Hof Hauptbahnhof
| Hof Hbf | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ansicht Bahnhofsgebäude 20220809 HOF09034cens.png Sicht auf Bahnhofsgebäude von Osten
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| Daten | ||||||
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof | |||||
| Bahnsteiggleise |
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| Abkürzung | NHO | |||||
| IBNR | 8002924 | |||||
| Preisklasse | 3 | |||||
| Eröffnung | (1848) / 1880 | |||||
| Webadresse | Stationssteckbrief der BEG | |||||
| Profil auf bahnhof.de | Hof-Hbf | |||||
| Architektonische Daten | ||||||
| Baustil | Neorenaissance | |||||
| Architekt | Georg Friedrich Seidel | |||||
| Lage | ||||||
| Stadt/Gemeinde | Hof | |||||
| Ort/Ortsteil | Bahnhofsviertel | |||||
| Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink | Bayern | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 50° 18′ 29″ N, 11° 55′ 24″ O
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dim=2000 | globe= | name=Hof Hbf | region=DE-BY | type=railwaystation
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| Höhe (SO) | 495 m | |||||
| Eisenbahnstrecken | ||||||
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| Bahnhöfe in Bayern | ||||||
Hof Hauptbahnhof (offiziell Hof Hbf), ehemals Hof (Bayern) (offiziell Hof (Bay.)),<ref>Hendschels Telegraph – Eisenbahn-Kursbuch Deutschland, Oesterreich, Schweiz. Kleine Ausgabe Nr. 3. M. Hendschel, Frankfurt am Main Mai 1914, S. XXXV (deutsches-kursbuch.de [abgerufen am 26. September 2025]).</ref> ist der wichtigste Bahnhof der oberfränkischen Stadt Hof. Der Bahnhof ist seit jeher ein Eisenbahnknoten zwischen Bayern, Thüringen, Sachsen und dem Nachbarland Tschechien. Die Station ist in die Preisklasse 3 der DB InfraGO eingeordnet. 2013 war er mit täglich 7000 bis 8000 umsteigenden Reisenden der fünftgrößte Umsteigebahnhof Bayerns, täglich verkehren hier etwa 250 Züge.<ref>bahnhof.de</ref>
Er liegt am Schnittpunkt der Sachsen-Franken-Magistrale Dresden–Hof–Nürnberg und der Strecke Berlin–Leipzig–Hof–Regensburg–München. Bei seiner Eröffnung 1880 war er Gemeinschaftsbahnhof an der Grenze zwischen bayerischer und sächsischer Staatsbahn. Dies ist heute noch an der großen Ausdehnung der Bahnanlagen und dem imposanten Empfangsgebäude zu erkennen. Nach der Gründung der Deutschen Reichsbahn wurde der Bahnhof etwa 25 Jahre lang zum Durchgangsbahnhof. Von 1945 bis 1990 war der Hofer Bahnhof wieder Grenzbahnhof, diesmal zwischen der Sowjetischen Besatzungszone/Deutsche Demokratische Republik und Amerikanischen Besatzungszone/Bundesrepublik Deutschland, bevor die Grenze durch die Deutsche Wiedervereinigung wegfiel. Bis 2006 war der Hauptbahnhof ein Teil des Fernverkehrsnetz der DB, ab 2030 soll es wieder eine Fernverkehrsverbindung geben.
Zum Bahnhof gehören ein Zentralstellwerk, ein Container-Terminal, eine Zolldienststelle und ein Bahnbetriebswerk. Früher gab es Güterabfertigung und einen Paketbahnhof.
Strecken und Infrastruktur
| Norden | Hof (Saale) | Oberkotzau | Süden |
|---|---|---|---|
| Hof Hauptbahnhof | Bahnhof Oberkotzau |
In Oberkotzau treffen sich die Hauptstrecken Weiden–Oberkotzau und Bamberg–Hof sowie die Nebenbahn Cheb–Oberkotzau. Sie verlaufen gemeinsam als Strecke Bamberg–Hof weiter zum Hofer Hauptbahnhof. Kurz nach dem Q-Bogen, einer Eisenbahnbrücke in der Stadt, trennen sich die Strecken wieder in die Hauptstrecke Leipzig–Hof und die Nebenbahn Hof–Bad Steben.
Der Hofer Hauptbahnhof liegt zwischen zwei Saalebrücken. Im Süden quert die Moschendorfer Brücke den Fluss zwischen Oberkotzau und Hof im Stadtteil Moschendorf, im Norden wechselt die Bahn zwischen Hof und Feilitzsch im Stadtteil Unterkotzau die Flussseite an dem Unterkotzauer Viadukt.
Gleis-Nummerierung
Es gibt nicht wie üblich die Gleise 1, 2, 3, 4 usw., sondern die Gleise 1a (südliches Stumpfgleis am Hausbahnsteig), 1b (nördliches Stumpfgleis am Hausbahnsteig), 2 (Hausbahnsteig), 4 und 6 (zweiter Bahnsteig), sowie 8 und 10 (dritter Bahnsteig). Bei den durchgehenden Gleisen werden die Südabschnitte mit a gekennzeichnet, die Nordabschnitte mit b (2a/b etc.).
Die fehlenden Nummern sind oder waren Betriebsgleisen zugeordnet, die nicht dem regulären Reisezugverkehr dienen. Die durchgehenden Gleise 3 und 7 haben keine Bahnsteige. Sie werden nur für Rangierfahrten sowie zum Abstellen verwendet. Dem Abstellen von Eisenbahnfahrzeugen dienen die Stumpfgleise 5 und 9 an den südlichen Enden der beiden Inselbahnsteige.
Die Bahnsteige sind durch eine Unterführung verbunden. Jeder Bahnsteig hat einen eigenen Aufzug.
Geschichte
Alter Bahnhof
Der erste Hofer Bahnhof entstand 1848 nördlich der Innenstadt als Kopfbahnhof. Den gestiegenen betrieblichen Erfordernissen genügte dieser Bahnhof, der auch sächsisch-bayerischer Grenzbahnhof war, schon bald nicht mehr.
Neubau
Daher errichteten die bayerische und die sächsische Bahnverwaltung gemeinsam von 1874 bis 1880 südlich der Stadt einen großzügigen Durchgangsbahnhof, der gleichzeitig Übergangspunkt und Grenzbahnhof zwischen den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) und den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen (K.Sächs.Sts.E.B.) war. Der neue Hauptbahnhof wurde mit der 1901 neu geschaffenen Hofer Straßenbahn an die Innenstadt angebunden. Heute ersetzen Busse die Straßenbahn. Der Bahnhof bestand aus zwei Teilen, in denen jeweils alle Betriebsanlagen (Lokschuppen, Kohlenbunker, Betriebswerk, Abstellgruppen usw.) vorhanden waren. Die südliche Seite gehörte den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen, die nördliche Seite den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen.
Empfangsgebäude
Das Empfangsgebäude wurde durch den seit 1856 bei den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen tätigen Architekten Georg Friedrich Seidel (1823–1895) entworfen. Es war spiegelsymmetrisch angelegt, wie der gesamte Bahnhof. Die Grenze zwischen beiden Eisenbahnverwaltungen verlief durch die Mitte des Empfangsgebäudes, in dem auch ein repräsentativer Königssaal eingerichtet wurde.
Der symmetrische Aufbau des Bahnhofs wurde nach dem Übergang auf die Deutsche Reichsbahn aufgegeben. Die doppelt vorhandenen und damit überflüssigen Gebäude wurden nach und nach abgerissen oder anderweitig genutzt. Über dem Eingangsportal am Bahnhofsplatz und in der Haupthalle auf der Gleisseite befinden sich noch das königlich bayerische und das königlich sächsische Wappen. Dort sind heute auch ein Schnellimbiss und ein Buchladen untergebracht. Der bekannte Königssaal ist für die Öffentlichkeit im Regelbetrieb nicht zugänglich.<ref>Geheime Orte zum Tag des offenen Denkmals, flow-motion.eu, abgerufen am 24. Dezember 2020</ref>
Zerstörungen im 2. Welrkrieg
Am 8. April 1945 zwischen 12:17 Uhr und 12:26 Uhr wurden der Hauptbahnhof und die angrenzenden Wohnviertel bei einem Angriff der United States Army Air Forces stark beschädigt. Zu flächigen Konzentrationen von Bombeneinschlägen kam es am West- und am Ostkopf, beide Lokomotivschuppen und einige Gebäude im Bahnbetriebswerk wurden schwer getroffen.<ref>Harald G. Dill, Karlhein Hetz: Der Luftkrieg in Nordostbayern. Späthling, Weißenstadt 2010, ISBN 978-3-926621-95-5, S. 86 ff.</ref>
Stellwerke und Signale
Bis 1974 waren in Hof Hbf noch Formsignale vorhanden. Am 22. September 1974 wurde ein neues Stellwerk neben dem Empfangsgebäude in Betrieb genommen. Es handelte sich um ein damals modernes Relaisstellwerk der Bauart Siemens Sp Dr S 60 mit zwei Fahrdienstleitern (Fdl Nord und Fdl Süd), das Lichtsignale steuerte.<ref>stellwerke.de: Liste deutscher Stellwerke (abgerufen am 20. November 2009)</ref> Der von Hof aus betreute Stellwerksbezirk umfasst neben dem Bahnhof Hof Hbf die angrenzenden Strecken bis Feilitzsch, Oberkotzau und Hof-Neuhof sowie den Bahnhof Hof-Neuhof. Bis Mitte Januar 2013 wurde außerdem nachts der Bahnhof Oberkotzau ferngesteuert. Die alten Stellwerke wurden größtenteils abgerissen. Im ehemaligen Stellwerk 8 — ursprünglich sächsisches Stellwerk I — an der nördlichen Bahnhofseinfahrt (an der Brücke Q-Bogen) befindet sich das Vereinsheim des Modelleisenbahnclubs MEC Hof.
Das Relaisstellerk soll in den 2020er-Jahren durch ein Elektronisches Stellwerk ersetzt werden.
Luftsteg
Im Zuge der Elektrifizierung des Bahnhofs wurde 2011 die alte Fußgängerbrücke über den Gleisen, die als Luftsteg oder Luftbrücke bezeichnete Stahlfachwerkbrücke, durch eine höhere Tragseilbrücke ersetzt.
Elektrifizierung
Zwischen 2010 und 2013 wurde die sächsische Strecke von Reichenbach über Plauen bis nach Hof elektrifiziert. Der offizielle Spatenstich erfolgte am 30. September 2010 im Hofer Hauptbahnhof<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Meldung vom 4. Oktober 2010 bei eurailpress ( des Vorlage:IconExternal vom 7. Februar 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>, Anfang 2012 wurden die ersten Fahrleitungsmasten im Hofer Hauptbahnhof aufgestellt. Seit der 48. Kalenderwoche des Jahres 2013 ist der Bahnhof Hof und die anschließende Bahnstrecke in Richtung Plauen vollständig elektrifiziert. In Hof wurde ein Umrichterwerk zur Erzeugung des Bahnstroms errichtet. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 übernahmen Elektrolokomotiven und Doppelstockwagen einen Teil der Leistungen zwischen Hof und Dresden, alle anderen Züge wurden weiterhin mit Dieseltriebwagen gefahren.<ref>Unter Strom durchs Vogtland. In: DB Welt, Region Südost. Nr. 1, 2014, S. 17.</ref> Seit Dezember 2014 wurden die Dieseltriebwagen der Baureihe 612 durch die Baureihe 440 weitgehend ersetzt. Damit einher ging der Verlust einiger Unterwegshalte von und nach Dresden aufgrund fehlender Neigetechniktriebwagen.
Reisezentrum
Seit dem 8. Januar 2018 gibt es zusätzlich zum Reisezentrum ein Video-Reisezentrum, das auch am Wochenende genutzt werden kann.<ref>Werner Rost: Hof: Bahn frei für neuen Fahrgast-Service. In: Frankenpost. 8. Januar 2018, abgerufen am 6. März 2023.</ref>
Zukunft des Bahnhofsgebäudes
Die Deutsche Bahn wollte das Empfangsgebäude 2015 verkaufen<ref name="fp-2015-06-19">Bahn will Hofer Hauptbahnhof abstoßen. In: Frankenpost, Ausgabe Naila. 19. Juni 2015, S. 15.</ref>, fünf Jahre später war es aber immer noch in ihrem Besitz.<ref>pro-hof.de</ref>
Bedeutung im deutschen Schienenverkehr
Länderbahnzeit bis in die 1920er Jahre
Während der Länderbahnzeit war Hof eine Schnittstelle zwischen der bayerischen und der sächsischen Staatsbahn, was häufige Lokomotivwechsel in Hof mit entsprechendem Personal- und Materialaufwand und doppelte Betriebsanlagen erforderte.
Reichsbahn bis 1945
Nach der Gründung der Deutschen Reichsbahn war dieser Aufwand unnötig geworden. Hof war zu diesem Zeitpunkt durch die sich hier treffenden Hauptstrecken nach Bamberg (Bahnstrecke Bamberg–Hof), Leipzig (Bahnstrecke Leipzig–Hof) und Regensburg (Bahnstrecke Weiden–Oberkotzau), die bei Oberkotzau abzweigenden Strecken nach Eger (Bahnstrecke Eger–Oberkotzau) sowie Nebenstrecken im Hofer Umland zu einem wichtigen Drehkreuz des Bahnverkehrs zwischen Dresden, Leipzig, Nürnberg, Bamberg, Regensburg und Pilsen und des Regionalverkehrs geworden und wurde regelmäßig von Fernzügen bedient.
Personenverkehr ab 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich nördlich und östlich von Hof die innerdeutsche Grenze; die Stadt war wieder zur Schnittstelle zwischen zwei Bahngesellschaften geworden. Die Höllentalbahn wurde unterbrochen, die Bahnstrecke Hof–Eger nur noch im Güterverkehr genutzt, von der Bahnstrecke Hof–Plauen wurde als Reparationsleistung eines der beiden Streckengleise demontiert. Alle Züge der Deutschen Bundesbahn (mit Ausnahme der Interzonenzüge von München und Nürnberg nach Leipzig und Dresden sowie der Transitzüge nach Berlin) begannen und endeten in Hof. Bei den Interzonen- und Transitzügen wurde in Hof ein Lokwechsel durchgeführt: In Hof wurden die Züge in die DDR mit Triebfahrzeugen der Deutschen Reichsbahn, Züge aus der DDR mit Triebfahrzeugen der Deutschen Bundesbahn bespannt. Es wurden in Hof keine Grenzkontrollen durchgeführt, diese fanden im Zug oder am Grenzbahnhof Gutenfürst statt.
Zu Beginn der Wende 1989 kamen die Flüchtlingszüge aus Prag in Hof an und wurden dort von bundesdeutschen Politikern begrüßt.
Nach 1989 nahm die Bedeutung des Hofer Hauptbahnhofs im Bahnverkehr zunächst wieder zu. Die Strecke Hof–Plauen wurde wieder vollständig zweigleisig erstellt. Zwischen Hof und Nürnberg ging 1991 eine schnelle Regionalverbindung mit Neigetechnik-Triebwagen der Baureihe 610 in Betrieb, die von umsteigenden Fahrgästen aus Sachsen und Thüringen stark genutzt wurde. Interregio-Verbindungen zwischen Stuttgart und Dresden (über Nürnberg, Hof und Chemnitz, die Sachsen-Franken-Magistrale), sowie nach München und Berlin (über Regensburg, Hof und Leipzig) wurden eingerichtet und die Nachtzugpaare München – Berlin und Stuttgart – Dresden trafen sich täglich in beiden Richtungen in Hof und tauschten Kurswagen aus. 2001 wurde Hof ICE-Halt, nachdem die Verbindung Nürnberg – Dresden mit Fahrzeugen vom Typ ICE-TD zur ICE-Linie aufgewertet worden war. Danach nahm die Bedeutung Hofs für den Bahnfernverkehr kontinuierlich ab. Nach Einstellung der ICE-TD-Züge wurde die Linie Nürnberg – Dresden zunächst mit Zügen der Baureihe 612 als Intercity-Linie weiterbetrieben und 2006 durch Regionalzüge zwischen Nürnberg und Dresden ersetzt. Ebenso dienten Regionalzüge (mit Umstieg in Regensburg, Hof und Leipzig und häufigeren Halten) statt der Interregio-Linie München–Berlin, was zwar für die ICE-Linie München–Nürnberg–Bamberg–Leipzig–Berlin einen Fahrgastzuwachs ergab, jedoch für Fahrgäste in den nordostbayerischen Raum längere Fahrzeiten bedeutete, da zur Fahrt nach München oder Berlin jetzt eine längere Anfahrt nach Nürnberg oder Bamberg nötig war.
Mit der Einführung einer nächtlichen Betriebsruhe auf der Strecke Marktredwitz–Regensburg wurde der Kreuzungspunkt der Nachtzugrelationen München–Berlin und Stuttgart–Dresden nach Nürnberg verlegt. Mittlerweile verkehrt zweistündlich wieder ein durchgehender Regionalexpress zwischen Hof und München.
Seit der Umwandlung der Intercity-Verbindung in eine Regional-Express-Leistung ist die Fahrzeit auf der Relation Nürnberg–Hof–Dresden um 39 Minuten gesunken, wobei Hof Hbf offiziell kein Fernverkehrshalt mehr ist.
Außerdem verkehren die Vogtlandbahn täglich nach Zwickau sowie der alex nach München Hauptbahnhof. Beide werden von der Länderbahn betrieben.
Mitte 2011 übernahm die agilis Verkehrsgesellschaft den Betrieb auf den nicht elektrifizierten Nahverkehrsstrecken in Oberfranken um die Städte Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof. Dort werden 38 Triebwagen des Typs Stadler Regio-Shuttle RS1 eingesetzt.<ref>Verkehrsvertrag Dieselnetz Oberfranken unterzeichnet. Bayerische Eisenbahngesellschaft, 13. Februar 2009, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. April 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Zukunft
Der Hofer Hauptbahnhof soll sich in den nächsten Jahren zum Umsteigeknoten zwischen Nah- und Fernverkehr entwickeln. Der ehemals am Zentralkauf gelegene Busbahnhof, dessen Ersatzhaltestelle seit 2016 am Sonnenplatz lag, soll auf den Bahnhofsvorplatz verlegt werden. Auch die Regionalbuslinien, deren Ersatzhaltestelle zwischenzeitlich an der Bergstraße lag, sollen zukünftig dort halten.<ref>Christoph Plass: ÖPNV-Wende: Hof verlegt den Busbahnhof - Hof - Frankenpost. In: frankenpost.de. 15. Dezember 2022, abgerufen am 23. Februar 2024.</ref>
Auch zur Nutzung des vergleichsweise großen Bahnhofsgebäudes werden Studien ausgearbeitet, verschiedene Möglichkeiten wie eine Ansiedlung des Lebensmittel-Einzelhandels oder gar eine Nutzung als Hotel werden unter der Erwartung diskutiert, dass die Verlegung des Busbahnhofs die Besucherfrequenz erhöht. In dem ehemaligen Bahnpostamt soll zudem ein großes Fahrrad-Parkhaus entstehen.<ref>Christoph Plass: Sechs Punkte: Für den Hofer Nahverkehr der Zukunft - Hof - Frankenpost. In: frankenpost.de. 28. September 2023, abgerufen am 23. Februar 2024.</ref>
Der Hofer Hauptbahnhof ist auch ein wichtiger Bestandteil des Projekts Bahnausbau Nordostbayern, bei dem die Strecke nach der bereits abgeschlossenen Elektrifizierung der Strecke von Reichenbach im Vogtland bis Hof zukünftig weiter bis nach Regensburg elektrifiziert werden soll. Auch ist geplant, die gesamte Strecke mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS auszurüsten. Für den Hofer Hauptbahnhof ist konkret geplant, zur Erhöhung der Streckenkapazität an einigen Stellen die Lage der Gleise zu verändern, die Bahnsteige 4/6 sowie 8/10 zu erneuern und zu verlängern, fehlende Gleise zu elektrifizieren, 740-Meter-Gleise für Güterzüge zu verbauen, die Gleisfeldbeleuchtungsanlage zu erneuern und ein Elektronisches Stellwerk in einem Modulgebäude nahe dem Bahnhofsgebäude zu errichten. Die Fertigstellung des Projekts Bahnausbau Nordostbayern soll demnach in den 2030er-Jahren erfolgen, Hof soll dann auch wieder Fernverkehrshalt werden.<ref>https://www.bahnausbau-nordostbayern.de/planungsergebnisse-stadt-hof.html</ref><ref>Wolfgang Fuchs: Bahn-Experte: Elektrifizierung verzögert sich bis 2030 | Onetz. In: onetz.de. 19. Februar 2020, abgerufen am 2. März 2024.</ref>
Am 31. März 2026 informierte die Deutsche Bahn, dass der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des Bahnhofs Hofs und den Streckenabschnitt bis Martinlamitz erlassen worden sei. Im Hauptbahnhof Hof vorgesehen seien demnach ein barrierefreier Ausbau der Bahnsteige und des Personentunnels, einschließlich neuer Aufzüge sowie Schallschutz. Um das Vorhaben zu realisieren, werde noch eine Finanzierung benötigt.<ref name="db-2026-03-31">Meilenstein für die Bahn in Nordbayern: DB InfraGO erhält Baurecht für Ausbau der Strecke zwischen Hof und Martinlamitz. In: deutschebahn.com. 31. März 2026, abgerufen am 1. April 2026.</ref>
Verkehrsanbindung
Der Hofer Hauptbahnhof gilt als Knotenpunkt Nordostbayerns und ist seit seiner Gründung die Verbindung zwischen Bayern, Sachsen und Thüringen.
Die Deutsche Bahn gibt die Zahl der Fahrgäste am Hofer Hauptbahnhof mit 5000 Personen pro Tag an (Stand: 2017).<ref>Die Deutsche Bahn AG in Oberfranken. Deutsche Bahn, abgerufen am 1. Juni 2018.</ref> 2013 wurden die Umsteigerzahlen mit 7000 bis 8000 Reisenden pro Tag angegeben, was den Bahnhof zum fünftgrößten Umsteigebahnhof in Bayern machte.<ref name="frankenpost-2013-08-01">Grube sagt Aufwertung des Hofer Hauptbahnhofs zu. In: Frankenpost. 1. August 2013, S. 7 (online).</ref>
Regionalverkehr
| Linie | Linienverlauf | Takt
min |
Betreiber | Fahrzeuge |
|---|---|---|---|---|
| RE 2 | Hof – Marktredwitz – Schwandorf – Regensburg – Landshut – München | 120 | DB Regio Bayern | DB-Baureihe 218 + Doppelstockwagen, Baureihe 612 |
| RE 3 | Hof – Plauen – Zwickau – Chemnitz – Dresden | 60 | Mitteldeutsche Regiobahn | Alstom Coradia Continental Baureihe 1440 |
| RE 23 | Hof – Marktredwitz – Schwandorf – Regensburg – Landshut – München | ein Zugpaar | alex | Siemens ER20 + Abteilwagen |
| RE 30 | Hof – Münchberg – Trebgast – Bayreuth – Nürnberg | 120 | DB Regio Bayern | Baureihe 612 |
| RE 31 | Hof – Marktredwitz – Nürnberg | 120 | DB Regio Bayern | Baureihe 612 |
| RE 35 | Main-Saale-Express: Hof – Münchberg – Neuenmarkt-Wirsberg – Lichtenfels – Bamberg |
120 | DB Regio Bayern | Baureihe 612 |
| RB 2 | Hof – Plauen – Herlasgrün – Reichenbach – Neumark – Zwickau | einzelne Fahrten |
Vogtlandbahn | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 13 | Hof – Mehltheuer – Zeulenroda – Gera – Leipzig | 120 | Erfurter Bahn | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 95 | (Feilitzsch) – Hof – Rehau – Selb-Plößberg – Aš – Cheb – Marktredwitz | 120 | agilis | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 96 | (Hof-Neuhof) – Hof – Rehau – Selb-Plößberg – Selb Stadt | 120 | agilis | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 97 | Bad Steben – Naila – Selbitz – Hof – Marktredwitz – Kirchenlaibach – Bayreuth | 60 | agilis | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 98 | Hof – Schwarzenbach – Münchberg – Helmbrechts | 120 | agilis | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| RB 99 | (Hof-Neuhof) – Hof – Schwarzenbach – Münchberg (– Neuenmarkt-Wirsberg) | 120 | agilis | Stadler Regio-Shuttle RS 1 |
| Stand: 10. Dezember 2024 | ||||
Stadtbus
Die Haltestelle Hauptbahnhof befindet sich direkt vor dem Bahnhofsgebäude am Fern- und Regionalbushalt. Die genauen Fahrpläne mit allen Haltestellen lassen sich auch auf der Webseite der Hofer Stadtwerke nachschauen.
Außerdem hält am Hofer Hauptbahnhof im Rahmen eines Projekts ein selbstfahrender Bus. Er fährt die Strecke Hauptbahnhof – Bergstraße – Oberes Tor.
| Linie | Linienverlauf | Halteplatz Nr. | Taktfrequenz |
|---|---|---|---|
| 1505 | Hauptbahnhof – Busbahnhof – Rathaus – Hochschule | 10 | alle 60 min |
| 1506 | Hauptbahnhof – Busbahnhof – Hof Bad – Hochschule | 10 | alle 60 min |
| 1507 | Alsenberger Straße – Busbahnhof – Breslaustraße – Hochschule | 2 (Richtung Alsenberger Straße)
10 (Richtung Hochschule) |
alle 60 min in beide Richtungen |
| 15E6 | Studenternberg – Busbahnhof – Hauptbahnhof – Kolpingshöhe | 2 | an Schultagen 07:28 Uhr |
| 15E8 | Busbahnhof – Hauptbahnhof – Schulzentrum – Joditzer Weg | 2 | an Schultagen 07:30 Uhr |
| 15E9 | Hauptbahnhof – Busbahnhof – Schulzentrum | 2 | an Schultagen 07:32 Uhr |
| 15E11 | Südring – Münsterschule – Hauptbahnhof – Busbahnhof | 2 | an Schultagen 11:49 Uhr |
| 15E13 | Schulzentrum – Münsterschule – Hauptbahnhof – Busbahnhof | 10 | an Schultagen 13:27 Uhr |
| 15E15 | Schulzentrum – Busbahnhof – Hauptbahnhof – Zoo | 2 | an Schultagen 13:18 Uhr |
| 15E18 | Schulzentrum – Busbahnhof – Hauptbahnhof – Wölbattendorf | 10 | an Schultagen 13:16 Uhr |
| 15E19 | Südring – Münsterschule – Hauptbahnhof – Busbahnhof | 2 | an Schultagen 16:19 Uhr |
| 15V22 | Hochschule – Verwaltungshochschule – Hauptbahnhof | 10 | kein Zustieg – Ankunft an Schultagen 13:30 Uhr |
| Stand: 10. Dezember 2023 | |||
Nachtlinie
| Linie | Fahrverlauf | Halteplatz Nr. | Takt |
|---|---|---|---|
| 1514 | Busbahnhof – Untreusee – Kolpingshöhe – Hauptbahnhof – Busbahnhof | 10 | alle 60 min |
| 1515 | Busbahnhof – Rathaus – Hochschule – Breslaustraße – Hauptbahnhof – Busbahnhof | 10 | alle 60 min |
| 1518 | Hauptbahnhof – Ottostraße – Hochschule – Hauptbahnhof | 10 | nur Sonntag, alle 20 min |
| Stand: 1. Januar 2024 | |||
Fernbus
Vor dem Hauptbahnhof befindet sich der Halt von Flixbus auf den Linien Berlin–Passau sowie Berlin–Zürich. Des Weiteren betreibt das polnische Busunternehmen Sindbad mehrere Linien nach Mittel- und Osteuropa.
Güterverkehr
An der Westseite des Bahnhofs befindet sich der Güterbahnhof mit dem ehemaligen Rangierbahnhof. Der Rangierbahnhof wurde bis in die 1990er Jahre rege genutzt und bediente die Gleisanschlüsse mehrerer dort angesiedelter Wirtschaftsunternehmen (unter anderem Speditionen, einen Mineralölhändler mit eigenem Tanklager und einen Schrotthändler). An der Ostseite des Bahnhofs befand sich zwischen dem Personenbahnhof und dem sächsischen (nördlichen) Betriebswerk die Bahnposthalle, in der Postzüge abgefertigt wurden. Zusätzlich gab es am nördlichen Ende des benachbarten Bahnhofs Oberkotzau eine kleine Rangiergruppe mit fünf Gleisen als Rest eines früheren Rangierbahnhofes, der bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts durch ein drittes Gleis zwischen Hof und Oberkotzau mit dem Güterbahnhof in Hof verbunden war. Nach einigen Jahren des Stillstandes um das Jahr 2000 eröffnete ein Hofer Speditionsunternehmer im Güterbahnhof Hof einen Containerbahnhof, der bereits mehrfach expandiert hat. Im Güterbahnhof bestehen noch zwölf Gleise, ein Ablaufberg am nördlichen sowie ein Ausziehgleis am südlichen Ende, aus dem Abstoßbetrieb durchgeführt wurde. Die Rangiergruppe im Bahnhof Oberkotzau wurde um 2000 abgebaut und in den 1990er Jahren die Bahnposthalle stillgelegt. Lediglich die Filiale der Deutschen Post zwischen der ehemaligen Bahnposthalle und dem Personenbahnhof war als Relikt des Bahnpostverkehrs bis Mitte 2015 in Betrieb.<ref name="frankenpost-2015-06-18">Postfiliale am Bahnhofsplatz schließt. In: Frankenpost. 18. Juni 2015 (online).</ref>
Nach Abbrucharbeiten im Bereich des alten Containerterminals befindet sich seit April 2018 das Güterverkehrszentrum Hof als neue multimodale Schnittstelle in Bau. Das Land Bayern fördert diese Investition der Stadt Hof mit 6,5 Millionen Euro.<ref>Aigner: Baubeginn Güterverkehrszentrum Hof. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 23. April 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.</ref>
Bahnbetriebswerk Hof
Seit der Eröffnung des ersten Hofer Bahnhofs werden Lokomotiven in Hof gewartet, heute in der Werkstatt Hof von DB Regio Bayern. In den Glanzzeiten des Bahnbetriebswerkes wurden die Einheitsschnellzuglokomotiven der Baureihe 01 im Bw Hof gewartet.
Kunst am Hauptbahnhof
Zwei Kunstwerke erinnern am Hauptbahnhof an die Deutsche Wiedervereinigung. Ein Denkmal erinnert an den ersten Flüchtlingszug aus Prag, der am 1. Oktober 1989 um 6:14 Uhr in Hof eintraf. In ihm befanden sich 1210 Flüchtlinge aus der DDR, die in der Botschaft in Prag auf ihre Ausreise hofften. Sie erreichten in Sonderzügen über Dresden und Plauen schließlich Hof. Das Denkmal befindet sich am hinteren Ausgang des Bahnhofs und besteht aus drei großen und hochformatigen Platten aus Beton. Im oberen Drittel sind bearbeitete Fotografien der Flüchtlinge eingearbeitet. Der Entwurf geht auf Florian Rothbauer von der Staatlichen Fachschule für Produktdesign des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums für Produktdesign und Prüftechnik Selb aus dem Jahr 2009 zurück. Es soll, so eine Informationstafel am Denkmal, an den „Mut und das Durchhaltevermögen der Menschen“ erinnern, die einen „Meilenstein zur Überwindung der Deutschen Teilung“<ref>Informationstafel am Denkmal, Februar 2020</ref> darstellten.
Im südlichen Rondell des Bahnhofs steht ein weiteres Denkmal. Es handelt sich um eine Stahlskulptur auf einem Betonsockel mit der Inschrift „9. NOV 1989“. Das Werk des Künstlers Peter Kalb wurde am 9. November 1990 aufgestellt.
Literatur
- C. Asmus: Hof – Bahnbetriebswerk und Bahnhof. Merker Verlag, Fürstenfeldbruck 1984 (Eisenbahn-Journal Sonderausgabe, ISSN 0720-051X).
- Gero Fehlhauer: Mit der Reichsbahn über die Zonengrenze. Eine sächsisch-bayerische Nachkriegsgeschichte. EK-Verlag, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-728-2 (Eisenbahn-Kurier).
- Beatrice Sendner-Rieger: Die Bahnhöfe der Ludwig-Süd-Nord-Bahn 1841–1853. Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V. (DGEG), Karlsruhe 1989, ISBN 3-921700-57-4.
- Hans Kundmann: Hof Hbf. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 25. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 2000, ISSN 0949-2127 (3 Bl., 10 S.).
Weblinks
- Spurplan und einige zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap
- Gleisplan Hof Hbf DB InfraGO (PDF; 1,4 MB)
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-06
- Wikipedia:Weblink offline
- Hauptbahnhof in Deutschland
- Bahnhof in Hof (Saale)
- Bahnhof in Europa
- Ehemaliger Grenzbahnhof
- Baudenkmal in Hof (Saale)
- Neorenaissancebauwerk in Bayern
- Bahnstrecke Bamberg–Hof
- Bahnstrecke Leipzig–Hof