Pernod Ricard
| Pernod Ricard
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Pernod Ricard logo 2019.svg | |
| Rechtsform | Société Anonyme |
| ISIN | FR0000120693 |
| Gründung | 1975 |
| Sitz | Paris, Datei:Flag of France.svg Frankreich |
| Leitung | Alexandre Ricard (Chairman und CEO)<ref>Our Governance. Abgerufen am 13. April 2026.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 18.200 (2025/24) |
| Umsatz | 10,959 Mrd. Euro (2025/24)<ref>Annual Report 2025. Pernod Ricard Website, abgerufen am 17. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Branche | Getränke |
| Website | www.pernod-ricard.com www.pernod-ricard.de |
| Stand: 30. Juni 2025 | |
Pernod Ricard ist ein französischer Spirituosenkonzern, der 1975 aus der Fusion der Unternehmen Pernod und Ricard, die die gleichnamigen Anisées vertrieben hatten, entstand.
Pernod gelangte ursprünglich durch die Herstellung von Absinth zu Bekanntheit. Seit der Aufhebung des entsprechenden Verbotes in den Staaten der Europäischen Union wird auch wieder ein Absinth produziert. Der Hauptsitz in Deutschland befindet sich in Köln.
Geschichte
Die Geschichte von Pernod geht auf den Firmengründer Henri-Louis Pernod zurück, der 1797 im schweizerischen Le Locle eine Absinthdestillerie eröffnet hatte.<ref>Grüne Fee lockt Touristen ins Val-de-Travers. 18. Juli 2017, abgerufen am 31. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1805 zog er nach Pontarlier in der Franche-Comté und gründete dort die Absinthdestillerie Maison Pernod Fils.<ref>Vom Todesschnaps zum Kultgetränk. 9. September 2023, abgerufen am 31. März 2026.</ref> 1851 starb Pernod.<ref>Pernod. Abgerufen am 31. März 2026.</ref> 1871 wurde durch Ariste Hémard die Distillerie Hémard in Montreuil bei Paris gegründet und 1872 durch Jules-François Pernod die Société Pernod Père & Fils in Avignon. Nachdem der Konsum und die Produktion von Absinth verboten worden waren, stieg das Unternehmen auf die Pastisproduktion um. 1926 vereinigten sich alle drei Destillerien zu Les Établissements Pernod und 1951 wurde die Marke Pastis 51 auf den Markt gebracht. 1965 wurde außerdem die Distillerie Rousseau, Laurens et Moureaux übernommen, die seit 1889 den Likör Suze herstellt.
Ricard wurde 1932 in Marseille von Paul Ricard gegründet.<ref>Richard Woodard: Drinks world mourns Patrick Ricard. In: The Spirits Business. 20. August 2012, abgerufen am 2. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sein Produkt wurde bald Frankreichs beliebtester Longdrink und überstand auch das zeitweilige Verbot der Pastisproduktion unter dem Vichy-Regime zwischen 1940 und 1944. Nachdem sich Paul Ricard aus der Geschäftsführung zurückgezogen hatte, wurde sein Sohn Patrick 1972 Geschäftsführer des Unternehmens. 1975 fusionierten Pernod und Ricard zu einem Unternehmen.<ref>Patrick Ricard - WELT. Abgerufen am 2. April 2026.</ref>
Vertreten auf vier Kontinenten, rangiert Pernod Ricard hinter Diageo auf dem zweiten Platz der internationalen Spirituosenproduzenten. 1988 kaufte das Unternehmen Irish Distillers und kam damit in den Besitz aller damals produzierenden irischen Whiskybrennereien.<ref>Whiskey galore: But has the renaissance reached a peak? 2. Dezember 2018, abgerufen am 2. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1998 wurde die Yerevan Brandy Company übernommen.<ref>Spirited return for Armenian brandy. 8. Juni 2004 (bbc.co.uk [abgerufen am 2. April 2026]).</ref> 2001 übernahm es gemeinsam mit Diageo von Vivendi die Spirituosensparte von Seagram<ref>In the matter of DIAGEO PLC, a public limited company, and VIVENDI UNIVERSAL S.A., a French societe anonyme. In: Federal Trad Commission. Abgerufen am 2. April 2026.</ref> und 2005 erfolgte die Eingliederung des Spirituosenkonzerns Allied Domecq.<ref>Integration von Allied Domecq übertrifft Erwartungen. 29. Juli 2006, abgerufen am 2. April 2026.</ref> Damit das Kartellamt zustimmte, musste sich Pernod Ricard von einigen Marken (u. a. Ardmore, Bushmills, Laphroaig und Tullamore Dew) trennen.<ref>Mergers: Commission approves acquisition of Allied Domecq by Pernod Ricard, subject to conditions. In: Europäische Kommission. Abgerufen am 2. April 2026.</ref> Ende 2005 ging deshalb Glen Grant für 115 Millionen Euro an die Unternehmensgruppe Campari.<ref>Mary Jane Pittilla: Pernod Ricard finalises whisky brands sale to Campari - 16/03/06. In: Moodie Davitt Report. 16. März 2006, abgerufen am 2. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Pernod Ricard verkauft Whiskey-Marken an Campari. Abgerufen am 2. April 2026.</ref> Fortune Brands erwarb die Marken Canadian Club, Clos du Bois, Courvoisier, Harvey's Bristol Cream, Laphroaig, Maker’s Mark und Sauza. Im April 2008 übernahm man den Absolut-Vodka-Hersteller Vin & Sprit für 5,6 Milliarden Euro.<ref>Julia Kollewe: Pernod Ricard buys maker of Absolut vodka. In: The Guardian. 31. März 2008, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. April 2026]).</ref>
Nach der Übernahme von Vin & Sprit musste sich Pernod Ricard verpflichten, weitere Marken zu verkaufen. Die Whiskeymarke Wild Turkey, der Likör American Honey, eine Destillerie in Kentucky und Bourbonvorräte wurden 2009 für 575 Millionen Dollar an Campari verkauft.<ref>Spirituosenhersteller: Pernod Ricard verkauft Whiskey an Campari. In: Handelsblatt Online. 8. April 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. September 2014; abgerufen am 1. September 2014.</ref>
Typisch für die Übernahmestrategie der Gesellschaft ist der Aperitif Lillet. Als Pernod Ricard die alte Firma in Bordeaux 2008 übernahm, wurden 750.000 Flaschen pro Jahr abgesetzt, durch Internationalisierung und entsprechende Werbung wurde der Absatz auf 12 Millionen Flaschen im Jahr 2021 gesteigert.<ref>Angélique Vallez: Pernod Ricard - Son Cocktail gagnant. In: Capital. Nr. 374. Prisma Media, Gennevilliers November 2022, S. 46.</ref>
2008 übergab Patrick Ricard die Verantwortung als Generaldirektor an Pierre Pringuet.<ref>Haby Niakate: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pierre Pringuet, pur produit de Ricard ( vom 3. September 2014 im Internet Archive), Jeune Afrique, 30. August 2012.</ref>
Nachdem das Unternehmen in den Vorjahren stetig expandiert war, wurde es im Geschäftsjahr 2013–2014 von einer Absatzkrise getroffen. Besonders auf dem chinesischen Markt brachen die Verkäufe ein. Antikorruptionsmaßnahmen der chinesischen Regierung dämpften den Konsum von Luxusspirituosen. Eine ungünstige Entwicklung der Wechselkurse trug zusätzlich zum Umsatzrückgang bei. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 7 % zurück; das operative Geschäftsergebnis sank um 8 %. Das Netto-Betriebsergebnis sank um 14 % auf 1,04 Milliarden Euro.<ref>ANNUAL REPORT 2O13 / 2O14. (pdf) In: assets.pernod-ricard.com. Abgerufen am 13. April 2026.</ref> Als Gegenmaßnahme leitete das Unternehmen ein Kostensenkungsprogramm namens Allegro ein, mit dem weltweit 900 Arbeitsplätze eingespart werden sollten.<ref name="LeMonde2014" /><ref>Amy Hopkins: Pernod Ricard to cut 900 jobs globally. In: The Spirits Business. 29. August 2014, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Februar 2015, als Pringuet das Pensionierungsalter von 65 Jahren erreichte, übernahm Alexandre Ricard, ein Neffe Patrick Ricards, Alumnus der ESCP Europe Business School, die Geschäftsführung.<ref>Pernod Ricard regelt Führung – Spirituosengeschäft brummt. In: Der Bund. 30. August 2012, abgerufen am 28. November 2025.</ref><ref>Solide Zahlen für Spirituosenhersteller Pernod Ricard. boersianer.info, 18. Februar 2015, abgerufen am 13. Juli 2016.</ref>
2024 startete Pernod Ricard die zweite Phase der Responsible-Drinking-Kampagne "Drink More Water", die auf die Sensibilisierung gegen exzessiven Alkoholkonsum abzielt.<ref>Joey Morris: Pernod launches phase two of Drink More Water. In: The Spirits Business. 18. März 2024, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Pernod Ricard launches a new digital campaign for its flagship responsible drinking initiative: Drink more water | Pernod Ricard. 16. April 2026, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im September 2024 startete Pernod Ricard North America gemeinsam mit Safe Night die Initiative "Good Nights Are Safe Nights", die sicherere Nachtleben-Umfelder und verantwortungsvolleren Alkoholkonsum fördern soll.<ref>Lauren Bowes: Pernod launches nightlife safety campaign. In: The Spirits Business. 30. September 2024, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Dianna Dilworth: Pernod Ricard wants to make drinking environments safer. In: Brand Innovators. 24. September 2024, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im April 2025 schloss Pernod Ricard den Verkauf seines Portfolios strategischer internationaler Weinmarken an Australian Wine Holdco Limited (gehört einem Konsortium institutioneller Investoren unter Führung von Bain Capital Special Situations) ab.<ref>Eleanor Yates: Pernod completes wine sale to newly named Vinarchy - Drinks International - The global choice for drinks buyers. Abgerufen am 13. April 2026.</ref><ref>Successful completion of the sale of Pernod Ricard’s portfolio of strategic international wines to Australian Wine Holdco Limited | Pernod Ricard. 16. April 2026, abgerufen am 13. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Produkte
Im Portfolio befinden sich die folgenden Marken:
- Scotch Single Malts: Aberlour, Caperdonich, Glen Keith, Glenlivet, Imperial, Longmorn, Scapa, Strathisla und Dalmunach
- Blended Scotch: Chivas Regal, Ballantine’s, Clan Campbell, Passport, Royal Salute, Something Special, 100 Pipers
- Irish Whiskey: Jameson, Paddy, Powers, Dunphys
- Pastis, Anisées: Ricard, Pernod, Pastis 51
- Aperitif und Aperitif-Likör: Dubonnet, Lillet, Suze
- Cognac und Brandy: Martell, Presidente, Ararat
- Rum: Havana Club, Montilla
- Tequila: Olmeca
- Gin: Beefeater, Seagram’s Gin, Cork Dry Gin, Monkey 47, Malfy Gin
- Wodka: Absolut, Wyborowa
- Kräuterlikör / Bitter: Ramazzotti
- Likör: Kahlúa, Malibu, Hiram Walker
- Champagner: G. H. Mumm, Perrier-Jouët
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website von Pernod Ricard (englisch, französisch, spanisch)
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zur Établissements Pernod in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise
<references> <ref name="LeMonde2014">Laurence Girard: Bousculé par la Chine et les devises, Pernod Ricard se restructure. Le Monde, 29. August 2014, Spezialteil Économie & Entreprise, S. 4.</ref> </references>
Koordinaten: 48° 52′ 5,9″ N, 2° 17′ 38,4″ O
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