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Ottmarsheim

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Ottmarsheim
Datei:Blason de la ville d'Ottmarsheim (68).svg
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Mulhouse
Kanton Rixheim
Gemeindeverband Mulhouse Alsace Agglomération
Koordinaten 47° 47′ N, 7° 31′ OKoordinaten: 47° 47′ N, 7° 31′ O
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Höhe 217–235 m
Fläche
Einwohner 2.054 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 68490
INSEE-Code 68253
Website https://www.ottmarsheim.com/
Datei:Ottmarsheim, Mairie 2013.jpg
Mairie Ottmarsheim

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Ottmarsheim <templatestyles src="IPA/styles.css" />[ɔt.maʁs.(h)ajm] <phonos file="LL-Q150 (fra)-Mathieu Kappler-Ottmarsheim.wav"></phonos> ist eine Gemeinde mit 2054 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Rixheim im Arrondissement Mulhouse.

Geografie

Ottmarsheim liegt 15 Kilometer östlich von Mülhausen auf einer Höhe von 220 m in der Rheinebene am Rheinseitenkanal und damit nur wenig von der Grenze zu Deutschland entfernt. In unmittelbarer Nähe verläuft die Autoroute A36 (La Comtoise) (Europastraße E54) und trifft nach der Rheinüberquerung auf die deutsche Bundesautobahn 5.

Auf der Gemarkung verlaufen der Mühlhausener Abwasserkanal (Canal des Égouts de Mulhouse), der Hardt-Bewässerungskanal (Canal d' Irrigation de la Hardt), und am Westrand der Hardt der alte Rhein-Rhône-Kanal.

Die umgebenden Gemeinden sind Niffer, Petit-Landau, Hombourg, Chalampé und Bantzenheim sowie auf deutscher Seite die Stadt Neuenburg am Rhein.

Geschichte

In Ottmarsheim bestand schon zu römischer Zeit eine Siedlung. Auf der Gemarkung wurden Gräber der Merowingerzeit entdeckt. Bei den vier ältesten „urkundlichen“ Erwähnungen sind die Historiker bis heute auf jüngere Abschriften angewiesen: 881 (korrigiert aus 801) erscheint Othmareshaim in einem Abdruck der Abschrift aus dem Kopialbuch der Fürstabtei Murbach. Einige Heimatforscher vermuten, dass der Name auf den heiligen Otmar zurückgeht, der im 8. Jahrhundert Abt des Klosters St. Gallen war. Das Kloster St. Gallen sei in der Gegend begütert.<ref>Hans Jakob Wörner, Judith Ottilie Wörner-Hasler: Abteikirche Ottmarsheim. 10. Auflage. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2019, ISBN 978-3-931820-83-1, S. 1.</ref> Ein Blick in das Urkundenbuch des Klosters St. Gallen (UBSG) untermauert diese These nicht sehr eindrucksvoll, denn das Kloster St. Gallen war im Elsass nur in Habsheim und in Kembs (UBSG_1,21) begütert, sonst nur in Baden, in Österreich und in der Schweiz.

1049 weihte Papst Leo IX. hier die neue Klosterkirche ein und nahm das neue Kloster unter den Schutz der römischen Kirche. So will es die Geschichtsschreibung (siehe in Regesta Imperii III,5,2,702-703). Nur: Eine päpstliche Bulle dazu ist nicht erhalten. Wir können dieses Ereignis nur aus den Regesten Heinrichs IV. und einer Bulle Papst Eugens III. von 1153 erschließen.

1063 bestätigte König Heinrich IV. dem (neugegründeten?) Kloster Ottmarsheim seinen Besitz. Dieser Text (gedruckt in RI III,2,3,280) beruft sich auf die verlorenen Privilegien Leos IX. von 1049 (s. o.) und existiert nur in einer Abschrift des 15. Jahrhunderts.

1064 bestätigte Heinrich IV. dem Kloster Ottmarsheim den Besitz weiterer Güter in sieben Grafschaften, auch in 35 Orten des Elsasses, darunter auch in „Othmaresheim“. Diese Schenkungs- und Besitzbestätigung (gedruckt in RI III,2,3,329) existiert nur in einer Abschrift des 17. Jahrhunderts.

Danach kam Ottmarsheim in Besitz des Hauses Habsburg und blieb habsburgischer Besitz bis zum Westfälischen Frieden 1648, wo es mit dem gesamten elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone ging.

Der Besuch der Abtei durch Kaiser Joseph II. und seine Mutter Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1770 geschah in Erinnerung daran, dass Ottmarsheim (und Muri im Aargau) zu den Ursprüngen der Habsburger gehören.

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Ottmarsheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Mülhausen im Bezirk Oberelsaß).<ref>Kreis Mülhausen. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 17. Februar 2026.</ref>

Am Beginn des Zweiten Weltkriegs, im September 1939, wurde die Bevölkerung in den Südwesten Frankreichs (Département Lot-et-Garonne) evakuiert. Nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 war eine Rückkehr möglich. Ottmarsheim wurde zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 9. Februar 1945 durch Truppen der 1. französischen Armee unter General de Lattre de Tassigny von der deutschen Besatzung befreit. Dies geschah im Zuge der Endoffensive der Alliierten gegen den noch immer von den Deutschen hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).

Der Bau des Rheinseitenkanals (Grand Canal d’ Alsace) 1947 und des Wasserkraftwerks (1948–1952) zog vorübergehend Tausende Arbeitskräfte an. Die Einwohnerzahl stieg von 560 im Jahr 1946 auf 1800 im Jahr 1954 an. 1960 wurden die Ports Mulhouse Rhin (die Häfen Huningue, Ottmarsheim, Île Napoléon) von der Handelskammer Mulhouse offiziell eröffnet. Die Zone portuaire von Ottmarsheim, das Industriegebiet am Hafen, umfasst mehrere Chemiewerke und Getreidesilos.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2019
Einwohner 1495 1766 1833 2003 1897 1926 1890 1973
Quellen: Cassini und INSEE

Bauwerke

Der Ort birgt mit der Abteikirche Ottmarsheim ein bedeutendes Baudenkmal aus dem frühen 11. Jahrhundert, das Rudolf von Altenburg, ein Vorfahr der Habsburger, nach dem Vorbild der Pfalzgrafenkapelle Karls des Großen in Aachen als Oktogon, aber wesentlich schlichter erbauen ließ. Daher ist Ottmarsheim auch eine Station an der Romanischen Straße des Elsass.

Datei:Ottmarsheim aussen.JPG
Abteikirche Ottmarsheim

Unweit der Abteikirche steht das ehemalige Benediktinerinnenkloster Ottmarsheim mit unter Denkmalschutz stehender Annakapelle.

Fachwerkbauten: Fachwerkhaus des 17. Jahrhunderts an der Rue du Général de Gaulle Nr. 53 mit dekorativem Fachwerk (Rauten, geschweifte Andreaskreuze=sogenannte Scherenstühle) und einem polygonalen Eckerker. Das Nachbarhaus Nr. 55 besitzt im straßenseitigen Giebel noch sehr altertümliches Fachwerk des 16. Jahrhunderts.

Mairie/École von 1850, noch im Stil der Louis-Philippe-Zeit. Die Fassadenmitte betont durch Werksteinverkleidung im Erdgeschoss und einen klassizistischen Dreiecksgiebel. Darüber ein Dachreitertürmchen. Gequaderte Ecklisenen.

Das Laufwasserkraftwerk Ottmarsheim (Centrale hydroélectrique d’Ottmarsheim) wurde von der EDF 1952 in Dienst gestellt. Es besitzt vier Kaplan-Turbinen. Die Fallhöhe beträgt etwa 15 m. Installierte Leistung 160 Megawatt. Mit dem Kraftwerk verbunden ist eine Doppelschleuse. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Entlang des Rheinseitenkanals entstand ein Industrie- und Hafengebiet. Südlich des Ortes überquert die Autoroute A36 auf der Rheinbrücke Ottmarsheim den Fluss. In unmittelbarer Nähe liegt das Wasserkraftwerk Ottmarsheim.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Vorlage:MerianTopo
  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 651–656.

Weblinks

Commons: Ottmarsheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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