Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
| Produktionsland | Italien, Deutschland |
|---|---|
| Originalsprache | Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 1970 |
| Länge | 96 Minuten |
| Altersfreigabe |
</ref> |
| Stab | |
| Regie | Dario Argento |
| Drehbuch | Dario Argento |
| Produktion |
|
| Musik | Ennio Morricone |
| Kamera | Vittorio Storaro |
| Schnitt | Franco Fraticelli |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (Originaltitel: L’uccello dalle piume di cristallo, internationaler Titel: The Bird with the Crystal Plumage) ist ein italienischer Thriller aus dem Jahr 1970. Das Regiedebüt des Genreregisseurs Dario Argento ist einer der Filme, die die kommerziell erfolgreiche Phase des Giallos Anfang bis Mitte der 1970er einleiteten. Argentos Drehbuch basiert lose auf dem Roman The Screaming Mimi (dt. Die schwarze Statue) von Fredric Brown.
Handlung
Der amerikanische Schriftsteller Sam Dalmas wird in Rom Zeuge eines Mordversuchs: Als er eines Nachts sieht, wie in dem erhellten Innenraum einer Kunstgalerie eine im schwarzen Regenmantel gekleidete Person die Frau des Galeriebesitzers Alberto Ranieri mit einem Messer angreift, möchte er zur Hilfe eilen. Durch eine Glasscheibe vom Geschehen getrennt, kann Sam den Angreifer trotzdem verscheuchen; Monica Ranieri überlebt verletzt. Laut der Polizei handelte es sich bei dem Angreifer um einen Serienmörder, der bis jetzt drei Menschen getötet hat. Nachdem Sam von der Polizei zunächst als Tatverdächtiger behandelt wird, macht er sich selbst auf die Suche, den Mörder zu ermitteln. Durch seine Recherche schwebt er allerdings bald selbst in Gefahr: Sam und seine Freundin werden in ihrem Apartment angegriffen, können den Angreifer jedoch vertreiben. Den gesamten Film hindurch meint Sam, er habe einen wichtigen Hinweis in seiner Erinnerung an den beobachteten Mordversuch übersehen. Schließlich erkennt er, dass die durch hochgesteckten Regenmantel und schwarze Handschuhe getarnte Person nicht etwa der Mörder war und das Messer hielt, sondern Alberto Ranieri, der sich gegen seine Ehefrau, die wahre Serienmörderin, verteidigte. Bei einem letzten Versuch von Monica Ranieri, Sam zu töten, wird sie in letzter Sekunde von der Polizei überwältigt.
Hintergrund
Im Jahre 1970 war das Genre des Giallos als italienisches Untergenre des Thrillers durch die Filme Mario Bavas bereits entwickelt. In Filmen wie etwa Il rosso segno della follia (Italien 1969) hatte Bava einfache Kriminalgeschichten mit einer stilistisch extravaganten Inszenierung und einer expliziten Inszenierung der Gewalt kombiniert, die neben dem Giallo auch als Wegbereiter des amerikanischen Slasherfilms gelten.<ref name="Rockoff2002">Rockoff, Adam: Going to pieces: The Rise and Fall of the Slasher Film, 1978–1986. McFarland & Company 2002. Seite 36ff ISBN 0-7864-1227-5</ref> Im deutschen Verleih wurde Das Geheimnis als Teil der Bryan-Edgar-Wallace-Filmreihe vermarktet. Diese entstand im Zuge der erfolgreichen Edgar-Wallace-Filme, die auch den frühen italienischen Giallo beeinflussten.
Dario Argento hatte in den 1960er Jahren neben seiner Arbeit als Filmkritiker als Drehbuchautor für die zu diesem Zeitpunkt erfolgreichen Genres des italienischen Exploitationkinos – vor allem den Italowestern – gearbeitet. Bava führte Argento als Mentor in die Arbeit des Regisseurs ein und so war Argentos Regiedebüt Anfang der 1970er Jahre ein „stilvoller Giallo in der Tradition derer von Bava“<ref name="Rockoff2002"/>.
Das Geheimnis wird oft als Teil einer losen Trilogie Argentos gesehen, da auch seine beiden nachfolgenden Filme Die neunschwänzige Katze (1971) und Vier Fliegen auf grauem Samt (1971) dem Giallo zuzurechnen sind, ähnliche Grundhandlungsmuster beinhalten und alle drei Filme Tiere im Filmtitel tragen. Die „Tier-Trilogie“ wird dabei erst beim Original- bzw. internationalen Titel von Das Geheimnis deutlich, der wörtlich „Der Vogel mit Kristallfedern / mit dem Gefieder aus Kristall“ übersetzt werden kann.
Synchronisation
Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Deutschen Synchron in West-Berlin. Rainer Brandt schrieb das Dialogbuch und führte Dialogregie.<ref>Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. November 2025.</ref>
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Sam Dalmas | Tony Musante | Rainer Brandt |
| Julia | Suzy Kendall | Ursula Heyer |
| Kommissar Morosini | Enrico Maria Salerno | Friedrich W. Bauschulte |
| Monica Ranieri | Eva Renzi | |
| Alberto Ranieri | Umberto Raho | Harry Wüstenhagen |
| Prof. Carlo Dover | Raf Valenti | Evelyn Gressmann |
| Berto Consalvi | Mario Adorf | |
| Filagna | Pino Patti | Hans Walter Clasen |
| Garullo | Gildo Di Marco | Gerd Martienzen |
| Antiquitätenhändler | Werner Peters | |
| Tina, 5. Opfer | Karen Valenti | Evelyn Gressmann |
| Anrufer | N. N. | Gerd Duwner |
| Hotelpage | N. N. | Dieter Kursawe |
Rezeption
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="rotten tomatoes">Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref> |
| Metacritic (Metascore) | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)<ref name="metacritic">Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe. In: Metacritic. Abgerufen Format invalid (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), aggregiert aus Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Kritiken).</ref> |
| Moviebreak | 7/10<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe.] In: Moviebreak.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Februar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> |
| Filmstarts | SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 10. Februar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> |
Der Filmdienst urteilt: "Trotz brillanter Optik mitunter oberflächliche Krimi-Unterhaltung nach einem Roman von Edgar Wallace."<ref></ref>
Filmstarts zufolge bietet der wendungsreiche Film einen idealen Einstieg in den düsteren Filmkosmos von Dario Argento. Die Logiklöcher würden durch einen unheimlicher Killer und die spektakulären Spannungsmomente ausgeglichen. Auch stelle der Film einen Nostalgietrip für Fans des europäischen Genrekinos dar.<ref>Die Filmstarts-Kritik zu Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe. In: Filmstarts.de. Abgerufen am 10. Februar 2026.</ref>
Dave Kehr schrieb im Chicago Reader in einer Nachbetrachtung, der Film sei 1970 ein Überraschungserfolg gewesen, was seiner Einschätzung nach an „einigen Gewaltszenen“ lag, „die für diese Zeit ungewöhnlich drastisch waren“.<ref name="Kehr">Kehr, Dave: The Bird With the Crystal Plumage. Capsule by Dave Kehr. In: Chicago Reader. (online)</ref>
Roger Ebert verglich in einer zeitgenössischen Kritik die männliche Hauptfigur von Das Geheimnis mit der typischen Hitchcock-Figur des Unschuldigen, der zunächst verdächtigt und „in einer tödlichen Beziehung mit dem Killer“ verstrickt wird. Insgesamt sei Das Geheimnis ein „ziemlich guter“ Thriller, wenn er auch „auf einem einfacheren Level verängstigen würde als […] ein Thriller von Hitchcock“.<ref name="Ebert1970">Ebert, Roger: Bird with Crystal Plumage. October 14, 1970 (online)</ref>
Adam Rockoff beschreibt den Film als extrem kompliziert, da Argento „konventionelle Erzähllogik vermeidet und stattdessen eine auf zufälliger Wahrscheinlichkeit und unwahrscheinlichen Koinzidenzen aufbauende Welt kreiert.“ Obwohl Das Geheimnis keinesfalls so eindrucksvoll wie Argentos spätere Arbeiten sei, führt Rockoff weiter aus, gebe der Film einen Vorgeschmack dieser Großartigkeit.<ref name="Rockoff2002" />
Veröffentlichungsgeschichte
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe wurde von Artur Brauners CCC-Film koproduziert und 1970 durch die Constantin Film in einer synchronisierten Version in den deutschen Kinoverleih gebracht. Diese Version wurde gegenüber der italienischen Kinofassung um fast 10 Minuten in Handlungsszenen gekürzt. Identische Veröffentlichungen von Toppic auf VHS für den Verleih und den Verkauf folgten; teilweise wurde dabei das ursprüngliche Bildformat von 2,35:1 verringert. Für Ausstrahlungen im deutschen Fernsehen (u. a. im ZDF und auf RTL II) wurde der Film weiter an Gewaltszenen gekürzt, dafür wurden aber Handlungsszenen wieder hinzugefügt. Auch die deutsche Auswertung auf DVD erfolgte in gegenüber der italienischen Originalversion gekürzten Versionen.
In anderen Ländern, wie Italien, wurde der Film demgegenüber im Originalschnitt der italienischen Kinoversion für den Heimvideomarkt veröffentlicht. Allerdings enthalten neuere italienische und französische DVDs einen Transfer des Films, der aufgrund der aktuellen Präferenzen von Kameramann Storaro nur im falschen Bildformat 2,00:1 vorliegt.
Im deutschsprachigen Raum wurde am 30. Oktober 2020 eine DVD- und Blu-ray-Edition (letztere in einer 4K-Abtastung) im Bildformat 2.35:1 veröffentlicht.<ref>Produkt Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe Retro-Edition. In: Filme-Sammler Shop. Abgerufen am 1. September 2024.</ref>
Seit 30. August 2024 sind nun auch vier Mediabook-Editionen erhältlich. Jede dieser Sondereditionen enthält die ungeschnittene Fassung auf 4K UHD und Blu-ray (in HD zusätzlich die deutsche Kinofassung).<ref>Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe Mediabook Editionen. In: Amazon. Abgerufen am 1. September 2024.</ref>
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Vergleich der Schnittfassungen [[[:Vorlage:Schnittberichte/URL]]3137 BBFC 18 DVD – uncut], [[[:Vorlage:Schnittberichte/URL]]1296 FSK 16 – US unrated] von Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe bei Schnittberichte.com
- Postermotive bei CineMaterial
- Streamingverfügbarkeit bei WerStreamt.es
Einzelnachweise
<references/>
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Vorlage:Klappleiste/Anfang Das Geheimnis der schwarzen Koffer (1962) • Der Würger von Schloss Blackmoor (1963) • Der Henker von London (1963) • Das Phantom von Soho (1964) • Das Ungeheuer von London-City (1964) • Das siebente Opfer (1964) • Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1970) • Die neunschwänzige Katze (1971) • Der Todesrächer von Soho (1972) • Das Geheimnis des gelben Grabes (1972) Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe | Die neunschwänzige Katze | Vier Fliegen auf grauem Samt | Die Halunken | Profondo rosso | Suspiria | Horror Infernal | Tenebrae | Phenomena | Terror in der Oper | Two Evil Eyes | Aura | The Stendhal Syndrome | Das Phantom der Oper | Sleepless | The Card Player – Tödliche Pokerspiele | Jenifer | Do You Like Hitchcock | Pelts | The Mother of Tears | Giallo | Dario Argentos Dracula | Dark Glasses – Blinde Angst Vorlage:Klappleiste/Ende