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Bahnstrecke Bamberg–Hof

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Bamberg–Hof Hbf
Datei:Bahnstrecke Bamberg–Hof Karte.png
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):5100
Kursbuchstrecke (DB):512, 820, 850
Streckenlänge:127,230 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Bamberg–Hochstadt-Marktzeuln:
15 kV, 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 23,0 
Streckengeschwindigkeit:160 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
ZUB 262 (Lichtenfels–Hof Hbf)
Zweigleisigkeit:Bamberg–Marktschorgast
Stammbach–Hof Hbf
<templatestyles src="BS/styles.css" />
von Nürnberg
0,000 Bamberg 240 m
nach Scheßlitz
nach Rottendorf und Bamberg Hafen
von Höflein
2,700 Bundesautobahn 70
65,163   2,648 Hallstadt (b Bamberg) (Abzw)
3,455 Hallstadt (Hp)
67,895   5,271 Breitengüßbach Süd
6,600 Bundesautobahn 73
Anst Breitengüßbach Muna<ref>Die Schienenfahrzeuge der Bundeswehr. In: bundeswehrloks.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2014; abgerufen am 1. Januar 2017.</ref>
70,207   7,639 Breitengüßbach 248 m
nach Ebern (–Maroldsweisach)
nach Dietersdorf
10,700 Bundesautobahn 73
12,056 Ebing
14,249 Zapfendorf
80,604   18,000 Unterleiterbach
20,199 Ebensfeld 254 m
nach Leipzig Hbf (Schnellfahrstrecke)
25,657 Bad Staffelstein
28,500 Bundesautobahn 73
31,897 Lichtenfels 263 m
nach Coburg (–Eisenach)
36,098 Michelau (Oberfr)
40,164 Hochstadt-Marktzeuln 274 m
Bundesstraßen 173 und 289
nach Probstzella (seit 1905)
Main
42,000 nach Probstzella (bis 1905)
45,691 Burgkunstadt
51,685 Mainroth
56,620 Mainleus 302 m
Weißer Main
von (Bayreuth–) Melkendorf
Bundesstraße 85
Weißer Main
61,977 Kulmbach 304 m
68,370 Untersteinach (b Stadtsteinach)
nach Stadtsteinach
70,726 Ludwigschorgast
74,362 Neuenmarkt-Wirsberg 348 m
nach Bayreuth
Schlömener Kurve
75,598 Neuenmarkt-Wirsberg Ost (Bft)
Bundesstraße 303
Schiefe Ebene
81,823 Marktschorgast 506 m
86,400 Falls
nach Gefrees
93,050 Stammbach 581 m
Bundesstraße 289
Bundesautobahn 9
von Helmbrechts
102,971 Münchberg 536 m
Bundesstraße 2
nach Zell
109,560 Seulbitz
Sächsische Saale
113,750 Förbau 509 m
116,214 Schwarzenbach (Saale)
Bundesstraße 289
Lamitz
von Weiden (Oberpf)
von Cheb
121,615 Oberkotzau (Keilbahnhof) 485 m
Bundesstraße 15
124,821 Saaleviadukt (164 m)
125,100 Hof-Moschendorf
127,230 Hof Hbf 495 m
nach Bad Steben
nach Leipzig Bayer Bf

Quellen: <ref>Infrastrukturregister. DB InfraGO.</ref><ref>Eisenbahnatlas Deutschland. 11. Auflage. Schweers + Wall, Köln 2020, ISBN 978-3-89494-149-9.</ref><ref>Historische topographische Karte von Südwestdeutschland 1:250000 Blattnummer 04. (PDF; 17,3 MB) In: BayernAtlas. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 1860, abgerufen am 9. Februar 2021.</ref>

Die Bahnstrecke Bamberg–Hof ist eine weitgehend zweigleisige Hauptbahn in Bayern. Sie verläuft von Bamberg über Lichtenfels, Kulmbach, Neuenmarkt-Wirsberg und Münchberg nach Hof.

Im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 wird parallel zur Strecke Bamberg–Hof zwischen Bamberg und Ebensfeld die Schnellfahrstrecke Eltersdorf–Leipzig gebaut. Der erste Ausbauabschnitt zwischen Breitengüßbach und Ebensfeld wurde im Dezember 2017 zusammen mit der Neubaustrecke VDE 8.1 in Betrieb genommen. Seit der Inbetriebnahme der Abschnitts Hallstadt–Breitengüßbach im April 2022 ist die Strecke zwischen Hallstadt unmittelbar nördlich von Bamberg und Ebensfeld viergleisig ausgebaut.<ref>Auf vier Gleise erweitert - Bahn ist schneller als ihr eigener Plan. In: Kurier. Nordbayerischer Kurier Zeitungsverlag GmbH, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Der Umbau des Knotens Bamberg befindet sich noch im Planfeststellungsverfahren, die letzte Offenlage der Pläne hat Ende 2024 stattgefunden.<ref>Korrigierte Planunterlagen zum Bahnausbau. In: Stadtverwaltung Bamberg. Stadt Bamberg, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Der noch nicht elektrifizierte Streckenabschnitt von Hochstadt-Marktzeuln nach Hof soll in den 2030er-Jahren sukzessive (teil-)elektrifiziert werden.

Geschichte

Die Strecke wurde als Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn von Lindau (Bodensee) nach Hof erbaut. Sie entstand durch die Königlich Bayerische Staatsbahn in drei Etappen zwischen 1846 und 1848.

Die Strecke wurde ursprünglich eingleisig errichtet, nur der Steilstreckenabschnitt Schiefe Ebene von Neuenmarkt nach Marktschorgast war Beginn an zweigleisig ausgeführt. 1891 erfolgte die Erweiterung um ein zweites Gleis auf der Gesamtstrecke.

Am Nachmittag des 12. Mai 1907 entgleiste aufgrund einer Gleisverwerfung wegen großer Hitze der Schnellzug Berlin–München (D 40) im Bereich des Bahnhofs Ebensfeld bei etwa 80 km/h. Alle Wagen entgleisten, ernsthaft verletzt wurde jedoch niemand.<ref>Günther Klebes: Infolge großer Hitze. In: Eisenbahn Geschichte. Band 95, 2019, S. 85 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 8. Januar 2024]).</ref>

Der Abschnitt von Bamberg bis Hochstadt-Marktzeuln erhielt eine Fahrleitung im Zuge der Elektrifizierung der Frankenwaldbahn nach Saalfeld. Die Arbeiten wurden am 10. Mai 1939 abgeschlossen.

Ende der 1960er Jahre war der Streckenabschnitt Marktschorgast–Falls–Stammbach marode. Im Laufe des Jahres 1969 wurde der Abschnitt nur noch eingleisig betrieben. Ab Juli 1970 erfolge der Abbau des zweiten Streckengleises. Auf den Abbau des zweiten Gleises auf weiten Abschnitten wurde verzichtet – wegen der hohen Kosten der Rück- und Umbaumaßnahnmen verbunden mit unflexibler Reaktionsmöglichkeiten bei Fahrplanabweichungen.<ref>Dennis Philipp, Roland Fraas, Martin Müller: Lokalbahn Falls–Gefrees – Die kleine Nebenbahn mit der großen Vielfalt Abgebaut – und doch unvergessen – 2. erweiterte Auflage –; Hrsg. MEC 01 Münchberg, 2009; S. 38</ref>

Um durchgehende Züge von Hof über Münchberg nach Bayreuth zu ermöglichen, wurde am 18. Juni 2000 die Schlömener Kurve in Betrieb genommen. Sie ermöglicht Zugfahrten direkt von Marktschorgast Richtung Trebgast ohne Halt im Bahnhof Neuenmarkt.

Eröffnungsdaten

  • 15. Februar 1846: Bamberg – Lichtenfels<ref>Vermischte Nachrichten. In: Carl Etzel, Ludwig Klein (Hrsg.): Eisenbahn-Zeitung. IV. Jahr, Nr. 8. Stuttgart 22. Februar 1846, S. 62 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 8. Januar 2024]).</ref>
  • 15. Oktober 1846: Lichtenfels – Neuenmarkt-Wirsberg<ref>Vermischte Nachrichten. In: Carl Etzel, Ludwig Klein (Hrsg.): Eisenbahn-Zeitung. IV. Jahr, Nr. 42. Stuttgart 18. Oktober 1846, S. 372 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 8. Januar 2024]).</ref>
  • 1. November 1848: Neuenmarkt-Wirsberg – Hof<ref>Ankündigungen. In: Carl Etzel, Ludwig Klein (Hrsg.): Eisenbahn-Zeitung. VI. Jahr, Nr. 44. Stuttgart 30. Oktober 1848, S. 360 (digitale-sammlungen.de [abgerufen am 8. Januar 2024]).</ref>

Ausbaustrecke Nürnberg–Ebensfeld

Parallel zur Bestandsstrecke entstehen zwischen Bamberg und Ebensfeld zwei Gleise der Ausbaustrecke. Die Ausbaustrecke wird für Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h trassiert. Der Verknüpfungspunkt der beiden Strecken ist der neue Überholbahnhof Unterleiterbach südlich von Ebensfeld.

Im Zuge des Ausbaus zwischen Breitengüßbach und Zapfendorf wurde die Strecke zwischen Lichtenfels und Bamberg von 11. Januar bis 4. September 2016 voll gesperrt.<ref>Ebensfeld muss sich auf mehr Bahnlärm einstellen. In: Neue Presse, Ausgabe Lichtenfels. 30. Juli 2014, S. 7 (np-coburg.de).</ref><ref name="db-welt-südost-2016-1-17">Sperrpause der VDE 8 nutzen. In: DB Welt. Regionalteil Südost. Nr. 1, 2016, S. 17.</ref><ref name="sts-18-12" /> Dabei wurden die Stationen Breitengüßbach, Ebing, Zapfendorf und Ebensfeld barrierefrei ausgebaut (Bahnsteighöhe: 55 cm). Die barrierefreie Ausstattung war aufgrund eines Verkehrsaufkommens von weniger als 1000 Ein-/Aussteigern pro Tag zunächst nicht vorgesehen. Der Bund entschied während der laufenden Planfeststellung, den barrierefreien Ausbau zu finanzieren. Die Nachrüstung von Aufzügen wurde planrechtlich gesondert betrachtet, die Aufzüge gingen 2017 in Betrieb.<ref name="sts-18-12">RB Süd: Barrierefreier Ausbau von vier Stationen im Raum Bamberg. In: StationsAnzeiger. Nr. 18, Dezember 2016, S. 12 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online [Memento vom 1. Januar 2017 im Internet Archive]).</ref>

Im Zuge einer vom 26. bis 29. März 2021 geplanten Vollsperrung gingen ein neuer Bahnsteige und neue Gleisanlagen in Hallstadt in Betrieb.<ref>Arbeiten für viergleisigen Streckenausbau zwischen Nürnberg, Bamberg und Ebensfeld: Bahnverkehr Ende März beeinträchtigt. In: Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8. Deutsche Bahn, 17. März 2021, abgerufen am 25. September 2024.</ref> Vom 1. bis 5. Dezember 2021 folgt eine weitere Vollsperrung, um die beiden neuen Gleise bei Hallstadt anzubinden.<ref>Arbeiten für viergleisigen Streckenausbau zwischen Nürnberg, Bamberg und Ebensfeld. Deutsche Bahn, 26. November 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2021; abgerufen am 26. November 2021.</ref>

Planungen zur weiteren Elektrifizierung

Im März 2013 wurden Pläne des bayerischen Wirtschaftsministeriums bekannt, die „Oberfrankenachse“ zwischen Hochstadt-Marktzeuln und Hof vollständig zu elektrifizieren. Die Elektrifizierung sollte in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.<ref>Neue Pläne: Elektrifizierung der Bahn in Bayreuth und Kulmbach. Radio Plassenburg, 9. März 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2013; abgerufen am 22. April 2026.</ref> Das Projekt wurde mit Kabinettsbeschluss vom 3. August 2016 und dem darauf basierenden Bundesschienenwegeausbaugesetz vom 2. Dezember 2016 in den Bedarfsplan Schiene aufgenommen, ist dort jedoch nur im Abschnitt 2, Unterabschnitt 2 unter den Vorhaben des Potentiellen Bedarfs als Projekt Nr. 5 ABS Hochstadt-Marktzeuln – Hof/Nürnberg – Bayreuth – Neuenmarkt-Wirsberg aufgeführt.<ref>Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030 – Projektauswahl (Schiene), Kabinettsbeschluss. Bundesministerium für Verkehr, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Projekt 2-024-V01 ABS Hochstadt-Marktzeuln - Hof / Nürnberg - Bayreuth - Neuenmarkt-Wirsberg. In: Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030 – Projektauswahl (Schiene), Kabinettsbeschluss. Bundesministerium für Verkehr, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Anlage (zu § 1 Absatz 1) BSWAG – Bedarfsplan für die Bundesschienenwege. In: Gesetz über den Ausbau der Schienenwege des Bundes (Bundesschienenwegeausbaugesetz). Bundesamt für Justiz, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Damit war die Finanzierung des Gesamtprojekts noch unklar. Im Januar 2026 hat der Freistaat Bayern die Deutsche Bahn mit der Planung der Elektrifizierung der Teilabschnitte Hochstadt-Marktzeuln – Mainroth und Münchberg – Oberkotzau beauftragt. Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an. Die Elektrifizierung soll bis Ende 2040 abgeschlossen sein, so dass sukzessive bis Ende 2040 alle Linien des Netzes Regionalverkehr Oberfranken und des Neigetechnik-Netzes Expressverkehr Nordostbayern auf Akku-Züge umgestellt werden können.<ref>Weichen gestellt: Ende des Dieselbetriebs in Nordbayern. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Umstellung auf Akku-Züge in Nordbayern. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Netze und Eisenbahnverkehrsunternehmen in Bayern 2026. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, abgerufen am 22. April 2026.</ref> Als Voraussetzung muss der Streckenabschnitt Hof – Oberkotzau – Martinlamitz der Bahnstrecke 5050 Weiden – Oberkotzau – Hof (Bauabschnitte 21 und 22 des „Ostkorridor Süd“ und der „Franken-Sachsen-Magistrale“) ausgebaut und elektrifiziert werden. Das Planfeststellungsverfahren hierfür wurde im März 2026 abgeschlossen, die Baumaßnahmen sollen von 2031 bis 2033 stattfinden. Die Finanzierung für die Bauausführung liegt noch nicht vor.<ref>Meilenstein: Baurecht für den Ausbau der Strecke zwischen Hof und Martinlamitz. In: Bahnausbau Nordbayern. DB InfraGO AG, abgerufen am 22. April 2026.</ref><ref>Es tut sich etwas auf der „Dieselinsel“. Süddeutsche Zeitung GmbH, abgerufen am 22. April 2026.</ref>

Streckenbeschreibung

Verlauf

Datei:Bamberg Bahnhof Luftbild-20230625-RM-171209.jpg
Bahnhof Bamberg
Datei:120923 Neuenmarkt IMG 3167.JPG
Fuß der Schiefen Ebene, von rechts die Schlömener Kurve
Datei:Bf Lichtenfels.JPG
Empfangsgebäude des Bahnhofs Lichtenfels
Datei:Streckentrennung Oberkotzau IMG 3054.jpg
Trennung der Strecken nach Weiden (links) und Bamberg in Oberkotzau
Datei:19861227a Hof.jpg
Hof Hauptbahnhof, 1986

Nach dem Beginn der Strecke im Bamberger Bahnhof zweigen die stillgelegte Nebenbahn nach Scheßlitz sowie die Hauptbahn nach Rottendorf ab, die bis auf Höhe der Kleingartensiedlung parallel verläuft und dann nach Nordwesten abbiegt. Von links trifft ein Verbindungsgleis von der Rottendorfer Strecke auf die Trasse, die im Anschluss die Bundesautobahn 70 unterquert, am Westrand von Hallstadt vorbeiführt und parallel zur Bundesstraße 4 verlaufend Breitengüßbach erreicht. Nach dem Bahnhof zweigen die Nebenbahn nach Ebern und die stillgelegte und abgebaute Nebenbahn nach Dietersdorf ab. Die Strecke unterquert die Bundesautobahn 73 und verläuft parallel zum Main. Über die Bahnhöfe Ebing, Zapfendorf, Ebensfeld, an dem die Schnellfahrstrecke nach Erfurt abzweigt, und Bad Staffelstein erreicht die Strecke Lichtenfels, wo die Werrabahn nach Coburg abzweigt.

Vom Bahnhof Lichtenfels aus verläuft die Strecke bis einschließlich Mainleus wieder parallel zum Main. In Hochstadt-Marktzeuln zweigt die Frankenwaldbahn nach Ludwigsstadt und Saalfeld ab, in Kulmbach stieß bis 1993 die Lokalbahn von Thurnau und Bayreuth auf die Strecke. Über Untersteinach und Ludwigschorgast erreicht die Strecke den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg, der in der Vergangenheit ein eigenes Bahnbetriebswerk besaß. Es beherbergt heute das Deutsche Dampflokomotiv-Museum. Nach dem Bahnhof zweigt die Strecke nach Bayreuth ab, von der nur wenige Meter entfernt das als Schlömener Kurve bezeichnete Verbindungsgleis auf die Strecke nach Hof trifft. In Anschluss daran führt die Strecke über die Schiefe Ebene hinauf zum Bahnhof Marktschorgast, ab dessen Ende sie bis Stammbach eingleisig ist. Über Münchberg und Schwarzenbach an der Saale erreicht die Strecke Oberkotzau, vereinigt sich dort mit den Strecken aus Weiden und Selb, überquert bei Moschendorf die Saale und erreicht den Endbahnhof Hof.

Ausbauzustand

Die Strecke ist von Bamberg bis Hochstadt-Marktzeuln zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Die anschließende Strecke bis Hof ist nicht elektrifiziert, aber bis auf den eingleisigen Abschnitt Marktschorgast–Stammbach ebenfalls zweigleisig. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.

Verkehr

Datei:Hochstadt-Marktzeuln IMG 6245.jpg
Zwei gekuppelte Neigetechnikzüge der Baureihe 612 nach Hof Hauptbahnhof (im Hintergrund) und Pegnitz (über Bayreuth Hauptbahnhof) im Bahnhof Hochstadt-Marktzeuln
Datei:Bf Neuenmarkt-Wirsberg IMG 4286.JPG
Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg mit zwei Triebwagen der Baureihe 641 bei der Ausfahrt in Richtung Bamberg, 2014

Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 und der damit folgenden Verlagerung des Fernverkehrs auf die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt fuhren auf der Strecke von Bamberg über Lichtenfels bis Hochstadt-Marktzeuln Intercity-Express-Züge der Linie München–Nürnberg–LeipzigBerlin(–Hamburg) im Stundentakt. Zum Einsatz kamen ICE-T-Neigetechnikzüge der Baureihe 411.

Seitdem besteht nur noch eine ICE-Verbindung unter der Woche von Lichtenfels aus über Bamberg nach München.<ref>Riesenerfolg für die Region: „Lichtenfels-ICE“ für Pendler bleibt erhalten und IC-Anbindung über Kronach wird gesichert. 17. Dezember 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2017; abgerufen am 10. Februar 2018.</ref> Des Weiteren verkehrt zweistündlich ein IC Linie 61 von Leipzig nach Karlsruhe mit Halt in Bamberg und Lichtenfels.<ref>Stephan Großmann: Schnellzug hält endlich wieder in der Kreisstadt. In: Neue Presse Coburg. 11. Dezember 2017, abgerufen am 10. Februar 2018.</ref> In der Nacht bedient ein IC-Zugpaar der Linie 17 sechsmal pro Woche die Strecke.

Auf dem Abschnitt Bamberg–Lichtenfels verkehrt stündlich ein Regional-Express (RE) des Franken-Thüringen-Expresses von Nürnberg nach Saalfeld/Saale über Bamberg, Lichtenfels und Kronach (RE 14). Alle zwei Stunden verkehrt dieser mit einem Zugteil nach Sonneberg über Coburg (RE 28), der in Lichtenfels vom RE 14 getrennt wird. Zudem verkehrt zweistündlich ein RE Bamberg–Lichtenfels–Hof/Bayreuth. Das Angebot wird durch die stündliche Regionalbahn-Linie Bamberg–Lichtenfels–Kronach ergänzt, die stündlich verkehrt.

Die Regional-Express-Züge nach Sonneberg/Saalfeld bestehen aus für 160 km/h zugelassenen Triebzügen vom Typ Siemens Desiro HC (Baureihe 1462). Die Linie Bamberg–Hof/Bayreuth wird aufgrund der engen Kurvenradien auf der Schiefen Ebene und der nicht elektrifizierten Abschnitte Hochstadt-Marktzeuln–Hof/Bayreuth von den dieselangetriebenen Neigetechnikzügen der Baureihe 612 befahren, die im Systemhalt Neuenmarkt-Wirsberg getrennt bzw. vereinigt werden. Seit Dezember 2013 kommt die Baureihe 612 nur noch im Zweistundentakt zwischen Lichtenfels und Bayreuth/Hof zum Einsatz. In der jeweils anderen Stunde verkehren zwischen Bamberg und Bayreuth/Hof Fahrzeuge der Baureihe 641. Damit wurde die bis Dezember 2013 umsteigefreie Verbindung Würzburg–Bayreuth/Hof in Bamberg gebrochen, da zwischen Bamberg und Würzburg Elektrotriebzüge der Baureihe 425 die bisherigen Leistungen der Baureihe 612 übernommen haben.<ref>Neue Triebwagenbaureihe in Franken. 23. Mai 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. März 2014; abgerufen am 1. Januar 2017.</ref><ref>BEG vergibt Expressverkehre in Oberfranken an DB Regio. Bayerische Eisenbahngesellschaft, 13. Mai 2013, abgerufen am 25. September 2024.</ref>

Die Bahngesellschaft Agilis bedient seit 2011 als Gewinner der Ausschreibung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auf der Bahnstrecke Bamberg–Hof folgende Linien:

  • von Ebern über Breitengüßbach nach Bamberg (Stundentakt)
  • von Bad Rodach über Lichtenfels und Neuenmarkt-Wirsberg nach Weiden (Stundentakt)
  • von Helmbrechts über Münchberg und Hof Hbf nach Bad Steben (Zweistundentakt)
  • einzelne Züge Bamberg – Lichtenfels
  • einzelne Züge Kulmbach – Münchberg

seit Dezember 2012 auch Hof – Marktredwitz.

Zwischen Marktschorgast und Hof befahren die Regional-Express-Züge von Nürnberg über Bayreuth nach Hof die Strecke.

E-Netz Franken

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 sollte sich auf dieser Strecke eine Änderung bei den Regionalexpressen vollziehen. Es war geplant, neue Triebwagen der Baureihe 442 auf der Strecke nach Sonneberg einzusetzen. Dieser RE sollte aus zwei kuppelbaren Zugteilen bestehen. Die Zugteilung war jeweils abwechselnd in Bamberg (für den RE nach Würzburg Hbf) oder in Lichtenfels (für den RE nach Jena Saalbahnhof) vorgesehen. Da die Baureihe 442 (Talent 2) Liefer- und Zulassungsschwierigkeiten hatte, konnte dieses Konzept erst ein Jahr später zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 in Kraft treten.

Zweiteilung

Die bis Dezember 2013 durchgehende RE-Linie Würzburg–Bamberg–Lichtenfels–Bayreuth/Hof wurde im Dezember 2013 zweigeteilt. Damit wird das unwirtschaftliche Fahren mit Dieselzügen unter Fahrdraht vermieden. Die DB Regio Franken gewann Anfang 2013 die Ausschreibung im Bereich Main-Spessart. Seit Dezember 2013 wird die Linie Frankfurt (Main)–Würzburg–Bamberg durch DB Regio Bayern Verkehrsbetrieb Franken bedient. Die Linie Bamberg–Lichtenfels–Bayreuth/Hof ging an die DB Regio Bayern Verkehrsbetrieb Nordostbayern über. Inzwischen verkehrt die Baureihe 440 auf der RE-Linie Würzburg–Bamberg und ersetzt die Baureihe 425. Die Linie Bamberg–Bayreuth/Hof wurde seit Dezember 2013 mit Dieseltriebwagen der Baureihe 641 bedient.

Weblinks

Einzelnachweise

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