrainern: Wie Merz Kreml-Propaganda verbreitete. In: Tagesschau. ARD, 6. Oktober 2022, abgerufen am 18. April 2025.</ref> und das Fernsehmagazin Monitor stellten im Oktober 2022 die Äußerung in den Zusammenhang einer russischen Desinformationskampagne.<ref>"Sozialtourismus": Friedrich Merz und die Kreml-Propaganda. 6. Oktober 2022, abgerufen am 13. Mai 2025.</ref>

Silvesterkrawalle 2023 in Berlin-Neukölln

Merz äußerte sich zu den Silvesterkrawallen 2023 in Berlin-Neukölln in der Sendung Markus Lanz:<ref>Martin Heller: Friedrich Merz polarisiert bei Markus Lanz: „Die kleinen Paschas“ - WELT. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref><ref>fek/dpa: Integrationsdebatte: Merz nennt Söhne von Migranten kleine »Paschas« – und erntet Kritik. In: Der Spiegel. 11. Januar 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. Oktober 2025]).</ref>:

„Wir sprechen hier über Leute, die eigentlich in Deutschland nichts zu suchen haben. Die wir seit längerer Zeit dulden, die wir nicht zurückschieben, die wir nicht abschieben und bei denen wir uns dann darüber wundern, dass es hier solche Exzesse gibt. Und das fängt ja nicht mit Berlin und Neukölln an. Sprechen Sie mal mit Lehrerinnen und Lehrern in den Grundschulen. Was die jeden Tag erleben, auch an verbaler Gewalt. Und dann wollen sie diese Kinder zur Ordnung rufen und die Folge ist, dass die Väter in den Schulen erscheinen und sich das verbitten. Insbesondere, wenn es sich um Lehrerinnen handelt, dass sie ihre Söhne, die kleinen ‚Paschas', da mal etwas zurechtweisen. Da fängt es an. […] Dann sind es in der Schule die Achtjährigen und da draußen auf der Straße in wenigen Jahren die 15-jährigen.“<ref>Merz: "Sprechen über Leute, die in Deutschland nichts zu suchen haben". In: ZDF heute in facebook.com. 11. Januar 2023, abgerufen am 25. Oktober 2025.</ref>

Merz behauptete, Lehrpersonen hätten Schwierigkeiten – vor allem bei Schülern aus migrantischen Familien – anerkannt zu werden. Es gehe darum, dass sich Fehlentwicklungen in der Schulzeit später in der Gesellschaft nicht mehr wirklich korrigieren lassen.<ref>CDU-Vorsitzender Merz verteidigt Aussage zu „kleinen Paschas“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13. Januar 2023, abgerufen am 11. August 2024.</ref> Als ihm Beobachter Populismus vorwarfen,<ref name=":7" /> verteidigte er gegenüber Medien seine Aussage; die Diskussion darüber, was schiefläuft, sei notwendig.

Zahnarzt-Aussage

Eine vergleichbare Kontroverse löste Merz im September 2023 mit einer Aussage über ausreisepflichtige Asylbewerber aus: „Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen, und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.“<ref>Heftige Kritik an Merz nach Aussage über Asylbewerber. In: FAZ. 28. September 2023, abgerufen am 29. September 2023.</ref> Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Christoph Benz, stellte dazu klar: „Ich habe aber noch von keinem Kollegen gehört, dass in der Praxis gerade viele Termine blockiert sind, weil so viele Geflüchtete behandelt werden müssen.“<ref>Kim Björn Becker: „Niemand muss auf einen Termin warten, kein Deutscher und kein Flüchtling“. In: FAZ. 28. September 2023, abgerufen am 29. September 2023.</ref> In der Sache wurden mehrere Strafanzeigen gegen den CDU-Vorsitzenden wegen des Tatbestands der Volksverhetzung erstattet.<ref>Isabelle Daniel: Aussagen über Asylbewerber: Linkenpolitikerin stellt Strafanzeige gegen Friedrich Merz. In: zeit.de. 29. September 2023, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> In der Union wurden einige Stimmen laut, die angesichts der wiederholten sprachlichen „Entgleisungen“ seine Eignung zum Kanzlerkandidaten in Frage stellen.<ref>Veronika Völlinger: Umfrage: Mehrheit der Unionswähler hält Merz nicht als Kanzler geeignet. In: zeit.de. 30. September 2023, abgerufen am 27. Januar 2024.</ref> So warf ihm Tobias Hans vor, unsachlich zu sein und falsche Informationen zu verbreiten. Zudem sei seine Strategie bezüglich der AfD gescheitert.<ref name=":7" />

Dominik Rzepka analysierte in einem Bericht für das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), dass bei Merz’ kontroversen Aussagen ein bestimmtes Muster vorherrsche: „Provozieren, Grenzen verschieben, zurückrudern.“ Oftmals werden diese Aussagen in Zusammenhang mit dem von ihm ausgegebenen Ziel gestellt, die AfD bei ihren Umfragewerten zu halbieren.

Datei:2024-08-21 Event, CDU, Wahlkampf mit Friedrich Merz in Erfurt 2024 STP 3111 by Stepro.jpg
Friedrich Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt (2024)

Stadtbild-Aussage

Im Oktober 2025 sprach Merz bei einer Pressekonferenz in Potsdam, nachdem er gefragt wurde, wie er auf die hohen Umfragewerte der AfD reagiere, über die rückläufige Zahl von nach Deutschland Geflüchteten, gefolgt von dem Kommentar:

„Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“<ref name=":0">"Stadtbild"-Kommentar: Bundeskanzler Merz in der Kritik – DW – 17.10.2025. Abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref>

Die Aussagen wurden in Teilen der Politik, von Medien und Wissenschaftlern als rassistisch kritisiert.<ref name=":0" /><ref name=":4">"Ich habe das Gefühl, dass bewusst versucht wird, verbal nach rechts zu laufen". 21. Oktober 2025, abgerufen am 27. Oktober 2025.</ref> In einer Civey-Umfrage hielten eine Mehrheit (59 % gegen 33 %) der Befragten den Kommentar jedoch für nicht ausländerfeindlich.<ref>Kanzler Merz in der Kritik: Ist seine Aussage über Migration rassistisch? 18. Oktober 2025, abgerufen am 18. Oktober 2025.</ref> In mehreren deutschen Städten kam es zu Demonstrationen mit zum Teil tausenden Teilnehmern gegen Merz’ Äußerung.<ref>Schafft Migration Probleme im "Stadtbild"? Heute Demos in Köln und Münster gegen Merz-Aussage. 23. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref><ref>Baden-Württemberg: Nach "Stadtbild"-Aussage von Merz: Demos in Heidelberg und Mannheim. In: tagesschau.de. Abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref><ref>„Stadtbild“-Protest: Tausende bei Neubauers Anti-Merz-Demo in Berlin. In: RedaktionsNetzwerk Deutschland. 21. Oktober 2025, abgerufen am 23. Oktober 2025.</ref> Merz sagte später, seine Aussage habe sich auf jene Migranten bezogen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus hätten, nicht arbeiteten und die sich auch nicht an die in Deutschland geltenden Regeln hielten. Im Politbarometer von ZDF und Tagesspiegel stimmten 63 Prozent der Befragten dieser Aussage zu, 29 Prozent waren anderer Ansicht. In der Altersgruppe von 18 bis 34 Jahren stimmten 42 Prozent mit Ja, bei den 35- bis 59-Jährigen waren es 70 und bei Menschen ab 60 Jahren 66 Prozent.<ref>Sven Lemkemeyer, Politbarometer zu Migration: Klare Mehrheit stimmt Merz’ „Stadtbild“-Äußerungen zu, tagesspiegel.de vom 24. Oktober 2025.</ref><ref>ZDF-Politbarometer: Stadtbild-Debatte: Was die Deutschen von Merz' Aussage halten, zdfheute.de vom 24. Oktober 2025.</ref>

Am 19. November 2025 sprach Merz als Schirmherr der Stiftung Deutschlandstiftung Integration bei der Verleihung des „Talisman“-Preises. Während der Rede verließen rund 30 Stipendiatinnen und Stipendiaten den Raum, um gegen Merz’ Äußerung zu protestieren.<ref>Deutsche Presse-Agentur, Paula Völkner: Protest gegen den Kanzler: Stipendiaten verlassen bei Merz-Rede den Saal. In: fr.de. 20. November 2025, abgerufen am 21. November 2025.</ref>

Umgang mit Rechtsradikalismus

Kritik erregte Merz mit einem Interview nach dem rassistischen Anschlag in Hanau 2020, in dem er über „rechtsfreie Räume“, „illegale Einwanderung“ und den „Schutz der Grenzen“ sprach, und schließlich auf die Nachfrage eines Journalisten „Schließe ich daraus richtig, dass Ihre Antwort auf das Problem des Rechtsradikalismus die stärkere Thematisierung von Clankriminalität, Grenzkontrollen und so weiter ist?“ mit „Ja“ antwortete.<ref>Merz adelt die Motive der Rechtsradikalen. Abgerufen am 11. Januar 2021.</ref><ref>Worte, Hass und die Folgen: Wie Politiker wie Friedrich Merz sich Nazis zunutze machen. Abgerufen am 11. Januar 2021.</ref><ref>Ein brutaler Satz. Abgerufen am 11. Januar 2021.</ref>

Familienpolitik

Im Jahr 1995 stimmte Merz gegen das „Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetz“, welches als Antwort auf eine Bundesverfassungsgerichtsentscheidung das Abtreibungsrecht liberalisierte.<ref name="tagesspiegel_2020-02-18">Maria Fiedler: Was Friedrich Merz früher forderte – und wie er abstimmte. In: Tagesspiegel. 18. Februar 2020, abgerufen am 11. Februar 2023.</ref>

Merz stimmte 1996 für einen Gesetzesentwurf, der unter anderem die Strafbarkeit von Vergewaltigungen in der Ehe vorsah und eine Widerspruchsklausel enthielt; als 1997 ein überarbeiteter Gesetzesentwurf ohne diese Widerspruchsklausel zur Abstimmung stand, welcher später angenommen wurde, stimmte er dagegen.<ref>Alice Echtermann, Kimberly Nicolaus: Friedrich Merz war für Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe – wegen einer Klausel stimmte er jedoch 1997 gegen den Gesetzentwurf. In: correctiv.org. 21. November 2024, abgerufen am 29. Oktober 2025.</ref> Merz äußerte im Jahr 2020, dass er nie gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigungen in der Ehe gestimmt habe, sondern es sei bei der Abstimmung (für ihn) um die Frage gegangen, ob in das Strafgesetzbuch hierzu eine „Widerspruchsklausel“ (CDU/CSU) oder eine „Versöhnungsklausel“ (SPD) aufgenommen würde. Er begründete sein Abstimmungsverhalten damit, dass er befürchtet habe, dass ein drohendes Strafverfahren durch Falschbehauptungen zerstrittener Ehepartner dem Schutzinteresse betroffener Frauen eher schaden als nützen würde. Er stehe zu seinem damaligen Abstimmungsverhalten, würde aus heutiger Sicht jedoch anders entscheiden.<ref>Friedrich Merz und Angela Merkel im Doppel: „Kann das gutgehen, Herr Merz?“ In: Focus Online, 4. März 2020.</ref> Gegen Aussagen des Linken-Politikers Fabio De Masi, er habe gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe gestimmt, ging Merz laut De Masi erfolglos juristisch vor, da das Landgericht Frankfurt am Main diese Aussage in einer ersten Beurteilung als Fakt einstufte.

Umgang mit Homosexualität

Merz betrachtete im Jahr 2000 das Lebenspartnerschaftsgesetz als verfassungswidrig, da es den Schutz und Stellenwert der Ehe aushöhle.<ref>Merz: Die Union kämpft um den Schutz der Ehe</ref> 2001 sagte Merz, angesprochen auf die offene Homosexualität des damaligen Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit: „Solange er sich mir nicht nähert, ist mir das egal!“ Weiter äußerte Merz, das Privatleben führender Leute in der Öffentlichkeit sei ihm gleichgültig, solange sie ihren Job gut machen.<ref name="tagesspiegel_2020-02-182">Maria Fiedler: Was Friedrich Merz früher forderte – und wie er abstimmte. In: Tagesspiegel. 18. Februar 2020, abgerufen am 11. Februar 2023.</ref>

Merz äußerte 2020, er habe keine Vorbehalte gegen einen schwulen Bundeskanzler. Die sexuelle Orientierung gehe die Öffentlichkeit nichts an. Die Grenze sei der Rahmen der Gesetze und dass die sexuelle Orientierung keine Kinder betreffe.<ref>Frage nach schwulem Kanzler: Friedrich Merz polarisiert mit Äußerung zu Homosexualität. In: FAZ.net. 17. September 2020, abgerufen am 16. September 2024.</ref> Diese von Merz hergestellte Verbindung von Homosexualität und Pädophilie wurde in der medialen Öffentlichkeit breit kritisiert.<ref>Christian Vooren, dpa, AFP: Homosexualität: Friedrich Merz wegen Äußerung zu schwulem Kanzler in der Kritik. In: Die Zeit. 21. September 2020, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 6. Dezember 2023]).</ref><ref>Julian Sehmer: Queerfeindliche Narrative: Transformation tradierter LGBTI*Q-Feindlichkeit und Einbettung in Rhetoriken liberaler Offenheit. In: Soziale Passagen. Band 13, Nr. 2, Dezember 2021, ISSN 1867-0180, S. 351–368, doi:10.1007/s12592-021-00390-5.</ref> Merz bezeichnete dies als Missverständnis.<ref>Das sagt Merz zu seiner Schwulen-Aussage. 25. September 2020 (Online [abgerufen am 11. Februar 2023]).</ref>

Ostdeutschland

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, kritisierte 2018 Merz' Äußerung, es seien bei der Integration der Ostdeutschen auch Fehler gemacht worden; seine Wortwahl suggeriere, dass sich die Ostdeutschen ähnlich wie ausländische Zuwanderer erst an bundesdeutsche Verhältnisse anpassen müssten.<ref name="stern_2018-11-19">Volker Petersen: Heiße Debatte bei Anne Will. Schwesig nimmt Merz in die Mangel. In: Stern. 19. November 2018, abgerufen am 9. Februar 2022.</ref> 2024 äußerte Merz: „Man muss im Osten mehr erklären als im Westen, das ist wahr, aber ich tu’s gern und ich fahr’ da richtig gern hin.“<ref>Janko Tietz: News des Tages: Matthias Ecke, Friedrich Merz auf CDU-Parteitag, Wladimir Putin. In: Der Spiegel. 6. Mai 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 3. September 2024]).</ref>

Haltung zu Umweltverbänden und Naturschutz

Bei einem Wahlkampfauftritt in Bad Saulgau im September 2021 kritisierte Friedrich Merz Umweltverbände wie Greenpeace und den NABU, da sie aus seiner Sicht durch Umweltklagen demokratische Prozesse und die soziale Marktwirtschaft zu wenig anerkennen würden. Er warb dafür, Klimaschutz stärker mit marktwirtschaftlichen Lösungen zu verbinden.<ref>Malte Kreutzfeldt: Friedrich Merz gegen Umweltverbände: Wilde Behauptungen in Bad Saulgau. In: taz.de. 10. September 2021, abgerufen am 1. Oktober 2021.</ref> Später ordnete er seine Aussagen ein und hob die konstruktive Arbeit des NABU ausdrücklich positiv hervor.<ref>Merz entschuldigt sich bei NABU – Kritik reißt nicht ab. In: t-online. 15. September 2021, abgerufen am 19. September 2021.</ref>

Abstimmungen mit der AfD

Unter dem Eindruck des Messerangriffs in Aschaffenburg 2025 brachte Merz für die CDU/CSU-Fraktion einen Fünf-Punkte-Plan zur Verschärfung der Asylpolitik in den Bundestag ein.<ref>CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag: Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU zu der Abgabe einer Regierungserklärung durch den Bundeskanzler zu aktuellen innenpolitischen Themen. Hrsg.: Deutscher Bundestag. Drucksache 20/14698. Berlin 28. Januar 2025, S. 2 (bundestag.de [PDF]).</ref><ref name="Bundestag 5 Punkte">Abstimmung zum Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/CSU. Deutscher Bundestag, 29. Januar 2025, abgerufen am 30. Januar 2025.</ref> Bei dem Entschließungsantrag kam erstmals eine parlamentarische Mehrheit durch die Unterstützung der AfD zustande. Dieses Vorgehen stieß auf scharfe Kritik von SPD, Grünen, der Linken, Angela Merkel und der evangelischen und katholischen Kirche.<ref>Erklärung von Bundeskanzlerin a. D. Dr. Angela Merkel zur Abstimmung im Deutschen Bundestag am 29. Januar 2025. 30. Januar 2025, abgerufen am 30. Januar 2025.</ref><ref>„Befremden uns zutiefst“: Christliche Kirchen geißeln Pläne von CDU und CSU. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 30. Januar 2025]).</ref> Am 31. Januar 2025 brachte die Unionsfraktion einen Entwurf des „Zustrombegrenzungsgesetzes“ in den Bundestag ein, der von CDU/CSU, FDP, BSW und AfD unterstützt wurde, eine Mehrheit kam jedoch nicht zustande.<ref>Deutscher Bundestag – Namentliche Abstimmungen. Abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> Dieses Verhalten, wie auch die Inhalte, deren Rechtskonformität teils angezweifelt wurde, führten zu deutschlandweiten Protesten mit hunderttausenden Teilnehmenden.<ref>Rund 250.000 Menschen demonstrieren in München gegen Rechtsruck. 8. Februar 2025, abgerufen am 27. Februar 2025.</ref><ref>Carl Friedrichs: Demonstrationen gegen rechts: Rund 160.000 Menschen in Berlin fordern klare Abgrenzung von der AfD. In: Die Zeit. 2. Februar 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. Februar 2025]).</ref>

Klage gegen Transparenzgesetz bzw. gegen Offenlegung von Nebeneinkünften

Im Jahr 2006 kam es zu Diskussionen über Interessenkonflikte von Bundestagsabgeordneten, die neben ihrem Abgeordnetenmandat ihren angestammten Beruf ausübten. Abgeordnete sollten ihre Einkünfte aus Nebentätigkeiten offenlegen. Merz, der zu diesem Zeitpunkt laut dem Deutschen Bundestag 14 Nebentätigkeiten ausübte,<ref name="tagesspiegel_2020-02-18" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Friedrich Merz, CDU/CSU. (Memento vom 6. Juli 2007 im Internet Archive), siehe auch: Amtliches Handbuch des Deutschen Bundestages (Teil II) von 2007.</ref> reichte gemeinsam mit acht weiteren Abgeordneten beim Bundesverfassungsgericht Klage gegen die Offenlegung ein. Das Argument: Abgeordnete sind laut Artikel 38 des Grundgesetzes „an Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“ Wenn nun Sanktionen gegen sie verhängt werden könnten, falls sie die Offenlegungspflicht verletzten, sei das ein Verfassungsverstoß. Die Regelung werde viele Abgeordnete in das lebensferne Berufspolitikertum treiben. Im Juli 2007 wies das Bundesverfassungsgericht die Klage mit einem Stimmenverhältnis von vier zu vier ab.<ref>Klage der Abgeordneten gegen Offenlegung von Einkünften erfolglos – Pressemitteilung zum Urteil vom 4. Juli 2007 (2 BvE 1/06). In: bundesverfassungsgericht.de. 4. Juli 2007, abgerufen am 20. Oktober 2020.</ref>

Mitgliedschaften und soziales Engagement

Datei:Secretary of defense visits Germany 150622-D-DT527-253.jpg
Merz im Jahr 2015 als Vorsitzender der Atlantik-Brücke mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und US-Verteidigungsminister Ashton Carter

Merz ist seit 1977 Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Bavaria Bonn im CV<ref>175 Jahre Studentenverbindung: Merz besucht seine Bavaria Bonn. In: General-Anzeiger Bonn. 24. Juni 2019, abgerufen am 23. März 2025.</ref> und Mitglied in folgenden Organisationen: Rotary Club Arnsberg,<ref>Friedrich Merz. In: Rotary Magazin. Abgerufen am 7. November 2020.</ref> Deutscher Anwaltverein (DAV), Deutsch-Amerikanische Juristen-Vereinigung (DAJV), Frankfurter Zukunftsrat, Trilaterale Kommission, Deutsche Nationalstiftung und Atlantik-Brücke. Merz ist außerdem Mitglied der Europa-Union Deutschland.<ref>Europa-Union Parlamentarier im Deutschen Bundestag. Abgerufen am 11. August 2025.</ref>

Anlässlich des 50. Geburtstags von Friedrich Merz im Jahr 2005 gründete das Ehepaar Merz die Friedrich und Charlotte Merz-Stiftung für Bildung und Ausbildung (kurz Merz-Stiftung)<ref>Satzung – Merz Stiftung. Abgerufen am 13. Mai 2025.</ref>, deren Vorstand beide angehören.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Handwerker spenden 3000 Euro für Ausbildungsprojekte (Memento vom 13. September 2019 im Internet Archive)</ref> Die Stiftung unterstützt gemeinnützige Projekte im Bildungswesen,<ref>Was wir machen – Merz Stiftung. Abgerufen am 9. Februar 2025.</ref> die in der Stadt Arnsberg ansässig sind.<ref>Wer kann sich bewerben? Abgerufen am 6. Februar 2020.</ref> Der Kapitalgrundstock betrug zunächst 10.000 Euro, 2016 erfolgte eine Zustiftung von 371.900 Euro.<ref>Friedrich Merz, der Wohltäter. In: faz.net. 25. November 2018, abgerufen am 26. November 2018.</ref>

Sonstiges

Journalist und Politikberater Michael Spreng schrieb 2007 über die Rivalität zwischen Merz und Merkel: Es sei die „exemplarische Geschichte eines talentierten, aber überheblichen und eitlen Mannes, der eine listige, zielstrebige und uneitle Frau unterschätzte.“<ref>Severin Weiland: Wie Merkels und Merz' Feindschaft begann. Der Spiegel, 8. Februar 2007</ref>

Der Komiker Stefan Raab veröffentlichte im Jahr 2025 das Lied Rambo Zambo (Was is Bubatz?), das zwei Aussprüche von Merz enthält, welche dieser im Bundestagswahlkampf getätigt hatte: zum einen den Satz Was ist Bubatz? und zum anderen den Begriff Rambo Zambo bezüglich der anstehenden Feierlichkeiten im Konrad-Adenauer-Haus. Auf seinem TikTok-Kanal gab sich Merz humorvoll und dankte Raab für den Beitrag zur Popkultur.<ref>Jens Strube: Merz kündigt nach Wahlsieg „Rambo Zambo“ an: Was es mit dem Zitat auf sich hat. Stefan Raab hat seine Finger im Spiel. In: rnd.de. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 23. Februar 2025, abgerufen am 29. März 2025.</ref><ref>Friedrich Merz reagiert auf Raab-Parodie. In: TikTok. Abgerufen am 29. März 2025.</ref>

Schriften (Auswahl)

  • mit Michael Glos: Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert. Antworten der Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik auf die neuen Herausforderungen. Olzog, München 2001, ISBN 3-7892-8083-6.
  • Mut zur Zukunft. Wie Deutschland wieder an die Spitze kommt. Goldmann, München 2002, ISBN 3-442-15218-6.
  • Nur wer sich ändert, wird bestehen. Vom Ende der Wohlstandsillusion – Kursbestimmung für unsere Zukunft. Herder, Freiburg im Breisgau 2004, ISBN 3-451-05671-2.
  • Wachstumsmotor Gesundheit – Die Zukunft unseres Gesundheitswesens. Hanser, München 2008, ISBN 978-3-446-41456-3.
  • Mehr Kapitalismus wagen – Wege zu einer gerechten Gesellschaft. Piper, München 2008, ISBN 978-3-492-05157-6.
  • Was ist gerecht? Denkanstöße 2010, Seite 115–126, Ein Lesebuch aus Philosophie, Kultur und Wissenschaft, herausgegeben von Lilo Göttermann, Piper, München 2010, ISBN 978-3-492-25419-9.
  • mit Wolfgang Clement: Was jetzt zu tun ist: Deutschland 2.0. Herder, Freiburg 2010, ISBN 978-3-451-30252-7.
  • Neue Zeit. Neue Verantwortung. Demokratie und Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert. Econ, Berlin 2020, ISBN 978-3-430-21044-7.

Auszeichnungen

Im Jahr 2018 lehnte Merz den ihm von der Ludwig-Erhard-Stiftung verliehenen Ludwig-Erhard-Preis ab. Er begründete dies mit den seiner Meinung nach rechtspopulistischen publizistischen Tätigkeiten des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Roland Tichy (siehe auch Ludwig-Erhard-Stiftung#Kontroversen).<ref>Philip Plickert: Ärger für die Ludwig-Erhard-Stiftung. In: FAZ.net. 16. Juli 2018, abgerufen am 31. Oktober 2018.</ref>

Literatur

  • Jutta Falke-Ischinger, Daniel Goffart: Der Unbeugsame. Friedrich Merz, die Union und der Kampf um die Macht. Langen Müller, München 2022, ISBN 978-3-7844-3642-5.
  • Volker Resing: Friedrich Merz. Sein Weg zur Macht. Herder, Freiburg im Breisgau 2025, ISBN 978-3-451-07241-3.
  • Sara Sievert: Der Unvermeidbare. Ein Blick hinter die Kulissen der Union. Rowohlt, Hamburg 2025, ISBN 978-3-498-00721-8.
  • Mariam Lau: Merz. Eine neue konservative Politik im Zeitalter der Autoritären. Ullstein, Berlin 2025, ISBN 978-3-550-20400-5.

Weblinks

Commons: Friedrich Merz – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Konrad Adenauer (CDU, 1949–1963) | Ludwig Erhard (CDU, 1963–1966) | Kurt Georg Kiesinger (CDU, 1966–1969) | Willy Brandt (SPD, 1969–1974) | Helmut Schmidt (SPD, 1974–1982) | Helmut Kohl (CDU, 1982–1998) | Gerhard Schröder (SPD, 1998–2005) | Angela Merkel (CDU, 2005–2021) | Olaf Scholz (SPD, 2021–2025) | Friedrich Merz (CDU, seit 2025)

siehe auch: Reichskanzler seit 1871

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Bart De Wever (Belgien) | Andrej Gjurow (Bulgarien) | Mette Frederiksen (Dänemark) | Friedrich Merz (Deutschland) | Kristen Michal (Estland) | Petteri Orpo (Finnland) | Sébastien Lecornu (Frankreich) | Kyriakos Mitsotakis (Griechenland) | Micheál Martin (Irland) | Giorgia Meloni (Italien) | Andrej Plenković (Kroatien) | Evika Siliņa (Lettland) | Inga Ruginienė (Litauen) | Luc Frieden (Luxemburg) | Robert Abela (Malta) | Rob Jetten (Niederlande) | Christian Stocker (Österreich) | Donald Tusk (Polen) | Luís Montenegro (Portugal) | Ilie Bolojan (Rumänien) | Ulf Kristersson (Schweden) | Robert Fico (Slowakei) | Robert Golob (Slowenien) | Pedro Sánchez (Spanien) | Andrej Babiš (Tschechien) | Viktor Orbán (Ungarn) | Nikos Christodoulidis (Zypern)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Kabinett MerzVorlage:Klappleiste/Anfang

Konrad Adenauer (1950–1966) | Ludwig Erhard (1966–1967) | Kurt Georg Kiesinger (1967–1971) | Rainer Barzel (1971–1973) | Helmut Kohl (1973–1998) | Wolfgang Schäuble (1998–2000) | Angela Merkel (2000–2018) | Annegret Kramp-Karrenbauer (2018–2021) | Armin Laschet (2021–2022) | Friedrich Merz (seit 2022)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Vorsitzender: Friedrich Merz. Generalsekretär: Carsten Linnemann. Stellvertretende Generalsekretärin: Christina Stumpp. Stellvertretende Vorsitzende: Silvia Breher | Ines Claus | Andreas Jung | Michael Kretschmer | Karl-Josef Laumann | Karin Prien. Bundesschatzmeisterin: Franziska Hoppermann. Gewählte Mitglieder des Präsidiums: Sebastian Lechner | Ina Scharrenbach | Sven Schulze | Mario Voigt | Nina Warken | Wiebke Winter. Mitglieder des Präsidiums kraft Amtes: Niclas Herbst | Julia Klöckner | Jens Spahn. Beratende Mitglieder des Präsidiums: Daniel Günther | Boris Rhein | Kai Wegner | Hendrik Wüst | Marco Melle Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang

Konrad Adenauer (1949) | Heinrich von Brentano (1949–1955) | Heinrich Krone (1955–1961) | Heinrich von Brentano (1961–1964) | Rainer Barzel (1964–1973) | Karl Carstens (1973–1976) | Helmut Kohl (1976–1982) | Alfred Dregger (1982–1991) | Wolfgang Schäuble (1991–2000) | Friedrich Merz (2000–2002) | Angela Merkel (2002–2005) | Volker Kauder (2005–2018) | Ralph Brinkhaus (2018–2022) | Friedrich Merz (2022–2025) | Jens Spahn (seit 2025)

Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Navigationsleiste Vorsitzende der Atlantik-Brücke

Vorlage:Hinweisbaustein