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Mario Adorf

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Datei:MJK 36841 Mario Adorf (Es hätte schlimmer kommen können, Berlinale 2019).jpg
Mario Adorf auf der Berlinale 2019
Unterschrift Mario Adorf
Unterschrift Mario Adorf

Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich; † 8. April 2026 in Paris) war ein deutscher Schauspieler, Hörbuch- und Hörspielsprecher, Synchronsprecher sowie Autor. Insgesamt umfasst sein filmisches Schaffen mehr als 220 Film- und Fernsehproduktionen zwischen 1954 und 2023, daneben war Adorf auch ein profilierter Theaterschauspieler und schrieb mehrere Bücher.

Seinen Durchbruch hatte er 1957 mit dem Kriminalfilm Nachts, wenn der Teufel kam in der Rolle des von den Nationalsozialisten fälschlich zum Serienmörder erklärten Bruno Lüdke. In den 1960er Jahren spielte er in Winnetou, einigen Italowestern und weiteren internationalen Produktionen. Im Kino des Neuen Deutschen Films in den 1970er und 1980er Jahren trat er unter Regie von Volker Schlöndorff im Oscar-Gewinner Die Blechtrommel und in Die verlorene Ehre der Katharina Blum auf sowie unter Rainer Werner Fassbinder in Lola. 1997 spielte er eine Hauptrolle in Helmut Dietls Gesellschaftskomödie Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, mit 3,2 Millionen Kinozuschauern der erfolgreichste deutsche Film des Jahres. Der Produzent Dieter Wedel besetzte ihn in den 1990er/2000er Jahren in Hauptrollen in mehreren TV-Mehrteilern, die hohe Einschaltquoten erreichten: Der große Bellheim, Der Schattenmann und Die Affäre Semmeling.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Mario Adorf wurde in Zürich geboren, dem Geburtsort seiner Mutter, der Deutschen Alice Adorf (1905–1998). Seine Mutter wurde drei Monate nach seiner Geburt aus der Schweiz ausgewiesen und zog nach Mayen in der Eifel, woher ihr Vater stammte und wo sie als Kind gelebt hatte. Mario Adorfs Vater, den er erst mit 21 Jahren kennenlernte, war der Chirurg Matteo Menniti, der in Siderno in Süditalien eine Klinik leitete. Die Mutter, die als Röntgenassistentin in der Klinik gearbeitet und eine Liebesbeziehung mit ihm unterhalten hatte, war hochschwanger aus Italien in die Schweiz geflohen, um ihr Kind nicht in staatliche Obhut geben zu müssen. Nach der Ausweisung aus der Schweiz und dem Umzug nach Deutschland wuchs Mario Adorf in Mayen auf, wo seine Mutter als Näherin und Schneiderin arbeitete.

Als Adorf drei Jahre alt war, gab seine Mutter ihn in das örtliche Kinderheim der Borromäerinnen, da es ihr an Geld und Wohnraum mangelte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Heim geschlossen, und Adorf kehrte zur Mutter zurück.<ref>Mario Adorf wird 75 Jahre alt. In einem Buch erzählt er vom Leben mit seiner Mutter Alice: „Fast wie ein richtiger Herr“. 7. September 2005, abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref>Andreas Öhler: Mario Adorf • Z+ Empfehlung: „Das Böse ist in uns angelegt“. In: Die Zeit. 9. April 2026, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. April 2026]).</ref> Er besuchte den Kindergarten der Borromäerinnen, die Volksschule und das städtische Realgymnasium in Mayen. Er war Mitglied der Hitlerjugend, besuchte 1944 einen Wehrertüchtigungslehrgang an der NS-Führerschule Erich Niejahr in Hermeskeil und wurde Anfang 1945 zum Volkssturm eingezogen.<ref>Lars Wienand: Mario Adorf wollte für Film noch Enkel von ehemaligem Feind treffen. In: t-online.de. 10. April 2026, abgerufen am 14. April 2026.</ref> Nach dem Abitur studierte er ab 1950 Geisteswissenschaften (Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literaturwissenschaft, Historische Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft) an der Universität Mainz und betätigte sich in seiner Freizeit in einer studentischen Boxstaffel und auf einer Studentenbühne, wo er erste schauspielerische Erfahrung sammeln konnte. Daneben arbeitete er unter anderem als Eisenflechter und -bieger bei der Errichtung eines neuen Werkes der Schott AG, um sein Studium zu finanzieren.<ref>Mario Adorf: „Meine Mutter gab mir Sicherheit“. In: Zeitmagazin. (zeit.de [abgerufen am 1. Mai 2018]).</ref><ref>Mario Adorf kehrt zurück an seine Universität. 22. November 2016, abgerufen am 10. April 2026.</ref> Adorf zog 1953 zur Fortsetzung des Studiums nach Zürich und arbeitete dort als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus. Er brach das Studium ab und absolvierte von 1953 bis 1956 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.<ref>Mario Adorf beim Deutschen Filmhaus, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Privates

Datei:AV0A6222 Mario Adorf, Monique Adorf.jpg
Monique Faye und Mario Adorf, 2017

Mario Adorfs erste Ehefrau war die Schauspielerin Lis Verhoeven (1931–2019). Aus dieser Beziehung stammt die Tochter Stella Maria Adorf (* 1963), ebenfalls Schauspielerin. In zweiter Ehe war er seit 1985 bis zu seinem Tod mit Monique Faye verheiratet, die er 1968 an ihrem Geburtsort Saint-Tropez über die mit ihr befreundete Schauspielerin Brigitte Bardot kennengelernt hatte.<ref>Mario Adorf: Er wird neben der Frau begraben, die ihm einst seine Liebste vorstellte. In: Gala. 10. April 2026, abgerufen am 11. April 2026.</ref><ref>Brigitte Bardot: Mario Adorf über Begegnungen und eine besondere Freundschaft. In: Der Spiegel. 29. Dezember 2025, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Adorf lebte in Campione d’Italia, später in München, Paris und Saint-Tropez.<ref>Bayerischer Rundfunk: DOX – DER DOKUMENTARFILM IM BR: Es hätte schlimmer kommen können – Mario Adorf. 24. September 2020, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Auf die Frage, was er an seiner Wahlheimat Rom schätzt, wo er jahrzehntelang wohnte, antwortete Adorf in dem Dokumentarfilm Es hätte schlimmer kommen können in Bezug auf die 1960er Jahre: „Meine Vergangenheit. Das war natürlich damals diese Dolce-Vita-Zeit, sowohl vom Leben her, ein sehr leichtes Leben, wo man sehr gut leben konnte, mit wenig Geld auch. Eine sehr gut gelaunte Zeit auch.“

Auf die Frage nach seiner Identität antwortete Adorf, er fühle sich als „halber Italiener“.<ref>Stuttgarter Nachrichten: Mario Adorf: Der halbe Italiener wird 80. Abgerufen am 21. Mai 2025.</ref> Es habe ihn in den Süden gezogen, und er habe „immer Italiener“ sein wollen. Er habe dann aber gemerkt, dass alles, was ihn an Italien interessierte, vor allem die Kunst, ihn nicht aus einem italienischen, sondern aus einem deutschen Lebensgefühl heraus interessiert habe.<ref>RP Online: Mario Adorf: „Ich wollte immer Italiener sein“. 5. Juni 2009, abgerufen am 21. Mai 2025.</ref> Zuletzt hob er öfter seine Wurzeln in der Eifel und in der rheinischen Mundart hervor.<ref>Mittagsecho, WDR-Hörfunk, 9. April 2026.</ref><ref>In memoriam Mario Adorf, Wh. eines Interviews vom 5. Okt. 2015. Ö1, Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz.https://oe1.orf.at/player/20260409/828736/1775761261000</ref>

Mario Adorf starb am 8. April 2026 nach kurzer Krankheit im Alter von 95 Jahren in seiner Pariser Wohnung.<ref>Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben. In: tagesschau.de. 9. April 2026, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Karriere

Adorf trat ab 1954 an den Münchner Kammerspielen auf und hatte dort von 1955 bis 1962 ein festes Engagement. Nach kleineren Filmrollen wurde er durch seine Darstellung des vom NS-Regime zum Serienmörder erklärten Bruno Lüdke in Nachts, wenn der Teufel kam einem größeren Kinopublikum bekannt.<ref>Verena Mayer: Unschuldig als Serienmörder bezichtigt: Stolperstein für Bruno Lüdke. 29. August 2021, abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte: Steinmeier würdigt NS-Opfer Lüdke: Stolperstein verlegt (Memento vom 7. September 2021 im Internet Archive), Die Zeit 28. August 2021</ref><ref>NDR: Mario Adorf ist 90 geworden – und hadert mit erster großer Rolle. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. September 2020; abgerufen am 9. April 2026.</ref> Rückblickend kritisierte Adorf, dass aus dem Film eine aus seiner Sicht zentrale Szene herausgeschnitten worden sei, die die Verbrechen der Filmfigur mit dem nationalsozialistischen Vernichtungsprogramm hätte konfrontieren können.<ref name="taz_nachruf_2026">Jenni Zylka: Nachruf auf Schauspieler Mario Adorf: Die Gegenspieler lagen ihm. In: taz. 9. April 2026, abgerufen am 9. April 2026.</ref> Zu seinen frühen Filmrollen gehörten auch der Zuhälter in Das Mädchen Rosemarie (1958) und der Schachweltmeister in Schachnovelle (1960).<ref name="taz_nachruf_2026" />

Auf lange Zeit war Adorf auf „Schurkenrollen“ festgelegt. So übernahm er in Winnetou – 1. Teil (1963) den Part von Winnetous bösartigem Gegenspieler Santer, der Winnetous Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) erschießt. In einem Interview erklärte Adorf noch im Jahr 2013, bis heute würden ihn Menschen auf diese Rolle ansprechen und sagen, dass sie ihm diese „Missetat“ lange nicht verziehen hätten.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mario Adorf fühlt sich von Bösewicht Santer verfolgt (Memento vom 25. November 2015 im Internet Archive) In: Focus Online, 5. Dezember 2013, abgerufen am 9. April 2026.</ref> In der Kriminalkomödie Die Herren mit der weißen Weste (1970) gab er den Ganoven Bruno „Dandy“ Stiegler.

Datei:1971-06-23 Mario Adorf Empfang Bonn Kanzlerbungalow.jpg
Mario Adorf, 1971

Nach Schurkenstücken und Komödien fand Adorf auch im Jungen Deutschen Film, dessen Regisseure die Repräsentanten des älteren deutschen Kinos zumeist ablehnten, seinen Platz und bewies dort erneut sein Talent im Charakterfach – etwa als zwielichtiger Kommissar in Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Volker Schlöndorffs und Margarethe von Trottas Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Böll (mit Angela Winkler in der weiblichen Titelrolle), und als Vater Matzerath in Schlöndorffs Günter-Grass-Verfilmung Die Blechtrommel (wiederum mit Winkler sowie mit David Bennent und Katharina Thalbach). 1978 war Adorf in dem politischen Episodenfilm Deutschland im Herbst zu sehen,<ref name="taz_nachruf_2026" /> und in einer ersten – unvollendeten und nie veröffentlichten – Fassung von Werner Herzogs Filmepos Fitzcarraldo übernahm er 1981 eine Hauptrolle neben Jason Robards und Mick Jagger.<ref>Wolfgang Stock: Mario Adorf, der unvollendete Amazonas-Kapitän. In: STOCKPRESS.de. 5. Oktober 2010, abgerufen am 6. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In dem im selben Jahr erschienenen Film Lola von Rainer Werner Fassbinder spielte er den Baulöwen Schuckert (an der Seite von Barbara Sukowa in der Titelrolle). In der Verfilmung des Jugendbuches Momo von Michael Ende war Adorf 1986 an der Seite von Radost Bokel der Maurer Nicola.

Erfolg hatte Adorf auch im internationalen Kino. Dort arbeitete er neben zahlreichen italienischen Produktionen – darunter das Filmdrama Die Ermordung Matteottis, in dem er 1973 den faschistischen Diktator Mussolini verkörperte – beispielsweise mit den Regisseuren Billy Wilder (Fedora, 1978), Claude Chabrol (Stille Tage in Clichy, 1990) und Bille August (Fräulein Smillas Gespür für Schnee, 1997).<ref name="taz_nachruf_2026" /> Sein schauspielerisches Repertoire drückte sich meist in Charakteren aus, die zwischen raubeinigen Knechten und Ganoven und eleganten Mafiosi oder Signori angesiedelt sind. Zu den markanten Arbeiten dieser Phase gehörte auch Roland Klicks Neo-Western Deadlock (1970), in dem Adorf einen knorrigen Einsiedler spielt.<ref name="taz_nachruf_2026" />

Im deutschen Fernsehen spielte Adorf 1986 in einer Folge der Satire-Serie Kir Royal den Kölner Unternehmer Haffenloher und ließ in dieser Nebenrolle bereits ein neues Image erkennen, das ab den späten 1980er Jahren prägend für ihn wurde: die Figur des Patriarchen.<ref name="taz_nachruf_2026" /> Einen solchen stellte er wieder 1991 in Ex und hopp – Ein böses Spiel um Liebe, Geld und Bier dar, und der Regisseur Dieter Wedel besetzte ihn in mehreren TV-Mehrteilern, Der große Bellheim (1992), Der Schattenmann (1995) und Die Affäre Semmeling (2002), die allesamt hohe Einschaltquoten erzielten, jeweils in einer diesem Figurentypus entsprechenden Hauptrolle. 1997 war er der Besitzer eines Münchener Schickeria-Restaurants im erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres (3,2 Millionen Zuschauer), Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief (nach einem Drehbuch von Helmut Dietl und Patrick Süskind, mit renommierten Darstellern wie Hannelore Hoger und Gudrun Landgrebe, aber auch mit zahlreichen jungen, die am Anfang ihrer Karriere standen, darunter Veronika Ferres, Joachim Król, Jan Josef Liefers, Martina Gedeck und Meret Becker). Ab Dezember 1996 war Adorf in der Titelrolle der Sat.1-Krimireihe Tresko als Kunstsachverständiger Joachim „Jo“ Tresko zu sehen, dessen Figur er und der Autor Peter Zingler zusammen entwickelten. Anfang 1997 beendete Adorf die Reihe, um sich um seine kranke Mutter kümmern zu können. Mehr als ein Jahrzehnt später stand er noch einmal als Der letzte Patriarch, als der norddeutsche Marzipanfabrikant Konrad Hansen, für ein zweiteiliges Familiendrama, das 2010 zu seinem 80. Geburtstag in der ARD gesendet wurde, in Hamburg, Lübeck, Schanghai und Singapur vor der Kamera, an seiner Seite Hannelore Elsner und Ursula Karven. Warum er diese Rolle übernommen hat, erklärte er so: „Hansen ist ein charmanter Kotzbrocken, der ganz schön hart sein kann. Aber er erkennt seine Fehler und lernt daraus. Das hat die Rolle für mich so interessant gemacht.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der letzte Patriarch (1) (Memento vom 15. Mai 2021 im Internet Archive), rbb-online.de, 6. Juni 2020</ref>

Datei:2005-10 Mario Adorf 800.jpg
Mario Adorf, 2005

Adorf bekannte im Jahr 2010, es sei sein größter Wunsch, in einer Verfilmung des Lebens von Karl Marx die Hauptrolle zu übernehmen.<ref>FUNKE Mediengruppe: Wird der Traum wahr? Mario Adorf will Karl Marx spielen. 1. Januar 2010, abgerufen am 9. April 2026.</ref> 2018 spielte er dann Marx in dem ZDF-Doku-Drama Karl Marx – der deutsche Prophet.<ref>Karl Marx – der deutsche Prophet. (zdf.de [abgerufen am 9. April 2026]).</ref>

Im Jahr 2003 war Adorf ein Gründungsmitglied der Deutschen Filmakademie. 2007 gehörte er unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Filmemachers Paul Schrader zur Jury der internationalen Filmfestspiele von Berlin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Märchenonkel und Mafiapate (Memento vom 11. September 2010 im Internet Archive) In: news.de (Abgerufen am 8. September 2010.)</ref>

Seit 2018 verleihen die Stadt Worms und die Nibelungenfestspiele Worms den Mario-Adorf-Preis, der an Schauspieler, Bühnenbildner, Regisseure oder andere Mitglieder der Nibelungenfestspiele geht, die sich durch außergewöhnliche künstlerische Leistung hervorheben. Adorf selbst gehörte zum Kuratorium der Festspiele und war Mitglied der Jury. Er initiierte 2002 die Festspiele und wirkte 2002 und 2003 als Schauspieler daran mit.<ref>VRM GmbH & Co KG: Worms: Stadt vergibt Mario-Adorf-Preis – Wormser Zeitung. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Juni 2019; abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref>Mario-Adorf-Preis – Nibelungen-Festspiele Worms. Abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref>WELT: Ursula Strauss erhält Mario-Adorf-Preis. 5. August 2018 (welt.de [abgerufen am 24. Juni 2019]).</ref>

Adorf betätigte sich neben der Arbeit auf der Bühne und vor der Kamera als Synchron- und Hörspielsprecher. 1999 sprach er den Prolog zur Udo-Jürgens-Komposition Die Krone der Schöpfung. 1999 übernahm er die Sprechrolle des Richters der Toten im Musical Elisabeth in Essen. Am 26. November 2016 las er die alljährliche Adventsgeschichte in der Fernsehshow Das Adventsfest der 100.000 Lichter.

Ein Archiv von Adorfs Werken befindet sich an der Akademie der Künste in Berlin.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mario-Adorf-Archiv (Memento vom 28. November 2010 im Internet Archive) Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.</ref>

Engagement

Politisches Engagement

Adorf unterschrieb Ende 2014 einen Appell für eine andere Russlandpolitik, der in der Wochenzeitung Die Zeit abgedruckt wurde, nachdem sich das Verhältnis zwischen westlichen Staaten und Russland infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine und der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim erheblich zugespitzt hatte.<ref>DIE ZEIT: Ukraine-Krise: „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“ In: Die Zeit. 5. Dezember 2014, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. April 2026]).</ref> Nach kritischen Reaktionen in Medien und der Öffentlichkeit verteidigte Adorf den Appell in einem Interview in der Zeitung Welt am Sonntag.<ref>Mario Adorf: „Wir müssen mit Putin reden“ – WELT. Abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Adorf plädierte angesichts der Flüchtlingskrise in Europa 2015/2016 für eine flexiblere Einwanderungspolitik in Deutschland. So müssten die Menschen nicht zwingend integriert oder assimiliert werden, vielmehr müsse sich auch die deutsche Gesellschaft anpassen. Das sei in der Vergangenheit mit Italienern und Polen auch gelungen.<ref>- Ich war Kriegsfreiwilliger | Cicero Online. Abgerufen am 9. April 2026.</ref>

Adorf äußerte sich auch kapitalismuskritisch. So sagte er im Jahr 2010: „Ich glaube nicht an ewiges Wachstum. Irgendwann wird der Kapitalismus am Ende sein.“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mario Adorf prophezeit Ende des Kapitalismus. (Memento vom 20. August 2010 im Internet Archive) In: Recklinghäuser Zeitung.</ref>

Soziales Engagement

Adorf engagierte sich ab 2009 als „Botschafter für gutes Hören“ für die Entstigmatisierung Hörgeschädigter. Zusammen mit einem Hörgerätehersteller warb er für einen positiven Umgang mit Hörgeräten und sensibilisierte für die Früherkennung und den Ausgleich von Hörschäden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Botschafter Mario Adorf (Memento vom 18. Januar 2016 im Internet Archive) bei widex-Hörgeräte</ref>

Filmografie (Auswahl)

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Kinofilme

Fernsehen

Hörspiele

Werke

Erzählungen und Geschichten

  • 1994: Der Dieb von Trastevere. Geschichten aus Italien. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1994, ISBN 3-462-02330-6
  • 1996: Der Fenstersturz und andere merkwürdige Geschichten. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 3-462-02576-7.
  • 2000: Der römische Schneeball. Wahre und erfundene Geschichten. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 3-462-03036-1.
  • 2003: Der Fotograf von San Marco: Die italienischen Erzählungen. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 3-462-03354-9.

Erinnerungen

  • 1992: Der Mäusetöter. Unrühmliche Geschichten. Autobiographie, Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 3-462-02160-5.
  • 2004: Himmel und Erde. Unordentliche Erinnerungen. Goldmann Verlag, München 2005, ISBN 3-442-15329-8.
  • 2005: Mit einer Nadel bloß. Über meine Mutter. Goldmann Verlag, München 2007, ISBN 3-442-15410-3.
  • 2005: Bilder meines Lebens, mit Ergänzungen von Peter Berling, Helmut Dietl, Günter Grass, Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 978-3-462-03620-6. (Autobiografische Fotodokumentation)
  • 2015: Schauen Sie mal böse: Geschichten aus meinem Schauspielerleben. Kiepenheuer & Witsch, Köln, ISBN 3-462-04827-9.

Gespräch / Interview

  • Gero von Boehm: Mario Adorf. 13. September 2006. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 379–388

Tonträger (Auswahl)

  • 1994: Al dente – Live-Ausschnitte aus dem „Al Dente“ Programm, Alte Oper Frankfurt. München: BMG records, EAN 743211990721
  • 1996: Schön bös – Adorf singt Kreisler. München: BMG records, EAN 74321403742
  • 1998: Mario Adorf liest Christiane Kohl: Der Jude und das Mädchen – Eine verbotene Freundschaft in Nazideutschland. Hamburg: Hoffmann und Campe, ISBN 978-3-442-12968-3
  • 2001: Briefwechsel Federico Fellini Georges Simenon – Lesung mit Otto Sander (125 min bei Kein und Aber Records, Zürich 2001) ISBN 978-3-0369-1104-5
  • ca. 2004: Mario Adorf liest Gerhart Hauptmann Bahnwärter Thiel. Berlin: Wortstark, ISBN 3-920111-21-4
  • 2004: Mario Adorf liest Himmel und Erde. München: Der Hörverlag, ISBN 3-89940-428-9
  • 2004: Mario Adorf liest Der Fotograf von San Marco. München: Der Hörverlag, ISBN 3-89940-201-4
  • 2004: Mario Adorf liest Der Fenstersturz. München: Der Hörverlag, ISBN 3-89940-454-8
  • 2005: Mario Adorf liest Der römische Schneeball. München: Der Hörverlag, ISBN 3-89940-545-5
  • 2006: Mario Adorf liest Maupassant: Unter den Olivenbäumen. München: Süddeutsche Zeitung, ISBN 978-3-86615-367-7
  • 2007: Schmidt. von Louis Begley. Random House Audio, ISBN 978-3-86604-750-1.
  • 2007: Mario Adorf liest Casanova, Wiedersehen mit einer großen Liebe. München: LangenMüller, ISBN 978-3-7844-4135-1
  • 2007: Joseph Roth: Die Legende vom heiligen Trinker. Zürich: Diogenes-Verlag, ISBN 978-3-257-80158-3
  • 2008: Weihnachten mit Mario Adorf – Die schönsten Weihnachtsgeschichten & Lieder. Hamburg: Tchibo GmbH
  • 2008: Mario Adorf liest Alexander Granach, Da geht ein Mensch. München: Kunstmann, ISBN 978-3-88897-542-4
  • 2008: Tod und Teufel, Hörspiel. München: Der Hörverlag, ISBN 978-3-86717-321-6
  • 2010: Mario Adorf liest die Lieblingsballaden der Deutschen. Verlag Herder, ISBN 978-3-451-31607-4.
  • 2010: Mario Adorf liest Claire Din, Flügel der Liebe. LC-23025, AM09107
  • 2011: Adorf liest Goethe. Verlag Herder, ISBN 978-3-451-31892-4.
  • 2023: Adorf liest Stefan Zweig. BUCHFUNK, ISBN 978-3-86847-647-7.

Filmdokumentationen

Auszeichnungen und Ehrungen

Datei:Mario Adorf - Boulevard der Stars.jpg
Stern von Mario Adorf auf dem Boulevard der Stars in Berlin, 2010

Ausstellung

Literatur

  • Adorf, Mario. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 6.
  • Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 6 f.
  • Veronika Moritz: Mario Adorf – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 21, 1993.
  • Torsten Musial (Hrsg.): Mario Adorf. …böse kann ich auch. Akademie der Künste Archiv, Berlin 2012, ISBN 978-3-88331-178-4.
  • C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 1995, 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 13 f.
  • Adorf, Mario im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 35 f.
  • Meinolf Zurhorst, Heiko R. Blum: Mario Adorf. Seine Filme – sein Leben. Heyne-Filmbibliothek, Band 176. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05972-7.

Weblinks

Commons: Mario Adorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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